Drogen legalisieren?

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Akil
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Re: Drogen legalisieren?

Beitragvon Akil » 09 Jan 2017, 16:50

Chinas Opiumprobleme sind ein interessantes Thema. Ich sehe Chinas Probleme aber eher als wirtschaftlichen Konflikt zwischen England und China. Wenn dich das interessiert kann ich dir Extra Historys Videos zu der Epoche ans Herz legen.

DasLysander hat geschrieben:Durch ein spezielles Berufsverbot für Methabhängige im Politik- und Justizbereich, um bei dem Beispiel zu bleiben, verstärkst du dann das Problem der Manipulierbarkeit ja nur.
Hm, inwiefern verstärke ich damit das Problem? Ich bin da gerade etwas blind :rat:
Was war jetzt noch mal die Schnellspeichertaste?
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Re: Drogen legalisieren?

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Re: Drogen legalisieren?

Beitragvon DasLysander » 09 Jan 2017, 17:00

Ok, da hast du mich erwischt, Geschichte is leider keine meiner Stärken :D

Durch ein spezielles Berufsverbot für Methabhängige im Politik- und Justizbereich, um bei dem Beispiel zu bleiben, verstärkst du dann das Problem der Manipulierbarkeit ja nur.


Ich meinte damit, dass durch ein drohendes Berufsverbot die Konsumenten in den betreffenden Positionen ja sehr erpressbar sind. Und wenn das Problem, das du damit angehen wolltest, die bedrohte Unabhängigkeit dieser Leute ist, hast du es damit letztendlich verstärkt. (Natürlich nur für diejenigen, die auch Drogen nehmen, die anderen hätten ja keine Erpressung zu befürchten..)
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Re: Drogen legalisieren?

Beitragvon DasLysander » 09 Jan 2017, 17:36

Sry wegen OT und so, aber ich find das Thema grade interessant :)

Danke für den YT-Link, die Videos sind echt gut gemacht. Habe noch ein bisschen weiter gelesen und denke jetzt auch, dass am Anfang der Devisenabfluss aus China wichtiger war. Für Probleme hat das Opium aber dennoch gesorgt:

"Die Ausmaße der Opiumsucht wurden nun immer schlimmer: 1854 gab es in China 3 Millionen Opiumraucher. In Shanghai waren es sogar 55% der Männer! In Shandong 15%. Im Landesinneren hingegen war es besser: dort raucht niemand. Die Anzahl erhöhte sich in den folgenden Jahren noch weiter, bis 1930 10% der gesamten Bevölkerung süchtig waren. Das waren 40 Mio. Menschen. Wie oben schon erwähnt hatte das massive Auswirkungen auf die Wirtschaft und schreckliche Folgen für die Einzelschicksale."
http://karriereundkapital.blogspot.de/2 ... HO4B30aSzk
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Re: Drogen legalisieren?

Beitragvon Vielreder » 27 Jan 2017, 20:25

So, nun aber:

Akil hat geschrieben: danke für deine Antworten :) Ich denke ähnlich wie du, sehe aber noch nicht, warum ein illegaler Verkauf dem legalen besteuertem bei gleichlegalem Konsum vorzuziehen ist. Oder willst du quasi nur für „richtig harte“ Drogen legalen Konsum aber illegalen Verkauf?

Ach naja, ich finde es schwierig. Ich bin da hin- und hergerissen. Natürlich wäre es gut, wenn Leute gefährliche Drogen wie Crystal Meth und Heroin nicht mehr dreckig und gestreckt konsumieren müssten, aber ist es wirklich verantwortbar sowas zu verkaufen? Nun wenn man das Konzept eines Drogenführerscheins einführt, könnte man das vielleicht tun. Andererseits könnte man es aber auch nicht freigeben, wenn Leute dann aber abhängig sind, weil sie illegal rankamen, ihnen zur Entzug in bestimmten Dosen reinen Stoff zur Verfügung stellen. Das wäre dann aber eben so gedacht, dass die Leute stufenweise davon wegkommen.
Natürlich sind reines Heroin und Crystal Meth weniger gefährlich (heißt nicht ungefährlich) als man es vielen Menschen erzählen will, ich halte aber den offenen Zugang in Läden für derartiges Zeug dennoch für schwer vertretbar.
Man stelle sich vor jemand geht in den Smartshop, will sich vielleicht ein paar Gramm Gras und ein Pilzset kaufen und dann sieht er in der Auslage auch frisches Heroin und bestes Crystal Meth. Ich bin skeptisch, ob das wirklich eine bessere Lösung ist. Wie gesagt, skeptisch, nicht sicher.

b00001110 hat geschrieben:Sehr effektive Schadensbegrenzung.
Aber vielleicht eher eine Symptombekämpfung, als Ursachenbekämpfung?

Die Ursachen für Drogenkonsum wird man nicht bekämpfen können, wenn du das damit sagen willst. Welcher Mensch ist schon völlig vor dem Bedürfnis nach einem "Rausch" gefeit?

b00001110 hat geschrieben:Korrekt, aber ich denke nicht, dass allen Heroinnutzern von Anfang an klar war, dass das ihr Leben zerstören wird.

Nein, sie hätten sich aber informieren können. Tatsächlich könnte man Heroin auch verantwortungsvoll nehmen, so dass es das Leben nicht zerstört - Es macht nicht beim ersten mal direkt abhängig wenn man richtig rangeht (körperlich eh nicht, psychisch meine ich), nur gehen die meisten Konsumenten nicht so professionell heran, die rutschen eher irgendwie hinein. Egal, zum Thema: Man könnte es auf jeden Fall durchaus wissen und diese Aufklärung muss man eben schon an die Kleinen, so mit 12, bringen. Mit Aufklärung meine ich aber eben wirklich realistische Informationen und nicht "HEROIN IST BÖSE ES WIRD EUCH SOFORT ABHÄNGIG MACHEN UND TÖTEN". Also differenziert.
Aber ich glaube jeder weiß, dass Heroin eigentlich böse ist. Aber scheinbar ist manchen Menschen zu wenig Aufklärung untergekommen oder sie können es nicht ernst nehmen.

b00001110 hat geschrieben:Naja, einige kann man vielleicht schon dadurch abhalten. Die Frage ist eben, ob ein Verbot mehr nutzt, als es schadet.
Es gibt auch Jugendschutzgesetzte, an die sich keiner hält. Würdest du die auch abschaffen? :)

Abgesehen davon, dass die Jugend etwas Besonderes ist und solche Gesetze zur Erziehung dienen und sich eingreifende Lehrer und Eltern auf diese beziehen können und müssen (mit anderen Worten: Nein, Jugendschutzgesetze haben einen Sinn), geht es eher um den Nutzen. Jugendschutzgesetze habe einen echten erzieherischen Nutzen. Mit dem Betäubungsmittelgesetz Erwachsene zu erziehen hat keinen Nutzen, nur Schaden.
Jugendschutzgesetze schaden hingegen gar nicht.

b00001110 hat geschrieben:Was sind deine Quellen dafür dass der Schwarzmarkt durch eine Drogenlegalisierung nicht empfindlich geschwächt wird?
Er wird geschwächt, aber nur temporär. Beispiel nach wie vor: Abschaffung der Prohibition. Wenn die Netzwerke erst mal geschaffen sind, gehen die nicht einfach von selbst wieder weg. Nach der Abschaffung der Prohibition haben die eben auf Opium umgestellt. Daraus hat sich dann der organisierte Drogenhandel entwickelt. Dazu das Beispiel oben. Soll ich dazu ein paar Paper heraussuchen, oder ist das so okay? (Ernsthafte Frage, ist nicht provokant gemeint.)

Wenn man nun alle (oder viele) Drogen legalisiert, kann der Schwarzmarkt nicht umrüsten. Es nehmen nun mal nicht so viele Menschen Crystal wie Cannabis - Das sind einfach unersetzbare Branchen. Und wenn man nun alle Drogen legalisiert wäre es noch extremer: Was sollen sie machen? Waffen? Ist ja nicht so, als würde nun die Waffennachfrage steigen, also brächte das den Kartellen wenig. Eigentlich zeigt es nur, wie die Prohibition anderer Drogen im Prinzip genauso doof wie die von Alkohol ist. Sieht nur irgendwie niemand.
Ich betone mit Nachdruck: Die Cannabis-Legalisierung ist ein wichtiger Schritt (der hoffentlich bald hier gegangen wird), aber ich hoffe, dass diese dann eine tiefergehende Diskussion auslösen wird, dass es eben auch andere relativ harmlose Drogen gibt und was für Folgen die derzeitige Politik hat. Das werden viele sehen, wenn es mit dem Hanf gut klappt. Und dann weitet sich der Blick dafür, dass die Politik nicht nur bei weichen Drogen albern ist, sondern bei harten und weichen Drogen verantwortungs- und sinnlos.

Mal Beispiele dafür, dass es auch einfach pure Ideologie ist, die derzeitige Prohibition: An wirksamen Mitteln wie LSD kann nicht mal für die Psychiatrie geforscht werden, obwohl es da erwiesenermaßen wirksam war. Bei ähnlichen Mitteln wie Psilocybin und MDMA (nicht ähnlich zu LSD) ist ein Potenzial wahrscheinlich, aber nicht erforsch- und nutzbar. Das ist doch ziemlich dumm.
Und ein anderes Beispiel: Die Coca-Pflanze. Jahrtausendelange Tradition (wie Pilze auch) in Südamerika. Die haben immer die Blätter gekaut, was ziemlich harmlos ist und nicht abhängig macht. Eine echt leichte Droge. Zumal wird in manchen Ländern bis heute daraus ein Tee gemacht (Mate de coca). Der Tee ist nicht gefährlicher als Kaffee, weil wie in den gegkauten Blättern der Kokaingehalt sehr gering ist. Also um sich zu schaden müssten man auch etliche Blätter kauen. Und diese Pflanze verbietet man, weil man daraus Koks herstellen kann, was für einen Laien aber aufwendig/schwer sein dürfte (haben die Urvölker nie gemacht). Und wer so viele Blätter kaut bis es es eine gefährliche Menge Kokain wird, dem ist wohl eh nicht zu helfen (wie gesagt, die Blätter machen nicht abhängig). Und diese Pflanze verbietet man. Das beweist eindrucksvoll, dass die Drogenpolitik sich nicht an sachlichen Fakten orientiert, sondern wirklich völlig willkürlich und ideologisch gesteuert ist. Steht nur beispielhaft für die gesamte Politik gegenüber Drogen, bzw. den Krieg gegen Drogen.

b00001110 hat geschrieben: Man sollte meinen, dass es Dank unseres Sozialsystems nicht nötig sei, dass jemand illegale Arbeit machen muss, um nicht zu verhungern (überspitzt), aber auch das ist nicht so einfach. Vielleicht sehen sie auch die größer werdende soziale Kluft, sehen sich als Verlierer und denken sich ihren Teil.

Hey, cool. Wusste gar nicht, dass du solche sozialen Probleme auch wahrnimmst. :P ;)

Zur Info: Hatte mir die Beiträge schon mal vor zwei Wochen oder so durchgelesen, habe es jetzt nicht extra noch mal gemacht, sondern nur punktuell. Bin auch bewusst nicht auf alle eingegangen.
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Re: Drogen legalisieren?

Beitragvon islandlife » 01 Apr 2017, 11:04

Durch den Verbot von Drogen wird bloß der Schwarzmarkt gestärkt. Die Leute, die Drogen nehmen wollen, bekommen sie auch weiterhin ohne Mühe, Minderjährige können durch Dealer eher an härtere Drogen kommen als an Alkohol. Der Unterschied ist, dass die verschiedenen Substanzen mit anderen gestreckt werden, die manchmal noch gefährlicher sind und eine stärkere Abhängigkeit erzeugen sollen (Marijuana wird mit Heroin gestreckt etc).
Würden Drogen legalisiert werden, wäre die Gefahr deutlich geringer.

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Re: Drogen legalisieren?

Beitragvon b00001110 » 08 Mai 2017, 13:18

Hier ein paar Zahlen zum Verlauf der Zahl der Drogentoten in Deutschland.
http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/20 ... minalitaet
LG

:bp:

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Re: Drogen legalisieren?

Beitragvon Waldlaeufer » 04 Jun 2017, 22:27

Interessanterweise verursachen legale Drogen wie Alkohol und Zigaretten den größten Teil der Toten in Deutschland. Man schätzt etwa 15000 allein vom Alkohol. Wo ist da die Diskussion, ob das nicht lieber illegal sein sollte?
The road goes ever on

Alles wird gut :)

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Re: Drogen legalisieren?

Beitragvon Vielreder » 07 Jun 2017, 23:57

Ja legale Drogen sind das größte Problem, wegen ihrer kulturellen Verankerung. Dass Verbote generell schädlich sind, sieht man nicht nur bei den jetzigen illegalen Drogen, dass ein Alkoholverbot schädlich und dumm ist, hat man in Norwegen und den USA nur allzu gut gesehen. Es ist nicht wirklich eine Diskussion wert aufgrund dessen, zumal das eine Einschränkung der Freiheit wäre. Schutz geht nicht durch Verbote.
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Re: Drogen legalisieren?

Beitragvon SuppenKasper » 09 Jun 2017, 12:05

Canabis sollte legal werden finde ich! Allk sollte viel teurer werden! Ich hasse Alk!

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Re: Drogen legalisieren?

Beitragvon gutgelaunt » 10 Jun 2017, 15:42

Also richtet sich das Ganze nach deinen Präferenzen, was teuer/billig und legal/illeagal sein sollte?
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Re: Drogen legalisieren?

Beitragvon Epinephrin » 09 Aug 2017, 14:43

Wenn man schon irgendwie Marijuana legal machen sollte, dann aber mit einer sehr hohen Steuer... damit der Staat was davon hat, und Menschen sich zwei mal überlegen, es zu konsumieren.
Natürlich wird es die geben, die das nicht einsehen und trotzdem irgendwo auf der Straße kaufen.
Dem kann man natürlich mit Gesetzesanpassungen in BtmG und StGB entgegenwirken (eiskalt Haftstrafe etc. )

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Re: Drogen legalisieren?

Beitragvon Finn6401 » 15 Aug 2017, 00:30

Ich finde alle Drogen sollte legal sein, da jeder selbst entscheiden kann ob er sich der Gefahr aussetzt oder nicht. Aber die Krankenkassen sollten nicht für die Folgen aller Drogen zahlen sondern die Kranken selbst, so wird der Rest der Bevölkerung nicht zusätzlich zur kasse gebeten.

Re: Drogen legalisieren?

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