Schwarzer Schmetterling

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Matti
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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Matti » 12 Jun 2019, 21:30

:oops: na das wird doch :flag: freu mich riesig auf die nächsten Folgen
Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.

Re: Schwarzer Schmetterling

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walnuss
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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon walnuss » 12 Jun 2019, 22:32

Ist echt extrem mitreißend die geschichte.. danke fürs posten :)

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Quianye
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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Quianye » 15 Jun 2019, 01:33

34. Lauf

„…wir sind ein Gemisch zur Sensation prädestiniert, eine magische Verbindung und ein Teufelselexir…“ Ich stand auf und ging zu meinem Schrank. Ich nahm mir frische Klamotten und ging ins Bad. Nicht das ich mich geschämt hatte mich vor Patrick umzuziehen, Nur wollte ich mir auch ein Bild von Zustand meines Körpers machen. Auch wenn ich es mir nicht anmerken lassen wollte, durchfuhr mich doch noch bei jeder ach so kleinen Bewegung ein stechender Schmerz. Langsam zog ich mir Hose und Unterhose runter und betrachte mich im Bodentiefen Spiegel. Beide Beine waren mit tiefen Kratzern und Rissen versehen, Die Knie waren aufgeschürft. An meinem Bauch war ebenfalls ein länger Schnitt der fast bis hinauf an meine Brust reichte. Hinzu kamen etliche blaue Flecken, mache schon dunkel violett und etwas älter, andere noch ganz frisch. Am auffälligsten war ein mehr als faustgroßes Hämatom an meinem rechten seitlich Oberschenkel welcher mir bei jedem Schritt von seiner Existenz berichtete. Gepaart mit der langsam heilenden Verletzung im Gesucht und meinem gescheiterten Suizidversuch gab Ich im allgemeinen ein ganz schön trauriges Bild ab. Ich seufzte auf. Mit viel Wasser und noch mehr Desinfektionsmittel begann ich meine Wunden zu reinigen. Dann zog ich mich an und ging wieder zu Patrick.

Als ich das Zimmer betrat, staunte ich erst mal nicht schlecht. Er war wieder eingeschlafen. Zufrieden betrachtete ich ihn wie er so friedlich da lag. Seine Brust hob und senkte sich langsam und gleichmäßig. Aus seinem Mund kam ein leises Schnarchen. Er wirkte so niedlich, So zerbrechlich wie er so da lag. Ich brachte es nicht übers Herz ihn jetzt zu wecken. Deshalb beschloss ich, In die Küche zu gehen und uns eine Kleinigkeit zu Essen zu besorgen. Auf dem Weg nach unten vernahm ich immer noch die Sägegeräusche meines Stiefvaters die, im Gegensatz zu Patrick, so überhaupt keine Spur Niedlichkeit in sich trugen. Leise durchforstete ich den Kühlschrank nach etwas Essbarem. Doch bis auf ein paar Stücke Obst blieb meine Suche erfolglos. Mit zwei Äpfeln in der Hand bewegte ich m8ch zurück ins Zimmer und wartete darauf, dass Patrick wieder wach würde.

„Wäre er doch nur ein Mädchen“, dachte ich mir als ich den schlafenden Jungen aus meinen Stuhl heraus beobachtete, „vieles würde so viel einfacher sein.“ Wieder kamen diese Gedanken in mir hoch. Ich konnte sie nicht wirklich verstehn. War ich den tatsächlich auf einmal in einen Jungen verliebt? Aber das war nahezu unmöglich. Seit ich denken kann, war ich immer nur an Mädchen interessiert. Mir wurde aber auch immer mehr bewusst, dass zwischen uns irgend etwas passiert war. Vielleicht war es ja normal so zu empfinden, wenn man so etwas einschneidendes zusammen durch macht. Vielleicht war es nur so eine Art tiefe Verbundenheit die durch die ganzen Ereignisse nur immer mehr verstärkt wurde. Ich konnte mir nicht wirklich einen Reim darauf machen. Als ich so in meinen Gedanken versunken Löcher in die Luft starrte, wachte Patrick wieder auf.

„Sorry, Ich bin wohl kurz eingeschlafen“, sagte er und rieb sich die Augen.
„Macht nix,“ sprach ich und warf ihm den übrigen Apfel hin, „für ein Katerfrühstück hat’s leider nicht gereicht. Aber wenigstens etwas.“
„Danke“, antwortete er knapp und biss genüsslich hinein. Während er so kaute, kramte er sein Handy aus der Hosentasche hervor. Mit einem mal verschluckte er sich und begann zu husten.
„Guck, meine Mim bringt mich um“, brach es mit einem mal aus ihm heraus.
„Was denn los? Sooo schlimm wird es schon nicht sein“, versuchte ich ihn zu beruhigen. Sein Gesicht spiegelte deutlich seine Panik wieder.
„Wie klingen für dich Dreißig verpasste Anrufe und noch mal genau so viele wütende Nachrichten?“
„Dann tut es mir leid, dass deine Henkersmahlzeit so sperrlich ausgefallen ist“, scherzte ich. Doch anstatt seine Anspannung zu lockern, fing ich mir einen vielsagenden Blick ein.
„Tschuldigung“, warf ich schuldbewusst sofort hinterher.
„Die macht mir schon die ganze Zeit die Hölle heiß wegen der Beurlaubung. Jetzt wird sie mich sicher für den Rest meines Lebens in meinem Zimmer anketten.“ Patrick wurde langsam richtig panisch. Mein kleiner Scherz Tat mir immer mehr leid.

„Was hast du ihr eigentlich wegen der Beurlaubung gesagt? Weiß sie von dem Bild?“, fragte ich schließlich.
„Ne, um Gottes Willen. Sie hat zwar bei den anderen ihren Eltern versucht was raus zu bekommen, Aber alles was sie erfahren hat ist, dass das Gerücht rum geht, dass ich was mit dir hätte und deshalb gemobbt werde. Mehr aber auch nicht. Und ich werd den Teufel tun ihr irgend was von der ganzen Scheiße zu erzählen.“
Das war also die offizielle Version? Ich war sprachlos. Für mich klang das so, als wären wir in den Augen der Anderen selbst an dem ganzen Schlamassel schuld. Machen die es sich da nicht etwas sehr einfach. Anderseits konnte man von einer Bände Halbaffen nix andres erwarten.
„Und damit hat sie sich zufrieden gegeben?“, fragte ich weiter. Ich kannte seine Mutter ja auch und wusste genau, dass sie sobald es um ihren Sohn ging zur Oberglucke wurde. Und das sie dann bei so nem Thema sich so einfach abspeisen ließ, hörte sich so gar nicht nach ihr an.
„Was glaubst du den“, kam auch prompt die Bestätigung von Patrick, „ die löchert mich bei jeder Gelegenheit. Die ständige Fragerei hängt mir echt sowas von zum Hals raus. Ich weiß echt nicht, wie lang iSie das noch so durchziehen will.“
„Vielleicht solltest du ihr doch die Wahrheit sagen.“
„Spinnst du? Kannst du die auch nur annähernd vorstellen was die in der Schule veranstalten würde wenn sie davon erfährt? Da soll doch lieber jeder denken ich sei schwul“, sprach er ruhig. Ich konnte gut nachvollziehen was er meinte. Trotzdem fand ich es seinen Eltern ein wenig unfair gegenüber. Letztendlich liebten sie ihn und wollten nur sein bestes. Im Gegensatz zu meinen Erziehungsberechtigten.
„Okay, dann solltest du erst mal schleunigst nach Hause gehen und auf Knien um Verzeihung bitten. Ich kann ja mitkommen wenn du willst so als moralische Unterstützung“, schlug ich vor.
„Danke aber lass mal. Da muss ich jetzt allein durch. Außerdem ist meine Mim nicht unbedingt gut auf dich zu sprechen. Sie meint es wäre alles deine Schuld.“
„Naja, so ganz Unrecht hat sie ja auch nicht.“ Ich war mir bewusst, dass es wirklich vor allem meine Schuld war das er jetzt so viele Probleme an der Backe hatte.
„Hör auf die die Schuld dafür zu geben. Kevin ist ein scheiß Psychopath. Ich hatte mir gedacht, dass er zu dem allen fähig ist. Wie auch immer. Ich weiß dann mal gehen.“

Ich nickte ihm kurz zu. Am liebsten wäre ich mit ihm mit gegangen. Aber was hätte es denn gebracht. Wenn seine Eltern wirklich mir die Schuld daran geben würde es alles nur noch schlimmer machen. Wir standen also auf und machten uns leise auf den Weg nach unten. Doch als ich die Treppe betrat, bekam ich auf einmal ein ungutes Gefühl.
Mit jeder Stufe nach unten, wurde dieses Gefühl stärker. Ich bedeutete Patrick leise zu sein. Auf Zehenspitzen schlichen wir durch das Haus. Hatte ich mich vielleicht getäuscht? Oder wird ich jetzt noch paranoid? Die Antwort war ein klares Nein.

„Da bist du kleine gottverdammte Schwuchtel ja wieder“, drang es aus der geöffneten Küchentür.
„Geh Patrick“, sprach ich hastig. Ich hatte eine wage Vorstellung von dem was gleich passieren wird und ich wollte auf keinen Fall, dass Patrick das mit ansehen muss.
„Aber..“, stammelte er.
„Nix aber, bitte geh…“, Mein Tonfall wurde panischer.
„Wieso soll dein kleiner Schwuchtelfreund denn gehen?“, lallte er und ging weiter auf mich zu. Ich stellte mich breit vor Patrick der immer noch wie angewurzelt stehn. Nur noch wenige Zentimeter trennten uns von einander. Sein Atem ließ mich beinahe den Apfel wieder hoch würgen. Er roch immer noch wie eine ganze Bierfabrik. Offenbar war er immer noch richtig hacke. So hatte ich ihn das letzte mal erlebt, als er seine Diagnose erhalten hatte. In dieser Zeit hatte ich auch öfters mal richtig einstecken müssen. Ich fühlte mich auf einmal wieder wie damals, So schwach und hilflos. Schrot für Schritt euch ich weiter zurück. Die Arme hatte ich weit ausgebreitet um Patrick so gut es ging abzuschirmen.

„Na, schön die ganze Nacht den Arsch gegenseitig wundgefickt, was. Und ich durfte mir das Gejammer deiner verdammten Mutter anhören. Hast du eigentlich schon mal an uns gedacht?“, schrie er mich an. Seine Adern an der Stirn pulsieren. Er war gerade wie eine Sprengladung deren Zündschnur nur noch wenige Millimeter zu brennen hatte.
„Verschwinde endlich!“, schrie ich so laut ich konnte zu Patrick. Da fing ich mir die ersten ein. Ich unterdrückte die Tränen So gut ich könnte. Wütend starrte ich mein Stiefvater an.
„Was glotzt du mich so an du perverse Sau?“ Und wieder. Diesmal auf die Andre Wange. Ich spürte wie mein Herz zu Rasen begann. Meine Hände ballten sich zu Fäusten.
„Und So jemanden wie dich muss ich hier durchfüttern!“, schrie er mir ins Gesicht. Da platzte mir endgültig der Kragen. Ich holte aus und schlug ihm meine Faust ins Gesicht.
„Halt dein Fresse du verdammter Versager“, brüllte ich aus vollen Lungen.
„Warte nur du Missgeburt, Ich prügel dir die Scheiße schon raus.“ Mit diesen Worten packte er mich an der Kehle und drückte mich gegen die Wand. Er zeigte auf Patrick.
„Und du bleibst schon hier Freundchen. Die wird ich helfen meinen Sohn zu vögeln.“ Mir wurde ganz anders bei dem Gedanken das er auch noch Patrick verprügeln würde. Ich nahm mein letztes bisschen Mut zusammen, hob mein Knie und rannte es ihn in seine empfindlichste Stelle. Er sackte etwas zusammen löste aber seinen Griff um meinen Hals nicht.

„Lauf weg verdammt nochmal Patrick,“ schrie ich ihm nochmal zu. Diesmal reagierte er. Mit Angsterfülltem Gesicht drehte er sich um und rannte zur Tür hinaus. Ich war erleichtert. Ihn könnte er jetzt nichts mehr anhaben. Noch völlig in Gedanken spürte ich eine Faust in meinem Magen. In noch mal. Er ließ von meinem Hals ab. Ich sackte zusammen. Als ich so auf dem Boden lag trat er mir noch einmal in die Rippen. Ich hustete. Versuchte mich aufzurichten. Da packte er mich an den Haaren und zog mich zur Tür. Unsanft ließ er mich vor der Tür fallen. Mühsam richtete ich mich trotzdem wieder auf und spuckte ihn eine Ladung Blut vor die Füße.
„Geh mir aus den Augen du widerwärtiges Stück Scheiße“, sagte er und Schloss die Tür vor mir. Ich setzte mich auf die Treppe, wischte mif Blut und Tränen aus dem Gesicht. Da legte such ein Arm um mich und drückte mich fest an einen zarten Körper…
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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Simson » 23 Jun 2019, 20:27

??? Mutter oder Patrick (hatte der einen zarten Körper? ) ???
"Sei wie du bist ! Irgendwann kommt es sowieso raus." E.v. Hirschhausen

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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Quianye » 24 Jun 2019, 14:38

35. Unerwartet

„…warum hast du Angst vorm Streicheln, Was soll all der Terz…“ Ich lies die Umarmung zu und begann zu heulen. Es kümmerte mich nicht, wie ich in diesem Moment nach außen hin wirkte. In meinem Kopf herrschte das blanke Chaos. Dieser erneute Gefühlsausbruch machte mir unmissverständlich klar, wie kaputt ich doch innerlich mittlerweile war. Die zarte Hand, welche mir sanft übers Haar strich, schenkte mir etwas Wärme und Sicherheit. Sie wollte mir sagen, dass alles gut wird. Doch ich konnte ihr nicht glauben, konnte mir nicht vorstellen, wie es denn jemals wieder so werden könnte wie früher. Die Zeit in der ich glücklich war und unbekümmert leben könnte war lange vorbei. Und zur Zeit würde es nur schlimmer und schlimmer. Und sobald ich ein wenig Hoffnung schöpfte, zerschlug diese sich fast im selben Augenblick wieder. Nach einer Weile, hörten die Tränen auf aus meinen Augen zu laufen. Ich lehnte immer noch stumm an der schmalen Schulter. Die Hand fuhr mir immer noch langsam durch mein Haar. Sie war dünn und knochig und doch weich und sanft.

„Geht’s wieder?“, fragte mich eine Stimme, die ich so gar nicht in Erinnerung hatte. Sie war ein wenig tiefer und nicht mehr so kratzig wie noch vor gut einer Woche. Ich schaute auf in das dünne Jungengesicht. Er hatte seine ernste Mine aufgelegt. Diesen Gesichtsausdruck den ich bei ihm nur einmal kurz sah, als ich ihm nach seiner Krankheit fragte. Die blauen Augen blickten mich traurig und mitfühlend an. Ich nickte ihm nur kurz zu.
„Komm, kannst mit zu mir bis sich dein Alter beruhigt hat“, sagte Jakob und stand auf. Ich zögerte etwas. Schließlich kannte ich ihn ja doch nicht so gut und fand es daher ein wenig unangebracht gleich mit ihm mit zu gehen. Doch etwas besseres viel mir in diesem Augenblick auch nicht ein. Patrick hatte gerade mit seinem eigenen Problemen zu tun. Hier auf der Treppe zu sitzen und auf Gnade zu hoffen erschien mir auch nicht unbedingt als die Top Lösung. Also willigte ich ein.

„Wieso bist du überhaupt hier? Und wie hast du mich gefunden?“, fragte ich ihn als wir gemeinsam das Grundstück verließen und den gepflasterten Gehweg betraten.
„wollte dich eigentlich nur mal besuchen“, antwortete er, „so viele Freunde findet man ja nicht wenn man ständig im Krankenhaus sitzt und dann auch noch das bisschen Zeit zuhause allein zu verbringen ist auch fürn Arsch. Außerdem dachte ich, du könntest momentan echt nen Freund gebrauchen wenn man deine Nachrichten so liest. Dich zu finden war leicht. Dein Wohnort steht in deinem MySpace Profil und dann einfach nach dem größten Idioten der Gegend fragen?“ Jakob hatte wirklich ein seltsames Talent dafür, eine Beleidigung fast schon wie ein Kompliment klingen zu lassen. Selbst ich musste etwas über seine Erklärung schmunzeln.
„Und deine Eltern lassen dich mit deiner Krankheit einfach so in der Gegend rumfahren?“, wollte ich von ihm wissen.
„Sooo Schlimm steht es um mich nun auch wieder nicht. Und selbst wenn. Ohne ein wenig Freiheit hätte das alles eh keinen Sinn.“ Das klang für mich plausibel. Doch auch wenn ich mir vorgenommen habe nicht mehr zu Fragen, So wuchs doch langsam meine Neugierde, was Jakob den nun für eine Krankheit hatte. Wir liefen weiter bis zur nächsten Bushaltestelle. Dort studierte Jakob kurz den Fahrplan und schaute wieder auf seine Uhr.
„In zehn Minuten kommt der nächste Bus. In der Zeit kannst du mich mal auf stand bringen. Was ist das jetzt eigentlich mit dir und diesem Patrick. Und warum ist dein Alter so ausgetickt?“ ich berichtete ihm so gut wie möglich was passiert war. Die Sache mit meinem und Patricks Suizidversuch ließ ich allerdings lieber unter den Tisch fallen. Zum einen war es mir ein wenig unangenehm darüber zu sprechen , zum Anderen hatte ich keine Lust mir eine Moralpredigt reinzuziehen. Und Patricks, nennen wir es mal Ausrutscher, geht niemanden außer ihm etwas an. Ansonsten lies ich aber nichts wichtiges aus. Während ich ihm so von den Ereignissen der letzten Tage erzählte, könnte ich beobachten, wie seine Mimik sich von Erstaunen über Belustigung bis hin zu Entsetzten veränderte.

„Also nur damit ich dich jetzt richtig versteh,“ sprach er nachdem ich meine Erzählung beendete, „deine ganze Schule denkt ihr seit ein Paar, euer Rektor hat euch deswegen Urlaub gegeben, für deine Eltern bist du abartig und Patricks Eltern geben dir die Schuld dafür, das jeder denkt, dass ihr Sohn am andren Ufer fischt.“
„Ja So in etwa“, antwortete ich.
„Und ihr seid aber weder schwul noch seit ihr zusammen?“, fuhr er fort.
„Definitiv nicht!“, warf ich fast schon etwas hysterisch ein.
„Klingt fast so, als wäre es was schlimmes für dich.“
„Was? Nein!“, stammelte ich, „es ist nur…ach ich weiß doch auch nicht. Ich denke nicht, dass es irgendwas schlimmes ist. Ich kann es mir nur irgendwie nicht vorstellen.“ Ich versuchte so sicher wie möglich rüber zu kommen. In Wahrheit aber war ich mir schon seit einer Weile nicht mehr so sicher. Und es herrschte bei mir im Moment eh schon zu viel Chaos als das ich Zeit hätte, mir auch noch darüber Gedanken machen zu müssen.
„Und er?“, fragte er weiter.
„Denke ich auch nicht. Aber er ist garantiert nicht schwul.“
„Sicher?“, sagte er kurz mit einem Augenzwinkern. Natürlich war ich mir nicht Sicher. Es existierte irgend etwas zwischen uns, dass lies sich nicht mehr verleugnen. Doch ich konnte beim besten Willen nicht einordnen was es war. Ich drohte schon wieder in Gedanken zu versinken, als der erwartete Bus neben uns zum Stehen kam. Die Tür öffnete sich und wir stiegen ein. Jakob zahlte für uns, wir setzten uns hin und fuhren fort. Zuerst zum Busbahnhof und von dort aus mit einem anderen Bus weiter.

Während der fast einstündigen Fahrt redeten wir hauptsächlich um irgendwelche Belanglosigkeiten wie Fußball, Musik und vor allem übers Zocken. So langsam hob sich meine Stimmung wieder etwas. Hin und wieder schaute ich auf mein Handy. Dich bis dato keine Neuigkeiten. Weder von Patrick, noch von meinen Eltern. Es war schon fast 14 Uhr. Meine Mom würde bald von ihrer Schicht kommen. Ob sie sich wirklich Sorgen um mich machen würde wusste ich nicht. Es war mir auch ziemlich egal. Und trotzdem schrieb ich ihr kurz, dass ich bei einem Freund wäre und eventuell erst mal paar Tage dort bleiben würde. In einem kleinen Ort im Nachbarlandkreis hielt der Bus letztendlich an. Wir gingen zu Fuß weiter, was mir immer noch etwas schwer viel. Und zum Glück dauerte es nicht mehr lange, bis wir vor einem neuen Haus mit schier endlosen Garten ankamen. Ich staunte nicht schlecht. Alleine die Garage war fast schon so groß wie ein kleines Haus. Granitplatten Daumen den Fußweg vom eisernen Gartentor hinauf zur Haustür. Links und rechts des Weges standen große fein säuberlich geschnittene Bäume.

„Sind deine Eltern Millionäre?“, fragte ich erstaunt. Noch nie hatte ich ein So schönes Haus gesehen, geschweige denn eines betreten.
„Nee, nicht ganz. Meinen Eltern gehört eine Anwaltskanzlei. Die machen zwar ganz gut Kohle aber zur Millionen fehlt schon noch was“, antwortete er lachende. Er ging voran zu Eingangstür und tippte einen Code auf eine Nummerntafel. Die Tür öffnete sich und wir betraten das Haus. Innen ging der Luxus genauso weiter. Gerahmt Bilder hingen an den Wänden. Der Boden war aus weiß glänzendem Marmor. Aus Furcht irgendetwas kaputt zu machen, traute ich mich fast nicht meine Hände aus den Hosentaschen zu nehmen. Ich ging Jakob hinterher die Treppe hinauf bisis unters Dach. Er holte einen Schlüssel aus seiner Hosentasche und sperrte eine Tür auf.
„Das hier ist mein Reich, fühl dich ruhig wie Zuhause“, sagte er.
„Das alles ist Deines?“, fragte ich etwas ungläubig. Ich hatte ein großes Zimmer erwartet. Was ich aber sag, war doch eher eine kleine Wohnung. Auf der einen Seite, hatte er sich ein Wohnzimmer eingerichtet. Mitten drin eine gro6 weiße Ledercoutch. Auf der Anderen war durch eine Halbjahr Wand getrennt ein Schlafzimmer mit einem riesigen Bett und einem vollverspiegeltem Schrank. Sogar ein eigenes Bad hatte er auf der Etage. Dagegen kam ich mir mit meinem 12 Quadratmeter Zimmer richtig schäbig vor.
„Klar, wir haben das ganze Stockwerk für uns. Haben auch noch ne Zeit lang unsere Ruhe. Meine Eltern kommen meistens so gegen acht nach Hause. Hab ihnen schon Bescheid gegeben, dass du heute mit uns zu Abend isst. Sie freuen sich schon drauf dich kennen zu lernen.“

Ich war immer noch etwas geplättet und zugegebenermaßen auch etwas neidisch. Er hatte alles was man sich nur wünschen konnte. Ein großes Zimmer, fürsorgliche Eltern, genug Kohle. Und ich? Ich war so ziemlich das krasse Gegenteil. Und dann sollte ich auch noch seine Anwaltseltern kennen lernen? Sicherlich sehen die mich auch als schlechten Umgang und werfen mich achtkantig raus.
„Bist du dir sicher, dass das so eine gute Idee ist“, sagte ich zu ihm, „schau mich doch mal an!“
„Hmm, jetzt wo du es sagst“, sprach er und legte sich dabei in Denkerpose auf seine Couch, „du könntest wirklich ein Makeover vertragen.“ Er musterte mich mit ernster Mine von oben bis unten. Doch dann könnte er nicht mehr an sich halten und begann zu Lachen.
„Ne im ernst, meine Eltern sind da nicht so. Mach dir mal keinen Kopf! Und wenn du willst kannst du dich ja ein wenig frisch machen. Ich kann dir auf n paar zu kleine Sachen von mir geben.“ Ich war zwar immer noch nicht restlos überzeugt, doch ein wenig beruhigter war ich schon. Und während ich noch sinnlos in der Gegend stand, schaltete Jacob seine Playstation an und bedeutete mich neben ihm Platz zu nehmen.

Wir zockten eine ganze Weile. Aßen Chips, tranken Cola und vergnügten uns wie ganz normale Jungs. Die Luft im Zimmer wurde immer heißer. Bald schon lief uns der Schweiß den Rücken hinunter. Daraufhin entledigte sich Jakob ungeniert seines T-Shirts. Er war schlank , aber noch nicht zu schlank. Ein paar Muskeln mehr hatten ihm sicher nicht schlecht getan, waren aber auch nicht unbedingt nötig. Seine flache Brust war noch ganz glatt. Nur unter dem Bauchnabel war ein dünner Streifen blonder Haare zu sehn der unter dem Bund seiner Calvin Klein Boxershorts verschwand.
„Ist viel zu heiß hier drin“, stöhnte er kurz auf, „kannst dich ruhig auch ausziehen. Hab dich ja eh schon im Adamskostüm gesehen.“ Ich wurde etwas rot. Ich konnte mich noch zu gut an diese Situation erinnern. Anderseits hatte er ja Recht. Und doch war es mir ein wenig unangenehm. Letztendlich überwog jedoch mein Bedürfnis nach Abkühlung. Also zog ich mir auch mein schweißdurchnässtes Shirt aus.
„Fuck, du hast ganz schön was abbekommen!“, brach es augenblicklich aus ihm heraus. Ichvschaute an mir herunter und bemerkte erst jetzt die frisch dazu gekommenen Blutergüsse auf meinem Bauch und an den Rippen.
„Halb so schlimm“, gab Ich nur knapp zurück.
„Dein Stiefvater ist echt n Arsch den hübschen Körper so zu verschandeln.“ Ich sagte nichts darauf. Eigentlich wollte ich jetzt darüber am allerwenigsten sprechen.
„Wollen wir noch ne Runde“, fragte ich ihn.

„Hm, nee. Ist irgendwie langweilig. Wie wäre es, wenn wir etwas Lustigeres machen?“ ich schaute ihn nur fragend an. Plötzlich stand er auf und ging an seine Kommode. Dort kramte er etwas und holte schließlich eine DVD Hülle heraus. Grinsend hielt er sie mir vor die Nase. Wie zu erwarten war es ein Porno. Und nicht irgend ein Softporno wieder manchmal nachts im Fernsehen läuft. Alleine die Bildchen auf der Rückseite ließen erahnen, dass es dort gewaltig zur Sache geht.
„Na? Bock?“, grinste er mich an. Eigentlich hatte ich ja gerade so gar keine Lust darauf. Vor dem Kopf stoßen wollte ich ihn trotzdem nicht. Schließlich ging es ja hier mehr oder weniger um meinen Schlafplatz. Ich willigte also ein. Freudestrahlend legte er den Film in seinem Player und machte es sich neben mir auf dem Sofa bequem. Wie zu erwarten ging es in dem Streifen auch recht schnell zur Sache. Ich spürte, Wie mir die Röte ins Gesicht stieg während Jakob bereits die mit der Hand in seiner Hose steckte. Auch wenn mir nicht so ganz danach war, Tat ich es ihm doch gleich und Griff mir beherzt in den Slip. Im Film wurden die Handlungen immer heftiger, genauso neben mir. Mit einem mal stand Jakob auf und zog sich mit einem Ruck die Hose samt Boxershorts nach unten. Genüsslich ließ er sich wieder nach hinten Fallen und knetete sein voll ausgefahrenes Rohr. Ich versuchte nach vorne zu schauen um bloß nicht in Versuchung zu geraten ihm beim wuchsen zuzusehen. Gast schon krampfhaft klebten meine Augen auf den Brüsten der Hauptdarstellerin. Doch mit einmal mal durchfuhr es mich wie ein Blitz als plötzlich Jakobs freie Hand unter meine Hosenbund glitt…
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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Simson » 24 Jun 2019, 19:56

Also Kakob hätte ich jetzt tatsächlich nicht erwartet. War der denn schwul ?
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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Matti » 24 Jun 2019, 20:04

Naja Bi auf jeden Fall, oder er hat den Heteroporno nur zur Tarnung
Trotzdem Fieser Kliffhanger :rat: warum lasst ihr Autoren uns immer so schmoren
Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.

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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Simson » 24 Jun 2019, 21:59

Sollte natürlich Jakob heissen. :D
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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Quianye » 25 Jun 2019, 14:20

@Simson und Matti: Hier mal zur Abwechslung eine Recht schnelle Auflösung, viel Spaß beim lesen

36. Mein Freund

„…be obscene, be be obscene, be obscene Baby and Not hurt….“ Ich wusste nicht wie ich reagieren sollte. Zu viele Gedanken fuhren mir gleichzeitig durch den Kopf. Sollte ich es zulassen? Sollte ich seine Hand, welche sich immer weiter meinem intimsten Bereich näherte irgendwie aufhalten? Was würde er von mir denken? Was sollte das jetzt überhaupt? Wie weit würde er gehen, wenn ich dem ganzen nicht gleich Einhalt gegebot? Scheinbar in Zeitlupe bewegte sich seine Hand immer weiter nach unten bis sie schließlich seitlich auf der Innenseite meiner Oberschenkel zum Stillstand kam. Mein Herz pochte wie verrückt. Noch immer konnte ich mich nicht zu irgend einer Reaktion durchringen. Einerseits wollte ich das nicht. Anderseits wollte ich ihn nicht verstoßen. Er war ja letztendlich auch für mich da. Ich verkrampfte nun komplett. Das Blut, dass eben noch in meinen Lendenbereich geschossen war, schoss nun ebenso schnell wieder zurück.

„Fuck, mir kommts gleich“, rief er kurz stöhnend. Kaum ausgesprochen, landete auch schon eine gewaltige Ladung seines Sperma quer über seinem Bauch bis hoch über die Brust. Er lehnte sich zurück und zog nun auch Gott sei Dank endlich seine Hand aus meiner Hose. Schwer atmend lag er halb auf der Couch und betrachtete sichtlich zufrieden seine Sauerei. Grinsend drehte er sich zu mir.
„Ich glaub ich geh erst mal duschen“, sprach er immer noch schwer atmend, „du kannst ja gar fertig machen“. Außer einem kurzen nicken könnte ich nicht wirklich etwas erwidern. Aufs „fertig machen“ hatte ich jetzt so gar keine Lust. Außerdem lag mein kleiner Freund eh schon schlaff in meiner Hand. Jakob stand mit einem Ruck auf und stolzieren splitterfasernackt an mir vorbei in sein Badezimmer. Nun da ich mich endlich unbeobachtet fühlte, zog auch ich meine Hand aus der Hose, nahm die Fernbedienung und schaltete den Film aus. Ich atmete kurz tief durch. Noch immer konnte ich nicht richtig versteh, Was da gerade passiert war. Ich war wohl zu sehr mit meinen Gedanken beschäftigt. Jedenfalls merkte ich nicht, Wie sich Jakob leise an mich anschlich.
Mit einem mal wurde ich aus meiner Traumwelt gerissen als er von hinten seine Arme um meinen Hals schlang und mir einen dicken Kuss auf die Wange presste. Komplett verdattert drehte ich meine Kopf zur Seite und blickte wie vom Schlag getroffen in Jakobs schelmisches Gesicht.

„Alter was sollte das“, rief ich nun entgültig stinksauer.
„Entspann dich mal etwas. Du bist ja verklemmter als meine Großmutter“, antwortete er lachende, „ich wollte dich nur ein wenig auflockern“.
„Und dafür musst du mich küssen?“, fragte ich weiter. In mir brodelt es gerade immer mehr. Noch so ein dummer Spruch und ich würde vermutlich explodieren.
„Hatte ich die lieber einen blasen sollen?“, entgegnete er. Sein Grinsen verriet, dass es ihm jetzt nur noch darum ging mich zur Weißglut zu treiben. Und das hat er mit Bravur gemeistert.
„Warte nur!“, zischte ich und sprang vom Sofa auf.
„Oh zu Hilfe jemand versucht mich umzubringen“, kicherte er und hopste durch sein Zimmer. Kochend vor Wut sprang ich hinter ihm her. Er lachte nur und setzte das Katz und Maus Spiel fort. Immer wenn ich ihn fast hatte, machte er irgend eine eigentlich unmögliche Bewegung und entwischt mir wieder. Dies stachelt mich allerdings nur noch mehr an. Ich wollte ihn um jeden Preis eine Lektion erteilen. Da kam mir eine Idee.
„Ahh scheiße tut das weh!“, schrie ich plötzlich auf und hielt meine Hand auf den Bluterguss an meinen Rippen. Jakob blieb abrupt stehen und ging auf mich zu. Mit besorgter Mine betrachtete er mich.
„Zeig her. Soll ich dir was zum kühlen holen?“, sprach er besorgt. Fast hätte es mir sogar leid getan und um ein Haar wäre ich sogar von meinem Plan abgewichen als ich merkte, dass er sich ernsthaft Sorgen machte. Dich als er sich vorbeugte um sich den blauen Fleck zu betrachten sprang ich auf ihn los. Ich packte ihn an den Schultern und drückte ihn zu Boden. Erst als ich nun mit meinem Bauch auf seinem lag, bemerkte ich, Was für ein Fehler das gewesen war. Mein Siegerlächeln frohe mir augenblicklich ein nachdem ich dieses warme, leicht klebrige Zeug zwischen unseren Oberkörpern spürte. Ich setzte mich auf, blickte nach unten und sah dünne schleimige Fäden die unsere Körper verbanden. Für Jakob gab es nun kein halten mehr. Er lachte So laut los, dass es wahrscheinlich die komplette Nachbarschaft hören konnte. Auch ich konnte nun nicht mehr anders. Aller Ärger war mit einem mal verflogen. Ich rollte mich nur Seite und lachte lauthals los.

Es dauerte eine ganze Weile bis wir uns wieder beruhigt hatten. Diesmal Tat mir meine Seite wirklich weh. Aber vor lauter Lachen. Schwer atmend lagen wir nebeneinander auf den warmen Holzboden.
„Ich glaub ich geh jetzt wirklich mal duschen“, sagte er schließlich, „komm mit. Dort drin ist locker Platz für zwei.“ Wieder so eine seltsame Aktion? Ich wusste So langsam überhaupt nicht mehr wie ich ihn einschätzen sollte. Einerseits spannt er bei den Krankenschwestern an der Umkleidekabine und zieht sich ganz normale Heteropornos rein, andrerseits die Aktion vorhin und jetzt das. War er vielleicht dich schwul und will was von mir? Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen.
„Darf ich dich mal was Fragen?“, begann ich vorsichtig.
„Du willst wissen ob ich schwul bin stimmt?“, antwortete er.
„Na toll, Gedanken lesen kann er wohl auch noch“, dachte ich mir. Anstatt zu antworten nickte ich ihm zu.
„Wäre das ein Problem für dich?“, fragte er nach einer kurzen Pause. Bei diesen Satz würde seine Mine ernst. Eine Spur Traurigkeit konnte ich in seinen Augen sehn.
„Nein überhaupt nicht“, schoss es sofort aus mir raus, „es ist nur…ich…ich weiß nicht ob ich…was mit…ob ich….schwul sein kann oder will. Ich fühle mich auch einfach nicht….schwul.“

Er starrte mich mit seinem blauen Augen an. Ich konnte nicht genau erkennen, Was seine Mimik zu bedeuten hatte. War er wütend? Oder enttäuscht? Ich war mir nur sicher, dass ich es mal wieder vermasselt hatte. Anstatt einfach nur mal mit dem Strom zu schwimmen musste ich natürlich wieder wie ein Irrer gegensteuern. Als er nach einer gefühlten Ewigkeit immer noch keinen Ton sprach, stand ich auf und nahm mein Shirt.
„Was soll das den jetzt?“, fragte mich Jakob hastig. Dabei stand er auf, lief zu mir rüber und riss mir mein Oberteil aus der Hand.
„Ich dachte nur das…,“ stotterte ich. Dabei starrte ich auf den Boden. So langsam hatte ich wirklich das Gefühl, egal was ich heute gar, es konnte nur verkehrt sein.
„Das was?“, fragte er weiter und zig eine Augenbraue hoch.
„Na das du mich jetzt….nicht mehr bei dir haben willst.“
„Ernsthaft?“, sprach er weiter. Mir würde die ganze Situation immer unangenehmer.
„Nur weil ich dich nicht vögeln kann, heißt das lange nicht, dass ich nicht mehr mit dir befreundet sein will.“ Ich war für einen Augenblick ein wenig perplex. Doch dann formten sich Lippen zu einem Lächeln. Ja, Ich hatte eine neuen Freund gewonnen. Und noch dazu einen, Der mich selbst in den miesesten Situationen noch zum Lachen bringen kann. Ohne weiter drüber nachzudenken, nahm ich ihn in den Arm. Jakob schien einen Moment wie versteinert, fand jedoch in Windeseile wieder zu sich.
„Mach mir blos keine falschen Hoffnungen. Und jetzt ab in die Dusche mit dir. Du stinkst nach Sperma“, witzelte er. Ich zuckte mit den Achseln, drehte mich um und ging zum Badezimmer. Plötzlich holte Jakob von hinten aus und schlug mir mit der flachen Hand auf den Hintern. Ich versuchte so ruhig wie möglich zu bleiben.
„Bitte lass das einfach!“, knurrte ich ihn mit geschlossenen Zähnen an. Er lachte nur.

Ich war etwas nervös. Auch wenn Jakob mir frische und vor allem ordentliche Klamotten von sich gegeben hatte, kam ich mir dich etwas fehl am Platz vor. Jakob hatte sich auch frisch gemacht. Doch im gege6 zu mir, sah es bei ihm so natürlich aus. Er hatte mir gerade erklärt, dass seine Eltern doch mit uns gemeinsam zu Abend essen wollten. Nein sagen war quasi unmöglich. Nun waren wir beide, mehr oder weniger schick gemacht und warteten. Es dauerte auch nicht mehr lange, Da könnte ich aus seinem Zimmerfenster seine Eltern auf den gepflasterten Platz vor der Garage fahren sehn. Mir fehlen fast die Augäpfel aus dem Kopf.
„Und du sagst ihr seit keine Millionäre?“, fragte ich und blickte Jakob etwas vorwurfsvoll an, „der Aston Martin hat doch locker hunderttausend gekostet?“
„Kann sein, irgend sowas bestimmt“, sagte er nur, „komm mit. Meine Eltern freuen sich schon dich kennen zu lernen“. Mit jeder Stufe, Die wir die Treppe hinunter liefen, wurde mir ein wenig mulmiger zu mute. Wir wären gerade im großen Hausflur angekommen, Da ging auch schon die Türe auf.

Als erstes betrat seine Mutter das Haus. Sie war ein wenig größer als ich, hatte ihr blondes langes Haar zu einen strengen Zopf gebunden. Ihr Gesicht war geschmackvoll geschminkt, Ihr Kostüm wirkte elegant. Sein Vater brauchte sich daneben auch nicht zu verstecken. Er sah exakt aus wie eine ältere, vielleicht etwas männlicher Version von Jakob. Die gleichen blauen Augen, die gleiche Haarfarbe, sogar ihre Nase war absolut identisch. Er trug einen dunkelblauen Anzug mit dezent gemusterter Krawatte. Eine offensichtlich schweineteure Uhr zierte sein Handgelenk. Jakobs Mutter kam als erste auf uns zu.
„Hallo mein Schatz“, begrüßte sie ihn freundlich und gab ihm einen Kuss auf die Stirn.
„Mama“, beschwerte sich dieser kurz und rieb dich die Stirn.
„Und du bist sicher Felix“, sagte sie zum mir und nahm auch mich kurz in den Arm.
„Jakob hat ja schon so viel von dir erzählt. Schrecklich was da passiert ist“, fuhr sie fort. Ich war ein wenig überfahren von so viel, naja, Mütterlichkeit. Ich musste mich erst mal kurz sammeln.
„Guten Tag Frau F…“, wollte ich sie höflich begrüßen. Jakob begann schon neben mir zu grinsen.
„Bitte nen mich Astrid, Frau Falkner ist meine Schwiegermutter. Deck doch du schon mal den Tisch Jakob. Es gibt heute thailändisch. Du magst doch thailändisch Felix oder?“
„Ja bitte äh danke“, antwortete ich kurz.

Eigentlich wusste ich gar nicht ob ich es möchte oder nicht. Ich hatte es schließlich noch nie probiert. Eigentlich wusste ich gerade gar nichts mehr. Ich war einfach nur geplättet. So hatte ich mir seine Mutter beim besten Willen nicht vorgestellt. Sie war überhaupt nicht so wie man sich eine reiche Anwältin vorstellt. Sie war eher So…normal. Ich war immer noch in Gedanken, Da stellte sich sein Vater groß und breit vor mich auf verschränkte dIe Arme und schaute mich mit ernster Mine an.
„Und du bist also der neue Lover von meinem Sohn?“, sprach er mit tiefer Stimme. Ich musste schlucken. „Was zum Teufel hat der Spinner seinen Eltern erzählt?“, fragte ich mich. Dich noch bevor ich antworten konnte, unterbrach ihn Astrid.
„Ach Volker, jetzt ärger den armen Jungen nicht. Hol lieber eine Flasche Wein aus dem Keller!“
Da begann ein Vater zu Lachen. Genau das selbe spitzbubige Lachen wie Jakob. Ich war nun vollkommen verwirrt. Er beugte sich zu mir hinunter, klopfte mir auf die Schulter und flüsterte in mein Ohr: „Da scheint er ja mal einen guten Fang gemacht zu haben. Ich sollte jetzt aber lieber tun was die Chefin sagt, sonst muss ich heute Nacht ins Gästezimmer.“ Mein Mund stand mittlerweile offen wie ein Scheunentor. So langsam kam ich gar nicht mehr klar. Doch ein Gedanke brannte sich tief i meinem Gehirn ein.
„Warum denkt in letzter Zeit jeder, Ich sei schwul???“
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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Matti » 26 Jun 2019, 05:22

Danke schööööön :flag:
Aber was für klasse Eltern da würd ich mich auch ohne das ganze Geld adoptieren lassen. Bin gespannt wie das mit Patrick weiter geht, der Teil las sich eher so, das Felix nichts fürs gleiche Geschlecht über hat.
Mal sehen ob er sich das eher versucht einzureden.
Das er es nie abstreitet oder zumindest sagt wundert mich dann doch immer wieder.
Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.

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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Quianye » 26 Jun 2019, 05:36

Matti hat geschrieben:Danke schööööön :flag:
Aber was für klasse Eltern da würd ich mich auch ohne das ganze Geld adoptieren lassen.


Wer nicht, naja die Kohle ist schon ein netter Nebeneffekt :D

Matti hat geschrieben: Bin gespannt wie das mit Patrick weiter geht, der Teil las sich eher so, das Felix nichts fürs gleiche Geschlecht über hat.
Mal sehen ob er sich das eher versucht einzureden.
Das er es nie abstreitet oder zumindest sagt wundert mich dann doch immer wieder.


Denke mal es lässt sich besonders aus den letzten paar Teilen gut rauslesen, dass er selbst nicht weiß wie er so Orientiert ist. Mal sehn wie sich das entwickelt :P :flag:
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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Pferdinant » 26 Jun 2019, 22:50

äh ich habe mir die geschichte jetzt auch durchgelesen

erstmal einen dank an Quinanye, dass er sich die arbeit macht, die geschichte zu übersetzten
es wäre schade wenn die geschichte nicht geendet hätte

ich glaube den ursprünglichen autor kann ich ja glaube nicht mehr loben
naja ich kann es machen, aber ob er es mitbekommt...
trotzdem ein Lob

mir hat die geschichte sehr gut gefallen bisher

alle rechtschreibfehler verzeihe ich, ich mache ja mindestens genauso so viele und kann es ja verstehen

ich freue mich schon sehr auf die Fortsetztung
rechtschreibfehler sind sicher enthalten, aber darauf müsst ihr mich nicht hinweisen, wenn ihr es versteht

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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Pferdinant » 26 Jun 2019, 22:52

ah sogar den namen habe ich falsch geschrieben ich meinte natürlich Quianye
rechtschreibfehler sind sicher enthalten, aber darauf müsst ihr mich nicht hinweisen, wenn ihr es versteht

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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Quianye » 27 Jun 2019, 15:19

Ab dieser Stelle ein kurze Notiz des Autors, Die er an dieser Stelle hinterlassen hatte:

Hätte am Anfang nicht gedacht, dass das mal solche Formen annimmt!

Also unter Kurzgeschichte stell ich mir auch was andres vor... :lol:

37. Nach Hause

„…denn ein Joch ist schwer zu tragen, bewahret Hoffnung an Elendstagen…“ Mittlerweile wohnte ich schon fast eine Woche bei Jakob. An so ein Leben hätte ich mich fast gewöhnen können. Eine Dauerlösung war es natürlich nicht, das war mir auch von Anfang an klar. Dennoch empfand ich die Situation für den Augenblick ganz okay. Jakob musste vormittags zur Schule und ich war quasi alleine in dem riesigen Palast. In den ersten beiden Tagen Betrieb ich mir die Zeit mit viel schlafen und dem Fernseher, Was allerdings schon am dritten Tag langsam langweilig würde. Ich hätte nie gedacht, dass ich mir jemals wünschen würde einfach zur Schule gehen zu können.

Aber ich war ja noch fast 3 Wochen beurlaubt. Auch von Patrick kam bisher keine Nachricht. Zwar machte ich mir schon langsam ein wenig sorgen, jedoch könnte ich mir auch denken, dass er gerade ziemlichen Stress mit seiner Mutter haben musste.
Die einzige wirkliche Freude in meinem gerade so eintönigen Leben war das Aufgehen der Zimmertür täglich um kurz vor eins. Und natürlich das Wochende, da ich dann wenigstens nicht alleine meine Zeit vertreiben musste. Bei den jetzigen Temperaturen verbrachten wir unsere Freizeit meist im Pool. Zum Glück hatten Jakob und ich ungefähr die selbe Kleidergröße und ich konnte seine Sachen mit tragen. Auch wenn es Ihm vielleicht so gepasst hätte, blieb es mir zumindest erspart mit ihm Nacktbaden zu gehen. Es reichte mir schon so, dass er mir seinen Dödel bei jeder sich bietenden Gelegenheit unter die Nase rieb. Auch wenn ich es sehr genoss irgendwo willkommen zu sein, kam ich mir dabei doch immer komischer vor mich von Jakobs Eltern durchfüttern zu lassen. Sie bekräftigen zwar immer wieder, dass es ihnen nichts ausmachen würde und wir es doch gerne tun, dennoch wollte ich mich nicht aushalten lassen. Also beschloss ich, nach sechs Tagen Abwesenheit doch wieder, unter starkem Protest von Jakob, nach Hause zurück zu kehren.

Mir war schon etwas mulmig zumute, als ich den Bus an der Haltestelle nicht weit von unserem Haus verließ. Ich wusste nicht, wie mein Stiefvater reagieren würde, wenn ich jetzt wieder zu Hause aufschlage. Andrerseits, mehr als mich wieder vor die Tür setzen konnte er ja nicht. Und meine Mutter macht eh nur das, was ihr der Herr von und zu vorgibt. Auf Unterstützung brauchte ich also in Ernstfall nicht zu Hoffen. Insgeheim hoffte ich sowieso, dass beide bei meiner Ankunft nicht dort sein werden. Mit jedem Schritt Richtung Elternhaus wurde ich ein wenig nervöser. Aus einem Reflex heraus berührte ich meine Rippen, welche eigentlich schon nicht mehr weh taten. Phantomschmerzen nennt man so was glaub ich. Mir liefen dicke Schweißtropfen von der Stirn. Doch es war nicht die sängende Abendsonne die mich so schwitzen ließ, Es war die Angst vor dem Unbekannten. Als ich endlich vor der Treppe zur Haustür stand, war mein geliehenes Adidas Shirt komplett durchnässt. Mein Herz raste wie verrückt. Das Atmen fiel mir immer schwerer. Ich Schloss die Augen, versuchte mich selbst zu beruhigen. Versuchte mich innerlich auf jegliche mögliche Situation einzustellen. Ich atmete noch einmal tief ein und öffnete die Augen wieder, sammelte allen Mut für das, Was mich ganz sicher gleich erwartet sollte er doch zuhause sein.

Es fühlte sich genauso an wie damals, als ich mit neun oder zehn Jahren das erste mal vom 10 Meter Turm gesprungen bin. Durchatmen , anlaufen und springen. Keine Furcht vor dem haben, was einem nach dem kurzen Flug erwartet. Doch das hier war kein Sprung vom Zehner. Der Aufprall könnte zwar hart sein aber er würde doch nicht dein Leben verändern. Was jetzt gleich in den nächsten paar Minuten passiert, könnte dagegen alles auf den Kopf stellen. Mit zittrigen Händen holte ich den Schlüssel aus seinem Versteck hervor. Langsam führte ich ihn in Richtung des Schlosses. Ich konnte jeden einzelnen Stift des Schließzylinders klackern hören als der Schlüssel Millimeter für Millimeter in ihm versank. Mein Handgelenk war bleischwer als es sich langsam nach links drehte und den Riegel zurück drückte. Ein leises klicken signalisierte mir, dass die Tür nun aufgesperrt war.

Mit schweren Beinen betrat ich den Flur. Stille. Nur der rhythmische Schlag meines Herzens dröhnte wie ein Paukenschlag in meinem Inneren Ohr. Das sanfte Licht der Deckenleuchte erhellte den dunklen Korridor. Es musste also jemand zu Hause sein. Ich Rang mit mir selbst, Was nun mein nächster Schritt sein sollte. Würde ich die Flucht nach vorne antreten und offen meine Rückkehr verkünden? Oder sollte ich besser versuchen still und heimlich in den vermeintlich sicheren Gefilden meines Zimmers zu verschwinden. Mein innerer Zwiespalt ließ mich wie angewurzelt auf der Stelle verharren. Ich lauschte vorsichtig und mit angehaltenem Atem, ob ich den irgend eine Regung aus einem der Räume wahrnehmen könnte. Doch vergebens. Das Haus wirkte wie ein schlafendes Ungetüm das auf keinen Fall geweckt werden sollte. So leise wie möglich wagte ich den ersten Schritt nach vorne, immer noch zweifelnd wohin mich der nächste führen würde. Doch mit einem mal, würde mir diese Entscheidung entrissen.

„Komm her Felix“, kam es leise aus dem Wohnzimmer an mein Ohr. Ich hielt wieder den Atem an. Ich bemühte mich nach Kräften extra leise tun sein und würde letztendlich doch bemerkt.
„Komm schon Junge,“ sprach es nochmal ruhig und trotzdem fordernd. In mir wuchs das Bedürfnis zu gehen. Mich einfach umzudrehen und erneut wegzulaufen. Doch ich wollte nicht mehr weglaufen. Vor nichts mehr. Vor niemanden mehr. Ich lief langsam vorwärts, drückte die Klinke der Wohnzimmertür und öffnete sie sachte. Egal was jetzt kommen mag, Ich würde es ertragen, Es aushalten. Nur damit alles wieder normal werden konnte. Ich wollte, dass es wieder so wird wie früher. Oder zumindest, dass es nicht mehr so ist wie jetzt. Vielleicht ist es ja möglich. Und für diese kleine Chance, musste ich nun stark sein. Nur dieses eine mal.
„Hallo Papa,“ versuchte ich so reumütig wie möglich zu sagen. Schon allein die Tatsache, dass ich das Wort „Papa“ vor ihm in den Mund nahm zeugte von meiner aufrichtigsten Bemühung mich mit ihm zu versöhnen.
„Hallo Felix“, sagte er leise und in festem Ton. Offensichtlich war er sogar nüchtern. Ein seltener Anblick um diese Uhrzeit. Und das ich nicht gleich mit „miese Schwuchtel“ oder dergleichen begrüßt wurde, ließ mich innerlich ein wenig aufatmen.

„Setz dich hin, Ich glaub wir müssen uns mal unterhalten, so von Mann zu…Mann“, fuhr er fort und zeigte dabei auf dem Platz neben ihm. Ich zögerte etwas. Schließlich hatte ich mich auf vieles eingestellt. Aber nicht auf ein ernsthaftes und vor allem friedliches Gespräch. Langsam ging ich auf das alte Sofa zu und setzte mich neben ihn.
„Das mit uns ist ja in letzter Zeit nicht so ideal gelaufen“, begann er. Nicht ganz ideal war da noch sehr sehr positiv ausgedrückt.
„Es ist nur so, letztes Jahr der Mist mit der Polizei, dann hast du dich total verändert, immerzu kommt Post von der Schule und ständig bist du nur noch am rummgammeln. Du gehst kaum mehr zu Freunden und deinen geliebten Fußball spielst du auch nicht mehr. Ich mach mir einfach Sorgen das wir dich irgendwann im Gefängnis besuchen müssen.“
Er sprach ruhig. Und trotzdem merkte ich die Anstrengung in seinem Gesicht eben diese Ruhe zu bewahren. Ich wusste genau, dass ich hier auf einem Pulverfass sitze, dass bei der geringsten falschen Reaktion in die Luft fliegen könnte.
„Es tut mir leid“, sprach ich mit hängendem Kopf, „alles was ich in letzter Zeit verbockt habe tut mir leid.“
„Ich hab mich vielleicht auch nicht immer ganz fair dir oder deiner Mutter gegenüber verhalten. Aber du musst mich auch verstehen. Ich hab immer nur getan was ich für das Beste für dich oder für euch hielt. Ich wollte dich immer nur, dass mal was Anständiges aus dir wird und du dich um deine Mutter kümmern kannst wenn mich der verdamnte Krebs doch irgendwann holt.“
Ich musste kurz schlucken. Für seine Verhältnisse könnte man das fast schon als Entschuldigung werten. Und mit so etwas hatte ich rein gar nicht gerechnet.
„Ich weiß“, sagte ich kurz nickend.
„Und das letzte Woche…“, Er pausierte. Sein Blick wanderte zur Seite. Trotzdem könnte ich sehn, wie sich sein Gesicht verzog als müsste er gerade ein Kokosnuss aus dem Arsch pressen.
„Es war nicht meine Absicht dich so zu verprügeln. Ich war betrunken und hatte mich nicht mehr unter Kontrolle.“

„Das war jetzt nicht ernsthaft eine echte Entschuldigung?“, dachte ich bei mir. So etwas hatte ich nicht mal ansatzweise von ihm gehört. Auch wenn er das Wort nicht über seine Lippen brachte.
„Ist halb so schlimm, tut nicht mehr weh“, antwortete ich ihm. Eine Zeit lang herrschte Stille. Keiner von uns Tat den nächsten Schritt um das Gespräch vorzuführen. Dann brachte mein Stiefvater doch die ersehnte Erlösung.
„Ach ja, letzte Woche ist noch ein Brief von der Schule gekommen. Deine Beurlaubung wurde mit sofortiger Wirkung aufgehoben und sie würden sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigen und son Scheiß. Deine Mutter hatte dich erst mal für heute entschuldigt. Wir wollten dich eigentlich heute Abend holen gehen. Aber da du ja wieder hier bist, hat sich das erledigt. Du solltest also Morgen wieder zur Schule gehen.“
Mir war, als wäre ich von einer Dampfwalze überrollt worden. Zu viele unerwartete Neuigkeiten auf einmal. Sowas könnte doch kein Mensch auf einmal verarbeiten. Doch eine Frage brannte mir trotzdem unter den Nägeln.
„Woher wusstet ihr eigentlich wo ich bin?“, fragte ich.
„So ein Anwalt, Doktor Weißichnichtwas hat angerufen und gesagt du wärst bei ihnen. Wollte mir noch was erzählen von wegen wie ich es nur fertig bringen kann meinen eigenen Sohn von zu Hause zu vertreiben. Dem hätte ich was andres erzählt wenn er die Eier gehabt hätte hier persönlich aufzutauchen. Aber egal. Von so jemandem lass ich mir ganz bestimmt nichts erzählen.“
Ich wurde wieder still. Ich hoffte, dass ich nicht zu fest am Pulverfass gerüttelt hatte. Letztendlich wollte ich die einigermaßen harmonische Stimmung Nicht gleich wieder zerstören.
„Hm, Ich weiß ja nicht wie es dir geht aber ich brauch ein Bier. Willst auch eins?“
„Nein, danke. Ich geh schnell duschen und dann ins Bett. Ich bin total fertig“, entgegnete ich.
Ich stand auf und ging Richtung Tür, blieb aber kurz mit der Klinke in der Hand stehn.
„Und übrigens…ich bin nicht“, sagte ich langsam ohne meinen Blick von der Tür abzuwenden.
„Was bist du nicht“, fragte mein Stiefvater.
‚Schwul..“, antwortete ich und verließ den Raum. Ich könnte es mir eingebildet haben, aber ich meine ihn erleichtert aufatmen gehört zu haben.

Ich ging ich in mein Zimmer. Alles war noch genauso, wie ich es verlassen hatte. Mit Ausnahme des Bettes welches mit frischer Bettwäsche bezogen und ordentlich gemacht im Raum stand. Ich schnappte mir als erstes meine Zigaretten vom Schreibtisch. Diese hatte ich leider dort liegen lassen und um Geld für Kippen wollte ich Jakob nun beim besten Willen nicht anbetteln. Ich zog mir das verschwitzte Shirt aus, setzte mich ans Fenster und zündete mir eine an. Nach einwöchiger Abstinenz brannte der Qualm erst mal in meiner Lunge. Sofort entfaltete das Nikotin seine beruhigende Wirkung auf meinem Geist und ließ meine Gedanken wieder klarer fließen. Ich holte mein Handy aus der Hosentasche, Und schickte eine Nachricht die, So hoffte ich, nicht wieder unbeantwortet bleiben würde.
„Alles okay bei dir Patrick? Sehn wir uns Morgen in der Schule….“
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Re: Schwarzer Schmetterling

Beitragvon Quianye » 27 Jun 2019, 15:26

Pferdinant hat geschrieben:äh ich habe mir die geschichte jetzt auch durchgelesen

erstmal einen dank an Quinanye, dass er sich die arbeit macht, die geschichte zu übersetzten
es wäre schade wenn die geschichte nicht geendet hätte

ich glaube den ursprünglichen autor kann ich ja glaube nicht mehr loben
naja ich kann es machen, aber ob er es mitbekommt...
trotzdem ein Lob

mir hat die geschichte sehr gut gefallen bisher

alle rechtschreibfehler verzeihe ich, ich mache ja mindestens genauso so viele und kann es ja verstehen

ich freue mich schon sehr auf die Fortsetztung


Schön das dir die Geschichte bisher gefällt. Werde es auch versuchen dem Autor auszurichten. Leider herrscht seit ein paar Wochen komplette Funkstille bei ihm.

Ansonsten Wünsch ich dir noch lange Spaß am lesen.
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Re: Schwarzer Schmetterling

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