Ablenkung durch Smartphones

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Ablenkung durch Smartphones

Beitragvon TechBoy96 » 15 Apr 2016, 13:48

Hallo!

Smartphones gehören für die Meisten von uns zum Alltag.
Für mich persönlich ist dies eine Bereicherung und eine auch eine große Hilfe.
Dennoch bin ich immer wieder entsetzt darüber, mit welch einer Fahrlässigkeit sich Menschen von ihren Smartphones ablenken lassen, sei dies beim Überqueren einer Straße oder beim Autofahren.

Nun stellt sich heraus, dass sich beim Zugunglück in Bad Aibling der Fahrdienstleiter von einem Smartphone-Spiel ablenken ließ.
Die ermittelnden Behörden ziehen dies nun als eine mögliche Ursache in Erwägung.

https://www.youtube.com/watch?v=osO-Xk-WQVE

Ich persönlich finde, dass solche Fahrlässigkeiten in Zukunft härter bestraft werden sollten.
Es ist doch inakzeptabel, dass Menschen sterben müssen, nur weil jemand anderes gerade spielt oder schreibt, anstatt seiner Verantwortung ordnungsgemäß nachzugehen.

Und, was meint ihr dazu?

LG
TechBoy96
"Your time is limited, so don't waste it living someone else's life."
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Ablenkung durch Smartphones

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Re: Ablenkung durch Smartphones

Beitragvon TechBoy96 » 17 Apr 2016, 15:11

Autounfälle nehmen aufgrund von Smartphones am Steuer wieder zu:
https://www.youtube.com/watch?v=Gs6kJcqRWHI
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Steve Jobs (1955-2011)

michael90
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Re: Ablenkung durch Smartphones

Beitragvon michael90 » 17 Apr 2016, 17:00

Dein Beitrag hat zwei Gesichtspunkte, einmal Bad Aibling und Ablenkung durch Handys generell.

Zu Bad Aibling: es ist schon tragisch, dass Ablenkung durch ein Mobiltelefon zu diesem Unglück geführt haben soll, auch wenn es wohl nicht der einzige Fehler war, da ja wohl auch Sicherheitssysteme nicht richtig funktioniert haben sollen. Vielleicht hat sich der Fahrdienstleiter auch auf diese Systeme verlassen und sich deshalb die Beschäftigung mit dem Handy erlaubt. Für den ungewollten Tod mehrerer Menschen rechtlich einstehen zu müssen, ist kein schönes Gefühl, die bestehende Rechtslage sieht hierfür Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren vor, was meiner Meinung nach ausreichend ist. Ob jetzt fünf oder zehn Jahre, der Fahrdienstleiter wird sich nie wieder von seinem Handy ablenken lassen, von daher wäre hier der Präventionsgedanke durch höhere Freiheitsstrafen nicht besser zu erreichen.

Und zu Ablenkung durch Smartphones allgemein: ich scheine ja noch zur glücklichen Generation zu gehören, die ohne Handys aufgewachsen ist. Entsprechend lasse ich mich nicht durch das Teil ablenken. Beim Autofahren ist die Versuchung schon mal groß, von daher lege ich es während der Fahrt in den Kofferraum, wo ich nicht dran komme. In der Uni kommt es nicht mit an meinen Arbeitsplatz, sondern liegt im Spind oder im Auto. Und wenn es mal vibriert, dann verkrafte ich das mental auch sehr gut, erst Stunden später draufzuschauen. Passend dazu habe ich von einer Studie gelesen, nach der Menschen höheren Puls und Blutdruck haben, wenn ihr Handy vibriert oder klingelt, und sie nicht drangehen dürfen, die Dinger sorgen also ziemlich gut für Stress. Stresskiller ist es deswegen, das Ding gar nicht immer in Griffweite zu haben, dann nutzt man es nicht permanent, sondern nur, wenn man es wirklich braucht, um irgendwelche alltäglichen Erleichterungen zu erfahren.
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Re: Ablenkung durch Smartphones

Beitragvon BaO » 07 Aug 2016, 22:43

Ich weiß, hier wurde schon lange nichts mehr geschrieben. Trotzdem will ich kurz mal die Fakten klären:

michael90 hat geschrieben:da ja wohl auch Sicherheitssysteme nicht richtig funktioniert haben sollen.


Die Ermittlungen wurden Ende Juli abgeschlossen, die Staatsanwaltschaft Traunstein hat Anklage erhoben.
Die Ermittlungsergebnisse sehen wohl so aus, der er bis kurz VOR dem Unfall an seinem Handy gespielt hat. Vermutlich aufgrund der Ablenkung ist er in seinen Plänen in der Spalte verrutscht und dachte, dass sich die Züge woanders kreuzen. Eigentlich hätte der Holzkirchner Zug im Bahnhof Kolbermoor warten müssen, wenn ich das noch richtig im Kopf habe. Er hat dann die Strecke aber freigegeben. Das Sicherheitssystem wollte wohl den Zug aus Richtung Rosenheim kommend bei der Ausfahrt aus Kolbermoor stoppen, woraufhin der Fahrdienstleiter das Sondersignal gegeben hat. Er dachte, dass es sich um eine Fehlfunktion handelt, was schon ein paar Tage vorher mal vorgekommen war. In dieser Situation haben die Sicherheitssysteme aber einwandfrei funktioniert! Er hat sie aber außer Kraft gesetzt. Als er seinen Fehler bemerkt hat, wollte er einen Notruf an die beiden Lokführer absetzen, hat aber versehentlich den falschen Knopf erwischt und Fahrdienstleiter in der Umgebung erreicht. Was dann passiert ist, weiß wohl jeder.

Ich kann jetzt keine genauen Quellenangaben mehr machen, aber so stand es in diversen Zeitungsartikeln.

Es sieht also (leider) wirklich so aus, dass der Fahrdienstleiter alleinverantwortlich für das Unglück ist.

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