213

Platz für eure Beziehungsstories - fact and fiction
Gay Stories - keine Sexstories!
steveXbird
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Re: 213

Beitragvon steveXbird » 31 Dez 2014, 01:54

Okay. Danke an alle die hier mitgelesen haben. Ich will das auch garnicht peinlich, schleimig enden lassen, lasst es euch einfach gut gehen. Tut mal was, was niemand von euch erwarten würde, ruft jemanden an, der lange nichts von euch gehört hat. Schreibt mir :) 213 ist hier in diesem Forum somit zuende. Ich freue mich, dass ich es gepostet habe, dass ihr meine ''Fans'' wart, danke an alle. Ihr bekommt den ''letzten Part'' und meine Danksagung.
Zur Erklärung: ich lasse mit diesem Part, die Geschichte hier enden, allerdings ist sie im Buch noch nicht ganz zu Ende. Es sind noch so drei, vier Parts im Buch mehr, aber es ist auch so ein gutes Ende.

Lasst es euch gut gehen.

Vergesst mich nicht, liebt eure Freunde, heiligt eure Großeltern, lebt euer Leben, scheiß darauf was andere sagen, schlimmer wie John kann es nicht werden ;)

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Ich bin nicht gekommen, um dem Mond beim Sterben zuzusehen.

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Der erste Moment in dem ich merkte, dass ich meinen Vater hasste, war ungefähr als ich sieben Jahre alt war. Ich mochte das Wort Hass nie wirklich, ich wusste immer das für Hass etwas unglaublich schlimmes, etwas unglaublich großes, und unwiderruflich schlechtes passieren müsste, bevor es sich wirklich wie Hass anfühlte. Wenn mein Vater mich vergewaltigt hätte jahrelang, das wäre sicher ein Grund für Hass. Aber nicht das was mein Vater tat. Mein Vater vergewaltigte mich nie. Mein Vater vergewaltigte Mädchen, Angestellte, Assistentinnen, Kolleginnen, meine Mutter, falls er mal einen guten Tag hatte, oder einen schlechten. Wie man das auch sehen wollte. Jedenfalls würde er niemals einen Jungen vergewaltigen oder einen Mann. Er würde noch nichtmal in die nähe eines mehr oder weniger ganz ausgezogenen männlichen Wesen existieren können. Das war mein Vater nicht. Und so vergewaltigte er mich auch nicht, und so konnte ich ihn nicht hassen. So konnte ich ihn zwar hassen, aber nicht in dem Maße in dem ich es als Hass bezeichnen würde. Aber das machte meine Wut und meine Enttäuschung auf meinen Vater in keinster Weise kleiner. Selbst wenn andere Leute scheinbar größere Probleme haben, dadurch wird das eigene nicht weniger. Leider. Auch wenn man sich das gerne einreden würde. Ich war sieben Jahre alt gewesen und schon da zeichnete sich ab was für eine Enttäuschung ich war, für meinen Vater. Oder auch meine Mutter, generell mit sieben Jahren war eigentlich allen schon ziemlich klar gewesen, dass ich eine ziemlich große Enttäuschung in jeglicher Form war, und immernoch bin. Da ich nie wirklich Sport spielte, in einer Mannschaft oder in irgendeiner anderen Form, konnte ich immerhin dort meinen Vater nicht enttäuschen, obwohl dies immer besonders einfach ist. Mit sieben Jahren sah ich auch schon genug von seinen Affären auf seinem Schreibtisch, auf unserem Sofa, in unserer Küche; mit ihm, auf ihm, über ihm, unter ihm, vor ihm. Irgendwann im Sommer war ich gerade von der Schule nach Hause gekommen, und es war eigentlich ein Tag wie jeder andere auch. Aber mein Vater war zuhause. Das war immer ein schlechtes Zeichen für mich, und meistens auch für meine Mutter. Ich lief in die Küche und schaute in den Kühlschrank, der wie immer prall gefüllt war, ich sah eigentlich niemanden in diesem Haushalt wirklich essen und dennoch war dieser Kühlschrank immer frisch und gefüllt. Ich schaute in den Garten und sah wie mein Vater vor dem Pool stand mit einem Gewehr in der Hand. Mich schockierte solch ein Anblick nicht mehr wirklich, ich kannte seine Sammlung an Luftgewehren und Pistolen, die er mir mal mit dem Väterlichen Stolz zeigte, die ein Vater für seinen Sohn hegte. Auch wenn er dann schnell feststellen musste, dass dieser Stolz peinlich und vergebens war. Wie so ziemlich alle Momente zwischen ihm und mir, peinlich und vergebens waren. Ich lief mit einer Dose Limonade in den Garten, mir ging es gut, die Sonne schien und mein Vater stand vor dem Pool und schoss auf Objekte die im Pool schwammen. Eine Vase, Luftballons, Dosen, hinter dem Pool feste Objekte. Weiterhin nichts besonderes. Ich fragte ihn was er machte, obwohl ich es wusste, aber andererseits wusste ich nicht wie ich sonst eine Unterhaltung anfangen sollte. Ich wusste allerdings nicht warum ich überhaupt eine mit ihm anfangen wollte. Aber ich tat es.
,Was machst du, Papa?‘ fragte ich. Er setzte das Gewehr ab und schaute mich an.
,Schießen, Jessie.‘ antwortete er. Jessie. So nannte er mich gerne, seitdem ich vier war, oder fünf. Jedenfalls so lange ich ungefähr denken konnte. Ich stand lange neben ihm und trank meine Limonade leer. Dann schmiss ich die Dose in den Pool und grinste ihn an. Manchmal hatten diese siebenjährigen Jungs diese naive Euphorie, dieses Gewissen dass jeder Mensch spaß haben will und nett ist, und scheinbar hatte ich auch ebendiesen. Jedenfalls damals. Er bemerkte mein Grinsen und es nervte ihn, aber scheinbar war auch mein Vater in einer guten Stimmung. Er schaute auf den Pool, setzte mit dem Gewehr an, schaute mich wieder an, wieder auf den Pool und ließ dann das Gewehr sinken.
,Na komm, dann schieß mal selbst auf deine Dose Pussyplörre.‘ meinte er zu mir. Pussyplörre. Alles was kein Whiskey oder Wodka ist, war für meinen Vater: Pussyplörre. Es sei denn, er musste eine Frau beeindrucken, dann konnte es auch mal Wein sein.
Ich schaute erst ungläubig, so etwas hatte mein Vater noch nie zu mir gesagt. Ich durfte nie mit einem seiner Spielzeuge spielen, sei es seine Waffen, seine Autos oder andere Dinge die ihm gehörten. Ich konnte es nicht glauben, und wenn man als siebenjähriger Junge etwas nicht wirklich glauben konnte, dann wuchs diese naive Euphorie unglaublich. Sie wuchs damals bei mir in solche Höhen dass mir ein breites Grinsen ins Gesicht gemeißelt war. Ich nahm das Gewehr mit meinem unglaublich blöden, eingemeißelten Grinsen entgegen, es war schwer. Unnormal schwer gegenüber einem Luftgewehr, ich durfte mal eines von seinen anheben, schießen war aber nie drin. Gut es war auch ein besonders großes Gewehr gewesen, dass er mir da gab. Ich setzte es an, das hatte er mir mal beigebracht. Ich schaute am Lauf entlang in den Pool, dort schwamm meine Dose. Dann lenkte ich meinen Blick noch einmal zu meinem Vater, der warum auch immer mich anlächelte, ich verzog mein Gesicht nicht weiter, es funktionierte auch nicht so sehr ich grinste. Dann fokussierte ich mich völlig auf den Pool und das Gewehr, das kalte Metall in meiner Hand, an den Stellen schon wärmer durch die Hände von meinem Vater, schwer und massiv gegen meine Schulter. Ich zielte genau auf die Dose, die auf der schimmernden Wasseroberfläche lag, ziemlich ruhig, es gab kaum Wind, ich versuchte mein Atmen zu reduzieren, ruhig zu werden, langsam, obwohl ich so Euphorisch und Aufgeregt war wie seid Jahren nicht mehr. Dann drückte ich ab, ich hörte nurnoch einen lauten Knall und dann spürte ich wie mein Körper und dann Kopf auf dem harten Boden aufschlug. Danach Dunkelheit.
Ich wurde aufgeweckt durch das hysterische Schreien meiner Mutter und das laute und gehässige Lachen meines Vaters. Ich blinzelte, meine Nase blutete, meine Augen waren verklebt, ich lag immernoch auf dem Rücken vor dem Pool. Ich drehte meinen unglaublich schweren und hämmernden Kopf zur Seite, neben mir lag das Gewehr. Ich richtete mich so gut es ging auf, mir wurde unglaublich schlecht.
,Wenn der Hund da noch auf mein Gewehr kotzt, dann fliegt er!‘ schrie mein Vater unter seinem lachen mir entgegen. Ich starrte ihn entgeistert an, meine Mutter verzog ihr damals mal perfektes Gesicht gespielt.
,Es ist dein Sohn.‘ zischte sie, als ob ich es nicht hören würde, als ob ich nicht das erste von meinem Vater schon gehört hatte.
,Wenn er zu schwach ist zu schießen, ist er nicht mein Sohn.‘ sagte mein Vater dann, keiner kam auf die Idee mir aufzuhelfen, sich um mich zu kümmern, sich um mich zu sorgen. Es war wie so oft, als ob ich nicht existierte, als ob alles nur ein Spiel um mich herum war, als ob ich der Beobachter war von etwas grotesken.
,Du hast ihm ein echtes Gewehr gegeben du Idiot, und kein Luftgewehr!‘ zischte meine Mutter weiter, warum gab sie sich die Mühe so zu tun. Und dann tat es noch mehr weh in meinem Kopf, ich dachte nach, es traf mich, die Erkenntnis kam schwer wie der Schlag des Gewehrs. Er hatte mir nicht sein Luftgewehr gegeben, deshalb war es auch so schwer, der Wichser hatte mir ein echtes gegeben. Da war der Rückschlag natürlich so groß, dass ich niemals als siebenjähriger dagegen stehen könnte. Ich stand auf, ich taumelte, ich stürzte beinahe erneut. Ich spuckte auf den Boden und ging ins Haus, meine Mutter und meinen Vater zurücklassend. Das war der Moment in dem mir klar war, mein Vater war ein Wichser, er war ein widerlicher, perverser, gestörter, Wichser. Die Person die dem persönlichen Hass am nächsten kommen würde.
Und solche Momente und Gedanken holen einen ein, sie holen einen ein in dem Moment in dem man in der Küche steht mit dem Küchenmesser am Arm, zu dumm sich umzubringen, in den Momenten in denen dein eigener Vater dich auslacht dass du sterben willst und es nicht alleine vollbringen kannst. Und dann hasste ich ihn noch ein bisschen mehr. Diese Form von Hass war allerdings auch nur eine personifizierte Abwandlung der Wut, und so griff ich das was ich als erstes in die Hände bekam und schlug es meinem Erzeuger in die Fresse, so stark ich noch konnte in meinem Zustand. Er taumelte und stürzte nach hinten, er war nicht Tod. Das wusste ich sofort, solche Menschen würden nicht durch solche Schläge sterben, sie waren sie einfach zu gewohnt. Gewöhnung stumpft unsagbar ab. Ich überlegte kurz ob ich mit dem harten Gegenstand, der sich als Schneidebrett herausstellte, noch einmal zuschlagen sollte. Es ein für allemal hinter mich bringen sollte. Meinen Erzeuger endlich und letztendlich um die Ecke bringen sollte. Aber ich konnte nicht. Ich wollte nicht. Ich wollte nicht jemanden umbringen, selbst wenn dieser jemand mir so unglaublich große Schmerzen zufügte. Ich wollte mich umbringen, ich wollte mir weiter unglaubliche Schmerzen hinzufügen, bis nichts mehr hinzuzufügen gäbe, bis es vorbei wäre. Ich lief aus der Küche hinaus, durch das Wohnzimmer, auf die großen Fensterfronten zu. Ich öffnete die Tür. Es war dunkel, nur der Pool erleuchtet. Es war abgekühlt und der Pool dampfte. Ich zog mich nackt aus, barfuß lief ich zum Pool setzte mich an den Rand und trank den Wodka, ich schmiss die Tabletten, ließ mich in den Pool gleiten und trank. Wenn ich weinen könnte, wäre es der Moment gewesen es zu tun, denn es war perfekt. Ich wartete bis der Alkohol bemerkbar machte, und dann weinte der Himmel für mich vor lauter Freude und Heiligkeit dieses Momentes.

-Ende-

Danke:

Es ist vollbracht, und ich möchte ein paar Personen besonders danken, für die Unterstützung während der gesamten Zeit:
Danke an Celina, meine zweite Seele. Danke an Laura, ich bin so froh dich zu haben, danke an Kim, für alles was du tust. Danke an Susanne und Stefan, danke an Jannic, Rolf und Ellen. Ein riesiger Dank gilt meinen zwei größten Idolen und Lehrerinnen fürs Leben: Danke Irmgard, ich liebe dich über alles. Danke Renate, was wäre ich ohne dich.
Ohne euch wäre ich nicht mehr hier.
Danke an Krystian (werde unsere Zeit nie vergessen), danke an Claudia, du Sack! Große Bewunderung und alles gute für Steven, danke für alles. Großer Dank an Sara, mein Frankfurt Brudi. Danke an Ana, komm bald wieder! Ein riesiger Dank geht an den Mann der mich zum schreiben förmlich gezwungen hat: Dominik(us), der nun endlich das versprochene Buch in der Hand hält, auch wenn es nicht das ist was du erwartet hattest. Grüße an deine Familie. Tut mir leid dass es ,nur‘ ein schnulziges Teenager Buch wurde! Danke an Teile meiner Familie. Dank und tiefste Bewunderung an Carlo, für alles danke ich dir vielmals! Danke an Romana, Maike, Denise, Sabine und Inge (auch wenn ich nun kein Vorwort habe von dir). Danke an mein unglaubliches Shit Kid Team in meinem Rücken: Nadda, Hansi, Matschkopf, Ella, Kim (irgendwie auch noch Sascha und Timo). Danke Stella, Inna, Susana, Artem, Ji-Hee, Mona, Katha, Olivia, Vivi, Michaela (ich liebe euch so sehr alle!). Danke an Kaja, danke an Josh (#BuyARTPOP). Danke an den einen oder anderen Sexualpartner...Danke an meine ,Fans‘ (ja das wollte ich schon immer mal schreiben!). Danke an Bolle und Michael (für alle Rechtsratschläge, vielleicht musst du mich ja mal wo rausboxen.). Danke Luca für deine unglaubliche Unterstützung, auch wenn du es hassen wirst, dass ich dich erwähnt habe. Danke Frank, für manches. Danke Blub, ohne dich könnte ich das hier niemals schreiben.
Danke an alle die ich vergessen haben (vielleicht auch mit Grund).
Schlussendlich ein letzter Dank an den Wodka, die Maya Mate, das Gras, das Pep und Koks, den Alkohol, und alles was mich durch die Zeit gebracht und inspiriert hat!
Gehabt euch wohl.


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Der Sieg liegt nicht darin zu Finden,
Der Sieg liegt darin nie zu merken, dass man nur auf der Suche ist.
http://the-world-revolve-around-me.tumblr.com/
-The Most Tender Thing You Ever Said To Me, Is That I Suffer From Paranoia-

Re: 213

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Re: 213

Beitragvon bennybp » 31 Dez 2014, 12:56

Vielen, vielen Dank für diese tolle Geschichte. Vielleicht gibst du uns hier noch den Hinweis, wie man dein Buch erwerben kann? Dir jedenfalls alles Gute, viel Spaß am Leben und ich wünsche dir mit deiner Kunst auch den kommerziellen Erfolg.
Der Akil hat es mir gemacht!
Also das Profilbildchen!! Tschuldigung Frost, wollte dich nicht eifersüchtig machen.

Mentol
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Re: 213

Beitragvon Mentol » 05 Jan 2017, 22:45

Ich hab jetz lange hin und her überlegt ob ich sonen "alten Schinken" noch kommentieren soll. Ich tus jetz einfach mal, wer meckern will der soll doch :P

Diese verdammt abgefuckte Geschichte ist mit das beste was ich bisher gelesen habe. Nicht nur in diesem forum, sondern generell. Musste beim Lesen selten so viel nachdenken und gleichzeitig herzhaft lachen. Allerdings stellt sich mir die Frage wie man auf so eine kaputte Story kommt. Muss man sowas selbst durch- und überlebt haben? Oder "reicht" es jemanden zu kennen der seine Erlebnisse mit einem teilt? Leider hat der Autor inzwischen seinen Account gelöscht, sodass solche Fragen offen bleiben. Falls jemand weiss wir man ihn kontaktieren kann oder wo es das Buch gibt, dann sagt mir das bitte! Die hier fehlenden 4 Kapitel interessieren mich sehr stark, vor allem weil die frage offen bleibt, ob John durch Thomas endlich lernt zu lieben und vielleicht (soweit das überhaupt möglich ist) von seiner Krankheit geheilt wird. Ich wünsche mir hier mehr denn je ein happy end für den Protagonisten, nach all der scheisse die er durchgemacht hat.

Viel mehr lässt sich an dieser Stelle nicht sagen. Fantastische Geschichte.

Grüße, Alex :)

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Re: 213

Beitragvon Quianye » 12 Jul 2019, 06:47

Wahnsinnig gute Geschichte, mehr fällt mir leider Momentan nicht dazu ein...
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