Mensch und Tier - Wie verbunden seid ihr?

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Vielreder
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Mensch und Tier - Wie verbunden seid ihr?

Beitragvon Vielreder » 05 Mär 2015, 16:01

Diese Gedanken kamen mir erneut, als ich an meinen Kater denken musste, der vor fast einem Jahr eingeschläfert werden müsste. Es war so unvorstellbar und bitter damals für mich, ich wusste nicht damit umzugehen. Irgendwie ging es irgendwann, aber Gedanken an ihm stimmten mich immer schwermütig, zahllose Tränen habe ich deswegen vergossen. Es war ein Kater, doch für mich war es wie ein guter Freund, ich habe sehr an ihm gehangen. Sein Tod sitzt bis heute tief in mir, ich habe beim Hören eines bestimmten Liedes wieder an ihn gedacht, genau wie damals musste ich bitterlich und schmerzvoll weinen.
Er war mir wert, als so viele Menschen. Ich kann es kaum erklären. Ich konnte natürlich nicht so mit ihm reden, wie mit einem Menschen, dennoch hatte ich das Gefühl, wir würden uns gegenseitig verstehen und als wären wir verbunden. Ich weiß, es klingt sehr weit hergeholt und sonst was, aber das habe ich stets empfunden, entsprechend groß war mein Kummer. Er war mir mehr wert, als so mancher Mensch. Klar ist es was anderes, aber prinzipiell, gibt es doch keinen triftigen Grund, wieso einem ein Tier nicht auch teuer sein kann.

Deswegen meine Frage an euch: Wie empfindet ihr das Verhältnis zu Tieren? Sind sie für euch "nur" Tiere, oder gibt es hier auch ein paar weitere Leute, die ihr eigenes Tier ähnlich wie einen Menschen stellen und es als treuen Begleiter ansehen, als Freund?
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Mensch und Tier - Wie verbunden seid ihr?

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Re: Mensch und Tier - Wie verbunden seid ihr?

Beitragvon gutgelaunt » 06 Mär 2015, 16:30

Ich hab selbst keine Haustiere (Fische zählen ja wohl nich :D ), aber ich hab das bei Personen schon häufig erlebt. Wenn Tiere eine Familie ein ganzes Jahrzehnt oder gar länger auf Schritt und Tirtt begleitet haben, dann gehören sie fest zur Familie und sind ein eigenes Familienmitglied. Bei vielen Menschen, mit denen ich darüber geredet hab, haben die Tiere da oft eine ähnliche Bedeutung wie etwa ein Kind in der Familie. Auch die Tiere selbst bauen ein enges Verhältnis zu Herrchen und Frauchen auf. In der Nachbarschaft haben wir einen Hund, der, wenn er allein ist, solange jault, bis das Frauchen zurück ist.

Dementsprechend tragisch ist es, wenn ein Tier verstirbt, da dann ein Mitglied der Familie verschwunden ist. Das war ja für mich schon nicht einfach, wenn ich den Hund von Verwandten 12 Jahre lange kenne und er plötzlich verstirbt, aber der Hund ist fester Bestandteil einer Familie und dementsprechend schmerzhaft kann sowas sein.
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Re: Mensch und Tier - Wie verbunden seid ihr?

Beitragvon theshyguy » 06 Mär 2015, 17:17

Ich hab auch einen Kater seitdem ich 4 bin. Immer wenn er eine Verletztung hat weine ich um ihn. Er ist nun 16 Jahre alt, ich wäre tot unglücklich wenn er nicht mehr wäre. Er ist Familie und so hänge ich auch an ihm.
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Re: Mensch und Tier - Wie verbunden seid ihr?

Beitragvon TechBoy96 » 14 Mär 2015, 20:55

Ich habe selbst keine Haustiere und hatte auch nie welche.
Ich finde Katzen total süß aber ich durfte leider nie eine haben. :(

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Re: Mensch und Tier - Wie verbunden seid ihr?

Beitragvon Debussy » 15 Mär 2015, 17:57

Ich habe eine Katze (die fast so alt is wie ich, demnach ziemlich alt für eine Katze) und hänge wirklich SEHR an ihr.
Es gibt da voll die süßen Bilder, wie sie mit mir im Kinderwagen liegt, ich bin komplett mit ihr aufgewachsen:)
Sie kommt von einem Bauernhof und war schon etwas älter als wir sie geholt haben (paar Monate), weshalb sie am Anfang sehr scheu war, aber inzwischen mir gegenüber garnicht mehr (worauf ich echt stolz bin, da sie selbst noch vor meinem Bruder flieht:)).

Ich hänge wirklich SEHR an ihr und mag sie meist mehr als 95% der Menschen die ich kenne:)
Doch die wichtigsten Dinge,
sind ja sowieso nicht Dinge.
-maeckes

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Re: Mensch und Tier - Wie verbunden seid ihr?

Beitragvon FreakyKnight » 15 Mär 2015, 21:53

Ich bin absoluter Menschenfeind, und deswegen gibt es vermutlich nur wenige mit denen ich klarkomme. Mir Persönlich, sind Tiere daher sehr wichtig. Ich mag sie. Auch wenn manche Tiere brutal sind, so handeln sie doch instinktiv und sind bei weitem ni ht so idiotis h wie viele Menschen. Daher würde ich sagen das Tiere sehr wichtig sind. Ohne Tiere währe unser Leben, unser Zyklus also unsere Welt kaputt. Daher finde ich es doof wenn Menschen schlecht mit Tieren umgehen. So nervig die kleine fieße Stechmücke auch sein mag, so hat sie doch einen ethischen eigen und Grundwert. Daher versuche ich sie einzufangen und freizulassen bevor ich sie töte. Viele mögen das übertrieben finden, ich jedoch nicht.

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Re: Mensch und Tier - Wie verbunden seid ihr?

Beitragvon Maxi98 » 17 Mär 2015, 09:19

Ich denke, es kommt darauf an, wie lange man das Tier schon besitzt. Je länger die Zeit, desto mehr hängt man an dem Tier.
Ich selber hatte auch einen Hund, den wir als Welpen gekauft hatten.. Sofort, als meine Eltern mit dem kleinen Zuhause ankamen, habe ich mich um den Welpen gekümmert... Aufgrund des Welpens war das dementsprechend auch ein total süßer Hund.
Naja, wie dem auch sei. Jedenfalls hat er sich immerzu gekratzt... Immer! Tierarzt bescheid gegeben und es wurde festgestellt, dass er gegen sämtliches Zeug, wie Essen, allergisch war. Dadurch, dass es über ein Jahr so weiter ging, haben wir nach 1 1/2 Jahren beschlossen, ihn einschläfern zu lassen. Natürlich ist es sehr tragisch, aber man konnte da nicht machen. Traurig ist es immer noch, wenn man daran denkt. Da ich aber, sage ich mal, meine Gefühle recht gut unter Kontrolle habe, habe ich daran nicht eine Träne vergossen. Passiert mir eher selten, dass ich weine... o.O

Momentan wollen wir, verständlicher Weise, keine Haustiere haben. Ich weiß aber nicht, ob ich mir später eine Katze hole. Katzen finde ich ebenfalls total süß. Aber die Frage bleibt offen, ob ich mir eine zulege.
Ich kann, meiner Meinung nach, recht schnell eine Verbindung zu Tieren aufbauen. Ob es nun zu einem Nachbarshund ist, oder die Katze vom Nachbarn.
Schön wär's gewesen, zumindest für's Leben..
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Re: Mensch und Tier - Wie verbunden seid ihr?

Beitragvon felix » 17 Mär 2015, 13:45

Bei mir sieht das ein wenig anders aus als bei allen anderen hier. :D
Ich hatte bisher nur einmal ein Haustier: ein Kaninchen, dass fast 8 Jahre alt geworden ist. Als ich das bekommen hab war ich in der sechsten Klasse und damals hing ich auch sehr daran. Ich weiß noch, dass sie einmal nachts aus ihrem Käfig ausgebrochen ist und abgehauen ist und ich hab morgens mit meiner Mutter die gesamte Nachbarschaft durchsucht, um sie wiederzufinden. Wäre das einige Jahre später passiert, hätte ich mir wahrscheinlich nicht mehr die Mühe gegeben und hätte sie sich selbst überlassen.
Um ehrlich zu sein, hab ich am Ende nur noch darauf gewartet, dass sie stirbt. Ich hab mich zwar noch gut um sie gekümmert, hatte aber nicht mehr wirklich Interesse und Spaß daran.
Aber als sie dann gestorben ist, war ich doch noch ein wenig traurig. Aber auch nur einige Minuten. Dann hab ich sie begraben und alles war erledigt.
Und jetzt will ich auch keine Haustiere mehr haben. Das ist mir weder das Geld noch den Aufwand wert. :D

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Re: Mensch und Tier - Wie verbunden seid ihr?

Beitragvon Azazel » 17 Mär 2015, 21:53

Würde mal behaupten, dass ein Kaninchen auch was anderes ist als ein Hunde oder eine Katze
"Sie mögen 'Gott ist groß' rufen, aber tatsächlich wird er jedesmal ein bisschen kleiner, wenn sich jemand in seinem Namen in die Luft sprengt."

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Re: Mensch und Tier - Wie verbunden seid ihr?

Beitragvon SimonH » 31 Mär 2015, 09:45

Es ist ja im Titel nur allgemein von Tieren die Rede. Ich denke, man muss da grunsätzlich erstmal zwischen Nutz- und Haustieren unterscheiden. Wir (oder besser gesagt mein Vater) haben selber ein paar mehr Tiere.. U.a. einen Hund, mehrere Katzen, Schafe, Hühner, Schweine, etc.
Zu unserem Hund und einigen Katzen (die schon länger auf dem Hof sind) habe ich auch eine sehr enge Bindung. Also so eng, wie das nunmal sein kann wenn man nur alle paar Wochenenden vorbeikommt. Bei den anderen Tieren sieht das schon etwas anders aus. Die Schweine beispielsweise sind mir ziemlich egal. Bei den Schafen gibt es nur zwei oder drei, wo ich ein wenig traurig wäre, wenn die sterben würden. Die gehören sozusagen zur "Stammbesatzung". Und wer jetzt sagt, Schafe sind doch was anderes: Nein. Das sind äußerst soziale Tiere und wenn man genug Vertrauen aufgebaut hat, kommen die auch an und wollen ihre Streicheleinheiten abholen. Naja, oder das Futter in der Hand ... ;)
Der Rest ist halt einfach da und irgendwann halt woanders - aufm Grill oder Brot. Auch wenn der ach so tolle, süße Fuchs (wohnt bei uns dichter dran als der nächste Nachbar) sich mal ein oder zwei Hühner zum Mittagessen abholt. Traurig, aber so ist der Lauf des Lebens. Da hebt man sich Silvester eben noch nen paar Böller fürn Fuchsbau auf. (Nein, tun wir nicht!)
Genauso wenn sich beispielsweise ein Lamm im Stromzaun erhängt. Traurig, aber geht mir nicht unter die Haut. (Außer, wenn ich vergesse den Zaun auszuschalten, bevor ich versuche es zu befreien) :P

Also denke ich, zu Haustieren hat man einfach so eine enge Bindung, weil man halt weiß: Das Tier wird uns jetzt sehr lange begleiten und ist gewissermaßen ein "Familienmitglied". Bei Nutztieren weiß man, dass die irgendwann zum Schlachter kommen. Außer bei einigen wenigen.. :)
Heute auf der Arbeit wollte ich unbedingt noch was machen, das hab ich dann aber doch vergessen..

Arbeiten.

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Re: Mensch und Tier - Wie verbunden seid ihr?

Beitragvon Biermann » 04 Apr 2015, 16:26

Ich glaube, viele meinen, dass sie eine sehr enge Verbindung zu ihrem Haustier, oft Hund haben, aber im Grunde, trotz aller Liebe, nur ein Herrscher über dieses Wesen sind und das Gefühl mögen, unabdingbare, devotische Liebe zu empfangen.

Es wurde auch wissenschaftlich herausgefunden, dass Menschen, die Katzen mehr als Hunde mögen, viel empathischer sind und einen weitaus höheren EQ besitzen.
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Re: Mensch und Tier - Wie verbunden seid ihr?

Beitragvon whitetiger8D » 10 Apr 2015, 14:47

Ich bin selber auf dem Land aufgewachsen bzw tue ich das auch noch. Seit ich denken kann sind Tiere immer um mich herum.
Erst der Hund der Nachbarin, ein ehemaliger Polizeihund, und dann später einen Kater bei uns, der leider nach knapp 2 Jahren verschwunden ist. Wir haben ihn 2 Monate lang gesucht bis eine Nachbarin ihn angefahren an der Straße gefunden hat. Ich hab geheult und wir haben ihn dann im Wald begraben. 1 Monat später haben wir uns eine neue Katze geholt, die immer noch bei uns ist. Jetzt sind in unserem Haus außer unserer Katze noch 3 weitere Katzen und 2 Hunde. Ich könnte mir ein Leben ohne Tiere garnicht vorstellen. Und besonders Katzen könnte ich nicht einsperren. Ich finde auch, dass Katzen eine extrem beruhigende und tröstende Aura haben.

Tiere sind genauso Lebewesen, wie wir auch und zu machen kann man eben eine enge Bindung entwickeln und dann ist das eben ein Familienmitglied und es wird genau so behandelt und wenn das Haustier dann plötzlich nicht mehr ist trauert man genauso, wie bei einem Menschen.
Lass mal an uns selber glauben, is mir egal ob das verrückt is.

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Re: Mensch und Tier - Wie verbunden seid ihr?

Beitragvon theshyguy » 12 Jun 2015, 18:59

Gestern ist mein Kater gestorben der mich seit meinem 4. Lebensjahr begleitet hat. Leider und zum Glück ging es schnell, aber immernoch zu plötzlich...
Nun bin ich totunglücklich, er fehlt mir total....

Da hab ich mal wieder gemerkt wie viel er mir bedeutet.
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Tai
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Re: Mensch und Tier - Wie verbunden seid ihr?

Beitragvon Tai » 20 Jun 2015, 13:28

Biermann hat geschrieben:aber im Grunde, trotz aller Liebe, nur ein Herrscher über dieses Wesen sind und das Gefühl mögen, unabdingbare, devotische Liebe zu empfangen.


Das mag bei manchen Leuten gewiss zutreffen, aber verallgemeinern kann man das nicht.

Bei uns ist es so, ich selbst bin mit Tieren aufgewachsen und habe auch seit meinem Auszug damals welche.
Mein Freund dagegen musste sich erstmal dran gewöhnen, dass er jetzt auch Tiere in der Wohnung hat, das ging aber ruckzuck.
Da ich dagegen bin die Tiere einzusperren (tut mir einfach weh xD) und sie genau wissen wo ihr Futter steht, holen die sich ihr Futter wenn ihnen das was sie bekommen mal doch nicht ganz langt (wenn wir mal nen Tag weg sind) daher könnte man sagen haben sie eher ne art Diener als einen Halter :D
Sprich, vorallem unsere Frettchen sind (bis auf den allgemeinen Einkauf natürlich) null auf uns angewiesen, dennoch lieben wir sie und würden sie für nichts hergeben. Zudem kommen sie von sich aus zu uns um gestreichelt zu werden, momentan ist nur eins der Frettchen dezent eifersüchtig.

Weiterer wichtiger Punkt wäre, als ich meinen Freund kennengelernt hab war er der, meiner Meinung nach, der typische Bonze der sich nur noch hinsetzen muss um sein Geld zu verdienen und viele Menschen um sich rum hat aber im Grunde genommen einsam ist - so war das auch. Seit wir zusammen wohnen und er mit den Tieren Kontakt hat, hat er sich merklich verändert.

Ich trau mich zu sagen, dass es Tiere gibt die einen wenns sein muss mitten in der Nacht sogar wecken, gerne auch mehrmals wenn ihnen irgend etwas nicht passt, von daher glaube ich (nein, es muss nicht sein!), dass der Mensch sich teils viel abhängiger von den Tieren macht als es ein Tier vom Menschen ist.

Da ich einige Tiere für durchaus schlaue Wesen halte, vertrete ich die Meinung, dass es ganz darauf ankommt, wie natürlich der Mensch in erster Linie ist, warum er sich ein Tier anschafft (unseren Frettchen zum Beispiel ging es ziemlich schlecht, daher hab ich sie zu mir genommen und mich um sie gekümmert) und wie allg. die Bindung zu dem Tier ist. Wenn manche Leute sagen, dass man die Tiere einsperren muss, da sie sonst abhauen, kann ich nur darauf antworten, dass sie das nicht tun, solange man ihr Vertrauen und nun mal ihre Liebe hat, die sie einem, wenn sie es tun, freiwillig geben.
Ich kann Dir nicht weh tun, ohne mich dabei selbst zu verletzen.

♥ 01.01.12 ♥

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Schulbuch
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Re: Mensch und Tier - Wie verbunden seid ihr?

Beitragvon Schulbuch » 21 Jun 2015, 23:56

gutgelaunt hat geschrieben:Ich hab selbst keine Haustiere (Fische zählen ja wohl nich :D ) [...]

Was ganz entscheidend ist. Ich denke die meisten Menschen machen eine oder mehrere Unterscheidungen je nach Komplexität des Tieres. Je komplizierter und unberechenbarer sie handeln, desto näher stellen wir sie uns selbst. Emotionale Bindungen zu einem Goldfisch oder einem Wurm sind da eher selten. Katzen, Delphine und manche Vögel sind da schon eine andere Geschichte. Und vor einer schnellen Spinne können wir mehr Angst entwickeln als vor einer Schnecke. Trotzdem bleiben sie alle einfachere Versionen des Tiers "Mensch". Vielleicht ein Grund warum man leichter Beziehungen zu ihnen aufbaut.

SimonH hat geschrieben:Ich denke, man muss da grunsätzlich erstmal zwischen Nutz- und Haustieren unterscheiden.

Auch sehr wichtig. Nicht nur die Komplexität eines Tieres entscheidet über seinen Wert für uns. Ich glaube die Zahl an Menschen die bei uns noch Hunde zum Hüten einer Schafherde einsetzen ist recht gering. Haustiere sind Luxus. Dementsprechend bewerten wir sie auch als wertvoll. Paradoxerweise "wertvoller" als Nutztiere, die ja eigentlich einen tatsächlichen Wert für den Menschen haben. Therapeutischen Wert außen vor gelassen, den Haustiere haben mögen.

Biermann hat geschrieben:[...]
Es wurde auch wissenschaftlich herausgefunden, dass Menschen, die Katzen mehr als Hunde mögen, viel empathischer sind und einen weitaus höheren EQ besitzen.

Was bedeuten würde, dass sich Menschen tatsächlich ihr Tier nach Komplexitätsgrad aussuchen. Man hört ja recht oft, dass Katzen eigensinniger seien als Hunde, dementsprechend näher einem selbstbewussten Menschen stehen und also sich eher zur Stärkung der emotionalen Intelligenz eignen als "willenlose Diener". Aber ich denke eine Katze/Hund Diskussion ist hier nicht zielführend. Es gibt bestimmt auch genug eigensinnige Hunde.

Tai hat geschrieben:Ich trau mich zu sagen, [...] dass der Mensch sich teils viel abhängiger von den Tieren macht als es ein Tier vom Menschen ist.

Richtige Formulierung, er macht sich abhängig. Wie abhängig ein Tier vom Menschen ist hängt wieder mit seiner Komplexität zusammen, nur diesmal umgekehrt. Gegen die dümmsten und kleinsten Tiere kann der Mensch derzeit wenig ausrichten. Größere, komplexere Tiere sind mittlerweile jedoch fast vollkommen von uns abhängig, man sehe nur die Ausrottung (und Wiederansiedlung) von Wölfen, die Jagd auf Wale, Nashörner, Elefanten und so weiter an. Der Mensch kann mit Leichtigkeit die großen Tiere vom Antlitz dieser Welt tilgen. Andersherum können wir Arten auch übermäßig bevorzugen, aber immer im manipulierten Zustand. Wir halten keine Wölfe im Haus, wir halten Hunde. Mit Wildpferden können wir nichts anfangen, Reitpferde sind hingegen beliebt. Kühe ja, solange sie Milch geben und nicht in unserem Haus herum laufen. Und Katzen, solange wir eine Beziehung zu ihnen aufbauen können. Unsere Haustiere haben ihre Existenzberechtigung meistens nur noch darin, dass sie uns gefallen. Das geht ja inzwischen so weit, dass die Überpopulationen an Katzen mancherorts der verbleibenden Tierwelt gefährlich wird. Doch vergessen wir nicht, ein Großteil der Tierwelt ist noch unbeherrscht. Wir nehmen wohl Einfluss auf sie, aber wir kontrollieren sie noch nicht. Jedoch lässt sich die Tendenz beobachten, dass wir lieber Energie aufwenden um uns Tiere nützlich zu machen, als schädliche Tiere zu vernichten. Zumindest bis jetzt, es kommt herauf das Zeitalter der Gesundheit ~

Jetzt weiter zum Thema der Beziehung zwischen Mensch und Haustierier.
Was Haustiere heute im Speziellen leisten ist eine besondere Art der Interaktion. Wir sind es gewohnt mit unserer Sprache mehr oder minder effizient zu kommunizieren. Dieser Teil fällt jedoch bei der Interaktion mit Tieren weg. Komplexe Gedanken sind hier unnötig, hier wird der Mensch gezwungen seinen Geist zurück zu nehmen. Die Interaktion mit Tieren zwingt uns zurück auf eine körperliche Interaktion, eine Ebene, die viele moderne Menschen fast schon verlernt haben. Womöglich im Zusammenhang mit der Zähmung des Menschen? - - Die Rückbesinnung auf außersprachliche Kommunikation durch Gesten und Laute ist womöglich eine Entspannungskur für unseren Geist. Und zweitens eröffnet es uns einen Bereich, der uns gegenüber den meisten Menschen verschlossen bleibt, nämlich Intimität. Es wird von Debussy das Glücksgefühl beschrieben, der Stolz, einem Tier als vertrauenswürdig zu erscheinen. Was Biermann überaus treffend mit den Worten "devotische Liebe zu empfangen" beschreibt, ist genau das. Wer einmal mit seinem ganzen Wesen bei seinem Haustier war, weiß wie tief diese Bindungen sein können - oder zumindest für wie tief der Mensch sie halten kann. In etwa wie ein Familienmitglied.

Manchen mag es wundern, warum es Menschen so wichtig ist von Tieren als Tier anerkannt zu werden. Warum nicht lieber von Menschen als Tier anerkannt werden? Oder gar als Mensch? Das Urteil eines Tieres lieber noch als das eines Menschen? - Das weiß der Geier. Vielleicht, da es so viel einfacher ist auf tierischem Niveau Intimität aufzubauen als auf Sprachlich-Menschlichem. Ich sage es erneut: Das Haustier als einfachere Version des Menschen. Kein Wunder, dass das eigene Haustier 95% aller Menschen vorgezogen wird! Kein Wunder aber auch, dass ich jeden Menschen dem Haustier vorziehe! Wer Ohren hat, der höre.


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