Schwul als Elektriker?

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ounou
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Schwul als Elektriker?

Beitragvon ounou » 09 Jan 2015, 18:18

Hallo liebes Boypointforum,

ich weis, vieleicht nerve ich weil ich noch mal das Selbe frage, aber das Thema beschäfftigt mich immernoch. Habe auch schon in anderen Foren nachgefragt, aber wirklich Frieden mit mir konntr ich noch nicht schließen.

Ich mache eine 3 Jährige Ausbildung zum Elektiker (Schaltschrankbau und Elektrointallation) in Bayern, die ich im Sommer beenden werde. Seit ungefähr 2 Jahren glaube ich, dass ich schwul sein könnte, allerdings zeige ich keine Kliches nach ausen.

Meine Arbeitskolegen sind in der Regel homophob. Es ist ja halt ein typicher Männerberuf.
Und in eine größere Stadt werde ich warscheinlich auch nicht so schnell ziehen können, da die meisten Handwerks- und Industriebertiebe halt eher auf dem Land zu finden sind. Die Stadt ist halt einfach für diese Branche zu teuer. Vorallem Industriebetriebe brauchen Platz, und mittelständige Unternehmen können es sich sonst nicht anders leisten. Und den Führerschein habe ich "verkackt".

Meine Eltern möchten, dass ich meine Ausbildung fertig mache und dann auch in meinen Job arbeite.
Von einer Weiterbildung (z.B. per Fernstudium) wurde mir auch abgeraten, weil es zu schwer sein soll.

Wenn ich wirklich Schwul bin, kann ich dann überhaupt glücklich werden?
Muss ich Angst um mein Job haben? Muss ich Mobbing fürchten?
Werden sich die Leute von mir abwenden?
Kann man in der Provinz überhaupt angstfrei leben als Schwuler?
Ich möchte nicht das es mir so wie diesen jungen Mann ergeht: http://www.regensburg-digital.de/die-sc ... /07062013/

Ich will mich nicht ewig verstecken müssen!!!

Sollte ich vieleicht eine zweite Ausbildung anfangen?

Ounu

Schwul als Elektriker?

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Re: Schwul als Elektriker?

Beitragvon Queezle » 09 Jan 2015, 18:32

Ein Thema reicht im allgemeinen und ein Zweites mit nahezu identischem Inhalt erhöht äußerst selten die Chance auf wertvolle Antworten.

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Re: Schwul als Elektriker?

Beitragvon timtom » 09 Jan 2015, 18:38

Du hattest ja schon dies Thema gestartet: https://forum.boypoint.de/coming-out-f8 ... 20291.html

Ich denke auch mit deinen Zusatzinfos kann man Dir da keine anderen/neuen Tipps geben.
Am Ende kann jeder gluecklich und ungluecklich werden, das haengt davon ab ob man sein Leben selbst bestimmt fuehrt oder sich davon treiben laesst was andere einem vorgeben.
The greatest enemy of freedom is a happy slave.

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Re: Schwul als Elektriker?

Beitragvon Seeblick » 09 Jan 2015, 20:13

Hey ounou,

ich muss jetzt nochmal ganz kurz meinen Senf dazu geben.

Also zum Thema reiner Männerberuf: Das das nicht immer ganz einfach ist, ist klar. Das geht mir selber in meinem Beruf auch nicht anders und deswegen bin ich (bis auf wenige Ausnahmen) auf der Arbeit auch gar nicht geoutet. Das ist zwar nicht immer ganz einfach, aber zumindest für mich, erstmal der beste Weg.

Zum Thema Dorf: Ich habe in meinem Heimatdorf die Erfahrung gemacht, dass nur ganz, ganz wenige Leute dort überhaupt ein Problem mit Homosexualität haben. Der größte Teil hat es anstandslos akzeptiert.

Zum Thema Fernstudium: Ich arbeite Vollzeit, gerne auch mal mehr als die angepeilte 40 Stunden Woche und mein Studium schaffe ich nebenbei trotzdem. Es ist schwer ja, aber nicht zu schwer. Du brauchst für ein Fernstudium natürlich eine ordentliche Portion Disziplin, sonst wird das nichts. Du musst die deine Zeit gut einteilen und "heute habe ich mal kein Bock, was für's Studium zu machen" geht halt nicht. Es ist schwer und teilweise anstrengend, aber meiner Meinung und Erfahrung nach durchaus machbar.

Und zu letzt zum Thema Freund: Ich und mein Freund sind bei seiner Familie und unseren Freunden geoutet. Sind wir bei diesen Leuten, dann sind wir das, was wir eben sind - ein Paar. So bald wird draußen auf der Straße, also in der Öffentlichkeit unterwegs sind, sind wir eben "nur" beste Freunde. Auch das fällt mir nicht immer ganz einfach, aber man lernt damit umzugehen und klar zu kommen.

Was ich dir damit sagen will ist, dass es immer einen Weg gibt, glücklich zu werden.
Du musst ja jetzt nicht alles auf einmal anpacken und gleich deinen Facebook-Status auf schwul ändern und eine Pressemitteilung raus geben.
Lass es langsam angehen und entscheide Stück für Stück, wie es weiter geht.

Dein Angst kann ich teilweise verstehen, aber du siehst das ganze vielleicht auch etwas zu schwarz.
Gibt es denn Jemanden in deinem Umfeld, dem du dein vollstes Vertrauen schenkst? Schwester, Bruder, Eltern oder Freunde? Vielleicht kannst du da erstmal vorsichtig vorfühlen, wie diese Person zum Thema Homosexualität steht?

Eine zweite Ausbildung wäre vielleicht eine Option, wenn du dich denn in deinem Beruf so unwohl fühlst. Aber woran hast du da gedacht?
Deine restlichen Probleme mit dem Schwul-sein ändern sich dadurch aber noch lange nicht...

Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiter helfen!
Liebe Grüße
Und wenn du mich küsst, dann ist die Welt ein bisschen weniger scheiße!
Wenn du mich küsst!
Wenn du mich küsst bleibst du hier oder gehen wir beide!
Wenn du mich küsst!

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Re: Schwul als Elektriker?

Beitragvon ounou » 09 Jan 2015, 22:11

Als was arbeitest du eigentlich gutgelaunt?

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Re: Schwul als Elektriker?

Beitragvon gutgelaunt » 10 Jan 2015, 00:36

off-topic: :o :o :o
Also ich weiß jetzt absolut nicht, wie du jetzt darauf kommst... :D :lol:, aber gut:
Ich habe keine Ausbildung gemacht, sondern beginne bald ein Studium im naturwissenschaftlichen Bereich.

@topic
Seien wir doch mal ehrlich. In welchem Beruf oder Umfeld ist ein Outing keine Überwindung und wo gibt es denn mal keine Homophobie. Leider gibt es Homophobie überall und viele merken nicht mal, dass sie homophobe Äußerungen von sich geben. Sicherlich ist es vielleicht nicht unbedingt einfacher in einem Beruf, wo man nur mit Männern umgeben ist, aber man muss insgesamt seine Neigung lieben lernen. Das ist der Grundstein für ein selbstbewussten Umgang. Und der Umgang von einem selbst nach außen ist superwichtig, um von anderen vernünftige Reaktionen zu bekommen. Wenn man selbst Unsicher ist, dann bekommt man oft nur Mitleid oder Spott oder anderes. Aber das hatte ich auch schon öfter geschrieben.

Ich versuche einfach mal auf deinen Fragenkatalog zu antworten:

Wenn ich wirklich Schwul bin, kann ich dann überhaupt glücklich werden?
Kann man glücklich werden? Natürlich kann man das. Stell dir vor du lernst den tollsten Typen der Welt kennen und ihr seid auf einer Hängematte unter einem warmen Sternenhimmel im Sommer. Ihr macht nichts. Du liegst einfach nur in seinen Armen. Ist das nicht einfach wunderschön? Wenn du jemanden gefunden hast, der dir Glück und Freude schenkt, dann ist das doch schön schwul zu sein, d.h. schön jemanden wie den tollen Menschen zu haben. Welches Geschlecht ist doch wirklich egal, Hauptsache ist doch, dass man einander hat. Und überhaupt spielt die sexuelle Orientierung nur in den Fällen eine Rolle: bei der Liebe und Partnerwahl.
In den anderen Bereich des Lebens ist sie völlig egal und auch da gibt es unzählige Glücksmomente. Also frage bitte sowas nicht.

Muss ich Angst um mein Job haben? Muss ich Mobbing fürchten?
Schwulsein ist doch kein Grund zur Kündigung oder anderen schlimmen Dingen. Auch ist man ja in einer Arbeitsstelle für gewöhnlich ein wenig erwachsener und vernünftiger, als z.B. in manch' anderen Klassenstufen. Ich denke, dass Beste was du tun kannst ist zu zeigen, dass du damit glücklich bist, dich wohl fühlst und es das ist, was du willst. Du musst auch nicht jemanden auf die Nase binden, dass du so bist oder dir ein "Ich bin schwul" T-Shit kaufen. Wem du das erzählst und bei wem du dich outest bleibt einzig und allein dein Ding. Du musst dich auf der Arbeitsstelle auch überhaupt nicht outen, wenn du nicht willst und es lieber vertrauteren Personen erzähltst.

Werden sich die Leute von mir abwenden?
Das kann durchaus passieren, dass sich jemand von dir abwendet und dich nicht akzeptiert. Dann bleibt aber die Frage, ob es nicht vielleicht sogar an der Zeit war den Kontakt zu der Person abzubrechen. Wer dich nicht akzeptiert und zu dir steht, der hat vieles im Leben noch nicht begriffen und der hat doch keinen freundschaftlichen Wert für dich.

kann man in der Provinz überhaupt angstfrei leben als Schwuler?
Warum sollte man vor irgendwas Angst haben? Ich wohne auch in der Provinz und hier kommt Homosexualität auch nicht seltener vor, als in der Stadt. Die Einwohnerdichte ist nur vielleicht etwas geringer und es kennt jeder jeden. Aber es gibt auch viele tolerante Menschen die Homophobe öffentlich verurteilen. Und es passiert dir doch nichts, nur weil du schwul bist. Weil egal aus welchen Gründen jemand einem anderen etwas antut. Es ist und bleibt eine Straftat und nebenbei verstößt sie hier gegen den wichtigsten Absatz des Gesetzes, das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Wenn wer ernsthafte Probleme machen sollte und die Chance ist in der heute doch relativ vernünftigen Gesellschaft gering geworden, dann kann man das ja auch zur Anzeige bringen.

LG
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Re: Schwul als Elektriker?

Beitragvon blowfish » 10 Jan 2015, 04:37

Bei Elektriker denke ich an: https://www.youtube.com/watch?v=z69I04fDmwE
"Das ist der Stromkasten mit dem wir immer Probleme haben..."

Vielleicht wirklich eher ein Job fuer Heteros.
Bin ich schwul? 83% der Menschen, die diese Frage stellen, sind schwul. Hast du dich vorher extra in einem schwulen Forum angemeldet, beträgt die Wahrscheinlichkeit sogar 97%.

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Re: Schwul als Elektriker?

Beitragvon Perseus » 10 Jan 2015, 10:02

ounou hat geschrieben:Und in eine größere Stadt werde ich warscheinlich auch nicht so schnell ziehen können, da die meisten Handwerks- und Industriebertiebe halt eher auf dem Land zu finden sind. Die Stadt ist halt einfach für diese Branche zu teuer. Vorallem Industriebetriebe brauchen Platz, und mittelständige Unternehmen können es sich sonst nicht anders leisten. Und den Führerschein habe ich "verkackt".


Das mag für die hippen Metropolen wie München oder Hamburg gelten, aber bestimmt nicht für alle Großstädte bundesweit. Hier im Ruhrgebiet gibt es viel Industrie fast fußläufig von den Innenstädten entfernt. Selbst in der Schwulemetropole Köln gibt es viel (Groß-)industrie in der Nachbarschaft. Man denke als Beispiel nur an Bayerwerke in Leverkusen, Dormagen oder Monheim- also einige Arbeitsmöglichkeiten als Industrieelektriker. In den Gewerbegebieten Kölns gibt es viele mittelständige Unternehmen.

Zum einen wirst du wohl kaum lebenslang für den Führerschein gesperrt sein, und zum anderen selbst ohne Führerschein kann man mit dem ÖPNV einiges erreichen. Wenn man ausgehen möchte, ist wichtig die Wahl des Wohnortes an einer Bahnlinie, die auch nachts noch z.B. nach München fährt. Man muss ja nicht auf einem Dorf festsitzen, wo nur zwei mal am Tag ein Bus vorbei kommt. Ein anderer Weg wäre ein schwuler Freundeskreis, wo man Leute hat, mit denen man ausgeht und die einen mitnehmen.

Abgesehen davon kenne ich einige Schwule, die glücklich auf dem Land leben, und auch z.B. bei Schützenfest, Fußballverein und freiwilliger Feuerwehr kein Problem haben akzeptiert zu werden. Das größere Problem ist eher, ob einen diese Teile des Dorflebens als Schwuler interessieren als dass man dort diskriminiert würde.

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Re: einsam am Land

Beitragvon ounou » 15 Jan 2015, 18:16

Eine Frage habe ich noch.
Wie kann man wenn man auf den Land wohnt (wohnen muss) Gleichgesinnte kennen lernen?

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Re: Schwul als Elektriker?

Beitragvon gutgelaunt » 15 Jan 2015, 18:41

Entweder probiert man bei süßen Jungs aus, wie weit man gehen kann, man outet sich (dann hat man es einfacher) oder aber man nutzt das gute alte Internet. Da gibt es so einige Kontaktforen, wo man (je nach dem was man sucht) sich vorstellen und fündig werden kann. Es gibt natürlich auch noch die Möglichkeit mal in die Stadt zu fahren und in schwulen Jugendclubs, - Bars und - Discotekten vorbeizuschauen. Dabei musst du wissen, was du willst. Freundschaft oder etwa mehr?
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Re: Schwul als Elektriker?

Beitragvon Perseus » 16 Jan 2015, 08:16

gutgelaunt hat geschrieben:Dabei musst du wissen, was du willst. Freundschaft oder etwa mehr?


Auch Freundschaften sind sehr wichtig. Über Freunde lernt man andere Schwule kennen, auch die die nicht im Internet daten. Man kann mit ihnen was unternehen, man steht nicht allein da, wenn eine Beziehung zu ende geht. Sie geben einen Tipps. Also nicht nur ans Daten denken, sondern auch ein Freundschaftsnetzwerk aufbauen.

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Re: Schwul als Elektriker?

Beitragvon diddel24 » 20 Jan 2015, 22:24

Auch als Elektriker gibt es Schwule. Ich habe auch Elektroinstallateur gelernt, meine Kollegen bei denen ich mich geoutet habe hatten nie ein Problem mit mir. Es kommt darauf an wie du damit lebst. Ich wohne allerdings aus einer eher evangelischen Ecke Deutschlands. Lebe dein Leben so wie du es für richtig hältst und siehe dich mal im Internet um wo es Gruppen oder Clubs für schwule gibt und fahre da einfach mal hin.
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Re: Schwul als Elektriker?

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