Bauchgefühle

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Skystar
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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Skystar » 02 Apr 2019, 17:13

Ich hoffe es ...
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Re: Bauchgefühle

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Saltoboy
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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Saltoboy » 07 Mai 2019, 00:35

Damit hat wohl niemand mehr gerechnet: Es geht hier endlich weiter :flag: Sorry für meine monatelange Abwesenheit.




Olli zog ihn aufgeregt mit sich in die Küche. Hugo sah sich entschuldigend zu seinem Begleiter um, der ihnen irritiert folgte.
„Was ist los?“ fragte er überrascht, als Olli die Tür hinter ihnen schloss und die Musik aus dem Wohnzimmer damit dämpfte.
„Mhm,“ machte sie und warf einen Blick zur Tür. „Branko weiß nicht, dass ich dich eingeladen habe,“ flüsterte sie.
„Du hast gesagt, dass er gar nicht hier ist,“ meinte Hugo und blickte sie leicht panisch an.
„Ich habe gesagt, dass er wahrscheinlich nicht hier sein wird. Das ist ein Unterschied.“ Sie sah jetzt zu Hugos Begleitung hinüber und hob leicht die Augenbrauen.
„Das ist Severin,“ meinte Hugo und stöhnte dann leicht. „Du meintest es wäre okay, wenn ich jemanden mitbringe.“
„Ist er dein neuer…?“ fragte sie überrascht und schien den großen, schlaksigen Jungen, den Hugo mitgebracht hatte zu mustern.
„Nein,“ machte Hugo entschieden und verdrehte leicht die Augen. „Was denkst du bitte von mir?“
„Naja beim letzten Mal hast du ja auch nichts anbrennen lassen,“ kicherte sie. Severin schien diese Aussage ein wenig unangenehm zu sein, denn er blickte leicht empört drein.
„Das war eine völlig andere Situation. Severin und ich haben früher Handball zusammen gespielt und ich wollte irgendwie nicht alleine herkommen.“
Olli schenkte ihm jetzt doch ein bisschen mehr ihrer Aufmerksamkeit und schüttelte ihm vorsichtig die Hand. Severin war immer derjenige gewesen mit dem er sich aus seinem Team am besten verstanden hatte, mal abgesehen von Alex. Und er war auch der einzige mit dem Hugo darüber hinaus noch Kontakt gehalten hatte. Hugo bemerkte sofort das Lächeln, mit dem er Olli bedachte. Er war sich ziemlich sicher gewesen, dass sie sein Typ war und er hatte ihn natürlich mit einem gewissen Hintergedanken mit hergenommen. Und man merkte auch sofort, dass Severin ihr gefiel. Schließlich wusste Hugo, dass Olli auf große, dunkelhaarige Männer stand. In dem Punkt waren sie und er selbst sich sehr ähnlich. Und darüber hinaus war Severin noch ein wirklich lustiger und netter Typ, der fast jeden zum lachen bringen konnte.
„Wie waren die ersten zwei Wochen als Lehrer?“ fragte Olli dann neugierig und wandte ihren Blick von ihm ab und wieder Hugo zu.
„Im Moment hospitiere ich ja bloß,“ murmelte er. „Sprich ich dackel einem Lehrer hinterher und schaue zu.“
„Gefällt es dir nicht?“ fragte sie überrascht, weil sie Hugo wohl anmerkte, dass er nicht gut drauf war. Dieser starrte zu Boden.
„Doch, es war ganz gut. Es ist irgendwie alles immer noch ziemlich genauso, wie zu der Zeit als ich noch Schüler war. Im Sportunterricht vergessen Leute ihren Turnbeutel und der Satz des Pythagoras ist auch für einige immer noch ein Buch mit Sieben Siegeln.“
Sie lachte. „Und bestimmt stehen alle Mädchen total auf dich.“
„Wenn man nach dem Kichern geht, könnte man davon ausgehen,“ meinte er ernst. „Aber Mädchen in der Mittelstufe kichern doch rund um die Uhr, also keine Ahnung.“
„Ach tu nicht so. Mindestens die Hälfte ist über beide Ohren in dich verknallt.“
„Und was kann ich mir davon jetzt kaufen?“ brummte er und wunderte sich über die Härte in seiner eigenen Stimme. Er war doch sonst nicht so, dass er bei solchen Sachen genervt reagierte. Olli schien auch etwas verdutzt.
„Was ist los Hugo?“ fragte sie vorsichtig.
„Es ist mir einfach egal, ob irgendwelche dreizehnjährigen Mädchen auf mich stehen oder nicht. Würden sie bestimmt nicht, wenn sie wüssten, dass ich schwul bin. Und irgendwie ist das nichts worauf ich mir etwas einbilden kann. Vor allem wenn einen sonst keiner mag.“
Olli seufzte hörbar. „Übertreib mal nicht. Du weißt genau, dass Branko…“
„Olli, bitte! Bitte tu mir das nicht an, jetzt über ihn zu reden. Es reicht mir ja schon, dass ich ihn gleich sehen muss. Und er wird auch nicht grade begeistert sein, dass du mich eingeladen hast.“
„Tut mir leid,“ machte sie tonlos. „Aber ich wollte meinen Geburtstag wirklich nicht ohne dich feiern.“
Hugo schnaufte. „Du willst doch einfach, dass wir uns wieder vertragen, stimmts?“
Sie zuckte leicht mit den Schultern.
„Mhm, ich will euch ja nicht stören, aber habt ihr vielleicht was zu trinken?“ fragte Severin plötzlich. Olli blickte ihn irritiert an. „Äh ja sicher. Tut mir leid, dass ich euch nichts angeboten habe,“ machte sie und reichte ihm ein Bier aus dem Kühlschrank. Auch Hugo reichte sie eins, der es nur zögerlich annahm.
„Außerdem willst du dich doch auch mit ihm vertragen, oder?“ meinte Severin dann zu Hugo.
Olli und Hugo sahen ihn beide an, da er bisher nicht viel gesagt hatte. „Ich mein ja bloß, weil du zu ihm in die Wohnung gehst und so einen Aufriss machst, dass ich mitkommen soll. Und du meintest, dass er dir fehlt.“
„Man kann dir echt nichts anvertrauen, oder?“ brummte Hugo.
Severin grinste und zuckte die Achseln. „Ich glaube das hat jeder mitbekommen, der dir in der letzten Zeit begegnet ist.“
„Und du willst Branko jetzt eifersüchtig machen, indem du einen anderen mitbringst?“ fragte Olli grinsend.
Hugo stöhnte erneut. „Ich wusste ja nicht einmal, dass er überhaupt hier ist, wie soll ich ihn dann eifersüchtig machen wollen? Und außerdem…“ fing er an.
„…bin ich überhaupt nicht schwul,“ fuhr Severin fort und in seinem Blick lag ein leichtes Zwinkern, während er Olli ansah. Diese blickte leicht irritiert. Sie war es nicht gewöhnt, wenn Jungs mit ihr flirteten, dabei taten sie das vermutlich häufiger, ohne dass sie es mitbekam. In der Hinsicht glich sie ein wenig ihrem Mitbewohner und nahm sich damit ein bisschen das Recht sich über ihn beschweren zu dürfen.
„Na gut. Ich brauch nur nicht noch mehr mentale Zusammenbrüche. Branko hat sich in den letzten zwei Wochen so eingeigelt. Wäre Leo nicht, wäre er wahrscheinlich gar nicht mehr vor die Tür gekommen.“
Dieser Satz versetzte Hugo so einen kräftigen Stich in der Magengegend, dass er beinahe zusammengezuckt wäre. Egal ob er es wollte oder nicht, die Eifersucht versenkte ihre Zähne gnadenlos tief in seinem Herzen. Es war nicht die Sorge, dass etwas zwischen ihnen laufen würde, sondern, dass Leo nach wie vor die einzige Person zu sein schien, die einen Draht zu Branko hatte.
„Irgendwie ist die ganze Situation ja amüsant. Besser als Kino,“ bemerkte Severin belustigt und nahm einen Schluck aus seinem Bier. „Und ich wollte Branko ohnehin mal kennenlernen. Du hast dauernd von ihm gesprochen, aber vorgestellt hast du ihn mir nie.“
Hugo kratzte sich nachdenklich im Nacken. „Er mag fremde Leute nicht sonderlich, deswegen hat er kaum Freunde von mit kennengelernt,“ murmelte er dann.
„Na ja immerhin besser als dein Exfreund. Der mochte schließlich sehr gerne fremde Leute,“ grinste Severin und Hugo wusste genau, worauf er damit anspielte. Daher bedachte er ihn mit einem strengen Blick.
„Du kennst Hugos Exfreund?“ fragte Olli neugierig. Sie war Alex schließlich nie begegnet.
Severin nickte. „Ja. Ich habe schließlich mit den beiden in einer Mannschaft gespielt. Das war ein Ding, als rauskam, dass die beiden zusammen sind,“ lachte er und setzte sich auf einen der Küchenstühle. „Ich mein, weil Alex als ziemlicher Draufgänger bekannt war und keiner wusste, dass Hugo auch auf Männer steht.“
Hugo räusperte sich. „Mal ehrlich, es gibt glaube ich kaum etwas, das ich jetzt weniger gebrauchen kann als eine Plauderei über Alex. Olli wieso hast du mir nicht gesagt, dass er hier ist?“ jammerte er.
Sie blickte ihn entschuldigend an, aber er war sich nicht so sicher, ob sie wirklich Reue empfand. „Weil du dann nicht gekommen wärst.“
„Ja und das zu Recht. Ich habe hier nichts mehr zu suchen. Das habe ich dir schon einmal gesagt. Ich kann ihm einfach nicht mehr gegenübertreten.“ Er merkte selbst wie niedergeschlagen er dabei klang und es half auch überhaupt nicht, dass Leo in diesem Moment in die Küche kam. Er sah Hugo überrascht an und hätte beinahe eine der leeren Flaschen fallen lassen, die er im Arm trug.
„Was machst du denn hier?“ fragte er dann.
„Olli hat mir gesagt, Branko sei nicht hier heute. Ansonsten wäre ich bestimmt nicht gekommen,“ meinte Hugo mit aufeinandergebissenen Zähnen.
Sie alle sahen Olli an, die jetzt abwehrend die Hände hob. „Hey, ich habe Geburtstag. Da darf ich so etwas.“
Hugo vergrub die Hände in den Hosentaschen. „Ich hoffe, dass du mir trotzdem nicht böse bist, wenn ich jetzt gehe.“ Er machte ein paar Schritte in Richtung Tür.
Leo starrte immer noch etwas ungläubig von Olli zu Hugo. Er merkte, dass Severin ihm in den Flur folgte. Das war wirklich beinahe wie in einem schlechten Film.
„Hugo,“ machte Olli noch und griff nach seinem Arm. „Sei bitte nicht böse. Ich wusste nicht, dass dich das sooo sehr stören würde. Ihr müsst euch ja auch nicht unterhalten oder so.“
„Ich habe dir jetzt bestimmt dreißig Mal gesagt, dass ich ihn nicht mehr sehen will. Wieso hörst du nicht einfach auf mich?“
Grade als er das sagte kam Branko aus dem Wohnzimmer. Die Wohnung war nicht groß genug, dass der kleine Tumult zwischen Küche und Flur vor ihm verborgen bleiben konnte. Erstaunt blickte er Hugo an und es schien einen Moment zu dauern, dass er ihn überhaupt erkannte, was vielleicht an Hugos neuem Haarschnitt lag und daran, dass er ihn hier nicht erwartet hatte. Er stand da in der Tür und schaute ihn einfach mit seinen großen braunen Augen an, in die sich Hugo direkt verliebt hatte. Hinter Branko spähten noch ein paar weitere Freunde von Olli aus dem Wohnzimmer in den Flur. Aber keiner sagte mehr etwas. Alle blickten nur entweder Branko oder Hugo an, was die Situation nicht wirklich angenehmer machte.
Es überraschte Hugo, dass Branko der erste war, der wieder das Wort ergriff. „Was wird das hier?“ fragte er leise und schaute kurz zu Olli.
„Ich wollte ihn gerne einladen und ich dachte, dass ihr euch vielleicht zusammenreißen könntet, wenn ihr erst einmal beide hier seid. Leo und Sophie bekommen das doch auch hin.“
„Du hast ihn doch gehört,“ flüsterte Branko. „Er will mich nicht mehr sehen.“
Brankos Augen waren zu Hugo hinübergeflackert und es wurde ihm jetzt erst wirklich bewusst, wie sehr er Branko weh getan hatte. Aber er verstand auch nicht, dass er am Zug war Hugo wieder für sich zu gewinnen. Aber wollte Branko das überhaupt? Er hatte sich jedenfalls keinerlei Mühe gegeben etwas an der Situation zu ändern und Hugo war es satt sich nach jemandem zu verzehren, der ihm wieder einmal so wenig entgegenbrachte.
„Ich glaube, wenn ihr beide mal endlich euren Stolz runterschlucken würdet…,“ meinte Olli und verschränkte die Arme vor der Brust.
Hugo schnaufte verächtlich und stierte Branko dann zornig an. „Als hätte ich noch irgendeinen Stolz, so sehr wie ich ihm hinterhergelaufen bin. Und wozu? Für gar nichts…“
Es war so peinlich, wie alle um sie herumstanden. Keiner schien sich sicher zu sein, wie er sich verhalten sollte. Severin drückte sich neben der Wohnungstür herum und Leo stand mit den Händen tief in den Hosentaschen vergaben da und versuchte möglichst unbeteiligt zu wirken.
Es passierte plötzlich ganz schnell, dass Branko sich bewegte und Hugo meinte erst er würde einfach so auf ihn zu kommen und wünschte beinahe, dass er ihn in die Arme schloss. Doch Branko drückte sich nur leicht panisch an ihm vorbei und war im nächsten Moment aus der Wohnung verschwunden. Hugo merkte, wie ihm wieder die Tränen in die Augen schossen und er wollte nicht, dass irgendwer das sah. Also verdrückte er sich ohne ein Wort in das nächste Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Es war unglücklicherweise Brankos Zimmer, aber das war ihm jetzt auch egal. Hauptsache es bekam keiner mit, wie er schon wieder wegen diesem blöden Typen heulte. Branko hatte bestimmt keine einzige Träne wegen ihm vergossen. Wütend schlug er sich leicht mit der flachen Hand gegen die Stirn. Wieso war er nur so blöd und hoffte immer noch, dass alles wieder gut werden würde zwischen ihnen? Dann sah er die Scherben in Brankos Papierkorb, der neben dem Schreibtisch stand. Brankos Zimmer war so klein, dass er sich nicht einmal weiter hineinbegeben musste, um sie zu sehen. Es war der Bilderrahmen, den er ihm geschenkt hatte. Und Hugo war sich sehr sicher, dass er nicht zufällig kaputt gegangen war. Das Foto hinter dem zerbrochenen Glas wirkte so surreal und irgendwie passte das alles nicht zusammen. Branko war niemand der einfach so etwas kaputt machte und erst recht nichts, das er geschenkt bekommen hatte. Hugo versuchte sich daran zu erinnern, ob er eben noch das Armband getragen hatte, das er ihm zum Geburtstag geschenkt und das Branko seitdem kein einziges Mal abgenommen hatte. Aber leider hatte er nicht darauf geachtet.
Wie war es so weit gekommen, dass sie sich gegenseitig so verletzten, obwohl keiner es wirklich wollte? Hugo schloss die Augen. Er wusste genau, dass es Branko im Moment gar nicht gut ging. Und er konnte sich nicht mal ansatzweise vorstellen, was genau in ihm vorging. Das war das Schlimmste an all dem. Er wollte ihn am liebsten drücken und ihm sagen, dass alles gut werden würde. Aber Branko schien das überhaupt nicht zu wollen. Er wollte leiden.
Hugo lief erneut eine dicke Träne aus dem linken Auge bei diesem Gedanken. Dann wischte er sich beherzt mit dem Handrücken über die Augen. Es war ein Fehler, dass er heute hergekommen war. Er hätte Ollis Betteln widerstehen müssen. Aber hatte er nicht insgeheim gehofft Branko zu sehen? Er war also selbst Schuld.
Als er sich sicher war, dass man ihm nicht mehr ansah, dass er geweint hatte, schlich er aus dem Zimmer in den Flur. Es wirkte alles als sei nichts passiert, außer dass ein Junge, der in der Wohnzimmertür lehnte ihn leicht missbilligend anblickte. Aber irgendwie war Hugos das ziemlich egal. Schließlich hatte er nach der albernen Szene von eben nichts anderes erwartet.
Er nahm an, dass Severin in der Küche sein würde, war aber trotzdem ein wenig überrascht, dass er sich dort sehr angeregt mit Olivia unterhielt. Sie lachte jedenfalls über etwas, das er gesagt hatte und er redete lebhaft weiter. Als sie ihn bemerkten, verstummten sie und sahen ihn beide neugierig und ein wenig mitfühlend an.
„Wir dachten, dass du vielleicht einen Augenblick deine Ruhe haben willst,“ meinte Olli dann und lächelte ihn aufmunternd an. „Und es tut mir wirklich leid. Ich dachte wirklich nicht, dass es so ausarten würde.“
Hugo raffte die Schultern. „Mach dir keinen Vorwurf. Es ist meine Schuld. Ich weiß selbst, dass es mir nicht gut tut hier zu sein, selbst wenn er nicht da gewesen wäre. Ist nur blöd, dass wir deine Party versaut haben.“
„Habt ihr nicht,“ sagte sie und schloss ihn recht unvermittelt in die Arme. „Du fehlst mir hier,“ flüsterte sie ihm ins Ohr. „Und ihm fehlst du auch, das weiß ich.“
Und sofort war er wieder da. Der Kloß in Hugos Hals. „Ich muss jetzt leider gehen,“ sagte er mit kratziger Stimme. Severin griff automatisch nach seiner Jacke, die er über einen der Küchenstühle gehängt hatte, aber Hugo schüttelte bloß den Kopf. „Bleib ruhig hier, wenn du willst. Ich finde allein nach Hause und wir müssen ohnehin nicht in die gleiche Richtung.“
Severin sah ihn kritisch an.
„Keine Sorge. Ich stürze mich schon nicht von der nächsten Brücke. So weit ist es dann doch noch nicht mit mir gekommen.“
„Mhm, also wenn du nichts dagegen hast würde ich noch ein bisschen bleiben,“ meinte er dann zu Olli.
„Na, wenn die Leute schon reihenweise von meiner Party flüchten bin ich froh um jeden der bleibt,“ sagte sie, bedachte Hugo aber mit einem Blick, der sagte „Ich weiß genau was du da treibst“.
Ohne sich irgendwie schuldig zu fühlen verabschiedete Hugo sich. Er hatte schließlich nichts getan, außer zwei Leute, von denen er glaubte, dass sie sich verstehen könnten unverbindlich einander vorzustellen. Und es hatte sich offenbar als eine gar nicht so verkehrte Intuition herausgestellt. Dieses Gefühl gab ihm leichten Auftrieb, als er die WG verließ. Nur die Vorstellung gleich wieder alleine in sein Bett zu kriechen gefiel ihm überhaupt nicht. Er war nicht gerne allein. Aber er hatte Severin auch nicht von Olli wegzerren wollen, deswegen hatte er einen auf hart gemacht. Was hätte es denn gebracht? Und ein bisschen wünschte er sich, dass er Branko nie kennengelernt hätte. Nur wie sähe es dann aus? Hätte er sich wieder von Alex einlullen lassen? Wahrscheinlich. Und das wäre genauso wenig gut ausgegangen.

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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Skystar » 07 Mai 2019, 20:25

Er ist wieder da!!!!
Und dann mit so einem traurigen Kapitel ... menno
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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Matti » 07 Mai 2019, 23:29

:flag: :flag: :flag: yaiii endlich wieder Hugobrankoleo :D

Aber was habt ihr alle mit dem Namen Severin?
:rat: mein Toaster heißt so
Und den hab ich beim lesen immer vor Augen
...
Und hunger auf Käsetoast
...



Bin dann mal in der Küche
Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.

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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Simson » 08 Mai 2019, 12:08

Also DIE Hoffnung hatte ich jetzt wirklich schon aufgegeben.
Schön, dass es doch noch weiter geht :D :flag:
"Sei wie du bist ! Irgendwann kommt es sowieso raus." E.v. Hirschhausen

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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Saltoboy » 02 Jul 2019, 07:01

Branko vergrub die Hände in den Hosentaschen, während er die Straße entlang stapfte. Er wusste nicht einmal wo er hin sollte, aber er hatte auch nicht in der Wohnung bleiben können. Wieso tat Olli so etwas immer? Wieso sah sie es nicht einfach ein, dass es keinen Sinn machte. Hugo hatte ihn offensichtlich abgeschrieben und schien so wütend auf ihn wie eh und je. Da war schließlich kein Zeichen der Freude in seinen Augen gewesen, als sie sich angesehen hatten. Und seine schönen Haare hatte er auch noch abgeschnitten. Er sah damit so anders aus, gar nicht mehr wie der Hugo den er kennengelernt hatte.
„Branko,“ rief jemand hinter ihm und er erkannte die Stimme sofort. Leo war schließlich in den letzten Wochen kaum von seiner Seite gewichen, obwohl Branko sich arg gestäubt hatte das zuzulassen.
„Was?“ maulte er und fuhr herum.
Etwas außer Atem schloss Leo zu ihm auf.
„Wusste gar nicht, dass du so schnell bist,“ meinte er mit einem leichten Grinsen auf den Lippen.
Branko holte einmal tief Luft. „Ich merke, wenn ich in meiner Wohnung nicht erwünscht bin,“ meinte er nur und wollte sich wieder umwenden.
„Olli hat es nur gut gemeint,“ seufzte Leo und zuckte mit den Schultern.
„Ach ja? Wenn sie mich gegen ihn eintauschen könnte würde sie keine Sekunde zögern. Und mal ehrlich, wer würde es ihr verübeln?“
„Olli mag euch beide und sie kann es halt nicht haben, wenn irgendwas nicht harmonisch läuft.“
„Dann soll sie gefälligst meinen Exfreund nicht zu uns einladen. Das hat sie nicht ausversehen gemacht Leo.“
Leo legte den Kopf schief und sah Branko nachdenklich an. Irgendwie war es ja auch schön ihn als Freund zurück zu haben, auch wenn Branko das niemals zugegeben hätte.
„Ihr seid alle einfach verdammt stur. Du allen voran.“
„Er wollte mich nicht sehen, da gab es schließlich nichts falsch dran zu verstehen.“
Leo schnaufte. „Sei bitte nicht so blöd. Du bist ihm offensichtlich noch sehr wichtig. Ansonsten würde er sich niemals so über dich aufregen. Außerdem hat er selbst gesagt, dass er dich gerne zurückhätte.“
Branko sah ihn jetzt mit leicht ungläubigem Blick an. „Wann hat er dir das gesagt?“ fragte er.
Leo zuckte die Schultern. „Letztens irgendwann.“
„Ach ja? Und was war das bitte für eine Situation, in der ihr über mich gesprochen habt?“
„Ist das nicht völlig egal? Ich wollte dir nur einfach sagen, dass…“
„Ich möchte wissen wie es dazu kam, dass ihr ein so ausführliches Gespräch hattet, dass seine Meinung über mich zur Sprache kam.“
Leo vergrub die Hände in den Hosentaschen und sah zu Boden.
„Wir waren zusammen bouldern. Vor zwei oder drei Wochen.“
Branko schaute ihn ungläubig an. „Wieso könnt ihr euch nicht alle da raushalten? Ich weiß, dass ihr ihn alle toll findet, aber das war immer noch meine Beziehung.“
„Weil du bescheuert bist Branko. Er wartet doch bloß darauf, dass du dich bei ihm entschuldigst.“
„Er hat mich abgeschossen Leo. Er wollte mich nicht mehr. Und jetzt soll ich ihm hinterherlaufen?“
Leo lachte und schüttelte den Kopf. „Wenn du klug wärst würdest du ihm bis weiß Gott wo hinterherrennen. Ich glaube ihr seid euch beide nicht so einig, wer hier wen verlassen hat. Aber ich denke es bestünde durchaus die Möglichkeit, dass ihr wieder zusammenfindet.“
Branko schüttelte leicht den Kopf. „Warum interessiert euch das eigentlich alle so sehr? Vor allem dich. Du warst doch nie ein Fan unserer Beziehung.“
Leo verdrehte die Augen. „Ich sehe dich einfach nicht gerne traurig. Und vielleicht war ich einfach eifersüchtig.“
Er war am Ende des Satzes leiser geworden und biss sich nun auf die Lippe.
„Eifersüchtig? Auf was?“ fragte Branko zögerlich. Es war ihm tatsächlich aufgefallen, dass sich in Leos Verhalten etwas verändert hatte.
„Auf ihn du Trottel.“
Es lag etwas Herausforderndes in Leos Blick, als er ihn nun ansah. In Branko breitete sich jähe etwas Panik aus. Er konnte das allerdings nicht wirklich ernst nehmen, deswegen lachte er nur unsicher.
„Red doch keinen Stuss,“ murmelte er dann und senkte den Blick.
Leo verdrehte jetzt die Augen. „Wieso erscheint das so absurd für dich?“ fragte er mit einem säuerlichen Unterton. „Du tust es so ab, als wäre das ein Scherz. Auch als ich das letzte Mal so etwas zu dir gesagt habe.“
Branko schluckte. Er wollte das nicht. Es war das Letzte was er nun brauchte. Vor allem da sie sich grade wieder besser verstanden.
„Weil du das ja auch nicht ernst meinen kannst,“ sagte Branko dann entschieden. „Wenn ich mich an deine Reaktion erinnere, als ich dir gesagt habe wie viel du mir bedeutest.“
Leo schob den Unterkiefer vor. „Das war etwas anderes Branko. Da habe ich noch völlig anders darüber gedacht. Mittlerweile sehe ich das Ganze in einem etwas anderen Licht.“
Branko presste die Zähne aufeinander. Er wusste beim besten Willen nicht was er dazu sagen sollte.
„Vergiss es einfach,“ murmelte Leo dann. „Das muss auch keinen Einfluss auf unsere Freundschaft haben. Das möchte ich jedenfalls nicht. Ich weiß ja, wie es im Moment bei dir aussieht.“
Jetzt musste Branko leicht schlucken. „Ich… ich hatte gehofft, dass wir das einfach alles hinter uns lassen könnten und einfach wieder Freunde wären,“ murmelte er dann.
Leo hob daraufhin erstaunt die Augenbrauen. „Also möchtest du doch wieder richtig befreundet sein. Ich hatte nämlich nicht das Gefühl, dass du das willst.“
Sie sahen sich einen Moment lang an und Branko zuckte leicht die Schultern, räusperte sich und sagte dann: „Natürlich will ich das. Wenn du dir diesen Quatsch aus dem Kopf schlägst.“
Er war sich ziemlich sicher, dass Leo das nicht ernst meinte oder es sich wenn doch nur einbildete.
Leo lachte leicht nervös. „Ja klar. War auch dumm von mir.“
Aber irgendwie klang seine Stimme dabei komisch.


„Und was gibt es so Neues?“ fragte Lea, als Branko sie am Donnerstag von der Schule abgeholt hatte. Dieser zuckte nur mit den Schultern. Er hatte ihr noch nichts von der Trennung erzählt, geschweige denn von der Geschichte mit seinem Vater. Dass es Kontakt gegeben hatte wusste sie mittlerweile, aber nicht, dass Branko diesen abgebrochen hatte.
Die letzten Tage waren eine wirkliche Qual gewesen. Dreimal war er kurz davor gewesen Hugo anzurufen, aber er hatte es sich im letzten Moment anders überlegt. Es wäre nicht fair gewesen. Die Entscheidung war getroffen und es sich jetzt wieder anders zu überlegen wäre einfach falsch. Er hatte sich ohnehin total zum Affen gemacht als er Hugo das letzte Mal gesehen hatte. Und nachdem wie Hugo nach dem Sex und bei Ollis Party zu ihm gewesen war, hätte er sich nicht getraut ihn noch einmal anzubetteln.
Es war besser, wenn er sich einfach von allen Menschen löste, die er enttäuschen konnte. Und wenn er Lea jetzt sagte, dass es zwischen ihm und Hugo aus war, dann war sie bestimmt auch enttäuscht von ihm. Es würde dauern bis das Alleinsein sich wieder richtig anfühlte. Aber wenn es so weit war, würde er sich bestimmt besser fühlen. Trotzdem fühlte es sich an wie ein kalter Entzug. Ihm war ständig kalt, dann wieder heiß und er sehnte sich ziemlich nach ihm. Eigentlich hatte er gar nicht Schluss machen wollen, aber die Situation hatte für ihn einfach nichts andere zugelassen.
Lea räusperte sich leicht, da Branko einfach nur schwieg.
„Es gibt nicht viel Neues,“ murmelte er. „Wir bekommen bald einen neuen Mitbewohner. Flo zieht aus und Olli und ich haben jetzt jemanden gefunden, der sein Zimmer übernimmt.“
„Das ist doch eine gute Nachricht. Wieso zieht er denn aus?“ Sie sah ihn fragend an.
„Er wohnt doch eh nur auf dem Papier hier und bei Freunden von ihm wird ein Zimmer in der WG frei. Der neue wirkte uns gegenüber ein bisschen aufgeschlossener.“
Sie hob die Augenbrauen. „Ist er auch schwul?“ fragte sie.
„Das haben wir ihn jetzt nicht explizit gefragt, aber ich denke nicht. Er wirkte jetzt nicht unbedingt so.“
Lea lachte. „Dir sieht man das ja jetzt auch nicht unbedingt an. Du solltest doch eigentlich am besten wissen, dass nicht jeder dem Klischee entspricht.“ Sie strich sich die Haare hinter die Ohren und betrachtete ihren Bruder eingehend.
„Keine Ahnung. Macht das denn einen Unterschied?“ Branko sah auf seine Füße. Sie saßen auf der Couch und er hatte noch immer das Gefühl, dass Lea ahnte, dass es ihm nicht wirklich gut ging.
„Wahrscheinlich nicht, aber Hugo wäre doch bestimmt nicht so begeistert.“
Branko hatte gewusst, dass der Name früher oder später fallen würde. Er hatte bloß gehofft, dass es eher später sein würde.
„Nur weil jemand schwul ist, heißt das ja nicht gleich, dass man automatisch aufeinander steht,“ merkte er an. Er wollte es ihr einfach nicht sagen. Sie hatte seinen Exfreund so gerne gehabt. So sehr, dass er eine Art Bezugsperson für sie geworden war. Und Branko wusste, dass auch Lea es nicht grade leicht im Leben hatte und wollte sie nicht schon wieder enttäuschen. Aber sie war vermutlich einfach um einiges stärker als er selbst, so gelassen wie sie Dinge meistens nahm. Branko war stolz darauf wie positiv sie sich entwickelte.
„Ich kann mir trotzdem vorstellen, dass er ein bisschen eifersüchtig wäre.“
„Das denke ich eher nicht,“ flüsterte Branko und merkte wie kratzig seine Stimme klang. „Hugo ist nicht mehr mein Freund. Von daher glaube ich nicht, dass es ihn kümmern wird,“ rang er sich dann ab zu sagen, schaute sie aber nicht an. Trotzdem wusste er, dass sie jetzt die Augenbrauen hob.
„Was ist passiert?“ fragte Lea und Branko bereute ziemlich, dass er etwas gesagt hatte. Ihr das jetzt erklären zu müssen gefiel ihm gar nicht.
„Es passt einfach nicht. Ich kann ihm einfach nicht geben, was er braucht,“ murmelte Branko und vergrub die Hände in den Jackentaschen seiner Sweatshirt-Jacke.
„Das ist eine ziemlich faule Ausrede,“ meinte Lea ernst.
Branko seufzte leicht. Er hatte einen Kloß im Hals. Er machte sich selbst schon genug Vorwürfe, da konnte er ihre nicht auch noch gebrauchen.
„Was braucht er denn?“ wollte sie dann in ziemlich sachlichem Ton wissen.
Branko zuckte mit den Schultern. Er merkte selbst wie elend er aussehen musste und hoffte ein bisschen, dass seine kleine Schwester Rücksicht darauf nehmen würde. Aber natürlich tat sie das nicht. Dazu kannte er Lea zu gut.
„Wenn du das nicht einmal weißt, wieso sagst du dann so etwas? Hast du ihn mal gefragt? Ich kann mir genau vorstellen, was du gemacht hast Branko. Klar weiß ich, dass du manchmal nicht so richtig klar kommst, aber meinst du nicht, dass es langsam mal Zeit wird das alles in den Griff zu bekommen? Du kannst natürlich noch weiter in Selbstmitleid versinken und dir weiter den Quatsch einreden, den Mama dir ins Ohr gesetzt hat, oder aber du fängst langsam an da drüber zu stehen. Es wird langsam wirklich albern.“
Branko sah sie jetzt doch an. Irgendwie machte die Art, wie sie mit ihm sprach ihn wütend, obwohl er genau wusste, dass sie recht hatte.
„Du hast doch absolut keine Ahnung was passiert ist. Vielleicht habe ich ja auch einfach keine Lust mehr auf ihn.“
Sie schnaufte. „Dann bist du sogar noch dümmer als ich dachte. Aber das bezweifle ich ziemlich stark, sonst würdest du jetzt nicht dasitzen wie ein Häufchen Elend. Schließlich ist er das Beste gewesen, was dir je passiert ist.“
Branko zog die Schultern ein. Es war bezeichnend, dass seine vierzehnjährige Schwester so mit ihm sprach und er nicht mal etwas zu erwidern wusste.
„Ja vielleicht war er das. Aber ihn immer wieder ungewollt zu verletzen war auf die Dauer auch nicht schön. Ich habe ihm immer wieder Versprechungen gemacht, von denen ich wusste, dass ich sie ohnehin nicht einhalten kann. Ich habe immer alle Leute enttäuscht, aber ihm wollte ich das nicht weiter antun.“
„Branko, wen hast du denn bitte enttäuscht? Mama? Weil du zu intelligent bist, um dich von ihr runterziehen zu lassen und lieber studiert hast, als Geld ranzuschaffen? Du hast absolut niemanden enttäuscht, außer vielleicht sie. Aber egal was du anders gemacht hättest, es wäre nie okay gewesen. Deswegen hör auf dir das einzureden.“
Branko schwieg eine ganze Weile und starrte auf seine Füße. „Ich kann das leider nicht so einfach wegstecken wie du,“ murmelte er dann leise.
Lea lachte aber nur kurz und tätschelte ihm den Arm. „Meinst du das wäre bei mir so einfach gewesen? Ich bin seit zwei Jahre in Therapie und du solltest vielleicht auch mal über so etwas nachdenken, weil du in die ganze Geschichte sehr viel schlimmer involviert warst als ich.“
Branko sah sie überrascht an. „Das wusste ich gar nicht,“ flüsterte er.
Lea lächelte müde und strich sich erneut die Haare hinter die Ohren. „Tja, wenn die eigene Mutter einen als Schlampe bezeichnet und das weil ihr Freund mich angefasst hat…“ Sie sah zur Seite. „Tu mir bitte den Gefallen und lass dich nicht weiter fertig davon machen.“
Branko öffnete leicht den Mund. Auch das hatte er nicht gewusst. „Bist du deswegen nicht mehr zu uns gekommen?“
Lea nickte leicht. „Das war einfach zu viel Branko und manche Sachen steckt man nicht einfach so weg. Vielleicht solltest du langsam einsehen, dass Mama dich misshandelt hat oder jedenfalls zutiefst vernachlässigt, anstatt sie immer noch in Schutz zu nehmen.“
Jetzt musste Branko heftig schlucken. Irgendwie lösten ihre Worte etwas in ihm aus.
„Und mit Hugo würde ich an deiner Stelle auch noch einmal reden. Mir egal wie sehr du dich vor ihm zum Affen machen musst, aber du holst ihn dir wieder zurück. Sonst rede ich nie wieder mit dir.“
Branko musste fast schmunzeln, aber wurde sehr schnell wieder ernst. „Er wusste doch genau worauf er sich einlässt. Ich habe es ihm häufig genug gesagt. Er wollte mich trotzdem unbedingt kennenlernen und dann war es ihm doch zu viel.“
Lea verdrehte leicht die Augen. „Tja. Man glaubt, dass man die andere Person ändern kann. Ich dachte auch, dass der Junge, den ich mag anders ist als alle behauptet haben, aber da habe ich mich getäuscht. Aber tu mir bitte den Gefallen und lass dir dein Leben nicht kaputt machen.“
Branko kratzte sich im Nacken. „Ich weiß manchmal gar nicht genau was mein Problem ist,“ krächzte er dann.
„Dann musst du es herausfinden und meinst du nicht, dass Hugo es wert wäre? Und deine Freunde auch. Ich hätte gerne einen großen Bruder auf den ich stolz sein kann. Außerdem brauch ich Hilfe in Mathe.“
Branko schnaufte. „Du weißt, dass ich dir auch helfen kann, oder?“ meinte er mit hochgezogenen Augenbrauen.
„Ja, aber Hugo ist sehr viel geduldiger als du und er kann es besser erklären.“
„Naja er wird ja auch Lehrer,“ murmelte Branko nachdenklich. Es war zwar irgendwie komisch von seiner kleinen Schwester so zurecht gewiesen zu werden, aber sie hatte etwas in ihm ausgelöst.

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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Simson » 02 Jul 2019, 19:35

Klar, dass ich mich freue, weil es hier weiter geht! Oder?
Ob Branko sich wirklich Hilfe holt ?
Es wäre eine gute Entwicklung mit Chance auf ein Happyend. ..was ich natürlich gerne hätte :flag:
"Sei wie du bist ! Irgendwann kommt es sowieso raus." E.v. Hirschhausen

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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Matti » 02 Jul 2019, 20:20

Endlich :D geht es weiter und endlich hat mal jemand Branko den Kopf gewaschen.
Hoffe das die beiden wieder zusammen kommen, denn Ich will wieder mehr von Hugo lesen :flag:
Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.

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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Skystar » 02 Jul 2019, 22:52

Hab ich schon einmal erwähnt wie sehr ich diese Geschichte liebe? Nein? Ich liebe diese Geschichte!

Lea will also das Branko und Hugo wieder zusammen kommen, damit Hugo ihr bei Mathe hilft ... :lol:
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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Pferdinant » 05 Jul 2019, 12:24

Hey mit mir ist es jetzt wieder ein leser mehr
Bis jetzt konnte ich ohne pausen lesen ich
Hoffe jetzt werden sie nicht allzu lange

Ich mag die schwester nicht die ist mir eher unsympathisch

Ich mag branko, wobei er es jetzt ein bisschen übertreibt mit dem selbstleid

Olli ist die sympathischte und bin froh dass sie
Mit severin auch vielleicht jemand hat

Ich bin eher dafür dass branko weder mit Hugo noch mit leo zusammenkommt

Ich mag hugo bis auf seiner neuen Frisur

Und ich weiß nicht was ich von leo halten soll


Du schreibst super
Du brauchst nichts an deiner Geschichte verändern
Ich freue mich auf den nächsten teil
rechtschreibfehler sind sicher enthalten, aber darauf müsst ihr mich nicht hinweisen, wenn ihr es versteht

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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Saltoboy » 18 Jul 2019, 12:11

Hey, danke für alle lieben Kommentare. Ich weiß jetzt schon, dass ich mit dem nächsten Teil etwas euren Ärger auf mich ziehen werde.
Es folgt mal wieder ein Abschnitt aus Hugos Sicht.

Es war die Woche über sehr warm geworden und Hugo merkte wie ihm der Schweiß den Rücken entlanglief, aber er lief weiter und wischte sich nur über die Stirn.
Mit großen Schritten durchquerte er den Park und sammelte seine Kräfte für die leichte Steigung, die noch vor ihm lag. Er war im Moment so fit wie noch nie und er überlegte grade, ob er noch eine weitere Runde um den Park laufen sollte, als jemand zu ihm aufschloss.
„Du bist echt verdammt schnell,“ keuchte er und als Hugo sich zu ihm wandte wäre er beinahe über einen Stein gestolpert. Alex grinste ihn von der Seite an.
„Was zum Teufel,“ fluchte Hugo unwillkürlich und wurde automatisch langsamer und trabte langsam aus. Der Schreck hatte ihn total aus dem Rhythmus gebracht.
„Hab dich fast nicht erkannt,“ meinte Alex und deutete auf Hugos Haare. „Aber steht dir. Auch wenn ich es vorher besser fand.“
Alex sah ihn mit schief gelegtem Kopf an und lächelte. Hugo merkte, dass sich bei diesem Blick etwas in ihm zusammenzog. Das war genau der Blick mit dem Alex ihn immer bekommen hatte, egal wie sauer Hugo auf ihn war. Aber es war das letzte was er nun gebrauchen konnte. Dass Alex wieder um ihn herum zu schleichen begann.
„Was machst du hier?“ fragte Hugo und merkte wie vorwurfsvoll seine Stimme klang.
„Dich stalken,“ lachte er. „Naja wonach sieht es wohl aus,“ meinte er dann und zuckte mit den Schultern, wobei er auf seine Kleidung deutete. Er trug ein ärmelloses Shirt und eine schwarze kurze Sporthose. Hugo hatte ihn in Sportsachen immer am liebsten gesehen, aber solche Gedanken waren absolut hirnrissig, sagte er sich immer wieder. Nie wieder würde er sich von Alex umgarnen lassen.
„Ich habe dich hier noch nie gesehen. Außerdem wohnst du doch ganz wo anders,“ meinte Hugo stirnrunzelnd.
„Ich war in letzter Zeit öfter hier mal laufen, nachdem mir jemand erzählt hat, dass es hier im Park hübsche Jungs gibt.“
Hugo straffte nun die Schultern. Diese leicht überhebliche Art hatte er irgendwann mal auf eine komische Art anziehend gefunden, doch jetzt stellten sich ihm die Nackenhaare dabei auf.
„Naja dann mal viel Erfolg,“ sagte er mit aufeinandergepressten Lippen und wollte weiterlaufen.
„Ich will dir wirklich nichts böses Hugo und ich habe dich doch bis jetzt wirklich in Ruhe gelassen. Wieso bist du immer noch sauer auf mich?“
„Ich bin nicht sauer, ich habe dir nur einfach nichts mehr zu sagen. Deswegen verstehe ich nicht weshalb du mir immer noch nachläufst!“
Alex legte den Kopf schief. „Ich habe dir hier wirklich nicht aufgelauert. Ich habe dich bloß gesehen und dachte ich sage einfach mal hallo. Ich wusste ja nicht, dass du damit so ein großes Problem hast. Wenn dein Freund dabei gewesen wäre, hätte ich natürlich nichts gesagt. Aber ich glaube der steht nicht so auf Joggen, oder?“
Hugo merkte wie sein Mundwinkel unwillkürlich zuckte. Alles an Alex machte ihn einfach unfassbar wütend.
Jetzt grinste dieser auch noch hämisch. „Ist da etwa Ärger im Paradies?“
Es war schon immer Alex lästige Angewohnheit gewesen seine Gedanken lesen zu können.
„Lass mich einfach in Ruhe,“ murmelte er und lief weiter, aber Alex schloss innerhalb von ein paar Schritten wieder zu ihm auf.
„Tut mir leid,“ meinte er und es klang beinahe aufrichtig. „Obwohl ich der Meinung war, dass er nicht der Richtige für dich ist, fand ich‘s schön, dass du glücklich warst. Und irgendwie auch ein bisschen heiß, dass du mir die kalte Schulter gezeigt hast.“
„Es dreht sich nicht immer alles um dich Alex,“ fauchte Hugo nun.
„Ich weiß,“ seufzte Alex, der etwas Mühe zu haben schien mit Hugo Schritt zu halten. „Du hast auch was Besseres verdient, als das was ich mit dir gemacht habe. Ich hätte das nicht tun dürfen.“
Hugo kam vor Alex am höchsten Punkt des Parks an und blieb dort einen Augenblick stehen. „Freut mich, dass du das einsiehst. Ich weiß trotzdem nicht was du jetzt noch von mir willst,“ meinte er etwas außer Atem.
„Nichts. Es ist einfach nur schön wieder mit dir zu reden, außerdem fehlt es mir auch mit dir Joggen zu gehen. Sonst hätte ich dich ehrlich nicht angesprochen.“ Er lächelte und dieses Mal verzog auch Hugo den Mund zu einem klitzekleinen Lächeln. Der Teil fehlte ihm tatsächlich auch. Alex hatte ihn schließlich immer sehr angespornt.
„Ich muss jetzt los,“ murmelte Hugo mit einem Blick auf die Uhr und wandte sich ab.
„Hättest du mal Lust zusammen ein bisschen zu Trainieren? Ich muss mich auf die nächste Saison vorbereiten und allein pack ich das nicht.“
Hugo drehte sich halb zu ihm um und hob die Augenbrauen. Alex hob abwehrend beide Hände. „Ohne Hintergedanken. Echt, ich schwör’s“
„Mal sehen,“ murmelte Hugo und lief den gleichen Weg zurück, den sie eben heraufgekommen waren.


„Wie war es denn noch auf der Party?“ fragte Hugo. „Tat mir echt leid, dass ich so schnell weg bin, aber ich hätte es dort keine Sekunde länger ausgehalten.“
„Naja, eure kleine Szene hat noch etwas für Gesprächsstoff gesorgt, aber ansonsten war es echt noch ziemlich cool. Und Olli und mir war es sehr wohl bewusst, dass du den Kuppler spielen wolltest,“ grinste Severin.
Sie saßen bei ihm auf dem Balkon und genossen die letzten Sonnenstrahlen des Tages.
„Tut mir leid, ich wollte das gar nicht so auffällig anstellen,“ murmelte Hugo und nippte an seinem Glas.
Auf Severins Gesicht stahl sich ein schmales Grinsen. „Naja wir waren gestern zusammen Kaffee trinken, also keine Sorge.“
Hugo blickte ihn überrascht an. Olli hatte ihm das gar nicht erzählt, aber vermutlich hatte sie bloß taktvoll sein wollen, da er immer noch mit der Trennung von Branko zu kämpfen hatte.
„Naja sie meinte, dass wir erstmal gucken wo sich das ganze hin entwickelt, bevor wir irgendwem davon erzählen,“ meinte Severin, der Hugos Blick offenbar bemerkt hatte. „Weil im Moment schon genug los ist und so. Aber wir haben uns echt gut verstanden.“
„Das freut mich,“ meinte Hugo gedankenverloren.
„Wenn ich dir davon erzähle ist es aber denke ich in Ordnung. Ich mein, du hast uns ja miteinander bekannt gemacht.“
Hugo nickte nur und starrte in sein Glas.
„Naja, was gibt es denn bei dir neues?“ fragte Severin.
„Nicht viel,“ murmelte Hugo Schultern zuckend. „Ich habe Alex vorhin beim Joggen getroffen.“
Severin hob die Augenbrauen. „Ach ja? Hat er dich angesprochen?“
Er nickte leicht und seufzte. „Ich wünschte ja irgendwie, dass ich mich nie auf ihn eingelassen hätte.“
Severin schmunzelte leicht. „Es ist ja nicht so, dass wir dich nicht gewarnt hätten, oder? Alex Ruf war schließlich in der ganzen Mannschaft bekannt und wenn der Kerl sich einmal was in den Kopf gesetzt hat, dann lässt er nicht ab, bis er bekommt was er will. Anfangs, als du neu im Team warst, habe ich mich immer gewundert, dass er dich so heftig angebaggert hat. Und auf einmal hört er auf damit, das war schon komisch.“
Hugo verzog leicht den Mund. „Naja wozu sollte er noch baggern, er hat ja schon bekommen, was er wollte.“
Severin schüttelte den Kopf. „Am Anfang haben wir alle gedacht du wärst nur ein Weiterer, der auf seine Masche reingefallen ist. Schon als du nach dem Training mit ihm was trinken gegangen bist. Dabei wusste ja nicht mal irgendwer, dass du schwul bist.“
„Naja er wusste das schon,“ nuschelte Hugo in sein Glas und Severin lachte.
„Ja, Alex wittert so etwas zehn Meilen gegen den Wind.“
Hugo schnaufte leicht. „Und am Ende war ich wirklich nur ein Weiterer, der auf seine Masche reingefallen ist,“ flüsterte er. „Hab mich von ihm auf was zu trinken einladen lassen und bin bei ihm im Bett gelandet.“
„Mit dem Unterschied, dass er dich wirklich mochte,“ meinte Severin und zuckte die Schultern. „So habe ich Alex jedenfalls noch nie gesehen und wir spielen schon seit der D-Jugend zusammen in einer Mannschaft.“
„Ich habe mich einfach nur zum Affen gemacht, als ich mit ihm zusammen war. Jeder wusste doch, dass er mich betrügt.“ Hugo nahm noch einmal einen tiefen Schluck aus seinem Glas.
„Es hat mich ehrlich gesagt schon überrascht, dass er dir nicht treu war.“
Hugo schnaufte noch einmal. „Selbst ich habe es ja irgendwie gewusst. Anzeichen waren schließlich genug da, aber vielleicht wollte ich es einfach nicht sehen.“
„Ich finde es jedenfalls sehr schade, dass du seitdem nicht mehr bei uns in der Mannschaft spielst. Du warst schließlich unser bester Rechtsaußenspieler.“
Hugo schaute hinunter auf die Wiese hinter dem Haus in dem Severin wohnte. Dort wucherte Unkraut und ein kaputtes Fahrrad lag inmitten des Gestrüpps.
„Ich hätte sehr gerne weitergemacht, aber du verstehst denke ich warum ich das nicht mehr konnte.“
„Hängst du noch an ihm?“ fragte Severin ihn jetzt mit hochgezogenen Augenbrauen.
Hugo atmete tief ein und zog die Schultern hoch. „Ich weiß es manchmal nicht so richtig. Ich war so sauer auf ihn, dass es alle anderen Gefühle ihm gegenüber verdrängt hat. Er ist halt einfach kein guter Mensch, aber dummerweise ist es irgendwie genau das gewesen was mich an ihm so angezogen hat. Ich habe mich vielleicht zu schnell in die nächste Beziehung gestürzt, vor allem weil ich Angst hatte schon wieder rückfällig zu werden. Und Branko war so anders als Alex…“ flüsterte er.
„Also war er irgendwie nur ein Lückenbüßer? Dann verstehe ich aber nicht wieso du so traurig warst,“ meinte Severin trocken und Hugo schaute ihn durchdringend an.
„Nein,“ sagte er bestimmt. „Er war nie nur ein Lückenbüßer. Aber ich hätte abwarten sollen und ihn nicht drängen dürfen. Ich wollte so sehr eine neue Beziehung, dass ich die Anzeichen nicht mehr gedeutet habe. Branko wollte mich nie verletzen und ich weiß auch, dass es hauptsächlich meine Schuld war, dass wir uns getrennt haben. Ich kann trotzdem nicht mehr mit ihm zusammen sein.“

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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Simson » 19 Jul 2019, 08:49

:evil: Du hast recht, DAS ärgert mich !

Leo hat Gefühle für Branko und dieser Alex baggert schon wieder Hugo an... was soll das denn werden?

ABER:" Branko macht eine Therapie, Hugo freut sich und sie leben glücklich bis ans Ende. " hört sich auch irgendwie langweilig an :D

Ich bin gespannt wie es weitergeht !!!
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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Skystar » 20 Jul 2019, 06:47

Ich hab schon immer geahnt, dass wir Alex früher oder später wieder begegnen werden ... leider. Hugo, bitte tu uns Lesern das nicht an! Saltoboy - tu uns das nicht an! Egal wie anziehend Bad Boys sein mögen, wenn Hugo sich nochmal auf Alex einlässt, dann boykottiere ich diese Geschichte, jawohl! :D :evil:

Bei Severin musste ich kurz überlegen, wer das nochmal war. Die Abstände zwischen den einzelnen Teilen sind einfach zu groß. Bitte also schnell die Fortsetzung!

Also von Branko, Hugo, Leo und Alex ist mir Hugo derzeit am liebsten. Alex ganz klar auf dem letzten Platz. So langsam frag ich mich aber, wie die Geschichte ausgeht. Kommen Hugo und Branko am Ende wieder zusammen? Vielleicht probiert es Hugo aber wirklich nochmal mit Alex (dann rastet seine Schwester aus ...) und Branko es mit Leo. Irgendwie konfus :lol:
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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Matti » 20 Jul 2019, 13:20

Skystar hat geschrieben:Bei Severin musste ich kurz überlegen, wer das nochmal war.


Denk einfach an meinen Toaster ;)

Hugo ist auch ganz klar meine Lieblingsfigur.
Ich könnt mir aber auch gut vorstellen das da noch was zwischen Branko und Leo passiert :D
Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.

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Re: Bauchgefühle

Beitragvon Saltoboy » 02 Aug 2019, 12:08

So es geht zwar immer noch nicht sonderlich hochfrequent weiter, aber immerhin ist dieser Teil etwas länger. Ich hoffe er zieht keinen Boykott nach sich :D




Hugo fühlte sich nicht grade wohl, als er Alex das nächste Mal traf. Es kam ihm beinahe so vor, als würde er sich selbst verraten. Sie waren zwar nicht verabredet gewesen, aber ein bisschen fühlte es sich so an, so wie Alex nun auf ihn zugelaufen kam. Er hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht, das Hugo sonst für selbstgefällig gehalten hätte, aber er schien sich schlicht einfach zu freuen. Er wurde langsamer, als sich ihre Wege kreuzten. Irgendwie kam es ihm so vor als habe Alex sich verändert. Er strotzte zwar immer noch vor Selbstbewusstsein, aber irgendetwas schien dies zu dämpfen. Natürlich hätte Hugo den Park meiden oder zu anderen Uhrzeiten aufkreuzen können, aber er war wieder zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Es war abzusehen gewesen, dass er Alex irgendwann wiedertreffen würde.
„Mein Kollege hatte wirklich recht,“ meinte Alex und schaute Hugo von oben bis unten an. „Hier trifft man wirklich die hübschesten Jungs.“
Er konnte es nicht verhindern, dass ihm das Blut ins Gesicht schoss. Eigentlich hatte er unbeeindruckt weiterlaufen wollen, aber fast unwillkürlich blieb er stehen. „Quatsch nicht so dumm rum,“ meinte er, um abzulenken und auf keinen Fall zu zeigen, dass Alex immer noch die Gabe hatte ihn in Verlegenheit zu bringen.
„Du weißt genau, dass ich nur Leuten Komplimente mache, die es auch verdient haben,“ lächelte Alex.
„Und allen anderen gegenüber verhältst du dich wie der letzte Arsch,“ stellte Hugo fest und stemmte die Hände in die Seiten.
Alex zuckte die Schultern. „Wenn du das so nennen möchtest. Ich würde sagen, dass ich einfach nur ehrlich bin.“
Hugo schnaufte jetzt kurz und Alex hob interessiert die Augenbrauen. „Was ist daran so komisch?“
„Also du bist sehr vieles, aber Ehrlichkeit zählt nicht unbedingt zu deinen Stärken.“
„Das Thema schon wieder,“ seufzte Alex und kratze sich im Nacken. „Du kommst immer wieder darauf zurück. Es war doch sonst alles super zwischen uns. Ich weiß, dass ich Fehler gemacht habe, aber du reagierst da wirklich ein bisschen über.“
Hugo schüttelte nur ungläubig den Kopf und lief weiter. Er hatte gewusst, dass Alex ihm folgen würde, aber eigentlich hatte er keine Lust mehr mit ihm zu sprechen.
„Ich habe dir gesagt, dass ich nicht möchte, dass du dich mit anderen Männern triffst. Du hast gesagt, du hörst auf damit. Du hast es trotzdem getan. Das ist etwas, das ich als Unehrlichkeit bezeichnen würde. Und als Untreue. Aber wir haben da scheinbar unterschiedliche Auffassungen.“
„Ja,“ meinte Alex entschieden. „Ich wusste, dass dich das unglücklich machen würde, deshalb habe ich es dir verschwiegen. Es hat ja schließlich keinen Unterschied gemacht bei dem was ich für dich empfunden habe.“
Hugo blieb erneut stehen. „Weißt du was Alex? Ich bin dir nicht mehr böse.“
„Echt nicht?“ fragte Alex erstaunt und wandte sich zu Hugo um, da er noch ein paar Meter weitergelaufen war. Wenn er bloß nicht so gut aussehen würde, dachte Hugo kurz, als sein Blick eine Sekunde zu lange an ihm haften blieb.
Dann schüttelte er den Kopf. „Es tut mir sogar fast ein bisschen leid. Es war blöd von mir zu glauben, dass ich dir irgendwie vertrauen kann oder dass ich jemanden wie dich dazu bringen kann eine Beziehung auf Augenhöhe zu führen. Du hast mich nie respektiert und ich war einfach zu naiv das zu sehen. Es tut mir leid, dass ich dir deine Zeit gestohlen habe und dir die Umstände gemacht habe deine Affären vor mir verheimlichen zu müssen.“
Alex stemmte jetzt auch die Hände in die Seiten. „Manchmal geht mir deine sarkastische Art echt auf den Sack Hugo. Ich weiß, dass du beleidigt bist, aber du hast es mir mehrfach verziehen und plötzlich rastest du völlig aus und redest kein Wort mehr mit mir. Du wusstest es doch die ganze Zeit, also warum verlässt du mich plötzlich?“
Hugo verdrehte die Augen. „Weil ich mir jedes Mal, wenn du nicht bei mir warst ausgemalt habe was du grade mit einem anderen Kerl tun könntest. Ich hatte mich daran gewöhnt, weil ich wusste, dass das bloß Sex ist. Ich bin nicht stolz darauf, aber als mir meine Freundin erzählt hat sie hätte dich mit einem anderen gesehen, da habe ich abends deine Nachrichten auf dem Handy gelesen.“
Alex blickte ihn verwundert an. „Ach ja? Du wusstest es doch ohnehin schon, also wozu brauchtest du noch die Bestätigung?“
„Ich wollte wissen, ob du auch in unserem Bett mit denen geschlafen hast.“
Alex lachte. „Und das macht dann den Unterschied für dich? Außerdem war das nicht unser Bett, du hast nie offiziell bei mir gewohnt.“
„Aber fast,“ murmelte Hugo. „Und ja für mich hat es einen Unterschied gemacht. Und du hast gar kein Geheimnis daraus gemacht, dass du in einer Beziehung bist.“
„Ich habe immer allen gesagt, dass ich einen Freund habe,“ lächelte Alex.
„Ja und dass ich ja viel zu dumm wäre, um etwas davon mitzubekommen und dir im Bett ja nichts zu bieten hätte.“
Alex verdrehte die Augen. „Ach komm schon Hugo. Was ich solchen Typen halt schreibe... Meinst du da erzählt irgendwer die Wahrheit? Und es war höchstens ein paar Mal, dass jemand mit zu mir gekommen ist.“
„Es war dir egal, ob du mich mit deinem Verhalten verletzt, weil du eh wusstest, dass ich wieder zu dir zurückkomme.“
Alex zog die Schultern hoch. „Und jetzt?“ fragte er. „Jedes Mal, wenn wir uns sehen streiten wir darüber. Ich kann mein Verhalten nicht rückgängig machen. Und es tut mir leid, dass ich dich verletzt habe.“ Alex stand jetzt vor ihm und sah zu ihm runter.
„Deswegen habe ich dir gesagt, dass du mich in Ruhe lassen sollst,“ meinte Hugo und machte einen Schritt rückwärts.
„Ich dachte es läge daran, dass du Sorge hast, dass du mir einfach nicht widerstehen kannst,“ lachte Alex jetzt wieder und funkelte Hugo mit seinen Augen an.
Hugo straffte die Schultern und sah kurz runter auf das weiße Sportshirt, dass er trug.
„Vielleicht ist das auch so. Dass ich dir so viel habe durchgehen lassen, zeugt schließlich davon, dass ich was dich betrifft ein verdammt schlechtes Urteilsvermögen habe.“
Alex lachte sein dunkles Lachen und schüttelte den Kopf. „Du bist echt so unglaublich süß Hugo.“
„Was willst du von mir Alex? Es mangelt dir doch bestimmt nicht an Typen. Wieso stehst du jetzt trotzdem hier? Ich frag dich jetzt nicht das erste Mal. Ich wäre dir dankbar, wenn du mir wenigstens dieses eine Mal ehrlich antworten würdest.“
Alex seufzte. „Das weißt du ganz genau, Kleiner. Wieso fragst du also noch?“ Er machte einen Schritt auf Hugo zu.
Unwillkürlich blickte dieser sich um, weil er wusste was Alex jetzt tun würde. Er wusste nicht, ob er sich dagegen wehren wollte oder das überhaupt konnte. Es war niemand in der Nähe, als Alex plötzlich dicht vor ihm stand und Hugo einmal kurz durch die Haare strich.
„Du bist der Einzige, der mir etwas bedeutet hat und die drei Jahre mit dir waren die beste Zeit in meinem Leben. Und ich habe dich wirklich nie für dumm oder so gehalten.“
Hugo drückte kurz seine Stirn gegen Alex Brust. Er wollte ihn gerne von sich wegschieben, aber hatte nicht die Kraft dazu. „Hör auf,“ murmelte er nur, während er den viel zu vertrauten, leicht verschwitzen Geruch von Alex Haut einatmete.
Alex nahm seinen Kopf in beide Hände, strich ihm über die Wange und lächelte leicht. Hugo versuchte ihm nicht in die Augen zu schauen, aber er konnte nicht anders. Er erwartete, dass Alex ihn küssen würde, aber das tat er nicht. Dafür war er viel zu erfahren im Umgang mit Hugo. Er wusste genau, dass dieser es wollte. Aber indem er genau das hinauszögerte, verminderte er die Wahrscheinlichkeit, dass er zurückgewiesen wurde.
„Du bist so schön,“ murmelte Alex. Hugo wandte den Blick ab, aber Alex zwang ihn, ihn anzuschauen. „Und du fehlst mir so. Reicht dir das als ehrliche Antwort?“
Hugo wollte etwas sagen, aber seine Stimme hatte ihn im Stich gelassen.
‚Ich darf das nicht zulassen,‘ sagte er sich, aber tat nichts dergleichen, als Alex ihn jetzt doch küsste. Seine Lippen brannten fast auf Hugos Haut und er merkte, dass ihm nun Tränen in die geschlossenen Augen schossen. Trotzdem erwiderte er den Kuss. Alex zog ihn jetzt fest an sich. Hugos gesamter Körper fühlte sich taub an und er wusste überhaupt nichts mehr.
„Schwuchteln,“ hustete plötzlich jemand, der an ihnen vorbeilief und Hugo ließ Alex los.
„Halt die Schnauze,“ fuhr Alex den Kerl an, der jetzt schon ein paar Meter weiter war und wandte sich dann wieder zu Hugo um, der peinlich berührt dastand.
„Wollen wir vielleicht irgendwo hingehen, wo wir ungestört sind?“ fragte Alex, aber Hugo schüttelte den Kopf. Das Gefühl war in seine Gliedmaßen zurückgekehrt.
„Ich sollte jetzt gehen,“ murmelte er.
„Komm, lass uns irgendwo hingehen, wo keine Idioten rumrennen.“
„Nein, ich muss jetzt wirklich gehen Alex. Tut mir leid,“ sagte Hugo mit brüchiger Stimme und schneller als er normalerweise gelaufen wäre lief er davon. Er wollte jetzt einfach in sein Kopfkissen brüllen. Wie konnte er so blöd sein? Alex machte ihn zu einem Menschen, den er selbst nicht leiden konnte. Und das Schlimmste war, dass er ihn in diesem Moment irgendwie auch zurückhaben wollte.


„Wir gehen ins Freibad,“ meinte Leo zu Olli und lehnte sich gegen ihre Zimmertür, die offen stand. „Willst du mit?“
Olli drehte sich auf ihrem Schreibtischstuhl zu ihm um. „Wie hast du Branko denn dazu überredet?“ fragte sie belustigt.
Leo schmunzelte. „Mit meinem unwiderstehlichen Charm.“
„Weiß er, dass man da normalerweise nur eine Badehose trägt?“
„Ich denke schon. Hast du Lust?“ Er legte den Kopf schief.
„Klar, ich pack nur eben meine Sachen. Ein bisschen Abkühlung bei den Temperaturen schadet nicht.“
„Cool. Ich sag Branko Bescheid.“
„Hey Leo, warte mal.“
Er drehte sich wieder zu ihr um und hob die Augenbrauen. „Was gibt’s?“ fragte er.
„Du bist in letzter Zeit sehr häufig hier gewesen. Du schläfst hier…“
„Willst du, dass ich Miete zahle?“ lachte Leo und sah sie an.
Sie schüttelte den Kopf. „Läuft da was? Ich will nicht zu neugierig sein, aber ich mach mir halt Gedanken.“
Leo grinste und stemmte die Hände in die Seiten. „Denkst du das echt?“
„Ich habe keine Ahnung was ihr macht, wenn ihr allein in seinem Zimmer seid. Und wenn ich Branko frage, dann bekomm ich doch sowieso keine Antwort.“
„Weil es dich vielleicht nichts angeht,“ grinste Leo weiterhin. „Aber wenn du es genau wissen willst, nein. Es läuft nichts zwischen uns. Ich bin es nur leid wieder bei meinen Eltern wohnen zu müssen und es schadet Branko glaube ich auch nicht, wenn jemand ihn aufheitert.“
„Okay,“ machte sie. „Ich habe ihn in letzter Zeit häufiger lachen hören. Das ist gut.“
Leo schmunzelte. „Ich bin ja auch ein lustiger Typ.“
Sie musterte ihn. „Du wirkst grade sehr selbstzufrieden. Freut es dich, dass ich dachte ihr würdet…“
Leo lachte und wusste, dass er dabei nicht so souverän wirkte wie er wollte. „Ich bin einfach nur froh, dass es Branko im Moment etwas besser geht.“
„Leo,“ meinte sie genervt.
„Was denn? Ich tu ihm schließlich nichts Böses an oder nutze ihn aus. Ich bin einfach für ihn da.“
„Hab alles,“ meinte Branko, der grade aus seinem Zimmer kam. Er hatte eine kurze Hose an, die Leo ihm geliehen hatte. Es hatte etwas Überzeugungsarbeit gekostet, aber die Temperaturen hatten dazu geführt, dass Branko doch eingewilligt hatte ins Freibad zu gehen.
„Gut siehst du aus,“ meinte Olli zu ihm und stand jetzt auf. „Gebt mir fünf Minuten, dann bin ich auch so weit.“

„Ich schmelze,“ stellte Leo fest, als er grade sein Handtuch auf dem ausgedörrten Rasen ausbreitete. Er zog sich das T-Shirt über den Kopf. „Ich glaub ich geh direkt ins Wasser.“
Olli richtete ihre Sonnenbrille. „Ich muss mich erstmal eincremen,“ meinte sie und hockte sich auf ihr Handtuch.
„Ach das können wir auch noch machen nachdem wir uns kurz abgekühlt haben.“
Branko stand noch unschlüssig da und wühlte in seiner Tasche. Leo wusste, dass er sich nicht ausziehen und den Moment hinauszögern wollte.
„Geht ihr mal, ich komm gleich nach,“ sagte Olli und Leo nahm Branko die Tasche aus der Hand.
„Komm mach hinne. Ich krieg sonst einen Hitzeschlag.“ Er wollte Branko helfen das Shirt auszuziehen.
„Das kann ich schon allein,“ meinte Branko und wandte sich ab, um das Oberteil auszuziehen.
Olli warf Leo einen vielsagenden Blick zu, der schnell wegsah. Stattdessen packte er Branko am Arm und zog ihn in Richtung des Beckens.
„Warum machst du so einen Stress?“ fragte Branko leicht genervt und stolperte hinter ihm her.
„Weil wir fast vierzig Grad haben und ich schon mehrfach erwähnte, dass ich eine Abkühlung brauche.“
„Ja circa zweihundert Mal,“ meinte Branko und lachte leicht, während Leo ihn immer noch am Arm hinter sich herzog.
Leo machte direkt einen Kopfsprung ins Wasser, als sie nah genug am Schwimmbecken waren. Es war unglaublich erfrischend und er genoss wie das kalte Wasser seinen Körper umschloss.
Als er wieder auftauchte sah er zu Branko hoch, der unsicher am Beckenrand stand und die Arme vor der Brust verschränkte, so als wolle er irgendetwas verbergen.
„Komm rein,“ rief Leo. „Richtig erfrischend.“
Leo hatte zwar damit gerechnet, dass Branko sich komisch verhalten würde, aber als Branko nun über die Leiter ins Becken kletterte, machte er einen sehr nervösen Eindruck.
„Was ist los?“ fragte Leo, als er am Rand blieb und keine Anstalten machte weiter zu ihm ins Wasser zu kommen.
„Können wir vielleicht ins andere Becken gehen?“ fragte Branko leise und Leo merkte, dass er rot geworden war.
„Das Nichtschwimmerbecken ist aber immer so ekelig. Das besteht doch zur Hälfte aus Kinderpisse.“
„Wäre mir trotzdem lieber,“ meinte Branko, als Leo nun zu ihm hinüberschwamm.
„Wieso?“ fragte Leo, aber ihm dämmerte schon leicht was Brankos Problem war.
Dieser zog die Schultern hoch. „Weil ich nicht schwimmen kann,“ meinte er leise. Man merkte direkt wie peinlich es ihm war das zuzugeben.
„Oh,“ machte Leo. „Das wusste ich gar nicht. Hatten wir nicht in der Schule auch Schwimmunterricht?“
„Ja schon, aber zu der Zeit hatte ich doch meinen Arm gebrochen. Wofür ich auch irgendwie ganz dankbar war,“ schloss er leise.
Leo hatte den Beckenrand erreicht. „Hättest du einfach was gesagt. Da habe ich überhaupt nicht drüber nachgedacht.“
„Wieso auch? Jeder normale Mensch kann ja schwimmen,“ brummte Branko, während Leo sich neben ihn stellte.
„Du steckst immer noch voller Geheimnisse,“ lachte Leo jetzt. „Ist doch überhaupt nicht schlimm. Wenn du willst kann ich es dir irgendwann mal beibringen.“ Damit kletterte er aus dem Wasser und rubbelte sich die Haare trocken. „Lass uns rüber gehen. Da ertrinkst du mir wenigstens nicht.“
Branko folgte ihm und man merkte immer noch, dass es ihm gar nicht behagte oberkörperfrei herum zu laufen. Offensichtlich hatte er immer noch nicht begriffen, dass er nicht mehr der dickliche Junge von Früher war. Sicherlich hätte er sich durch Sport mehr in Form bringen können, aber es gab absolut keinen Grund sich für seine Figur zu schämen.
Leo ließ sich in das um einiges wärmere Nichtschwimmerbecken gleiten. Im Vergleich zur Umgebungstemperatur war es aber immer noch angenehm.
„Du solltest dich vielleicht gleich auch ein wenig eincremen,“ meinte er zu Branko, dem das Wasser grade Mal bis zur Hüfte reichte. „Hat dein Körper eigentlich schon jemals Sonne gesehen?“
Branko schien zu überlegen und das brachte Leo zum Lachen. „Und wag es gleich ja nicht dich wieder anzuziehen, wenn wir aus dem Wasser kommen, ich weiß, dass du das vorhast,“ grinste er dann. Er schaute Branko eine ganze Weile an, der sich jetzt ins Wasser hockte. Offensichtlich hatte er Leos Blick bemerkt.
„Ich renn halt einfach nicht gerne halb nackt herum,“ murrte er und schaute zu Leo hoch, der ihm jetzt eine Hand voll Wasser ins Gesicht spritzte und dabei lachte.
„Ja Branko ehrlich mal, du solltest dir lieber was drüberziehen. Wir alle ekeln uns richtig vor deinem dicken Bauch.“
Branko verdrehte die Augen, weil ihm Leos sarkastischer Unterton nicht entgangen war, dann spritze er Wasser zurück. „Sei nicht so blöd, du weißt, dass ich mich einfach unwohl fühle.“
„Ja. Es interessiert aber außer dir überhaupt niemanden wie du aussiehst. Es hält dich bloß davon ab Spaß zu haben.“ Er machte sich daran Brankos Kopf unter Wasser drücken zu wollen. „Im anderen Becken hätte das viel besser funktioniert,“ beschwerte er sich, als der Versuch einfach von Branko abprallte, ohne dass dieser sich überhaupt großartig wehrte. Stattdessen landete nur noch mehr Wasser in Leos Gesicht. Mit einem Judogriff versuchte er Branko umzuwerfen, der sich nun auch bemühte Leo unter Wasser zu drücken.
Sie rangen eine ganze Weile miteinander und lachten dabei. Leo musste sich eingestehen, dass er den körperlichen Kontakt zu Branko irgendwie genoss, auch wenn es ein wenig befremdlich war sich von seiner Stärke angezogen zu fühlen. Vielleicht lenkte es ihn ein wenig zu sehr ab, denn ehe er sich versah lag er rücklinks im Wasser, Branko halb über sich. Ein paar Sekunden hatte er die Orientierung verloren. Kurz darauf ließ Branko jedoch von ihm ab und er konnte wieder auftauchen.
Einen Moment sahen sie sich in die Augen. Brankos waren so groß und dunkel und etwas Komisches lag in ihnen, das etwas den Teddybärausdruck überschattete. Leo war sich jedoch bewusst, dass normale Freunde sich nicht so lange in die Augen schauen würden. Es kam ihm auch ein wenig so vor, als hätte irgendwer die Umgebungsgeräusche leiser gedreht.
„Danke, dass du mich nicht ertränkt hast,“ meinte Leo dann, um den plötzlich etwas unbehaglich werdenden Augenblick zu überspielen. „Warum bist du eigentlich so verdammt stark?“
Branko ließ sich rückwärts ins Wasser sinken. „Weil ich kein kleines Püppchen bin wie Olli oder Sophie,“ sagte er dann.
„Gut, dass du es sagst. Das ist mir noch überhaupt nicht aufgefallen,“ rief Leo und schlug sich vor die Stirn.
„Blödmann,“ meinte Branko, musste aber etwas grinsen.


„Ach lass mich das mal machen,“ meinte Leo, als er Branko die Sonnencreme abnahm, um ihm dabei zu helfen sich den Rücken einzucremen. „Das kann ja niemand mitansehen.“
Großflächig verteilte er die Sonnencreme auf Brankos breitem Rücken. Er merkte, dass Olli ihn über den Rand ihrer Sonnenbrille und an ihrem Buch vorbei dabei beobachtete. Ihr Blick sagte zu hundert Prozent ‚Ich weiß genau, was du da tust.‘ Aber Leo ignorierte sie.
„Du nicht?“ fragte Branko mit einem Nicken auf die Tube, als Leo fertig war.
Er sah an sich hinab. „Eigentlich bin ich ganz gut vorgebräunt, aber schadet sicher nicht,“ sagte er dann und reichte sie Branko.
„Es ist ja schon ein bisschen sexy, wie ihr euch da gegenseitig einreibt,“ meinte Olli und kaute auf dem Bügel ihrer Sonnenbrille herum. Brankos Hände waren grade zu Leos unterem Rücken gewandert, genau da wo er besonders empfindlich war.
„Stimmt. Der Kampf gegen Hautkrebs kann schon erotisch sein,“ lachte Leo und fläzte sich nun auf sein Handtuch. Wobei er es schon noch gerne ein bisschen länger Brankos Hände an seinem Rücken gespürt hätte.
„Ich habe ihm nur den Rücken eingecremt,“ meinte Branko dann defensiv.
„Aber so vorsichtig, als hättest du noch nie einen anderen Mann angefasst,“ kicherte Olli.
„Mich hat er noch nie so berührt,“ grinste Leo und betonte das ‚mich‘ dabei sehr stark. „Vielleicht bringt ihn ja das aus dem Konzept.“
„Sei mal nicht so selbstverliebt,“ brummte Branko und legte sich jetzt ebenfalls hin.
Olli schaute sie beide an. „Es hätte auch der Anfang von einem Porno sein können,“ lachte sie dann. „Vorsichtige erste Brührungen und dann…“
„Was für Wahnvorstellungen hast du denn?“ fragte Branko jetzt extrem ungehalten. „Wenn er dir den Rücken eingecremt hätte, dann hätte ich euch auch nichts unterstellt und schließlich war Leo ja mal nicht ganz abgetan von dir.“
Leos und Ollis Blick trafen sich eine Sekunde.
„Reg dich ab Branko. Ich glaub sie wollte uns einfach nur sagen was für hübsche Burschen wir beide sind und sie insgeheim auf schwule Pornos abfährt,“ lachte Leo dann.
„Genau das wollte ich damit sagen,“ meinte Olli und verdrehte die Augen. Dann vergrub sie sich wieder in ihrem Buch.

Re: Bauchgefühle

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