Erwartungsfrei leben :)

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nniicoo
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Erwartungsfrei leben :)

Beitragvon nniicoo » 14 Mär 2014, 16:58

Warum sind wir oft enttäuscht, ängstlich oder unzufrieden?
- Weil wir viel zu hohe Erwartungen haben. Gesundheit, Partner, Freiheit, Freunde, materieller Wohlstand - wir können nie genug davon bekommen und setzen die Ansprüche immer höher und merken nicht, dass wir dadurch immer schwerer glücklich zu machen sind.

Eigentlich resultieren doch die meisten Gründe für unsere Trauer aus nicht erfüllten Erwartungen, die wir selbst bewusst und unbewusst an unser Umfeld bzw. uns selbst stellen.
Wenn wir also bewusst versuchen keine Erwartungen an unsere Mitmenschen und unser Umfeld zu stellen können wir diese Trauer gar nicht mehr empfinden, da es keine Erwartungen gibt durch deren Nichterfüllung wir enttäuscht und somit traurig werden könnten. :flag:

Man akzeptiert die Wirklichkeit wie sie ist. Man akzeptiert die Menschen wie sie sind – und nicht wie sie unserer Vorstellung nach sein sollten. Man sieht die Dinge, wie sie sind.
Das bedeutet nicht, dass man nie handeln und mit allem einverstanden sein soll. Man handelt jedoch in Übereinstimmung mit seinen Werten und beeinflusst die Welt, aber man hat eben keine Erwartung, wie die Welt auf seine Handlungen reagieren wird.

Ich versuche es jezt schon knapp ein halbes Jahr und es funktioniert :) Ich war früher ziemlich oft depressiv und hab mich oft stundenlang wegen irgendeiner Lapalie selbst bemitleidet - absolut unnötigt.
Man tut anderen Menschen etwas Gutes - und erwartet Dankbarkeit. Das ist FALSCH. Früher oder später wird man wieder enttäuscht und ärgert sich über seine Mitmenschen.
Solange wir zum Wohl der Anderen handeln, sollten wir darum weder arrogant sein, noch uns für wunderbar halten, sondern einzig am Nützlichsein für Andere unsere Freude haben, ohne Hoffnung darauf, dass etwas zurück kommt.


Bin gespannt, was ihr zu dieser Lebenseinstellung sagt und was ihr davon haltet.

lg
Nico :)

Erwartungsfrei leben :)

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michael90
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Re: Erwartungsfrei leben :)

Beitragvon michael90 » 14 Mär 2014, 17:38

Ich habe schon Erwartungen an mich selbst, und gedenke auch nicht, diese aufzugeben. Alles, was ich mir bisher vorgenommen habe, habe ich erreicht, mal mit mehr, mal mit weniger Aufwand. Je mehr Energie ich aufwende, um einer meiner Erwartungen gerecht zu werden, umso größer ist hinterher das Glücksgefühl, Enttäuschungen nehme ich als Ansporn, nicht als Niederlage.
Ohne Erwartungen an sich selbst oder andere zu leben, macht doch keinen Spaß, man will doch mit seinen Aufgaben wachsen. Wenn man verlernt, Trauer und Enttäuschung zu empfinden, kann man folglich auch keine Freude mehr empfinden. Ich sehe auch in gewisser Weise (meinen) den Lebenssinn verfehlt, wenn man ohne Ziele dahin lebt. Keine Ziele zu haben bedeutet, schon alles erreicht zu haben, was man möchte. Hat man das jemals? In vielen Jahren sitze ich im Schaukelstuhl und kann das rückblickend vielleicht sagen, aber jetzt schon?

Es mag eine Lebensweise sein, aber nicht meine, soory;)
The meaning of life is to give life a meaning!

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Re: Erwartungsfrei leben :)

Beitragvon nniicoo » 14 Mär 2014, 17:45

Erwartungsfrei zu leben bedeutet nicht, keine Ziele mehr zu haben und nur noch antriebslos aufm Sofa rumzuhängen^^. Wenn man ohne Erwartungen lebt und Menschen einem Dankbarkeit und Zuneigung entgegenbringen, ist man für diese noch viel empfänglicher, da man diese eben nicht erwartet hatte. Man freut sich über jede Kleinigkeit um so mehr während Ignoranz und Missgunst einem völlig erspart bleiben :D

ToonBunny
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Re: Erwartungsfrei leben :)

Beitragvon ToonBunny » 14 Mär 2014, 21:01

Wow, nette Idee! :)

Eigentlich resultieren doch die meisten Gründe für unsere Trauer aus nicht erfüllten Erwartungen, die wir selbst bewusst und unbewusst an unser Umfeld bzw. uns selbst stellen.

Oh, wie recht du nur hast. Wenn ich da an meine früheren Freunde oder meinen ehemaligen Partner denke, und dann an die Trauer, die ich hatte, nachdem sie mich gnadenlos enttäuscht hatten... es ist echt schrecklich. Andersherum muss man auch sagen: Wer Erwartungen stellt, muss damit RECHNEN, enttäuscht zu werden. Wer glaubt, die Erwartungen können nie enttäuscht werden (wie ich z.B. bei meinem ehemaligen Partner), der ist ganz schön naiv.

Man tut anderen Menschen etwas Gutes - und erwartet Dankbarkeit. Das ist FALSCH. Früher oder später wird man wieder enttäuscht und ärgert sich über seine Mitmenschen.

Normalerweise sollte man dann aber Dankbarkeit zeigen. Ein Beispiel: Vor einigen Wochen saß im Zug mir eine Frau gegenüber, die ausstieg und ihre Handschuhe vergessen hatte. Ich nahm die Handschuhe und rannte ihr nach und gab sie ihr. Sie bedankte sich daraufhin. Hätte sie die Handschuhe einfach nur schweigend und ohne auch nur "Danke" zu sagen entgegengenommen, hätte ich mal wieder ein wenig mehr den Glauben an diese Welt verloren. Im Übrigen ist es einfach unhöflich, sich nicht zu bedanken, wenn man sich für jemanden eingesetzt hat. Diesen Leuten sollte man dann auch nicht helfen.
Aber du hast recht, Dankbarkeit kann man heutzutage nicht immer erwarten. Traurig, sowas.

Wenn man verlernt, Trauer und Enttäuschung zu empfinden, kann man folglich auch keine Freude mehr empfinden.

Ich frage mich, ob das nicht besser wäre. Momentan empfinde ich 80% Trauer und nur 20% Freude aufgrund der Dinge, die mir passiert sind. Würde es keine Freude und keine Trauer geben und man wäre 100% Neutral, wäre das Leben vielleicht angenehmer. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass die wenigen Glücksmomente, die man im Leben hat, nicht die Trauer wert sind, die man im Leben erlebt.

Nochmal zum Thema:
Ich halte das Prinzip für gut, erwartungsfrei zu leben. Die Enttäuschungen nehmen ab. Bei meiner letzten Klausur hatte ich z.B. nur schlechte Erwartungen, da sie so schlecht lief, dass ich während der Klausur fast zu weinen angefangen hätte. Ich rechnete mit einer 5 oder 6. Und was für eine Note bekam ich, als wir heute die Klausuren wiederbekamen? Eine 3+! :D Da war ich natürlich überglücklich.
Folglich müsste es, wenn man keine Erwartungen stellt, mehr Glücksmomente geben.

Aber leider kann ich einfach nicht erwartungsfrei leben. Wenn ich Freunde will, dann erwarte ich auch, dass sie anständig, treu und lieb sind. Wer diese Erwartungen nicht erfüllt, den sehe ich nicht als Freund an. Schlimmer ist es, wenn alte Freunde mit der Zeit die Erwartungen, die man sich vorher stellte, nicht erfüllen konnten und sie dadurch verliert. Erwarte ich etwa zu viel? Diese Frage sollte ich mir wohl öfter stellen.

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blowfish
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Re: Erwartungsfrei leben :)

Beitragvon blowfish » 14 Mär 2014, 21:24

nniicoo hat geschrieben:Erwartungsfrei zu leben bedeutet nicht, keine Ziele mehr zu haben [...]

Wenn ich dich richtig verstanden habe, bedeutet es aber, dass du nicht erwartest diese Ziele auch zu erreichen. Die Logik klingt ja auch verlockend, wenn man die hohen Erwartungen, die man selbst oder andere an einen stellen nicht erfuellen kann (oder will), senkt man einfach die Erwartungen oder schafft sie gleich ganz ab. Dann steht einem Leben voller Glueckseeligkeit nichts mehr in Weg.

Mein Leben waere mir dafuer allerdings zu schade. Ich scheitere lieber 10 Mal an zu hohen Erwartungen und erlebe dann beim 11. Mal - wo es klappt - ein umso groesseres Gluecksgefuehl.
Bin ich schwul? 83% der Menschen, die diese Frage stellen, sind schwul. Hast du dich vorher extra in einem schwulen Forum angemeldet, beträgt die Wahrscheinlichkeit sogar 97%.

Re: Erwartungsfrei leben :)

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