Schwule Söhne und ihre Väter

Für alle Lebensfragen und Probleme - hier bekommst Du Rat und Hilfe.
flo
Frequent-Poster
Frequent-Poster
Beiträge: 1614
Registriert: 01 Jan 2004, 16:51
Wohnort: BaWü *g*

Schwule Söhne und ihre Väter

Beitragvon flo » 15 Okt 2004, 14:03

Hallo allerseits,

also man macht sie ja so seine Gedanken, warum man eigentlich schwul ist bzw. warum ich schwul bin...

Ich hab neulich was gelesen, was mich zum Nachdenken gebracht hat, klingt alles nach Psychogequatsche, aber irgendwie fand ichs doch interessant:

Homosexualität hat demzufolge auch psychologische Ursachen, emotionale Probleme in der "frühkindlichen Phase", Traumata blabla.

Schwule suchen demzufolge in ner homosexuellen Beziehung die Befriedigung emotionaler Bedürfnisse, die sie in der Kindheit nicht gestillt haben (jeweils fehlende Liebe und Zuneigung des gleichgeschlechtlichen Elternteils, also bei Schwuppen durch den Vater).

Ne Schwuppe sucht also unterbewusst nach Anerkennung, Bestätigung, um sich überhaupt als Mann zu fühlen. Beim anderen Geschlecht ist die Angst vor Nähe die Reaktion. Ich zitiere mal aus nem Interview mit einer Psychologin im Rheinischen Merkur - man sollte aber unbedingt beachten, dass der Merkur erzkonservativ und katholisch ausgerichtet is:

"Deshalb spielen die frühkindlichen Beziehungserfahrungen eine ganz wesentliche Rolle für die Art und Weise, wie ein Mensch später sexuell empfindet. Homosexuell empfindende Männer (...) sind in ihren frühen männlichen Beziehungen (meist zum Vater) verletzt worden. Sie tragen diese tiefe Gefühl in sich, dass da eine Kluft ist zwischen ihnen und dem Vater, dass sie zur Männergemeinschaft nicht dazugehören. Diese tiefe Verlangen nach Zugehörigkeit, nach emtionaler Verbundenheit mit der Männlichkeit und Anschluss wird erotisiert und sexualisiert." (Rheinischer Merkur 29, 15.07.2004)

Problematisch an dieser Deutung is aber, dass damit der Psychotherapie Tür und Tor geöffnet is - also man Homosexualität 'wegtherapieren' will/soll/muss...

Andererseits find ich den Ansatz mit dem Vater-Verhältnis zumindest überdenkenswert und in meinem Fall auch nicht gerade daneben *g*. Sicher is so ne Theorie nicht ausreichend, aber ich denke, dass die Ursachen für Homosexualität vielfältig sind und vielleicht trifft das oben Beschriebene bei manchen Schwuppen zu?

Was denkt ihr denn? Papa doof -> Sohnemann schwul?

Liebe Grüße vom

Flo.
[/code]

Schwule Söhne und ihre Väter

Werbung
 

Benutzeravatar
timtom
boypoint-Technik
Beiträge: 14046
Registriert: 13 Mär 2001, 00:00
Wohnort: Münster, Germany

Beitragvon timtom » 15 Okt 2004, 15:24

*hüchstel* Du hast aber schon den GANZEN Artikel da in diesem Käseblatt, bei dem ich direkt danach das Abo kündigen mußte, gelesen?
Ich werd hier für jeden, der den Artikel (ich nehme mal an, daß Du diesen meinst) nicht gelesen hast, mal den Link auf den Google Cache posten: http://216.239.59.104/search?q=cache:yq ... rkur&hl=en
Leider haben die gerade ein "problem", so daß die reguläre Version nicht so ganz geht. ( http://www.merkur.de/aktuell/php/printa ... 42902.html )

Also warum immer nach "Problemen" und "Traumata" gesucht wird, wenn sich jemand entwickelt ist mir eh schleierhaft. Wenn jemand Hetero ist, überlegt sich doch auch keiner, was die Eltern denn da falsch gemacht haben, daß er auf etwas so gegensätzliches steht. (Hat der Probleme mit dem eigenen Geschlecht? Sucht er sich darum das schwächere Geschlecht aus? Kann er seine männlichkeit nicht akzeptieren?)

Ich denke das ist bei jedem individuell und anders, warum sich jemand nun so, oder so entwickelt.
Sicher, man kann "auf die schiefe Bahn geraten" wenn man "die falschen Freunde" hat - aber sucht man sich das dann nicht doch zum Teil selber aus? Ich glaub nicht so ganz, daß jemand so blind ist und nicht merkt, wenn er in die Drogenszene abrutscht.

Und, klar, wer kein schwuler sein will, soll hetero werden, aber doch bitte nciht weil er nicht akzeptiert wird oder so. Wer sich als Homosexueller erstmal akzeptiert hat, kann sich danach dann ja ganz frei umentscheiden :-)

flo
Frequent-Poster
Frequent-Poster
Beiträge: 1614
Registriert: 01 Jan 2004, 16:51
Wohnort: BaWü *g*

Beitragvon flo » 15 Okt 2004, 16:30

Tja, also das sollte auf keinen Fall heißen, dass ich mir diese Meinung zu eigen mache, wollte halt mal hören, was ihr so denkt...

Vielleicht is das für voll geoutete Schwuppen auch alles kein Thema mehr, weil sie mit sich zufrieden sind - aber für die andren? *g*. Außerdem bin ich kein Wissenschaftler.

Aber subjektive Entscheidungen sind das ja alles nicht - weder Drogensucht noch das Schwulsein... und sich umzuentscheiden is wohl auch nich möglich @ timtom. Außerdem ist Heterosexualität die Mehrheitssexualität also wäre es falsch, da zu forschen, warum einer mit Mädels in die Kiste will.

Vielleicht gibts auch Trauma-Schwuppen und Schwul-is-cool-Schwuppen...*g* - aber ich will nur mal als These in den Raum werfen, dass die schwule Community - so es überhaupt eine gibt - eine ziemlich festgefahrene Meinung zur eigenen Sexualität hat, die auch auf keinen Fall hinterfragt werden soll: "I'm proud to be gay" - alles andere is schon halbe Diskriminierung und das schwule Weltbild is da so gestrickt, dass man doch bitte nicht hinter bereits Erreichtes zurückfallen soll: Wenn also Schwulsein völlig normal ist, dann bitte alternative Deutungen auch gleich diskreditieren. Das ist für eine Randgruppe auch völlig legitimes, selbsterhaltendes Verhalten.

Jetzt kommt gleich wieder der Spruch, dass Homosexuelle keine Randgruppe sind. Sind sie auch heute nicht mehr, aber die historische Erfahrung bis vor wenigen Jahren verlief ja wohl anders - auch wenn Homosexuelle nur zur Randgruppe qua Diskriminierung gemacht wurden - das Ergebnis in den Hirnen - und das Verhalten auf unangenehme Theorien is doch das gleiche.

Ich sag damit nur, wies ausschaut - das entspricht nicht automatisch meiner Meinung.

jonny
Star-Member
Star-Member
Beiträge: 2681
Registriert: 07 Aug 2002, 23:48
Wohnort: HH

Beitragvon jonny » 18 Okt 2004, 20:53

ich will man kurz mitteilen: auch nicht alles, was ich schreibe ist gleichzusetzen mit dem was ich meine. manchmal werfe ich auch nur was in den raum, denke aber, dass ich das jeweils deutlich genug voneinander abtrenne...

aber:
mein persönliches argument gegen diese ganze traumata-idee ist seit einiger zeit: es gibt unter männlichen meerschweinchen ziemlich ähnliche prozentzahlen was homosexuelles verhalten angeht. sind die auch von ihren vätern verlassen worden, oder was?
wetten jeder von uns kennt auch heterojungs, deren väter nicht da waren, aus welchem grund auch immer?

übrigens fehlt mir die studie: wieviele jungen (egal welche sexuelle ausrichtung...) haben probleme mit ihrem vater? ich schätze mal 70% aller. ALLER. auch der Heteros. bei dieser Zahl: gerade der Heteros...

mit seiner mutter versteht man sich, so argumentiert die tiefenpsychologie, ohnehin besser, jedenfalls ist die mutter eine enorm wichtige identifikationsperson, quasi die erste anima, wenn man nach c.g. jung geht. die mutter ist quasi der eigene ursprung. die eigene wurzel, der vater weniger die bindungsperson, psychologisch betrachtet.

schauen wir uns ganz kurz einen vielleicht für uns alle mehr oder weniger typischen werdegang an:

nennen wir ihn daniel.

daniel ist 12. die pubertät beginnt. veränderungen, nicht nur körperlicher art, sondern auch seelischer art sind für diese jahre prägend. er beginnt bald zu wixen.

daniel ist 14. irgendwie zofft er sich dauernd mit seinen eltern, er hat akne. scheiße. seine geschwister nerven. nur ein kumpel oder eine alte sandkastenfreundin sind seine verbündeten im djungel der komplizierten welt. er merkt, dass er beim wixen an jungs denkt, findet das aber nicht weiter bedenklich, weil er von dennis weiß, dass das andere auch manchmal tun. mit dennis hat er vor einem jahr auch mal zusammen gewixt.

daniel mit 15. langsam könnte er ja auchmal die mädels interessant finden, oder? also er ist ja nicht ungeduldig und er weiß ja spätestens aus bravo und sexualkunde, dass jeder mensch sein eigenes entwicklungstempo hat, aber wenn das so weitergeht dann ist er eher tot als dass er eine freundin hat...
zuhause entspannt sich die alltägliche lage nur sehr langsam...

daniel mit 16. gott ist christian geil. huch, nicht christiane? hm. nachdenken. nachdenken. an christian denken (und wixen...) nachdenken, die welt ist egal, nur christian und daniel...

daniel mit 17. die lage zuhause ist so entspannt wie schon lange nicht mehr, aber irgendwie frostig. christian geht jetzt mit susanne, daraufhin eine woche geheult in diesem zuge bei bester freundin claudia geoutet, kurz darauf bei mama. papa war zu beschäftigt, und mama wollte es ihm nicht sagen...

daniel mit 18. vater und sohn können sich unterhalten, aber haben schon ewigkeiten nicht mehr richtig miteinder gesprochen; weil es über jahre hinweg kaum auf vertrauen basierende gespräche zwischen den beiden gab... mutter hat wieder einen zugang zum sohn und duzt daniels freund matthias auch schon und geht am kommenden wochenende mit den beiden ins kino.


der vater stellte in der pubertät wie oftmals alle eltern einen agressor dar. durch die starke beschäftigung mit sich selbst kann der sohn, der voll im coming out steckt, seine vater-sohn-beziehung nur sehr bruchstückhaft reparieren, nicht zuletzt aufrgund der arbeitszeiten des vaters. wenn der vater zeit hat ist der sohn auf der piste...


vielleicht ist das ein erklärungsmodell, vielleicht findet ihr es stimmig...
für alle namen in diesem posting gilt: zufall. keine gewollten ähnlichkeiten zu real existierenden personen aus vergangenheit oder gegenwart...
ausname: jonny
der is extra
knuddel und kuss
von ebendiesem jonny
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.
Antoine de Saint-Exupéry

flo
Frequent-Poster
Frequent-Poster
Beiträge: 1614
Registriert: 01 Jan 2004, 16:51
Wohnort: BaWü *g*

Beitragvon flo » 19 Okt 2004, 11:42

Huhu Jonny,

eigentlich könnten wir ne Zweimann-Show im Fernsehen kriegen - sowas wie "Das schwuletarische Duett" *g*;

ich hab hier neben meiner Tastatur immer ne kleine Liste mit Themen fürs Forum liegen... und da stand auch "Schwule u. ihre Väter" drauf - und immerhin lesen doch ne ganze Menge Leute bei den Postings mit, is ja auch schon was.

Zur Sache: Also das mit den Meerschweinchen is interessant, zumal ich auch Vegetarier bin *g*. Ne mal ohne Ironie: wahrscheinlich hast du recht, zumal der von dir geschilderte Lebenslauf ziemlich typisch ist für die meisten Schwuppen. Da ich kein Anhänger der Psycho-Theorie bin, kann ich sie auch nicht verteidigen, wollte sie aber trotzdem mal zur Diskussion stellen.

Interessant wäre nur die Frage, warum eine solche Theorie wissenschaftlich noch kolportiert wird? Politische Ziele, um die Homo-Ehe, Adoptionsrecht usw. zu diskreditieren?

jonny
Star-Member
Star-Member
Beiträge: 2681
Registriert: 07 Aug 2002, 23:48
Wohnort: HH

Beitragvon jonny » 19 Okt 2004, 20:52

hi flo.

falls wir wirklich eine talk ecke bekämen (kann ja auch radio sein, da weiß dann immer noch niemand, wie ich aussehe...;-)) wäre ich natürlich sofort dabei... aber flo: gewöhne dir dafür aber fachbegriffe wie kolportieren oder diskreditieren. die verstehen ja nichtmal durchscnittliche abiturienten. also was wolltest du sagen?

(die sender, die ein schwules talkduo ohne themenvorgabe wollen werden ohnehin von weniger geistreichen menschen bewundert...)
bis spätestens zur btv4-talk-show: flo&jonny
knukus jonny
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.

Antoine de Saint-Exupéry

flo
Frequent-Poster
Frequent-Poster
Beiträge: 1614
Registriert: 01 Jan 2004, 16:51
Wohnort: BaWü *g*

Beitragvon flo » 20 Okt 2004, 16:49

Oh, sorry Jonny - aber ein solches Geschwafel gewöhnt man sich an der Uni an.

Ich wollte eigentlich die Frage in den Raum werfen, warum solche Theorien überhaupt noch unters Volk gestreut werden, wenn sie wissenschaftlich gesehn eigentlich gar nicht viel taugen... und welche Ziele dahinter stecken, wenn solche Vermutungen geäußert werden. Will man damit die Homo-Ehe und das Adoptionsrecht in den Schmutz ziehen, weil Schwuppen demzufolge eh alle einen an der Waffel haben? *g*

jonny
Star-Member
Star-Member
Beiträge: 2681
Registriert: 07 Aug 2002, 23:48
Wohnort: HH

Beitragvon jonny » 20 Okt 2004, 21:23

nun, flo, warum diese oder jene theorie in den raum geworfen wird, auch wenn wir alle wissen, dass sie humbug ist, nun: vielleicht sollte man sich, bevor diese fragen angeht, folgender frage widmen:
wie kommt es, dass es heute noch dörfer in deutschland gibt, die offensichtlich seit beginn der neuzeit nichts mehr mitbekommen haben? dort ist der pfarrer nachwievor die instanz schlechthin und klatsch und tratsch sind das einzige was darüber hinaus was zählt...

oder:
wie kann es sein, dass nach 12einhalb jahren naziherrschaft in einem deutschen landtag eine unverblümt darananknüpfende partei sitzen kann und in einem fall wiedergewählt wird? das sind fragen die mich derzeit umtreiben...

knukus
jonny
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.

Antoine de Saint-Exupéry

flo
Frequent-Poster
Frequent-Poster
Beiträge: 1614
Registriert: 01 Jan 2004, 16:51
Wohnort: BaWü *g*

Beitragvon flo » 22 Okt 2004, 16:49

Also Antworten auf deine Fragen hab ich leider keine richtigen, oder vielleicht doch: 1. Die meisten Menschen sind nicht besonders helle im Kopf und 2. Die meisten Menschen sind nicht dazu in der Lage, aus irgendwas (sei es Geschichte oder sonst was) Lehren zu ziehen... warum können sie das nicht? --> siehe 1. *g*

jonny
Star-Member
Star-Member
Beiträge: 2681
Registriert: 07 Aug 2002, 23:48
Wohnort: HH

Beitragvon jonny » 22 Okt 2004, 20:29

...und ich dachte, der holocaust war schlimm genug...
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.

Antoine de Saint-Exupéry

flo
Frequent-Poster
Frequent-Poster
Beiträge: 1614
Registriert: 01 Jan 2004, 16:51
Wohnort: BaWü *g*

Beitragvon flo » 23 Okt 2004, 11:42

Also ich glaub nicht daran, dass die Menschheit an sich aus irgendwas Lehren ziehen und dann alles besser machen. Da müssten wir ja nach einigen tausend Jahren Mord und Totschlag schon paradiesische Zustände erreicht haben.

Es gibt doch Studien, die belegen, dass nicht wenige Jugendliche mit dem Begriff "Auschwitz" gar nix mehr anfangen können.

Natürlich gibts genug aufgeklärte, informierte, politikinteressierte, geschichtsbewusste Menschen - aber sicher genausoviele Gurken...

jonny
Star-Member
Star-Member
Beiträge: 2681
Registriert: 07 Aug 2002, 23:48
Wohnort: HH

Beitragvon jonny » 23 Okt 2004, 13:39

ich halte es für etwas zu pessimistisch, zu behaupten, die menschheit hätte generell nichts gelernt, und würde eigentlich immer die selben fehler machen.

was mich aber interessiert: wie lebst du mit dieser einstellung? wie kannst du vertrauen in menschen oder politik haben, wenn du meinst: lernen tun die eh nichts?
armer flo, ich hoffe du wolltest das nur drastisch schildern...

knuddel heute besonders an flo aber auch alle anderen
vom jonny
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.

Antoine de Saint-Exupéry

flo
Frequent-Poster
Frequent-Poster
Beiträge: 1614
Registriert: 01 Jan 2004, 16:51
Wohnort: BaWü *g*

Beitragvon flo » 23 Okt 2004, 14:33

Tja, also eigentlich denke ich schon, dass die Menschen nicht viel dazugelernt haben - in Sachen Moral. Natürlich gibts heutzutage Menschenrechte, Völkerrecht und Co., aber für jeden verbindlich ist das ja noch lange nicht.

Ich denke man muss unterscheiden zwischen dem einfachen Bürger und den "Eliten" in Politik, Wirtschaft usw. - grundsätzlich glaub ich ja, dass Bildung ein Schlüssel zu der ganzen Sache ist - Leute mit besserer Bildung sind wiederum aber auch zwangsweise keine besseren Menschen.

So eine Einstellung hat ja nicht zwangsläufig einen negativen Einfluss auf meine "zwischenmenschlichen Kontakte", aber ich möchte jetzt nicht gerade in nem Aussiedlerheim wohnen und von nem Nachbarn knutschend im Treppenhaus erwischt werden - ich denke nämlich, dass der nicht wirklich über eine solch hohe Toleranzschwelle verfügt.

Als Beispiel: Ich hab neulich im Zug mit einem netten Menschen, der hier auch regelmäßig chattet, fast ne Stunde telefoniert. Wir haben weder über schwule Sexualpraktiken geredet noch sonst was anzügliches gemacht, aber man konnte wohl raushören, dass da zwei Schwuppen telefoniern. Als ich dann ausgestiegen bin, meinte ein Typ neben mir: "Hey du Schwuchtel, kannste nich daheim telefoniern?". Soviel dazu.

Und meine Einstellung zur Politik: Warum sollen Politiker cleverer sein als ich? Das sind Menschen mitten aus der Gesellschaft, ich bezweifle, dass die über das alleinige Wissen verfügen, wie man die Welt verbessern kann. Da hat mich mein Politik-Studium was anderes gelehrt *g*. Ich wähl diese Leute, weil ich den Job schlecht selbst machen kann und sie über mehr Fachkompetenz verfügen als ich - aber nur weil sie Politiker sind, haben sie in meinen Augen keine höhere Moral *g*.

jonny
Star-Member
Star-Member
Beiträge: 2681
Registriert: 07 Aug 2002, 23:48
Wohnort: HH

Beitragvon jonny » 23 Okt 2004, 14:45

die frage bei politik ist nicht die um moral oder anstand (niemals!), sondern die um macht.

keinesfalls ist der kanzler der klügste deutsche, oder der moralisch besste, aber er hat die größte macht inne (jedenfalls sollte er das...)

knukus
jonny
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.

Antoine de Saint-Exupéry

Werbung
 

 


  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Leben, Beziehung, Probleme“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste