Apathie überwinden, erstes Mal emotional

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Fiederblatt
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Apathie überwinden, erstes Mal emotional

Beitragvon Fiederblatt » 19 Aug 2015, 03:08

Hallo, Tag auch :D

Also, ich schreibe gerade zum ersten Mal in meinem Leben in ein Forum.
Ich gebe mir natürlich Mühe mit der Struktur und allem, aber bitte nicht köpfen. Mit 19 darf ich auch noch neue Sachen machen!

Also, wo fange ich an?
Ich bin in einer sehr.. neutralen Familie aufgewachsen. Bei uns hat nie jemand zu den Kindern gesagt, das er sie liebt.
Wir sind nicht wirklich ein familiärer Haufen. Und das hat mich auch nie wirklich gestört. Ich hatte meine Schulzeit, mal super, mal anstrengend. Ich habe ich nie für notwendig befunden, zuhause groß zu erzählen was so los ist. Bei meinen Schwestern (älter und jünger) ist das genau so, und auch bei meinen Eltern. Wir wohnen halt zusammen, und 2-3 im Monat essen wir wirklich zusammen. Aber es ist eher ein Schweigen, man ist sich halt ein wenig fremd.

Ich weiß, das klingt jetzt total steril und unterkühlt.. Aber ich bin so aufgewachsen. Worte wie Liebe sind sehr starke Worte für mich, da das bei mir nie an der Tagesordnung war. Man merkt es auch, wenn wir in der Familie schimpfen. Das höchste der Gefühle ist, dass jemand sagt er ist unzufrieden.

Ich mag das eigentlich. Wenn wirklich mal ein Problem in meinem Leben aufgetaucht ist, habe ich gelernt selbst damit umzugehen. Und ich bereue das nicht. Ich würde nicht sagen, das ich manchmal Tage hatte wo ich mir Hilfe oder Beistand gewünscht hätte.

Ich bin dadurch ziemlich stark geworden, und eigentlich mag ich das. Ich habe die Kontrolle über mich selbst, und so ist das bei uns alles so.

Das ganze Gefüge wird nur durch unsere jüngste Schwester etwas aufgerüttelt. Aber das wird sich auch legen.

Jedenfalls wirkt sich diese Art zu leben, ziemlich auf meinen Charackter aus. Ich bin zwar wirklich voll dabei, wenn ich etwas will.. Aber wenn ich zum Beispiel von Unfällen in der Zeitung lese, lässt mich das total kalt. Mir ist das einfach gleichgültig. Der Tod von Verwandten ist mir auch nie wichtig gewesen. Wir waren auf den Begrbnissen, aber.. Tränen gab es nicht wirklich viele.

Als ich mich geoutet habe, war das kaum die Rede wert bei meinen Eltern. Solange ich kein Kind mitnachhause bringe, haben sie immer gesagt.
Und für mich selbst war das auch nie ein Problem. Schwul? Ja, und? Ist nie ein Problem gewesen. Insofern habe ich also auch ziemlich Glück.

Was mich jetzt wo ich auf die 20 zugehe, aber ziemlich wundert.. ist das ich irgendwie.. aufwache. Stellt euch das bitte nicht so vor, wie in einem Film. Wo das böse gefühlskalte Monster am Ende auftaut, sich verliebt und alles wird gut. Weil mit der Kraft der Emotionen ist alles soooo viel besser.

Bla bla, Hollywood-Lügen halt.

Allerdings, bemerke ich eine Veränderung an mir. Ich bin lange Schulsprecher gewesen, ich mache viel ehrenamtlich. Nicht weil es mir ein gutes Gefühl gibt, sondern weil ich finde, das es das Richtige ist.

Nur, in letzter Zeit ertappe ich mich öfters wie ich lächle bei Momenten wo ich Wochen davor noch den Kopf geschüttelt hätte.
Ich muss mich immer wieder bremsen, um meiner Mutter nicht aus Versehen zu erzählen das ich gut geschlafen habe. Das ist einfach total untypisch für unsere Familie. Und bitte, das ist nicht kalt.. es ist einfach anders.

Wenn ich mit Freunden unterwegs bin, bin ich immer neutral, zwar für Spaß zu haben.. Aber ich habe meine Meinung, und ich lasse da nicht viel mit mir reden, weil ich keinen Streit mag. Ich finde ihn unnötig. Solange jemand keine menschenverachtende Meinung hat, natürlich.

Mir fällt auch auf, das ich bei Musik die ich einfach nur wegen dem Takt mag.. manchmal wirklich anfange mich über manche Zeilen zu freuen.
Ich fiebere im Theater sogar ein bisschen mit. Ich höre ziemlich viel Soul und sagen wir mal.. Englische-Gute-Laune-Musik und freue mich einfach.

Passend dazu, habe ich gerade jemanden kennengelernt mit dem ich mich total gut verstehe.

Ich würde gern einwerfen, das ich nie Probleme mit sozialen Kontakten hatte. Ich bin halt für meine neutralität und meine gerissenen Antworten bekannt. Und ziemlich vergesslich. Was mir aber viele Leute sagen, ist das ich nicht sehr empathisch bin. Also, wenn es guten Freunden schlecht geht.. ich lenke sie lieber ab, anstatt ihnen zu helfen. Weil ich das genaue Problem oft sowieso nicht ganz verstehe.

Ich hatte schon 2 Freunde. Den einen davon mochte ich sehr. Also, verliebt.. war ich schon. Und als es dann aus wahr.. Ich weiß wie sich ein gebrochenes Herz anfühlt. Aber nach ein paar Tagen, war mir das zu dumm und ich habe das einfach unterbunden. Nichts da, von wegen Herzschmerz.

Jedenfalls, versuche ich etwas emotionaler zu sein, als ich es bin. Ich gebe mir Mühe mit etwas mitzufiebern, und Leute anzufeuern. Oder auch mich wirklich für andere zu freuen. Aber es ist halt.. immer etwas unterkühlt. Ich bin immer ein wenig auf Distanz.

Nur wird es immer weniger. Und das ist mir nicht unheimlich, ich finde es eigentlich ziemlich interessant. Ich weiß nicht mal warum.
Ich habe nichts besonderes gelesen, nichts gegessen das ich nicht sonst auch essen würde..

Ich fühle einfach mehr. Ich merke schneller wie es anderen Leuten geht, ich bin da mittlerweile viel mehr auf Kuschelkurs.

Und das ist nicht, weil ich mich daran gewöhnt hätte, oder es einfach gelernt habe.

Keine Ahnung, hier bin ich jetzt. 3 Uhr in der Früh, und versuche über die Gefühle und die Emotionen die ich nie so wirklich hatte zu schreiben.
Wie ist.. das mit euch?
Wut unterdrücken? Kontrollieren?
Habt ihr euch unter Kontrolle? Könnt ihr einfach sagen, es reicht. Und ein Problem in euch ist gelöst?

Ich weiß nicht, manchmal denke ich mir ich bin wohl ein Psychopath.. aber dafür bin ich wohl zu umgänglich.

Keine Ahnung. Ich sehe in meiner Gelassenheit und meiner Ruhe eine ziemliche Stärke.
Das heißt aber nicht, das ich schüchtern bin. Im Gegenteil, ich bin sogar ziemlich laut und ein sehr extrovertierter Mensch. Aber es ist halt, zu meinem eigenen Vergnügen. Ich tue nichts für ein gutes Gefühl oder so.. Oder um jemanden zu beeindrucken.

Freunde sind mir zwar wichtig, aber die meisten sehe ich auch irgendwie.. als austauschbar an.
Ich weiß nicht. Ich versuche immer ein bisschen da raus zukommen.

Mhm, jetzt habe ich soviel geschrieben, und weiß gar nicht.. was will ich? Ist das eine gute Entwicklung?

Sagt mal was :D Lg, Manuel

Apathie überwinden, erstes Mal emotional

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whitetiger8D
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Re: Apathie überwinden, erstes Mal emotional

Beitragvon whitetiger8D » 19 Aug 2015, 15:05

Dann sag ich mal was.

Sooo dein erster Beitrag also, hmm. Ich find der ist nichtmal schlecht strukuriert, mach dir da mal keine Sorgen. :)
Und herzlich Willkommen natürlich.

Also ich kann dich in dieser einen Hinsicht diesem auftauen und erkennen irgendwo verstehen, sowas Ähnliches hatte ich auch schon, allerdings bin ich mit sehr viel Liebe augewachsen und hab das außschließlich im öffentlichen Leben gemerkt. Da das ne ziemlich lange Geschichte ist und mein haöbes Leben, werde ich das jetzt nicht hier ausbreiten, wenn du die Geschichte hören möchtest darfst du mich aber natürlich gern privat anschreiben.


Dann mal zu dir: Ich finds nicht schlimm, dass du so "gefühlskalt" aufgewachsen bist, ich kann mir zwar nicht vorstellen, wie das ist, aber wenn du damit kein Problem hast, dann gibt es damit auch kein Problem.
Dass du immer offener wirst, könnte das vielleicht daran liegen, dass du mehr Zeit außerhalb deiner Familie verbringst als bei deiner Familie?
Du bist ja schließlich schon 19, damit also nicht mehr in dem Alter, dass die Eltern ständig auf dich aufpassen.
Ob das schlecht oder gut ist, weißt nur du. Aber was gibt es denn für positive und negative Aspekte? Hast du dir das schonmal überlegt und die vielleicht irgendwo aufgeschrieben? Wenn nein, dann mach das doch mal. Vielleicht hilft es dir deine Gedanken zu dem Thema zu ordnen.
Und dann, wenn du weißt, ob diese Entwicklung gut oder schlecht ist, kannst du rausfinden, was du willst.
Auch, wenn ich glaube, dass du das - wenn vielleicht auch nur unbewusst - schon weißt.

Ich hoffe, dass dir das jetzt irgendwie hilft oder du vielleicht den ein oder anderen neuen Gedanken fassen kanns
LG Jana
Lass mal an uns selber glauben, is mir egal ob das verrückt is.

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