Gedichte-Thread!

Lyrik, Ansichten und Debatten - für alles was Kopf und Geist entspringt.
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Gedichte-Thread!

Beitragvon Nisashi » 31 Mai 2007, 18:07

So, nachdem es hier einen Bilder- und Video-Thread gibt, möchte ich einen Gedichte-Thread aufmachen. Hier könnt ihr eure selbstgeschriebenen Gedichte oder Gedichte, die euch sehr gut gefallen, posten. Dann zeigt mal, was ihr so habt. Hier ist mein Beispiel. Wenn das Gedicht nicht von euch ist, schreibt bitte hin, von welcher Seite es ist.

Einsamkeit
Der Innere druck steigt
Das eigene Sein fremd
Der eigene Körper fremd
Das Spiegelbild unerkennlich

Der Tod sich näher schleicht
Das Herz längst gestorben
Die Hoffnung verloren
Die Gedanken geballt

Das scheinbar tote Herz
Ein letztes mal zu pochen beginnt
Noch einmal auflebt
Noch einmal ertönt

Das tödliche Gift
So schnell und kalt
Sich ausbreitet
In einer leblosen Hülle

Ein letztes mal
Tränen über die Wange fließen
Der Blick nach oben sich neigt
Die Augen schließen sich

Das Leiden
Die Pein und Demütigung
Endlich vorbei
Keine Träne mehr fließt

Ein Knall
Der leblose Körper
Aufgeschlagen auf dem Boden
Endlich keinen Kummer mehr.

Einsam gelebt
Einsam gelitten
Einsam gestorben
Niemand hat es bemerkt
(von der Seite: http://www.gothic-gedichte.de/ )

Gedichte-Thread!

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Beitragvon Chris » 31 Mai 2007, 19:46

Es hat geregnet,
als du geboren wurdest,
denn der Mond hat geweint,
weil er seinen schönsten Stern verloren hatte.

(Irgendwoher geklaut xD)
Ist wohl eher ein untypisches Gedicht, aber trotzdem ist es Poesi... vielleicht kann ich mich aufraffen und noch ein paar selber schreiben. Aber dann muss ich auch schon viel Zeit zum überlegen haben.
Einen guten Freund liebt man(n) nicht, weil man(n) ihn liebt, sondern weil er ein guter Freund ist!

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Beitragvon Kaito » 02 Jun 2007, 23:14

Bei uns im Flur hängt eine Tafel mit einem Gedicht. Ich hab es schon so oft gelsesen. Ich habs sogar schon auswendig gelernt. Jetzt hab ich das mal bei google eingegeben und immernoch nicht herausgefunden von wem es ist, naja egal...

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Am Grabe

Am Grabe streuen Menschen Blumen,
warum denn im Leben nicht.
Warum so sparsam mit der Liebe,
und warten bis das Auge bricht.

Den Toten freuen keine Blumen,
er fühlt im Grabe keinen Schmerz.
Würd`man im Leben Liebe üben,
dann schlägt länger manches Herz.


http://www.stairway-to-heaven.de/dunkelheit_wolfsskin_am-grabe.html?cat=Dunkelheit
Du fühlst es schon dein ganzes Leben lang, dass mit der Welt etwas nicht stimmt. Du weißt nicht was, aber es ist da. Wie ein Splitter in deinem Kopf, der Dich verrückt macht.

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Beitragvon Chris » 06 Jul 2007, 23:02

So ich war mal kreativ... hier ein paar Gedichte von mir:

Die Suche um zu finden

Die Liebe zu erfahren
sich selber zu finden
Gefühle zu ertragen

Ungewiss und doch entschlossen
sich selber zu finden
zu glauben ? und nicht zu wissen

Ein Geständnis wie eine Bürde schwer
sich selbst zu finden
sie abzulegen

Blicke sie brennen so sehr
ein Kampf, nicht zu gewinnen
Aufgezehrt ? die Kräfte sie schwinden

Gefühle hoch und tief
stoßen und binden
Aufgezehrt ? die Kräfte sie schwinden

Die Explosion der Berührung
Trümmer um neu zu bauen
Aufgezehrt ? die Kräfte sie schwinden

Jemanden zu lieben ohne sich zu hassen
sich selbst zu finden
das Sein zu ergründen

Zu erhalten und nicht zu zerstören
sich selbst zu finden
anderen zu vertrauen

Die Offenheit zu zeigen
sich selbst zu finden
Selbstvertrauen ? das nicht verrinnt

Sich selbst zu finden
einen Weg zu suchen
sich selbst zu akzeptieren

Christoph 8. Juni 2007


Den Frieden als Wunsch

Die Not die Wahrheit zu verbergen
In Angst zu leben
Hass und Verachtung zu spüren
Hoffen auf Frieden

Liebe als Dummheit
Sich selbst als Geheimnis
Einsamkeit als Strafe der Zeit
Hoffen auf Frieden

Bedürfnis nach Anerkennung
Verlangen nach Ruhe
Sehnsucht nach Zuneigung
Hoffen auf Frieden

Der Mut zu akzeptiere
Entscheidungen zu treffen
Zufriedenheit zu erfahren
Hoffen auf Frieden

Christoph 2. Juli 2007


Ein Weg

Die Täuschung eine Lüge
sich zu verstellen ein Selbstschutz

Das Selbstbewusstsein sich zu erkennen
sich nicht zu verleugnen ja zu sagen

Die Wahrheit der Einsamkeit
allein sein führt zum eigenen Unglück

Ein Wechsel durch Gewalt
begleitet durch Schmerz und Trauer

Der Verlust der Orientierung
einen neuen Sinn zu finden

Doch die quälende Frage
ist das Andere etwas Besseres?

Die Welt im Anderen
doch nur eine Sackgasse?

Ein Weg der niemals endet
Fragen, die ewig bleiben

Christoph 3. Juli 2007
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Beitragvon Crazy_Boy24 » 06 Jul 2007, 23:05

Stärke zeigen... und nach außen hin schweigen....
das Herz zerbrochen... die Gedanken Tonnenschwer...

ein Lächeln verbirgt die innere Unruhe... nur Nachts die Tränen...
sprechen wahre Bände....


...tja ob man das jetzt ein Gedicht nennen kann... aber ich lasa es mal so stehen... :-?
"Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt." - Albert Einstein

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Beitragvon Zephir » 06 Jul 2007, 23:13

So, hab mal ein Gedicht aus meinem Tagebuch rausgekramt; hab früher wahnsinnig gerne welche geschrieben, heute bin ich allerdings nicht mehr so kreativ.

Bebend und zitternd hebt sich deine Brust,
wag's kaum zu atmen,
erstarr bei dem Kuss,
verlier den Verstand, bin Opfer der Lust.

Fragende Augen, sie suchen Kontakt,
er ist unsicher,
ob unserer Tat,
streifen die Kleider ab, schon sind wir nackt

Ein Blick auf den Leib, bedeckt er die Scham,
komm ich ihm näher,
dann fast er mich an,
ein Schauder durchläuft mich, drück weg seinen Arm.

Vor Angst wird mir schlecht, möchte mich schämen,
legen uns nieder,
wir fallen herab,
find ich den Weg, so lächelt er Tränen.
Und so nahm ein gemeiner Tag den andern auf, und alle schienen Festtage zu sein; der ganze Kalender hätte müssen rot gedruckt werden.

Failure
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Beitragvon Failure » 08 Okt 2007, 04:39

Oh toll. Ich liebe Lyrik und solche Sachen...

1.

60 - 90 Schläge in einer Minute.
Und die Meisten schlagen nicht zurück.

Viele sagen ein Herz könnte brechen.
Ich frage mich, ob es wirklich kotzen kann.



2.

Die Wolke hat ihn frei gegeben.

Er zögert nicht und lässt sich fallen.

Unendliche Freiheit in Sekunden.

Er fällt und mit ihm tausend Andere.

Sein nasses Kostüm glitzert.

Und plötzlich prallt er auf.

Die Freiheit der Sekunden ist verloren.

Sein nasses Kostüm zersplittert.

Er war vergänglich,er war Sekunden.

Aber nur für diesen Moment.

Für diesen Sekundenfreiheitsmoment.

Dafür hat es sich gelohnt!

+

Für leidenschaftliche Schreiber empfehle ich:

http://www.keinverlag.de

ChaosFreak
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Beitragvon ChaosFreak » 08 Okt 2007, 04:56

Failure hat geschrieben:Für leidenschaftliche Schreiber empfehle ich: http://www.keinverlag.de
Die sollten aber dringend mal ihre Startseite überarbeiten :o Da fällt man ja rückwärts wieder raus, so erschlägt's da einen :wink:

Failure
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Beitragvon Failure » 08 Okt 2007, 04:57

Pah!
Poeten sind so unstylisch ;-)

ChaosFreak
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Beitragvon ChaosFreak » 08 Okt 2007, 05:23

Ich dichte auch sehr viel und das schon seit Jahren, mag es aber dennoch gerne übersichtlich :P :wink:

Failure
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Beitragvon Failure » 08 Okt 2007, 05:25

Naja, wenn man sich erstmal ein bisschen Orientierung verschafft hat finde ich kV ziemlich gut.
Besser als schreibart.de oder so.
Eigentlich dichte ich zZt gar nicht mehr. Mein Fachgebiet sind einfach Kurzgeschichten... ;-)

ChaosFreak
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Beitragvon ChaosFreak » 08 Okt 2007, 05:30

Ich dichte viel über Sachen die mich beschäftigen... auch eine Form, Dinge zu verarbeiten :wink:

Dieses hier z. Bsp. handelt von einem guten Bekannten (ein Namensvetter von mir), der in sehr schwierigen Verhältnissen groß wurde. Später hat ihm sein Rachedurst fast selbst vernichtet :-? Aber er hat es dann doch noch geschafft...

[XXX] :lol:
Zuletzt geändert von ChaosFreak am 08 Okt 2007, 05:54, insgesamt 1-mal geändert.

Failure
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Beitragvon Failure » 08 Okt 2007, 05:37

Hey Chaosfreak...wirklich und ernsthaft:
Das ist super!
Ich habe eigentlich immer Probleme mit Gedichten, die sich reimen.
Aber bei diesem Stück passt es einfach.
Deine Reime klingen nicht banal und auch nicht nach diesem:
'Es muss sich reimen - um jeden Preis'
Sehr schön...
Ich schreibe schon ewig. Aus Lust an Szenerien, um mit Gefühlen und Gedanken fertig zu werden..hm. Manchmal ein wenig Eigentherapie.
Wie gesagt, ich reime nicht und Lyrik ist zur Zeit auch nicht mein Metier ;-)
+
Als wir nachts gesessen sind
auf dem Balkon im dritten Stock
Als wir getrunken haben
aus einer Flasche Wein geteilt

Da haben wir gesagt und gedacht
Frieden ist Freiheit.
Und wenn mensch frei ist
Dann ist Frieden.
Weil mensch nicht frei sein kann
Ist Frieden nur ganz klein.

Und dann haben wir uns besonnen
auf unsere Furcht vor der Freiheit.


Und hier ein bisschen jugendlicher Trennungsschmerz:

Wir haben die Sterne vom Himmel gepflückt.
Und wir haben sie in kleinen Truhen verwahrt.

Wir haben uns an den glitzernden Bach gesetzt.
Und wir haben das Leben vorbei ziehen lassen.

In unserem geheimen Garten,
in den wir uns geflüchtet haben,
sobald das Leben hart geworden ist.

Wir haben geatmet und soviele Melodien gefühlt.
Es war die schönste Zeit und auch die tragischste.
Schmerz ist oft die Antwort auf Glück.

Die Wellen,die stets an unseren Felsen peitschten,
Die Wellen,die wir stets gebrochen haben...

Diese Wellen haben uns letztlich zu Felsstücken zerfallen lassen.

ChaosFreak
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Beitragvon ChaosFreak » 08 Okt 2007, 05:52

2 weitere Beweise dafür, dass Gedichte sich nicht reimen müssen, um gut zu klingen :)

Ich reime immer, weil ich es für die Königdiziplin im Gedichteschreiben halte :wink: Ich stimme die einzelnen Zeilen gerne aufeinander ab, damit sie stimmig klingen und ein rhythmischer Redefluss gegeben ist. Ich glaube, dadurch macht es den meisten Lesern mehr Spaß, sowas zu lesen und es bleibt eher im Gedächnis :)

Failure
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Beitragvon Failure » 08 Okt 2007, 05:58

Ja, das mag sein.
Aber wenn ich schreibe, dann schreibe ich 'im Fluss'.
Meistens fehlt mir dann die Muse, um noch lange daran zu sitzen, damit es gut klingt. Bei Kurzgeschichten ist das etwas anderes...da sitze ich ewig an einer Pointe, an einer kleinen Beschreibung oder, oder.
Königsdisziplin...oh, da hast du wohl recht.
Manche Gedichte sind so grottenschlecht und müssten es nicht sein, wenn der Autor nicht versucht hätte zu reimen. :-)

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