Als ob!

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Zuri
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Als ob!

Beitragvon Zuri » 03 Mär 2018, 18:41

Hatte er das gerade wirklich gesagt? Damit hätter er absolut nicht gerechnet. Hieß das etwa...? Quatsch! Bestimmt nicht.

"Hey, Jannis."
"Ced"
"Was geht?"
"Joa, passt."
"Äh, wegen heute Abend..."
"Ja...?"
"Ich kann da nicht, sorry."

Ein Moment der Stille entsteht. Dann fährt Ced, der die Stille als Aufforderung, sich erklären zu müssen, wertet, fort.

"Kai hat mich auf seine Party eingeladen. Ich hab dir ja gesagt, dass er das machen könnte. Und du weißt, dass das was ist, was ich kaum abschlagen kann. Sorry. Tut mir leid für dich, Kumpel."
"Darüber wollte ich auch mit dir reden. Ich hab heute auch keine Zeit."

Jannis strahlte über sein gesamtes Gesicht.

"Oh, okay..." war Ceds verduzte Reaktion. "Was? Hast du'n Date oder so? Die aus der Para hat dich doch nicht mal mit'm Arsch angeguckt."
"Nee... Kai hat mich auch eingeladen. Ich werde auch heute auf der Party sein."

Ced stand der Mund offen. Damit hatte er nicht gerechnet. Jannis war alles andere als beliebt in der Schule und auf Kais Partys wurden eigentlich nur die Coolen eingeladen. Ced konnte eigentlich von Glück sagen, dass er eingeladen worden war. Seitdem er mit Jannis abhing, hatte das seinen Ruf eindeutig um einiges geschmälert. Eigentlich störte ihn das nicht, aber die Partys bei Kai waren immer der Hammer; wenn nicht zu sagen: legendär.
Eigentlich wurden Außenseiter wie Jannis nur eingeladen, wenn man sie bloßstellen wollte. Manchmal, wenn Kai und seinen Freunden auf der Party langweilig wurde, veranstalteten sie eine Art Initiationsritus mit den Außenseitern, bei dem man aber nur verlieren konnte und am nächsten Tag in der Schule völlig blamiert war.

Bevor er sich über diese überraschende Eröffnung weiter den Kopf zerbrechen konnte, holte ihn die Stimme seines Kumpels, der Ceds Geistesabwesenheit nicht einmal bemerkt hatte, da er viel zu aufgeregt war, in die Realität zurück.

"Gibt's bei Kai 'n Dress Code? Muss man was mitbringen?"
"Zieh dich bloß leger an. Auf keinen Fall ein Hemd oder so'n Scheiß! Hast du'n Hoddie? Ripped Jeans? Ich hol dich ab. Zur Not bekommst du was von mir. Ich war ja schon häufiger da. Du darfst mich auf gar keinen Fall blamieren. Hörst du? Wir bringen einfach 'n bisschen Alk mit. Ich besorg 'n Sixer. Kommt immer gut. Da kann man nichts falsch machen."
"Okay, cool. Danke."

Jannis konnte sein Glück kaum fassen. Er hoffte inständig, er würde das alles behalten und alles richtig machen.

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(Nicht) cool genug? Als ob!
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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 04 Mär 2018, 17:33

So, und nun Teil zwei zu dieser Kurzgeschichte:


Er war mega aufgeregt. Kai, einer der coolsten Leute der Schule hatte ihn zu einer Party eingeladen. Er konnte es kaum fassen. Die anderen würden Augen machen! Wie würde das sein? Auf vielen Partys war er bisher noch nicht gewesen. Hoffentlich verhielt er sich nicht irgendwie komisch. Wobei: Das tat er jeden Tag in der Schule bzw. andere zeigten ihm deutlich, dass er anders war als die anderen — ein Außenseiter. Das löste ein flaues Gefühl in seiner Magengegend aus.

Doch jetzt standen sie hier vor Kais Tür. Jetzt gab es kein Zurück mehr. Ablehnen wäre laut Ced eh nicht gewesen. Also: Augen zu und durch. Und das Beste geben.

Kai öffnete ihnen.

„Hi.“

Er blickte auf den Sechserträger in Ceds Hand.

„Läuft. Könnt den Alk in die Küche stellen. Weißt ja, wo die ist, Ced.“

Er gab Ced die Hand und zog ihn dann zu einer flüchtigen Umarmung kurz gegen die Schulter. Jannis klopfte er auf die Schulter und schob ihn in der Bewegung, wie um ihm Starthilfe zu geben, etwas in den Raum hinein, um die Tür hinter ihnen schließen zu können. Dann eilte Kai wieder zu seinen Gästen zurück und rief den beiden im Vorbeigehen zu: „Amüsiert euch!“.

„Okay, viel Spaß“, meinte Ced, „und pass ein bisschen auf, ja?“, klopfte Jannis ebenfalls auf die Schulter und entfernte sich dann rasch. So hatte sich Jannis das nicht vorgestellt. Jetzt war er ganz allein hier. Sein Unwohlsein wurde schlimmer. Er hatte gehofft, dass sein Kumpel ihm die Leute vorstellen würde, dass er ihm zeigen würde, wie man sich am besten verhielt. Aber offenbar zog es Ced vor, nicht allzu viel mit ihm gesehen zu werden.

Eigentlich alles wie in der Schule. Das sollte er gewohnt sein. Was konnte da schon passieren? Er hatte es ja bisher auch immer überlebt. Und er war hier. Er war eingeladen worden. Er war auf dieser Party. Nun sollte er einfach das Beste daraus machen.

Also schritt er angespannt und auf der Hut den Flur entlang auf das Wohnzimmer zu, von woher die Musik kam. Im Türrahmen verharrte er kurz. Sag jetzt bloß nicht ‚Hi‘! Das macht keiner., sagte er in Gedanken zu sich selbst und versuchte, sich innerhalb von Sekunden einen Überblick über die Situation zu verschaffen, in die er sich gleich begab. Bleib bloß nicht zu lange stehen, sonst denken die, du bist komisch. Einfach machen, was alle machen.

Somit schritt er weiter durch das Wohnzimmer an dessen Ende sich ein Tresen befand und dahinter eine Mischung aus rudimentärer Küche und Bar. Schauten ihn gerade alle an? Oder bildete er sich das nur ein? Einfach cool wirken und nichts anmerken lassen. Am Ziel angelangt, stellte er fest, dass sich langsam Schweiß unter seinen Achseln ausbreitete. Na toll! Auch das noch. Aber wahrscheinlich würde das bei dem Licht eh keiner bemerken. Schließlich zog er sich ein Bier aus dem Sechserträger, drehte sich wieder in den Raum, öffnete sein Bier mit einem herumliegenden Flaschenöffner und lehnte sich mit dem Rücken zum Tresen.

Was nun? Er ließ den Blick wie beiläufig schweifen, da er zum einen hoffte, so am wenigsten aufzufallen und zum anderen annahm, andere würden das auch so machen. Viele waren dabei, sich zu unterhalten; einige lachten. Auf dem Sofa küssten sich zwei junge Frauen. Einige zogen an der Shisha, die auf dem Tisch stand. Wenige tanzten auch in der freigeräumten Ecke, die man mit Mühe für eine Tanzfläche halten konnte. Wie sollte er sich in all das am besten einfügen?

„Was geht? Hast du Spaß?“

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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 06 Mär 2018, 08:47

Wir erreichen den ersten Höhepunkt der Geschichte:


Jannis drehte sich um. Es war Kai.

„Joa, joa“, entgegnete Jannis und versuchte, gelassen zu klingen.
„Gehen wir ein Stück?“, fragte der Gastgeber und setzte sich in Bewegung.

Kai ging durch die halboffene Terrassentür hinaus hinaus in den Garten, wo noch mehr Gäste verteilt in Gruppen standen. Hier war es ruhiger als drinnen und die Gruppen waren weiter verstreut.

„Erzähl mal ein bisschen was über dich“, forderte Kai ihn auf. „Ich will wissen, wer so auf meiner Party ist.“
„Ähm...“ Er hasste es, auf Kommando von sich erzählen zu müssen, zumal die meisten seiner Hobbys uncool waren. „Ich… gehe gerne bouldern und spiele Gitarre.“
„Cool, Gitarre. Akustik oder E? Ich hab 'ne E-Gitarre im Keller.“
„Akustisch.“ Wahrscheinlich gleich ein Minuspunkt.
„Auch cool.“ Kai überlegte kurz. „Bouldern ist doch sowas wie Bergsteigen?“
„Ja, so ähnlich. Klettern ohne Sicherung.“
„Oh… okay. Krass.“

Sie kamen in einem von Büschen umgebenen Bereich des Gartens. Vor ihnen lag eine Steinbrücke über einen ebenfalls mit Buschwerk umsäumten Teich.

Das mulmige Gefühl kehrte zurück. Hatte Ced ihm nicht gesagt, er solle aufpassen? Jetzt war er allein mit Kai. Konnte das etwas gutes bedeuten? Er hatte das Gefühl, Kai hatte diese Stelle nicht ohne Grund gewählt und war bewusst hierhin gelaufen. Aber was sollte Kai ihm schon tun wollen? Andererseits war es schon ein Wunder, dass Kai ihn überhaupt eingeladen hatte. Das wurde immer seltsamer. Oder interpretierte er da ge'ner Braut oder wie auch immer Ced das nannte, 'n Kondom benutzen.

Kai hatte sich mit dem Oberkörper über die Brücke gelehnt und schaute auf den Teich. Jannis stellte sich daneben und wartete, bis Kai das Gespräch wieder aufnahm. Zugegeben, Kai war nicht nur einer der coolsten Jungs der Schule. Die Mädchen hatten recht: Auch wenn er meistens in der Öffentlichkeit sehr draufgängerisch war, wirkte er doch charmant und sah — keine Frage — verdammt gut aus. Das Mädchen, das sich Kai angelte, hatte definitiv jemanden, mit dem sie ihre Freundinnen neidisch machen konnte. Seine braunen Augen strahlten Stärke und Anführertum aus, aber wie er auf den Teich schaute, wirkte er sanft. Das war der andere Grund gewesen, warum er so aufgeregt gewesen war: Kai war heiß, aber sicher hetero. Er hatte gelernt, solche Gedanken meist zu unterdrücken, um sich vor Enttäuschungen zu schützen. Die Chance, dass das Objekt der Begierde hetero war, war halt höher, als dass es schwul war. Das war einfach wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen.

„Meine kleine Schwester glaubt, dass darin die Herrin des Sees lebt, seitdem sie den Artuszeichentrickfilm gesehen hat“, meinte Kai auf einmal, deutete auf den See und lachte. Ein Lachen, das Jannis selten bei ihm gesehen hatte. Es war als würde Kai etwas ungeheuer privates mit ihm teilen. „Hätte sie sich nicht Arielle aussuchen können? Darauf fahren doch Mädchen ihres Alters ab, oder?“

War er betrunken oder warum erzählte er ihm das? Es klang ein bisschen so, als könne er nur durch die Blume zugeben, dass er seine Schwester sehr gern hatte, um seine Coolness nicht zu gefährden.

Dann drehte Kai den Kopf. Und schaute Jannis in die Augen. Tief in die Augen. Einen Moment lang war Jannis wie erstarrt. Kurz verwirrte das Kai, dann schien er zu verstehen und ein warmherziges Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Das flaue Gefühl wurde zu einem Kribbeln, was elektrisierend hoch bis zu seiner Kopfhaut stieg. Wie Wasserblasen im Wasserkocher, die nach oben steigen oder Ahoi!-Brause. Aber das traf es bei weitem nicht. Konnte das sein? Konnte das wirklich sein? Hatte Kai Interesse an ihm? Oder bildete er sich das nur ein? Bestimmt! Er wusste, dass es unwahrscheinlich war.



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Re: Als ob!

Beitragvon priZem » 06 Mär 2018, 21:42

Hey Zuri
Bisher echt ne super Geschichte. Schaue deswegen sogar fast schon wieder täglich vorbei.

Bin schonmal sehr gespannt auf den nächsten Teil. Also schnell weiter. :D
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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 06 Mär 2018, 21:45

Hey priZem,

freut mich sehr, dass es dir gefällt und dich fesselt, auch wenn es gerade erst losgeht.

Ich schreibe gerade am nächsten Kapitel, also keine Angst ;-)

Cool, dass du Herrschaft des Feuers gelesen hast. Definitiv eine meiner Lieblinge hier (Y)

LG Zuri
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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 06 Mär 2018, 23:39

Der eine Satz im vorherigen Kapitel ist der Anfang von einem und das Ende von einem anderen während das Stück dazwischen irgendwie verloren gegangen ist. Hier noch einmal beide Sätze in voller Länge: "Oder interpretierte er da gerade einfach zu viel in die Worte seines Kumpels hinein? Wahrscheinlich hatte Ced nur gemeint, er solle nicht so viel trinken und beim Sex mit 'ner Braut oder wie auch immer Ced das nannte, 'n Kondom benutzen."

Es folgt ein kurzes, aber hoffentlich ein intensives Kapitel, welches den Grundstein für die eine Hälfte der Handlung legt ;-)

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Kais Gesicht näherte sich seinem. Tat es das wirklich? Träumte er? Er konnte sich ja jetzt schlecht kneifen. Sein Gegenüber hatte mittlerweile die Augen geschlossen und den Mund leicht geöffnet, während sich sein Kopf auf Jannis zubewegte. Also ergriff Jannis die Chance und kniff sich in den Handrücken. Überzeugt schloss er ebenfalls die Augen und bewegte sich seinerseits auf den anderen Jungen zu.

Er bildete es sich nicht ein. Sein Traum wurde gerade Wirklichkeit! Das war das erste Mal, dass er einen Jungen küsste. Davor hatte er immer Angst gehabt, sich verdächtig zu machen. Wie alle Uncoolen an der Schule war auch er schon mal aus Spaß als schwul beleidigt worden. Aber jetzt war ihm das egal. Er hatte die Chance bekommen und wie Ced schon gesagt hatte: Nicht annehmen is nicht. Und er wollte diese Chance ergreifen. Das war das erste Mal, dass ein überhaupt Junge offen zeigte, dass er sich für ihn interessierte. Er wäre ein Narr, wenn er die Chance jetzt nicht nutze.

Nur noch Millimeter trennten die Lippen der beiden voneinander. Gleich war es soweit. Wie musste sich das anfühlen?

Plötzlich knackten Zweige hinter ihnen. Kai riss die Augen auf und schreckte zurück. Wie ein gehetztes Tier drehte er sich um und versuchte, etwas zwischen den Büschen zu erkennen. Ihm wurde bewusst, wie auffällig er sich verhielt und versuchte sich zu beruhigen. Ohne etwas zu sagen, schritt er auf den Durchgang zwischen den Büschen zu. Als er kurz davor war, diese zu passieren, wandte er sich noch einmal um.

„Schön, dass du gekommen bist.“ Er versuchte beherrscht und unnahbar zu klingen, doch es gelang ihm nicht. Dann ging er.


Jannis blieb allein zurück. Fragen schwirrten in seinem Kopf, dass ihm fast schwindlig wurde.Sein Kopf drehte sich und er konnte keinen klaren Gedanken fassen. Nur ein Wort schrieb stumm aus ihm heraus: „Warum!?“

Er starrte auf den Teich. Hatte Kais Verabschiedung sanft geklungen? Schließlich wurde ihm kalt und weiter hier zu verharren machte ihn wahnsinnig. Also machte auch er sich auf den Rückweg.
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Re: Als ob!

Beitragvon nobodyfrm » 07 Mär 2018, 01:48

Super schöne Geschichte. Warum Kai das getan hat, würde ich auch gerne wissen. Hat er Interesse an Jannis? Wie wird er sich ihm gegenüber zukünftig verhalten. Ignoriert er das Geschehene oder baut er es weiter aus? Wie werden die anderen reagieren, wenn sie davon mitbekommen?

Ich bin gespannt und freue mich schon auf den nächsten Teil.

LG nobody

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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 07 Mär 2018, 08:51

Freut mich, dass ich schon zwei Leser zu Kommentaren und Überlegungen bewegen konnte. Eine deiner Fragen wird im nächsten Teil beantwortet, bei den anderen müsst ihr auch noch etwas gedulden ;-)
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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 08 Mär 2018, 00:33

Jetzt hab ich das letzte Als ob! vergessen. Warum auch immer...

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(K)eine Chance? Als ob!

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Als er ein paar Schritte gegangen war, wurden seine Gedanken klarer.Hatte Kai nur Angst, nicht geoutet zu werden? Oder war er unsicher gewesen und hatte das als Chance genutzt, um zu entkommen? Warum fing er denn erst etwas an und ließ ihn dann einfach so stehen? Ihm zog sich der Magen zusammen. Das war wirklich nicht fair! Was hatte er falsch gemacht? Vielleicht musste er sich verändern, um cooler zu werden...

Vielleicht sollte er morgen einfach mal mit Kai reden; ihn vielleicht nach seiner Nummer fragen. Dann konnten sie ungestört schreiben und klären, was genau das am Teich gewesen war. Dann würde sie sicher keiner stören.

Er betrat das Wohnzimmer. Aber was sollte er jetzt tun? Vielleicht sollte er nun nach Hause gehen. Dann hatte Kai erst einmal bis morgen Zeit, darüber nachzudenken. Er wollte ihn jetzt auch nicht unter Druck setzen und womöglich das zunichte machen, was gerade eben erst am Aufkeimen gewesen war. So war es sicherlich das Beste für sie beide. Er fühlte sich nun entspannt.
Da erblickte er Kai. Sein gerade wiedergewonnenes Lächeln verwandelte sich in ein Gesicht voller Entsetzen. Kai sah ihn nicht. Aber dieser hatte offenbar gerade auch kein Interesse an ihm. Er saß auf der Couch, auf seinem Schoß ein Mädchen und beide waren intensiv miteinander beschäftigt. Sie hatten im Moment nur Augen für sich und konnten die Hände kaum voneinander lassen. Schließlich stand Kai auf, nahm ihre Hand und führte sie in einen angrenzenden Raum, welcher wohl sein Schlafzimmer sein musste.

Das war unmissverständlich. Die Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag und er spürte ein Stechen in der Brust. Jetzt bloß nicht irgendwie auffallen. Er lief durch den Raum, nahm seine Jacke und verließ die Party.


Also war doch alles nur Show gewesen. Er wischte sich die Nase und schniefte. Als er eine Brücke überquerte, spürte er, dass ihm übel wurde. Okay, er hatte vor Aufregung heute Mittag kaum etwas gegessen, aber er vermutete, dass es weniger daran lag als viel mehr an seinen Gefühlen, wegen derer sein Magen schon den ganzen Abend verrückt spielte. Auch wenn ihm das in der Öffentlichkeit peinlich war, er konnte es nicht mehr aufhalten, drehte sich nach rechts und übergab sich in den Fluss. Aus Reflex wischte er sich mit dem Ärmel seiner Jacke über den Mund. Und bereute es sofort.

Er kam sich so verdammt benutzt vor. Vielleicht hatte Ced von Anfang an Recht gehabt und das Ganze war nur ein abgekartetes Spiel gewesen. Aber er hätte ja nicht einfach absagen können, oder? Dann hätte er sich bei Kai und seinen Freunden unbeliebt gemacht. Sie hätten ihm dann Hochmut zugeschrieben und gesagt, er könne sich den nicht leisten in seiner Position. Und sie hätten wieder einen Grund gehabt, ihn zu mobben. Arrogante Leute mögen sie nicht, hätten sie gesagt. Aber hätte er überhaupt tiefer sinken können? Erlebte er das nicht sowieso jeden Tag? Hatte er es nicht bis jetzt immer irgendwie überstanden?
Wobei: Vielleicht hätte es wirklich schlimmer werden können. Kai hatte am Teich sicherlich vermutet, dass sie beobachtet wurden. Hatte er vielleicht davon gewusst und seine Reaktion nur vorgespielt? Möglicherweise wussten morgen in der Schule alle Bescheid. Wenn im Gebüsch wirklich jemand gewesen war, vielleicht hatte man sie fotografiert? Er wagte sich das Szenario nicht weiter vorzustellen. Spätestens morgen wusste er, wie viel von seinem Leben noch übrig war. Er hoffte inständig, der Schaden möge sich in Grenzen halten.

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Verlierer? Als ob!

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Re: Als ob!

Beitragvon Simson » 10 Mär 2018, 19:03

Das Ende dieses Kapitels lässt böses ahnen :-?
Aber das "als ob" lässt mich noch hoffen, dass alles gut wird.
"Sei wie du bist ! Irgendwann kommt es sowieso raus." E.v. Hirschhausen

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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 10 Mär 2018, 20:54

So, ihr musstet lange warten, doch nun wartet auf euch ein neuer Teil. Ich dachte, ich hätte erst vier, aber na ja^^

@Simson: Danke für deinen Kommentar. Freut mich immer, wenn Leser antworten. Dann weiß ich, dass ihr auch echte Menschen seid und nicht nur eine Aufrufzahl, die immer weiter hochgeht. Und zu deiner Vermutung gleich mehr nach dem Kapitel ;-)

Für die, die sich gewundert haben, dass ich mitten in der Woche aufgehört und erst jetzt weiter veröffentlicht habe: Einen Teil pro Tag zu schreiben ist nur unter Zeitdruck möglich und geht nicht immer wirklich gut. Nichtsdestortrotz wird es weiterhin regelmäßig Teile geben.

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Als ob!
PART 6

Sein Handy vibrierte in seiner Hosentasche. Er überlegte, ob er nachsehen sollte, wer was geschrieben hatte. Vielleicht zerrissen sie sich gerade das Maul über ihn. Schließlich überwand sich Jannis und gab seine PIN ein.

„Was noch n geiler Abend“, schrieb jemand.
„Kai hat sich da noch ne geile Schnecke geangelt“, kommentierte jemand anderes.

Jannis wollte gerade das Handy ausmachen, da erschien eine neue Nachricht, die seine Aufmerksamkeit wieder völlig in Beschlag nahm.

„Leute! Kai ist im Krankenhaus.“, informierte sie ein Mädchen aus Jannis‘ Klasse.
„omg“
„Why? :O“
„Er ist offenbar von einem Dach gefallen. Keine Ahnung, wie er da hingekommen ist. Wisst ihr da was?“
„Nope“
„Nee, war auch etwas früher weg.“
„Jedenfalls war er nicht ansprechbar und der Notarzt konnte nichts genaues sagen. Seine Freundin wartet gerade, bis die Ärzte aus dem OP kommen. Sie hat eine Gruppe für alle erstellt, die Updates zu seinem Zustand haben wollen. Ich poste eben den Einladungslink hier rein.“
„Kai hat ne Freundin“, wunderte sich anderer Mitschüler.
„Seit gestern Abend. Die mit der er rumgemacht hat. Offenbar ausnahmsweise mal was Festes. Hat mich auch überrascht.“
„Hört! Hört!“
„Vielleicht hat sie ihn gezähmt — wer weiß...“

Jannis hörte auf zu lesen. Es kam ihm so vor, als wüssten alle bescheid und wollten den Finger in die offene Wunde drücken, aber er wusste, dass das lächerlich war. Wusste Kai, was sie über ihn dachten? Interessierte ihn das überhaupt?

Die Frage war hier wohl gerade eher, wie es ihm ging. Hoffentlich wurde er wieder. Hatte er etwa vom Dach springen wollen? Warum? Doch nicht etwa seinetwegen. Aber warum sollte er? Er war hetero; das hatte er gestern Abend mehr als deutlich gemacht. Jannis sollte ihn sich aus dem Kopf schlagen. Er hatte eh keine Chance und zermarterte sich sinnlos das Hirn. Und trotz allem machte er sich gerade schreckliche Sorgen um Kai. Das ließ sich einfach nicht abstellen. All die Demütigung war gerade völlig gleichgültig.

Wenn er nur etwas tun konnte, um zu helfen… Er blickte auf den Link, der gerade in der Klassengruppe gepostet worden war.

Das Mädchen, das jetzt offenbar mit Kai zusammen war, hatte ein Bild gepostet. Darauf war ein Photo von Kai mit der Bildunterschrift: „Kai, wir wünschen dir alle ganz viel Kraft. Komm bitte schnell wieder auf die Beine.“

„Das bring ich ihm heute mit ins Krankenhaus“, verkündete sie.

Man sah dem Bild an, dass es mit Paint gemacht war und ihre Stärken lagen eindeutig woanders als in der Bildbearbeitung, aber was zählte, war ja ihre Intention.

„Schon 120 Likes auf das Bild bei Facebook“, staunte sie.
„Ich hab jetzt endlich mitbekommen, was mit Kai ist: Er liegt im Koma, aber seine Eltern konnten schon zu ihm. Vielleicht kann ich gleich mit denen sprechen.“, erklärte sie einen Moment später.

Jannis legte das Handy beiseite und atmete tief durch. Es war gerade so wie nach einem spannenden Film in die Realität zurückzukehren. Nur dass diesmal an der Situation ganz und gar nichts unterhaltsam oder schön war. Damit hatte er gestern Abend wirklich am wenigsten gerechnet. Jetzt war Kai Mittelpunkt der Gespräche und nicht er. Alles wie immer. Fast. Er hatte sich umsonst um sich Sorgen gemacht. Jetzt war es Kai, um den er sich Sorgen machte. Vielleicht wäre das alles nicht passiert, wenn er dageblieben wäre und auf Kai aufgepasst hätte. Das wäre für Jannis nicht so angenehm gewesen, aber das wäre schon irgendwie gegangen, dachte er sich. Für Kai hätte er das getan. Aber er wusste, dass das jetzt keine Rolle mehr spielte.

Das Handy vibrierte erneut. Kais Freundin hatte wieder geschrieben. Was für eine Ironie, dass er auf die Informationen seiner Konkurrentin angewiesen war. Wobei: Damit er ein Konkurrent sein konnte, hätte er bei Kai eine Chance haben müssen. Und wie bei Magneten stießen sich gleiche Pole nun eben ab.

„Seine Eltern sind einverstanden“, brachte sie die anderen auf den neusten Stand, „ich darf jetzt zu ihm rein und wenn ihr euch in der Gruppe anmeldet, kann ich euch in eine Besucherliste eintragen. Dann können ein paar von euch morgen zu ihm. Besuchszeit ist von 15 bis 17:30.“

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Schlimmer geht (n)immer? Als ob!

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Tut mir leid, dass ich euch gerade in den ersten Kapiteln so quäle, aber ich verspreche, es folgen ein paar seichtere Kapitel und Kai wird erst einmal nichts passieren. Er wird nur daliegen und drumherum wird einiges passieren...
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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 14 Mär 2018, 22:38

So, nach diesen ereignisreichen und zugegebenermaßen immer schlimmer werdenden Teilen, nun einen etwas ruhigeren.

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Als ob!
PART 7

Die Fahrstuhltüren öffneten sich und er gab sich einen Ruck. Erstaunlich, dass so viele auf einmal etwas total wichtiges zu tun gehabt hatten. Selbst wenn er schon etwas vorgehabt hätte, hätte er für Kai alles stehen und liegen lassen. Okay, zugegeben: Die anderen standen auch nicht auf Kai. Das wäre auch für Jannis besser gewesen, dachte er sich. Wenigstens erhoffte er sich jetzt nichts mehr. Aber wenn er helfen und für ihn da sein konnte, war er das.

Als er um die Ecke kam, sah er durch ein Fenster, dass im Zimmer bereits drei Leute aus seiner Schule um Kais Bett standen. Er beschloss zu warten. Gerade war ihm nicht danach, Kai mit den anderen zu teilen. Und er musste gar nicht lange warten. Die drei schienen schnell das Interesse an einem Komapatienten zu verlieren und beschlossen offensichtlich, gemeinsam aufregendere Dinge zu tun.

Kai lag einfach nur da, als Jannis eintrat. Natürlich regte er sich nicht. Er hatte auf der einen Körperseite diverse Kratzer und Schürfwunden, aber auf dem ersten Blick sah alles so aus, als sei in ein paar Tagen alles wieder okay. Sein Gesichtsausdruck nicht neutral aus. Nichts deutete auf einen Sturz aus großer Höhe hin. Allerdings trug er gerade weder die Maske der Coolness, die er sonst jeden Tag trug, noch hatte er sie völlig fallen lassen, wie in dem Moment am Teich. Er lag einfach so da. Niemand würde ihn in dem Zustand einen Vorwurf machen, unangenehme Fragen stellen oder ihn zu etwas drängen wollen.

Er wünschte sich so sehr, dass es Kai wieder besser ging. Es war schon erstaunlich: So nah er auch bei ihm war; Kai schien Kilometer weit entfernt. Absolut nichts konnte er tun, um ihm zu helfen. Vielleicht sollte er das einfach als Chance sehen: Nun konnte er Zeit mit Kai verbringen; einfach bei ihm und für ihn da sein. Es war nicht einmal sicher, ob Kai das zulassen hätte. Aber schließlich war Kai ihm auch noch ein paar Antworten schuldig. Und dafür musste er wieder auf die Beine kommen.Auch wenn Kai dann nie wieder mit ihm reden würde, wüsste er zu gern, was das da am Teich gewesen war.

Die Zimmertür öffnete sich und Jannis drehte den Kopf. Es war ein Arzt.

„Muss ich rausgehen oder so“, fragte Jannis, der sich ein bisschen ertappt vorkam, obwohl er nur gedankenverloren herumstand.
„Nein, nein. Ich bin gleich wieder weg. Aber statt Telepathie versuch es mal mit Reden. Er hört wahrscheinlich und freut sich bestimmt, die Stimme einer seiner Freunde zu hören. Jedenfalls ist das der aktuelle Stand der Forschung, welcher sich mit Berichten von ehemaligen Komapatienten deckt.“
„Doktor? Können Sie was zu seinem Zustand sagen? Ich meine, dürfen Sie?“
„Ich darf. Seine Eltern meinen, seine Freunde sollen das wissen dürfen.“, erklärte der Mediziner „Der junge Mann hat schwere Schäden durch den Sturz erlitten. Zehn Meter können durchaus tödlich sein. Er kann von Glück sagen, dass er noch hier ist. Direkt nach der OP ist er ins Koma gefallen. Wir können nun nur darauf hoffen, dass sein Körper sich allein regenerieren kann. Mehr können wir im Moment nicht für ihn tun.“
„Wird er denn wieder gesund? Also ist das wahrscheinlich?“ Jannis hatte Angst, vor der Antwort.
„Das kann man nicht mit Gewissheit sagen. Er hatte schon mal Glück, dass er den Sturz überlebt hat. Ob er noch einmal Glück haben wird, weiß ich nicht. Aber gut, dass ihr ihn alle besucht. Während der Patient im Koma liegt, sind äußere Reize enorm wichtig für die Genesung.
So, jetzt werde ich aber im OP gebraucht. Der Blinddarm wartet nicht. Wenn du Fragen hast oder dergleichen, geh ruhig ins Schwesternzimmer. Die beißen nicht, sind alle ganz nett und geben dir auch sonst meine Karte.“
Er gab Jannis die Hand — Er hatte einen starken Händedruck —, drehte sich auf dem Absatz um und verließ das Zimmer.

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Wird alles wieder gut?
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Re: Als ob!

Beitragvon fierybird » 28 Mär 2018, 19:52

Hey Zuri :D
Ich finde den Anfang deiner Geschichte wirklich gut :)
Ich hoffe mal, dass Kai bald wieder aufwacht, vielleicht ja in der Anwesenheit von Jannis. Ich befürchte dass wir es noch etwas länger dauert bis wir erfahren was die Ereignisse der Partynacht zu bedeuten haben.
Ich bin auf jeden Fall auf den nächsten Teil gespannt und hoffe dass du bald mal wieder einen neuen Part postest^^
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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 28 Mär 2018, 21:30

Hey fierybird :D

freut mich sehr. Danke für das Lob :)

Die Geschichte ist keinesfalls eingeschlafen, nur sind ereignisreiche Szenen einfacher zu schreiben, als ruhigere mit mehr Details und so stagniert die Arbeit an den Kapiteln gerade etwas. Aber keine Sorge, weitere Parts sind in Arbeit ;-)
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Re: Als ob!

Beitragvon Cyberfox » 30 Mär 2018, 15:11

Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist, ihn im Krankenhaus zu besuchen. Nachdem was ich bisher so gelesen und vor allem so aufgefasst habe, kennen sich die beiden doch kaum. Wird sich wohl zeigen, wie er dann reagiert, wenn er aufwacht. Vorausgesetzt er erfährt von diesen Besuch. Ich halte es auch für eine schlechte Idee, wegen dieser seltsamen Situation am Wasser.

Und was sagen die anderen zu seinen Besuchen? Man wird es wohl noch sehen.

Die größte Frage, die sich mir stellt, ist der Sturz an sich. Wieso springt der überhaupt darunter? Bislang hatte ich von ihn nicht das Gefühl, dass er suizidale Gedanken pflegt. Unfall? Möglich. Absicht mit Fremdeinwirkung und somit ein Versuch, ihn aus dem Weg zu räumen? Halte ich für denkbar. Doch dafür sind noch zu wenig Informationen vorhanden.

Re: Als ob!

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