Was droht Schwulen, die Blut spenden

Hier könnt ihr euch über Gesundheitsthemen, Krankheiten und ihre Vorbeugung unterhalten.

Würdet ihr für den guten Zweck Blut spenden, obwohl es für Schwule nicht erlaubt ist?

Ja
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69%
Nein
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gutgelaunt
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Was droht Schwulen, die Blut spenden

Beitragvon gutgelaunt » 15 Mär 2017, 22:24

Inzwischen dürfen wir ja ganz legal Stammzellen spenden und damit können auch homosexuelle Spender Männern und Frauen mit Knochenkrebs und anderen Erkrankungen inzwischen das Leben retten.

Beim Thema Blutspenden sieht die gesetzliche Lage noch ein wenig anders aus. Hier gehören Schwule immernoch zu einer Risikogruppe, die von der Blutspende kategorisch ausgeschlossen wird.
Auch wenn die Konserven inzwischen ausreichend gut auf Infektionen untersucht werden, sodass man bei einer Blutspende eigentlich keine Angst mehr haben muss, sich einen Erreger einzufangen, dürfen gewisse Risikogruppen an der Spende nicht teilnehmen. Neben betroffenen verscheidener Krankheiten gehören hierzu Homosexuelle, die aufgrund ihrer Sexualität ausgegrenzt werden, Drogenabhängige, (ehemalige) Strafgefangene und Prostituierte etc.

Um doch solch eine Spende durchzuführen, ist es notwendig eine Falschaussage auf dem Fragebogen zu machen und eine Zugehörigkeit zu einer solchen Gruppe so auszuschließen. Das ist zum einen Ordnungswidrig und kann nach dem Transfusionsgesetz eine Strafe von bis zu 10.000€ bedeuten, zum anderen noch eine Anzeige wegen Falschaussage nach sich ziehen.

Würdet ihr trotzdem Blut spenden und eure Sexualität für einen guten Zweck verschweigen?

Außerdem würde mich interessieren:
Was haltet ihr davon? Würdet ihr Homosexuelle aus der Liste der Risikogruppe entfernen wollen?

Ein konkreten Fall hierzu und meine Inspiration hierfür hier: http://m-maenner.de/2017/02/das-droht-s ... t-spenden/
Den Gesetzestext zum Transfusionsgesetz: http://www.gesetze-im-internet.de/tfg/index.html
Die Ordnungswidrigkeiten sind in dem Gesetzestext hier nicht im §30 wie im Artikel auf m-maenner.de, sondern erst im §32 zu finden.
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Was droht Schwulen, die Blut spenden

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DasLysander
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Re: Was droht Schwulen, die Blut spenden

Beitragvon DasLysander » 16 Mär 2017, 00:54

Ich hab es in der Vergangenheit mal getan, würde es aber inzwischen nicht mehr machen, is ja nich meine Schuld, dass ich nicht darf.

Ich kann nachvollziehen, dass man Risikogruppen ausschliesst, allerdings wäre es in dem Zusammenhang ja mal interessant wie hoch das Risiko denn tatsächlich ist, dass der Virus in der Konserve nicht entdeckt wird.

Da letztendlich eh jeder selbst entscheidet, ob er trotz Zugehörigkeit einer Risikogruppen Blut spendet, wäre es wesentlich sinnvoller, andere Risikogruppen zu finden, zB "Mann, der Sex mit Männern hat, ungetestet auf HIV seit einem Jahr"
"People leave their bodies to science. I think cannibals would be so much more grateful."

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Re: Was droht Schwulen, die Blut spenden

Beitragvon Luna » 16 Mär 2017, 01:45

gutgelaunt hat geschrieben:Um doch solch eine Spende durchzuführen, ist es notwendig eine Falschaussage auf dem Fragebogen zu machen und eine Zugehörigkeit zu einer solchen Gruppe so auszuschließen. Das ist zum einen Ordnungswidrig und kann nach dem Transfusionsgesetz eine Strafe von bis zu 10.000€ bedeuten, zum anderen noch eine Anzeige wegen Falschaussage nach sich ziehen.

Würdet ihr trotzdem Blut spenden und eure Sexualität für einen guten Zweck verschweigen?


Ja, ich würde trotzdem Blut spenden. Ist mir völlig egal, ob es eine Ordnungswidrigkeit ist oder nicht. So lange ich weiß, dass ich gesund bin, sehe ich da kein Problem.

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Re: Was droht Schwulen, die Blut spenden

Beitragvon Akil » 16 Mär 2017, 08:06

Nein würde ich nicht. Wer meine Hilfe ablehnt kann sich nicht beschweren wenn er sie nicht bekommt. Ich spende Blut sobald ich darf. Als Stammzellenspender bin ich schon registriert.
Was war jetzt noch mal die Schnellspeichertaste?
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Re: Was droht Schwulen, die Blut spenden

Beitragvon Akil » 16 Mär 2017, 09:07

gutgelaunt hat geschrieben:Auch wenn die Konserven inzwischen ausreichend gut auf Infektionen untersucht werden, sodass man bei einer Blutspende eigentlich keine Angst mehr haben muss, sich einen Erreger einzufangen


Es ist auch eine finanzielle Überlegung. Es werden soweit ich weiß 100 Proben zusammen gemischt und getestet, wenn positiv dann 10 Tests von je 10 Gruppen usw. Es wird so nicht jede Spende einzeln getestet, weil das ziemlich teuer ist. Es geht ums Geld nicht um Sicherheit, wenn man bestimmte Gruppen ausschließt.
Was war jetzt noch mal die Schnellspeichertaste?
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Re: Was droht Schwulen, die Blut spenden

Beitragvon iami » 16 Mär 2017, 15:40

Ich spende.
Ich weiß was welchen Zweck ich mit der Spende erreichen kann.
Ich weiß wie wichtig das Spenden ist.
Ich weis, dass ich gesund bin.

Alles andere wäre für mich nur eine faule Ausrede und ich finde es auch nicht fair gegenüber denen die das Blut brauchen aus Trotz gegenüber der kategorischen Art der Regelung nicht zu spenden.
Ich finde es aber gut, vernünftig und auch notwendig von jedem, der sich nicht sicher ist, ob er, weshalb auch immer, infiziert sein könnte, nicht zu spenden.
Wir trauen uns manchmal nicht Dinge zu tun, weil wir denken, dass wie sie bereuen, doch am Ende bereuen wir es meistens viel mehr, dass wie uns nicht getraut haben.

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Re: Was droht Schwulen, die Blut spenden

Beitragvon fierybird » 16 Mär 2017, 18:33

Akil hat geschrieben:Nein würde ich nicht. Wer meine Hilfe ablehnt kann sich nicht beschweren wenn er sie nicht bekommt. Ich spende Blut sobald ich darf. Als Stammzellenspender bin ich schon registriert.

Das sehe ich genauso. Ich würde gerne spenden und ich weiß auch, dass ich gesund bin, aber ich werde bestimmt keine Ordnungswidrigkeit begehen um jemanden zu helfen, wenn meine Hilfe nicht erwünscht ist.
Meiner Meinung nach sollte sich definitiv etwas ändern. Von mir aus soll man angeben müssen wann man das letzte mal auf HIV getestet wurde und dass man in letzter Zeit keinen neuen Sexualpartner hatte, was man ja eh angeben muss (ich weiß leider gerade nicht die genaue zeitliche Beschränkung).
Damit würde man Schwule nicht generell von der Blutspende ausschließen, denn nicht alle haben häufig wechselnde Sexualpartner, was ja schließlich der grund dafür ist, dass Schwule nicht spenden dürfen.
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Re: Was droht Schwulen, die Blut spenden

Beitragvon Leviathan » 16 Mär 2018, 20:27

Von dieser Regelung fühle ich mich diskriminiert. So lange die besteht, würde ich, selbst als gesunder Mensch, kein Blut spenden.
Da ich leider chronische Krankheiten habe, würden die mein Blut eh nicht nehmen, deswegen hat sich die Frage im Prinzip für mich erledigt.
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Re: Was droht Schwulen, die Blut spenden

Beitragvon fierybird » 20 Mär 2018, 21:25

Das Schlimme an der ganzen Sache ist ja, dass die meisten Leute gar nicht wissen, dass es beim Blutspenden diese Diskriminierung gibt. Erst heute haben in der Schule ein paar Freundinnen über Blutspenden geredet und als ich dann sagte, dass ich noch nie Blut gespendet habe und auch nicht Blut spenden gehen werde, kam die Frage warum ich das nicht mache. Dann habe ich ihnen erklärt dass ich das nicht darf....und in fünf verdutzte Gesichter geschaut. "Echt?" Echt! "Das wusste ich gar nicht" Und genau das ist das Problem!
Bis jetzt wusste das noch keiner mit dem ich darüber geredet habe...weder mein Vater, noch meine Schwester, noch irgendjemand aus meinem Freundeskreis.
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Re: Was droht Schwulen, die Blut spenden

Beitragvon Regal » 21 Mär 2018, 03:01

du könntest trotzdem blut spenden. musst ja nicht angeben, dass du schwul bist.

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Re: Was droht Schwulen, die Blut spenden

Beitragvon gutgelaunt » 21 Mär 2018, 16:09

Damit macht man wie gesagt bewusst eine Falschaussage und riskiert eine u.U. teure Ordnungsstrafe. Meine Philosopie ist da einfach die Finger von wegzulassen, rein aus Prinzip schon. Wenn die der Meinung sind, dass wir eine Risikogruppe darstellen und das für sich begründen, dann haben sie eben pech gehabt. Wer nicht will, der hat schon. Ich würde mich da auf keine Spielchen einlassen.
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Re: Was droht Schwulen, die Blut spenden

Beitragvon Regal » 21 Mär 2018, 23:22

es geht doch vor allem um häufig wechselnde geschlechtspartner und den damit verbundenen risiken. die haben heterosexuelle mit dem gleichen verschleiss an partnern auch. von daher sind die ebenfalls eine risikogruppe und es ist diskrminierung, extra auf schwul zu fragen. das gespendete blut wird eh getestet, also ist es egal, ob mans angibt oder nicht. man kann selber vorher einen aidstest machen lassen. nur um sicher zu sein. die werden schon im blut auf kein schwulengen stossen.

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Re: Was droht Schwulen, die Blut spenden

Beitragvon Nuraxx » 04 Apr 2018, 15:17

Soweit ich weiß, darf man mittlerweile als Homosexueller Mann Blut spenden, wenn man seit mindestens einem Jahr kein Sex mit Männern hatte. Habe das mal so gelesen, weiß aber net ob das die offizielle Regel ist.

das gespendete blut wird eh getestet, also ist es egal, ob mans angibt oder nicht


Da stimme ich absolut nicht zu! Wenn du zwei Wochen vor dem Blut spenden ungeschützten Sex hattest und HIV bekommst, und dann ein paar Tage nach dem Spenden das Blut getestet wird, kann es noch negativ sein, weil es je nach HIV Test dauert bis dieser positiv ausschlägt. Daher würden sich andere durch deine Blut Spende mit HIV anstecken, auch wenn das Ergebnis negativ ist.

Ich würde Blut spenden aber nur, wenn ich ne Zeit lang kein Sex hatte und nein auch ein Blowjob zählt weil man da auch HIV bekommen, wenn man kein Kondom benutzt, auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, sie ist da.
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Re: Was droht Schwulen, die Blut spenden

Beitragvon Regal » 05 Apr 2018, 17:27

das gespendete blut wird normal getestet, bevor es zur verwendung frei gegeben wird. ist es infiziert oder sonstwie unbrauchbar, wird es nicht verwendet. aber hoffentlich wirst du benachrichtigt, wenns dein blut ist.

Re: Was droht Schwulen, die Blut spenden

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