Als ob!

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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 11 Mai 2018, 05:41

Hi,

@joines @alle findest du/findet ihr anderen Leser euch in Jannis bzw. seiner aktuellen Situation wieder?

Oder kannst du dich/ihr euch besser mit einem der anderen Charaktere identifizieren?

Gruß, Zuri
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Re: Als ob!

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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 12 Mai 2018, 09:02

Wir erreichen den Höhepunkt der Geschichte. Das vorletzte Kapitel! Und da das eh schon spannend genug ist und viel zu Kommentieren bietet, will ich auch nicht viele Worte verlieren:

----

Als ob!
PART 19

Sie tauschten Nummern aus, damit sie sich auch mal schreiben konnten. Es fühlte sich so an, als wäre Emma mit ihrer direkten Art zu einem Freund geworden. Sie kannte nun seine Geschichte so gut wie kein anderer und überraschenderweise war sie so anders als die anderen in seinem Alter. Sie war in gewisser Weise verständnisvoll, wenn es darauf ankam und tolerant. Er hatte ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet, einen toleranten Menschen zu finden. Auch wenn sie sonst häufig frech und etwas roh rüberkam, schien sie doch das Herz am rechten Fleck zu haben und ernsthafte Gespräche führen zu können.

Am nächsten Tag nach der Schule traf er Ced.

"Ced, hast du damit was zu tun?", sprach Jannis seinen besten Freund an. Härter, als er es vorgehabt hatte.
"Nein, ich schör, Alter. Aber war nun wirklich nicht zu übersehen. Selbst 'n Blinder kann eins und eins zusammenzählen. Bist immer noch 'n Kumpel, aber komisch isses schon. Gaffst du uns denn beim Duschen nach dem Sport eigentlich immer an? Hab da jetzt nicht so drauf geachtet."
"Nein, ich dreh mich immer zur Wand", gab Jannis peinlich berührt zu. "Ich hatte immer Angst, jemand könnte denken, dass ich schwul bin."
"Na ja, vielleicht ist das auch nur eine Phase und du bist bald wieder normal. Ich muss los, tschau."

Und dann war es soweit: Die jährliche Klassenfahrt zum Schuljahresende stand an. Diesmal wurde es ein Kurztrip zum Zelten. An sich mochte er die Natur und die bisherigen Klassenfahrten waren auch okay gewesen, aber die Vorstellung, gerade mit dem Rest der Klasse zu zelten, war nicht so toll. Zar waren die meisten von Kais Freunden wie Kau auch eine Klasse über Jannis, aber mittlerweile wusste dennoch mehr oder weniger die gesamte Schule, dass Jannis schwul war. Zudem hatte er in dem ganzen Trubel um Kais Unfall ganz vergessen, fürs Zelten zu packen. Er hatte schlichtweg nicht mehr an diesen Termin gedacht. [so wie der Autor auch :P, Anmerkung des Editors]

Eine ungünstige Sache war, dass seine Klassenlehrerin den Zeltausflug als Experiment durchführen wollte, denn im Unterricht behandelten sie gerade den Einfluss von Internet, sozialen Medien und Mobilgeräten auf Jugendliche sowie die Sucht danach. Somit würde der Ausflub wie angekündigt technikfrei ablaufen. Das hieß: Drei Tage kein Handy - Drei Tage Kai nicht sehen war viel schlimmer. Aber da musste er jetzt durch.

Vielleicht war das aber auch eine Chance: Er musste über kurz oder lang eine Balance finden, Kai zu besuchen und trotzdem sein Leben weiter zu leben. Wer weiß, wie lange das dauerte. Das konnten Jahre werden. Er durfte sich selbst nicht zu sehr vernachlässigen. Das würde Kai sicher auch nicht wollen. Er konnte Kai ja weiterhin besuchen, musste nur das und den Rest um ihn herum unter einen Hut bringen. Er war guter Dinge, dass das schon irgendwie klappen würde.

Von Ced hatte er sich eine positivere Reaktion nach Emmas positive erhofft, aber es hätte schlimmer kommen können. Ced war eben ein schlichtes Gemüt. Jannis konnte nicht einmal mehr genau sagen, warum sie befreundet waren. Aber er rechnete es Ced hoch an, dass dieser zumindest teilweise zu ihm hielt.

Nach drei Tagen wieder zurück in der Zivilisation - der Zeltauflug hatte aus zeitlich begrenzten Gruppenaktivitäten und den Rest des Tages Selbstbeschäftigung bestanden - scrollte er durch den Gruppenchat und ärgerte sich, dass er diesen nicht stummgeschalten hatte. Die meisten Nachrichten bestanden aus hämischen Beleidigungen und diskriminierenden Bemerkungen, Witzen und Memes zu Schwulen. Diese Nachrichten überflog er einfach.

Es tat zwar weh, zu wissen, dass er gemeint war, aber sicher würde irgendwann die Routine kommen, damit umzugehen. Warum hassten manche Menschen Schwule so sehr? Was hatten die ihnen getan?
Er seuzte.

Schließlich war er am Ende angelangt. Er wollte gerade das Handy ausschalten, da erregte eine Nachricht seine Aufmerksamkeit: "Kai ist tot"
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Re: Als ob!

Beitragvon Simson » 12 Mai 2018, 13:14

:evil: Ey ,was soll DAS denn jetzt ???
Ist schon klar, dass Menschen im Koma oft mehr mitbekommen, als man denkt.
Aber nur weil Jannis 3 Tage mal nicht da war, muss Kai doch nicht gleich sterben. Mach das wieder rückgängig (bitte ).
:flag: Ich will ein Happyend !
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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 13 Mai 2018, 07:25

Ist das jetzt ernst gemeint, also regst du dich auf oder bist du eher enttäuscht?

Das mit den drei Tagen hat nichts mit Kai zu tun. Ich hoffe, das wird im nächsten Part klarer. Da erläuterte ich dann auch meine Beweggründe für den Plottwist genauer.

Wie soll ich das rückgängig machen? Kai ist ja nicht Jesus und Ostern ist ja leider auch schon vorbei. Und ich bin nicht Dr. Frankenstein...
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Re: Als ob!

Beitragvon Simson » 13 Mai 2018, 10:09

Das "aufregen" war eher künstlich, aber ich bin schon enttäuscht irgendwie. Naja, vielleicht klärt der letzte Teil noch was.
Aber eigentlich hat die Geschichte für mich hier ihr plötzliches (unschönes) Ende gefunden.
Keine Ahnung, was ich jetzt noch erwarte.

Natürlich kannst du was ändern, du bist der Autor!
(Allerdings war diese Aufforderung von mir wirklich ironisch gemeint. Ist doch deine Geschichte, nicht meine :D
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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 13 Mai 2018, 11:03

Okay, gut :) Ja, man kann als Autor schon viel ändern, aber Tote wiederauferstehen zu lassen, das macht die Geschichte dann doch unlogisch. Das, was ich ja gerade vermeiden wollte. Ach, ich bin kein wirklich eingreifender Gott. Die Charaktere haben ihren eigenen Willen — so wie Emma, die irgendwann einfach da war und immer auftauchte, wo sie ursprünglich gar nicht eingeplant war :D erst dachte ich: "Okay, ein Kapitel mit ihr. Ist ja auch eine Begegnung im Krankenhaus wie mit Kais Eltern, die Jannis neue Beziehungen Einblicke geben sollte.

Darauf möchte ich auch nach dem letzten Teil noch ein bisschen genauer eingehen. Ich denke gerade darüber nach, den nächsten Teil bereits morgen (bei euch heute Abend) zu posten, da die Situation da ja gerade ziemlich angespannt ist ind ich euch ungern noch weiter auf die Folter spannen will. Auch ich bedaure Kais Tod, auch wenn ich der Autor bin und es von Anfang an wusste. Auch dazu morgen mehr. Ich kann deine Enttäuschung dennoch gut nachvollziehen. Ich war sehr unsicher, wie ihr auf diesen Part reagiert... Ich muss jetzt erst einmal schlafen. Und dann morgen evtl. von mir mehr und vielleicht sogar präzisere Worte ;)
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Re: Als ob!

Beitragvon fierybird » 13 Mai 2018, 13:47

Hello :)
Irgendwie finde ich, dass das neue Kapitel nicht so zu der Geschichte passt von der Erzählweise her. Sonst hast du ja eher detailliertere Handlungen und Dialoge geschrieben, wie auch noch der Dialog mir Emma, und jetzt geht alles so schnell. Aus dem nichts kommt dann dieser Klassenausflug, den ich irgendwie unnötig fand. Ich mein, es wurde nichts darüber wirklich berichtet und nach einem Abschnitt waren dann gleich mal drei Tage rum, was ich nicht gleich gecheckt hab. Irgendwie war das alles ein bisschen zusammenhangslos für mich :/
Und dann halt noch die schockierende Nachricht am Ende, die uns allen das Happy End versaut :cry:
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Re: Als ob!

Beitragvon Jones13 » 13 Mai 2018, 20:29

Hey Zuri,

sorry für den späten Kommentar. Aber besser spät, als nie, nicht? :D

Zu deiner Fragestellung am Anfang der Seite: Ich persönlich finde mich in Jannis Charakter ein bisschen wieder. Nicht die blöde Situation, in dem er gemobbt wird oder das Bloßstellen in einem Chatverlauf von Klassenkameraden. Eher in der Situation, wie er aus dem nichts Kai kennengelernt hat und so starke Gefühle für ihn entwickelt hat. Also wenn man das Freundschaftsentwicklung nennen kann, da dies ja fast nur auf Jannis beruht, Kai ist ja etwas verhindert grad ^^.

Zum aktuellen Teil: Da muss ich mich meinem Vorreder fierybird anschließen. Der Teil war leider nicht so detailreich wie die vorherigen Teile. Die Konversation am Anfang mit Ced war etwas kurz und knapp bzw hab ich nicht ganz so verstanden. Und die Handlung an sich wurde etwas schnell voran getrieben... Aber bestimmt hast du noch was in peto :)

An sich ist die Nachricht, das Kai gestorben ist, doch etwas hart :/ Und wenn man so etwas nebenbei im Chat erfährt, ist das schon schockierend :/ Armer Jannis :/ Aber so ist es nun mal und immerhin bist du der Autor und hast so den Weg eingeschlagen.

Freu mich wie immer auf den nächsten Teil und ich finde, die Geschichte ist dir bisher trotzdem super gelungen!

LG Jones :)

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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 14 Mai 2018, 02:33

@fierybird Danke für dein Feedback. Der Klassenausflug hat schon so seine Funktion, wie du im nächsten Passt merken wirst, wenn auch nicht, wie vermutet, dass Kai deshalb gestorben ist.

@Jones Danke für deinen fairen Kommentar. Klar, freue mich immer über deine Kommentare wie auch die der anderen. Aber du warst dabei nicht auch in einer solchen Situation mit dem fast-Kuss ganz am Anfang, oder? Jannis' Situation hast du übrigens gut zusammengefasst.

Ich denke, das Problem mit den Details ist diesmal die Länge. Ich musste wegen des Klassenausfluges viel erklären und dann auch noch die Szene mit Ced und dann waren wir schon bei der üblichen Länge für meine Kapitel. Aber splitten können hätte ich das eigentlich auch kaum. Wenn ich die Geschichte noch einmal überarbeite, werde ich mir den Part aber auf jeden Fall noch einmal genau vornehmen.

Was genau hast du an der Szene mit Ced denn nicht verstanden? Vielleicht habe ich irgendwas vergessen, genauer zu erklären oder irgendwo einen Fehler drin...

Jopp, wenn's hart kommt, kommt es richtig hart. Das gilt besonders für Jannis. Und du hast es ganz richtig erkannt: Es zieht ihm den Boden unter den Füßen weg. Genau da geht auch das aktuelle Kapitel weiter und ich hoffe, es ist wieder etwas detaillierter.

----

Als ob!
PART 20

Jannis war sprachlos. Momente vergingen, in denen er sich nicht bewegte. Die drei Worte wollten nicht in sein Kopf. Er sackte in den Rindenmulch neben dem Kiesweg. Der Arzt hatte gesagt, dass das passieren konnte, aber er hatte es nicht wahrhaben wollen. Wie Kais Eltern, hatte er bis zum Ende fest an seine Besserung und Genesung geglaubt. Was entschied über Leben und Tod? Er war nicht gläubig genug, um Gott die Schuld daran zu geben oder an einen Sinn dahinter zu glauben. Eine Sache war eingetreten mit der er nicht gerechnet hatte - das zog ihn den Boden unter den Füßen weg. Es war, als waren keine Tränen zum Weinen da; es war vielmehr ein Schnappen nach Luft, die auf einmal dünn und erdrückend geworden war.

Er wusste nicht, wie lange er dort gesessen hatte. Es war frisch geworden. Langsam erhob er sich. Er zitterte. Aber er wusste, dass das Zittern nicht von der Temperatur herrührte.

Dann war ja auch irgendwann die Beerdigung. Sollte er dafür nicht mit Kais Eltern reden? Die waren ja beide freundlich gewesen, besonders der Vater. Vielleicht würden sie seinem Wunsch nachkommen. Tausend Gedanken schwirrten in seinem Kopf herum. Zunächst einmal sollte er Kais Eltern sein Beileid aussprechen. Konnte er in Angesicht des kürzlich geschehenen Todes ihres Sohnes überhaupt einen solchen Wunsch äußern? Aber wahrscheinlich würden sie das schon in Ordnung finden, da sie Kais Freunde eh nicht kannten und daher nicht wissen konnten, was ihr Sohn gewollt hätte.

Für Jannis fühlte es sich an, als fehle ihm eine komplette Körperseite - wie ein Haus, in dem eine Wand fehlt und in dem es dadurch nun ziemlich zugig und verlassen geworden ist. wie ein Buchhalter im Bücherregal, der plötzlich weggenommen wird. Als er in den Weg einbog, hinter dem seine Straße begann, fing es an zu regenen. Das gab ihm nur umso mehr das Gefühl, allein zu sein.
Bevor er auf Kais Party gewesen war, hätte ihn nicht so viel gefehlt in diesem Moment. Er hatte direkt mit Kai eigentlich gar nicht so viel zutun gehabt, dennoch war er ihm ungeheuer wichtig geworden. Wie stark die Bindung auf einmal geworden war! Und was das mit ihm machte!

Nun erreichte er seine Straße, aber kaum war er die ein paar Schritte hinunterlaufen, setzten starke Windböen ein, sodass der Regen nun von der Seite kam, als wolle das Wetter nun einen obendrauf legen.

Kaum war er in seiem Zimmer, schrieb er Ced an. Zunächst antwortete sein Kumpel nicht, was Jannis sofort nervös machte. Als dieser nach zehn Minuten antwortete, war er erleichtert und fragte ihn gleich: "Hast du das mit Kai schon gehört?"
"Ja, scheiße gelaufen für ihn."
"Trauerst du nicht um ihn?", Jannis war erstaunt von Ceds Reaktion und Formulierung.
"Ja schon blöd, aber is halt so."
Jannis hätte Ced gerne gefragt, wie er so gefühllos sein konnte, aber Ced stand ja auch nicht auf Kai. Außerdem wollte er seinen Kumpel etwas viel wichtigeres fragen.
"Weißt du schon, wann die Beerdigung ist, sonst kann ich ja mal bei Kais Eltern vorbeigehen und sie fragen. Ich würde da gerne hin."
"Die war doch schon. Alter, ich schwör, ich hätte dich angeschrieben, wenn du nicht drei Tage dein Handy ausgeschaltet hättest und auf desem Naturtrip gewesen wärst."

Das zog Jannis zum zweiten Mal den Boden unter den Füßen weg. Er starrte auf den Bildschirm, laß die Nachricht immer wieder, konnte es einfach nicht fassen. Erst ein "Noch da!?" von Ced brachte ihn in die Realität zurück. Mehr als ein "Ja" brachte Jannis gerade nicht hervor.
"Ja, die ist schon gelaufen. War heute vormittag, aber nur engerer Kreis: Familie und seine Freundin. Hab gehört, dass das ihre Idee war. Weiß aber nicht, das stimmt."
Jannis war immer noch nicht fähig, seinem Kumpel zu antworten. Er war einfach sprachlos.
"Und er bedeutet dir echt so viel? Es stimmt also was alle sagen? Du stehst wirklich auf ihn?"
"Ja"
"Oh, Mann, das tut mir echt leid. Muss hart für dich sein. Hab das erst nicht geglaubt, als die Gerüchte aufkamen. Hast dir aber mit Kai nicht den besten ausgesucht. Unter uns: Er ist ... war eigentlich ganz cool ... als Gastgeber und so. Aber als Mensch war er... ne, ja.. nicht so..."
Erst wollte sich Jannis aufregen, aber er merkte, dass sein Kumpel es ernst meinte. Wahrscheinlich hatte er sogar recht. Aber das machte den Verlust nicht leichter zu ertragen. Er musste jetzt nicht lernen, weniger, sonder gänzlich ohne Kai auszukommen. Das würde ihn verdammt schwerfallen. Er fragte sich, ob der Schmerz, der gerade sein Herz wie mit eisener Faust zusammenpresste. Was Cedric noch geschrieben hatte, konnte er nicht mehr lesen, da Tränen ihm die Sicht versperrten.
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Re: Als ob!

Beitragvon Jones13 » 14 Mai 2018, 22:15

Hi Zuri :)

Nee leider nicht, war nicht ganz in der Situation, aber ich kenne es teilweise.

Ich hab nicht ganz so den Sinn des Gesprächs verstanden, aber ich glaube ich hab es vielleicht einfach jetzt erst im Nachhinein verstanden :D Ich glaub du wolltest Jannis neuen Mut darstellen, der durch Emma kam :)

Doch nun zum aktuellen Teil: :)

Dein detailreicher Schreibstil ist zurück :) Vielleicht etwas zu detailreich ( also eher für Jannis). Hab diesmal nichts auszusetzen :D Aber jetzt mal echt, armer Jannis :/ Du hast ihn ganz schön gefoltert. Das er auch noch Kais Beerdigung verpasst hat :/ Jetzt wird aber klar, warum du die drei Tage Klassenfahrt mit einbezogen hast...

Nichts desto trotz ist dir der Part ziemlich gut gelungen. Die Traurigkeit, die Jannis grad empfindet hast du echt gut dargestellt. Hoffe das du Jannis vielleicht erst mal nicht so weiter folterst.

Wie immer, bin gespannt! :)

Grüße Jones :)

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Re: Als ob!

Beitragvon fierybird » 14 Mai 2018, 23:58

Ist die Geschichte jetzt rum? Kapitel 20 sollte doch eigentlich das letzte sein,oder? Aber irgendwie fühlt es sich nicht so an als ob es schon vorbei ist. Auf ein Happy Ending werde ich allerdings wahrscheinlich vergeblich warten :(
Eine Frage hab ich noch: Warum hast du eigentlich den Titel "Als ob!" für die Geschichte gewählt? Würde mich mal interessieren^^

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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 15 Mai 2018, 02:53

Ich hoffe, das liefert Antworten auf die meisten Fragen:

Der Titel der Geschichte
Nun, der kommt zu aller erst daher, weil ich total unkreativ bin, was Titel angeht. Meistens bleibt es dann auch beim Arbeitstitel, weil ich mir dann natürlich nicht noch einmal die Mühe machen will, mir einen richtig coolen Titel auszudenken. Es sei denn, ihr habt Vorschläge, die besser klingen ;)
"Als ob!" hängt tatsächlich mit den Cliffhanger am Anfang der Geschichte zusammen, mit denen ich ja irgendwann aufgehört habe. Es musste etwas sein, was nach jedem Kapitel 1) passt 2) doppeldeutig (positiv und negativ) sein kann und 3) nichts über das nächste Kapitel verrät. Das konnte ich dann schon nach ein paar Kapiteln nicht mehr aufrecht erhalten :D

Der Klassenausflug
Ursprünglich war nur ein Arzttermin geplant, damit Jannis an diesem Tag verhindert wäre. Allerdings musste die Beerdigung auch schon vorbei sein, um hier die zweite Enttäuschung herbeizuführen. Normalerweise müssen in den meisten Bundesländern mindestens 48 Stunden zwischen Feststellung des Todes und der Bestattung liegen. Also musste Jannis mindestens so lange verhindert sein. So musste ich umdisponieren und mir kam nur eine Klassenfahrt in den Sinn. Die meisten Klassenfahrten sind so etwa um eine Woche lang, die hier habe ich aber dennoch kürzer gehalten, da ich keine ganze Woche brauchte. So konnte ich die Klassenfahrt auch nicht vorher erwähnen. Es hätte aber auch keinen Sinn ergeben, das groß vorher anzukündigen, weil es sonst absolut keine Funktion in der Geschichte hat, als eben diese eine. Aus demselben Grund habe ich dort auch eine Raffung vorgenommen, das heißt, ich habe den Zeitraum der eigentlichen Klassenfahrt weitestgehend ausgespart, da auch hier nichts für die Geschichte relevantes passiert. So ergibt sich der Zeitsprung von drei Tagen.

Kein Happy End
Mir ist aufgefallen, dass die meisten Bücher und Filme immer irgendwie ein Happy End haben, von Horror- und Historiefilmen einmal abgesehen. Selbst Filme, die auf dem ersten Blick eine Niederlage zum Ende als Ergebnis haben, haben meist einen kleinen Gewinn, der dennoch errungen wurde. So entstand in mir der Wunsch, einmal eine Geschichte ganz ohne Happy End zu schreiben. Allerdings nicht nach dem Schema "Ich lasse einfach alle sterben", sondern es sollte schon realistisch sein. Das war mir ganz besonders wichtig.

Enttäuschung am Ende
Ich kann verstehen, dass ihr enttäuscht seid. Am Anfang musste Jannis bereits große Entbehrungen und Demütigungen hinnehmen. Das erscheint erst einmal wie ein ganz normaler Beginn einer Geschichte zu sein. "Er wird ja am Ende für all das Mühsal belohnt", sagt man sich. Jetzt kommt es aber anders und auf einmal steht das Jannis zugefügte Leid plötzlich in einem ganz anderen Licht da.
Aber betrachtet das doch einmal von der anderen Seite: Inspiration für einen Teil der Geschichte fand ich bei Skystars "Die Zugfahrt meines Lebens". Sky verfolgte dort das Konzept einer Geschichte bestehend aus Rahmen- und Binnenhandlung, also einer Handlung, die sich durch die ganze Geschichte durchzieht und durch die Binnenhandlung, die für einen Part oder ein ganzes Kapitel in den Vordergrund tritt unterbrochen. In der Geschichte gab es ein paar echt schöne Geschichten einzelner Mitreisender. Genau das wollte ich auch. So entstand das Gespräch mit Emma und Jannis, in welchem Emma Jannis sagt, dass er toll ist und sich nicht von der Meinung anderer runterziehen lassen soll. Einerseits ist das, was Kais Vater erzählt, traurig, aber andererseits auch unglaublich toll, wie er hinter seinem Sohn steht und selbst seine Partnerin keine Homophobie durchgehen lässt.
Eine Sache ist noch ganz wichtig: Am Anfang gibt Jannis dem Leser gegenüber zu, dass er sich sonst nie traute, einen Schritt auf andere Jungs zuzugehen, aus Angst, das könne ihn outen. Bei Kai tut er es trotzdem — was zunächst weitreichende negative Konsequenzen zu haben scheint. Aber dadurch zeigt Jannis, dass er beharrlich jeden Tag ins Krankenhaus geht, sonst hätte er Emma nie kennengelernt, die mit ihrer Art die Handlung auflockert. Er hätte nie die Chance gehabt, zu sagen: "Ich bin schwul, ja und!?" Keine Frage: Jannis hat eine Bürde zu tragen, aber er trägt sie mit Würde. In diesem Punkt bin ich sehr stolz auf Jannis und frage mich, ob ich das genauso könnte wie er, wenn ich an seiner Stelle wäre.

Jones13 hat geschrieben:Hoffe das du Jannis vielleicht erst mal nicht so weiter folterst.

fierybird hat geschrieben:Ist die Geschichte jetzt rum? Kapitel 20 sollte doch eigentlich das letzte sein,oder? Aber irgendwie fühlt es sich nicht so an als ob es schon vorbei ist. Auf ein Happy Ending werde ich allerdings wahrscheinlich vergeblich warten :(

Ja, das ist das Ende der Geschichte, aber ich werde morgen oder übermorgen noch eine Kleinigkeit posten, die dazugehört. Demnach hat Jannis' Leiden nun ein Ende, wenn auch kein glückliches.
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Re: Als ob!

Beitragvon Jones13 » 15 Mai 2018, 20:16

Hi Zuri :)

vielen Dank für deine aufschlussreiche Erläuterung :)

Meine Fragen hast du alle beantwortet :) Deine Geschichte ist auch sehr realistisch, solche mag ich einfach sehr, weil man solche Situationen fast schon mal durchlebt hat und sich somit mit einzelnen Charakteren besser identifizieren kann. Und das ist dir gelungen!

Jedenfalls will ich nochmal betonen, das es eine super gute Geschichte geworden ist! :)

Freue mich auf deinen Anhang :)

LG Jones :)

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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 16 Mai 2018, 02:10

Ich hoffe, ihr könnt jetzt ein bisschen besser meine Beweggründe bei der Geschichte verstehen. Anhang folgt bald :)

@Jones freut mich, dass dir meine Geschichte trotz nicht vorhandenem Happy Ende gefallen hat :)
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Re: Als ob!

Beitragvon Zuri » 16 Mai 2018, 02:16

Wenn ich schon alle Fragen beantwortet hab, dann braucht ihr ja gar keinen Anhang mehr :P
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Re: Als ob!

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