Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

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Rainy
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Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

Beitragvon Rainy » 05 Aug 2010, 13:23

Ich muss erst mal sagen, dass ich grad n bissl sauer bin, weil ich habe heute den siebten Anruf von jemandem bekommen, der mit sein Beleid bekunden wollte. Davon bin ich zur Zeit angenervt.

Es ist so, dass mein Vater vor sechs Tagen gestorben ist, es war nicht überraschend, aber auch nicht vorhersehbar, zumindest nicht zum jetztigen Zeitpunkt.
Bis jetzt kann ich nicht sagen, dass ich in irgend einer Weise traurig darüber bin. Warum weiß ich nicht. Das einzige was ich beim Gedanken daran fühle, ist maximal Erleichterung bis Wut. Aber traurig oder dergleichen bin ich nicht. Leider erwartet jetzt jeder, dass ich traurig bin. Das macht mich fertig. Ich fühle mich schlecht, weil ich nicht um ihn trauere.
Wir haben uns nicht gut verstanden und haben uns auch noch wenige Stunden vor seinem Tod gestritten. Da saß er mitten in der Nacht am Küchentisch und hat geweint, wollte mir aber auch nicht sagen was ist und meinte dann nur, dass er jetzt wüsste, wie es sich anfühlt zu sterben. Ich hab mir da nichts bei gedacht und nur gemeint, dass er doch nicht so einen Müll reden soll. Dann haben wir unst gestritten und er meinte dann auch wieder, dass ich nie das Kind sei, dass er sich gewünscht hatte. Damit war das Gespräch für mich dann auch beendet, weil ich da beleidigt war. Ich habe aber trotzdem das Gefühl, als hätte er mir noch was sagen wollen. Es macht mich wütend, dass er es mir jetzt nicht mehr sagen kann.
Warum darf ich nicht einfach wütend und sauer über seinen Tod sein? Warum soll ich traurig sein und weinend in meinem Zimmer hocken? Warum erwartet das jeder?

Menschen sind einfach schrecklich.
Und irgendwie hat mein Text grad keinen Sinn, sorry.
Aber ist es denn so verkehrt, nicht traurig zu sein?
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Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

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elmo
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Re: Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

Beitragvon elmo » 05 Aug 2010, 13:38

Naja in der Regel hat man ja ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern, und wenn ein Elternteil stirbt gehen nunmal alle davon aus dass man trauern muss. Nicht jeder weiss wie dein Verhältnis zu deinem Vater war...außerdem sagt man sowas in so einem Fall eben, vieles davon ist einfach nur Etikette. Was du da schilderst ist natürlich irgendwie hart...ich kenne jetzt nicht die genauen Umstände, aber wenn du damit offenbar klarkommst ist das wohl in Ordnung so. Wenn du eben keine emotionale Beziehung zu deinem Vater hattest ist es auch nicht verwunderlich wenn du nicht so richtig trauern kannst, jeder Mensch geht vermutlich anders mit solchen Situationen um. Ich habe selber erlebt, dass Menschen nicht sehr offen trauern, selbst beim tot ihrer eigenen Mutter.

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Re: Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

Beitragvon ManweSulimo » 05 Aug 2010, 14:00

ich denke auch, dass jeder Mensch einfach auf seine Art trauert - du bist ja wütend und sauer - auch dass ist eine Form von trauer - finde ich zumindest, und wenn du kein Gutes Verhältnis hast ist es irgendwie klar, dass du nicht so "traurig" reagierst wie wenn dass der wichtigste Mensch auf ERden gewesen ist für dich

ich glaub in Filmen und so kommt das öfter vor, dass es so Trauerphasen gibt, wo auch Zorn eine davon ist - kann natürlich Blödsinn sein, aber vll ist ja auch ein bisschen was wahres dran
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Re: Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

Beitragvon dani94 » 05 Aug 2010, 14:03

Die Heutige Gesellschaft geht davon aus das wenn ein Elternteil stirbt man traurig ist das ist einfach so. Deswegen ist es aber noch lange nicht unnormal das du nicht trauerst.Ich denke es ist jedem Menschen selbst überlassen wie er mit dem Tod eines anderen Menschen umgeht.

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Re: Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

Beitragvon MiaCherry » 05 Aug 2010, 14:37

Du musst überhaupt nicht trauern.

Klar tun das viele. Viele haben aber auch ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern. Warum solltest du um jemanden trauern, der dir sowas

er meinte dann auch wieder, dass ich nie das Kind sei, dass er sich gewünscht hatte


an den Kopf wirft? Noch dazu, wenn das (falls ich das aus deinen anderen Beiträgen hier richtig versttanden habe) alles andere als ein einmaliger verbaler Ausrutscher war? Ich finde, du solltest es einfach so passieren lassen, wie es eben passiert. Wenn du plötzlich merkst, dass sich aus irgendeinem Grund noch Trauer einstellt, dann trauerst du eben, wenn es so bleibt wie es jetzt ist... dann eben nicht. Lass dir nicht von der Gesellschaft vorschreiben, was du im Bezug auf deinen Vater zu fühlen hast. So seh ich das.
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Re: Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

Beitragvon Japanfan » 05 Aug 2010, 15:32

Alle trauern anders. Obwohl meine Oma gestorben war, ging ich mit einem lächeln zur ihre Beerdigung.
Niemand schriebt dir vor traurig zu sein. Aber meistens kommt es erst später, wenn man spürt das eine (mehr oder weniger) geliebte Person nicht mher da ist...
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Re: Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

Beitragvon Gitarre » 05 Aug 2010, 16:02

Hallo,

Dir kann keiner vorschreiben, wie Du mit dem Tod eines Menschen umzugehen hast. Als mein Vater vor 7 Jahren starb, ging es mir einfach grauenvoll. Es lag aber auch daran, wie er gestorben ist. Es war einfach urplötzlich. Wenn du Dich mit deinem Vater nicht verstanden hast, ist es sicherlich schwierig sich traurig zu zeigen. Mir geht es teils auch so, dass ich heute sagen kann, dass es "Vorteile" hat - naja, wie man es nimmt.
Deine Wut darfst du zeigen. Meine Mutter flucht heute noch zum Teil über ihn. Wut hilft den Menschen, genau so wie Trauer, mit etwas klarzukommen. Glaub mir, du darfst wütend sein, du darfst auch trauern, aber niemand darf dich dazu zwingen. Ich weiss nicht, wie es bei dir jetzt in der Familie ist, aber versuch mal mit deinen Verwandten (Mutter, Bruder...) darüber zu reden, wie du mit dem Tod umgehst. Ich denke, dass das am Meisten bringen sollte.

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Re: Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

Beitragvon Rainy » 06 Aug 2010, 12:47

Danke für eure Antworten.
Es beruhigt mich zu hören, dass es doch ok ist, nicht so zu trauern, wie es jeder momentan erwartet. Ich weiß nicht, wie es wirklich ist, um jemanden zu trauern, der einem wichtig war, aber ich denke, mag jetzt vielleicht dumm klingen, dass es die Dinge einfacher macht. Die Leute reagieren immer ganz komisch zur Zeit, wenn sie mir sagen wie leid ihnen das tut mit meinem Vater und dann aber merken, dass es mir irgendwie gar nichts ausmacht. Die verstehen das einfach nicht und sagen dann, ich wäre undankbar oder müsste wohl absolut keine Gefühle haben. :( Es ist unfair.

Nächste Woche ist die Beerdigung und die Trauerfeier und je mehr Verwante und Freunde von meinem Vater kommen, um so mehr bedauern sie alles. Und wie sie ihn alle in den Himmel loben - das kotzt mich an. Mein Vater war kein Heiliger, noch nicht mal ein guter Mensch. Wozu soll dieses ganze Schönreden gut sein? Es ist verlogen. Es ist eine verlogene Gesellschaft. Diese ganzen Lügen sind im Moment das Einzige, worüber ich wirklich traurig bin.
Meine Mutter hatte zu meiner Tante gesagt, ich hätte meinen Vater gehasst, aber das ist nicht wahr, er war mir nur egal, so wie ich ihm egal war. Und ich bin wütend auf ihn, weil er mir mit seinem Tod die Chance genommen hat, ihm zu zeigen, dass ich so gut sein kann, wie er es erwartet. Jetzt kann ich nur noch das Kind bleibne, dass für seinen Vater nie gut genug war.
Und jetzt bleibt mir nur noch die Frage, warum ich mir jetzt so viele Gedanke über Dinge mache, die mir zu seinen Lebzeiten egal waren und warum ich trotzt allem glücklicher als vor seinem Tod bin. Vielleicht habe ich eben doch ein Herz aus Stein.
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Re: Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

Beitragvon dani94 » 06 Aug 2010, 13:42

Du hast sicher kein Herz aus Stein sonst würdest du das hier nicht schreiben oder?
Wenn er wirklich so schlimm war also verlogen gemein und was weis ich und ihr habt euch die ganze Zeit gestritten ist es denke ich normal das du nichts empfindest.

Die ganzen aussentehenden wissen nicht wie es bei euch Familien intern abgelaufen ist deswegen können sie deine Situation derzeit auch nicht verstehen.

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Re: Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

Beitragvon FallenOne » 06 Aug 2010, 14:18

Du sollst ein Herz aus Stein haben??- Blödsinn.
Wenn es wirklich so wäre dann würdest du hier nicht über so viele emotionen schreiben können, lass dir einfach nichts einreden, von anderen.
Jeder hat nunmal eine andere Art um mit so etwas umzugehen und somit gibt es auch viele Formen der Trauer.
Wie es in deinem Kopf wirklich aussieht kann ohne hin niemand sagen außer du und das Beste für dich ist, meiner Meinung nach, wenn du über den Dingen stehst und auf deine Gefühle hörst. Wenn du wütend bist - sei wütend und wenn du traurig bist - trauere. Da is absolut nichts unnormales dran.
.....just so tired of being me .....

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Re: Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

Beitragvon dani94 » 06 Aug 2010, 15:17

FallenOne hat geschrieben:Du sollst ein Herz aus Stein haben??- Blödsinn.
Wenn es wirklich so wäre dann würdest du hier nicht über so viele emotionen schreiben können, lass dir einfach nichts einreden, von anderen.
Jeder hat nunmal eine andere Art um mit so etwas umzugehen und somit gibt es auch viele Formen der Trauer.
Wie es in deinem Kopf wirklich aussieht kann ohne hin niemand sagen außer du und das Beste für dich ist, meiner Meinung nach, wenn du über den Dingen stehst und auf deine Gefühle hörst. Wenn du wütend bist - sei wütend und wenn du traurig bist - trauere. Da is absolut nichts unnormales dran.


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Re: Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

Beitragvon Rainy » 09 Aug 2010, 23:31

Bei mir will sich immer noch keine Trauer einstellen. Aber ich hoffe, dass er bald unter der Erde ist und alle Verwandten schnell wieder abrauschen... Die sind einfach schrecklich, einer schlimmer wie der andere. Hier mal eine Anekdote allein von Heute:

Nachmittags hatte ich eine "erheiternde" Teerunde mit meiner Oma (also die Mutter von meinem Vater) und meiner Frau Mutter :-?
Es war eigentlich alles ganz ok, gut meine Mutter hat die ganze Zeit so komische Kommentare abgelassen, die ausgesagt haben, dass ich nicht ganz so helle im Kopf bin. Naja, nicht schön, aber nach 14 Jahren gewöhnt man sich an alles. :roll:
Dann meinte meine Oma, uns das Lieblingsgeigenstück meines Vaters vorspielen zu müssen. Ich war müde und hatte mir die Augen gerieben, daraufhin meinte meine Oma dann, dass ich doch nicht so traurig wegen meinem Vater sein müsste. Blöd wie ich bin, hab ich nicht nachgedacht und nur geantwortet, dass ich ja wegen meinem Vater gar nicht traurig bin, sondern eher glücklich. :-? Da war die alte dann mit einem Schritt bei mir und hat mir doch glatt den Geigenbogen ins Gesicht geschlagen :o Ich war so perplex, dass ich nur noch zu ihr meinte, dass ich jetzt weiß, wo mein Vater diese Unart her hatte, da konnte ich gar nicht so schnell schauen, wie ich den Bogen noch mal im Gesicht hatte :(
Und nein, meine Mutter hat mir nicht geholfen, die hat mich dann fünf Minuten später in der Küche in Grund und Boden geschrien und mir noch eine Ohrfeige mit auf den Weg gegeben, weil ich ja so peinlichst unhöflich und dreist bin... Jetzt hofft sie wohl, dass ich was daraus lerne. :-?
Motto des Tages: Wenn du nicht trauerst, prügeln wir dir Trauer ein :-? Ich hab doch ne tolle Familie... Mag wer tauschen?

Aber es hat mir auch zu denken gegeben, ob ich nicht doch ein wenig emotional unterkühlt bin. Ich war nicht wütend auf meine Oma oder so, ich habe mich nur kurz über das was passiert war geärgert, weil es weh getan hat, und dann war mir das alles aber auch gleich wieder egal.
Ähnlich war es auch, als ich erfahren habe, dass mein Vater gestorben ist, einen Moment lang war ich traurig und habe ihn vermisst, vielleicht zwei, drei Minuten. Und dann hab ich mir auf einmal gedacht, dass er ja jetzt tot ist und es eh egal ist und dann gings mir wieder, als wäre alles in bester Ordnung. :(
Es ist für mich irgendetwas, was jedem x-beliebigen auf dieser Welt passieren kann und mir ist es nun mal rein zufällig passiert. und damit war das dann auch für mich erledigt. Bescheinigt mir so eine Einstellung denn schon ein "Herz aus Stein"? :(
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Re: Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

Beitragvon Japanfan » 10 Aug 2010, 13:00

Klra was das zu sagen, dass du ihn nicht vermisst bzw. nit um ihn trauerst wohl ein Fehler....Die anderen können es eben nicht verstehen....deine Oma trauert bestimmt ganz viel, ebenso wie deine Mutter...
Ich weis nicht was meine Eltern sagen würden...Ich spiele einfach das Trauer-Spiel mit...das ist einfacher für alle...
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Re: Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

Beitragvon capax » 10 Aug 2010, 23:27

Die Frage hab ich mir auch schon oft gestellt - also ob ich wirklich so ein gefühlskalter Mensch bin. Als mein Opa damals gestorben ist kam das für uns alle urplötzlich, da er sich das Leben genommen hat. Klar, ich war etwas perplex - aber eine Form von Trauer verspürte ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Nur an der Beerdigung, als sie ihn ins Grab hinabließen, brach ich in Tränen aus - davor und danach jedoch kein einziges Mal. Bei meiner Oma, zu der ich eigentlich einen super Kontakt hatte, war es fast genauso. Einen Tag vor ihrem Tod war ich im Krankenhaus, sie hielt meine Hand und bekam einen Heulkrampf, am darauffolgenden Tag als sie gestorben ist auch (im Krankenhaus). Danach, auch nicht auf der Beerdigung, verspürte ich keine Form von Trauer. Vielleicht lag es daran, dass es das Beste für Sie war, endlich von ihrer unheilbaren Krankheit erlöst worden zu sein? Ich weis es nicht.

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Re: Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

Beitragvon Schulbuch » 14 Aug 2010, 01:07

Rainy, lass dir nichts einreden. Mein Vater ist [3 Monate vorraussehbar] an Krebs gestorben, als ich 15 war, also vor einem Jahr. Es war kein Horror-Vater und kein annähernd so "schlechter" (ich kann ihn nur schwer selbst beurteilen) Vater wie deiner, trotzdem hatte ich ähnliche Gedanken wie du. Ich habe mir gedacht, er war nicht perfekt und es war klar, dass er irgentwann sterben würde. Ich konnte mich mit der Trauer nicht wirklich identifizieren, hab das meiner Mutter schonend beigebracht. Die meint deswegen bis heute, dass ich ganz bestimmt auch sehr trauere und meine Gefühle nur nicht zeigen kann. Völliger firlefanz, aber ich hatte keine Lust zu erörtern, wiso ich trauernde Menschen für naiv, wenn nicht realitätsfern halte.
Es gibt Momente, an denen ich es schade finde, dass er nicht mehr da ist, im Großen und Ganzen habe ich ihn aufgrund seiner Arbeit aber sowieso kaum gesehen, zumindest keine "enge" Beziehung mit ihm gehabt und auf manche Sachen kann ich ganz gut verzichten.
Ich weiß nicht, wiso man der ganzen Welt Trauer heucheln muss. Als mit 6 Jahren mein Lieblingsopa starb, hätte ich bei seiner Beisetzung bald angefangen zu lachen, weil ich nicht verstand, wiso alle heulen. Ich gebe zu, ich verstehe es bis heute kaum. Ich finde Menschen mit dem Bewusstsein, dass alles vergänglich ist, sind nicht gefühlskalt oder haben ein Herz aus Stein, im Gegenteil, sie haben die rational richtige Einstellung. Ich kann mich mit der Haltung : "Alles stirbt, nur meine Verwanten leben ewig" gar nichts anfangen und sie kommt mir irgentwie dumm vor. Bin ich jetzt gefühlskalt, weil ich damit klarkomme, wenn jemand stirbt und nicht wie dämlich anfange zu heulen?

komische Welt :p
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Re: Ist es so unnormal, dass ich nicht traurig bin?

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