"Das ist ja schwul !"

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Bärschen
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"Das ist ja schwul !"

Beitragvon Bärschen » 20 Sep 2007, 20:40

"Das ist so 'ne schwule Socke!", "der ist total schwul", oder "der Test war voll schwul".
Mich kotzt es an !!!
Wieso wird schwul als Synonym für scheiße/kacke und andere verfluchende Wörter verwendet ? Oo
ES NEEERRRVT !

Ein vorwurfsvoller Blick von mir:
"Sorry das war nichts gegen dich", "Oh das ist mir so rausgerutscht.", "Tut mir leid, ich denk manchmal einfach nicht nach, war keine Absicht.".

Sowas kriege ich fast täglich in der Schule zu hören...

Meistens tu ich einfach so, als würde ich es überhört haben... Ich hab keine Lust mich immer zu rechtfertigen und zu sagen: "Weiß ich doch." oder "Kein Ding".
Die Entschuldigungen sind immer gleich, leider wird der Begriff "schwul" ebenfalls immer gleich benutzt...

Zitat eines Freundes gerade im ICQ:

XXX ‎(20:23):
aba man sagt es mal so aus gewohnheit und nich weil man selbst i-wie schwule verurteilt


Ja ne, ist mir schon klar ! Aber was soll das ?
Hab dem Typen grad erstmal meine Meinung gesagt...

Kennt ihr sowas auch ? Was macht ihr dagegen und wie soll man damit umgehen ?

"Das ist ja schwul !"

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Beitragvon BlackFlag » 20 Sep 2007, 20:51

unsere konservative gesellschaft ist nun einmal so gestrickt. Selbst mir rutsch t ab und zu der Begriff als Schmähwort raus. Zumindest im jugendlichen Sprachgebrauch ist das so verankert.

Man kann sich jetzt drüber aufregen. Muß man aber nicht. Ich weiß, daß es kacke ist, und mich nervts auch wenn ichs von anderen hör, aber ich schätze solange es nicht ein Beamter oder so sagt kann man nichts dagegen tun. Und wir haben keine Wahl als das zu überhören. Manchmal ist nämlich etwas zu übergehen sinnvoller als sich drüber aufzuregen...
Und am siebenten Tag erschuf Gott den Power Metal...

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Beitragvon PhoEniX » 20 Sep 2007, 20:56

Ich finde es auch nicht gut, aber überlege mal: Wie oft sagen welche auch: "Ist das behindert!", "Ist das krank!" etc... Das ist in gewisser Weise auch eine Diskriminierung der Betroffenen, aber was soll man machen... Ist eben so. :-?

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Beitragvon Bärschen » 20 Sep 2007, 21:08

Im Grunde genommen hast du Recht, Phoenix, aber da gibt es einen grundlegenden Unterschied;

Nehmen wir erstmal das Beispiel:

Ein Mensch rast mit seinem Auto in der 30er-Zone mit 120 km/h.
Ein Beobachter sagt daraufhin: "Man ist der/die krank!"

Hierbei bezieht sich "krank" wohl auf die Psyche des Menschen.
Das würde ja auch zutreffen. Welcher normale, verantwortungsbewusste Mensch fährt auch 90 km/h als erlaubt. Dadurch ist krank hier angebracht, oder nicht ?

Das Gleiche gilt hier für das Wort "behindert".

Nun sagt der nächste Beobachter: "Man ist der schwul !" (hier in diesem Beispiel jedoch nicht sehr passend, andere Beispiele sind oben genannt)

Schwul bedeutet also scheiße etc. ? Schwul ist doch total unpassend. Ich kann in diesem Synonym keinen anderen Sinn, als Homophobie (oft aber nicht so gemeint) finden =/

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Beitragvon PhoEniX » 20 Sep 2007, 21:12

Hm, stimmt auch wieder, aber nicht immer werden diese Wörter auch so "friedlich" benutzt...

Jedenfalls durfte ich mir schon oft "Ist das schwul/gay." anhören und ich hätte den labernden Personen gerne eine rübergezogen, aber das wäre etwas auffällig gewesen... Ist echt ärgerlich und einfach nur dumm.
Zuletzt geändert von PhoEniX am 20 Sep 2007, 21:20, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon GeneralBergfruehling » 20 Sep 2007, 21:18

BlackFlag hat geschrieben:Selbst mir rutsch t ab und zu der Begriff als Schmähwort raus. Zumindest im jugendlichen Sprachgebrauch ist das so verankert.

Mir leider auch hin und wieder. Ich bin in meinem Umfeld nicht geoutet also bleibt mir garnichts anderes übrig als solche Sprüche einfach zu überhören aber mit der Zeit schaltet man da einfach nurnoch auf durchzug, wäre ja noch besser wenn meine Klasse wüsste dass ich schwul bin.

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Beitragvon Blu-mento-pferde » 20 Sep 2007, 21:45

Manche Dinge und Personen im Leben sind einfach schwul/krank/behinder/Spacken oder was weiß ich und dann wird das Kind auch beim Namen genannt.

Manchmal ist das Selbstironie, manchmal die Wahrheit und manchmal halt einfach nur so gesagt.

Da gibt es wesentlich wichtigere Dinge, dennen man viel mehr auf den Zahn fühlen sollte.

Zudem, wenn Wiki da richtig liegt und ich es recht verstanden habe, war schwul erst ein abwertendes Wort und erst danach von uns elbst als Bezeichnung für uns benuzt.

Also immer locker durch die Hose atmen und erstmal die großen Probleme dieses Themas bearbeiten ;)

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Beitragvon Loki » 20 Sep 2007, 21:49

mich machts auch wütend, dass schwul als synonym für scheiße gebraucht wird. und auch wenn es von den jungen leuten nicht bewusst zum zweck der diskriminierung gebraucht wird, finde ich, zeigt es schon sehr deutlich wie die jüngeren generationen zum thema männliche homosexualität stehen.

ist zwar traurig, aber irgendwann hat man gar keine lust mehr, sich drüber aufzuregen
"Mancher Mensch hat ein großes Feuer in seiner Seele, und niemand kommt, um sich daran zu wärmen." (V.v.Gogh)

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Beitragvon Failure » 20 Sep 2007, 21:57

Ein Mensch rast mit seinem Auto in der 30er-Zone mit 120 km/h.
Ein Beobachter sagt daraufhin: "Man ist der/die krank!"

Hierbei bezieht sich "krank" wohl auf die Psyche des Menschen.
Das würde ja auch zutreffen. Welcher normale, verantwortungsbewusste Mensch fährt auch 90 km/h als erlaubt. Dadurch ist krank hier angebracht, oder nicht ?

Das Gleiche gilt hier für das Wort "behindert".


Kann ich nicht unterschreiben.
Ein paar Leute machen sich über einen Jemanden aus ihrer Klasse lustig, weil der ehm...zum Beispiel zugibt, daß er Kelly Family Fan ist.
"Mann, ist der behindert!"
...er ist aber ganz bestimmt nicht behindert - jedenfalls nicht in dem Zusammenhang in welchem das Wort benutzt wurde. Aufgrund einer Erkrankung, angeborenen Schädigung oder eines Unfalls als Ursache entsteht ein dauerhafter gesundheitlicher Schaden - das ist eine Behinderung.
*
Schwul, krank, behindert...
...das sind alles Abnormitäten.
Stellen jedenfalls nicht das Allgemeinbild der Gesellschaft dar.
Um es überspitzt zu sagen: Der Mensch ist nicht behindert, krank oder homosexuell. Und ist er es doch, dann ist er in der Minderheit.
Mit Menschen in der Minderheit bestehen oftmals weniger Berührungspunkte, daher sind / werden sie 'fremd'.
Vor fremden Dingen haben Menschen irgendwie Angst / Respekt. Sie können es nicht nachvollziehen, es passt nicht in ihre Weltvorstellung, also wird es entwertet und als "negativ" deklariert.

"Mongo!", "Schwuchtel!", "Spasst!", "Homo!", "Idiot!"...kennen wir ja alle.

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Beitragvon Loki » 20 Sep 2007, 22:26

richtig :)

nur wunderts mich immer, dass die leute da selbt innerhalb einer minderheit nochmal unterscheiden.

schonmal jemand gehört: "Boah ist das lesbisch."? ^^

Lesben teilen sich doch die gleiche Minderheit mit uns Schwulen. Weibliche Homosexualität müsste also eigentlich genauso "fremd" und damit genauso "Angst einflößend" für die Bevölkerung sein. Komischerweise hab ich noch nie irgendwo gehört, dass "lesbisch" als Synonym für "Scheiße" gebraucht wurde.

liegt aber wahrscheinlich daran, dass die heteros die vorstellung von sex zwischen 2 frauen total finden. bei uns isses halt abstoßend...
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Beitragvon Navigation » 20 Sep 2007, 22:29

nachdem man halt nicht mehr über frauen schimpfen konnte, musste man sich halt ein neues ziel suchen, sollten schwule jemals repektiert werden sind als nächste lesben dran... ^^

nein, hab noch nie darüber nachgedacht aber kann schon so sein wie du meinst... aber ich finde auch irgendwie das schwule halt ein wenig mehr im mittelpkt der gesellschaft stehen als lesben, vllt lieg ich da falsch kommt mir aber doch ein wenig so vor...

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Beitragvon Failure » 20 Sep 2007, 22:34

Naja...da meldet sich dann das Klischee.
Der Mann:
-stark
-unabhängig
-nicht so gefühlsbetont
-hart
....
Der homosexuelle Mann:
- TUNTE!

Bei Frauen ist das irgendwie anders.
Die dürfen Liebe auch bei anderen Frauen suchen/finden.
Aber Männer brauchen keinen Mann.
Männer müssen Frauen beschützen...alles andere ist "schwul"
;-)

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Beitragvon Navigation » 20 Sep 2007, 22:36

ungefähr so! stimmt!

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Beitragvon Blu-mento-pferde » 20 Sep 2007, 22:38

Frauen die etwas stärker sind, kurze Haare haben, den Männer die stirn bieten etc werden doch schnell als Kampflesben bezeichnet.

Auch nicht nett.

Zudem ist der Begriff lesbisch ja auch doppelt besezt. einerseits wollen alle ihre Trumgirl in heißen lesbenaction sehen. Echte Lesben will keiner sehen oder warhaben. Halt der typische unterschied zwischen Film/Pornolesben und den echten. Da heißt es dann schnell Kampflesben oder werden gleich geschnitten.

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Beitragvon Loki » 20 Sep 2007, 22:38

seit wann kann man nicht mehr über frauen schimpfen? =O

ja den eindruck hab ich auch. aber seit es diskriminierung von homosexualität gibt, hats immer nur die schwulen getroffen ^^ lesbische liebe war zum beispiel niemals gesetzlich verboten (soweit ich weiß, korrigiert mich wenni ch faslch liege) männliche homosexualität hingegen schon :roll:

find ich halt irgendwie komisch ^^ und die einzige erklärung die ich dafür hab ist die, die ich oben schon genannt hab
"Mancher Mensch hat ein großes Feuer in seiner Seele, und niemand kommt, um sich daran zu wärmen." (V.v.Gogh)

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