Psychisch am ENDE - Autounfall - HILFE

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HSBGF
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Psychisch am ENDE - Autounfall - HILFE

Beitragvon HSBGF » 05 Okt 2015, 23:17

Hallo,
Ich bin 19.
Wir waren schon über 3 Jahre zusammen.

Also ich fange mal an:
Seit ein paar Stunden bin ich jetzt wieder zuhause.
Ich war im Krankenhaus, da mein Freund (20) ein schweren Autounfall hatte.
Als ich das erfuhr, lag er schon im Krankenhaus und ihm ging es gar nicht gut.
Also war ich seit gestern 18 Uhr bei ihm und habe seine Hand gehalten.
Als der Arzt mir dann gesagt hat, dass sein Zustand sehr sehr schlecht sei, war ich komplett fertig!! :cry:
Sein Kopf war komplett 'eingeschlagen'.
Ich hielt seine Hand die ganz zeit und sie wurde immer kälter, ich habe sie immer gewärmt, aber es hat nichts geholfen.
Das Beatmungsgerät pumte und pumte immer weiter und ich weinte, bei dem Anblick.
Seine Haut wurde immer blasser und blauer..
Der Herzschlag war noch da, das hat mir Kraft gegeben.
Nach ca. 5 - 6 Stunden wurde er wach :D
Ich dachte, es sei wieder alles in Ordnung, er schaute mich richtig süß, mit seinen knall blauen Augen an.
Er zeigte auf ein paar Röntgenbilder, als ich sie gegen das Licht gehalten habe, habe ich gesehen, dass viele der Knochen mehrmals gebrochen waren. (Dazu kam, dass er mehrmals gelähmt war, da sein Rücken komplett kaputt war.)
Ich habe ihm von allem nichts gesagt.
Er nahm die letzte Energie auf und gab mir das Armband, dass ich ihm geschenkt hatte.
Sagen konnte er nichts mehr.
Ich weiß auch nicht, was er die letzte Zeit gedacht hat,als er mich angesehen hat, da sein Gesicht keine Emotion aufgezeigt hat. :cry:

Ich nahm mein Handy und spielte sein Lieblingslied.
Er hatte ein sehr sehr sehr leichtes Grinsen auf den Lippen.

Darauf schlief er wieder ein.

Ich merkte, dass seine Hände wieder ganz kalt wurden und er wieder blau und viel viel blasser geworden ist.
Heute um ca. 19 Uhr hörte das EKG-Gerät abrupt auf und war dauerhaft auf 0.

Die Krankenschwester kam rein und hat mir versucht mich zu trösten, vergeblich.
Viel Zeit ist vergangen, als ich mich wieder ein bisschen beruhigt hatte.

Die Krankenschwester kam wieder schaltete das Beatmungsgerät aus, ich fing' wieder an stark zu weinen.


Als ich nach hause gefahren bin, spielte ich sehr sehr sehr oft mit dem Gedanken, die falsche Ausfahrt auf die Autobahn zu fahren.
Zug aber dann noch im letzten Moment den Lenker rum und fuhr weiter nach hause.
Ich blieb bei der nächsten Autobahn auf dem Standstreifen stehen und konnte nicht mehr.. Vor Tränen sah' ich alles nur noch verschwommen..
Ich stellte mir immer die Fragen: "Lohnt es sich noch für mich?", "Wieso gibt es mich noch?", "Soll es mich noch geben?", "Wäre es besser gewesen, wenn ich bei ihm mitgefahren wäre?"..
Ich habe ein großes Haus, viel Geld, eine Ausbildung mit sehr sehr gutem Gehalt, aber alles hat keinen WERT mehr ohne IHN.
Aber ich denke, er wollte es auch nicht, dass ich mich in solch eine schwierige Lage bringe.

Er hatte mich bei sich, in seinem Elternhaus aufgenommen, als mich meine Eltern abgelehnt hatten.

Heute lag er da und ich konnte verdammt nochmal nichts für IHN TUN ich habe ihm nur zugesehen, wie er gestorben ist. :cry:



ICH BIN KOMPLETT AM ENDE!

Psychisch am ENDE - Autounfall - HILFE

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Akil
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Re: Psychisch am ENDE - Autounfall - HILFE

Beitragvon Akil » 06 Okt 2015, 00:35

Ach herje :/ wann genau ist das denn passiert?

Wie bist du den auf die Intensiv gekommen? Bei meinem Freund ist nicht mal die Mutter reingekommen. Die ersten 24 std. Bist du normalerweise auf der intensiv unter Beobachtung...

Hast du dich denn schon mit seinen/deinen Eltern gesprochen. Trauer ist ngeteilt meist besser zu ertragen. :/ aber dass es dir kacke geht nachdem gerade dein Freund gestorben ist ist ja wohl normal. Trauer erst mal, du hast allen Grund dazu.
Was war jetzt noch mal die Schnellspeichertaste?
ALT+F4!

HSBGF
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Re: Psychisch am ENDE - Autounfall - HILFE

Beitragvon HSBGF » 06 Okt 2015, 01:04

Hallo Akil,

Er hatte einen Autounfall mit einem LKW gehabt.
Wie das genau passiert ist, werde ich wohl dann noch gesagt bekommen..


Ich bin rein gekommen, da ich den da Druck gemacht habe.
Das es wegen irgendwelchen Regeln nicht möglich wäre, haben sie auch versucht mir zu sagen, aber das hat bei mir in dem Moment nicht gezogen.
Bei seine Seite lebt nur noch sein Vater noch und meine Eltern sind komplett raus, die interessieren mich nicht.
Da sein Vater aber geschäftlich in den USA festsitzt, sollte ich auch vom Vater aus gehen, damit ich ihn noch sehen kann.
Beobachtung hatte er ja durch einen Arzt und eine Krankenschwester, aber die konnten auch nicht viel mehr machen..
ALLE KNOCHEN WAREN KAPUTT.
Der Kopf war ja auch schon richtig 'eingeschlagen' :(
Der Arzt hatte mir auch gesagt, es wäre für ihn zu viel Quälerei, ihn jetzt wegen jedem Knochen zu Operieren.
Sein Kopf war ja auch schon kaputt.

Ich finde das so traurig, er hat mir geholfen, als ich nichts hatte.
Und ich kann nur neben ihm sitzen und zusehen wie er stirbt..

Ich glaube aber, es war meine Schuld, wäre ich mitgefahren, wäre das vielleicht nicht passiert, oder ich wäre jetzt auch bei ihm.

yenredron
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Re: Psychisch am ENDE - Autounfall - HILFE

Beitragvon yenredron » 06 Okt 2015, 01:24

Hey!
Unfälle passieren leider- aber fang nicht an, die Schuld bei dir zu suchen! Das du jetzt total am Ende bist ist klar, aber er würde sicher wollen, das es dir gut geht! Such dir jemand zum reden und trauern.
Ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute!
LG, yenredron

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Re: Psychisch am ENDE - Autounfall - HILFE

Beitragvon Maxi98 » 06 Okt 2015, 06:15

Morgen..

Das ist natürlich blöd, kann ich absolut verstehen.
Ich kann dir jetzt nur von meiner Seite aus Kraft schenken, dass du damit auch klar kommst.
Du wirst es schon schaffen. Es ist aber leider so, dass Menschen bei schweren Verletzungen oder mit dem Alter sterben, damit muss man sich leider abfinden. Du hattest einen tollen Freund und wirst ihn weiter in deinem Herzen haben. Er mag als Mensch nicht mehr da sein, dennoch bleibt er ganz stark bei dir im Herzen. Das wird sie nie ändern. Das Leben geht für dich allerdings weiter...
Du wirst das packen.

Einen besseren, ausführlichen Text bekommst du von mir, wenn ich den Tag hinter mir habe und mehr Zeit habe. Da fällt mir bestimmt mehr ein, was ich dir sagen könnte. Dir aber erstmal viel Glück mit dem Tag, trauer dich aus und nimm dir auf jeden Fall Ruhe, die du brauchst!
Ich stehe jedenfalls hinter dir und unterstütze dich.

Gruß,
Maxi!
Schön wär's gewesen, zumindest für's Leben..
Degraded by the life.

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Re: Psychisch am ENDE - Autounfall - HILFE

Beitragvon timtom » 06 Okt 2015, 10:26

Wieso hast du die Seelsorge vom Krankenhaus nicht in Anspruch genommen?
Was fuer eine Ausbildung machst du denn und in welchem Jahr bist du?
The greatest enemy of freedom is a happy slave.

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Azazel
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Re: Psychisch am ENDE - Autounfall - HILFE

Beitragvon Azazel » 06 Okt 2015, 12:41

wie timtom schon angesprochen hat, die seelsorge im krankenhaus oder andere professionelle Hilfe solltest du in so einer Lage auf jeden Fall in Anspruch nehmen, mehr als unser tiefstes beileid aussprechen kann dir hier keiner :(
"Sie mögen 'Gott ist groß' rufen, aber tatsächlich wird er jedesmal ein bisschen kleiner, wenn sich jemand in seinem Namen in die Luft sprengt."

Re: Psychisch am ENDE - Autounfall - HILFE

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