Polizist vs. Lehrer vs. Filmarbeit

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Austin
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Polizist vs. Lehrer vs. Filmarbeit

Beitragvon Austin » 30 Aug 2016, 23:57

Hi Leute,
Das da oben sind alles Berufe, die ich mir schon irgendwie vorstellen könnte, zu machen... (unter Filmarbeit wäre sowas wie Kameramann sich vorzustellen). Ich möchte euch fragen, ob ihr persönlich diese Berufe ausübt und was eure Erfahrungen damit sind (ihr könnt natürlich auch gerne eure Vor- und Nachteile einbringen, wenn ihr diesen Beruf nicht ausübt!).
Welchen von den oben genannten Berufen würdet ihr wählen?

Polizist vs. Lehrer vs. Filmarbeit

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iami
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Re: Polizist vs. Lehrer vs. Filmarbeit

Beitragvon iami » 31 Aug 2016, 19:07

Hi Austin,
Mal vorweg, Sowohl Polizei als auch Filmarbeit war bei mir mal in der Überlegung (und unendlich andere Berufe). Ich hab mich für die Polizei entschieden und bin mitten in der Ausbildung (und jederzeit für Fragen offen ;) ). Lehrer war für mich nie so der Hit, schließlich kanne ich mich in der Schülerrolle und ich wusste das ich ja noch harmlos was... Beamtenberufe sind prinzipell recht sicher (wirtschaftlich) und auch nicht allzu schlecht bezahlt. Ein Lehrer startet mit höherem Gehalt, kann sich aber nicht so hoch arbeiten wie ein Polizist. Beim Film bist du entweder irgendwo fest angestellt, oder frei tätig. Bei letzterem trägt man natürlich volles Risiko und muss sich um Aufträge bemühen. Bei der Festanstellung wird man aber nur sehr schwer an das große Geld kommen. Ich hatte damals für mich beschlossen, dass das ein super Hobby ist, ich das künstlerische Leben aber nicht will. Die Polizei ist selbstverständlich viel abwechslungsreicher als das was der Lehrer jedes Jahr aufs neue runterleiert. Außerdem bist du dann bei einem Arbeitgeber, der ein riesiges Spektrum an Berufen anbietet, zwischen denen man doch häufiger und leichter wechseln kann als viele denken. Und auch alle unsere Lehrer sind Polizisten, die sich i.d.R. selbst dazu entschieden haben unterrichten zu wollen. Die extreme Belastung, die der Beruf mit sich bringen kann (und während den ersten Jahren auch definitiv wird) ist allerdings nicht für jeden zu meistern. Letztlich muss du es selbst entscheiden, versuche möglichst viele Praktika zu machen, rede mit Leuten aus den Berufen, etc.
Wie gesagt für Fragen zur Polizei kannst du dich gerne melden ;)

LG,
Iami :flag:
Wir trauen uns manchmal nicht Dinge zu tun, weil wir denken, dass wie sie bereuen, doch am Ende bereuen wir es meistens viel mehr, dass wie uns nicht getraut haben.

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Sky26
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Re: Polizist vs. Lehrer vs. Filmarbeit

Beitragvon Sky26 » 01 Sep 2016, 02:28

Hey Austin,

leider oder glücklicherweise kann ich meine Eindrücke nur als Außenstehender schildern. Ich werde mich auch nur zu einer Deiner Erwägungen äußern, der Polizei. Da ich nicht weiss, woher Du kommst und in anderen Ländern wenig Erfahrung mit der Polizei habe, ist hierbei nur die deutsche Polizei gemeint.

Der Ausbildungsweg ist bei dieser Variante hinsichtlich der Ausbildungsdauer etwa die Mitte, wenn ich mich nicht irre etwa drei Jahre. Besonders vorteilhaft daran ist, dass Du bereits während der Ausbildung dauerhafte Anwärterbezüge erhältst, momentan etwa 1200 Euro im Monat. Außerdem kann ich zustimmen, dass ein Beamtenverhältnis eine relativ sichere Besoldung einbringt. Wobei Du als Lehrer normalerweise auch verbeamtet bist. Und auch im Bereich Film und Fernsehen würde ich eine Anstellung nicht als besonders riskant einschätzen. Schwankt natürlich von Berufsbild zu Berufsbild und von Arbeitgeber zu Arbeitgeber.

iami erwähnte große Belastungen. Dem würde ich auch zustimmen. Ich würde vor einer Bewerbung recherchieren, wie viele Polizisten vorzeitig aus dem aktiven Dienst ausscheiden, um mir ein besseres Bild davon machen zu können.

Du musst mittlerweile als Polizist im Streifendienst damit rechnen, dass Du angegriffen wirst. Selbst von 15-jährigen Schülerinnen. Soweit ist es an unseren Schulen meines Wissens nach noch nicht.

Auf Beförderungen sollte man auch nicht hoffen. Angeblich soll es Menschen geben, die Polizisten anzeigen, wenn sie sich falsch behandelt fühlen. Und möglicherweise ist es mit Beförderungen schwieriger, wenn es in der eigenen Laufbahn solche Vorfälle gab.

Dass eben solche Vorfälle tatsächlich passieren, und nicht nur übertriebene Schilderungen der vielen Menschen sind, die sich von der Polizei falsch behandelt fühlen, kannst Du vielleicht mal im Alltag erleben. Ich habe durchaus sehr seltsame Polizisten kennenlernen dürfen.

Ein weiterer Punkt wäre ethischer Natur. Du wirst vielleicht sehr ernsthafte Gewalt gegen Personen anwenden müssen. Vielleicht auch gegen solche, die keinerlei Schuld trifft. Und das tust Du persönlich. Wenn Du im Dienst bist, ist das kein anderer Mensch.

Ich möchte Dir empfehlen, mit Polizisten, die älter als 30 sind, über ihren Beruf zu reden. Mir zumindest erzählen die immer etwas anderes, als die hübschen Jungs und netten Mädels von der Polizeiakademie, die immer an den Info-Ständen stehen.

Wie auch immer Du Dich entscheidest, ich wünsche Dir, dass Du das für Dich richtige findest! :)

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Re: Polizist vs. Lehrer vs. Filmarbeit

Beitragvon Phil007 » 23 Sep 2016, 07:52

Ich kann dir aus dem Bekanntenkreis nur mal so mitteilen, was ganz starke Nachteile eines Lehrers sind:
1. Grundschullehrer
Du brauchst extrem viel Geduld, es sind viele Kinder dabei, die sich einfach stur stellen und nicht nachdenken usw. Du solltest wirklich vorher überlegen, ob du so viel Geduld aufbringen kannst oder eher eine Person bist, die sich irgendwann aufregt. Das ganz große Problem sind die Kinder, die aus - gelinde gesagt - "komischen" Haushalten haben. Kein Respekt vor Lehrern, ihren Eltern usw. Du musst es also auch hinbekommen, ruhig zu bleiben, wenn dich ein kleines ungezogenes Kind anmacht.
2. Oberstufenlehrer
Ich denke, da kommt es immer auf die Schule an, wir haben ja sicherlich alle in den Medien von den Problemschulen, vor allem in Berlin gehört. Du kannst hier sehr viel Glück haben und an eine Schule kommen bzw. Klassen bekommen, die wirklich wissbegierig sind usw... allerdings kann es auch in die andere Richtung gehen. In dem Alter wissen die Schüler auch ganz genau, was sie tun. Lehrermobbing ist beispielsweise auch keine Seltenheit.

Austin
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Re: Polizist vs. Lehrer vs. Filmarbeit

Beitragvon Austin » 28 Sep 2016, 22:40

Ich melde mich mal zum Thema zurück...
Ich habe an den Beruf des Lehrers gedacht, weil ich echt gut mit fast allen Kindern zurechtkomme (Ich babysitte viel).
Beim Beruf des Polizisten reizt mich vor allem, dass man sich viel bewegt und nicht nur einen 9 - 17 Uhr Job hat und am nächsten Tag dann nicht mehr weiß, was man gestern gemacht hat. Ich mache viel und gerne Sport, allerdings bin ich jetzt auch nicht der Allermutigste.Ich bin jz nicht ängstlich oder so, aber so nem Stiernacken gegenüber zu stehen, der dich zusammen schlagen will, stelle ich mir eher schwierig vor. Daher würde mich interessieren, wie das bei dir (iami) war und wie die Ausbildung dazubeiträgt, sich sicherer zu fühlen.
Gleichzeitig reizt mich auch der Gedanke des Helfens in der Not.
Filmarbeit fand ich auch immer interessant (ich schaue mir immer gerne die Making-Ofs an). Dabei fände ich es toll, bei Projekten mitzuarbeiten und als Team zu funktionieren. Außerdem macht mir generell das Aufbauen von Technik etc. sehr viel Spaß.

Was denkt ihr? Habt ihr vielleicht noch andere Berufsideen für mich?

PS: Was vielleicht noch wichtig ist: Ich mache in n paar Jahren Abi
PPS: Also eigentlich noch keinen Druck

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iami
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Re: Polizist vs. Lehrer vs. Filmarbeit

Beitragvon iami » 29 Sep 2016, 07:17

Austin hat geschrieben:Ich mache viel und gerne Sport, allerdings bin ich jetzt auch nicht der Allermutigste.Ich bin jz nicht ängstlich oder so, aber so nem Stiernacken gegenüber zu stehen, der dich zusammen schlagen will, stelle ich mir eher schwierig vor. Daher würde mich interessieren, wie das bei dir (iami) war und wie die Ausbildung dazubeiträgt, sich sicherer zu fühlen.

Dass du gerne sport machst ist sehr wichtig für den Beruf. Die Angst vor der bestimmten Situation an sich legt sich, wird aber (zum Glück, denn die Angst schützt dich) nie komplett verschwinden. Du weißt eben, dass du ganz passabel ausbildet bist, dein Gürtel voller schöner keiner Hilfsmittel hängt und neben die dein Kollege mit den selben Eigenschaften steht. Gleichzeitig, und das kann keiner leugnen, wirst du dich hier ziemlich verändern. Zu wirst selbstbewusster, du kannst viel besser wildfremde Leute ansprechen, du wirst aber auch in einem gewissen Rahmen etwas paranoid. Man ist immer dabei, beobachtet die Leute, setzt sich im Restaurant eher in eine Ecke, wo man alles überblicken kann, etc. Die typische polizistenkrankheit. In der Regel sind diese Veränderungen nicht besonders tragisch, sie fallen nicht Polizisten auch nicht immer auf.
Aber kurzum es gibt deutlich gefährlichere Berufe. Wirtschaftlich betrachtet ist es ein sehr sicherer Beruf und du weist, du hast immer ein riesigen Team hinter dir stehn. Was für viele am Anfang ein großes Problem ist, ist dass wissen, man muss Gewalt anwenden. Hast du jemanden schon mal gezielt und bewusst ins Gesicht geschlagen? Würdest du es tun? Es kommt hier immer mal wieder vor, dass Schüler nach dem ersten schießen kündigen, da ihnen dann bewusst wird, dass sie trainieren um irgendwann einmal einen Menschen zu treffen, sllte es nötig sein...

Schreib mich gerne an, wenn du noch mehr wissen willst.
LG,
Iami
Wir trauen uns manchmal nicht Dinge zu tun, weil wir denken, dass wie sie bereuen, doch am Ende bereuen wir es meistens viel mehr, dass wie uns nicht getraut haben.

Re: Polizist vs. Lehrer vs. Filmarbeit

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