Gedichte-Thread!

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Lear
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Re: Gedichte-Thread!

Beitragvon Lear » 28 Dez 2010, 19:28

Nun, ich habe zwar noch mehr Gedichte, aber nun etwas neuartiges geschrieben.
Etwas, das mir selbst schwer fällt ein zu sortieren. Ich poste es einfach mal, vielleicht findet es ja auch
Freunde.

Ich nenne es "Die Nuss", und damit ist ein ehemaliger bester Freund beschrieben.
Der einzige, mit dem bisher sogar eine Beziehung fast zustande gekommen wäre.


Er schreitet einen Gang hinauf.
Sein Parfüm verstreut einen leichten Duft von Galanz
Sie hüllt in ein in seinem Glanz
Schritt für Schritt geht er weiter
Sein Gesicht zeigt Kälte und gar Desinteresse
Doch er wirkt, als hätte er alles in seinem Leben erreicht
Es scheint, als hätte er keine Feinde,
Man denkt, er hätte alles im Griff
Ja man fühlt förmlich, alles deutlich, er ist sich sicher, in jedem Schritt

Und Schritt für Schritt geht er weiter
Durch ein Fenster scheint die Sonne heiter
Die Strahlen streicheln sein Gesicht,
und lassen ihn scheinen in einem warmen Licht
Doch er geht weiter, nimmt keine Notiz
Denn er ist Stark und Hart

Er kommt an einem weiteren Fenster vorbei
Er sieht, wie Blümlein sprießen,
Die schönsten Blümlein von Welt
Doch er geht weiter, nimmt keine Notiz
Denn er ist erwachsen, kalt und verstellt

Er geht weiter, kommt an ein Ende, eine Wand.
An ihr hängt ein Spiegel.
Er sieht sich.
Sich. Den wohl berauschendsten Jungen in nächster Nähe.
Es Spiegeln sich seine blau leuchtenden Augen,
sein dunkelbraunes Haar
Man sieht die Reste von dem, was er einst war
Doch niemand wird sich trauen zu ihm hinein in sein Herz,
denn jetzt ist es reichlich klein,
niemand darf dort sein
Jetzt sieht nur sich, und nicht mich.
Von mir nimmt er keine Notiz
Denn er ist nicht er selbst, ist nicht warm und voller Charme

Werden wir nie erfahren, was verbirgt sich hinter diesem Gesicht?
Er sieht hinein in seine Augen.
Tränen beginnen sie zu fluten.
Er wischt sie sich ab, und fällt hinab.
Hinab in das Loch der Gesellschaft

Re: Gedichte-Thread!

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Sindrom
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Re: Gedichte-Thread!

Beitragvon Sindrom » 28 Dez 2010, 23:37

Mein neuestes Werk.
Es nennt sich:


Die Farbe der Nacht

„Die Nacht ist dein“, hast du gesagt, als wir das letzte Mal uns trafen
Belustigt fügte ich hinzu: „Das Reich gehört doch seinem Grafen.“
Als Tzar der Finsternis geboren, nachdem ich doch gestorben bin
Gab ich mein Sein vollkommen auf und gab mich ganz der Leere hin

Jahrzehnte flog ich einsam durch das Reich der kalten Dunkelheit
Ich suchte was, doch fand es nie, die Qual zu stark, kein Weg zu weit
Ich schwebte, jagte, suchte, raubte, sehnte mich nach einem Wesen,
Das sich teilt mit mir das Sein des Toten ohne zu verwesen.

Bald schon erschuf ich ein Labor in Kerkern unter Frankfurts Stadt
Verschleppte Menschen, saugte stark und fraß den Hunger nächtlich satt
Ein jeder wurd alsdann wie ich, und hungerte nach Menschenblut
Doch starben sie, als sich erhob des Sonnen warme Lichterflut

Es war mir gänzlich unerklärlich, wir waren schließlich unter Stein
Kein Licht drang zu uns vor, wie kann also dieses Unglück sein?
Welch Kraft verbat es mir jemals auch nur für mehr als eine Nacht
Gesellschaft wie mich um mich zu haben, ohne dass sie auseinander kracht?

Doch dann, in jener Vollmondnacht in der ich reiste durch Paris
Als ich, durch Schicksal oder nicht, auf dich und deine Sehnsucht stieß
Im Hintergrund hielt ich mich auf und sah dich an, 'ne Ewigkeit
Du schautest Richtung Mond und ich spürt' sofort deines Herzens Leid

Als ich mich zeigte, dachte ich, würd'st du mit Schrecken reagieren
Doch liebtest du mich schon zuvor, wolltest mich niemals mehr verlieren
Du liebtest jedoch insgeheim doch nur die Nacht und nicht den Herrn
Doch da ich Gestalt des Dunkeln bin, zahl ich den Preis sehr gern

Ich spürte deine Leidenschaft, die Sehnsucht, die die Leiden schafft
und die Sehnsucht, die voll Leidenchaft Gesehntes sucht, das gab mir Kraft
Ich zeigte dir sehr stolz die Burg die ich zuvor entwendet hab'
Doch keine Eile trieb mich fort, ich wusste, nun war Zeit nicht knapp

Im Ballsaal spielten alte Geister Walzer aus vergang'ner Zeit
Noch heute lausch' ich gerne, wie Vergangenheit laut ruft und schreit:
„Vergiss mich nich, vergesst uns nicht, wir sind der Grundstein eures Lebens“
Es amüsiert mich jedes Mal, denn deren Schreien ist vergebens.

Du wolltest niemals mehr nach „oben“, der Kerker war dir ganz geheuer
Du suchtest Schutz vor deinen Ängsten und fandest ihn als Ungeheuer
Es ist des Lebens Ironie in mir die Schmerzen zu ersticken
Reiß ich doch Seelenwunden auf, anstatt sie zu vernäh'n und flicken

„Die Nacht ist dein!“, hast du geschrien, als sich die Schatten auf dich hetzten
„Gebiete Einhalt!“, flehtest du, trotz Tod noch sehr leicht zu verletzen
„Ich sagte dir doch immer wieder: Nicht nur am Tag sei auf der Hut!“
So schnell meine Lust an dir verging, so stärker wurd der Drang nach Blut.

„Die Farb' der Nacht“, hört' ich einmal „ist weder Schwarz, noch ist sie grau
Vielleicht, so möge einer denken, ist die Farbe dunkelblau
Ihr irrt euch stark, denn jene Farbe, die des Nachts den Menschen droht,
Ist die Farbe ihres Lebens, ihres Blutes, sie ist rot.“

Gezeichnet:
Prinz Astrum

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Lear
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Re: Gedichte-Thread!

Beitragvon Lear » 28 Dez 2010, 23:48

Hmm
Das ist sehr schön, Sindrom.
Sehr "Glatt" ohne großartige Textholperer.
Wirklich gut!

navyflake
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Re: Gedichte-Thread!

Beitragvon navyflake » 29 Dez 2010, 15:23

Gedicht "Die Füße im Feuer", Conrad Ferdinand Meyer

http://www.kombu.de/fuesse.htm

Ein zum Nachdenken anregender Schluss:

"Du sagst's! Dem größten König eigen! Heute ward
Sein Dienst mir schwer ... Gemordet hast Du teuflisch mir
Mein Weib! Und lebst ... Mein ist die Rache, redet Gott."

MfG,
navyflake

RayRay
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Re: Gedichte-Thread!

Beitragvon RayRay » 04 Jan 2011, 20:42

Hier mal 'n Gedicht von mir:

Frohe Augen
Sehen mich an
Auf meine Lippen
Starren sie dann

Frohe Augen
Wollen nicht glauben
Werden nass
Werden blass

Frohe Augen
Nicht mehr froh
Zerbrechen hart
Wie trock’nes Stroh

Frohe Augen
Verabschieden sich
Und ich bitte
Verlass mich nicht

eXpl0sivE
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Re: Gedichte-Thread!

Beitragvon eXpl0sivE » 05 Jan 2011, 20:45

Depression

Ich bin verzweifelt
Ich kann so nicht mehr leben
Alles was ich wollte
Jemandem meine Liebe geben

Ich gab sie ihm
Er nahm sie an
Doch merke ich
Es ist zu spät

Zu sehr hat es mich zerfressen
Innerlich mich kalt gemacht
Ich nurnoch Gedanklich lebe
Bis an einen besonderen Tag

Was ist nur passiert
Wie konnte es so weit kommen
Das alles was mir wichtig ist
Verschollen
Verschollen weit weg
In die Dunkelheit

Niemand kann sie finden
Und so verliere ich mich mehr
Bis ich sterbe
Tot unter der Erde liege

(Traurig oder?)

carriole
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Re: Gedichte-Thread!

Beitragvon carriole » 05 Jan 2011, 21:02

Ja, das ist wirklich verflucht traurig. Ich bin leider auch so labil, dass ich genau spüre, wie mich dein Gedicht trifft, explosive.
Ich poste jetzt mal ein älteres Gedicht von mir. Es ist von vor drei Jahren, damals war ich 15, und Reimen offensichtlich weniger zugetan als heute (obwohl ich manchmal immer noch reimlose Gedichte schreibe, wenn es sein muss).
Ach ja, das Gedicht hat damals von mir keinen Titel bekommen, und jetzt will ich ihm auch keinen mehr aufpropfen.


Verbittert keifen sie sich an
Verletzt und wieder verletzend
Du hörst es
Und spürst körperlich, wie sehr es dich trifft

Im Radio schmachtet Vanessa Carlton
Die tausend Meilen gehen würde
Um heut Abend ihren Schatz zu sehen
Du verstehst sie nicht
Dafür verstehst du, wie wenig weit man gehen muss
Um einander nicht mehr zu sehen

Verdammt, warum haltet ihr
Diese beschissene Farce von einer Ehe
Überhaupt noch aufrecht?
Wegen des Geldes, oder was?
Und sagt ja nicht, es sei meinetwegen!
Möchtest du sie anschreien

Stattdessen bestreichst du dein Frühstücksbrötchen
Sorgfältig und großzügig mit Honig
Und fragst dich
Spaßeshalber, ob das Liebe ist

Zyniker wie dich hast du schon immer gehasst



Vor einigen Wochen hab ich dieses Lied von Vanessa Carlton nach längerer Zeit mal wieder im Radio gehört, und um zu beschreiben, was ich da empfunden habe, müsste ich eigentlich wieder ein Gedicht schreiben ...
Sprzedaj mi swoją duszę
Inny się kupiec nie trafi
Innego diabła już nie ma

Wisława Szymborska - Prospekt

RayRay
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Re: Gedichte-Thread!

Beitragvon RayRay » 05 Jan 2011, 22:35

Eigentlich wollte ich das nächste Gedicht von mir nicht posten, aber da hier doch schon sehr tiefgründige Gedichte gepostet werden, geb ich mir 'nen Ruck...
Damit man es besser versteht: Das Gedicht handelt von einer Nacht, in der ich versucht habe, mir mit Medikamenten das Leben zu nehmen. Naja, das endete dann damit, dass ich mich nach ein paar seltsamen Träumen von oben bis unten vollgekotzt habe und dann eingeschlafen bin.

Die Uhr schlägt 3, der Arm voll Blut
Ein kleiner Schnitt, und ihm geht’s gut
Das Böse tanzt im Magen Ballett
Der Körper liegt blass und leblos im Bett

Die Zweifel, den Schmerz, alles runtergespült
Nachts im Dunkeln den Badschrank durchwühlt
Kleine Tabletten viel Hoffnung versprechen
Den Kreis des Leids und Lebens zu durchbrechen

Unterm Teppich, das Gute weint,
Während der Tod im Körper keimt
Ein Nährboden aus Hass und Pein
Der letzte Widerstand bricht langsam ein

Aus der Erde steigen dunkle Boten
Ziehen ihn schleichend in’s Reich der Toten
Doch bevor es vollbracht ist, würgt er in Not
Erbricht die Zweifel, den Schmerz und den Tod

Er öffnet die Augen, vor ihm eine Gestalt
Stumm steht sie da und betrachtet ihn kalt
Es rüttelte ihn wach die Ironie
Und spottet leise: So einfach war’s im Leben noch nie…

eXpl0sivE
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Re: Gedichte-Thread!

Beitragvon eXpl0sivE » 09 Jan 2011, 23:19

Verwirrende Liebe

Ich liebe ihn
Er mich auch
wir sind Glücklich
ich ihn brauch

dann ich ihn verlier
er mich auch
wir uns trennen lassen
nicht ein Hauch

doch ich auch einen andren Liebe
bin ich dumm?
dieser auch was für mich empfindet
dann machts bumm

kann Liebe so verwirrend sein?
ist es Wahrheit
oder doch nur Schein?
kann das wirklich Liebe sein?

Taiki
Gast
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Re: Gedichte-Thread!

Beitragvon Taiki » 10 Jan 2011, 09:45

sehr schöne Gedichte hier :3
mal schaun ob ich mithalten kann, glaub nicht aber egal xD


Weinen der Engel

Einst, in der tiefen Nacht, sah ich dich,
Der Blick - zu, Boden.
Tränen in den Augen - Jämmerlich.
Im Hals - Einen dicken Knoten.

Wagte sich kein Wort zu sprechen,
Wollte allein' sein.
Wollte sein' Stolz nicht brechen.
Doch ich sah's, er musste wein'.

Sein Gefieder, so schwarz wie die Nacht,
Versuchte zu lächeln - vergeblich.
Er wollte beweisen, vergeblich, seine Macht.
Doch schaute er so ängstlich.

Sah mich an, dicke Tränen in seinem Gesicht,
Seine Augen, so blau wie das Meer.
Erfüllt mit dem hellsten Licht.
Erweckt in mit Habgier, ich will sehen - mehr!

Ich fühl es, das größte Herz.
Die reinste Seele,
Fühlt nur klein seinen Schmerz.
Will, dass ich gehe.

Doch ich blieb, bot an meine Hilfe, meine Liebe, mein Leben,
Er wollte es auch, ich wusste es.
Ich spürte im Herzen ein starkes Beben.
Sein Pein schien zu vergehen.

Mit einem Wort, welches erfreute mich,
Flog er weit empor, hoch in die Lüfte - spürte noch die leichte Brise, eine sehr zarte.
Seine Worte waren: Warte hier, denn ich LIEBE dich.
Aber, mein Engel, weißt du, wie lange ich schon auf dich warte?

Möchte dich bis in die unendliche Ewigkeit an meiner Seite haben, denn eins verschwieg ich dir;
Ich liebe dich auch, mein Engel der Nacht, mein Lucifer.


Tut mir leid wenns etwas fehlerhaft ist, warn spontan Gedicht xD

Hier ist noch eins :3

Die Nacht

Die Nächte sind kalt und rau
Wohin du siehst, nur düstres Grau
Langsam lauf' ich dem Mond entgegen
Die Engel der Nacht singen, das Lied der Segen


Sieh, wie Luna lacht
Das ist der Zauber der tiefen Nacht
Die Seen funkeln unter der Sterndecke
Passe auf, dass ich die Sonne nicht Wecke


Denn die Nacht möcht ich genießen ohne Ende
Strecke der Luna meine Hände
Spreche zu Luna laut
"Stecken würde ich gerne in deiner Haut!"

"Das ewige Nachtsein
Selber der hübsche Mondeschein
Das ist mein einzig Traum
Vergessen Zeit und Raum!"

Doch die Luna hört mir nicht zu
Geht unter im nu
Verschwunden hinter den Gipfeln der Träume
-Sie weinen, die Bäume-

Übrig ist nur der kalte Wind
Schau wie traurig wir sind
Oh Luna schwinde nicht!
Ich ertrage nicht das Tageslicht

Denn nun bin ich auch ein Engel der Nacht
Kann nur überleben durch deine Macht
So tauch ich in die See für immer
Denn ein Tag ohne dich ist viel schlimmer


Mein Geist soll nur mit dir sein
Und nie mehr wein'
Nur an deiner Seite, ewig
Nur bei dir, und zwar ewig



So das waren Mady by Taiki Gedichte, hoffe die gefallen euch :3

Sierra
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Gast

Re: Gedichte-Thread!

Beitragvon Sierra » 10 Jan 2011, 21:29

Ich ging am Hafen entlang
und fragte die Fischer nach ihrem Fang,

die Fischer meinten der wäre nicht schlecht
und boten mir an, einen fangfrischen Hecht.

Die Fischer hatten Recht, der Hecht war echt nicht schlecht.

killworld
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Beiträge: 9
Registriert: 10 Jan 2011, 22:40

Re: Gedichte-Thread!

Beitragvon killworld » 10 Jan 2011, 23:17

ich hab sie geliebt, ich hab sie begehrt
aber meine triebe halten mich gefangen.
Wie kann ich ihr geben, was mich bewegt,
wenn gott mich nich dazu schuf?

mein herz zerspringt in zwei hälften,
die eine, die ist mein trieb, die andere,
die schillernde, ist meine liebe zu ihr.

wie kann ich ihr geben, wie kann ich ihr zeigen,
was mich zu ihr zieht, wenn gott mich nicht
dazu schuf?

Denis89
Gast
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Re: Gedichte-Thread!

Beitragvon Denis89 » 19 Jan 2011, 18:46

Der Knuddelkater geht bei Nacht spazieren,
er möchte gern sein Herz verlieren.
Er maunzt und schnurrt im Hinterhof sein Lied,
und wartet ab - doch nichts geschieht.
Nun singt er schon die zweite Strophe,
kein Echo, und das ist das Doofe.
Er wandert weiter, missgestimmt,
weil er sich selber übel nimmt.

Dann denkt er nach, um zu ergründen,
wo lässt sich ein Kuschelhase finden,
in dieser kalten Winternacht.
Verzweifelt hat er nachgedacht.

Zunächst besucht er Bier-Spelunken,
die Gäste sind meist angetrunken,
und die Häschen sind in fester Hand.
Die Krallen weg - sagt sein Verstand.
Das Ganze war ein grosser Reinfall,
nun hat er einen zweiten Einfall.
Zum Stadtrand führt ihn seinen Weg,
in die beliebte Diskothek.
Dort sieht er viele Hasen tanzen,
jedoch ihm fehlen die Finanzen.
Ein kleines Bier hat er geleert,
dann ist er traurig heimgekehrt.

Es beginnt die Depri-Phase,
wo findet sich nun ein Kuschelhase?
Er denkt "ach Mist, ich geh ins Bett"
zuvor schaut er noch ins Internet.
Und denkt, ich schau mal rum,
was ist los im boypoint-Forum.
Er schreibt noch hier und da im Thread,
einen Post, eine PN, und dann ab ins Bett.

Am nächsten Morgen, in der Früh,
denkt er, na irgendwo und irgendwie,
und irgendwann, und immer so fort,
vielleicht hat er ja eine Antwort.
Er hofft, und glaubt es aber nicht,
doch plötzlich sieht er "1 neue Nachricht"
Und was er liest, das macht ihn glücklich,
da schreibt ihm jemand augenblicklich,
lustige Dinge, fröhliche Sachen,
lässt sich daraus etwas machen?

Die PN's und Mails im Internetmeer,
sie schwimmen nur so hin und her.

Und der, der dies hier schreibt, ist der Kuschelhas,
der Knuddelkater fand ihn - tja, das war's!!!

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kaminari
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Re: Gedichte-Thread!

Beitragvon kaminari » 23 Jan 2011, 14:37

Stille

Die Stille drückt sich durch die Wände
In meinem Kopf und meinem Haus
Die Zeit zerrinnt durch meine Hände
Und draußen geh'n die Lichter aus

Tickt nicht die Wanduhr immer lauter
Brummt nicht die Heizung seltsam dumpf?
Mein Haus wird immer unvertrauter
Mein leerer Blick wird starr und stumpf.

Ich möchte schreien, es vertreiben
Das Schweigen, das Gedanken frisst
Ich möchte rennen, nicht mehr bleiben
Wo Stille schier unendlich ist.

Die Stille drückt sich durch die Wände
Lass mich in Ruh'! Lass mich in Ruh'!
Ich hebe langsam meine Hände
Und halte mir die Ohren zu.
I'd really like to tell you to go to HELL.
But I work there, and I don't need to see you every day.

carriole
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Re: Gedichte-Thread!

Beitragvon carriole » 24 Jan 2011, 22:58

@ Kaminari: Dein Gedicht gefällt mir besonders gut, wegen der Pointe :)
Ich poste auch mal wieder eins, einen meiner am wenigsten ambitionierten Versuche ... aber doch ein ziemlich trauriges Gedicht eigentlich. Zumindest für mich persönlich.


Sinnsprüche eines Versagers

Glück ist wie Knoblauch
von weißer Schärfe
penetrant
blutdrucksenkend
es gibt solche und solche
die einen ertragen es
die anderen erleiden Kreislaufzusammenbrüche

selbst kleingeschnitten oder
zerdrückt und
in den bescheidensten Mengen untergemischt
ist es immer noch zu erschmecken

Glück ist für mich wie Knoblauch
für Vampire
Sprzedaj mi swoją duszę
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Wisława Szymborska - Prospekt

Re: Gedichte-Thread!

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