Als ob!

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Jones13
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Re: Als ob!

Beitragvon Jones13 » 16 Mai 2018, 23:29

:D Oh doch, ein Anhang wäre echt noch cool :) :) Es haben bestimmt noch andere Fragen :) hehe :D

LG Jones :)

Re: Als ob!

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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 17 Mai 2018, 02:10

Na gut, meinetwegen ;)

Die Idee für den Epilog hatte ich bereits vor dem Veröffentlichen der Geschichte, allerdings ohne den Abschnitt mit Emma. nobody ist es zu verdanken, dass ich den auch wirklich eingebaut Handy da ich mir erst unaicher war, ob er als Ergänzung eine gute Idee ist. Das könnt ihr ja auch nun deshalb gleich selbst entscheiden.

Vielleicht ist dadurch das Ende auch weniger schlimm... Eine ganz große Frage beantwortet es auf jeden Fall, aber ich fand es falsch, sie bereits in der Geschichte zu beantworten. Die Geschichte an sich sollte schon eine Tragödie oder ein Drama sein. Und Jannis' Unwissenheit bezüglich Kai war eines der zentralen Elemente. So beschränkte ich mich darauf, das in diversen Kapiteln vage aufzugreifen.

Vielleicht bekommt ihr auch einen anderen Blickwinkel auf Kai, den ich euch in der Geschichtenicht gezeigt habe. Ich fand es für die Geschichte allerdings wichtig, dass Ced derjenige ist, der dem Leser das bestmögliche Bild vermittelt.

Der Abschnitt mit Emma entstand eher spontan während ihres zweiten Auftauchens in der Geschichte (die schmuggelt sich aber absolut überall rein!). Bin mir nicht sicher, ob es jemanden interessiert, wie es mit ihr weitergeht. Bin gespannt, ob ihr eine kleine, versteckte Info im Epilog entdeckt...

LG Zuri

----

Ein allerletztes Mal:

Als ob!
Epilog

Zwei Wochen später

"Niemand sagt dir, wie das ist wenn ein Mensch stirbt, der dir sehr viel bedeutet. Niemand sagt dir, wie du dich verhalten und was du tun sollst, um damit umzugehen und dass es dir dann besser geht. Keiner sagt, was das mit dir machen wird. Das sagen sie dir in der Schule nicht. Du musst das selbst herausfinden und deinen eigenen Weg daraus finden.", hatte Emma gesagt, als sie gestern telefoniert hatten. Sie hatte ihm vom Tod ihres Patenonkels erzählt, der gerade einmal neunzehn Jahre älter als sie und immer ihr Vorbild gewesen war, ganz anders als ihre Eltern zu der Zeit.

Die Reha gefiehl ihr überraschenderweise, doch mit dem Pfleger hatte es nicht geklappt. Sie hatte bei einem Gespräch mit ihm letztendlich herausgefunden, dass er bi war. Er gestand ihr, dass er sie wirklich süß fand und Interesse an ihr gehabt hatte. Aber dann hatte er zweimal einen Jungen im Krankenhaus getroffen, der ihn seitdem nicht mehr losließ. Leider hatte er ihn seit der zweiten Begegnung nicht mehr gesehen. Er verfluchte seine Schüchternheit und dass er den Jungen nicht gleich angesprochenthat, sondern zwei Chancen verstreichen lassen hatte.

"An meiner Schule gab es eine GSA", erklärte Emma, "das heißt glaube ich Gay-Straight-Alliance oder so und ist 'ne Art Club für... nicht nur für Schwule... und auch Lesben... sondern für alle, aber für die Rechte von Schwulen und Lesben. ich war da zwar noch nie.", sie überlegte kurz, "... doch. Einmal - Da war ich mit 'ner Freundin auf 'ner Party von der GSA. Vielleicht gibt es das bei dir. Dann solltest du da mal hingehen."

An diesem Tag erreichte ihn ein Brief.

Der Absender sagte ihm nichts. Er öffnete ihn und las:
"Hallo Jannis,
du wirst dich sicher über meinen Brief und meine Gründe, dir zu schreiben, wundern. Du kennst mich nicht und dich kenne ich nur aus Kais Erzählungen. Und nein, ich bin keiner von den Leuten, die dir eine Million Erbe per E-Mail versprechen, aber das alles möchte ich dir im Brief erklären.
Ich bin Kais Cousine. Wir haben uns immer gut verstanden. Darum hat mich sein Tod ebenfalls schwer getroffen und deshalb kann ich erahnen, wie es dir möglicherweise geht. Wir konnten uns alles sagen; wussten alles voneinander. Du wirst sicherlich Fragen haben. Ich hoffe, ich kann nun einige davon beantworten. Da Kai tot ist, möchte ich dir ein paar Dinge verraten, damit du ihn vielleicht besser verstehen kannst.

Das was am Teich passiert ist - da bist du nicht der erste. Aber der erste, dem ich davon erzählen kann, da Kai das zu Lebzeiten nicht wollte. Er lebte mit der immerwährenden Angst, auf einen Schlag alle seine Freunde zu verlieren. Weißt du, wie oft er zu mir sagte: "Wäre ich geoutet, wäre es sehr wahrscheinlich tausend Mal einfacher, einen Freund zu finden!"

Kurz vor der Party, auf der du bei ihm warst, haben Kai und ich lange telefoniert. Seine Stimme zitterte, als er von dir erzählte. Er hatte schon länger ein Auge auf dich geworfen, sich aber nichts anmerken lassen. Durch die Jahre der Übung, ist er ein ziemlicher Schauspieler geworden. Am Telefon meinte er zu mir: "DIc fühle mich wie ein Esel, dem der Reiter einen Stock mit einer Möhre vorzuhalten, an die man aber trotz Fortbewegung niemals heran kommt. Er ist direkt vor meiner Nase und ich kann ihn nicht haben."

Ich sagte ihm noch, er soll das machen und nicht darauf achten, was die anderen von seinen Freunden denken, damit er glücklich wird. Er hat sich seit er dreizehn ist, damit gequält und mit der Angst gelebt, dass ihn jemand outet. Ich hatte geahnt, dass ich wieder mal genuso gut mit einer Wand hätte reden können und er sich selbst wieder zurück stellen würde. Er zog es vor Freunde um sich zu scharen, die ihn für einen maskulinen, heterosexuellen Proll hielten. Das war sein Schutzwall, aber auch ein Gefängnis. Er konnte sich darin verstecken, kam aber nicht heraus.

Einerseits ist es bedauerlich, dass er nun tot ist und auch diese Chance nicht nutzen konnte, andererseits kenne ich ihn gut genug, um zu wissen, dass er sehr wahrscheinlich auch noch weitere Gelegenheiten hätte verstreichen lassen. Ein Moment der Schwäche und dann schnell zur Sicherheit das Gegenteil tun. Die Beziehungen machten ihn nie glücklich. Sex war für ihn nur notdürftiger Bestandteil der Beziehung. Wie ein Vertragsgegenstand eines von sich selbst erzwungenen Vertrags. Gefühlt hat er dabei nie etwas. Das tut mir leid für ihn. Noch mehr leid aber tun mir die Mädchen, die er dafür ausgenutzt und von denen er sich mit fadenscheinigen Begründungen wieder trennte oder die sich von ihm trennten, wenn aufflog, dass er nichts für sie empfand.
Ein Wunder, dass keine ihn bisher geoutet hat. Da bin ich echt dankbar für.

Wenn du jemanden zum Reden brauchst oder Fragen über ihn hast. Ich wohne ca. 30 km entfernt. Das ist nicht die Welt; ich komm vorbei und wir trinken 'nen Kaffee oder 'ne Cola zusammen*

*PS: Schade, dass du nicht auf der Beerdigung warst. Die war sehr schön gemacht. Seine aktuelle Freundin scheint das alles organisiert zu haben. Sie ist anders als ihre Vorgängerinnen; irgendwie besitzergreifender...
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Re: Als ob!

Beitragvon Jones13 » 17 Mai 2018, 22:46

Yeahh der Anhang ist gekommen :)

Woow, ich hab mir echt fast gedacht, das du Emma nochmal auftauchten lässt. Ich finde, sie hat das auch verdient und ihre trötstenden Worte sind einfach wie immer gut :) Bezüglich den Jungen, den der Pfleger zweimal gesehen hatte, könnte ich mir nur eine Person vorstellen, nämlich Yannis ;) 100 Punkte gewonnen oder 100 Punkte mit Waschmaschine? hehe :D

Wooww das mit dem Brief.. Das ist echt ein guter Einfall gewesen um den Charakter Kai nochmal aufleben zu lassen.
Und vorallem, das ER auch es wollte. Also ging es nicht nur von Jannis aus, sondern beide wollten es.. Es ist echt schön, das
zu wissen :) ( Allein dafür hat es sich schon gelohnt, das du den Anhang postest )

Kai´s Cousine macht das echt richtig toll. Und du hast dein Ziel sehr gut errreicht, ich habe seine andere Seite gesehen. Wahrscheinlich seine schönere Seite und seine echte. Sie beschreibt Kai einfach so wie sich es Jannis bestimmt vorgestellt hat, wenn er ihn besser kennenlernen hätte dürfen.
( Ich hoffe du meinst was ich versuche zu schreiben, sry ist etwas spät :D )

Außerdem find ich es echt toll von ihr, das sie Jannis anbietet mit ihr zu reden, falls er mag. Das hilft ihm vielleicht auch etwas über Kais Tod hinweg zu kommen. Das mit der Beerdigung wusste Jannis leider nicht :/ Ich glaube, ihm hat das echt auch weh getan, sich nicht von seinem Freund verabschieden zu können...

Sehr schöner Abschluss :) Eine Frage hätte ich allerdings noch: Wusstest du schon voher, das die Geschichte kein Happy End wird?
Oder hast du das evt. erst nach einem Kapitel beschlossen?

LG Jones :flag:

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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 18 Mai 2018, 07:30

Dass sie Geschichte kein Happy Ende haben wird, stand bereits zu Anfang fest. Ich hoffe, ihr könnt verstehen, dass ich den Epilog komplett losgelöst von der Geschichte Posten wollte.

Ja, es ist Jannis, aber ich stelle mir nicht vor, dass die beiden zusammenkommen. Dafür war bisher von Jannis' Seite kaum wirkliches Interesse, da Jannis mit Kai beschäftigt war und kaum mit dem Pfleger zu tun hatte. Wenn er über Kais Tod hinweg ist, wird er sich sicherlich irgendwann eine neue Beziehung suchen, aber das könnte praktisch jeder sein...

Kais Cousine sagt ganz klar, dass sie wusste, dass er sich nie ändern würde, da ihm sein mühsam aufgebauter Schutzwall zu wichtig und seine Angst zu groß war. Deshalb hätte das keinen Einfluss auf die Geschichte ohne den Unfall gehabt. Aber ohne den Unfall hätte Kai ihr nicht erlaubt, Jannis davon zu erzählen. Aber hätte Kai seine Gefühle zugelassen hätten wir mit Jannis wahrscheinlich einen ganz anderen Kai erlebt, den wir nur in einem kurzen Moment am Teich flüchtig zu sehen bekamen und den sonst nur seine Cousine kennt. Ich hoffe, man merkt, dass Kais Freunde diesen Charakter nicht in Kai erwarten und selbst Ced ihn nicht so beschreiben würde.

Ja, es war mein Ziel, um die Tragödie "perfekt" zu machen, Jannis' Charakter so anzulegen und die Szene so zu beschreiben, dass ihm die bereits stattgefunden habe Beerdigung einen noch tieferen Schlag versetzt als Kais Tod ohnehin schon. Es freut mich, dass du das auch so heraus gelesen hast. Ich möchte noch einmal dazu sagen, dass ich Kais Tods und Jannis' genauso bedauere wie ihr. Nur habe ich versucht, meine Idee möglichst genau in diese Geschichte zu bekommen. Und wann sind Geschichten am emotionalsten? Wenn Menschen an ihre Grenzen gebracht werden. Dann fallen alle Masken und es bleibt nur noch die echte Person zurück.

Die Waschmaschine stehr hier im Hangar, die kann ich dir leider nicht geben :D Für dich ist halb elf spät? Ich bin froh, dass ich damit keine Probleme habe. Sonst sähen alle Kapitel so aus wie das vorletzte :D

LG Zuri
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Re: Als ob!

Beitragvon Jones13 » 19 Mai 2018, 23:57

Hey Zuri :)

Ahh okay. Jap das kann ich sehr gut verstehen, das der Epilog nicht mit der Geschichte zsm gepostet wurde, also natürlich erst am Ende der Geschichte.

Yes gewonnen :d Also hundert Punkte mit der Waschmaschine im Hangar ;) Vollkommen verständlich, an Jannis Stelle hätte ich auch kein Interesse an andere Jungs gehabt, wäre auch etwas komisch gewesen :D

Ein anderen Kai der seine Gefühle nicht versteckt wäre echt schön gewesen, aber der Kai hat mir auch gefallen. Jedenfalls hat man Kai ja durch Ced als einen harten Jungen kennengelernt, der ein Frauenheld und Versteher ist.

Allerdings, ist dir gelungen, sogar sehr.

Joaa kurz vor elf geht eigentlich noch, aber an dem Tag war ich mega müde :D

LG Jones :)

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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 20 Mai 2018, 05:31

@Jones ja, okay, das ist natürlich legitim :)

Vielen Dank an alle Leser für das Lesen der Geschichte und das Mitleiden mit Jannis
Vielen Dank an alle Kommentatoren für euer Feedback und eure Überlegungen zur Geschichte
Vielen lieben Dank auch noch einmal an nobody für Tippen und Editieren

Hab ich noch jemanden vergessen?

War schön, die Geschichte mit euch teilen zu können und hat Spaß gemacht, sie zu schreiben und zu entwickeln. Vielleicht liest man sich ja mal bei einer anderen Geschichte wieder ;)
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Re: Als ob! # 1-7

Beitragvon ArokhsSohn » 03 Jun 2018, 00:44

Als ob…

…ich diese Geschichte unkommentiert lassen würde ^^

Vorab: Leute, ich hänge wie immer hinterher, möchte aber Zuri gern einige Gedanken zur Geschichte dalassen. Wen es nicht interessiert, einfach ignorieren ;-)


Hey Zuri,

das ist echt cool, dass Du ein neues Projekt auf die Beine gestellt und es ja inzwischen sogar abgeschlossen hast. Da macht es mich direkt traurig, dass ich das nicht live miterlebt habe – aber da bin ich selber Schuld. Aber entgehen lasse ich mir die Kommentare dazu trotzdem nicht :-)

Dein „Cold-Opening“ wirft einen also mitten in die Handlung und ohne große Umschweife sind wir in Jannis‘ Welt, denn mit Spotlight auf ihn wird die Story (zumindest soweit ich jetzt bin) geschildert.

Schon nach den ersten wenigen Absätzen war ich sofort auf Jannis‘ Seite. Dass er wahrscheinlich nicht aus reiner Freundlichkeit zur Party eingeladen wurde, ging mir sogar noch vor Ceds Gedanken durch den Kopf. Damit fühlt es sich bereits nach einem kurzen Moment schon so an, als wäre Jannis ein Außenseiter – was sich schnell bestätigt.

Welche Rolle Ced in Jannis‘ Leben spielt, wird zu Beginn nicht gänzlich klar. Er scheint sein Freund zu sein, zumindest hängt er mit ihm rum, behält aber seine Bedenken für sich?!

Die Dynamik der Erzählung stimmt soweit ganz gut. Dialoge werden in rascher Abfolge angezeigt, gerade so, als stünde man neben den Protagonisten und lauscht heimlich ihrem Gespräch. Im Kontrast dazu stehen ausführlichere Erklärungen und längere, detaillierte Sätze zur jeweiligen Handlung. Das gefällt mir gut. Ich habe den Eindruck, Du passt den Schreibstil je nach Geschehnis (Gespräch, Action, Handlungs- und Umgebungsbeschreibung) an.

Man merkt gerade am Anfang, dass es als Kurzgeschichte geplant war. Ich mag es persönlich zwar eher, wenn sich eine Geschichte Stück für Stück entwickelt, aber unter dieser Berücksichtigung passt das schon ganz gut. Immerhin umgehst Du so etwaige Längen, die mit der Vorstellung der einzelnen Charaktere mitunter verbunden sein kann.

Das ist auch der nächste Punkt. In den ersten paar Kapiteln weiß man kaum etwas über die Protagonisten und lernt diese nur Stück für Stück kennen. Aber obwohl, ich kaum etwas über Jannis weiß, ist er mir schon sympathisch. Er hat in seinem Denken und Handeln etwas Unbedarftes, was ihn ganz niedlich macht ^^
Als Jannis seine Gedanken im Laufe der ersten Kapitel schweifen lässt und seine Mobbing-Vergangenheit/Gegenwart rekapituliert, hab ich ihn endgültig gern. Nicht aus Mitleid, eher aus Hoffnung, dass es für ihn bald besser wird und er das Glück findet, dass ihm andere nicht gönnen.


Auf Rechtschreibfehler hab ich jetzt nicht so geachtet, ich bilde mir ein, da war auch nicht so sonderlich viel zu holen. Was mir jedoch aufgefallen ist, ist die Sache mit den Gedanken – also den Passagen, die kursiv geschrieben sind. An sich, finde ich das natürlich schön, bringt es einem das Innenleben von Jannis doch etwas näher. Aber… Dadurch, dass Du hin und wieder so kurze, schnelle Sätze bringst, ist IMO nicht immer klar, ob es sich hier gerade nicht doch um Gedanken von Jannis handelt und Du nur vergessen hast, sie kursiv zu halten.

Ein paar Beispiele, wo das zutreffen könnte:
Eigentlich alles wie in der Schule.

Was nun?


Und hier ein spontaner Perspektivwechsel, obwohl es sich scheinbar um Gedanken handelt:
Schauten ihn gerade alle an? Oder bildete er sich das nur ein? Einfach cool wirken und nichts anmerken lassen.

Im nächsten Kapitel war das selbe Problem wieder, gleich im ersten Absatz!

Aber keine Sorge, das ist eigentlich nur Meckern auf hohem Niveau ;-)


Bei der Szene mit Kai am Teich hast Du mich – und wahrscheinlich manch anderen – schön in die Irre geführt. Ich hatte jeden Moment damit gerechnet, dass sich Kais Annäherungsversuche doch noch als fiese Bloßstellung von Jannis herausstellen – spätestens, als das Gebüsch raschelte. Aber Überraschung?! Kai scheint tatsächlich ernsthaft interessiert zu sein. Fand ich angenehm gut :good:

Also war doch alles [Kai und Jannis am Teich] nur Show gewesen.

Glaube ich zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich. Kommt mir vielmehr vor, als macht Kai sich hier was vor, womöglich, um den Schein vor der Außenwelt zu wahren… Soll es ja zur Genüge geben, ich selbst kenne da auch jemanden, der so ein Problem hat, und das nicht erst seit gestern. Sowas kann einem mehr im Weg stehen, als querstehender Lkw auf der Autobahn.

Kais „Freundin“ hat geschrieben:„Ich hab jetzt endlich mitbekommen, was mit Kai ist: Er liegt im Koma, aber seine Eltern konnten schon zu ihm. Vielleicht kann ich gleich mit denen sprechen.“, erklärte sie einen Moment später.

Ähhh… kommt die nur mir so vor, als wäre sie eine neugierige Reporterin? Klar, sind die Freunde besorgt, aber es kommt irgendwie übertrieben ambitioniert rüber, wenn sie sowas schreibt.
Okay, auf der anderen Seite, spricht es auch für sie, dass sie die Freunde auf dem Laufenden halten will, vorausgesetzt, es handelt sich um echte Besorgnis. Offenbar sind aber Kais andere Freunde gar nicht sooo besorgt… Na mal abwarten, so richtig Grund zum Nörgeln, hab ich eigentlich nicht. Ich bin wohl einfach nur zu sehr Pro-Jannis ^^

Hey, der Arzt war ja erfrischend aussagekräftig und überaus freundlich. Da sollten sich manche Kollegen mal ein Beispiel dran nehmen.

Tja, und schon hab ich die ersten 7 Teile und damit Seite 1 geschafft. Fazit: toller Auftakt, schnelle Erzählgeschwindigkeit und rascher Handlungsfortschritt. Leider bleiben dabei tiefere Charaktereinblicke teilweise auf der Strecke. Es wirkt aber auch nicht so, als sei die Geschichte dafür ausgelegt worden – sie tut also nicht so, als wäre sie mehr, als man erwarten könnte. Der Hauptcharakter ist trotz weniger verfügbarer Informationen sehr sympathisch und kann die Geschichte locker tragen. Bin gespannt auf den Fortgang und freue mich natürlich tierisch, dass ich null Wartezeit aushalten muss ^^

Liebe Grüße und bis bald,
Arokh

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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 03 Jun 2018, 06:22

Hey Arokh,

tja, zum einen hast du es nicht miterlebt, zum anderen musst du nach Cliffhangern nicht warten bis ich verrate, wie es weitergeht ;-)

Ich muss zugeben, dass Ced einer meiner Lieblingscharaktere ist, weil er so zwischen Jannis und Kais Freunden steht. Er passt in beide Welten und will das auch so. In gewisser Weise ist er anpassungsfähig und ihm ist Freundschaft und Loyalität wichtig. Würde mich mal interessieren, was du so über weitere Auftritte des Charakters denkst.

Ich glaube, das was du als Stärke meines Schreibstils beschreibst — die Wandlungsfähigkeit — ist eigentlich eine Schwäche. Ich habe meinen eigenen Stil bis heute nicht gefunden und lasse mich von allem, was ich so lese, in gewisser Weise beeinflussen. So kann man auch die Entwicklung der Geschichte mitverfolgen. Dazu bin ich auch sehr experimentell, also versuche ich in meiner Geschichte immer dies und jenes unterzubringen. Letztendlich kommt dann noch mein Ego dazu, dass mir sagt: Schreib das doch so, dann klingt das cooler. Manchmal schaffe ich es, ihm mit logischen Argumenten zu widersprechen, manchmal fällt mir das im Flow schlichtweg nicht auf.

Kennenlernen wirst du Jannis' Charakter vor allem auf der emotionalen Ebene und nicht nur auf einer Ebene. Ich glaube, das ist ein Hauptmerkmal der Geschichte.

Na ja, Ced kann Jannis auch nur ehrlich warnen, weil er Kai kennt, aber sich ebenso zu Jannis loyal verhält. Ich glaube, die Warnung und die Sache mit dem Mobbing habe ich erst nachträglich Joch hinzugefügt und ich bin mir nicht sicher, ob die Mobbingvergangenheit so gut da hinein passt. Ob du mit deiner Vermutung recht hast, wird sich im Laufe der Geschichte zeigen.

Ich würde sagen, auf Kais Freundin trifft beides, aber vor allem ersteres zu. Dazu wird sich der Bogen wunderbar im letzten Kapitel schließen.

Das Fazit am Ende klingt, als sei ich in einer Castingshow :D

Vielen Dank für deinen Kommentar und viele Grüße,
Zuri
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Re: Als ob!

Beitragvon Cyberfox » 17 Jun 2018, 13:01

Also ich muss sagen, dieses Ende hat mich sehr überrascht. Es ist sehr interessant, dass diese Geschichte entgegen vieler Geschichten hier, eine völlig andere Richtung hingelegt hat. Die meisten Einträge hier enden ja wirklich oft positiv, so wie man es bisher gewohnt ist und vor allem, wie ICH es gewohnt bin. Mit seinen Tod hast du mich echt ins kalte Wasser geschmissen... ^^ :D

Der Anhang am Ende rundet das Ganze meiner Meinung nach ziemlich gut ab. Ich denke ohne diesen Anhang, wäre ich mit dem Ausgang der Geschichte nicht so richtig glücklich gewesen. Du hast die Charaktere so toll rüber gebracht, dass man sich in sie hineinversetzen konnte und eine Bindung aufbauen konnte.

Ich denke die Meisten hier, so auch ich, haben ein anderes Ende erwartet und diese Entwicklung definitiv nicht kommen sehen. Aber der Anhang am Ende stellt zumindest mich zufrieden.

Danke, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast.

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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 17 Jun 2018, 13:34

Hey Cyberfox,

schön, freut mich, wieder von dir zu hören!

Ebenso freut es mich, dass ich dich überraschen und dennoch letztendlich zufriedenstellen konnte, zumal das Ende wirklich nicht so schön war. Ich hoffe aber, du verstehst meine Gründe für das Ende ;)

LG Zuri
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Re: Als ob!

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