Ein kleines Update aus meinem Leben

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blutlutut
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Ein kleines Update aus meinem Leben

Beitragvon blutlutut » 18 Sep 2018, 11:44

Hi Leute!

da ich momentan ein Mitteilungsbedürfnis verspüre, und weil ich finde, dass man mit gleichgesinnten ziemlich gut sich austauschen kann, habe ich mich dazu entschlossen ein bisschen darüber zu schreiben, was in letzter Zeit so passiert ist in meinem Leben, wie sich das Leben und die Situationen entwickelt haben und vor allem meine Wünsche für die Zukunft. Es macht zwar auf mich den Eindruck, als wäre das Forum bei einigen scheinbar in Vergessenheit geraten, weil schon seit geraumer Zeit so wenig Aktivität im Forum stattfindet (im Vergleich zu früher), doch trotzdem hoffe ich darauf, dass ich einige durch diesen Text ermuntern kann zu antworten, das würde mich unglaublich freuen. Natürlich ist das kein muss, es würde mir sogar schon reichen, wenn sich Menschen dieses Geschriebene durchlesen und dann im Kopf einfach irgendwelche Gedanken dazu haben, die sie nicht zwangsläufig niederschreiben müssen. Es bleibt euch überlassen, wie ihr damit umgeht. Egal was, es würde mich in jedem Fall happy machen! So viel dazu. Im Folgenden werde ich die einzelnen Punkte kategorisieren und chronologisch darstellen.

I. Studium, Eltern, Klinik

Wie einige Leute aus meinem ersten Thread wissen, habe ich ja vor ein paar Jahren begonnen Jura zu studieren. Leider war ich gezwungen, das Studium aus persönlichen Gründen abzubrechen, was nicht daran lag, dass ich dieses Studium zu schwer fand, ganz im Gegenteil. Ich hätte ohne überheblich klingen zu wollen ein Staatsexamen mit Prädikat geschafft so gut wie es gelaufen ist bei mir. Unglücklicherweise hat mir meine Psyche einen Strich durch die Rechnung gemacht, eine Depression hat sich nach und nach angebahnt, ich bin in ein tiefes emotionales Loch gefallen. In der Zeit habe ich auch sehr viel geraucht, weil ich dachte: ,,Wenn es mir psychisch scheiße geht, kann mir meine Gesundheit auch egal sein, also rauch ich!" Allerdings habe ich vom Rauchen den Absprung geschafft (rauchfrei seit fast 9 Monaten). Jedenfalls habe ich so die Tage verbracht, eine Kippe nach der anderen gequalmt und bin richtig vereinsamt, obwohl es Leute gab, die immer mit mir herumgehängt haben, mit denen ich mich gut verstanden habe und wo sich gute und wahre Freundschaften hätten entwickeln können. Aber da ich nur ständig in den Tag hinein gelebt habe, konnte ich diese Freunde nicht halten, weil sie immer gemeinsame Unternehmungen geplant und durchgeführt haben, währenddessen ich mich in meinem Zimmer verbarrikadiert und gekauert habe, um nicht am sozialen Leben teilnehmen zu müssen. Es war echt ein Teufelskreis. Dann bin ich irgendwann, nachdem ich das Studium an den Nagel gehängt habe, wieder zuhause eingezogen und meine Eltern mussten mich aushalten. Damit meine ich nicht, dass ich ihnen ständig auf der Tasche lag. Sie mussten halt nur mit mir und meiner schwierigen Situation zurecht kommen, was für uns alle nicht so einfach war. Da meine Depression leider immer schlimmer wurde und ich auch lebensmüde Gedanken hatte, die ich meinen Eltern gegenüber ausgesprochen hatte, hatte meine Mama, weil sie Angst hatte, dass ich mir was antun könnte, mich in eine Klinik einweisen lassen. Ich bin freiwillig mitgegangen, als der Krankenwagen vor unserem Haus stand und so habe ich erst einmal zwei Wochen in einer offenen Psychiatrie verbracht, die mir nur bedingt geholfen hat. Das positive war, dass ich dort eine unglaublich nette sympathische junge Frau kennengelernt habe. Mit so viel Sympathie war ich echt selten konfrontiert. Es hat mich jedenfalls für den Moment richtig glücklich gemacht, mit ihr zu reden oder etwas zu machen und plötzlich erschien alles nicht mehr ganz so dramatisch. Irgendwie eigenartig, wie ein einziger Mensch, den man noch nicht mal so richtig kennt, sich positiv auf das eigene Wohlbefinden auswirken kann. Natürlich gab es auch Patienten, die eher nicht so umgänglich waren aufgrund von Psychose, aber ich hielt mich immer an die Leute, mit denen ich gut ausgekommen bin. Medikamente habe ich auch bekommen, allerdings bezweifle ich stark die positive Wirksamkeit dieser. Alles in allem war ich sehr unschlüssig, was den Aufenthalt in der Klinik angeht.

II. Mein Freund, meine erste große Liebe

Ich kann es irgendwie immer noch nicht fassen, aber ich habe tatsächlich seit fast 3 Monaten meine erste Beziehung, meinen ersten richtigen Freund! Dazu möchte ich sagen, dass es eine gefühlte Ewigkeit gedauert hat bis wir zusammen kamen und ihr könnt mir glauben, dass das, was zwischen uns passiert ist, bevor wir ein Paar wurden, echt soapreif war. Man hätte diese ganzen Geschehnisse bei GZSZ verwerten und verfilmen können. Es war ein ewiges Auf und Ab, was teilweise sehr anstrengend für mich war. Aber zu sehr ins Detail will ich auch nicht gehen, weil ich noch versuche das ganze zu verarbeiten. Auf jeden Fall bin ich zurzeit extrem verliebt, ich bin wie in Ekstase, wenn ich ihn sehe. Dieses Gefühl ist echt unbeschreiblich. Ich hoffe, dass die Gefühle noch lange andauern. Einziger Haken: Mein Freund hat gewaltige, wirklich extreme Hemmungen davor, unsere Liebe in der Öffentlichkeit zu zeigen. Das äußert sich z.B. darin, dass ich nie seine Hand halten darf, wenn wir unterwegs sind, küssen darf ich ihn auch nicht (noch nicht mal auf die Wange) und ich darf auch nicht meinen Arm um seinen Hals legen oder meine Hand auf seine Schulter, weil die anderen Leute ja vielleicht denken könnten, dass wir ein Paar sind und uns lieben. Diese Heimlichtuerei belastet mich und unsere Beziehung erheblich! Doch merkwürdigerweise kann ich ihm deswegen auch nicht böse sein, ich finde es sogar irgendwie süß, wie er reagiert, wenn ich ihn ab und zu ein bisschen ärgere und seine Hand einfach nehme und halte, wenn wir unter Menschen sind. Ich glaube, das ist meiner rosaroten Brille zu verdanken. Wenn es diesen Aspekt nicht gäbe, wäre meine Beziehung in meinen Augen perfekt! Ich war in meinem ganzen Leben noch nie so verliebt wie in ihn. Ich sehe irgendwie nur noch rote Herzchen und fliegende Geigen am Himmel. Mir wird gerade die Diskrepanz deutlich zwischen meinem aktuellen Leben und dem Leben, das ich geführt habe, als ich noch studiert habe. Ich wollte noch hinzufügen, dass ich der einzige Mensch bin, der weiß, dass mein Freund (auch) schwul ist. Ich habe ihm hoch und heilig versprochen niemandem von seiner homosexuellen Neigung zu erzählen und halte seitdem auch Wort. Vor mir war er mit einer Frau zusammen, mit der aber (unter einem Vorwand) Schluss gemacht hat, weil seine Gefühle für sie nicht ausreichend waren. Jetzt bin ich in einer ziemlich verzwickten Lage. Einerseits bin ich so glücklich und könnte Bäume ausreißen, aber andererseits liegt doch irgendwie ein kleiner Schatten über unserer Beziehung, von dem ich nicht will, dass er uns irgendwann erdrückt. Eine zugeben echt komplizierte Situation, mit der ich nicht umzugehen weiß.

III. Wie geht es nun weiter?

Da es in der Liebe bei mir relativ rund läuft, mache ich mir im Moment eher Gedanken um meine berufliche Zukunft. Ich könnte mir eigentlich echt in den Arsch beißen, weil ich das Jura-Studium habe sausen lassen. Es geht mir ja jetzt wieder viel besser und so soll es auch bleiben. Ich bin schon auf der Suche nach geeigneten Nebenjobs, die mir zusagen und bin leider noch nicht fündig geworden. Ich könnte im Seniorenheim arbeiten, im Krankenhaus oder freiwillige Feuerwehr. Klar, es gibt Möglichkeiten. Nur irgendwie muss ich noch meinen inneren Schweinehund überwinden, da ich in der Vergangenheit (nicht nur aufs Studium bezogen) viele Rückschläge erleiden musste, die mich sehr deprimiert haben. Ich könnte natürlich auch wieder einen anderen Studiengang ausprobieren. Zur Auswahl stünden Architektur und soziale Arbeit. Ich werde sehen, was die Zukunft so bringen wird und wohin mich mein Weg führen wird...

So...das war mein mehr oder weniger kleines Update von meinem Leben. Es ist echt ein gutes Gefühl gerade, dass ich das alles losgeworden bin, dass ich mir etwas von der Seele schreiben konnte. Hoffentlich habt ihr interessiert gelesen und natürlich würde ich mich über mindestens eine Antwort tierisch freuen! Falls ihr Fragen habt oder irgendwelche Zusammenhänge nicht verstanden habt, könnt ihr mich gerne kontaktieren (egal ob im Thread oder als private Nachricht).

Dankeschön für die Aufmerksamkeit und ich lasse euch herzliche Grüße da.

Euer Bluti
Lieber für das sterben, was ich bin als ein unglückliches Leben zu führen, weil ich nicht so sein darf wie ich bin.

Ein kleines Update aus meinem Leben

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Re: Ein kleines Update aus meinem Leben

Beitragvon Hyazinth » 18 Sep 2018, 21:43

Wie ist es damit, wieder Jura zu studieren?
Ich suchte, wo der Wind am schärfsten weht...

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Re: Ein kleines Update aus meinem Leben

Beitragvon Sky26 » 18 Sep 2018, 23:33

Heyy :)

Ja, stimmt schon, hier ist echt wenig los, aber es liegt ja an uns, das zu ändern. :wink:

Ich konnte Deinen Text nicht am Stück lesen, weil mir tatsächlich sehr viel dazu eingefallen ist, Deinen ersten Thread musste ich dann auch noch lesen. Also schreibe ich einfach mal einiges, was ich dazu äußern möchte.

Egal was, es würde mich in jedem Fall happy machen!


Ich fürchte nicht.


Wie einige Leute aus meinem ersten Thread wissen, habe ich ja vor ein paar Jahren begonnen Jura zu studieren. Leider war ich gezwungen, das Studium aus persönlichen Gründen abzubrechen, was nicht daran lag, dass ich dieses Studium zu schwer fand, ganz im Gegenteil.


Sehr schade. Aber ja nicht endgültig, Du kannst ja wieder einsteigen.


Unglücklicherweise hat mir meine Psyche einen Strich durch die Rechnung gemacht, eine Depression hat sich nach und nach angebahnt, ich bin in ein tiefes emotionales Loch gefallen.


Scheiße, natürlich. Möglicherweise nimmst Du neben der Unsicherheit und der Angst vor weiteren schlimmen Phasen aber etwas Positives daraus mit. Dass Du Dir Fragen stellst und eine Selbsterkenntnis bekommst, die sehr vielen Menschen fehlt etwa.



Jedenfalls habe ich so die Tage verbracht, eine Kippe nach der anderen gequalmt und bin richtig vereinsamt, obwohl es Leute gab, die immer mit mir herumgehängt haben, mit denen ich mich gut verstanden habe und wo sich gute und wahre Freundschaften hätten entwickeln können.


Bist Du Dir da sicher? Ich kenne viele Beispiele von Leuten, die sehr viele Kontakte hatten, mit denen sie Sport getrieben, gesoffen ("Feiern gehen" genannt, wobei es eigentlich nichts zu feiern gab) und andere Aktivitäten ausgeübt haben und, als sie sie am dringendsten brauchten, einfach hängen gelassen wurden. Manche führen auch gewissermaßen ein Doppelleben, einerseits als kultivierte, sensible, homosexuelle Männer, deren Freizeitaktivität sich jedoch auf das Millieu Sportwetten, Spielhallen, Fitnessstudio und Shisha-Bars beschränkt, wo niemand ihrer als Freunde bezeichneten Bekannten sie wirklich kennenlernen darf. Deshalb die Frage nur an Dich, ich erwarte keine Antwort darauf. Bist Du Dir da sicher? Sind das Menschen, bei denen Du sein kannst, wer und wie Du bist, mit allen Stärken und Schwächen?

Wie ist nun eigentlich das Verhältnis zu Deinen Eltern? In Deinem letzten Thread wirkte es nicht so, dass Du es da gut aushalten würdest.



II. Mein Freund, meine erste große Liebe


Gratulation, schön, etwas so Positives zu lesen. Nur weil Du schreibst, es sei für Dich das erste Mal, es gibt Paare, da macht einer nach dem Verfliegen der Schmetterlinge im Bauch Schluss, weil dann die Ernüchterung kommt. Nicht, dass ich denke, dass Du so dumm wärst, aber es fiel mir nur gerade mal ein.


III. Wie geht es nun weiter?

Ich könnte mir eigentlich echt in den Arsch beißen, weil ich das Jura-Studium habe sausen lassen.


Kannst Du nicht wieder anfangen? Die Leistungen müsstest Du ja alle haben.

Ich bin schon auf der Suche nach geeigneten Nebenjobs, die mir zusagen und bin leider noch nicht fündig geworden.


Keine Vollzeitjobs?


Ich könnte im Seniorenheim arbeiten, im Krankenhaus oder freiwillige Feuerwehr.


Jaaaaa, alles sehr ehrenwerte Tätigkeiten. Meinen täglichen Dank und Respekt an alle diese Leute, ich gebe mir Mühe, sie zu würdigen und ihnen allen Respekt zukommen zu lassen, der ihnen zusteht!!! :)

Aber ich möchte Dich bitten, keine dieser Tätigkeiten zu ergreifen, wenn Du Dich in irgendeiner Art und Weise labil fühlst oder das Risiko siehst, dass es dazu kommt. Wenn ich Leuten davon abrate, in solche Berufe einzusteigen, kommt manchmal der Vorwurf, dass ich diesen Stellen nicht die Wertschätzung entgegenbringe, die sie verdienen. Dem möchte ich mit dem letzten Absatz vorbeugen. Es sind ohne jeden Zweifel enorm wichtige Aufgaben. Für die eigene psychische Gesundheit jedoch meiner Meinung nach eine Katastrophe. In diesen Berufen sieht man eine Menge Leid und wird mit Bildern, Geräuschen und Gerüchen konfrontiert, die besonders bei vorbelasteten Menschen unschöne Folgen mit sich bringen können. Wenn dann nicht

blutlutut hat geschrieben:gute und wahre Freundschaften


da sind, die das auffangen können, denken sich die Betroffenen in vielen Fällen

blutlutut hat geschrieben:Wenn es mir psychisch scheiße geht, kann mir meine Gesundheit auch egal sein, also...


und das ist dann

blutlutut hat geschrieben:ein Teufelskreis.





Ich könnte natürlich auch wieder einen anderen Studiengang ausprobieren. Zur Auswahl stünden Architektur und soziale Arbeit.


Ich weise Dich darauf hin, dass Du generell nicht alles wörtlich nehmen solltest, was ich hier so schreibe

Möchtest Du wirklich wieder studieren? So viel auswendig lernen und wieder vergessen, um noch mehr auswendig zu lernen? Immer die ganzen Fragestellungen, bei deren Bearbeitung ja kein Fehler in der Quellenangabe unterlaufen darf, weil man sonst erst im nächsten Semester wieder eine Chance hat, zu irgendeiner Prüfung zugelassen zu werden? Ständig Fristen und Mails mit Fristen und Anmeldungen, monatelanges Warten auf Ergebnisse, ewige Gruppenarbeiten, noch mehr Gruppenarbeiten, nervende und nicht reagierende Gruppenmitglieder und Dozenten, die sich so innovativ fühlen, weil sie eine weitere Gruppenarbeit fordern, statt eine Vorlesung anzubieten? Lange Tage, noch längere Nächte, weniger Zeit für sich und seine Freunde, weniger Geld, weniger Lust am Leben? Denn machen wir uns nichts vor, Studieren ist nicht das, was die Hochglanzprospekte der Hochschulen versprechen, persönliche Weiterentwicklung, neue Selbstfindung und in einer multikulturellen Gruppe lachend auf einer Wiese sitzen. Besonders in der sozialen Arbeit gibt es zwei Inhalte, der erste ist ein wochenlanges "Stell Dich vor!" und von da an nur noch "Rechtfertige Dich!!!". Warum studierst Du Soziale Arbeit, was qualifiziert Dich besonders, warum willst Du mal machen, was Du machen willst, warum arbeitest Du so, warum hast Du diese Methode angewandt, warum machst Du dieses Praktikum, warum... grauenhaft! Besonders für das Selbstwertgefühl der Betroffenen, denn in aller Regel bist Du für die Leute, denen Du in sozialen Berufen Dein Gehalt verdankst, kein Mehrwert, sondern ein Kostenfaktor. Und ganz schlimm, würde ich das einem Sozialarbeiter so sagen, würde er mindestens eine halbe Stunde auf mich einreden, und sagen, dass mein letzter Satz falsch ist und er einen Mehrwert bietet, aber in vielen Fällen als Kostenfaktor betrachtet wird. Ich hätte diesen Satz eigentlich löschen und so anpassen wollen, lasse ihn aber stehen, weil ich finde, dass er ein gutes Beispiel für die typische Atmosphäre in der sozialen Arbeit ist, ein ganzer Hörsaal voller Fettnäpfchen.

Architektur geht okay, aber es ist in Deutschland nicht wirklich einfach, damit auch Architekt zu werden. Als Bauingenieur würdest Du vielleicht eher zu den von Dir anvisierten Tätigkeiten kommen. Stichworte für Google sind etwa Bauvorlageberechtigung und Architektenliste.


Soweit erstmal...

Ich wünsche Dir alles Gute! :) Würde mich freuen, wenn Du mal wieder schreibst.

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Re: Ein kleines Update aus meinem Leben

Beitragvon blutlutut » 13 Okt 2018, 22:35

Hey Leute,

sorry dass ich mich erst jetzt melde aber bei mir ging es in den letzten Wochen echt drunter und drüber, so dass ich keine Motivation hatte zu schreiben. Mein Freund und ich hatten nämlich mega Streit und es ist leider immer noch so. Also wir haben uns (noch) nicht getrennt, aber haben schon seit einer Weile Kontaktpause. Dann gab es noch Stress mit der Familie, wo einer leider komplett ausgetickt ist und das einzig positive im Moment ist: Ich bin Onkel 2. Grades geworden! :)) Die kleine ist so süß! *-*

So jetzt aber zur eigentlichen Antwort: Also erst mal danke für die wenn auch wenigen Antworten, womit ich auch eigentlich gerechnet habe. Spezieller Dank gilt dir, Sky26, für deine sehr ausführliche Antwort. Also die erneute Aufnahme eines Jura-Studiums kommt für mich nicht in Frage, fragt mich aber bitte nicht wieso. Ich hab meine Gründe ;) . Ich weiß, dass ich geschrieben habe, dass ich den Abbruch bereut habe, aber es ist halt momentan sehr kompliziert bei mir, deshalb...

Also Sky ich kann dir echt sagen, dass die Leute, die ich da kennengelernt habe, etwas besonderes waren. Vor allem einer ist mir echt ans Herz gewachsen und ich wusste, ich konnte ihm Sachen (oder eher gesagt Sünden) aus meiner Vergangenheit anvertrauen ohne dass er mich dafür verurteilt. Aber leider hielt der Kontakt nicht bzw. nur über Facebook und WhatsApp, nachdem ich die Stadt, in der ich studiert habe, verlassen habe. Ich hab ihm jetzt auch nicht direkt gesagt, dass ich schwul bin. Ich hab ihn nur beiläufig gefragt, welche Meinung er zum Thema Homosexualität hat und er meinte, er akzeptiert sie (die Homosexuellen), also quasi uns, was ich zugegebenermaßen echt ein bisschen lächerlich fand, auch wenn ich ihn wirklich wirklich gern hab. Da haben wir ja echt Glück gehabt, dass er uns akzeptiert, gell? :D Wir haben insgesamt viel unternommen, hatten nette Abende, wo wir viel gequatscht und geplaudert haben, wir haben zusammen gekocht, gegrillt und Spiele gespielt. Es war doch irgendwie ne gute Zeit (ich versuche halt jetzt irgendwie das positive rauszufiltern). Dann gab es noch ein Mädchen, das ich sehr mochte. Auch ihr habe ich nicht unmissverständlich beigebracht, dass ich auf Menschen des eigenen Geschlechts stehe. Aber wir haben über die Thematik geredet und da konnte man schon raushören, dass sie dem Thema gegenüber absolut tolerant ist. Also die Leute waren ohne Zweifel top!

Das Verhältnis zu meinen Eltern ist mal so mal so. Mein Vater ist leider sehr schwierig, anstrengend und hochexplosiv. Er ist wie ne tickende Zeitbombe..eine falsche Bemerkung und er geht hoch wie ne Rakete...wenn er wüsste, dass ich schwul bin. Auwei..Dann wäre mein Todesurteil schon unterschrieben. 

Sky ich wollte tatsächlich eher soziale Arbeit studieren, auch wenn mir klar ist, dass dieser Studiengang einen sehr schlechten Ruf hat und die Leute (so wie du) damit fast nur negatives verbinden, obwohl soziales Arbeiten eigentlich ne echt gute und erfüllende Sache ist. Und dann wollte ich entweder in der Sucht- und Drogenabteilung arbeiten oder bei der Bewährungshilfe. Ich weiß natürlich auch, dass man auch hierfür eine überaus starke und belastbare Persönlichkeit besitzen muss, aber daran kann man ja auch arbeiten.

Danke dir jedenfalls noch mal für deine umfangreiche Auseinandersetzung mit meinem Text, Sky26! 

Ich wünsche euch noch nen schönen Abend.

Euer Bluti
Lieber für das sterben, was ich bin als ein unglückliches Leben zu führen, weil ich nicht so sein darf wie ich bin.

 


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