völlig Überfordert - Depressiv?

Hier könnt ihr euch über Gesundheitsthemen, Krankheiten und ihre Vorbeugung unterhalten.
JohnnX
Einmalposter
Beiträge: 1
Registriert: 16 Sep 2015, 23:21

völlig Überfordert - Depressiv?

Beitragvon JohnnX » 17 Sep 2015, 00:09

Moin!
Ich weis echt nicht mit wem ich drüber reden soll und ich möcht' ehrlich gesagt eine objektive Meinung. Eine Meinung von Menschen die mich kaum kennen, da ist das Internet doch perfekt.

Zu mir:
Ich bin 17 Jahre alt, in der 12 Schulstufe einer Informatikschule und mach in 2 Jahren meine Matura.

Zu meinem Problem:
Ich war immer schon fasziniert von dem PC und wollte immer schon wissen wie die Dinger funktionieren. Als es nach der Hauptschule dann hieß, entweder eine weiterführende Schule zu besuchen, oder in einen Lehrberuf einzusteigen, entschied ich mich für die Informatikschule. Für mich gabs damals nichts anderes, ich wollte in eine Informatikschule und habe mir auch keine anderen Schulen/Berufe angesehen. Ich war so stur und fixiert darauf und bereue es heute.

Ich dachte mir, wenn ich die 1 Klasse nicht schaffe, nicht so schlimm, machste halt eine Lehre.
Doch die 1 Klasse war gar nicht mal so schwer, ich war schon immer ein organisierter Mensch, verstand mich mit den Schulkollegen und die Professoren waren auch recht in Ordnung.

Dann gings ab in die 2 Klasse, auch hier verlief alles recht tadellos. Ich hatte zwar eine Prüfung zwischen 4 und 5, jedoch hatte dies Prüfung die Hälfte der Klasse, also dachte ich mir nichts dabei.

Also ab in die 3 Klasse. Ich hatte mir schon in den Ferien so meine Gedanken drüber gemacht, ob das der Beruf ist den ich mal machen will bis ich 60+ Jahre bin. Mein Denken hat sich dann schon sehr verändert und ich wollte ab diesem Zeitpunkt viel lieber was mit Menschen machen. Irgendwas wo ich Menschen helfen kann, egal wie.

Leider gabs dann in der 3 Klasse Professoren-Wechsel und wir bekamen im Fach Programmieren den strengsten Professor den's gibt. Seine Motivationstechnik ist es uns runter zu machen und uns zu klar zu machen das wir zu faul sind. Dementsprechend waren auch meine Noten in dem Fach, jeden Test musste ich wiederholen und erst dann war dieser positiv. Ich war nie recht begabt in diesem Fach muss ich zugeben.
Ich war schon vorher recht... naja.. instabil würd ich sagen. Die Schule hat mich wohl schon recht niedergeschlagen, hinzukam Probleme mit meinen Freunden und natürlich das ich schwul bin.
Mir wurde jedesmal schlecht wenn ich Unterricht mit diesem Professor hatte, war angespannt, mein Herz raste. Mir müssen immer unser Hausaufgaben vorzeigen, und er findet immer etwas was ihm nicht passt, immer! Das Vorzeigen war nie das Problem nur seine Kritik und diese kommt ungefähr so rüber >>Du kannst nichts, wie bist du bis zur 3 Klasse überhaupt gekommen, bist du dir sicher dass das die richtige Schule für dich ist<<
Ich hab zwar die 3 Klasse geschafft, aber auch nur knapp.
Ich kann nicht gut mit Kritik umgehen, ich nimm das alles viel zu persönlich. Und diese "Schulschleife" >>Aufstehen, Schule, nach Hause, essen, lernen, schlafen<< brachte mich wohl in sowas ähnliches wie ne Depression. Ich sah irgendwie die Welt nur mehr in grau. Nichts machte mehr Spaß, kein lachen, nur mehr lernen und schlafen.

Und dann hab ich so über mein Leben nachgedacht, was ich bis jetzt geschafft habe.... und das ist nichts.
Ab den Ferien von der 3 zur 4 Klasse bekam ich immer einen Würgereiz wenn ich unter Dusche bin, und das ist auch heute noch so. So als ob ich von mir selbst angewidert bin und mir wieder klar wird, dass ich es zu nichts gebracht habe. Hinzukommt das ich auch immer wieder Suizidgedanken habe. (Ich hab sie nur, ich würd's aber nie tun).

Und jetzt bin ich in der 4 Klasse. Habe wieder diesen Professor der mir das Leben zu Hölle macht, bin mir nicht mal sicher ob ich dieses Schuljahr, obwohl es gerade erst angefangen hat, schaffe. Ich will aber auch nicht aufhören, sind ja nurmehr 2 Jahre und in den restlichen Fächern habe ich keine Probleme, nur in den Informatik-Fächern hackts. Desweiteren hätte ich mir vorgenommen nach der Schule Psychologie zu studieren.
Ich fühle mich so, als ob ich den Überblick über mein Leben und die Schule/Stoff komplett verloren habe.
Ich bin mittlerweile mit meinen Gedanken und Selbstbewusstsein so "Down" das ich am liebsten zu einem Therapeuten gehen würde. Aber wie soll ich das bitte meinen Eltern erklären? Hey Mom, ich möcht' zu nem Therapeuten, weil ich drüber nachdenke mich umzubringen?
Ich versuch die Gedanken so weit wie es geht zu ignorieren und was dagegen zu machen, mit Wasser "ausspülen" (trink echt schon um die 2 Liter Wasser am Tag), Joggen... hilft aber nichts.

In der Nacht und nach der Schule ists am stärksten.
Und gleichzeitig denk ich mir immer wieder, hey du kannst machen was DU willst. Du kannst sofort aufhören mit der Schule, du kannst einen einfachen Beruf erlernen, du kannst nächste Woche in Paris oder so sein, es ist DEIN Leben, aber dann bin ich wieder in der Schulschleife und es fühlt sich so an als ob ich in einem Karussell sitzt und es sich immer weiter dreht, ich seh zwar die Möglichkeiten die es gibt vorbei "schwirren", das Karussell hält aber nicht an.

völlig Überfordert - Depressiv?

Werbung
 

michael90
member
member
Beiträge: 461
Registriert: 27 Sep 2012, 20:26
Kontaktdaten:

Re: völlig Überfordert - Depressiv?

Beitragvon michael90 » 17 Sep 2015, 17:18

Nun, nur weil Schule, bzw. nur ein Lehrer schlimm ist, muss man nicht gleich aus dem Fenster hüpfen. Schlimme Lehrer hatte glaube ich jeder von uns, mich eingeschlossen (ich habe sogar einen Prof, der sagt, man solle sich überlegen, ob man im richtigen Studiengang ist, was eigentlich noch eine Nummer härter ist, weil man nicht aufs Abitur/Matura hinarbeitet, sondern auf seinen Traumberuf).
Aber wenige haben deswegen gleich ihre ganze Schullaufbahn infrage gestellt, zumal die übrigen Fächer bei dir wohl gut laufen. Deswegen rate ich dir auch nicht, mit der Schule aufzuhören.
Sieh zu, dass du mit deinem Lehrer klarkommst, bereite dich gründlich vor, und wenn du was weißt und Leistung zeigst, wird dein Lehrer dir das honorieren, so war das bisher bei meinen verf****** A****-Lehrern/Professoren, die wirklich grauenhaft waren/sind.
Es ist eben seine, wenn auch fragwürdige Weise, Leistung abzurufen. Damit muss man klarkommen, später in der Berufsausbildung/Uni/Beruf wird es nicht einfacher und immer Querulanten geben.

Und nur, weil ein Lehrer beschissen ist, muss man auch nicht gleich in eine Sinnkrise verfallen, so wie du;) Es sei denn, du tust dir mit Schule im Allgemeinen sehr schwer, dann würde ich überlegen, ob es nicht besser wäre, eine Berufsausbildung zu beginnen; aber wisse, dass du nirgends so behütet bist wie in der Schule.

Und wenn dir die "Schulschleife" zu eintönig ist, dann mach´ was dagegen ;) Geh nicht alleine joggen, sondern in Fitness-Studio, dort triffst du andere Menschen und kommst mit ihnen ins Gespräch, oder betreibe Mannschaftssport, geh in den Musikverein, zur freiwilligen Feuerwehr or whatever, verschaffe dir selbst Abwechslung, denn wie du schon erkannt hast: du bist ein freier Mensch :)
The meaning of life is to give life a meaning!

Benutzeravatar
Akil
balkenlos glücklich
Beiträge: 1471
Registriert: 23 Mär 2014, 22:58

Re: völlig Überfordert - Depressiv?

Beitragvon Akil » 17 Sep 2015, 20:25

Du kannst auch einfach so zu deinem Hausarzt/einem Arzt, dich beim Therapeuten anmelden. Ärzte unterliegen aus genau diesen Gründen der Schweigepflicht, sogar gegenüber deinen Erziehungsberechtigten. Und da die Wartezeiten enorm sind, würde ich damit direkt heute anfangen und in deiner Umgebung rumfragen und dich anmelden, evtl. brauchst du mehrere Therapeutenbesuche, bis du den richtigen für dich findest. ;)
Was war jetzt noch mal die Schnellspeichertaste?
ALT+F4!

Benutzeravatar
timtom
boypoint-Technik
Beiträge: 14028
Registriert: 13 Mär 2001, 00:00
Wohnort: Münster, Germany

Re: völlig Überfordert - Depressiv?

Beitragvon timtom » 19 Sep 2015, 09:21

Zwei Liter wasser am Tag ist jetzt nicht sooooo viel. Eher 'normal'.
Schwer von aussen zu beurteilen wie deine Situation so ist, und was der beste Weg ist, damit umzugehen. Sicherlich schadet der Besuch bei einem Facharzt nicht - dafuer musst Du zumindest in Deutschland auch gar nicht erst zum Hausarzt, sondern kannst Dich direkt an einen Experten wenden.
Zur Einordnung wie Du Dich fuehlst: Keiner hat es gerne wenn er kritisiert wird, es gibt Menschen, die Kritik besonders schlecht und destruktiv hervorbringen. Die wirst Du aber immer mal wieder in Deinem Leben haben, moeglicherweise auch als Vorgesetzte spaeter.
Wichtig ist, dass Du fuer Dich lernst damit umzugehen. Es wird nicht automatisch besser wenn Du eine Schulklasse durch hast oder die Schule fertig hast oder oder oder - es kommt immer wieder vor.

Konkret bei dem Lehrer kannst Du versuchen - nicht nur fuer Dich, sondern auch fuer all diejenigen die genauso leiden, wie Du! - der Person mal Feedback zu geben. Ruhig schriftlich und anonym wenn Du Dich nicht in ein direktes Gespraech traust. Du kannst Dich auch an Deinen Vertrauenslehrer oder Kontaktlehrer oder wie auch immer das bei Euch heisst wenden. (Klassensprecher sind meiner Erfahrung nach Luschen, kann man knicken.)

Inhaltlich kannst Du versuchen das als Ansporn zu nehmen eben weniger Fehler zu machen und es als Deinen Sieg zu feiern wenn der Lehrer keine Moeglichkeit findet an Dir rumzukritisieren. Das wird nicht sofort gelingen aber von Mal zu mal wird er weniger finden. (Wir haben hier ja auch einen Technik Bereich im Forum, da kannst Du Dir auch unabhaengig Tipps und Feedback zu Deinen Loesungen der Aufgaben holen...)

Und vergiss die Noten, die sind nicht das wichtigste. Die Noten kommen von alleine wenn Du den Rest gemanaged bekommst (und nicht vielleicht doch zu bloede bist, was ja auch sein kann, was Dich aber nicht zu einem schlechten Menschen macht).

Ansonsten gibt es ja nicht nur Schule und Schlafen. Was sind denn Dinge die Dir Freude machen im Leben, was sind Deine Hobbies? Vergiss die nicht, die sind wichtig und bleiben Dir laenger erhalten als Lehrer, Schule, Noten. Also bewahr Dir das und pflege auch die Dinge.
The greatest enemy of freedom is a happy slave.

Benutzeravatar
SvennI91
new-boy
new-boy
Beiträge: 30
Registriert: 10 Sep 2015, 15:04

Re: völlig Überfordert - Depressiv?

Beitragvon SvennI91 » 15 Okt 2015, 18:39

Akil hat geschrieben:Du kannst auch einfach so zu deinem Hausarzt/einem Arzt, dich beim Therapeuten anmelden. Ärzte unterliegen aus genau diesen Gründen der Schweigepflicht, sogar gegenüber deinen Erziehungsberechtigten. Und da die Wartezeiten enorm sind, würde ich damit direkt heute anfangen und in deiner Umgebung rumfragen und dich anmelden, evtl. brauchst du mehrere Therapeutenbesuche, bis du den richtigen für dich findest. ;)


Auch ich halte ein solches Vorgehen in dieser Situation für das allerbeste. Nur ein Spezialist kann hier abschließend eine fundierte Diagnose stellen und beurteilen, ob es sich in diesem Fall tatsächlich um eine beginnende Depression handelt. Und ggf. entsprechende Schritte einleiten
Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das Große vergebens warten.

Re: völlig Überfordert - Depressiv?

Werbung
 

Zurück zu „Gesundheit und Krankheiten“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste