Fernbeziehung - Was nun?

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Fernbeziehung - Was nun?

Beitragvon purepassion » 14 Aug 2018, 20:13

Hallo Ihr!
Ich könnte wirklich dringend mal einen Rat gebrauchen.. und zwar schildere ich euch mal meine Situation..
Mein Freund und ich führen seit fast 3 Jahren nun eine Fernbeziehung. Ich lernte ihn kennen, als ich anfing zu studieren und durch die Entfernung und regelmäßigen Treffen kam es dann so, dass ich hier relativ wenig Anschluss gefunden habe, da ich neben der Uni zusätzlich auch noch arbeiten gehe. Hat mich aber auch nie groß gestört, da ich auch viel Kontakt zu meinen Freunden aus der Heimat habe. Er ist ebenfalls vor einem Jahr umgezogen und da ich zu der Zeit ein quasi freies Semester hatte, habe ich ein halbes Jahr fast nur bei ihm verbracht. Bei mir ist nach der Zeit der Wunsch aufgekommen diese Fernbeziehung zu beenden und zusammenzuziehen, da es mir einfach nicht mehr reicht, ihn nur am Wochenende, und dann nichtmal jedes, zu sehen, bzw. um Wochenenden frei zu haben anderes zu vernachlässigen. Wir haben dann vor etwa 2-3 Monaten mal gemeinsam nach Wohnungen geschaut und uns sogar eine angeschaut, mit der es leider nicht funktioniert hat. Gut, dass ist nun 2-3 Monate her.
Ich kann es mir mittlerweile gar nicht mehr vorstellen so weiter zu machen, da ich durch die Ganze Zeit bei ihm auch alle Kontakte etc. bei ihm habe und dadurch mittlerweile auch manchmal etwas genervt bin, wenn er mal am Wochenende keine Lust hat, dass ich vorbeikomme und alleine was mit den Leuten macht, die wir gemeinsam kennengelernt habe, da ich mich da total ausgeschlossen fühle und schon die ganze Woche über nur Uni und Arbeit habe...
Er kann sich mittlerweile plötzlich gar nicht mehr vorstellen, zusammenzuziehen. Dazu kommt, dass er ab Oktober anfangen wird zu studieren (dabei etwa 1 Stunde pendeln muss), nebenbei auch noch arbeitet, dann natürlich am Wochenende, und natürlich auch andere Freunde hat. Mir ist es aktuell schon zu wenig, aber das ganze wird ja dann nur noch schlimmer?!
Er meint nur, ich müsste mir hier auch Leute suchen.. da Ganze ist ja schön und gut, aber abgesehen davon, dass sowas nicht so mal eben passiert und ich dazu auch noch ein echt zurückhaltender Mensch bin, würde es auch nicht mein Hauptproblem lösen, welches darin liegt, dass ich einfach keine Wochenendbeziehung mehr will.
Was soll ich nun tun? Schluss machen, obwohl ich ihn liebe und es auch alles super ist, wenn wir uns sehen? Zumal ich dann absolut gar nichts mehr hätte... auf der anderen Seite bin ich halt mega unglücklich und da dann auch echt enttäuscht, dass ihn das gefühlt gar nicht interessiert..
Würde mich über Antworten sehr freuen.
Purepassion

Fernbeziehung - Was nun?

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Re: Fernbeziehung - Was nun?

Beitragvon Zuri » 14 Aug 2018, 22:25

Hallo Purepassion,

ich sehe Beziehungen folgendermaßen:
  • Der Partner ist kein Besitz. Deshalb kann man nicht über ihn bestimmen.
  • Beziehungen schaffen die Einschränkung, dass immer beide Partner verfügbar sein müssen und wollen.

Du sagst doch selbst, dass durch Studium, Arbeit und die Treffen sich deine Unternehmungen außerhalb des Studiums fast nur auf die Pflege deiner Beziehung beschränken. Da seid ihr euch doch einig. Nur zieht ihr unterschiedliche Schlüsse.

Kannst du ihn nicht wenigstens ein bisschen verstehen? Er hat Angst, dass er dann nicht mehr sein Leben leben kann, wenn er sich ganz für die Beziehung aufopfert. Er scheint die Balance aus Wochenende mit dir und unter der Woche allein oder mit Freunden gut zu finden. Er ist offenbar ein Mensch, dem eine gewisse Freiheit wichtig ist.

Du sagst, du kommst dir ausgeschlossen vor, wenn er sich mit seinen Freunden trifft. Kannst du nichts mit denen anfangen? Ich weiß, wie es ist, wenn man nur schwierig neue Freundschaften aufbaut, weil man schüchtern und/oder introvertiert ist. Aber überleg mal: Ihr zieht zusammen und irgendwann trennt ihr euch. Dann hast du dich einzig und allein von ihm und der Beziehung abhängig gemacht. Du bist quasi in der Beziehung aufgegangen und hast dich selbst ein Stück weit verloren. Nach der Trennung müsstest du komplett neu anfangen. Ohne Freunde und vielleicht auch ein bisschen ohne Plan, was du dann mit deinem Alltag anfangen willst.

Hast du dich schon mal gefragt, welches Szenario für dich schlimmer wäre? Also eine unerfüllte Beziehung mit ihm, in der ihr unterschiedliche Vorstellungen von deren Ziel habt oder eine Trennung, die zwar schmerzhaft ist, aber evtl. weiteren Schmerz verhindert. Versteh mich nicht falsch: Wenn es irgendwie geht, sollte man schon versuchen, es gemeinsam hinzubekommen, ohne dass man sich trennt.

Liebe Grüße,
Zuri
"Sei du selbst. Alles andere wirst du eh verkacken" — Marie Meimberg

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Re: Fernbeziehung - Was nun?

Beitragvon purepassion » 14 Aug 2018, 23:01

Hallo Zuri, erstmal danke für deine Antwort.
Ich kann ihn absolut verstehen, allerdings zum Thema Freiheit finde ich persönlich auch, dass man durch das Zusammenziehen auch einiges davon dazu gewinnen kann.. Wenn ich das Wochenende bei ihm verbringe, dann ist er in gewisser Weise "verpflichtet" sich auch rund um die Uhr mit mir zu beschäftigen, da ich keinen Rückzugssort habe, kein Unikram oder ähnliches, mit dem ich mich beschäftigen könnte. In einer gemeinsamen Wohnung wäre jeder zuhause, beide hätten ihre Sachen, man kann gemeinsam Zeit verbringen, muss aber nicht den ganzen Tag aufeinander hocken, jeder kann sich um seine Sachen kümmern, seine Ruhe haben, den Tag mit Freunden verbringen & Abends trotzdem den Partner sehen. Das ist für mich auch sehr viel Freiheit.

Den zweiten Punkt hast du etwas missverstanden. Seine bisherigen Kontakte haben wir zusammen bzw. zum Teil sogar zwei davon ich alleine kennengelernt. Somit sehe ich sie auch als unsere Freunde. Daher das ausgeschlossen fühlen, er unternimmt was mit ihnen, und sagt mir ganz klar, dass er nicht möchte, dass ich komme. Ich habe das Gefühl, dass er da sehr oft nur an sich denkt und sich gar keine Gedanken darüber macht, was mit mir ist. Ein Beispiel: Wir haben vor ein paar Wochen darüber geredet, dass wir mal ein paar "gleichgesinnte" Leute kennenlernen wollen. Ich habe dann ein paar Tage später in so einer "lokalen Tratschapp" einen Eintrag gefunden, in dem ein gleichaltriger, schwuler & vergebener Kerl geschrieben hat, dass er neu in der Stadt ist und ein paar Kontakte sucht und seine Nummer dabei geschrieben. Ich wollte ihm dann mal schreiben, mein Freund wollte allerdings, dass ich direkt eine Whatsappgruppe mit uns dreien mache, damit er nicht "außen vor" ist und hat total den Aufstand gemacht. Dabei fand ich das total banal, da wir ja durchaus eine Whatsappgruppe hätten machen können, allerdings wollte ich nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und den Kerl erstmal ganz nett anschreiben und danach fragen.. Jedenfalls hat mein Freund vor zwei Wochen lustigerweise über eBay Kleinanzeigen was gekauft, und bei der Abholung stelle sich raus, dass der Typ schwul ist. Die schrieben dann noch etwas hin und her, er hat auch einen Freund und wir könnten ja mal zu viert was machen. Soweit so gut, das war für vorletztes Wochenende geplant, allerdings kam was dazwischen. Mein Freund hat dann gesagt, er könne sich ja die Tage unter der Woche mit den treffen, allerdings fand ich das nicht so toll und wir haben uns drauf geeinigt, dass wir die zusammen kennenlernen. Diesen Samstag sagte er mir dann, dass er sich am Abend spontan mit denen trifft. Da denke ich mir nur, was soll das? Es ist eine ähnliche Situation nur mit vertauschten Rollen und der Tatsache, dass das Schreiben bei Whatsapp definitiv was anderes ist als sich zu Treffen. An sich keine nennenswerten Sachen, aber diese Doppelmoral finde ich ätzend.

Das ist eine gute Frage. Ich denke, wenn ich hier ein Umfeld hätte und es rein daran liegt, dass mir die Beziehung aufgrund der Entfernung nicht reicht, würde ich mich für eine Trennung entscheiden. Da es aber so ist, dass ich hier sehr einsam bin und auch deshalb nicht gerade glücklich bin, und die Zeit bei ihm die einzige ist, in der ich mich mal gut fühle, fällt mir das schwer, da ich im Falle eine Trennung wirklich gar nichts mehr hätte.
Was den Neuanfang angeht, den müsste ich im Falle einer jetzigen Trennung also auch machen.

Liebe Grüße, Alex

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Re: Fernbeziehung - Was nun?

Beitragvon Zuri » 14 Aug 2018, 23:55

Hallo Alex,
gerne, keine Ursache :)
Okay, das klingt doch gut. Hast du ihm diese Seite auch mal so dargestellt? Vielleicht hat er das noch gar nicht so gesehen. Wäre es denn dann für dich dennoch okay, wenn er ab und zu gemeinsame Freunde ohne dich trifft?

Jopp, solche Doppelmoral ist echt doof... Interessanterweise scheint ihr ja teilweise beide darauf Wert darauf zu legen, euch gemeinsam mit anderen zu treffen. Was sind denn seine Gründe, wenn er dir sagt, dass er nicht will, dass du mitkommst?

Kann er denn verstehen, warum du mit dem einen Typen nicht sofort eine Whatsappgruppe machen wollte? Streitet ihr euch eigentlich, redet ihr ruhig darüber und kommt nur nicht auf einen Nenner oder fresst ihr das letztendlich in euch hinein?

Wäre es denn für dich unabhängig von diesen Situationen okay, wenn er mal jemanden alleine kennenlernt und ihr dann beim zweiten Treffen etwas zusammenmacht?

Liebe Grüße, Sebastian
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Re: Fernbeziehung - Was nun?

Beitragvon purepassion » 15 Aug 2018, 09:11

Guten Morgen Sebastian :)
Ja, ich versuche es zumindest, allerdings hab ich das Gefühl, dass er das nur so halb aufnimmt und nicht wirklich sieht.
Klar wäre das für mich nicht okay, ich will auf gar keinen Fall, dass wir alles nur noch gemeinsam macgen, wäre aber auch abhängig von der Situation. Speziell wenn es um gemeinsame Freunde geht und man zum Beispiel abends was trinken geht, würde ich mir auch nicht verbieten lassen mitzukommen, wenn ich nichts anderes vor habe und Lust dazu habe, da Sie ja auch im Normalfall und beide fragen. Aber klar kann er auch was alleine Unternehmen.

Naja seine Gründe sind dann nicht so wirklich welche..beispielsweise war der letzte, als sie freitags abends was unternommen haben, dass er das Wochenende sonst gerne Zeit für sich hätte.. sich um Paoierkram kummern, Mal aufraumrn, putzen etc. Allerdings auf die Idee einfach Mal mit mir zu reden, da es ja auch gar kein Problem ist wenn ich am Samstag wieder heim fahre (zahle nichts für die Fahrt), kommt er gar nicht erst.

Ja verstehen konnte er es dann schon, gab aber trotzdem erstmal nen kleinen Streit.
Das ist auch so eine Situation wo es nicht sehr ausgeglichen ist.. wenn ihn etwas stirt, erwartet er auch dass dementsprechend was passiert und sich ändert, wobei ich mir natürlich auch Mühe gebe, da ich ja möchte dass wir beide glücklich sind. Wenn ich allerdings was habe, geht er da immer kaum drauf ein. Er ist sowieso was sowas angeht kaum bereit für "Krisengespräche", wenn es nicht von seiner Seite aus kommt. Und wenn man dann Mal redet, dann kommen von ihm nur Vorschläge wie ich damit klarkommen kann oder was ich ändern kann, denn für ihn ist ja alles gut.

Klar, wir sind ja nicht eine Person, natürlich kann er auch alleine Leute kennenlernen. Solange es nicht andere Kerle sind, mit denen man durch ne eigentliche Dating-App in Kontakt kommt, finde ich das nicht schlimm bzw natürlich wichtig, das jeder auch noch ein eigenes Leben hat.

Viele Grüße

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Re: Fernbeziehung - Was nun?

Beitragvon Zuri » 16 Aug 2018, 19:31

Guten Abend, Alex,

so, jetzt musstet du einen Tag länger warten, aber die Antwort kommt ;-)

Das heißt, eure Diskussionen laufen häufig ins Leere, ihr trefft kaum ausbalancierte Kompromisse und du steckst entweder zurück oder machst es wie er und ignorierst die Kritik?

Der ganze Rest klingt ja von deiner Seite erst einmal okay...

Viele Grüße
"Sei du selbst. Alles andere wirst du eh verkacken" — Marie Meimberg

Re: Fernbeziehung - Was nun?

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