Nach der Duldungsstarre bricht sich Verzweiflung Bahn...

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SPQR
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Nach der Duldungsstarre bricht sich Verzweiflung Bahn...

Beitragvon SPQR » 14 Mär 2015, 22:17

Hallo,
ich habe meine Situation bereits im Vorstellungsthread angerissen; ich will jetzt versuchen, das noch einmal ausführlich und weniger verschwurbelt zu posten und möglichst den richtigen Ton zu treffen, auch wenn ich gerade wieder ziemlich voll bin…

Ich hab mir ein paar Notizen gemacht um hier einen Text daraus zu schreiben, kriegs aber nicht mehr auf drei…. Ich werde einfach meine bullet points hinschreiben…. As good as it gets

- 22 Jahre, keine sozialen Kontakte (neben unregelmäßigen mit d. Familie)
- Schon seit frühester Jugend depressiv, z.Z. durch Cymbalta von wirklich schweren „downs“ verschont; bringt aber leider (und auch andere Mittel) auch nicht mehr als eine Gewährleistung einer gewissen Funktions- und Lebensfähigkeit
- So gut wie keine konzentrations-, arbeits-, oder motivationsfähigkeit
- Kann mich auch kaum mehr für meine „Leidenschaften“ begeistern; Leben rinnt nur vor sich hin
-  Verrottender Verstand… ich wundere mich, wie ich es überhaupt durch die Schule geschafft habe, (fast) ohne je was zu lernen; auch im Studium mache ich nur das allernötigste (obwohl ich es eigentlich sehr interessant finde)
- Habe glücklicherweise mein Wunschstudium bekommen
- Bis vor kurzem eine Art „Duldungsstarre“ . Dann, seit ich mich vor kurzem relativ intim (online) mit jemandem beschätigt habe (Beziehungs-„counseling“), für den ich im Zuge dessen eine starke Anziehung entwickelt habe (fruchtlos), Dammbruch: mir wird wirklich bewusst, wie einsam und traurig mein Leben ist - ich weiß nicht wohin
- War eigentlich nie ein Freund von physischer Nähe, Vorstellung von Liebe und Intimität seit besagter Erfahrung extrem stark
- Kein wirkliches Ziel im Leben
- Mit 22 schon so viel verpasst… Keine Freundinnen (Freunde, bin bi), nie echte Freunde gehabt, wenn dann eher Saufkumpane
- Habe nie mit irgendjemandem über Gefühle o.ä. geredet, habe immer alles mit mir selbst ausgemacht, hatte auch nie wirklich das Bedürfnis das anders zu handhabne
- Werde im Umgang oft als aggressiv wahrgenommen (soweit zumindest das, was ich aus zweiter Hand oder mittelbar erfahren habe), dabei bin ich eigentlich (meinem Selbstverständnis nach) sehr höflich (soweit zumindest o.g. Person, die ich explizit danach gefragat habe (wenn auch äußerst zurückhaltend))
- Wg. Besagter „sozialer Inkompetenz“ keine Chance mit Frauen oder Jungen in Kontakt zu kommen; außerdem ist mein „Männertyp“ leider relativ eng
- Würde mich nichtmal als besonders hässlich bezeichnen, vielleicht etwas ungepflegt…; 1,82m, 75kg, schwarze Haare, nicht wirklich sportlich aber doch irgendwo „viril“ (auch und gerade charakterlich). Trotzdem keinerlei Anknüpungspunkt im „rl“
- Dräuender Alkoholismus…. Zumindest im Hinblick auf mein Trinkverhalten in Stresssituationen (wie momentan..)
- Im Endeffekt löse ich doch immer Befremden bei anderen Leuten aus..  kein Anknüpfungspunkt im „rl“
- Ich wünsche mir nur einen Freund um alles zu teilen… ohne auf irgendwelche sozialen Gepflogenheiten oder Usanzen achten zu müssen, einfach nur Intimität und Vertrauen….

Ich hoffe, jemand kann mir hier irgendwie helfen… ich weiß nicht weiter
Für Rechtschreib- und Grammatikfehler keine Haftung….

Nach der Duldungsstarre bricht sich Verzweiflung Bahn...

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Perseus
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Re: Nach der Duldungsstarre bricht sich Verzweiflung Bahn...

Beitragvon Perseus » 15 Mär 2015, 09:25

Hallo,

mich macht deine Liste sehr betroffen. An deiner Hochschule gibt es bestimmt eine psychologische Beratung. Dort könntest du deine Depression/Mangelnde Motivation/Alkohol zur Sprache bringen. In diesem Themenkomplex dürfte eine deiner Hauptbaustellen liegen. Jemand niedergeschlagenes mit Hang zum Alkohol wirkt auf andere wenig attraktiv.

Wie sieht es mit Arbeitsgruppen im Studium aus? In dem meisten Studiengängen ist man doch als Einzelkämpfer verloren bzw. Aufgaben sind bewusst so gestellt, dass man in einer Gruppe zusammen arbeiten muss. Das sind doch schon beste Gelegenheiten zumindest Bekannte zu finden. Allerdings muss man dafür zuverlässiger Arbeitspartner sein. Man bekommt ein Problem, wenn sich herumspricht, dass man die Gruppe gerne mal im Regen stehen lässt.

Für die soziale Interaktion bräuchtest du jemand, der dir Feetback geben kann. Der dir sagen kann, wenn du Leuten vor den Kopf stößt oder dich unbeliebt machst. So eine Vertrauensperson könnte aus der Familie kommen. Es kann sein, dass du durch die Depression und den Alkohol nicht die Reaktionen deiner Mitmenschen richtig deuten kannst. Du solltest im Auge halten, ob du vielleicht eine behandlungsbedürftige Einschränkung hinter deiner mangelnden sozialen Kompetenz steckt. Aus diesem Mangel könnten sich natürlich auch die Depression herleiten. Ich stelle es mir als total grausam vor überall auf Ablehnung zu stoßen. Dein Selbstbild ist völlig im Eimer.

Ich denke, du brauchst Hilfe vor Ort. Ein Ansprechpartner könnte die psychologische Beratung der Hochschule sein, ein anderer dein Hausarzt. Falls du wegen deiner Depression schon in Behandlung bist, müsstest du überprüfen, ob die Behandlung noch anstricht oder Änderungen nötig sind.

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Re: Nach der Duldungsstarre bricht sich Verzweiflung Bahn...

Beitragvon SPQR » 16 Mär 2015, 00:29

Wie sieht es mit Arbeitsgruppen im Studium aus? In dem meisten Studiengängen ist man doch als Einzelkämpfer verloren bzw. Aufgaben sind bewusst so gestellt, dass man in einer Gruppe zusammen arbeiten muss. Das sind doch schon beste Gelegenheiten zumindest Bekannte zu finden. Allerdings muss man dafür zuverlässiger Arbeitspartner sein. Man bekommt ein Problem, wenn sich herumspricht, dass man die Gruppe gerne mal im Regen stehen lässt.


Gruppenarbeiten gibt es, habe mich bei sowas auch nie durch Unzuverlässigkeit hervorgetan, allerdings sind die nicht besonders frequent. Alles in Allem kommt man als "Einzelkämpfer" eigentlich ganz gut zurecht.

Für die soziale Interaktion bräuchtest du jemand, der dir Feetback geben kann. Der dir sagen kann, wenn du Leuten vor den Kopf stößt oder dich unbeliebt machst. So eine Vertrauensperson könnte aus der Familie kommen. Es kann sein, dass du durch die Depression und den Alkohol nicht die Reaktionen deiner Mitmenschen richtig deuten kannst. Du solltest im Auge halten, ob du vielleicht eine behandlungsbedürftige Einschränkung hinter deiner mangelnden sozialen Kompetenz steckt. Aus diesem Mangel könnten sich natürlich auch die Depression herleiten. Ich stelle es mir als total grausam vor überall auf Ablehnung zu stoßen. Dein Selbstbild ist völlig im Eimer.


Unzureichendes Einfühlungsvermögen ist sicherlich gegeben, allerdings war das schon immer so; Alkohol trinke ich eigentlich nur abends und wenn ich nichts zu tun habe (davon aber tendenziell immer mehr; das ist mein (soon to be) Problem); so weit, dass ich an der Uni (grundlos) trinken würde, bin ich noch nicht^^

Im Grunde ist dieses (weitestgehende) Alleinsein nichtmal mein Problem; ich bin niemand, der ständig jemanden um sich rum braucht (wenn nicht wegen einer "behandlungsbedürftigen Einschränkung (habe schon länger den Verdacht, dass ich eine milde Form von Asperger-Autismus habe; Diagnoseplätze sind leider sehr, sehr rar) dann aus Gewohnheit). Das wirklich leidige dabei ist vielmehr, dass man tatsächlich niemanden kennenlernen kann, mit allen genannten Konsequenzen.

Ich stelle es mir als total grausam vor überall auf Ablehnung zu stoßen


Der Ehrlichkeit halber muss ich natürlich dazu sagen, dass ich auch so gut wie nie jemanden anspreche und es mich auch kaum interessiert, was andere Leute denken/bewegt/von mir halten. Das, gepaart mit ggf. befremdlichem Verhalten, wird wohl bei Anderen ein eindeutig negatives Bild hervorrufen (oder zumindest das einer Person, die nicht gestört werden will/sollte)


Aber danke schonmal für diese Antwort.

Gruß,

A.

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Re: Nach der Duldungsstarre bricht sich Verzweiflung Bahn...

Beitragvon SPQR » 19 Mär 2015, 22:32

Für die soziale Interaktion bräuchtest du jemand, der dir Feedback geben kann. Der dir sagen kann, wenn du Leuten vor den Kopf stößt oder dich unbeliebt machst. So eine Vertrauensperson könnte aus der Familie kommen.


In der Familie ist der Umgang ein ganz anderer, dort stellen sich die meisten der genannten Probleme nicht; Vielmehr sind es "Gleichaltrige" mit denen ich nicht zurechtkomme. Ich beherrsche die üblichen "Spielchen" und Umgangsnormen nicht und das vorzuspielen kostet (mich) extrem viel Energie und Konzentration.


Ich denke, du brauchst Hilfe vor Ort. Ein Ansprechpartner könnte die psychologische Beratung der Hochschule sein, ein anderer dein Hausarzt. Falls du wegen deiner Depression schon in Behandlung bist, müsstest du überprüfen, ob die Behandlung noch anstricht oder Änderungen nötig sind.


Den Weg bin ich schon gegangen; letztlich läuft diese Beratung auf die Erkenntnis hinaus, dass "von nix nix kommt". Psychotherapeutisch lässt sich auch nicht mehr machen als Symptome (Depression) zu behandeln; Ein scheiß Leben kann man nicht behandeln sondern nur ändern (hoffentlich...). Deswegen bin ich inzwischen hier gelandet.

Gruß,

A.

 


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