Weisheiten der Nautec'schen Welt..

Lyrik, Ansichten und Debatten - für alles was Kopf und Geist entspringt.
Monakado
Gast
Gast

Weisheiten der Nautec'schen Welt..

Beitragvon Monakado » 03 Mai 2009, 23:14

VON DER QUELLE ZUM LICHT

Ein Mensch ist wie ein Buch. Es gibt Menschen, die können gut in ihnen lesen und es gibt Menschen, die sich nur zäh in den Seiten vorarbeiten können. Und auch für die, die die Seiten gut zu lesen vermögen, wird es immer einige Abschnitte geben, die nicht zu entziffern sind, die für niemanden zu entziffern sind und die auch für niemanden zu entziffern sein sollten.
Außerdem gibt es Seiten, die anfällig auf Angriffe sind. Wer sie verletzt, verletzt den Kern jenes Buches, jenes Menschen.
Und manchmal kann man auch neue, eigene Texte hineinschreiben, die das Buch, den Menschen komplettieren, jedoch auch die Geschichte verschlechtern können, deshalb sollte man überdenken, was man hineinschreibt, auf welche Seite und man sollte sich darüber im Klaren sein, dass die eigene Seite auch wieder verloren gehen könnte.


VOM LICHT ZUM GEGENSTAND

Eine Zugfahrt ist wie das Leben. Kleine Zwischenfälle können das Gesamtbild beeinträchtigen. Wir steigen ein und wir werden mit Gewissheit am Ende gezwungenermaßen wieder aussteigen. Vielleicht etwas später oder schon etwas früher an einer Haltestelle, die nicht für einen gedacht war. Manchmal steigt man auch nur aus um eine neue Zuglinie zu benutzen, wenn die alte Fahrtstrecke einen in die falsche Richtung gelitten hat. Wie auch immer die Fahrt ablaufen wird, eines Tages wird man an einem Ort ankomme, nach dem man sich schon lange gesehnt hat. Man wird viele Menschen treffen. Mit einigen von ihnen wird man während seiner Zugfahrt lang zu tun haben. Mit anderen nur, bis man oder sie umsteigt.
Und zwischenzeitlich können Zugunglücke das Leben verändern. Sie können bewusst die Abläufe verändern oder aber auch nur die Zugfahrt ein wenig umleiten. Wie auch immer solch ein Vorgang passiert, er wird nicht unbemerkt bleiben. Wenn das eigene Abteil davon getroffen wurde, könnte es passieren, dass man von den Kontrolleuren selbst für den Vorfall verdächtigt wird.
Doch egal wie die Fahrt endet, der Fahrt des Lebens kann man sich nicht entziehen.


VOM GEGENSTAND ZUM SCHATTEN

In einer Welt, in der die Realität keine Rolle mehr spielt, ist es schwer Realität zu finden. Oftmals irrt man im Dunkeln, denn man ist blind wie ein Maulwurf. Eine Welt der Irrealität ist wie eine Welt im Dunkeln. Bei keinem dieser beiden Fälle kann man sehen, ob es die richtige Entscheidung ist. In der Finsternis sieht man seine Feinde nicht, in einer falschen Welt auch nicht unbedingt.
Man sollte langsam lernen sich in dieser Fälschung zurecht zu finden, denn wer sich nicht zurecht finden kann, hat keine Chance zu überleben. Dann ist man wie ein Mensch unter hungrigen Löwen, erst wenn man Erfahrungen hat, kann man so etwas überleben.
Auch eine Welt in der die Zeit anders tickt, ist eine Irrealität. Nicht jeder kommt damit klar, aber viele versagen bei einem solchen Spiel, dass einen in die Irre leitet. Jeder lebt in einem solchen Moment auf des Messers Schneide und jeder kann abrutschen und sterben. Doch die, die stark genug sind, die den Glauben an das Mögliche haben, können gut balancieren und werden nicht abrutschen. Sie werden leben. Und sie werden das verdeckte in der Dunkelheit oder der Irritation erkennen und verstehen lernen.


VOM SCHATTEN ZUR LEINWAND

Jede Geschichte hat einen Anfang, doch nicht jede hat ein Ende. Die Zeit ist eine Geschichte, die mit der Geschichte des Raums – dem Urknall – begonnen hat. Das Leben hat einen Anfang und – wer weiß – vielleicht auch kein existenzielles Ende. Denn die Seele eines Menschen ist nicht an den Körper gebunden, schließlich ist die Innenwelt eines Individuums kein Molekül. Wie sollte es auch sein, dass einige Atome, die durch Quantenphysik gebunden sind, ein Bewusstsein entwickeln? Und es stellt sich die Frage, wieso? Wieso binden sich Atome, warum streben sie mehr nach Vollkommenheit, als nach der magnetischen Neutralität.
Jede Geschichte ist von der Zeit begleitet, denn auch wenn sich etwas in einem Bruchteil einer Sekunde abspielt, es steht nie. Nichts steht, nichts ist in der Zeit gefangen. Auch Photos stehen niemals still, denn jedes einzelne Atom in der Aufnahme ist in dauerhafter Bewegung. Auch wenn es nur wackelt, es bewegt sich dennoch.
Das Wort „Stillstand“ ist also irreal. Es gibt keinen Stillstand. Und wenn man bei absoluter Nulltemperatur ein Bild betrachtet, läuft dennoch wiederum die Zeit weiter.

Weisheiten der Nautec'schen Welt..

Werbung
 

marilyn
Gast
Gast

Re: Weisheiten der Nautec'schen Welt..

Beitragvon marilyn » 04 Mai 2009, 17:44

Ich halte nun tatsächlich nicht viel davon, die Welten anderer Menschen zu kritisieren, aber für dich mache ich angesichts der philosophischen Ergüsse eine Ausnahme:

Monakado hat geschrieben:Wie auch immer die Fahrt ablaufen wird, eines Tages wird man an einem Ort ankomme, nach dem man sich schon lange gesehnt hat.

Erstaunlich, aber es gibt auch Menschen, die garnicht sterben wollen. :)

Monakado hat geschrieben:Man sollte langsam lernen sich in dieser Fälschung zurecht zu finden, denn wer sich nicht zurecht finden kann, hat keine Chance zu überleben.

Von wegen Fälschung! Wie kommst du bloß darauf? Das ist ebenso unwahr wie der Materialismus, den du im Übrigen aus weniger als unersichtlichen Gründen zu widerlegt haben meinst. Gerade gestern habe ich aus schierem Zufall schon einmal darüber diskutiert: "Die Welt ist meine Vorstellung", Schopenhauers Schlüssel zur empirischen Realität durch den transzendentalen Idealismus. Hier findest du dazu eine zauberhaft prägnante Darstellung.
Und selbst zu uralten Zeiten lehrten schon die Inder: "Es ist die Maja, der Schleier des Truges, welcher die Augen der Sterblichen umhüllt und sie eine Welt sehen lässt, von der man weder sagen kann, dass sie sei, noch auch, dass sie nicht sei: denn sie gleicht dem Traume, gleicht dem Sonnenglanz auf dem Sande, welchen der Wanderer von ferne für ein Wasser hält, oder auch dem hingeworfenen Strick, den er für eine Schlange ansieht."

Monakado hat geschrieben:Auch eine Welt in der die Zeit anders tickt, ist eine Irrealität.

Natürlich ist sie eine empirische Realität, eine absolute kann es ohnehin nicht geben.

Monakado hat geschrieben:Nicht jeder kommt damit klar, aber viele versagen bei einem solchen Spiel, dass einen in die Irre leitet. Jeder lebt in einem solchen Moment auf des Messers Schneide und jeder kann abrutschen und sterben. Doch die, die stark genug sind, die den Glauben an das Mögliche haben, können gut balancieren und werden nicht abrutschen. Sie werden leben. Und sie werden das verdeckte in der Dunkelheit oder der Irritation erkennen und verstehen lernen.

Das mag dir so ergangen sein, das mag man hoffen, keine Frage. So muss das Spiel allerdings nicht funktionieren; es sei denn, man hat solche Adleraugen, dass man selbst den vergilbtesten Stern sieht, sehen muss, wenn man des Nachts auf Bergwanderung geht.

Monakado hat geschrieben:Denn die Seele eines Menschen ist nicht an den Körper gebunden, schließlich ist die Innenwelt eines Individuums kein Molekül. Wie sollte es auch sein, dass einige Atome, die durch Quantenphysik gebunden sind, ein Bewusstsein entwickeln? [...]

Wie definierst du die Seele? Oh, die Innenwelt könnte sich aber auf elektrische Impulse zurückführen lassen. ;)

Monakado hat geschrieben:Wieso binden sich Atome, warum streben sie mehr nach Vollkommenheit, als nach der magnetischen Neutralität.

Irgendwann, sei es bei diesem Aspekt oder noch ein paar Stufen tiefer in der Materie - bedauerlicherweise bin ich weder in Physik, noch in Chemie innenweltsbewandert genug, um ohne Hilfe eine Antwort hierauf zu finden - mag man an den Punkt kommen, an welchem sich diese Anschauungen nicht weiter relativieren lassen und trotzdem eine unbefriedigende Erklärung für den Grund der Dinge zurückbleibt.
Ein bildhaftes Beispiel ist das Universum: Wir können allerhand in ihm erklären, an ihm hingegen nur Unzulängliches. Da kann man nun auf Ei und Henne etwas Metaphysisches als Platzfüller hinstellen oder man nimmt das Universum wie es ist, nämlich als etwas, das sich schon selbst begründen kann, bzw. es garnicht muss; groß genug ist es ja. Das ist zwar letztlich Glaubenssache, daher aber Seelen, Götter, Drachen und anderen geistigen Unflat herzuzaubern, ist Unsinn. Unsinn nicht, weil der Platzhalter frei gehalten werden müsste, sondern, weil aus ihnen zumeist auch nichts Befriedigenderes resultiert.

Monakado hat geschrieben:Das Wort „Stillstand“ ist also irreal. Es gibt keinen Stillstand.

Das haben unter anderem sogar schon Plato, Heraklit, Kant und Schopenhauer aufgeschrieben.
Am besten gefällt mir aber die Ausführung eines gewissen Spinoza, der während der Renaissance erkannte, dass diese ledige Sukzessionwirkung der Zeit als bloße Accidenzien der allein seienden und bleibenden einzigen Substanz ( = Gott) zu verstehen ist. ;)

Monakado
Gast
Gast

Re: Weisheiten der Nautec'schen Welt..

Beitragvon Monakado » 04 Mai 2009, 18:36

=D und so habe ich die Zeit eines Schwulen geraubt und ihm "Arbeit" gegeben =)

generell erstmal ein kleines kA..^^, hab den Kram vor Jahren geschrieben, hab ich vor dem Posten nicht nochmal richtig durchgelesen^^

Der Kram begründet sich auf einer Geschichte, die ich mir mal zusammen gewürfelt habe, nichts Weltbewegendes oder Wichtiges, aber eine Geschichte, die sich mit Realität und Irrealität auseinander gesetzt hat.

Hab sie iwann mal runtergeschrieben, weil sie mir halt so dazu passend in den Kopf kamen, ich möchte mir daher auch nicht das Recht herausnehmen, zu sagen, Allgemeingültiges und/oder Neues verfasst zu haben

Grundlage, wie gesagt, die Nautec'sche Welt und ein daran geknüpftes Universum und eine dementsprechende Weltauffassung^^.
So ist ein Zeit-anders-Ticken nun auch kein wissenschaftliches Ausdrücken gravitativer Einflüsse, sondern eher ein richtiges Ander-Ticken eben =D

Wieso hab ich das gepostet? Keine Ahung... mir war langweilig^^
Glaube ich an diesen Kram, och... naja...^^ =D

Um mal als Mathematiker zu argumentieren: Aus Falschem kann Falsches folgern, und die Schlussfolgerungen sind dann logischer- oder unlogischerweise (wie man das sehen mag) richtig.
Beispiel: "Äpfel sind blau, weil sie im Wasser wachsen." 2 falsche Aussagen, deren Schlussfolgerung richtig ist, auch wenn es keinen erkennbaren Sinn ergibt xD

Zurück zu „Philosophie & Tiefgründiges“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast