Tach auch!

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Re: Tach auch!

Beitragvon Blackfalcon » 14 Jan 2016, 23:36

JuSos... Naja, ich sag mal nichts, einige meiner Besten Freunde sind Jusos... *hust* ;) :P
Aller Fortschritt ist das Ergebnis langer Kämpfe. Wenn die junge Generation ohne Faschismus und Krieg leben will, muss sie sich engagieren.
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Re: Tach auch!

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Re: Tach auch!

Beitragvon Zuri » 14 Jan 2016, 23:52

Ja, JuSos... :D Weiß, was du meinst^^
Bin auch mit einem Piraten befreundet ;)
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Re: Tach auch!

Beitragvon Blackfalcon » 15 Jan 2016, 08:14

Darf ich fragen in welcher Stadt bzw. welchem Bundesland? Die Piraten sind ja insgesamt doch eine sehr... nun ja... Heterogene Partei ^^
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Re: Tach auch!

Beitragvon Kaito » 15 Jan 2016, 08:30

Herzlich Willkommen hier im Forum Blackfalcon. :)

Ich habe mal ein paar Fragen, da du diese Internetadresse gepostet hast und in deinen Interessen auch "Antifa" steht.

1. Bist du für den Sozialismus auf gesellschaftlicher Ebene oder auch auf wirtschaftlicher Ebene? Wenn auch auf wirtschaftlicher Ebene, dann würde ich dich gerne fragen, ob Du glaubst, dass staatliche Stellen bessere Kompetenzen haben, als private Unternehmen und mittelständische Betriebe, die Risiken eingehen und mit ihrem Kapital haften?

2. Glaubst Du, dass der Sozialismus sich nur mit Gewalt durchsetzen kann mithilfe des staatlichen Gewaltmonopols bzw. findest Du, dass sich längerfristig ein Sozialismus durchsetzt, wenn alle Menschen in einer staatenlosen Privatgesellschaft leben würden oder dann eher liberale Anschauungen (z.B von Hayek) in den Vordergrund treten, wo alle Menschen ihr Geld für Dinge ausgeben, die sie auch nur selber bezahlen wollen und freiwillig in private Sozialsysteme einzahlen, um Kranken/Behinderten etc. zu helfen?

3. Was sagst Du dazu, dass ein paar Mitglieder der Antifa gerne mal auf rechtsorientierten Jugendveranstaltungen Fotos von 14-20 Jährigen machen, diese dann ins Internet stellen und fragen "Wo gehen die Person zur Schule oder Uni?", um sich dann dort zu versammeln und gegen diese jungen Leute zu demonstrieren. Wäre es nicht besser diese jungen Menschen in einer ruhigen Diskussion zu überzeugen?
Du fühlst es schon dein ganzes Leben lang, dass mit der Welt etwas nicht stimmt. Du weißt nicht was, aber es ist da. Wie ein Splitter in deinem Kopf, der Dich verrückt macht.

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Re: Tach auch!

Beitragvon Blackfalcon » 15 Jan 2016, 09:05

1. Du hast anscheinend meinen Beitrag nicht aufmerksam gelesen, ich bin Anarchist.

2. Eine Revolution kann niemals 100% friedlich ablaufen, ob eine Sozialistische, Kommunistische oder Anarchistische sei dahin gestellt. Gewalt gegen Institutionen und den Staat ist daher zur Befreiung der Gesellschaft ein legitimes Mittel zur Erreichung der anarchistischen Gesellschaft. Keine Frage, es bringt nichts den Sparkassenmitarbeiter von nebenan zu verprügeln, aber Abläufe zu manipulieren um das System zu sabotieren ist wichtig um ein (noch) weiter erstarken eines kapitalistischen und auf Ausbeutung basierendes System zu verhindern. Und wenn eine Verhältnismäßig kleine Gruppe von Kapitalist*innen dieses System auch nach einer intellektuellen Revolution in den Köpfen verteidigen will, so muss dies zerschlagen werden.

3.
Dass 14 Jährige geoutet werden habe ich noch nicht erlebt, hierzu hätte ich gerne eine Quelle um das mal nachlesen zu können... .
Insgesamt muss man Nazioutings von zwei Seiten betrachten:
Zum einen wie alt ist der Mensch? Gibt es Möglichkeiten ihn auf Diskussionsebene von seinen Gedanken abzubringen? Wie steht seine sonstige Umgebung dazu?

Zum anderen:
Welche Bedeutung hat er in Rechten Strukturen? Wie fest verwurzelt ist er dort? Hat er schon für eine Partei wie DIE RECHTE kandidiert? Was hat er bereits getan?

Ich finde es Beispielsweise vollkommen legitim, dass Michael Brück (Ratsherr für DIE RECHTE in Dortmund) an der Ruhruni Bochum, wo er Jura studiert geoutet wurde und dazu aufgerufen wurde nicht mit ihm zusammen zu arbeiten, zu lernen oder sonst wie Unterstützung zukommen zu lassen. Sein Wissen aus dem Studium und eine evt. berufliche Zukunft als Anwalt würde nämlich wiederum Rechten Strukturen zu gute kommen. Ähnlich sehe ich dies in den Fällen Lukas Bals, und insbesondere Dennis Giemsch.
Rechte Strukturen müssen sabotiert werden, ansonsten haben wir den nächsten NSU bald vor der Haustür stehen. Der Staat und die Gesellschaft sind auf dem "Rechten Auge blind" oder unterstützen Rechte Strukturen sogar noch passiv wie aktiv.

Jetzt noch ne Frage an dich: Wie kommt es, dass du Antifa so mit Sozialismus verbindest? :O
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Re: Tach auch!

Beitragvon Blackfalcon » 15 Jan 2016, 09:15

Ich glaube ich habe zumindest entdeckt warum du mich für nen Sozi halten könntest... Die Falken sind lediglich der Verband in dem ich mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeite und politisieren kann und möchte. Aber auch dort ist allen bewusst, dass mein Ziel kein Sozialismus sondern die Anarchie ist.
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Re: Tach auch!

Beitragvon blub89 » 15 Jan 2016, 15:11

Blackfalcon hat geschrieben:Rechte Strukturen müssen sabotiert werden, ansonsten haben wir den nächsten NSU bald vor der Haustür stehen.


Nach der Logik...dann linke Strukturen ebenso, bevor wir die nächste RAF vor der Haustür stehen haben ;)
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Re: Tach auch!

Beitragvon Zuri » 15 Jan 2016, 19:20

blub89 hat geschrieben:
Blackfalcon hat geschrieben:Rechte Strukturen müssen sabotiert werden, ansonsten haben wir den nächsten NSU bald vor der Haustür stehen.


Nach der Logik...dann linke Strukturen ebenso, bevor wir die nächste RAF vor der Haustür stehen haben ;)

Ein ziemlich schlechtes Beispiel, findest du nicht?
Ich will nicht behaupten, dass das nicht vorkommt. Aber immer Äpfel mit Birnen zu vergleichen, bringt einen auch nicht weiter.

Der Pirat kommt aus dem Land Bremen, ich selber bin mittlerweile in Hamburg und ich kenne noch einen JuSo aus Niedersachsen.
Den Piraten habe ich mal dazu bekommen, die Linksjugend zu besuchen. Er war ganz angetan und ist da auch einigermaßen regelmäßig wieder. Da liegt der Schluss nahe, dass er nun von den Piraten dahin gewechselt ist. Beschwören will ich das jetzt aber nicht.
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Re: Tach auch!

Beitragvon Kaito » 16 Jan 2016, 08:47

Ich habe die Beiträge gelesen und deswegen die Frage zum Sozialismus, da ich die Internetseite auch gesehen habe. Eine explizite Verbindung zwischen Antifa und Sozialismus kam von mir nicht, da sich die erste Frage auf die Internetseite bezog und Du danach klar gestellt hast, dass Du eher Anarchist bist, womit meine erste Frage auch beantwortet wurde.

Radikale Libertäre monieren oftmals, dass die Verwerfungen durch eine zunehmende sozialistische Einflussnahme des Staates entstehen, da Bankerettungen, Lobbyismus, staatlich gesicherte Geldmonopole, Subventionen usw. den Ursprüngen des Kapitalismus widersprechen. Außerdem gibt es auch Begriffe wie Anarchokapitalismus, weswegen ich ja auch die zweite Frage gestellt hatte. Ich finde das Gedankenexperiment interessant: Kein Staat vorhanden, Anarchie. Die Menschen organisieren sich regional. Dorf A in Deutschland organisiert sich "sozialistisch oder kommunistisch" und Dorf B "kapitalistisch, liberal" und die Menschen dürfen sich entscheiden wo sie leben wollen. Es wäre interessant zu sehen, wo sich die Menschen wohler fühlen und ob beide Dörfer akzeptieren können wie die anderen Leben wollen, sprich ob es Krieg gibt oder nicht.

Die Internetseite möchte ich aus mehreren Gründen nicht posten. Auf jeden Fall waren dort Jungs, die für eine Partei Werbung gemacht haben, z.B am Stand Flyer verteilt und dann stand im Untertitel "Wo geht der zur Schule?" Ob der jetzt 14 oder doch schon 15 16 war, weiß ich nicht, aber man sieht halt, dass es noch ein Bubi ist.

Ansonsten vergleicht blub89 keine Äpfel mit Birnen, sondern die NSU mit der RAF. Analogien sind lediglich im Bereich der theoretischen Philosophie nicht gern gesehen, da dort meistens fundamentale Fragen gestellt werden. Historisch gesehen und aus anderen Blickpunkten kann man diese Ereignisse natürlich vergleichen. Die Ergebnisse der extremen Ausführungen auf beiden Seiten kennen ja fast alle Menschen. Andererseits ist eine Diskussion, welche Ideologien schlimmer bzw. besser sein sollen kontraproduktiv, da jeder Tote ein Toter zuviel ist, egal ob er wegen des Gulagsystems starb oder durch einen faschistischen Staat. Auffallend ist, dass diese vielen Toten immer dann entstanden, weil radikale Ideologen an das Gewaltmonopol des Staates kamen, durch demokratische Winkelzüge oder Revolutionen, resultierend aus einer Massenunzufriedenheit und/oder der Entfremdung alter Eliten. Hier zu erwähnen ist vielleicht der Historiker Nolte, der zwar auch ideologische Definitionen verwendet, aber aufgrund der Auswahl bestimmter Begriffe wie z. B "Europäischer Bürgerkrieg", das Not aller Menschen in den Vordergrund stellt.

Ich möchte jetzt aber nicht zu Tief ins Thema einsteigen, da dies ein Vorstellungsthread ist und ich die Fragen gestellt habe, weil mich die Ansichten von Menschen interessieren, auch wie sie Andersdenkende sehen, bewerten und so dann ihr eigenes Handeln beurteilen. Danke :)
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Re: Tach auch!

Beitragvon blub89 » 16 Jan 2016, 22:36

Zuri hat geschrieben:Ein ziemlich schlechtes Beispiel, findest du nicht?
Ich will nicht behaupten, dass das nicht vorkommt. Aber immer Äpfel mit Birnen zu vergleichen, bringt einen auch nicht weiter.


Nö, seh ich jetzt nicht so. Natürlich gibt es fundamentale Unterschiede - die einen sind links- und die anderen sind rechtsextrem. Geht man aber von der Prämisse aus, dass man gewaltbereite, extreme Strukturen "sabotieren" muss, dann sind die beiden schon vergleichbar. An dieser Stelle auch danke an Kaito für seine Erläuterung; ich hätte nie gedacht, dass wir mal in einer politischen Frage einer Meinung sind :D
Das wiederum führt mich zur nächsten Frage an Blackfalcon - um diesen Punkt noch konkreter zu gestalten:
Darf man diese beiden Sätze:

Blackfalcon hat geschrieben:Eine Revolution kann niemals 100% friedlich ablaufen, ob eine Sozialistische, Kommunistische oder Anarchistische sei dahin gestellt. Gewalt gegen Institutionen und den Staat ist daher zur Befreiung der Gesellschaft ein legitimes Mittel zur Erreichung der anarchistischen Gesellschaft.


so verstehen, dass du selber auch gewaltbereit wärst um deine Ziele durchzusetzen?

Und wenn ich nochmal ganz offen sein darf: Dein "politisieren" von Kindern und Jugendlichen scheint mir vielmehr auf ein indoktrinieren hinauszulaufen. Insofern halte ich diese Arbeit mit Kindern und Jugendlichen für höchst bedenklich.
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Re: Tach auch!

Beitragvon t3ddy » 16 Jan 2016, 23:00

blub89 hat geschrieben:...
so verstehen, dass du selber auch gewaltbereit wärst um deine Ziele durchzusetzen?

Und wenn ich nochmal ganz offen sein darf: Dein "politisieren" von Kindern und Jugendlichen scheint mir vielmehr auf ein indoktrinieren hinauszulaufen. Insofern halte ich diese Arbeit mit Kindern und Jugendlichen für höchst bedenklich.


Ich muss da Blub zustimmen. Die Arbeit mit den Jugendlichen und Kindern finde ich wirklich bedenklich.

Was ich mich auch Frage, warum du davon ausgehst, dass ausgerechnet deine "Protestgruppe" die "Gesellschaft" befreien muss? Ich finde das schon ziemlich verblendet.
Jetzt mit über 100 Beiträgen. Ich fühl mich schon ziemlich Geil, ja! :D

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Re: Tach auch!

Beitragvon Blackfalcon » 17 Jan 2016, 00:42

blub89 hat geschrieben:Und wenn ich nochmal ganz offen sein darf: Dein "politisieren" von Kindern und Jugendlichen scheint mir vielmehr auf ein indoktrinieren hinauszulaufen. Insofern halte ich diese Arbeit mit Kindern und Jugendlichen für höchst bedenklich.

Darauf gehe ich nur mit einem Zitat ein und werde danach nicht weiter darüber diskutieren, da ich mir so einen Vorwurf nicht bieten lassen möchte ohne, dass auch nur weiter auf meine Didaktisch, Methodische Vorgehensweise eingagangen wurde.
Erich Fried hat geschrieben:
Kinder und Linke

Wer Kindern sagt
Ihr habt rechts zu denken der ist ein Rechter
Wer Kindern sagt
Ihr habt links zu denken
der ist ein Rechter

Wer Kindern sagt
Ihr habt gar nichts zu denken
der ist ein Rechter
Wer Kindern sagt
Es ist ganz gleich was ihr denkt
der ist ein Rechter

Wer Kindern sagt
was er selbst denkt
und ihnen auch sagt
dass daran etwas falsch sein könnte
der ist vielleicht
ein Linker


Fundamentale Unterschiede sind
a) Die RAF wurde vom Staat immer bekämpft und im Gegensatz zum NSU nie aktiv oder passiv durch staatliche Strukturen Unterstützt.
b) Linke und rechte Gewalt heute miteinander zu Vergleichen ist durchaus ein verglich zwischen Äpfel und Birnen. Insbesondere der Vergleich zwischen RAF und NSU hinkt. Ob Mensch mit den Mitteln der Tötung von Menschen (Die zumindest von der ersten Generation der RAF nie geplant war sondern erst später in zweiter und dritter Generation hinzu kamen, wobei insbesondere die Tötung von zivilen Opfern, also Opfern des Systems was die RAF zu bekämpfen versuchte, zu kritisieren ist) einverstanden ist oder nicht, ist ja jedem Menschen selbst überlassen. Allerdings wurden die Taten der RAF immer ideoloisch begründet und in den bekennerschreiben die motivation hinter den entsprechenden Taten begründet. Wie gesagt, ich habe selbst genug an der RAF zu kritisieren, aber sie mit dem NSU zu vergleichen, die Menschen einfach nur aufgrund ihrer Herkunft ermordet haben, im Vergleich zur RAF, die Menschen die ein kapitalistisches, Menschenverachtendes System bekämpft haben passt einfach nicht.
Hierzu gibt es einen relativ kurzen, aber treffenden Junge Welt-Artikel


blub89 hat geschrieben:Darf man diese beiden Sätze:

Blackfalcon hat geschrieben:
Eine Revolution kann niemals 100% friedlich ablaufen, ob eine Sozialistische, Kommunistische oder Anarchistische sei dahin gestellt. Gewalt gegen Institutionen und den Staat ist daher zur Befreiung der Gesellschaft ein legitimes Mittel zur Erreichung der anarchistischen Gesellschaft.

so verstehen, dass du selber auch gewaltbereit wärst um deine Ziele durchzusetzen?


Die Frage so zu stellen macht es dir natürlich sehr einfach, weil es schwierig ist auf eine solche undifferenzierende Frage zu antworten, ohne danach Zielscheibe für einfache Vorwürfe zu werden. Ich werde es dennoch tun.

Ich bin dazubereit auch mit Gewalt gegen Unterdrückung, Diskriminierung und FÜR eine befreite Gesellschaft zu kämpfen, ja.
Bevor eine grobe Gewalttätige auseinandersetzung mit dem System bzw. mit seinen Vertretern Sinn macht muss zunächst die Revolution in vielen, vielen Köpfen der Menschen ankommen und bis es soweit ist, ist es noch ein sehr sehr weiter Weg. Bevor dies der Fall ist, wird der Staat immer in der Lage sein, und hier zitiere ich einfach mal WIZO aus dem Lied "Rote Armee Fraktion" frei, die Bewegung als "Volksfeind zu isolieren".
Revolution findet IMMER zuerst in Köpfen statt, und wenn das passiert ist kann die Revolution und der Systemwechsel kommen, die herrschenden Kräfte zeigen aber bereits heute immer und immer wieder, dass sie nicht bereit sind Veränderungen zum Wohle des Menschen zuzulassen, wenn sie nicht selbst davon profitieren und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Profit ist das einzige, was für diese Menschen zählt. Friedliche Besetzungen werden gewaltsam geräumt, weil Spekulanten, die Verantwortungslos mit ihrem Eigentum umgehen und Leerstand verkommen lassen das wollen, Freihandelsabkommen werden durchgeboxt obwohl große Teile der Menschen dagegen sind. Der Neokolonialismus nimmt immer härtere Formen an und wird auf dem Rücken derer ausgetragen, die sich nicht wehren können. Demonstrationen werden ohne Ersichtlichen Grund nieder genüppelt und eingepfeffert, ohne Rücksicht auf verluste (Kinder, Jugendliche, Passant*innen), nur damit sich der Wiederstand gegen Projekte, Abkommen und Co. nicht noch weiter öffentlich äußert, weil Menschen zu eingeschüchtert sind. Diese Liste ließe sich unglaublich lang fortführen. Der Glaube, dass der Staat ein Interesse an den Menschen hätte, die in ihm leben ist humbug, es geht einzig und allein um wirtschaftliche Interessen. Kinderarbeit, Diskriminierung und auch Terror in anderen Teilen der Welt ist vollkommen okay, solange wirtschaftliche Interessen gewahrt sind.
Daesh (Sharia, Hinrichtungen, Folter)? Böse!
Saudi-Arabien (Sharia, Hinrichtungen, Folter)? Voll Okay, die haben ja unser Öl!

Es geht mir nicht (nur) um mein Leben und um meine Probleme, ich als europäischer, weißer Cis-Mann bin von meiner Homosexualität abgesehen angehöriger einer der Gruppen an Menschen die am wenigsten Diskriminerung erfahren, aber ich möchte nicht, dass Ich, meine ("Adoptiv"/Pflege?)Kinder und Ihre Kinder in einer Welt leben in der Menschen immer noch (wenn nicht sogar noch schlimmer) von staatlicher Gewalt und Staatlichem Zwang betroffen sind und auf Kosten von anderen Menschen leben. Wenn sich dennoch Menschen über die freiheit von anderen Menschen erheben muss dem Einhalt geboten werden. Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.

t3ddy hat geschrieben:Was ich mich auch Frage, warum du davon ausgehst, dass ausgerechnet deine "Protestgruppe" die "Gesellschaft" befreien muss? Ich finde das schon ziemlich verblendet.

Ja, macht Spaß einfach mal Sachen zu behaupten, die ich nie geschrieben habe. Ist natürlich auch einfacher, als sich damit und mit der eigenen Art und Weise zu leben auseinander zu setzen. Ich habe nie den Anspruch erhoben mit "meiner <<Protestgruppe>>" die Gesellschaft zu befreien. Aber ich hoffe ein kleiner Teil davon zu sein. Und wenn ich mit meiner arbeit nur einem Menschen, helfe. Einen Refugee vor einer Abschiebung bewahre, einen Jugendlichen davor bewahre aufgund seines äußeren von Faschos geklatscht zu werden, einem Jugendlichen den Raum biete bei uns in der Gruppe so zu sein wie er ist, weil Trans*gender zu sein bei uns genau so normal ist wie Cisgender. Wenn ich einem verdammten Menschen helfe über eine Kriese in seinem Leben hinweg zu kommen. Dann bin ich zufrieden. Wenn ich mehr schaffe um so besser.

Das solls erstmal gewesen sein.

LG,
Mo aka Blackfalcon
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Re: Tach auch!

Beitragvon Vielreder » 17 Jan 2016, 03:00

So eine kontroverse Vorstellung hier... Sieht man selten.
Wobei ich es ja traurig finde, dass du aufgrund deiner politischen Einstellung hier in eine Schublade gesteckt wirst. Ich teile deine Überzeugungen keinesfalls, ich halte von Anarchie überhaupt nix, es ist für mich eine Utopie. Dennoch gibt es so viele Leute mit derart fürchterlichen politischen Einstellungen (nicht nur als Extremisten) da wirkst du doch noch recht human.
Ich bin ja der Ansicht, das Gewalt prinzipiell nicht der Weg ist. Und Gewalt gegen Unschuldige, ist grundsätzlich falsch, weswegen ich von Revolutionen in modernen Staaten wenig halte, wenn damit keine friedliche gemeint ist. Doch Gewalt gegen Unschuldige verachte ich aufs tiefste.
Dennoch magst du teilweise Recht haben und bist mir zumindest sympathischer als viele dieser wirtschaftlich neoliberalen. Deine prinzipielle Sichtweise auf den Menschen gefällt mir. Aber ich glaube gewisse hierarchische Strukturen bilden sich von Natur aus heraus. Ein dauerhafter Anarchismus ist meiner Meinung nach eine Dystopie, es bleibt nicht lange und ist ein Zustand, in dem letztlich doch jeder tut was er will.
Ein utopischer Zustand wäre meiner Meinung nach der marxistische Sozialismus (nicht der Kommunsimus!), da es heißt in diesem heißt "Jeder nach seinen Fähigkeiten". Aber so einen perfekten Sozialismus wird es nicht geben, weswegen ich eher für eine sozialistische Marktwirtschaft plädiere, wovon unser derzeitiges System aber weit entfernt ist. Extremismus und Gewalt sind als Mittel um so etwas durchzusetzen aber immer falsch.
Aber um sich hier mal in die Diskussion einzuklinken, da es dein Vorstellungsthread ist, glaubst du an etwas derart unrealistisches wie die Anarchie wirklich? Und was findest du an so einem Zustand bitte schön?

Das soll mal mein Beitrag dazu sein. Viel Spaß im Forum, du wirst sicher an so manch kontroverser Diskussion beteiligt sein.
"Lernen ohne zu denken ist eitel. Denken ohne zu lernen ist gefährlich."
-Kung Fu Tse

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Re: Tach auch!

Beitragvon blub89 » 17 Jan 2016, 14:06

Blackfalcon hat geschrieben:Darauf gehe ich nur mit einem Zitat ein und werde danach nicht weiter darüber diskutieren, da ich mir so einen Vorwurf nicht bieten lassen möchte ohne, dass auch nur weiter auf meine Didaktisch, Methodische Vorgehensweise eingagangen wurde.


Dieses Zitat von Fried bekräftigt mich nur in meiner Ansicht. Diese kategorische Einteilung von Menschen (in "rechts" oder "links", "gut" oder "böse") in zwei Schubladen ist eine intrinsische Eigenschaft von Extremisten.


Blackfalcon hat geschrieben:a) Die RAF wurde vom Staat immer bekämpft und im Gegensatz zum NSU nie aktiv oder passiv durch staatliche Strukturen Unterstützt.


Das heisst eine extremistische, mordende Organisation wird apriorisch durch den Umstand besser, dass sie nie vom Staat unterstützt wurde? Das bezweifel ich ein wenig.

Blackfalcon hat geschrieben:b) Linke und rechte Gewalt heute miteinander zu Vergleichen ist durchaus ein verglich zwischen Äpfel und Birnen. Insbesondere der Vergleich zwischen RAF und NSU hinkt. Ob Mensch mit den Mitteln der Tötung von Menschen (Die zumindest von der ersten Generation der RAF nie geplant war sondern erst später in zweiter und dritter Generation hinzu kamen, wobei insbesondere die Tötung von zivilen Opfern, also Opfern des Systems was die RAF zu bekämpfen versuchte, zu kritisieren ist) einverstanden ist oder nicht, ist ja jedem Menschen selbst überlassen.


Merkst du eigentlich noch, was du da schreibst? Es sei jedem selbst überlassen, ob er zum Mörder wird oder nicht - aber wenn die Ideologie stimmt, ist es vollkommen legitim? Ein Mord ist in keinem Fall legitim.

Blackfalcon hat geschrieben:Allerdings wurden die Taten der RAF immer ideoloisch begründet und in den bekennerschreiben die motivation hinter den entsprechenden Taten begründet. Wie gesagt, ich habe selbst genug an der RAF zu kritisieren, aber sie mit dem NSU zu vergleichen, die Menschen einfach nur aufgrund ihrer Herkunft ermordet haben, im Vergleich zur RAF, die Menschen die ein kapitalistisches, Menschenverachtendes System bekämpft haben passt einfach nicht.
Hierzu gibt es einen relativ kurzen, aber treffenden Junge Welt-Artikel


Und die Rechten haben keine Ideologie? Mord bleibt Mord, auch wenn er "ideologisch" begründet sein mag. Das Strafgesetzbuch unterscheidet da nicht.
Ich hab den Artikel gelesen - argumentativ kommt da leider nicht sehr viel. Allein die ersten beiden Abschnitte, die ca 60% des gesamten Artikels ausmachen, lassen sich zusammenfassen mit "nö, kann man nicht vergleichen". Das "warum" wird nicht aufgeführt (ausser, dass die einen eben links sind und die anderen rechts...wie überraschend.)


Den letzten Abschnitt werde ich jetzt nicht im einzelnen auseinander nehmen; er entspricht meinen Erwartungen. Du postulierst, dass deine Ideologie die richtige ist und würdest dafür über Leichen gehen - zu denen ich mich dann im Übrigen zählen werde, weil ich Anarchismus für Schwachsinn halte.
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Re: Tach auch!

Beitragvon timtom » 17 Jan 2016, 14:33

Wie erkennt man einen veganer auf einer party?


gar nicht. er wird es erzählen. jedem.


In dem Sinne: Schau einfach dass Du etwas open minded bist, die Welt ist nicht schwarz und nicht weiss. Auch wenn die Diskussion ganz heiter ist, kann sowas schnell in extreme abrutschen die dann keine positiven Effekte mehr haben.
The greatest enemy of freedom is a happy slave.

Re: Tach auch!

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