213

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Re: 213

Beitragvon Indigoblue » 05 Mär 2014, 01:02

Schön, dass du wieder zurück bist! :)
Der neue Teil gefällt mir auch gut, würd mich freuen, wenn du wieder öfter schreibst.
Du schreibst echt hammer :wink:
Das Schiff liegt sicher im Hafen. Doch wurde es dazu gemacht?

Re: 213

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Azazel
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Re: 213

Beitragvon Azazel » 05 Mär 2014, 06:52

Ich geb Indigo recht, klasse teil wieder.Das Warten hat sich jedenfalls gelohnt, nur ein bisschen kurz
"Sie mögen 'Gott ist groß' rufen, aber tatsächlich wird er jedesmal ein bisschen kleiner, wenn sich jemand in seinem Namen in die Luft sprengt."

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Re: 213

Beitragvon 2BD » 05 Mär 2014, 20:22

Es geht weiter :3. Ich würde mich ja freuen, wenn bald die Parts wieder etwas regelmässiger kommen, aber ich fürchte, dass die Geschichte bald zu ende ist. In einem der letzten Teile hast du ja schon erwähnt, dass es nicht mehr lange dauern würde, aber vielleicht willst du uns auch nur etwas vormachen, damit danach die Freude umso grösser ist, wenn es weiter geht? ;).

Wer ist das grösste Monster - der untreue Ehemann, der gerne mal handgreiflich wurde und seiner Familie Leid zu fügte oder die verzweifelte Frau, die zu ihren Sohn dazu bringen wollte den Vater umzubringen? Ob sein Tod gerecht war oder nicht macht sie auch nicht besser.
Trauer, Hass und Verachtung zerren an John, bis er letztendlich Gefühlstaub war - zumindest für den Moment.
Seine Weltansicht wurde gebrochen, aber war sie das nicht vorher schon? Die Illusion zu zerstören und sie so zurichten, wie es wirklich ist war nur ein kleines Stück Genugtuung, aber was er vorhat ist schon mehr als nur drastisch.

Der Teil hatte ein fieses Ende und wenn es nicht schon sich so anhören würde, als ob es keine Wendung mehr gibt wäre es einer der gemeinsten oder gar der gemeinste Cliffhanger, den du bis jetzt von dir gabst. Aber vielleicht kommt doch noch eine Überraschung? Auch wenn ich es bezweifle wäre es trotzdem super ;).

Kg
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Re: 213

Beitragvon steveXbird » 17 Mär 2014, 13:58

Hallo Leute, ich wollte mich mal wieder melden bei euch. Ich habe immernoch kein Internet bei mir Zuhause und von daher verzögert sich das mit den Teilen noch etwas. Es nervt mich selbst ohne wirklich Internet zu leben, und ich bitte euch um Verständnis.

Danke an 2BD für eine Art Interpretation/Analyse schon fast, sowas gefällt mir natürlich :) Danke auch an alle anderen die Lesen.

Übrigens habe ich eine kleine (große) Überraschung für euch, wenn ich wieder voll am Start bin mit der ganzen Geschichte etc.

Auf ein baldiges!
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Re: 213

Beitragvon steveXbird » 04 Mai 2014, 00:47

So nach ewiger Zeit geht es mal weiter, und ich habe auch eine kleine Ankündigung... Also ich habe die Geschichte fertig! Sie liegt fertig auf meiner Festplatte und das bedeutet für euch das es jetzt mit regelmäßigen Posts zu einem Ende kommen wird :) Ich kann noch nicht genau sagen wann die regelmäßigen Posts anfangen aber ich hoffe Mitte Ende Mai wenn ich endlich Internet habe in meiner Wohnung (schönen dank an O2 by the way ihr spaßten, die es nicht schaffen mein internet freizuschalten...fickt euch.)
Weiter Ankündigung, die ganze Geschichte '213' wird es als Buch geben. Ich veröffentliche es in Eigenregie und ohne Verlag, falls interesse besteht das Buch dann käuflich zu Erwerben schreibt ihr mir einfach ne PN (es wird Ende Mai fertig als Buch bei mir liegen, alles mit schönem Einband, Widmung und Danksagungen, so richtig Professionell. Ich widme und unterschreibe den Shit auch gerne wenn ihr es Kauft.) Der Preis wird wahrscheinlich bei so 15 Euro liegen, um das schonmal zu sagen...

Naja genug erzählt, lasst mich wissen wie es euch gefällt, heute ein ziemlich langer Teil irgendwie, dafür auch bis die regelmäßigen Posts anfangen, erstmal nichts :)

Lasst es euch gut gehen, danke an alle!

___________________________________________________________

Where the human tried
Where the cave man died
In the sea again
By the fallen stars

Only chimes sing again
There's a storm only in loving me

In the storm, by the storm
Beneath the stars
Right here when the storm blows over
Right here like a storm left over
I die here as your friend or lover
They never learn
They never learn

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Ich stand vor dem Haus das ich so gut kannte. Ich werde wohl nie vergessen wie es aussieht. Keine gute Wohngegend, nicht das Umfeld in dem ich aufgewachsen bin und garantiert nicht das Umfeld in dem mich meine Eltern sehen wollen. Ich glaube meine Mutter ahnte das ich irgendeine Form von Beziehung oder Männergeschichte am laufen hatte. Sie kommentierte es allerdings nicht und fragte nie nach. Abgesehen davon das ich sowieso nicht mit meiner Mutter über solche Dinge reden würde, warum sollte ich auch was sagen. Je weniger von der Sache wussten, desto besser. Ich verstand eh nie so wirklich wie manche Kinder so offen über alles mit ihren Eltern reden konnten. Ich beneidete sie auch nie für dieses gute Verhältnis zu ihren Eltern. Für mich war meine Mutter und mein Vater nicht mehr wie mein biologischer Ursprung und meine Geldquelle, und wenn ich so weiter machte, dann waren sie letzteres garantiert noch ziemlich lange. Meine Mutter konnte froh sein, wenn ich ihr ankündigte das ich aus dem Haus gehe, wie Weihnachten musste es sich dann wohl anfühlen, wenn ich noch sagte wohin. Aber auch dies geht sie doch einen Scheiß an. Solange mir nichts passiert oder ich nicht unbedingt entführt werde oder mit jemanden durchbrannte, konnte es ihr egal sein. Und was soll mir noch passieren, so ziemlich alles wäre doch eine Verbesserung meiner Situation. Selbst eine Entführung, vielleicht konnte das ja auch ziemlich spannend sein, wenn ich dann schon sterben müsste, dann wenigstens mit einem großen Knall, eine Entführung. Vielleicht könnte ich ja mal Robert da drauf ansprechen, obwohl es dann eher eine Form von durchbrennen war. Aber auch das klang verführerisch, alles klang verführerisch solang es mit Robert war. Ich wusste noch nicht einmal weshalb ich so besessen von Robert war, er war nicht mein erstes mal oder so, aber irgendetwas hatte er an sich, irgendetwas ließ mich nicht mehr los, egal was passieren würde, egal wie er sich verhalten würde. Er behandelte mich ja gut solang ich bei ihm war, es war eine lose Sex Sache, aber scheinbar hatte auch ich etwas für ihn was ihn nicht wirklich los ließ, sonst würde die ganze Sache nicht schon Monate andauern. Wir hatten so oft Sex, ich hatte schon längst aufgehört zu zählen, das war wohl unsere größte Gemeinsamkeit, die liebe für die körperliche Liebe. Und warum braucht man denn unbedingt mehr? Ist Sex nicht schon genug um ein paar Monate miteinander zu verbringen? Scheinbar schon, auf jedenfall bei Robert und mir war es genug. Ich stand mittlerweile im Aufzug, bis in den sechsten Stock müsste ich es noch aushalten, bevor es Sex gab. Mein Hass für Aufzüge bestand scheinbar immernoch und deshalb war ich ziemlich froh den sechsten Stock erreicht zu haben. Der Flur war lang und schäbig, ich machte Geräusche beim hindurchgehen, in solchen Fluren machte man immer Geräusche, egal wie viel Mühe man sich gab ruhig zu sein. Wahrscheinlich machte man umso mehr Lärm, je stärker man versuchte leise zu sein. Es war doch immer so, wenn man sich Mühe gab so unauffällig wie möglich zu sein, war man am auffälligsten. Die Tür stand schon offen, mittlerweile machte er das öfter, sobald ich unten geklingelt hatte und er mir geöffnet hat, wartete er einfach mehr oder weniger schon im Schlafzimmer oder Wohnzimmer, nackt oder halbnackt auf mich. Es könnte sonst jemand einfach in seine Wohnung marschieren, was mich in dieser Wohngegend wenig wundern würde, aber bisher bin nur ich reingekommen. Heute wartete er in der Küche, komplett angezogen, er war wohl gerade von der Arbeit gekommen und hatte geduscht, jetzt trug er eine Boxershorts und ein weißes T-Shirt, welches ihm etwas zu klein war, sein Körper zeichnete sich auf jedenfall sexy ab. Mir gefiel was ich sah, aber das tat es immer. Irgendwie hatte ich gefallen an älteren Männern. Ich wusste nicht genau warum, aber bis auf Anton, fand ich jeden Jungen in meinem Alter nicht anziehend. Klar waren manche ganz süß oder gutaussehend, aber alles nichts womit ich wirklich länger zusammen sein wollte, oder über längere Zeit Sex haben wollen würde. Robert und ich waren da anders, mit ihm könnte ich bis zu meinem Lebensende Sex haben. Ohne Probleme, er war sexy und attraktiv und hatte dieses gewissen Etwas, was mich nicht losließ. Und wie er da einfach so in der Küche stand, das weiße T-Shirt im Kontrast zu seiner natürlichen Bräune. Es wirkte alles so männlich und unglaublich scharf. Er schnitt sich gerade einen Apfel und hielt mir ein Stück hin. ,Hast du Hunger?‘ fragte er. Ich lächelte verführerisch, oder auf alle Fälle das, was ich für verführerisch hielt. ,Schon...aber nicht unbedingt auf das...‘ hauchte ich dann mehr oder weniger nur noch. Er verdrehte die Augen und lachte dann. Ich schämte mich sofort dafür. Wie peinlich so einen auf verführerisch zu machen. Einfach peinlich. ,Das du immer nur daran denken musst.‘ tadelte er mich gespielt. ,Ich dachte deshalb magst du mich so.‘ ,Ich mag dich? Also das sollte ich doch am besten wissen.‘ Diese gespielten Streitereien, das war doch mehr wie nur eine Sex Sache, oder redete ich mir nur das ein. Ich zuckte mit den Schultern und lief aus der Küche, währenddessen zog ich mein Shirt aus und begab mich in sein Schlafzimmer, ich wusste das er gleich nachkommen würde, und darauf wartete ich. In seinem Bett lag ich nun nur noch in Unterwäsche, als er ein paar Minuten später nachkam. Er schaute mich an aus dem Türrahmen, ich konnte nicht seinen Blick sehen, aber ich stellte mir vor wie er mich verschlang mit Blicken, wie immer, er fand mich sexy, und ich ihn. Alles war doch so perfekt manchmal, in diesem Moment war alles perfekt. Es gab keine Angstattacken, es gab keine Depression, kein Armaufritzen, kein Kotzen, es war nur er und ich in einem Bett, aufeinander, nebeneinander, ineinander. Manchmal braucht man nicht mehr als das. Und wir brauchten es jetzt. Er warf sich förmlich auf das Bett und auf mich. Er küsste mich, meinen Mund, meinen Hals und dann ging er immer weiter herunter. Nachdem er lang genug meine Brust bearbeitet hatte und mit seinem Mund weiter meinen Bauch hinunter ging, zog er meine Boxershorts herunter und beförderte meinen Penis zum Vorschein. Er holte mir einen runter, starrte auf meinen nackten Körper in seinem Bett, so verwundbar und ganz ihm. Wir wechselten die Positionen, jetzt war ich auf ihm und schenkte ihm meine ganze Aufmerksamkeit, er war an der Reihe verwöhnt zu werden. Ich nahm seinen großen Schwanz in die Hand und dann in den Mund, das war mal eine Sache die ich gut konnte, blasen, sehr gut sogar. Das wusste ich. Ich wusste genau was Robert mochte und wo er am schnellsten kommen würde, und ich wusste auch genau wann er kommen würde, und genau kurz davor würde ich aufhören. So macht man das. Man muss ja auch noch etwas übrig lassen für das große Finale, den Sex, den Akt an sich. Nicht das ganze davor. Einfach puren Sex. Und diesen würden wir jetzt haben. Ich wanderte höher, wir küssten uns wieder. Intensiv und lange, er schob mir seine Zunge in den Mund, ich kratzte seinen Rücken auf. Er holte unauffällig wie nur er es konnte ein Kondom aus seinem Nachttisch neben dem Bett und zog es sich über, dann noch ein bisschen Gleitgel und dann steckte er seinen Penis in mich. Sein Schwanz war Schwanz war groß, aber ich kannte ihn schon, es tat kurz weh, es tat immer kurz weh bei mir, und dann war ganz drin. Ich stöhnte leicht auf und er begann seine Arbeit. Er lag unter mir, ich saß auf ihm, ich lehnte mich zurück und stütze meine Hände auf seine definierte Brust. Ich wusste das er das mochte. Robert stöhnte und setzte sich etwas auf, damit sich unsere Lippen berühren konnten. Wir küssten uns und er fuhr mit seinen starken Händen an meinem Rücken herunter. Unser Sex war heute irgendwie besonders intensiv. Manchmal hatte er keine große Lust auf Küssen und das ganze intime andere, dann war es einfach nur Sex, schnell, heftig und fertig. Aber manchmal brauchte er das, manchmal brauchten wir das. Und dann küssten wir uns. Für mich war Sex mit ihm immer etwas besonderes. Sex mit jemand anderem war auch gut und befriedigend, aber irgendwie war es mit Robert so ein bisschen wie nach langer Reise wieder nach Hause zu kommen. Anders konnte ich das nicht beschreiben. Es war einfach viel vertrauter, wir wussten genau was der andere mag und was nicht, wann er kommen würde, und das ganze. Mit jemand anderem war es immer ein bisschen noch wie das erste mal. Man musste herausfinden was derjenige mag und was nicht. Trotzdem war Sex mit Robert nie wirklich eine Routine oder langweilig, klar hatte man nach dieser Zeit alle Stellungen die man so gewöhnlich macht durchprobiert und wechselte nun nur noch von Zeit zu Zeit zwischen denen die einem am besten gefallen hatten, aber trotzdem war da immer das besondere an Robert was den Sex nie langweilig machte. Ich dachte an Andreas und sein erstes mal das er mit mir hatte. Und daran das er ab jetzt jedes mal im Hinterkopf hatte wie es mit mir war. Und was ich ihm angetan hatte. Er würde jeden Typen der jetzt kommen würde und jeden Sex den er haben wird mit mir vergleichen. Er würde jedes mal daran denken, das sein erstes mal mit einem Arschloch war, den er am liebsten nur noch vergessen wollte. Aber dies würde er nie wieder können, man kann sein erstes mal nicht vergessen. Er war doch früher so ein normaler und guter Junge, doch jetzt war er gebrochen, ich hatte ihn gebrochen, für immer. Ich wollte mich übergeben bei dem Gedanken an Andreas und an den Sex den wir hatten. Warum habe ich das überhaupt gemacht? Warum musste ich unbedingt Sex mit ihm haben? Warum konnte ich nicht einfach seine SMS ignorieren bis er aufhört mir zu schreiben, so wie ich es mit dem Rest der Typen machte. Ich musste aufhören an ihn und an die ganze Sache zu denken, ich darf nicht an so etwas denken, nicht wenn ich gerade Hammer guten Sex mit einem heißen Typen habe. Robert war immer noch tief in mir drin und ich lag auf seiner Brust, er kaute an meinem Ohr und küsste es, ich liebe es wenn er das tat. Ich stöhnte ihn sein Ohr, ich atmete schneller und schwerer, ich könnte gleich kommen und dann begann ich mir einen runterzuholen. Er atmete laut, wir waren jetzt kurz davor, ich küsste ihn, ich biss ihn in den Nacken und kratze ihn. Kurz bevor ich es nicht mehr halten konnte ging mit einem Schlag die Tür auf.
,Papa?!‘

-Ende von Teil 1-
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Re: 213

Beitragvon Azazel » 04 Mai 2014, 06:43

Endlich!

Auch wenn die beschreibung vom sex..sagen wir mal sehr ausführlich war eine gute geschichte zum einschlafen ;) auch wenn das ende etwas unerwartet kam und mich jetzt wurmt.
"Sie mögen 'Gott ist groß' rufen, aber tatsächlich wird er jedesmal ein bisschen kleiner, wenn sich jemand in seinem Namen in die Luft sprengt."

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Re: 213

Beitragvon 2BD » 04 Mai 2014, 08:25

Ein neuer Teil :).

Es ist nur etwas, aber ich schreibe es trotzdem mal hin:
Sein Schwanz war Schwanz war groß, aber ich kannte ihn schon, es tat kurz weh, es tat immer kurz weh bei mir, und dann war ganz drin.

Ansonsten war alles bestens, hoffentlich klappt es mit dem Internet-Anbieter doch noch ;),

Lg
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Re: 213

Beitragvon steveXbird » 06 Jun 2014, 14:08

So Kinder. Bin noch nicht zurück im Land derer mit Internet aber ich wollte euch nicht so lange warten lassen. Das Buch ist da und ich liebe es, es mal gedruckt und gebunden in Händen zu halten.

Ich hoffe ihr habt ne tolle zeit, ich bin jetzt erstmal im urlaub, das tolle wetter genießen und leider auch weiter arbeiten (An einem Neuen Buch übrigens was ziemlich anders wird wie 213 aber es wird gut!!! seid gespannt!)
Der neue teil nur für euch!

bitteschön und genießt den sommer

_________________________________________________________

You think you're denying me of something
Well I've got plenty
You're the one who's missing out
But you won't notice
'till after five years
If you'll live that long
You'll wake up
All loveless

I dare you
To take me on
I dare you
To show me your palms

I'm so bored with cowards
That say they want
Then they can't handle

You can't handle love
You can't handle love
You just can't handle


. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Ich hatte als Kind immer Angst vor Feuer. Es war etwas wovon ich am meisten Angst hatte; Dunkelheit machte mir nichts aus, aber Feuer. Ich wusste nicht genau warum, aber bevor das ganze mit meiner Krankheit anfing, hatte ich noch Angst alles zu verlieren, und Feuer war so vernichtend, so mächtig, so unberechenbar. Und selbst wenn man es löschte, oder wenn man ein Feuerzeug auspustete, es glühte immer noch. Es war etwas finales. Etwas was einfach passierte. Warum brennen Häuser ab? Natürlich gibt es Auslöser dafür, aber trotzdem war es doch wahllos. Und das machte mir Angst als Kind. Irgendwann lernt man mit seinen Ängsten umzugehen und aus ihnen seine eigenen Stärken zu machen. Irgendwann hatte ich keine Angst mehr vor Feuer, ich hab gelernt das es wesentlich schlimmeres und schrecklicheres gibt als Feuer. Etwas was mir mehr Angst machen sollte. Menschen. Aber irgendwann hatte ich auch davor keine Angst mehr. Ich spürte keine Angst. Das ist das gute daran, wenn man nicht wirklich an seinem Leben hängt. Alles wird einem egal, und damit existieren auch Ängste nicht mehr. So hatte selbst meine Krankheit etwas gutes an sich. Es gibt Phasen in meiner Krankheit in denen ich nicht ich selbst bin, falls ich überhaupt noch weiß wer das ist, ich selbst. Ich stehe neben mir und beobachte mich, ich kann nicht in das Geschehen eingreifen, und ich denke auch nicht wirklich etwas währenddessen. Es ist wie eine alter Erinnerung beobachten. Ich glaube diese Phasen passieren meist wenn ich Manisch bin, in meiner Manie stecke, weit fern von der Depression, das andere Extrem. Farben sind wesentlich kräftiger, sie pulsieren und schreien dir förmlich zu in solchen Momenten. Du hörst sie in deinem Kopf, es ist ein lautes Rauschen und Brüllen. Du machst Dinge an die du dich nicht mehr genau erinnern kannst, obwohl sie doch genau in diesem Moment so klar und grell waren, so genau. Und dann legt sich ein Schleier darüber. Ich wusste nicht genau was ich lieber mochte, Manie oder Depression, ob ich überhaupt etwas von den beiden Sachen mochte, ob man so etwas überhaupt mögen könnte. Man entwickelte irgendwann eine gewisse Resistenz und Akzeptanz. Jedenfalls entwickelte ich diese. Es war mir egal, wie so alles. Vielleicht ist das die Aufgabe und der Sinn der Therapie und der Medikamente, alles betäuben. Vielleicht konnte man es nur so ertragen. Vielleicht war das der einzige Weg. So etwas kann man nicht heilen, also warum nicht einfach so tun, irgendwann merkt man den Schwindel nicht mehr. Es war wie sein eigener Schatten, man konnte ihn nicht loswerden, aber irgendwann beachtete man ihn nichtmehr. Nur das sein eigener Schatten einen nicht in solche Hochs und Tiefs befördert, wie eine Krankheit. Manchmal überlegte ich mir was passiert wäre, wenn ich einfach nie mit der Krankheit diagnostiziert wäre. Wenn ich es einfach hatte, aber es niemand wusste, noch nichtmal ich selbst. Würde ich überhaupt noch leben? Und würde es mir schlechter oder besser gehen? Solche Gedanken bringen einen nicht weiter. Ich wusste noch genau wie ich das erste mal den Schein mit der Diagnose und das Rezept für ein Antidepressiva in der Hand hatte. Ich wusste das es mir schlecht geht und das dieses Zeug angeblich etwas dagegen tun würde. Aber das war es dann auch. Meine Mutter hat mich nicht zum Psychologen geschickt oder mich wirklich eine Therapie machen lassen bis es nicht mehr anders ging. Erst nach meinem ersten Selbstmordversuch wurde ich in die Klinik gesteckt. Stationär war wohl die leichteste Lösung für meine Eltern, sie waren mich los und konnten sich einreden das ich auf dem Weg der Besserung war. Ob das nun stimmte oder nicht, war ihnen ja letztendlich egal. Hauptsache sie hatten für ihr Gewissen irgendetwas getan. Und dann war es gut. Deshalb besuchten sie mich nie. Sie haben mich nie besucht, außer das eine mal als meine Mutter mir sagte das mein Vater gestorben war. Es war zwar erst gut eine Woche her, aber es fühlte sich an wie eine Ewigkeit. Als ob es lange vergangen war. Alles vor der Therapie war wie in einem anderen Leben passiert. Und auch jetzt wirkte alles so fern. Irgendwie hatte ich über die Jahre mein Gefühl für Zeit verloren. Wenn man mich spontan nach meinem Alter fragen würde, ich glaube ich würde es nicht richtig zusammen bekommen. Minuten wirkten wie Stunden und manchmal wie Sekunden. Jahre wie Monate und Monate wie Jahre.
Und als das Feuerzeug aus meiner Hand in Richtung Bett fiel, wirkte es wie in Zeitlupe, als könnte ich aus dem Raum gehen, wiederkommen und es immer noch schwebend über dem Bett vorfinden. Meine Mutter bewegte sich nicht, es war sowieso zu spät noch einzugreifen. Sie stand zu weit weg, und das Feuerzeug fiel sicherlich auch nicht in Zeitlupe gen Bett. Selbst ich könnte nichts mehr tun, also blieb uns nichts anderes übrig wie in dem Raum zu stehen der voller Parfum war, so schwer das man kaum Atmen konnte, und dem Feuerzeug zuschauen wie es den weißen Laken immer näher kam. Der Raum war voller Spannung, meine Mutter zog ihre Hände vom Gesicht, man konnte nicht wegschauen, und dann berührte die Flamme das Bett. In dem Moment dauerte es nur Zehntel bis das Bett in einer großen Flamme aufging. Es wurde sofort heiß, so brennend heiß an meinem Gesicht, und hell. Ich sprang nach hinten, geschockt von dem was ich getan hatte und was jetzt passieren würde. Das Feuer zog sich von dem Bett über den Boden in der Parfumspur die ich gelegt hatte in mein Zimmer, ich musste noch nichtmal hinein gehen um zu wissen was da jetzt passieren würde. Und dann wurde der schwere Geruch nach Parfum von Rauch überdeckt. Es machte mir die Atemwege zu, ich begann zu husten. Meine Mutter lief ins Bad und kam mit einem Handtuch wieder, um die Flammen zu ersticken, aber es machte es nur noch schlimmer, auch das Handtuch fing Feuer, ich starrte auf das brennende Bett und stand regungslos in dem sich immer mehr mit Rauch füllenden Raum. Meine Mutter packte mich am Arm und zog mich in den Flur der nun auch halb in Flammen stand. Die Feuermelder gingen an und ein ohrenbetäubender Lärm breitete sich im Haus aus. Der Rauch und das Schreien der Sirenen aus den Feuermeldern verfolgte mich und meine Mutter bis ins Wohnzimmer. Sie ließ mich stehen und rannte zu der Gartentür. Sie war abgeschlossen, sie rüttelte fest daran, schreite, fluchte, schmiss sich dagegen, aber ich hatte sie ja abgeschlossen. Ich hatte jede Tür abgeschlossen. Es gab kein Entkommen. Sie starrte mich entsetzt an, nachdem sie sich dessen auch bewusst wurde. Sie schüttelte den Kopf, wild, sie war verzweifelt, sie lief auf mich zu, ich wusste nicht was jetzt passieren würde, ob sie mir eine reinschlagen würde oder ob sie mich gleich erwürgen wird. Sie packte mich an den Armen, ich wusste nicht das meine Mutter eine solche Kraft entwickeln konnte. Sie machte mir Angst, zum ersten mal in meinem Leben hatte ich mehr oder weniger Angst vor meiner Mutter. Auf jedenfall das was ich unter Angst verstand. Sie rüttelte mich und starrte mich so böse an wie noch nie.
,John was hast du getan?! Warum hast du das getan?! Wenn du dich umbringen willst, mein Gott dann ritz dir doch deine verschissenen Arme richtig auf und sei nicht so Gott verdammt dumm wie das letzte mal!‘ ich war geschockt sie so schreien zu hören. Sie schlug mich.
,Du bist das schlimmste was dem Haus passieren konnte. Du bist krank. Du bist widerwärtig krank und abartig.‘ sie spuckte vor mir auf den Boden. Dann rannte sie in den Keller. Ich stand in dem Wohnzimmer was sich immer mehr mit Rauch füllte. Die Feuermelder laut in meinem Ohr, und die Worte meiner Mutter, alles zusammen schallte und hallte wieder. Ich hatte noch nie so etwas von meiner Mutter gehört, mein Vater sagte so etwas mehr oder weniger ständig zu mir, aber meine Mutter hat so etwas nie gesagt. Aber sie hatte ja Recht. Ich war abartig, ich war widerwärtig, ich war krank, abgrundtief krank. Das schlimmste was ihr und diesem Haus passieren könnte. Das Haus welches ich in Flammen gesetzt hatte. Ein Teil von mir wollte sich jetzt einfach ergeben, auf den Boden legen und warten bis die Flammen kommen, der Rauch die Lungen vollsetzt, bis man nicht mehr atmen konnte, langsam erstickte, langsam einschlief, und dann das Feuer den Rest erledigte.
Ich setzte mich hin und dann fiel es mir ein. Ich musste unbedingt die Kiste holen. Die Kiste in der meine ganzen Erinnerungen waren, die Bettwäsche vom ersten mal Sex mit Robert in meinem Bett, die Packungen der Kondome, ein Bild von ihm, eine Unterhose, meine Rasierklingen, ich brauchte sie. Wenn ich schon ein zweites mal sterben sollte dann wenigstens dieses mal mit ihm, oder wenigstens einem Teil von ihm. Ich stand auf, um mich herum der schwere Rauch, mittlerweile im ganzen Wohnzimmer, wahrscheinlich im ganzen Haus. Ich musste in mein Zimmer, auch wenn dort garantiert die Flammen hoch standen, egal ob ich dabei sterben würde. Ein paar Schritte später kam mir die Hitze entgegen, ich hustete, musste eine Pause einlegen, ich würde es nie schaffen. Egal, weiter muss ich. Einfach zu ihm. Zu seinen Erinnerungen. Fast ganz oben angekommen hörte ich Sirenen, die Feuerwehr war garantiert alarmiert worden. Sie kamen. Ich musste zu ihm. Ich muss jetzt die letzten Stufen hoch und dann nurnoch durch den Flur und dann in mein Zimmer. Dort kann ich mich hinlegen, nicht jetzt, nicht jetzt umfallen. Einfach weiter.

to be continued. . . ;)
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Re: 213

Beitragvon Azazel » 06 Jun 2014, 22:28

Oh du kannst ja mal lange texte posten :D
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Re: 213

Beitragvon 2BD » 10 Jun 2014, 17:15

Sehr gut ;).

Lg
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Re: 213

Beitragvon Bo98 » 21 Jun 2014, 22:04

Man steve XD die Geschichte macht süchtig.....und ich bin auf Entzug :(
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Re: 213

Beitragvon steveXbird » 06 Jul 2014, 01:02

Na, alles gut bei euch? Es geht weiter. Momentan überlege ich sogar die Geschichte hier nicht enden zu lassen, es ist einfach irgendwie schwer für mich, wenn man solange daran schreibt, es einfach zu beenden.

Gute Nacht euch allen, mögt ihr beschützt sein auf allen Pfaden :)

_________________________________________________

I woke up at the sea shore
is that blood dripping from my mouth?
she got me mocking at the cockbirds
with roaring waters to the south

I can’t stand the cold
that you left behind
when you turned away
to the other side
I saw them standing
I saw them standing there


. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Cherophobie ist die Angst davor zu glücklich zu sein, weil dann unbedingt etwas tragisches darauf folgt. Also wenn alles gut läuft, hat man plötzlich unglaublich Panik das es nicht sein kann, das gleich was schlimmes passiert. Ich weiß nicht ob man das genau so bei mir diagnostizieren kann, aber ich fand es schon gruselig wenn mehrere tage nichts schlimmes passiert, wenn ich mehrere tage mehr oder weniger Glück hatte. Vielleicht weil ich mir selbst gönnen würde, ich fühle mich glaube ich zu schlecht dafür, das ich überhaupt so etwas wie Glück verdient hätte. Und das ist wahrscheinlich auch der Grund warum ich nie wirklich ein glückliches Leben führen könnte, wenn man überhaupt weiß, was ein glückliches Leben ist. Und man sieht ja wie einfach vermeidlich glückliche Momente einfach von einem zum anderen Moment zerstört werden können, sich einfach in Luft auflösen. Kaputt gehen. Und dann bist du mitten drin beim Sex mit dem geilsten Typen auf Erden, und zack, die Tür geht auf. Und zerstört. Und dann steht der Sohn von diesem geilen Sohn im Schlafzimmer, und du nackt auf seinem Vater, sein Vater nackt auf mir, in mir. Das ist einer dieser Momente in denen die Welt einfach anhält, sich nicht weiterdreht, alles stehenbleibt. Roberts Schlafzimmer war nicht wirklich groß, vielleicht ein Meter zwischen der Tür und dem Bett. Aber in diesem Moment wirkte es unendlich. Die Luft war aus dem Raum gewichen und es machte sich leere breit. Man konnte diese Szenerie nicht anders deuten, wie sie wirklich war. Es war Sex. Ja ich wurde gerade von deinem Vater gevögelt Junge. Scheiße das du genau jetzt reingelaufen bist. Und scheiße das du genau da jetzt stehst und das dir ansehen musst. Dabei haben wir uns doch immer so große Mühe gegeben es vor dir zu verstecken, es vor jedem zu verstecken.
Ich hab erfahren das Robert ein Sohn hat eigentlich beim ersten mal das ich ihn gesehen hatte. Ich konnte so etwas erkennen. Und spätestens beim ersten mal das ich in seiner Wohnung war. Ich mein ein weiteres Zimmer das so nach Jungen-Jugend Zimmer schreit, das konnte er mit dem merkwürdigsten Fetisch nicht erklären. Und dann das Bild im Flur, und dann hab ich ihn gefragt bei unserem zweiten Treffen in seiner Wohnung. Er lag nackt auf mir und küsste meinen Hals, ich presste die Frage heraus, er lachte nur und fragte ob ich damit ein Problem hätte, und ich schüttelte den Kopf. Dann war die Sache geklärt. Wir musste nicht ausmachen das es ein Geheimnis bleiben müsste, das war jeden von uns klar. Es war auch kein Geheimnis das sein Sohn genauso alt war wie ich. Damit muss man wohl rechnen wenn man was mit einem älteren anfängt. Okay die meisten Schwulen haben überhaupt keinen Sohn, aber scheinbar gibt es doch welche mit hetero Vergangenheit. Und genau auf so einen bin ich getroffen. Machte es mir was aus? Nein warum sollte es. Es ist ja nie aufgefallen, nie bis der Sohn in der Tür des Schlafzimmers stand und uns mittendrin dabei erwischte. Normalerweise waren dies die Momente in denen ich unglaublichen Humor entwickelte. Ich lachte ja nicht oft, aber in solchen Situation konnte ich mich nie halten. Doch dieses mal war das anders. Komplett anders.
Nach gefühlten Stunden Regungslosigkeit und Schock, stieß Robert mich von sich runter und sprang auf. Robert suchte unbeholfen seine Unterhose und zog sie an, sein Sohn stand immernoch voller Horror im Türrahmen und starrte mich angewidert und unglaublich verachtend an. Ich zog die Decke über mich in der Hoffnung sie könnte noch irgendetwas verdecken, noch irgendetwas retten, ungeschehen machen. Wir alle wussten das dies nicht passieren könnte. Das was hier geschehen ist kann man nicht vergessen, oder kaschieren. Der ganze Raum roch nach Gleitgel, Sex, Schweiß und mittlerweile auch nach Gefahr. Robert schaute von mir zu seinem Sohn und dann wieder zurück zu mir. Sein Sohn schüttelte jetzt nurnoch ungläubig den Kopf, schloss die Augen, hoffte das dies alles nicht passiert wäre, das dies alles nur ein Traum ist, öffnete sie wieder, stellte fest das genau das passiert war und schüttelte den Kopf. Das merkwürdige an der Situation war, das ich mich überhaupt nicht schämte, es war mir nicht in der kleinsten Weise peinlich. Ich konnte das Gefühl nicht beschreiben, aber mir wurde schlecht und ich wollte sterben. Ich glaube ich hatte einfach seid langen mal wieder unglaubliche Angst. Angst vor dem was jetzt passieren würde. Ich war mir sicher das jetzt was passieren würde, etwas ganz fürchterliches. Robert machte einen Schritt auf seinen Sohn zu, er wich angsterfüllt zurück. Als ob Robert eine ansteckende Krankheit hätte.
,Was zum...Papa...was?!‘ er fand zuerst die Worte. Ich starrte Robert an, unfähig mich zu bewegen, obwohl ich am liebster ganz weit weg sein wollte, einfach losrennen und alles vergessen, so tun als ob es nie passiert ist. Roberts Gesichtsausdruck wechselte von angespannt und geschockt sein zu einer väterlichen Weiche die ich noch nie an ihm gesehen habe. Robert hat mich nie wirklich verliebt oder weich angeschaut. Er behandelte mich zwar ab und zu wie seinen zweiten Sohn, aber mehr aus Spaß, weil es auf der Hand lag bei unserem Altersunterschied. So voller väterlicher Gefühlen hatte ich ihn noch nie gesehen, und ich wusste auch nicht genau ob ich das nochmals sehen wollen würde. Sein Sohn schüttelte wieder den Kopf, als ob es was bringen würde, und rannte dann aus dem Raum. Robert schaute mich sofort an. Fragend, was sollte er jetzt tun? Wie sollte er das seinem Sohn erklären? Ich starrte zurück, ich war nicht zu mehr in der Lage, ich konnte weder reden, noch mich bewegen. Dann zog sich Robert schnell etwas über und lief seinem Sohn nach. Sobald er die Tür hinter sich zuknallte war meine Starre gebrochen. Ich blinzelte, ich fühlte mich als hätte ich jahrelang nicht mehr geblinzelt, dieser Reflex vom menschlichen Körper kam mir gerade so wichtig vor. Ich blinzelte gleich noch einmal. Dann zog ich die Decke von mir weg und starrte an mir herunter, ich war das letzte, ich war hässlich, ich war Abschaum, ich war das was deine Mutter gerne abgetrieben hätte wäre sie nicht so katholisch. Ich zog mich an und lief zur Tür. Dort konnte ich die Stimmen hören, erst ganz ruhig nur von Robert, dann eine lange Pause, dann wieder Robert, ruhig und sachlich. Ich war mir nicht sicher ob ich dazukommen sollte. Ich wusste nicht ob das etwas bringen würde, verändern würde, oder es nurnoch schlimmer machen würde. Ich versuchte mich in die Lage zu versetzen, aber schüttelte die Gedanken wieder ab. Ich hatte so oft schon meinen Vater beim Sex erwischt, oder besser gesehen, erwischen konnte man nur jemanden der es versucht zu verstecken, und dies tat mein Vater nie. Außerdem war das eine andere Situation, zwar waren die Affären von meinem Vater nicht immer wirklich nennenswert älter als ich, aber es waren Frauen, es war nur ein Stück Fleisch was da unter ihm lag. Ich verstand so etwas, aber ich war ja auch nicht normal. Mir machte nichts mehr aus. Aber so geschockt wie Roberts Sohn dort in der Tür stand, wusste ich sofort, es war etwas anderes als bei mir. Ich hörte lange nichts, dann redete wieder Robert, und dann brach es nur noch in Geschrei aus. Sein Sohn brüllte ihn an. Ich riss die Tür auf und lief auf den Flur. Sie waren im Wohnzimmer, das dritte Zimmer in der Wohnung, die Hälfte der Wand war in Rot die andere in einem Beige, Sandton gehalten. Das war wohl mal in gewesen, die Frage war nur, wann und wo. Wirklich nach Elle Decor sah es hier nirgendwo aus. Das waren nicht die Hamptons, das war Harlem. Robert saß neben seinem Sohn auf dem roten Sofa, das nicht ganz in dem gleichen Farbton wie die Wand war. Lustig in solchen Momenten fallen mir immer Kleinigkeiten auf, unwichtige Details. Ich wusste auch sofort das die Vorhänge wohl noch nie gewaschen worden sind seitdem sie hier hingen. Oder das niemand wirklich die Bücher ließt die in den Schränken standen. Als ich im Türrahmen stand, einen Schritt bevor ich im Zimmer war, schnellte Roberts Sohn hoch und starrte mich böse an. Robert drehte den Kopf zu mir und ließ ihn sinken. Es war wohl nicht das richtige gewesen in das Zimmer zu kommen. Ich machte es noch ein Stück schlimmer indem ich einen weiteren Schritt in das Zimmer tat. Sein Sohn wich zurück, scheinbar übertrug ich auch diese ansteckende Krankheit.
,Seit wann....seit wann fickst du diese...diesen Wichser schon?‘ fragte er und zeigte auf mich.
,Keine Ahnung.‘ entgegnete Robert, er klang müde.
,6 Monate.‘ erwiderte ich zeitgleich. Robert starrte mich an. Sein Sohn atmete tief ein, er pulsierte, in ihm war eine unglaublich Wut.
,Wenn du schon ein Kind vögelst warum dann verdammt nochmal diesen Jungen?!?!‘ schrie er dann nach einer Pause.
Und dann war es mir sofort klar, mir war klar warum er so geschockt im Schlafzimmer war, warum es so anders war. Robert hatte ihm nie erzählt das er schwul war. Robert spielte seinem Sohn einfach vor er sei Hetero. Mir wurde so schlecht, ich konnte nicht atmen. Wir kann man so etwas nur seinem Sohn verschweigen. Ich wollte mir gerade nicht vorstellen wie ich mich fühlen würde, wenn ich meinen Vater beim Sex mit einem Mann sehen würde. Ich wollte mir noch nichtmal vorstellen das mein Vater sich jemals einen Kerl ansehen würde der nur noch Unterwäsche anhatte.
,Ich wollte nicht das du dir unnötig Sorgen machst...‘ sagte Robert dann.
,Sorgen?!?! Wovor?! Das du irgendeinen Stricher mit nachhause bringst?! Oder Sorgen das ich dich dabei erwische?!‘ er war außer sich. Irgendwie konnte ich das nachvollziehen.
,Es sollte nie passieren...‘ machte Robert weiter, er hatte scheinbar kein gutes Händchen für solche Situationen. Ich bereute gerade überhaupt in dieses Zimmer gekommen zu sein. Ich hätte einfach meine Sachen packen sollen und dann aus der Tür. Einfach weg und am besten Robert nie wieder sehen. Aber das ging nicht. Und jetzt war es eh zu spät.
,Nein...‘ sein Sohn war mittlerweile so wütend und verzweifelt das ihm die Kraft fehlte weiter zu brüllen.
,Nein, sollte es nie.‘ sagte er nochmals und setzte sich wieder hin, ein riesiger Abstand zwischen ihm und seinem Vater, die Couch konnte gerade nicht groß genug sein. Robert rutschte näher, sein Sohn starrte ihn böse an.
,Fass mich nicht an, du Perversling.‘ sagte er dann und Robert schlug ihm eine runter. Ich war geschockt. Ich erstarrte sofort. Sein Sohn schmiss die Wasserflasche die auf dem Tisch stand auf den Boden, sie zersprang. Ich beobachtete die ganze Situation nurnoch, nicht in der Lage einzuschreiten, oder gar wegzurennen. Ich wusste nicht was jetzt als nächstes passieren würde, ob sein Sohn mit der zerbrochenen Flasche erst auf seinen Vater dann auf mich losgehen würde, ob Robert seinen Sohn nochmals schlagen wird, ob ich hier überhaupt noch lebend rauskommen würde, ob wir uns überhaupt noch in der Zeit bewegen. Wahrscheinlich nicht, wahrscheinlich war dieser Moment konserviert. Eingeschlossen für immer. Wahrscheinlich war das dann einfach das Ende, und jetzt kommt nichts mehr. Ein Standbild im Kosmos. In diesem Raum war die Energie verschwunden. Die ganze Wut und die Enttäuschung, der Schock, waren nicht mehr in Form von Energie erhalten, sie waren einfach in einen anderen Zustand übergegangen, vielleicht etwas übermenschliches, aber es war da.
Ich machte meine erste Bewegung einfach nur um meine Füße gleich nebeneinander zu stellen. Robert schaute wieder von seinem Sohn zu mir. Enttäuscht, traurig, aber auch wütend auf mich, und auf sich. Sein Blick sagte ich solle nachhause gehen, nie wieder kommen, ihn vergessen. Und vielleicht irgendwann, vielleicht würde sein Sohn das irgendwann verstehen. Aber vielleicht existierte nicht, vielleicht würde nie existieren. Niemals. Dinge wie vielleicht und eigentlich sind eine Lüge. Einfach Wörter die geschaffen wurden um uns manche Sachen erträglicher zu machen. Aber irgendwann muss man aufwachen, irgendwann muss man einsehen was für eine große Lüge das ganze ist. Und plötzlich von jetzt auf gleich war es wieder da. Die reale Welt, die reale Wut, die wahren Aggressionen. Sein Sohn stand auf und ging zum ersten mal auf mich zu, und diesesmal wich ich zurück.
Er zeigte hinter mich auf die Tür.
,Raus.‘ sagte er bestimmt.
,Hau ab. Lass dich nie wieder hier blicken.‘ ich starrte zu Robert, er schüttelte den Kopf, machtlos etwas zu tun.
,Verdammt nochmal verpiss dich John!!‘ schrie sein Sohn dann auf einmal.
Ich ging ein Schritt zurück. Ich drehte mich um bereit zu gehen. Kurz bevor ich im Flur stand, drehte ich mich noch einmal um. Ich schaute seinem Sohn direkt in die Augen. Ich war müde, ich war fertig. Seine Miene war versteinert. Ich schaute zum Boden, dann wieder hoch zu ihm.
,Tut mir leid.‘ brachte ich hervor.
,Halt die Fresse John.‘ entgegnete er. Ich bekam kaum Luft mehr, wenn ich weinen könnte wäre dies der Moment in dem es anfangen sollte. Ich konnte kaum atmen.
,Es tut mir so leid.‘ keine Reaktion.
,Verdammt es tut mir alles so leid Anton.‘

to be continued . . . ;)
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Re: 213

Beitragvon Azazel » 06 Jul 2014, 01:58

Ah wow sehr schön, vor allem das Ende.
,Ich glaube mein Vater hat ne Freundin. Oder irgendwas am laufen.‘
Von mir kam keine Antwort also führte er weiter aus.
,Er ist öfters Abends weg, riecht anders, verhält sich anders. Irgendwie weißt du glaube ich das auch.‘
Ich zog am Joint, mir war nicht nach reden. Inzwischen merkte ich auch die wohltuende Wirkung des THCs.
,Ich werde das noch herausfinden.‘ beschloss er dann für sich.


Man hätte vielleicht darauf kommen können, dass der Sohn Anton ist, aber wenn man einmal von der Geschichte gefesselt ist lässt man sich hinführen und zerbricht sich nicht das Hirn ;)

Ps: Hast du extra genau einen Monat gewartet?
"Sie mögen 'Gott ist groß' rufen, aber tatsächlich wird er jedesmal ein bisschen kleiner, wenn sich jemand in seinem Namen in die Luft sprengt."

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Re: 213

Beitragvon Bo98 » 06 Jul 2014, 13:29

Daaaaaaaaakeeeeeeeee :)
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Re: 213

Beitragvon steveXbird » 04 Aug 2014, 20:47

So es geht weiter.
Ich habe spannende Neuigkeiten, wenn alles glatt läuft, wovon ich ausgehe, werde ich im Herbst/Winter eine Lesung veranstalten zu diesem Buch, und vielleicht schon einen Teil meines Zweitwerkes. Wenn weitere Details bekannt sind gebe ich euch bescheid, es würde mich natürlich freuen falls der ein oder andere aufschlägt, mir zuhört, dann einen trinkt und n schönen abend hat :)

________________________________________________________

Mary, you should write to your brother
Every night until he recovers
And in the letter press a fresh flower
And bless it with a higher power

Tell him mom treats you like a lover
That you have to hide all the mouthwash from her
And seal it with three closed mouth kisses
And write do not open 'til christmas

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Wird man mit Todeswunsch auf die Welt gebracht, oder machte die Welt in der man lebte einen erst Selbstmordgefährdet? Wenn man sich mein Leben so anschaute, gab es eigentlich bis auf meine gestörte Beziehung zu meinem Vater, falls man das überhaupt Beziehung nennen konnte, keine Anzeichen weshalb ich mich umbringen wollte. Also entwickelte sich das Verlangen danach Tod zu sein, einfach zu gehen, erst viel später. Über die Jahre. Vielleicht schlummerte es schon immer in mir, von Geburt, und wurde Jahr für Jahr stärker. Weil Jahr um Jahr immer mehr Scheiße dazu kam, bis es einfach zu viel war. Zu viel für das verkümmerte Gefühl in mir, das nun aufblühen konnte. Meinen ersten Suizid Versuch hatte ich mit 9 Jahren, es war wenn man ein paar Jahre später zurückblickt, eher lächerlich. Ich versuchte mir mit einem Stein die Arme aufzuritzen und schluckte eine ganze Packung Aspirin. Es waren einfach die Tabletten die mir am nächsten lagen. Natürlich passierte nichts, außer ein paar Kratzer. Irgendwann war es einem aber klar wie man sich umbringen konnte. Es war dann keine große Kunst mehr in der Theorie. Es war eher eine Frage der Umsetzung. Wann und wie. Und dann hatte ich es so weit geschafft wirklich es so weit zu bringen Tod zu sein. Nur hatte ich nicht das Glück Tod zu bleiben.Aber wenn man schon einmal Tod war, war sterben nicht mehr so spannend, nicht wirklich was neues. Jedenfalls redete ich mir das ein. Ich betrachtete es eher als ein Willkommen. Kein Abschied, auf jedenfall kein schwerer Abschied. Ich wusste genau was passieren würde mit mir wenn ich sterbe, auf jeden fall bis zu dem Punkt wo ich wieder aufwachte und merkte das ich gar nicht gestorben war. Bis zu dem Punkt an dem alles wieder von vorne anfangen würde. Ich wusste genau was da jetzt mit meinem Körper passierte, die heiße Luft gefüllt mit schwerem, tödlichen Rauch drang in meine Lunge, setzte sie zu, unfähig Sauerstoff aufzunehmen. Erst bleibt das Herz aus Mangel stehen und man wurde bewusstlos. Das ist das Glück an großen Bränden, nur die wenigsten verbrannten bei lebendigen Leibe. Die meisten schliefen einfach ein und waren Tod. So friedlich, so ruhig, so wunderschön vollkommen. Dann war man für immer weg. Doch ich hatte das Pech dieses Glück nie zu erleben, jedenfalls nicht jetzt. Meine letzte Kraft hatte ausgereicht um in mein Zimmer zu gelangen, es stand voller Flammen, die Fenster zerborsten von der Hitze, es war ein Wunder das ich nicht sofort zu Staub zerfiel. Die Kiste mit den Erinnerungen an mein altes Leben, sofern es eins war, und an Robert war aus meinem Versteck gefallen und lag auf dem Boden. Ich rannte darauf zu, meine letzte Kraft, mit dem letzten Schritt, dem letzten mal Husten dort hinzukommen, um mit Robert zusammen in den Tod zu gehen. Ich griff die Kiste und lief zwei Schritte weiter.
Als ich wieder zu mir kam lag ich in unserem Garten, mein Bein tat höllisch weh, meine Hüfte war zertrümmert, ich war mit Schnitten und Verbrennungen übersät, die Feuerwehr begann damit das Haus zu löschen. Ich lag zusammengekauert auf der Kiste in unserem Garten, genau vor den großen Fenstern, zwischen der Garage und dem Pool, dem Grillplatz und der großen Rasenfläche, bereit meine Augen für immer zu schließen. Ich hörte noch wie ein Mann rief das er noch einen Jungen gefunden hatte und dann wurde ich nach oben gezogen, ich versuchte mich an die Kiste zu klammern, ich wollte jetzt hier liegen, ich wollte jetzt hier sterben, einfach aufhören zu atmen, war das ganze hier nicht genug gewesen um endlich gehen zu dürfen?Warum konnte ich nicht einfach wegsein, für immer. Warum konnte man mir nicht diesen einen Wunsch erfüllen? Ich wollte schreien, ich wollte weinen, ich wollte irgendetwas tun, das dies hier alles aufhalten würde. Alles zum stehen bringen würde. Und am besten mein Herz gleich mit. Es war so unwirklich, weshalb ich immer noch am leben war, jeder normale Mensch wäre erstickt, verbrannt, oder beides. Aber warum ließ man mich am Leben? Warum konnte man mir nicht wenigstens diesen einen Wunsch erfüllen? Wenn ich an Gott glauben würde, wäre dies vielleicht ein Zeitpunkt mal da oben nachzufragen. Aber ich glaubte an nichts. Ich lag scheinbar in den Armen irgendeines Feuerwehrmannes und klammerte mich an meine Kiste fest. Und ich wollte nicht loslassen, nie wieder. Egal ob ich vielleicht doch noch aufhören würde zu atmen, oder ob ich in irgendeinem Krankenhaus landen würde. Ich würde nicht loslassen. Ich würde niemals von Robert loslassen können. Dafür war zu viel passiert. Ohne ihn wäre ich nicht an dem Punkt an dem ich jetzt bin. Ohne ihn wäre ich nicht so kaputt. Ohne ihn wäre ich nicht so wahnsinnig. Und ich wollte wahnsinnig sein, ich war nicht krank, ich war ich selbst. Und das nur mit Robert. Egal ob in Form der Kiste oder er selbst. Und da er nie wieder bei mir sein würde, in Person, hatte ich nurnoch die Kiste. Für jetzt und für immer. Wir akzeptieren die Liebe die wir für richtig halten, hat meine Mutter immer gesagt, und wenn ich es für richtig hielt, keine Liebe zu bekommen, dann war das so.
Ich kam wirklich wieder zu mir, in dem Krankenwagen, neben mir zwei Männer in weißen Klamotten, meine Haut brannte, jeder Atemzug tat weh, wir bewegten uns. Es war so als ob ich jedesmal wenn ich einen Zug Sauerstoff durch die Maske nahm, ich Nägel einatmete und wieder ausatmete. Meine Haut war so heiß, und spannte. Als ob sie in jedem Moment reißen könnte. Ich wechselte meinen Zustand von vollem Bewusstsein zurück zu absoluter Bewusstlosigkeit, hin und her. Ich hatte keine Ahnung warum ich noch am Leben war, was in den letzten Momenten vor diesem Wagen passiert war. Wo meine Mutter war, und wo ich jetzt genau hingebracht werden würde. Ob in ein normales Krankenhaus oder ob sie mich wieder zurück in die Klinik bringen würden. Zurück zu Amy, Paul und Tammy. Ob sie überhaupt an mich dachten. Ob sie mich vermissen würden. Und selbst wenn, ich hatte keine Ahnung mehr wie es sich anfühlte von irgendjemanden vermisst zu werden. Sie dachten wahrscheinlich das ich für immer weg war, ob Tod oder einfach nur zuhause. Und dann würden sie mich vergessen. So war das bei uns in der Klinik. Menschen kamen und gehen dann wieder. Ob sie danach starben oder wieder weiterlebten wie vorher, oder vielleicht sogar besser, das wusste keiner. Und keiner wollte es so wirklich wissen. Es veränderte ja auch nicht das geringste an deiner Lage. Vielleicht würde ich mich freuen wenn ich wüsste das es Amy besser geht, das Amy endlich wieder in Freiheit war, aber auch das würde ich irgendwann vergessen. Und das war doch auch ganz natürlich. Wir waren dort so isoliert, das wir einfach keine Sozialen Bindungen aufbauen konnten. Wir sollten das wahrscheinlich auch garnicht. Vielleicht ist es das, keine soziale Bindung, keine Probleme. Und wenn wir noch nichtmal mit uns selbst zurecht kamen, wie sollten wir dann noch Freundschaften pflegen. Das wollte man uns wohl noch nicht zumuten. Nicht noch zusätzlich.
Der Wagen kam zum stehen. Ich schlug die Augen zu und tat so als ob ich immer noch Bewusstlos war. Ich konnte jetzt nicht noch vertragen irgendwelche Fragen von Ärzten zu beantworten. Irgendetwas zu begründen. Es gab Momente da gibt es nichts zu Begründen. Man tat einfach irgendetwas und war sich sicher das es so sein musste, das es das richtige war. Und man weiß noch nichtmal ob man das wirklich selbst war, was man getan hat. Ob da nicht irgendein Teil von einem selbst die Kontrolle übernommen hat. Und man sich einfach nicht dagegen wehren konnte. Und dann tat man es einfach. Und so etwas wollte ich nicht schon wieder den Ärzten erklären, nicht momentan, wo mir einfach die Haut vom Körper platzte und meine Lunge voller Feuer und Nägel war.
Ich wurde durch die Gegend geschoben, dann von der Trage auf ein Bett gehoben, ein paar Ärzte und anderes Krankenhaus Personal rannte um mich herum, stand um mein Bett herum und steckte mir irgendwas in den Arm, verband eine andere Stelle, und ich ließ alles über mich ergehen. Was sollte ich auch sonst machen. Ich war unfähig mich zu bewegen, zu schreien, mich zu wehren. Ich kam zum stehen und dann schlief ich einfach ein. Es tat mir alles weh. Und ich wusste genau das ich am Leben war. Das hier war nicht der Tod. Wenn man tot war, tat nichts mehr weh, dann war alles weg, keine Gefühle, kein garnichts. Ich träumte in der Nacht von nichts, keinerlei schrecklichen Alpträume oder schönen Erinnerungen, einfach nichts. Eine völlige leere. Ich war so kaputt von allem, von dem ganzen Schmerzen haben, von dem ganzen was passiert war. Und dann fiel es mir wieder ein, dieses panische, spontane einfallen was manchmal passiert. Es ist wie ein Schlag der da ist und dann dieses Gefühl von Panik was im ganzen Körper prickelt und brennt. Ich wusste ich hatte nicht das alles was ich hatte, als man mich fand. Ich hatte das wichtigste nicht bei mir. Ich hatte die Kiste nicht mehr. Ich hatte sie verloren, oder man hat sie mir weggenommen. Egal was es war, ich wusste genau das ich sie wieder haben muss. Ich würde sie wieder bekommen und dann würde ich hier aus dem Krankenhaus raus und mit ihr zusammen wegrennen. Mir war auf einmal alles klar. Ich schlug die Augen auf, völlige Dunkelheit. Und formte die Lippen zu einem ,Robert‘. Morgen würde ich herausfinden wo sie die Kiste war und dann würde ich sie mir holen. Egal was das mich kosten würde. Ich würde sie wieder bekommen. Robert, ich werde dich wieder bekommen. Für immer.
to be continued . . . ;)
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Re: 213

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