Wieso ich hier bin..

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Wieso ich hier bin..

Beitragvon walnuss » 24 Mai 2019, 21:24

Habe ein paar Beiträge hier gelesen und jetzt die Hoffnung, hier Leute zu treffen, die auch so ein merkwürdiges Gefühl in sich haben. Ein Beitrag von einem ca. 30-Jährigen hat mich irgendwie schockiert. Er hat einfach nie etwas gesagt, einfach vor sich hin gelebt und bereut es sehr. Wahrscheinlich sollte man irgendwann aufhören, vor sich selbst weg zu laufen..
Seitdem ich 16 bin war ich mit einem Mädchen zusammen. Vor kurzem bin ich 22 geworden und sie hat sich von mir getrennt. Seitdem habe ich ziemliche Angst vor dem, was auf mich zukommt. Habe noch nie mit jemandem darüber geredet aber ich weiss, dass es irgendwann so weit ist..

wenn ich nicht grade in selbstmitleid versinke, habe ich auch ganz gerne spaß, gucke serien, beschäftige mich damit mein Geld loszuwerden und treffe mich auch mal mit meinen sehr guten Freunden und meiner tollen Familie :)

Danke fürs lesen, darf ich jetzt in den Chat oder muss ich noch irgendwas dafür tun? :D

Wieso ich hier bin..

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Re: Wieso ich hier bin..

Beitragvon Quianye » 24 Mai 2019, 22:24

Hi Walnuss,

Das mit dem komischen Gefühl kenn ich und sicher auch
Viele andere ganz gut. Vor was hast du denn Angst? Ist es allgemein davor schwul zu sein oder wie dein Umfeld darauf reagiert?
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Re: Wieso ich hier bin..

Beitragvon walnuss » 25 Mai 2019, 01:10

hey quianye,

meinte eigentlich die reaktionen. Denke zwar nicht, dass die so dramatisch sein würden, aber es wird auf jeden fall irgendwas ändern.. Habe ja immerhin viele menschen "betrogen", meine ex-freundin natürlich am meisten, aber auch gegenüber freunden habe ich mir schon viel ausgedacht. Geht ja auch irgendwie nicht anders auf dauer oder? Musstest oder musst du nicht auch oft lügen? Schäme mich jedenfalls echt dafür und möchte eigentlich nicht dass es jemand erfährt..
Habe auch ein bisschen angst davor, das schwul sein auszuleben, es ekelt mich irgendwie an wenn ich daran denke.. jedenfalls im moment, denke das kann sich ändern.. naja, versuche es jetzt jedenfalls nicht mehr zu unterdrücken solche vorstellungen schön zu finden.. Musstest du dich da auch erstmal dran gewöhnen? kommt mir irgendwie vor als ob sich mein leben grade komplett ändert

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Re: Wieso ich hier bin..

Beitragvon Quianye » 25 Mai 2019, 10:05

Hallo Walnuss,

Versteh dich sehr gut. Ich bin auch noch zu 99% ungeouted (1% ist mein wirklich allerbester Kumpel). Es ist echt schwer dieses Doppelleben irgendwie aufrecht zu halten bzw. In meinem Fall noch halten zu müssen. Das mit dem Mädchen die ich immer mal wieder zum Schein hatte, hab ich mir am Anfang noch mit einer möglichen Bisexualität schon geredet. Aber auf Dauer macht es einen echt fertig.
Und ja den ekel den du beschrieben hast habe ich auch bei mir erlebt. Ich denke, dass so eine Art angezogener Reflex dagegen ist. Man bekommt ja auch über die Jahre mit wie Schwule teilweise immer noch in der Gesellschaft behandelt werden.
Mittlerweile hab ich für mich meine Homosexualität akzeptiert aber sie offen ausleben kann ich leider noch nicht. Es meiner Familie zu "beichten" wird für mich definitiv den Rausschmiss bedeuten. Ich musste auch Weg aus der Gegend und viele meiner Freunde wird ich dadurch auch verlieren. Das es auch der Schritt vor dem ich mich am meisten fürchte.
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Re: Wieso ich hier bin..

Beitragvon walnuss » 25 Mai 2019, 13:05

Finde das echt schlimm, dass deine Eltern dich rausschmeissen würden. Wie alt bist du denn und wieso ziehst du nicht aus?
Ich wohne noch mit meiner ex-Freundin zusammen. Wir sind vor 2 Jahren in die nächste größere Stadt gezogen.
Danke, dass du geantwortet hast.. ist irgendwie ein schönes Gefühl.
Mir fällt grade allgemein auf, dass ich die letzten 4 wochen das erste mal seit ich ein kind war oder so wieder so starke gefühle habe. Dachte die ganze zeit ich wäre einfach nicht so emotional. Es ging mir auch nie wirklich schlecht. Und ich verstehe jetzt auch wieso meine ex-freundin so oft meinte, dass mir sowieso alles egal ist.
Ich kenne zwar deine Familie nicht, aber ich glaube schon zu merken, dass du intelligent bist und irgendwoher muss das ja kommen. Vielleicht könnten sie es doch verstehen, wenn du es ihnen erklärst..

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Re: Wieso ich hier bin..

Beitragvon Quianye » 25 Mai 2019, 20:33

Hallo Walnuss,

Hört sich nicht ganz einfach an bei dir. Gefühlschaos und dann noch mit der ex zusammen wohnen? Das mit dem Emotionen ist meiner Meinung nach ein komplett natürlicher Schutzreflex. Frei nach dem Motto "bloß nicht zu viel an dich ran lassen". Wann hat es bei dir angefangen? Hättest du da schon diese Merkwürdigen Gefühle?

Nun zu mir ich bin 18 Jahre alt. Mache Grad eine Ausbildung die ich auf jeden Fall hier auch abschließen will. Hab einen großen Freundeskreis und leb auch sonst nach außen ein "normales" heteroleben mit allem was dazu gehört. Aber seit 13 -14 hatte ich eben auch dieses Gefühl das sich vor knapp 2 Jahren als Homosexualität raus stellte. Ich lebe hier im letzten Kuhkaff mit vielen sehr sehr konservativen Vorstellungen um mich herum. Alleine meine Tattoos und Piercings haben mir bei der älteren Generation nicht gerade Bonuspunkte eingebracht. Und schwul sein ist bei mir in der Familie das größte Tabu. Wenn nur ein Schwuler Profi in den Nachrichten kommt wird schon unter übelsten Beschimpfungen umgeschaltet.

Wie stehen deine Eltern/Freunde dazu?
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Re: Wieso ich hier bin..

Beitragvon walnuss » 25 Mai 2019, 22:30

Das hört sich ja echt übel an. Aber grade da ist es irgendwie stark dass du trotzdem Tattoos und Piercings hast, ich meine damit fällst du ja auch schon auf. Daumen hoch ;)
Ich weiss nicht wann ich es wusste oder gemerkt habe, war mir irgendwie immer klar, habe mir nur gedacht oder habe gehofft es ändert sich noch oder ich kann es irgendwie für immer umgehen. Eigentlich habe ich es einfach komplett ignoriert. Ich meine, es ist ja auch nicht das wichtigste im Leben. Oder doch? Bin mir da jetzt nicht mehr so sicher. Kam zwar ganz gut klar, bis vor 4 Wochen, aber unter glücklich sein stelle ich mir schon was anderes vor. Mein Philosophielehrer, ein ziemlich cooler Typ und zufälligerweise auch schwul, hat letztens sowas gesagt wie: Sich selbst akzeptieren - für manche die schwierigste Aufgabe ihres Lebens. Passte irgendwie.

Habe eigentlich nur 2 Freunde, bei denen es mich interessiert, was sie darüber denken und ich habe einfach keine Ahnung. Ich meine sie sind nicht schwulenfeindlich oder so aber wie sie das fänden wenn ausgerechnet ich es bin? Kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass sie mir das übel nehmen werden, wir sind schon echt lange sehr gut befreundet, aber bin mir halt auch nicht 100% sicher.
Lustigerweise ist meine einzige Schwester auch lesbisch. Sie ist fast 2 Jahre jünger als ich, hat es aber schon vor Jahren allen erzählt und hat sogar schon kurzzeitig mit einer Freundin zusammengelebt.
Kam mir echt extrem bescheuert vor, als sie es mir erzählt hat und sie total erleichtert und überrascht war, dass ich es nicht schlimm fand :D (war da schon seit 1 oder 2 Jahren mit meiner ex-freundin zusammen) Habe halt danach von einigen, speziell von meinem Vater gehört, dass sie das nicht so toll finden aber auch nicht schlimm und es immerhin besser ist als wenn ich schwul wäre. Im Großen und Ganzen sind aber alle in meiner Familie tolerant und nett. Meine Mutter ist einfach der liebste Mensch der Welt. Und es wohnen eh mittlerweile alle kreuz und quer verteilt in anderen Städten.

War mir gar nicht so bewusst, dass es so Gegenden noch gibt, wo das absolut tabu ist. Da kann ich mich echt nicht beschweren. Kenne nicht mal jemanden, der nen Schwulen beschimpfen würde. Käme auch bei niemandem gut an glaube ich. Gibt hier in Dortmund und Umgebung natürlich auch andere Leute, aber mit denen muss man sich ja nicht abgeben. Das sieht nat

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Re: Wieso ich hier bin..

Beitragvon Quianye » 25 Mai 2019, 23:22

Ja, leider gibt es diese Gegenden immer noch. Aber egal früher oder später bin ich hier Weg.

Wie gesagt bei mir war es erst ein nicht wahrhaben wollen und als ich es für mich langsam akzeptierte kam die Angst, dass es raus kommt.

Klar sollte man einen Menschen nicht auf seine Sexualität beschränken. Es ist aber trotzdem ein Teil von einem selbst. Und wenn man sich selbst nicht akzeptiert, wie soll es dann mit dem Umfeld besser laufen. Und glücklich werden ist dann ja erst Recht unmöglich.

Es freut mich für dich, dass du eine so tolerante Familie hast. Wenn ich dich richtig verstehe, Hast du aber Angst, deine Eltern mit einem Couming out zu enttäuschen. Oder hab ich das falsch verstanden?

Selbst wenn du bei deinen beiden Freunden nicht zu 100% sicher bist, Was ist schon absolut? Und wenn es wirklich so gute Freunde sind, wird es ihnen nichts ausmachen...

Hast du schonmal mit irgendjemandem offen über deine Gefühle sprechen können?
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Re: Wieso ich hier bin..

Beitragvon walnuss » 25 Mai 2019, 23:59

Nein, habe hier (also sozusagen dir) das erste mal davon erzählt :D Konnte das ja schlecht jemandem erzählen und weiter mit meiner Freundin zusammenbleiben. Hatte auch bis jetzt noch nie vor, es zu akzeptieren. Also hab das nichtmal in Betracht gezogen.
Kommt mir total bescheuert vor jetzt, dachte auch immer es bringt überhaupt nichts darüber zu reden aber selbst das hier tut echt gut. Denke mal du siehst das genau so, wenn ich mir deine Beitragszahl angucke, oder? :)
Hast du es zuerst deinem besten Freund erzählt oder warst du zuerst hier?

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Re: Wieso ich hier bin..

Beitragvon Quianye » 26 Mai 2019, 00:36

Hab dir mal ne pn geschrieben...
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Re: Wieso ich hier bin..

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