Informatikstudium - sinnvoll oder nicht?

Euer Bereich für Schule, Ausbildung und Studium (auch für Fragen rund um Schulthemen, Hausaufgaben und Uniarbeiten)
Kaniggel
new-boy
new-boy
Beiträge: 27
Registriert: 16 Mai 2016, 21:04
Kontaktdaten:

Informatikstudium - sinnvoll oder nicht?

Beitragvon Kaniggel » 17 Mai 2016, 14:03

Seid ihr gerade dabei Informatik zu studieren, oder seid ihr schon fertig damit?

Habt ihr überhaupt vor Informatik zu studieren?

Ich selber bin noch in der Schule und kräftig am überlegen, was ich mal machen möchte. Ein paar Erfahrungen schaden nie. :)

Danke :flag:
Karnickel sind einfach süß! Sie zu essen ist eine schande. :cry: :(

Informatikstudium - sinnvoll oder nicht?

Werbung
 

Benutzeravatar
TechBoy96
fleißiges Bienchen
fleißiges Bienchen
Beiträge: 1080
Registriert: 25 Apr 2014, 17:16

Re: Informatikstudium - sinnvoll oder nicht?

Beitragvon TechBoy96 » 17 Mai 2016, 21:48

Ich habe bald das Abitur in der Tasche und habe vor, danach Informatik zu studieren.
"Your time is limited, so don't waste it living someone else's life."
Steve Jobs (1955-2011)

Benutzeravatar
maribo97
member-boy
member-boy
Beiträge: 117
Registriert: 30 Jun 2012, 23:14
Wohnort: Nahe Münster
Kontaktdaten:

Re: Informatikstudium - sinnvoll oder nicht?

Beitragvon maribo97 » 18 Mai 2016, 00:08

Dito :D ich habe eigentlich vor nach dem Abitur, nur noch zwei Tage :) *yeah*, Wirtschaftsinformatik zu studieren an einer FH, das ist glaub ich besser "anwendbar" :D
Lg
Marius :wink: :D
(\_/)
(O.o)
(> <)

Benutzeravatar
timtom
boypoint-Technik
Beiträge: 14015
Registriert: 13 Mär 2001, 00:00
Wohnort: Münster, Germany

Re: Informatikstudium - sinnvoll oder nicht?

Beitragvon timtom » 18 Mai 2016, 07:41

Ich hab Informatik studiert und kann daher noch die andere Perspektive beisteuern von jemandem der das Informatikstudium absolviert hat. Rückblickend hat sich das für mich überhaupt nicht gelohnt. Seit ich 18 war, hatte ich ein Gewerbe und auch - mehr oder minder - kleine Kunden. Nach dem grossen dot-com Crash gab es viel Unsicherheit, Outsourcing nach Indien war überall im Gespräch und alle sagten "studier was, dann hast Du einen Schein, dann hast Du einen Nachweis".
Also Informatikstudium begonnen, an einer normalen Hochschule (also Universität, nicht Fachhochschule). Der Mathe Anteil war absolut dominant, selbst die eigentlichen Informatikvorlesungen waren sehr Theorie getrieben und hatten einen hohen Mathematik Anteil. Sicherlich habe ich da einiges gelernt, was ich mir so nie angeschaut hätte.
Aber es fehlte auch etwas: Der Praxisbezug. Alles, was ich so schon in Projekten gebraucht habe oder kennengelernt habe, war kein Thema. Die Professoren und Dozenten bewegten sich in einer eigenen Welt, keiner von denen hatte je Software im größeren Stil entwickelt.
Zeitgleich habe ich boypoint hochgezogen und konnte dort eine Menge Erfahrungen sammeln, die mir zwar im Studium nichts gebracht haben, dafür danach aber um so mehr: Von Administration bis zur Programmierung und Arbeiten im Team ist da alles möglich, Experimente zur Spamerkennung mit Datenauswertungen und Absicherung gegen Bot-Angriffe. Da hat man ne Menge "echte Welt" und gleichzeitig nicht dies "ich mach das nur für die Klausur, danach kann ich alles vergessen" Gefühl. Ich schmunzel dann immer etwas in mich herein wenn mal wieder ein Kunde überrascht ist, wie breit mein Wissen und Erfahrung in so jungen Jahren sind, aber auf die Frage "wo hast Du das denn alles gelernt?" werde ich das natürlich auch keinem auf die Nase binden.

In Summe würde ich sagen, dass eine Ausbildung zum Fachinformatiker oder ein Studium an einer Fachhochschule für mich vielleicht eher passend gewesen wären. Ohne praktische Projekte wäre ich eingegangen, aber als Teilzeitstudium ist Informatik auch echt hart und ich hab es daher auch nicht in der Regelstudienzeit geschafft.

Aus meiner Sicht ist ein Informatikstudium daher für eine eher kleine Zielgruppe das richtige: Wer in die Forschung möchte, Spaß an Theorie hat oder selbst mal in die Lehre möchte ist da richtig aufgehoben. Wer in dem Bereich arbeiten möchte, sollte über ein FH (Fachhochschul) Studium nachdenken oder eine Ausbildung machen. In jedem Fall sind eigene Hobby-Projekte anzuraten! Das kann OpenSource sein, ein Browsergame oder Mitarbeit bei einer Community wie uns. (Übrigens: Wir SUCHEN Mithelfen! :D ) Da der Bereich Softwareentwicklung sich gerade stark wandelt, glaube ich, dass das klassische "ich bin Programmierer", "ich bin Teamleiter" oder "ich bin Systemadministrator" Bild nicht mehr taugt, sondern man am besten fährt, wenn man ein breites Spektrum an Kompetenzen hat: Teamarbeit, Sysadmin und Anwendungsentwicklung gehen immer mehr Hand in Hand, man kann sich da nicht auf einen Posten berufen. (Wer das Stichwort "DevOps" gehört hat, weiss vielleicht, was ich meine.)
Wer sich damit gut aufstellt, der wird langfristig zufrieden und kann auch recht gutes Geld verdienen. Aber es ist eine kontinuierliche Herausforderung stets dazu zu lernen und auch bereit zu sein, sich von alten Investitionen zu lösen. (Und sonst hat man immer noch die Chance in einer Behörde, Versicherung oder Bank bis zur Rente langweiliges Zeugs in Eintönigkeit zu machen - aber dafür hab ich mich nicht für die IT entschieden.)
The greatest enemy of freedom is a happy slave.

christoph87
Einmalposter
Beiträge: 9
Registriert: 08 Okt 2012, 19:33
Wohnort: Oldenburg

Re: Informatikstudium - sinnvoll oder nicht?

Beitragvon christoph87 » 30 Mai 2016, 17:48

Ich habe auch Informatik studiert und habe es bisher nicht bereut. Natürlich gibt es im Studium viele theoretische Anteile, aber auch die fand' ich sehr hilfreich (sogar Teile der Mathe-Vorlesungen, auch wenn ich sie gehasst habe ;) ).

Der theoretische Teil war gut, um Grundlagen zu vermitteln. Vieles davon konnte ich bisher auch wieder anwenden, auch wenn es während des Studiums eigentlich unnütz schien. Daneben gab es auch noch praktische Vorlesungen, z.B. einen Programmierkurs oder ein Modul, in dem Hardware entwickelt und Programmiert wurde. Zusätzlich hatten wir noch Projekte, zum einen das Softwareprojekt, in dem wir mit mehreren Personen ein Browserspiel entwickelt haben, und zum anderen die Projektgruppe, die spezifischer für den Schwerpunkt im Masterstudium war (der Studiengang war Eingebettete Systeme, Schwerpunkt Automotive). Dort habe ich auch viel über arbeiten in Teams, gerade z.B. zu Themen wie Versionsverwaltung, und Projektmanagement gelernt: Außerdem lernte man dort entsprechende Tools, die auch in der Industrie eingesetzt werden, kennen, was mir z.B. auch jetzt noch von großem Nutzen ist.

Nach dem Studium war ich dann in einem Forschungsinstitut tätig und hätte dort noch promovieren können. Das habe ich nicht gemacht, aber dadurch habe ich noch weitere Erfahrungen in der Projektarbeit, schreiben von Dokumenten (Papern) und halten von Vorträgen gesammelt.

Mittlerweile bin ich in der Softwareentwicklung tätig, allerdings auch spezialisiert im Bereich Automotive/Eingebettete Systeme.

Ob sich für dich ein Informatikstudium lohnt, musst du selber entscheiden. Du solltest auf jeden Fall Interesse an dem Thema haben und auch schon erste Erfahrungen, z.B. mit dem Programmieren, gesammelt zu haben. Ich war während des Studiums auch Tutor und gerade im Programmierkurs gab es viele, die nicht das "richtige", logische Denken hatten und das Studienfach nur gewählt hatten, weil sie darin Berufschancen gesehen haben. Solche Leute sind dann auch meist nach wenigen Semestern gegangen (oder sind zu Langzeitstudenten geworden).

Außerdem ist das Studium nicht unbedingt für jeden Beruf notwendig. Wenn du z.B. in die Systemadministration möchtest, wirst du mit dem Studium überqualifiziert sein. In der Softwareentwicklung gibt es auch viele Firmen, die als Entwickler keine studierten Leute einstellen, das habe ich in meinen Bewerbungsgesprächen gemerkt. Da war ich dann immer als Projektleiter o.Ä. vorgesehen. Ich persönlich denke allerdings auch, dass Software-Firmen eher studierte Mitarbeiter einsetzen sollten, gerade in Fachgebieten, aber das müssen die Firmen selber wissen ;) . Allgemein würde ich die Berufschancen aber als recht gut einschätzen. Zu dem Forschungsinstitut bin ich durch den Betreuer meiner Masterarbeit gekommen und den jetzigen Job habe ich direkt im Anschluss bekommen, viele Bewerbungen musste ich da nicht schreiben (allerdings gibt es leider auch viele Firmen, die nicht angemessen zahlen wollen).

Einige Universitäten bieten auch ein "Schnupperstudium" oder einen Informationstag für Schüler an, vielleicht ist das etwas für dich, um dich vorab mal zu informieren.

Viel Erfolg bei deiner Entscheidung :)

Re: Informatikstudium - sinnvoll oder nicht?

Werbung
 

Zurück zu „Schule, Ausbildung, Studium“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast