Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

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Speedy89
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Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

Beitragvon Speedy89 » 04 Aug 2015, 19:26

Hallo zusammen,

Da ich aktuell von diesen 3 Dingen betroffen bin würde ich gerne etwas darüber hier berichten um den einen oder anderen auch etwas Mut zu machen sich Hilfe zu holen.
Bei mir fing alles an einem Freitag ende März an.
Ich hatte mich mit meiner Mutter zum frühstück verabredet und dies sollte dann nun auch statt finden.
Ich holte meine Mutter mit dem Auto ab und fuhren dann auch los und gingen lecker Frühstücken.
Nachdem Frühstück fragte meine Mutter mich, ob ich nicht noch Lust hätte mit Ihr durch die Innenstadt ein bisschen zu laufen bevor ich dann auch los muss zur Arbeit.
Ich war etwas genervt weil ich die Nacht nicht gut geschlafen hatte, dazu hatte ich dann auch noch Spätdienst aber ich bin mit meiner Mutter dann los gegangen.

In einem großen Kaufhaus schauten wir uns erst etwas um und fuhren dann in die oberste Etage.
Plötzlich merkte ich das mir ganz komisch wurde. Ich hatte Schwindel und Herzrasen.
Ich dachte mir nicht viel bei und blieb noch etwas bei meiner Mutter bis auf ein mal fette Schweißausbrüche kamen.
Ich sagte meiner Mutter, dass ich schon vor die Tür gehe da es mir irgendwie komisch geht.
Draussen wartete ich auf meine Mutter und wie ein Raucher so ist steckte ich mir erstmal eine Zigarette an.
Schwindel und Herzrasen gingen absolut nicht weg und blieben. Meine Mutter kam dann aus dem Geschäft und fragte wie es mir geht.
Ich sagte, dass es mir ganz seltam komisch ist. In der Hoffnung das es nur der Kreislauf sei sind wir weiter gegangen und in den nächsten Schuhladen.

ich blieb noch etwas draussen in der Hoffnung das mein seltsames Gefühl weg geht. Dies war leider nicht der Fall in der zwischenzeit hatte ich immer das Gefühl jeden Moment umzukippen, also ging ich zu meiner Mutter in den Laden und suchte sie auf. Sie sagte mir ich soll mich hinsetzen und mal abwarten. nach kurzer Zeit bat ich sie den Laden zu verlassen da es absolut nicht besser wurde.
Wir verließen den Laden und gingen zum nächsten Bäcker um etwas zu Trinken zu holen und uns dort hinzusetzen.
Plötzlich schossen mir immer wieder die Gedanken in den Kopf, dass ich einen Herzinfakt habe.
Warum diese Gedanken gekommen sind ? Ich kann es bis heute nicht beantworten. Plötzlich spürte ich noch mehr Angst, so viel Angst das ich für mich alleine ein Stück gehen musste.

Nachher sagte ich meiner Mutter das es gar nicht besser wird und wir nun besser zum Auto gehen sollten. Auf dem Weg zum Auto wurde es immer schlimmer. Ich rief bei meiner Hausärztin an die Gott sei Dank vergessen hatte das Telefon umzustellen und ich sie so noch erreichen konnte.
Alos fuhr ich mit meiner Mutter im Eiltempo zur Praxis und ich lies mich Untersuchen. Der Blutdruck bei 160 und der Puls verdammt hoch.
Jetzt noch ein EKG was völlig unauffällig war.
Also gut sagte die Ärztin ich glaube das kam nun einfach von der Wärme aber wegen dem Bluthochdruck gebe ich Ihnen nun Betablocker.
Nun gut wenn diese mir doch helfen sollen, dann werde ich sie nehmen. Ein Gelber Schein erfolgte für 1 Woche.
Selber auf der Arbeit konnte ich schon nicht mehr Anrufen das hatte meine Mutter für mich übernommen.
Meine Mutter bat mich drum erstmal bei Ihr zu bleiben das falls noch etwas ist, dass sie gleich für mich da ist.

Alos blieb ich für 3 Stunden bei meiner Mutter und rief dann meinen Freund an, dass er mich doch bitte abholen soll da ich kein Auto fahren mag.
Mein Freund holte mich auch ab und wir fuhren nachhause. Der Abend verging auch relativ gut es kamen immer mal wieder diese komischen Ängste die ich nicht einordnen konnte.
Am Samstag stand ich dann auf, mein Freund war von der Arbeit schon da ( Nachtdienst) und ich war etwa beruhigt aber dennoch war immer dieses komische Gefühl in mir.
Der Tag verlief eigentlich ganz ruhig und gelassen, am Abend gab es dann Besuch von meiner Schwiegermutter und wir wollten ein bisschen WiiU spielen zusammen. Wärend dem Spielen machte sie plötzlich eine so Starke Angst breit das ich fast verrückt geworden wäre.
Ich legte meinen Controller weg und konnte einfach nicht mehr. Ich hatte so Angst einen Herzinfakt zu haben und sagte es den beiden auch.
Meine Schwiegermutter sagte mir auch das ich ganz schlecht aussehe und wir besser ins Krankenhaus fahren sollten. Ich bat meinen Freund sich fertig zu machen das wir dann los können.
Leider entwickelte sich innerhalb ganz kurzer Zeit eine Angst vor dem Krankenhaus also konnte ich dort nicht hin weil ich so Angst hatte.
Ich telefonierte mit einer Bekannten die Krankenschwester ist, sie versuchte mich zu beruhigen und sagte mir das ich ganz sicher keinen Herzinfakt habe. Das wollte ich leider aber auch nicht glauben denn ich war mir soooo sicher.

Also gingen wir etwas spazieren und brachten meine Schwiegermutter zum Auto. Mein Freund und ich gingen allein nachhause und ich legte mich ins Bett wärend er mich versuchte noch zu beruhigen. Irgendwann konnte ich dann dank seiner Hilfe auch einschlafen.
Der Sonntag verlief absolut gar nicht besser, es war eigentlich ein tag voller Angst und man hat sich selber verrückt gemacht.
Ständig hin und her laufen, ständig Hände kneten das alles kannte ich von mir gar nicht.
Man machte sich natürlich selber damit auch verrückt weil man nun ja gar nicht wusste was mit einem los ist und die Ärztin sagte es sei wohl nur von dem Wetter.


Hier mache ich nun erstmal einen Cut. Ich werde aber weiter berichten, wenn das Interesse besteht.

Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

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Re: Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

Beitragvon Yahool3r » 05 Aug 2015, 14:26

Deine Erzählung hat mich echt verwundert, da mir so etwas bis jetzt noch nicht begegnet bin und ich nur aus der Theorie von solchem Verhalten gehört habe. Ich finde sie sehr interessant und würde mich echt freuen, wenn du sie weiterführen magst. :)
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Re: Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

Beitragvon Speedy89 » 05 Aug 2015, 22:17

Yahool3r hat geschrieben:Deine Erzählung hat mich echt verwundert, da mir so etwas bis jetzt noch nicht begegnet bin und ich nur aus der Theorie von solchem Verhalten gehört habe. Ich finde sie sehr interessant und würde mich echt freuen, wenn du sie weiterführen magst. :)


Hey Yahool3r, schön das es dich interessiert. Ich dachte mir auch einfach es ist für den einen oder anderen eventuell auch eine Hilfe wenn er liest das es mehrere Leute davon gibt und die Person nicht damit alleine ist.
Gerne werde ich weiter berichten.
Solltest du spezielle Fragen dazu haben, bin ich natürlich offen ;-)

Nun geht es dann aber auch weiter im Text:

Am Montag bin ich dann wieder zur Ärztin gegangen und habe ihr berichtet, dass es am Wochenende noch viel schlimmer wurde und ich immer gedacht habe das ich durchdrehe.
Sie bat mich mal alle Symptome ihr mitzuteilen, also fing ich an:
-Herzstechen
-Herzrasen
-Schwindel
-Schwitzen mittel-stark
- Atemnot
- rasender Puls
- Innerliche Unruhe
Und was für Ängste beschäftigen sie dann immer:
- Angst vor Herzinfakt
-Angst ins Krankenhaus zu müssen
-Angst vor einem Krankenwagen
-Angst vor dem Sterben
- Angst alleine zu sein
-Angst keine Hilfe zu bekommen wenn ich alleine bin
-Angst verrückt zu werden

So das war dann nun alles und die gute Dame sagte mir dann sie glaube es seien Panikattacken.
Wodurch die nun ausgelöst wurden kann man nur raten.
Eventuell durch zu viel Stress auf der Arbeit oder viele andere Dinge.
Ich bekam für die Woche noch einen Gelben Zettel und wir wollten schaune was die Beta-Blocker bringen.
Ich habe fleißig gewartet und meine Tabletten eingemommen und es veränderte sich absolut nichts.
Daraufhin bin ich wieder zu der guten Dame hingefahren und habe klar gesagt ich brauche Hilfe ich kann nicht mehr.
Also gut dann bekam ich die Wahl zwischen Vollstationär oder Teilstationär ( Tagesklinik)
Ich entschied mich für die Tagesklinik und die ANmeldung wurde sofort fertig gemacht und zur Klinik gefaxt.
Dann sollte bitte auch noch ein ambulanter Therapeut her. So einen zu finden ohne viel Wartezeit ist absolut nicht einfach.
Die Wartezeiten gehen von 6 Monaten - 24 Monate.
Also habe ich mich immer wieter bemüht einen ambulanten Therapeuten zu finden was nicht einfach war.
Ich wurde nochmals mit einem Gelben Schein entschuldigt und wir wollten warten wann sich die Tagesklinik meldet.


Es dauerte nicht lang und die Tagesklinik meldete sich auch schon.
Wartezeite ca. 15 Wochen !
Ok wie soll ich in dieser Zeit klar kommen ? Ich habe aktuell ein Problem !
Also wieder die Ärztin aufgesucht und versucht mir nochmal Hilfe zu holen.
Plötzlich meinte die gute Frau ich kann auch arbeiten gehen, dass würde mich gut tuen weil ich dann ablenkung habe.
Das ich gar nicht zur Arbeit kann weil es einer der Probleme ist und wir bereits drüber gesprochen habe, war dann völlig egal.
Die Wartezeit der Klinik ist auch ganz normal.
ALso sollte ich nun wieder arbeiten gehen und wenn es doch gar nicht funktioniert muss ich halt in die Notaufnahme der Psychatrie fahren.
Also stellte ich mir dir Frage, wie wollen die mir dort in der Notaufnahme helfen ?
Da gibt es nur eine Tablette und dann hat es sich auch erledigt.
Also fertig und erschöpft wie ich war überlegte ich zu Hause was ich denn nun machen könnte.

Ich ging am nächsten Tag zum Arzt meiner Mutter dieser ist als Hausarzt niedergelassen hat aber viel mit Psychologie zu tun.
Also gut hin und dem netten Herrn nochmal alles von Vorne bis hinten erzählt.
Es wurde nochmals Blutdruck gemessen und noch ein EKG gemacht und wurde so komplett untersucht.
Nichts zu finden. Es muss alles von der Psyche kommen.
Also gab es noch eine Überweisung zum Kardiologen um wirklich alles abklöären zu lassen.
Der Arzt stellte dann noch die Tabletten für den Blutdruck um in der Hoffnung das es mir damit besser gehen würde.
Leider war dies nicht der fall und ich bin nach wenigen Tagen auch schon wieder bei Ihm gewesen weil diese tabletten gar nicht gingen.
Also wieder andere Tabletten diese hat mein Körper dann aber sehr gut aufgenommen.
In der ganzen Zeit sind natürlich viele Panikattacken ausgebrochen mal weniger schlimm , mal mehr schlimm.

Nun ging es dann etwas weiter mein neuer Hausarzt schrieb mich erstmal die nächsten 4 Wochen Krank und warteten auf das Ergebniss was dann irgendwann folgte vom Kardiologen.
In der Zeit bis der Termin dann mal endlich auch besucht war, wurde noch Blut abgenommen und dies untersucht.
Aber auch dort war nicht wirklich etwas zu finden.
Der Kardiologe selber ha auch ein Uktrschall gemacht und ein EKG gemacht und abgehorcht und gemacht und getan, Ergebis= Sie sind Gesund.

Hier mache ich mal wieder einen Cut weil ich Müde bin aber ich werde weiter berichten.

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Re: Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

Beitragvon Yahool3r » 06 Aug 2015, 17:03

Oha, das ist wirklich ein Problem. Wenn man einen Spezialisten braucht, dann kriegt man ihn viel zu spät eigentlich.

Da du immer fein in der Vergangenheit schreibst, spekuliere ich mal, dass sich das alles am Ende gebessert hat? :)
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Re: Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

Beitragvon Speedy89 » 06 Aug 2015, 22:58

Yahool3r hat geschrieben:Oha, das ist wirklich ein Problem. Wenn man einen Spezialisten braucht, dann kriegt man ihn viel zu spät eigentlich.

Da du immer fein in der Vergangenheit schreibst, spekuliere ich mal, dass sich das alles am Ende gebessert hat? :)



Hey Yahool3r,
heute werde ich leider nicht weiter schreiben aber auf deine Antwort möchte ich trotzdem antworten:
Ich schreibe in der Vergangenheit weil dies alles bis heute passiert ist.
Gebessert hat sich leider noch nichts.
Aber dazu kommen wir dann noch.
Ich denke ich werde es wenn wir angekommen sind bis zum Tag X es dann umwandeln zum Tagebuch :D

Gute Nacht
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Re: Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

Beitragvon Yahool3r » 19 Aug 2015, 20:10

Ich hoffe mal, dass der Tag X bald ist :)

Update? :) :D
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Re: Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

Beitragvon schwarzweiss » 25 Aug 2015, 18:23

Grüß dich!

Sind diese Ängste bei dir ganz "spontan" aufgetreten? Liest sich so, als wäre das plötzlich alles da gewesen. Oder hast du vorher schon - z.B. in deiner Kindheit - solche Ängste gehabt?

Machst du beruflich was medizinisches? Du erwähntest, dass du mal Spätdienst hattest.

Liebe Grüße und alles Gute!
schwarzweiss

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Re: Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

Beitragvon Speedy89 » 25 Nov 2015, 06:59

Ohje lange ist her aber ich denke ich werde nun kurz die Fragen beantworten und danach noch ein bisschen dazu schreiben.

@schwarzweiss: Die Ängste waren plötzlich alle vorhanden. Ich würde sagen ich war schon immer ein Vorsichtiger Mensch und habe immer hinterfragt was wohl alles passieren könnte aber dennoch nicht so extrem.
Nein, leider mache ich nichts medizinisches ich war zu dem Zeitpunkt im Verkauf tätig.

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Re: Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

Beitragvon Speedy89 » 25 Nov 2015, 07:38

Leider findet sich bei mir immoment leider wenig zeit zu schreiben aber ich werde nun versuchen so viel wie möglich nach zuschreiben.
Also auf gehts:

Nachdem ich dann beim Kardiologen war und er mir mitgeteilt hat, dass ich Gesund bin und er nichts feststellen konnte musste ich mit dem Ergebnis zum Hausarzt.
Es gehen einem Tausend Gedanken durch den Kopf auch wenn man schon von anderen gehört hat das es wirklich die Psyche ist. Lieber wäre mir eine Handfeste Diagnose gewesen trotz der Angst vor dem Krankenhaus.
Also ging ich mit dem Ergebnis zum Hausarzt und es wurde weiteres besprochen was wir nun machen werde.
Arbeiten gehen geht auf keinen Fall. Auf meinen Wunsch hin habe ich es dennoch versucht weil ich nicht zuhause sitzen wollte. Damit fiel ich dann leider auch wieder auf die Schnauze und hatte extreme Ängste auf der Arbeit und hatte dort mit Übelkeit, Schwindel, Gedanken an Herzinfarkt etc. zu kämpfen. Ende vom Lied ich habe die Arbeit nach 3 Stunden abgebrochen.
Also wurde ich weiter Krank geschrieben.
Was können wir nun machen ?
Versuchen ambulant schon einen Therapeuten zu finden. Da riet mir der Arzt einfach alle anzurufen und hoffen das etwas klappt.
Einstellen von Antidepressiva.
Warten darauf das ich endlich in die Tagesklinik kann.
Das war nun also mein Plan.

Ich bemühte mich einen Therapieplatz zubekommen, doch leider ohne Erfolg.
Ich habe unzählige Panikattacken gehabt, mein Partner immer weniger Verständniss für meine Situation und die Lage wurde dadurch nicht gerade einfacher.
Ich wollte ja auch so schnell wie möglich wieder arbeiten um meinen Job zubehalten.
Nun war der Tag der Tage und ich durfe in die Tagesklinik.
Am ersten Tag ist natürlich noch alles Neu.
Ich hatte dort das erste mal Kontakt mit einem Psychologen, gleich am ersten Tag musste ich dann meine komplette Geschichte erzählen wie das alles begann mit den Panikattacken und was ich bisher alles schon versucht habe.
Dann wurde ich noch von einem Arzt untersucht das ich auch wirklich nichts körperliches habe.
Nun begann also der Start in der Tagesklinik.
Die Woche war dann nun immer geplant
Montags- Freitags 8:00 - 16:00 Uhr Tagesklinik.
In der Zeit hatte ich dann Sport, GruppenTherapie, Einzeltherapie, Ergotherapie, Körperwarnehmung, Patientenseminare.
Man hatte 3 mal die Woche Sport, zweimal die Woche Gruppentherapie, einmal Einzeltherapie, 3 mal Ergotherapie, zweimal Körperwarnehmung, einmal Patientenseminar.
Die Woche war doch immer recht voll und am Ende des Tages war man doch recht kaputt.

Nun hatte ich 9 Wochen Tagesklinik aufenthalt hinter mir und so wirklich besser ging es mir noch immer nicht.
Aber immerhin hatte ich schon Diagnosen: Agoraphobie mit Panikstörung, Depressionen, Panikstörung, Sozialphobie, Persönlichkeitsstörung.
(Persönlichkeitsstörung: Dies wird über einen Multiple-Choice-Fragebogen heraus gefiltert, demnach hat aber jeder eine Persönlichkeitsstörung, also sollte man das nicht zu ernst nehmen.)
Leider gab es viele Probleme und Komplikationen in der Tagesklinik auf die ich hier nicht weiter eingehen darf und kann.
Was ich dazu sagen kann ist: Man hat nicht auf den Patienten gehört eine Umstellung der tabletten hätte vorher erfolgen müssen etc.
Nun waren 9 Wochen rum, ich habe etwas Verstanden was ich nun habe, aber wo bitte habe ich nun einen Plan was ich zutun habe ?
Keinen Plan. Nichts !!!!
Also wieder zum Hausarzt mit dem Gesprochen.
Nochmals Blut untersucht über die Probleme in der Tagesklinik gesprochen und überlegt was wir machen.
Nun hieß es also entweder Vollstationär das würde dann so aussehen du bist in einer Einrichtugn schläfst dort hast mehr betreuung und kannst am Wochenende nachhause. Aufenthaltsdauer ?: Solang bis man stabil ist.
Stabil war ich leider nicht wirklich. Der Haushalt blieb oft liegen so das mein Freund vieles machen musste. Ich kümmerte mich fast nur noch um mich das ich irgendwie den Tag schaffe.
Lenkte mich viel mit unwichtigen Dingen ab um einfach nicht diese Panik spüren zu müssen.
Andere Alternative: Ambulante Therapie!
Ich habe mich dann für die Ambulante Therapie entschieden.
Ich habe mich dann nochmals auf die Suche nach einem Therapeuten gemacht.
Wärend der Suche hatte ich das Glück einmal die Woche in die Tagesklinik gehe zu können um dort an einer ambulanten Gruppentherapie teilzunehmen.
Das war für mich ganz gut, so konnte ich über aktuelle Probleme oder neue Verhaltensauffälligkeiten sprechen.
Eine lange Zeit musste ich dann auf einen Therapieplatz warten.
Aber es meldete sich mein jetziger Therapeut und bei diesem bin ich mehr als zufrieden und super aufgehoben.

Aktuell:
Durch Einstellung richtiges Antidepressiva habe ich weniger Panikattacken aber sie kommen immer noch und ich habe keine Ruhe davon.
Depressivephasen gibt es leider auch noch sehr viele.
Kein Tag vergeht ohne Mittagsschlaf, der Tag ist sonst viel zu lang.
Alpträume mit starkem Schwitzen und dadurch aufwachen.
Durchschlafstörungen.
Weiterhin Krank geschrieben.

Das ist Stand heute. Ich werde gerne weiter berichten sobald sich was interessantes verändert oder aber es auch neues zu berichten gibt.
Bei Fragen immer raus damit ich werde es so gut es geht beantworten.

Lg Speedy

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Re: Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

Beitragvon Speedy89 » 01 Dez 2015, 21:17

Hallo zusammen,
Heute gibt es gleich ein neues Update.
Da ich gestern Therapie hatte und wir dorr das Thema Angst vor dem Krankenhaus besprochen haben und mein Therapeut und ich nun feststellen mussten, dass meine Angst einfach zu Stark ist musste ich mir heute gleich ein Bedarfsmedikament holen von meinem Arzt.
Aktuell nehme ich dann zur Unterstützung 2 feste Medikamente und nun ein Bedarfsmedikament für ganz schwere Phasen.

Solltet ihr Fragen bezüglich der Angst haben, dürft ihr gerne Fragen
Mit der Nennung von Medikamenten bin ich extra sehr vorsichtig da mit diese Medikamente echt nicht zu Spaßen ist.
Euch einen schönen Abend.
MfG
Speedy

Baze
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Re: Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

Beitragvon Baze » 13 Dez 2015, 16:00

Wow das ist hart, wie einem das Leben über die Füße fährt. Gute Besserung sofern man das sagen kann :)

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Re: Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

Beitragvon Expedit » 14 Dez 2015, 18:48

Hallo Speedy, ich habe im Support-bereich eine Nachricht von Christian (Gast) erhalten, welcher eine Idee hatte woran es vielleicht auch liegen könnte.... Nochmal einen Dank an ihn :)

Hallo Speedy89,

zufällig bin ich auf Deine Beiträge gestoßen, und manches davon kam mir leider sehr bekannt vor. Erst einmal wünsche ich Dir alles Gute, und vielleicht können Dir meine Erfahrungen ja ein wenig weiterhelfen? Denn mittlerweile kann ich das Problem bei mir gut beherrschen (toi, toi, toi) und hoffe, es mittelfristig wieder ganz in den Griff zu bekommen. Besten Dank noch einmal an das Support-Team, das meine Texte freundlicherweise an Dich weiterleitet.

Zuerst habe ich noch einige Fragen:
- Wenn ich es richtig verstehe, traten bei Dir zuerst die körperlichen Symptome (Herzrasen, hoher Blutdruck, Schwindel, Schwitzen) auf, und die Angst kam erst später hinzu?
- Hattest Du vorher schon längere Zeit Spätschichten bzw. einen unregelmäßigen Schlafrhythmus?
- Hast Du in der Zeit zuvor regelmäßig Sport/Fitnesstraining betrieben?
- Woraus bestand Dein Frühstück, nach dem der erste Anfall aufgetreten ist?
- Du erwähnst Atembeschwerden ??? war das ein Gefühl, als wenn Du tief durchatmen müsstest, es aber nicht kannst?
- Treten/traten die Probleme auch bei körperlicher Belastung auf (Heben schwerer Gegenstände, Treppensteigen etc.)?
- Treten/traten seither auch weitere Beschwerden auf (z. B. Bedürfnis nach irgendwelchen Lebensmitteln/Getränken, Probleme mit den Schleimhäuten o.ä.)?

Nun beschreibe ich Dir zuerst kurz meine eigenen Erfahrungen , vielleicht erkennst Du das eine oder andere außerdem noch wieder. Dann schreibe ich etwas zur Suche nach den Ursachen und schließlich zu meiner Behandlungsstrategie.


I. Meine eigenen Erfahrungen
- 1. Auftreten im Frühjahr: beim Frühsport; an den Abenden zuvor spät ins Bett gegangen, morgens länger geschlafen. Auf einmal sehr hoher Puls, hoher Blutdruck, akut die Sorge, ohnmächtig werden zu können. EKG unauffällig, Herz und Blutwerte in Ordnung. Durch Betablocker Besserung. Zwei Tage später zu einer Besprechung gegangen. In der Nacht danach hochgeschreckt, wieder mit denselben Symptomen, diesmal zusätzlich mit dem Verlangen, tief atmen zu müssen, aber dem Problem, es nicht zu können; dadurch Panik bis in die Nähe von Todesangst, schweißnasse Hände; zudem innerliches Verkrampfen des Körpers und innerliches Frieren. Mit Betablockern wurde es besser; am nächsten Tag eine Notfalltablette für Panikattacken erhalten, ansonsten fehlte aber jede medizinische Erklärung; im Zweifelsfall sei es psychisch/psychosomatisch bedingt. Auffallend war: Vom ersten Auftreten an gab es ein eigenartiges Ziehen in der Rückenmuskulatur, so dass ich dachte, ich hätte mir beim Sport etwas verzogen oder abgedrückt. Und beim Treppensteigen und beim Heben schwererer Gegenstände ging in der nächsten Zeit weiterhin der Puls übermäßig schnell nach oben.

- 2. Auftreten im Herbst: zuvor während mehrerer Wochen unter einigem Druck bis spät in die Nacht am Schreibtisch gesessen, um schwierige Terminarbeiten zu erledigen. An einem Abend schließlich hatte ich das Gefühl erschöpft zu sein, mit innerer Unruhe; am Morgen wieder Herzrasen, hoher Blutdruck, große Müdigkeit und Ruhebedürfnis, Antriebslosigkeit. Beim Lesen verschlechterte es sich, beim Gehen in der Wohnung wurde es besser, außerhalb des Hauses aber ebenfalls schlechter, z. T. mit einem eigenartigen Gefühl in der oberen Mitte der Brust (Bereich der Atemwege?). Betablocker brachten eher das Gefühl, nur die Symptome zu unterdrücken. Zudem konnte ich folgende Effekte beobachten: Beim Einatmen wurde der Puls schneller, beim Ausatmen langsamer; ebenso beim Liegen auf der linken Seite schneller, auf der rechten Seite langsamer (keine Ahnung, weshalb). Hinzu kamen immer wieder Sorgen und Ängste um die Gesundheit, bis hin zu hypochondrischen Zügen nach kleinsten Anlässen, z. T. völlig irrational.

- Vorgeschichte: Das Problem eines „einfachen“ Herzrasens kannte ich schon aus der Kindheit , ebenfalls ohne medizinische Erklärung (auch in einer Uni-Klinik konnte man es nicht wirklich erklären; es sei aber ungefährlich). Damals ging das Herzrasen allerdings durch Reizung des Vagus-Nervs (durch Erbrechen) gut weg. Es trat immer am Morgen auf, bei: Aufregung (auch freudige) am Abend zuvor, spätem Zubettgehen/unregelmäßigem Schlafrhythmus, zu wenig Flüssigkeit am Abend und zu spätem Trinken am Morgen. Mit dem konsequenten Beachten dieser Regeln verschwanden die Anfälle langfristig schließlich für viele Jahre ganz. In den letzten Jahren trat in entsprechenden Fällen allerdings statt des Herzrasens ein neues Phänomen auf: Trockenheit der Nasenschleimhäute mit Niesanfällen und schnupfenähnlichen Symptomen. Jedoch wurde dies auf eine Hausstauballergie geschoben, die irgendwann mal beim Allergietest festgestellt worden war, ohne im Alltag Probleme zu bereiten.

II. Die Suche nach den Ursachen
Auffallend ist, dass sowohl körperliche Belastung als auch Aufregung/Stress bei mir zum Herzrasen führen können; hinzu kommen Zusammenhänge mit dem Flüssigkeitshaushalt (Trinken als Faktor, Trockenheit der Schleimhäute als Symptom). Nun gibt es ein verbindendes Element, mit dem sowohl die Muskulatur, als auch die Herzfrequenz zusammenhängt: Kalium. Bei Sport hat man dementsprechend auch einen erhöhten Kalium-Verbrauch. Zudem ist Kalium für die Funktion der Nerven (! damit auch vegetatives Nervensystem/Psyche) wichtig und reguliert den Flüssigkeitshaushalt im Körper. Bemerkenswert war bei mir auch, dass zu Anfang Schokolade mit hohem Kakao-Anteil wider Erwarten zu einer Linderung führte , später las ich, dass sie Kalium enthält. 
Zu wenig Kalium führt zu Herzrasen, zu viel ist aber mindestens ebenso gefährlich, denn dann drohen Kammerflimmern und Herzstillstand. Ob ein Mangel im Blut immer eindeutig feststellbar ist, weiß ich nicht. Jedenfalls würde ich normale (schulmedizinische) Kaliumpräparate auch nie auf eigene Faust einnehmen.

Bei mir hat sich eine Störung des Mineralstoffhaushalts bislang tatsächlich als plausibelste Erklärung erwiesen, zumal eine entsprechende Behandlung zu einer deutlichen Besserung und Normalisierung geführt hat. Dazu schreibe ich aber gleich noch etwas. 
So, wie Du Deine Symptome und ihr erstes Auftreten beschreibst (nach Spätschicht/unruhiger Nacht, beim Stadtbummel [körperliche Bewegung], nach einem Frühstück [Säurebildner als Mineralstoffräuber?]; beim Computerspielen [Konzentration/Anspannung]), war meine erste Überlegung, ob ein Mineralstoffmangel bei Dir ebenfalls eine (die?) Ursache sein kann, die Angst nur eine weitere Folge oder ein zusätzliches Symptom der körperlichen Ursache? 

Bleibt die Frage, wie das alles zusammenhängt; während die Naturheilkunde das Problem der Übersäuerung kennt (Säuren, die dem Körper durch bestimmte Nahrung zugeführt werden, oder die durch Stoffwechselprozesse und Stress entständen, müssten durch Mineralstoffe abgepuffert werden; wenn nicht genügend zugeführt werden, werde die Substanz angegriffen, was z. B. zu Osteoporose führe; ein Säureschub entstehe am frühen Morgen, um 5.00 bis 7.00 Uhr, ein schwächerer bereits um 23.00 bis 1.00 Uhr), lehnt die Schulmedizin dies wohl in der Regel als unbewiesen ab. Für die fachliche Diskussion darüber bin ich als Laie schlicht und einfach nicht kompetent; zumindest dieser Effekt scheint mir aber als Patient festzustehen, dass bestimmte Lebensmittel und Situationen (Stress etc.) bei mir anscheinend zu einem erhöhten Verbrauch bestimmter Mineralstoffe führen, was im Extremfall solche unschönen Erscheinungen nach sich zieht, die von der Schulmedizin nicht erklärt und dann im Zweifelsfall als psychosomatisch bezeichnet werden. Und gerade wenn aus einer solchen körperlichen Ausnahmesituation (Herzrasen etc.) heraus Angst entsteht, gerät man schnell in einer Teufelskreis, weil die Angst (Stress) wiederum den Mangel erhöht und das Grundproblem verschlimmert. Und dieser Teufelskreis muss auch erst einmal durchbrochen werden.
Auch der frühmorgendliche Säureschub in Körper findet bei mir insofern eine Entsprechung, dass das Herzrasen in der Regel genau in diesem Zeitraum entsteht; erst recht, wenn bis spätestens um 7.00 Uhr keine (ausgleichende, d. h. basische) Flüssigkeit (Kräutertee, stilles Mineralwasser, also mit möglichst wenig Kohlensäure) zugeführt wird. Und der erste Säureschub am Abend korreliert bei mir mit der Frage der rechtzeitigen Schlafengehens und dem notwendigen ausreichenden Trinken zuvor. „ Nur Zufälle??“ (Wobei die Zeiten der beiden Schübe vielleicht auch individuell verschieden sein mögen.)

III. Meine Behandlungsstrategie
Meine „Rettung“ in der Akutsituation war, dass ich in der Not schließlich und zunächst halbherzig , etliche Schüssler-Salze ausprobierte (und jetzt bitte aus dem Forum keine schulmedizinischen Kommentare, dass Homöopathie Humbug sei); als homöopathisches Mittel besteht bei normaler Anwendung keine Gefahr, das Kalium überzudosieren, und man kann leicht ausprobieren, welche Stoffe der Körper benötigt. Denn es gilt: Je schneller sich eine Tablette im Mund auflöst, desto größer ist der Bedarf an dem Mineralstoff und umgekehrt. 

Bei mir zeigten sich zumindest ganz frappierende Effekte, auch wenn es ein wenig dauerte, bis eine deutliche Besserung eintrat; eine erste Linderung war im Ansatz aber doch recht schnell spürbar. Und durch rechtzeitige Einnahme konnte ich immerhin drei oder vier weitere Anfälle schon im Anfang verhindern, ebenso wie das Auftreten einzelner Symptome. 

- Bei der Pulsfrequenz trat eine deutliche Linderung mit Nr. 15 (Kalium jodatum) ein. Die Tablette brauchte anfangs nur die Zunge zu berühren und war sofort schon aufgelöst. 
- Es blieb aber eine gewisse Unruhe und ein unregelmäßiges „Stolpern“ des Herzschlags; dieses besserte sich wiederum mit Nr. 16 (Lithium chloratum), bei ebenfalls schneller Auflösung auf der Zunge. 
- Gegen die Unruhe halfen Nr. 14 (Kalium bromatum) und Nr. 17 (Manganum sulfuricum). 
- Gegen das eigenartige Gefühl in der Brust müsste Nr. 24 (Arsenum jodatum) geholfen haben, möglicherweise aber auch andere der genannten Nummern. 
- Nr. 8 (Natrium chloratum) half gegen Bluthochdruck. 
- Zwischendurch traten statt des Herzrasens auch wieder Trockenheit des Mundes und erkältungsähnliche Symptome auf, was wiederum mit Nr. 20 (Kalium aluminium sulfuricum) in den Griff zu bekommen war, möglicherweise auch mit Nr. 22 (Calcium carbonicum). In einem Fall schlug das im Ansatz beginnende Herzrasen nach der Einnahme von Nr. 15 und 16 sogar unmittelbar in die Schleimhautprobleme um. 
- Standardmittel wurden außerdem Nr. 13 (Kalium arsenicosum), Nr. 22 (Calcium carbonicum) und Nr. 23 (Natrium bicarbonicum). 
- Nr. 5 (Kalium phosphoricum), 6 (Kalium sulfuricum), 7 (Magnesium phosphoricum; heiße Sieben) und 10 (Natrium sulfuricum) sollen außerdem gegen Angstzustände helfen.
Placebo-Effekte möchte ich dabei ausschließen, da ich einige Mittel nicht in bestimmten Absichten eingenommen, sondern eher nach groben Anwendungsgebieten durchprobiert habe; so nahm ich gegen das Herzrasen zunächst vor allem Nr. 15, aber gegen meine Erwartungen wurde der Puls zwar etwas langsamer , aber eben unregelmäßig, konnte bei Bewegung rasch wieder ansteigen, und das Befinden verbesserte sich nur wenig. Erst Nr. 16 sorgte dann für die weitere Regulierung und Beruhigung des Herzschlags. 

Um es kurz zu machen: Schließlich hatte ich raus, bei welchem Symptom mir welches Mittel hilft. Mein Allgemeinbefinden hat sich dank regelmäßiger Einnahme der genannten Nummern mittlerweile wieder wesentlich verbessert und wenn sich Symptome ankündigen, kann ich ihnen rechtzeitig und gezielt gegensteuern. Zusätzlich nehme ich inzwischen außerdem noch ein gewöhnliches Basenpräparat aus der Apotheke (das allerdings in dem Fall kein Kalium enthält); und nach genauerer Beobachtung, wann sich Symptome verschlechtern, habe ich erst einmal die Ernährung ein wenig umgestellt: keinen Zitronensaft (Zitronensäure), keine Äpfel (Obstsäuren), kein Sauerkraut, möglichst wenig Weißmehlprodukte etc. Seit dem ersten Anfall vom Frühjahr ist auch schon das tägliche Glas Milch gestrichen, das ich bereits vor längerer Zeit nicht richtig vertragen hatte (ob Kuhmilch gesund oder schädlich sei, darüber streiten sich die Gelehrten; möglicherweise ist es individuell auch unterschiedlich, ob man sie verträgt oder nicht). Dafür gibt es mehrere Lebensmittel, die Kalium natürlicherweise enthalten (z. B. Nüsse, viele Gemüsesorten, Kartoffeln, Bananen). Im Gegensatz zur Anfangszeit sind Spaziergänge mittlerweile auch sehr hilfreich geworden.

Allerdings machen sich Stress/Aufregung, zu spätes Schlafengehen, zu wenig trinken (besonders morgens) noch immer negativ bemerkbar, und meine Mittagsruhe brauche ich erst einmal noch weiterhin. Meine Hoffnung ist aber, dass auf längere Sicht, wenn die Mineralstoffspeicher wieder besser aufgefüllt sind, auch dabei wieder eine Normalisierung eintritt.

IV. Zu guter Letzt
Für Dich ist jetzt die entscheidende Frage, ob dies irgendwie auf Dich übertragbar ist; und die Antwort darauf kannst Du im Grunde nur selbst herausbekommen: Wie groß sind die Parallelen, was kommt als Auslöser bei Dir infrage? Was kannst Du bei Dir selbst beobachten? Du kannst Dich ja einmal mit Deinem Freund und Deiner Mutter in Ruhe beraten. Dabei kann und möchte ich Dich auch auf keinen Fall dazu überreden, Deine derzeitige Behandlung eigenmächtig zu ersetzen; diese Verantwortung kann ich gar nicht übernehmen! Aber vielleicht ist der Anstoß, auch mal in eine andere Richtung zu denken, ja hilfreich. Und vielleicht gibt es bei Dir auch einen guten Arzt, der sich sowohl in der Schulmedizin als auch in der Homöopathie so gut auskennt, dass er Dir noch einmal einen Rat geben kann. Wenn es bei Dir aber ein vergleichbares Problem sein sollte wie bei mir, dann sollte der Ursache auf jeden Fall noch einmal nachgegangen werden und dann lässt sie sich auch ohne Aufwand beheben (auch wenn es z. T. seine Zeit braucht). 

Jedenfalls wünsche ich Dir gute Besserung und hoffe, dass meine Erfahrungen Dir vielleicht ein wenig weiterhelfen. Du kannst natürlich auch gerne noch nachfragen, und es würde mich schon auch interessieren, wie es dabei mit Deiner Gesundheit weitergeht. 

Herzliche Grüße
Christian
Persönlichkeit = einzigartige Struktur von relativ konstanten und doch veränderlichen Merkmalen eines Individuum, die ein beständiges Erlebens- und Verhaltensmuster zur Folge hat.

Speedy89
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Re: Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

Beitragvon Speedy89 » 14 Dez 2015, 23:34

Hallo zusammen,
erstmal vielen Dank an Expedit das er das hier rein gestellt hat.
Und dann vielen Dank an Christian, dass er einen solangen Text verfasst hat. Ich werde mich nun an die Beantwortung der Fragen machen und dazu noch einiges Schildern.


Expedit hat geschrieben:Hallo Speedy, ich habe im Support-bereich eine Nachricht von Christian (Gast) erhalten, welcher eine Idee hatte woran es vielleicht auch liegen könnte.... Nochmal einen Dank an ihn :)

Hallo Speedy89,

zufällig bin ich auf Deine Beiträge gestoßen, und manches davon kam mir leider sehr bekannt vor. Erst einmal wünsche ich Dir alles Gute, und vielleicht können Dir meine Erfahrungen ja ein wenig weiterhelfen? Denn mittlerweile kann ich das Problem bei mir gut beherrschen (toi, toi, toi) und hoffe, es mittelfristig wieder ganz in den Griff zu bekommen. Besten Dank noch einmal an das Support-Team, das meine Texte freundlicherweise an Dich weiterleitet.

Zuerst habe ich noch einige Fragen:
- Wenn ich es richtig verstehe, traten bei Dir zuerst die körperlichen Symptome (Herzrasen, hoher Blutdruck, Schwindel, Schwitzen) auf, und die Angst kam erst später hinzu?
Bluthochdruck hatte ich schon viel Früher, das ist aber auch auf Grund meines Gewichtes. Das wussten die Ärzte bereits vorher aber es war immer im Rahmen, dass man nun nichts hätte machen müssen.
Nun mal eine genaue Schilderung:
Meine Mutter und ich gingen in ein sehr volles Kaufhaus.
Mir war schon leicht schlecht aber nicht das Gefühl mich übergeben zu müssen.
Es ging auch eine Zeit wirklich gut und dann wurde mir immer schummrig vor Augen. Dann wurde mir Schwindelig und Herzrasen setzte ein und ich verließ den Laden erstmal ohne meine Mutter.
Draussen, wie ein Raucher so ist musste ich dann eine Rauchen und dachte mir na gut es ist sicherlich nur der Kreislauf.
Meine Mutter kam dann 10 min. später raus und es ging mir immer noch so.
Wir sind in einen Deichmann und da folgte dann dieses Gefühl Ohnmächtig zu werden. Auch da verließen wir den Laden.
Wir gingen dann zum Bäcker und ich hatte mir eine Selter geholt und wie ich dort ruhig saß kam dann die Angst vor einem Herzinfarkt.
Ich konnte dann nicht mehr still sitzen, hatte den drang gehen zu müssen, Das Gefühl wenn ich jetzt nicht gehe ist alles vorbei.
Also ging ich immer wieder in Sichtweite meiner Mutter eine kleine Strecke hoch und runter. Dann wurde es leicht besser aber schnell wurde es auch wieder schlechter. Und dann sind wir zum Auto und zum Arzt.


- Hattest Du vorher schon längere Zeit Spätschichten bzw. einen unregelmäßigen Schlafrhythmus?
Ja ich hatte in der Tat beides zuvor.
- Hast Du in der Zeit zuvor regelmäßig Sport/Fitnesstraining betrieben?
Nein Sport war nie mein Freund
- Woraus bestand Dein Frühstück, nach dem der erste Anfall aufgetreten ist?
2 Latte macchiato, 2 Brötchen, Wurst, Käse, Ei
- Du erwähnst Atembeschwerden ??? war das ein Gefühl, als wenn Du tief durchatmen müsstest, es aber nicht kannst?
Nein es war eher ein Gefühl nicht mehr Atmen zu können und Angst zu ersticken.
Das was du in dem Fall schilderst, kam erst deutlich später.

- Treten/traten die Probleme auch bei körperlicher Belastung auf (Heben schwerer Gegenstände, Treppensteigen etc.)?
Ich kann mich jetzt nicht so direkt erinnern. Aber pauschal würde ich sagen es gab keine Situation wo ich nichts hatte. Zum Anfang waren die Attacken oft sehr Stark wenn ich ganz alleine war.
- Treten/traten seither auch weitere Beschwerden auf (z. B. Bedürfnis nach irgendwelchen Lebensmitteln/Getränken, Probleme mit den Schleimhäuten o.ä.)?
Na also die ganze normale Mundtrockenheit tritt auf, dass wohl eher aber eine Begleiterscheinung ist.
Nein Bedürfnis speziellen Lebensmitteln habe ich nicht.
Was hin und wieder mal sein kann ist, dass ich nach einer Panikattacken eine Fressattacke bekomme. Da kann ich dann wirklich essen wie verrückt. Das lässt sich aber auch damit begründen, dass man ja doch sehr unter Stress steht bei so einer Attacke.


Nun beschreibe ich Dir zuerst kurz meine eigenen Erfahrungen , vielleicht erkennst Du das eine oder andere außerdem noch wieder. Dann schreibe ich etwas zur Suche nach den Ursachen und schließlich zu meiner Behandlungsstrategie.


I. Meine eigenen Erfahrungen
- 1. Auftreten im Frühjahr: beim Frühsport; an den Abenden zuvor spät ins Bett gegangen, morgens länger geschlafen. Auf einmal sehr hoher Puls, hoher Blutdruck, akut die Sorge, ohnmächtig werden zu können. EKG unauffällig, Herz und Blutwerte in Ordnung. Durch Betablocker Besserung. Zwei Tage später zu einer Besprechung gegangen. In der Nacht danach hochgeschreckt, wieder mit denselben Symptomen, diesmal zusätzlich mit dem Verlangen, tief atmen zu müssen, aber dem Problem, es nicht zu können; dadurch Panik bis in die Nähe von Todesangst, schweißnasse Hände; zudem innerliches Verkrampfen des Körpers und innerliches Frieren. Mit Betablockern wurde es besser; am nächsten Tag eine Notfalltablette für Panikattacken erhalten, ansonsten fehlte aber jede medizinische Erklärung; im Zweifelsfall sei es psychisch/psychosomatisch bedingt. Auffallend war: Vom ersten Auftreten an gab es ein eigenartiges Ziehen in der Rückenmuskulatur, so dass ich dachte, ich hätte mir beim Sport etwas verzogen oder abgedrückt. Und beim Treppensteigen und beim Heben schwererer Gegenstände ging in der nächsten Zeit weiterhin der Puls übermäßig schnell nach oben.

- 2. Auftreten im Herbst: zuvor während mehrerer Wochen unter einigem Druck bis spät in die Nacht am Schreibtisch gesessen, um schwierige Terminarbeiten zu erledigen. An einem Abend schließlich hatte ich das Gefühl erschöpft zu sein, mit innerer Unruhe; am Morgen wieder Herzrasen, hoher Blutdruck, große Müdigkeit und Ruhebedürfnis, Antriebslosigkeit. Beim Lesen verschlechterte es sich, beim Gehen in der Wohnung wurde es besser, außerhalb des Hauses aber ebenfalls schlechter, z. T. mit einem eigenartigen Gefühl in der oberen Mitte der Brust (Bereich der Atemwege?). Betablocker brachten eher das Gefühl, nur die Symptome zu unterdrücken. Zudem konnte ich folgende Effekte beobachten: Beim Einatmen wurde der Puls schneller, beim Ausatmen langsamer; ebenso beim Liegen auf der linken Seite schneller, auf der rechten Seite langsamer (keine Ahnung, weshalb). Hinzu kamen immer wieder Sorgen und Ängste um die Gesundheit, bis hin zu hypochondrischen Zügen nach kleinsten Anlässen, z. T. völlig irrational.

- Vorgeschichte: Das Problem eines „einfachen“ Herzrasens kannte ich schon aus der Kindheit , ebenfalls ohne medizinische Erklärung (auch in einer Uni-Klinik konnte man es nicht wirklich erklären; es sei aber ungefährlich). Damals ging das Herzrasen allerdings durch Reizung des Vagus-Nervs (durch Erbrechen) gut weg. Es trat immer am Morgen auf, bei: Aufregung (auch freudige) am Abend zuvor, spätem Zubettgehen/unregelmäßigem Schlafrhythmus, zu wenig Flüssigkeit am Abend und zu spätem Trinken am Morgen. Mit dem konsequenten Beachten dieser Regeln verschwanden die Anfälle langfristig schließlich für viele Jahre ganz. In den letzten Jahren trat in entsprechenden Fällen allerdings statt des Herzrasens ein neues Phänomen auf: Trockenheit der Nasenschleimhäute mit Niesanfällen und schnupfenähnlichen Symptomen. Jedoch wurde dies auf eine Hausstauballergie geschoben, die irgendwann mal beim Allergietest festgestellt worden war, ohne im Alltag Probleme zu bereiten.

II. Die Suche nach den Ursachen
Auffallend ist, dass sowohl körperliche Belastung als auch Aufregung/Stress bei mir zum Herzrasen führen können; hinzu kommen Zusammenhänge mit dem Flüssigkeitshaushalt (Trinken als Faktor, Trockenheit der Schleimhäute als Symptom). Nun gibt es ein verbindendes Element, mit dem sowohl die Muskulatur, als auch die Herzfrequenz zusammenhängt: Kalium. Bei Sport hat man dementsprechend auch einen erhöhten Kalium-Verbrauch. Zudem ist Kalium für die Funktion der Nerven (! damit auch vegetatives Nervensystem/Psyche) wichtig und reguliert den Flüssigkeitshaushalt im Körper. Bemerkenswert war bei mir auch, dass zu Anfang Schokolade mit hohem Kakao-Anteil wider Erwarten zu einer Linderung führte , später las ich, dass sie Kalium enthält. 
Zu wenig Kalium führt zu Herzrasen, zu viel ist aber mindestens ebenso gefährlich, denn dann drohen Kammerflimmern und Herzstillstand. Ob ein Mangel im Blut immer eindeutig feststellbar ist, weiß ich nicht. Jedenfalls würde ich normale (schulmedizinische) Kaliumpräparate auch nie auf eigene Faust einnehmen.

Bei mir hat sich eine Störung des Mineralstoffhaushalts bislang tatsächlich als plausibelste Erklärung erwiesen, zumal eine entsprechende Behandlung zu einer deutlichen Besserung und Normalisierung geführt hat. Dazu schreibe ich aber gleich noch etwas. 
So, wie Du Deine Symptome und ihr erstes Auftreten beschreibst (nach Spätschicht/unruhiger Nacht, beim Stadtbummel [körperliche Bewegung], nach einem Frühstück [Säurebildner als Mineralstoffräuber?]; beim Computerspielen [Konzentration/Anspannung]), war meine erste Überlegung, ob ein Mineralstoffmangel bei Dir ebenfalls eine (die?) Ursache sein kann, die Angst nur eine weitere Folge oder ein zusätzliches Symptom der körperlichen Ursache? 

Bleibt die Frage, wie das alles zusammenhängt; während die Naturheilkunde das Problem der Übersäuerung kennt (Säuren, die dem Körper durch bestimmte Nahrung zugeführt werden, oder die durch Stoffwechselprozesse und Stress entständen, müssten durch Mineralstoffe abgepuffert werden; wenn nicht genügend zugeführt werden, werde die Substanz angegriffen, was z. B. zu Osteoporose führe; ein Säureschub entstehe am frühen Morgen, um 5.00 bis 7.00 Uhr, ein schwächerer bereits um 23.00 bis 1.00 Uhr), lehnt die Schulmedizin dies wohl in der Regel als unbewiesen ab. Für die fachliche Diskussion darüber bin ich als Laie schlicht und einfach nicht kompetent; zumindest dieser Effekt scheint mir aber als Patient festzustehen, dass bestimmte Lebensmittel und Situationen (Stress etc.) bei mir anscheinend zu einem erhöhten Verbrauch bestimmter Mineralstoffe führen, was im Extremfall solche unschönen Erscheinungen nach sich zieht, die von der Schulmedizin nicht erklärt und dann im Zweifelsfall als psychosomatisch bezeichnet werden. Und gerade wenn aus einer solchen körperlichen Ausnahmesituation (Herzrasen etc.) heraus Angst entsteht, gerät man schnell in einer Teufelskreis, weil die Angst (Stress) wiederum den Mangel erhöht und das Grundproblem verschlimmert. Und dieser Teufelskreis muss auch erst einmal durchbrochen werden.
Auch der frühmorgendliche Säureschub in Körper findet bei mir insofern eine Entsprechung, dass das Herzrasen in der Regel genau in diesem Zeitraum entsteht; erst recht, wenn bis spätestens um 7.00 Uhr keine (ausgleichende, d. h. basische) Flüssigkeit (Kräutertee, stilles Mineralwasser, also mit möglichst wenig Kohlensäure) zugeführt wird. Und der erste Säureschub am Abend korreliert bei mir mit der Frage der rechtzeitigen Schlafengehens und dem notwendigen ausreichenden Trinken zuvor. „ Nur Zufälle??“ (Wobei die Zeiten der beiden Schübe vielleicht auch individuell verschieden sein mögen.)

III. Meine Behandlungsstrategie
Meine „Rettung“ in der Akutsituation war, dass ich in der Not schließlich und zunächst halbherzig , etliche Schüssler-Salze ausprobierte (und jetzt bitte aus dem Forum keine schulmedizinischen Kommentare, dass Homöopathie Humbug sei); als homöopathisches Mittel besteht bei normaler Anwendung keine Gefahr, das Kalium überzudosieren, und man kann leicht ausprobieren, welche Stoffe der Körper benötigt. Denn es gilt: Je schneller sich eine Tablette im Mund auflöst, desto größer ist der Bedarf an dem Mineralstoff und umgekehrt. 

Bei mir zeigten sich zumindest ganz frappierende Effekte, auch wenn es ein wenig dauerte, bis eine deutliche Besserung eintrat; eine erste Linderung war im Ansatz aber doch recht schnell spürbar. Und durch rechtzeitige Einnahme konnte ich immerhin drei oder vier weitere Anfälle schon im Anfang verhindern, ebenso wie das Auftreten einzelner Symptome. 

- Bei der Pulsfrequenz trat eine deutliche Linderung mit Nr. 15 (Kalium jodatum) ein. Die Tablette brauchte anfangs nur die Zunge zu berühren und war sofort schon aufgelöst. 
- Es blieb aber eine gewisse Unruhe und ein unregelmäßiges „Stolpern“ des Herzschlags; dieses besserte sich wiederum mit Nr. 16 (Lithium chloratum), bei ebenfalls schneller Auflösung auf der Zunge. 
- Gegen die Unruhe halfen Nr. 14 (Kalium bromatum) und Nr. 17 (Manganum sulfuricum). 
- Gegen das eigenartige Gefühl in der Brust müsste Nr. 24 (Arsenum jodatum) geholfen haben, möglicherweise aber auch andere der genannten Nummern. 
- Nr. 8 (Natrium chloratum) half gegen Bluthochdruck. 
- Zwischendurch traten statt des Herzrasens auch wieder Trockenheit des Mundes und erkältungsähnliche Symptome auf, was wiederum mit Nr. 20 (Kalium aluminium sulfuricum) in den Griff zu bekommen war, möglicherweise auch mit Nr. 22 (Calcium carbonicum). In einem Fall schlug das im Ansatz beginnende Herzrasen nach der Einnahme von Nr. 15 und 16 sogar unmittelbar in die Schleimhautprobleme um. 
- Standardmittel wurden außerdem Nr. 13 (Kalium arsenicosum), Nr. 22 (Calcium carbonicum) und Nr. 23 (Natrium bicarbonicum). 
- Nr. 5 (Kalium phosphoricum), 6 (Kalium sulfuricum), 7 (Magnesium phosphoricum; heiße Sieben) und 10 (Natrium sulfuricum) sollen außerdem gegen Angstzustände helfen.
Placebo-Effekte möchte ich dabei ausschließen, da ich einige Mittel nicht in bestimmten Absichten eingenommen, sondern eher nach groben Anwendungsgebieten durchprobiert habe; so nahm ich gegen das Herzrasen zunächst vor allem Nr. 15, aber gegen meine Erwartungen wurde der Puls zwar etwas langsamer , aber eben unregelmäßig, konnte bei Bewegung rasch wieder ansteigen, und das Befinden verbesserte sich nur wenig. Erst Nr. 16 sorgte dann für die weitere Regulierung und Beruhigung des Herzschlags. 

Um es kurz zu machen: Schließlich hatte ich raus, bei welchem Symptom mir welches Mittel hilft. Mein Allgemeinbefinden hat sich dank regelmäßiger Einnahme der genannten Nummern mittlerweile wieder wesentlich verbessert und wenn sich Symptome ankündigen, kann ich ihnen rechtzeitig und gezielt gegensteuern. Zusätzlich nehme ich inzwischen außerdem noch ein gewöhnliches Basenpräparat aus der Apotheke (das allerdings in dem Fall kein Kalium enthält); und nach genauerer Beobachtung, wann sich Symptome verschlechtern, habe ich erst einmal die Ernährung ein wenig umgestellt: keinen Zitronensaft (Zitronensäure), keine Äpfel (Obstsäuren), kein Sauerkraut, möglichst wenig Weißmehlprodukte etc. Seit dem ersten Anfall vom Frühjahr ist auch schon das tägliche Glas Milch gestrichen, das ich bereits vor längerer Zeit nicht richtig vertragen hatte (ob Kuhmilch gesund oder schädlich sei, darüber streiten sich die Gelehrten; möglicherweise ist es individuell auch unterschiedlich, ob man sie verträgt oder nicht). Dafür gibt es mehrere Lebensmittel, die Kalium natürlicherweise enthalten (z. B. Nüsse, viele Gemüsesorten, Kartoffeln, Bananen). Im Gegensatz zur Anfangszeit sind Spaziergänge mittlerweile auch sehr hilfreich geworden.

Allerdings machen sich Stress/Aufregung, zu spätes Schlafengehen, zu wenig trinken (besonders morgens) noch immer negativ bemerkbar, und meine Mittagsruhe brauche ich erst einmal noch weiterhin. Meine Hoffnung ist aber, dass auf längere Sicht, wenn die Mineralstoffspeicher wieder besser aufgefüllt sind, auch dabei wieder eine Normalisierung eintritt.

IV. Zu guter Letzt
Für Dich ist jetzt die entscheidende Frage, ob dies irgendwie auf Dich übertragbar ist; und die Antwort darauf kannst Du im Grunde nur selbst herausbekommen: Wie groß sind die Parallelen, was kommt als Auslöser bei Dir infrage? Was kannst Du bei Dir selbst beobachten? Du kannst Dich ja einmal mit Deinem Freund und Deiner Mutter in Ruhe beraten. Dabei kann und möchte ich Dich auch auf keinen Fall dazu überreden, Deine derzeitige Behandlung eigenmächtig zu ersetzen; diese Verantwortung kann ich gar nicht übernehmen! Aber vielleicht ist der Anstoß, auch mal in eine andere Richtung zu denken, ja hilfreich. Und vielleicht gibt es bei Dir auch einen guten Arzt, der sich sowohl in der Schulmedizin als auch in der Homöopathie so gut auskennt, dass er Dir noch einmal einen Rat geben kann. Wenn es bei Dir aber ein vergleichbares Problem sein sollte wie bei mir, dann sollte der Ursache auf jeden Fall noch einmal nachgegangen werden und dann lässt sie sich auch ohne Aufwand beheben (auch wenn es z. T. seine Zeit braucht). 

Jedenfalls wünsche ich Dir gute Besserung und hoffe, dass meine Erfahrungen Dir vielleicht ein wenig weiterhelfen. Du kannst natürlich auch gerne noch nachfragen, und es würde mich schon auch interessieren, wie es dabei mit Deiner Gesundheit weitergeht. 

Herzliche Grüße
Christian


Das ganze habe ich mir jetzt schon durchgelesen, aber ich denke ich muss es nochmals lesen und werde dann ggf. mal schauen.
Dir Christian auf jedenfall nochmal vielen vielen Dank. Gerne würde ich weiteres von dir hören wenn du noch Tipps, Ratschläge etc. für mich hast.
Auch nochmal einen Dank an Expedit

Speedy89
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Re: Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

Beitragvon Speedy89 » 14 Dez 2015, 23:49

@Baze
Ja das kann von heute auf Morgen einfach alles umwerfen.
Davor habe ich auch immer gesagt so schnell bringt mich nichts aus der Bahn aber nun wurde ich eines besseren belehrt.
Vielen Dank für die Genesungswünsche, eine Chance auf Heilung gibt es es kommt leider nur öfter vor, dass es irgendwann wieder anfängt.

Und nochmal an alle:
Ich wurde mehrmals gefragt warum machst du dazu einen Post auf?:
Diese Fragen möchte ich nun dann auch gerne beantworten.
In der heutigen Zeit werden Psychische Erkrakungen leider oft noch verschwiegen.
Warum ? Das Problem ist einfach, dass man oft nicht ernst genommen wird.
Es liegt einfach daran das man den Menschen nichts ansieht.
Hat jemand ein gebrochenes Bein, dann sieht man sehr deutlich das er auf Krücken läuft und ein Gips um sein Bein hat.
Bei einer Erkrakung wie bei mir sieht man leider nichts. Man sieht eventuell dass es mir mal nicht gut geht, da würde man dann aber eher mal sagen der hat Kopfschmerzen oder ist aufgeregt.
Wenn man dann mal eine Diagnose bekommen hat dann wird man automatisch danach im Internet suchen.
Dort findet man dann leider sehr viele Seiten von irgendwelchen Gurus die meinen nur das und das hilft.
Aber leider helfen oft deren Mittel auch nicht.
Ich möchte nicht sagen, dass deren Dinge die sie schreiben nichts bringen das kann ich mir nicht erlauben aber ich habe einiges versucht und es ist gescheitert.
Dazu ist es sehr wichtig sich auszutauschen bei so einer Erkrakung. Man hat ständig Symptome die einen verrückt machen bzw. sehr ängstlich machen können. Und wir reden hier nicht von Ich habe Rückschmerzen. Da kommen dann eher Sachen ich habe Stechen am Herzen, Schmerzen bis in die Arme, enge in der Brust.
Wenn man das alles bei Google eingibt dann kommt mit Sicherheit: Verdacht auf Herzinfarkt!
Und wenn ein Angstpatient dies liest dann ist eigentlich schon die Panik vorprogrammiert.
Deswegen ist es wichtig jemanden zu haben zum Austausch der einem immer wieder sagt: Es ist nur dein Kopf.
Es ist für aussenstehende sehr schwer zu verstehen warum solche Gedanken kommen und es werden auch nur sehr wenige nachvollziehen können.
Dennoch ist es mir persönlich wichtig die Menschen aufzuklären und denen mitzuteilen: Nimmt auch diese Menschen ernst. Es ist eine ernste Krankheit!
Vielen Dank!
MfG
Speedy

Speedy89
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Re: Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

Beitragvon Speedy89 » 19 Okt 2016, 10:26

Hallo zusammen,

leider gab es lange nichts mehr zu lesen von mir.
Da ich aber gerne an dem Thema dran bleiben möchte, damit sich keiner Verstecken muss mit dieser Krankheit hole ich den Post mal wieder aus dem Keller.

Mal kurz die Frage gestellt, wie es mir nun geht und was alles so passiert ist seid dem letzten Post.

Mir geht es durchwachsen. Ich habe immer noch sehr viele Panikattacken. Wenn ich gerade mal etwas ruhe habe, dann fordert mich die Depression heraus. Was wirklich nicht einfach ist aber ich muss es akzeptieren und damit leben bzw. lernen damit umzugehen.

Ich bin weiterhin in Therapie und werde es vorraussichtlich auch noch ca. ein halbes Jahr sein.
Dazu möchte ich anmerken, dass ich nur einmal die Woche Therapie habe und mein Therapeut selbstverstänlich auch mal Urlaub hat etc.
Dadurch streckt sich das natürlich alles sehr in die Länge.
Wie ich damals Angefangen habe mit der Therapie hatte ich gedacht, ach was das geht bestimmt schnell und dann bist du wieder richtig fit.

Leider hat sich schnell schon oft tod gelaufen.
Und schnell, schnell ist bei einer Psychischen Erkrankung auch einfach nicht drin.
Es brauch seine Zeit genau wie bei einem Beinbruch das zusammenwachsen.

Ich bin nun schon 1 1/2 Jahre Krank geschrieben. Und werde dies auch vorerst bleiben.
An arbeiten ist leider nicht zu denken. Ich bin so sehr mit mir selber beschäftigt das ich gar nicht wüsste wie ich überhaupt arbeiten gehen sollte.
Dazu kommt das ich mein normalen Alltag noch nicht mal strukturiert hinbekomme.
Druck von aussen und Stresssituationen erhöhen immer wieder den Pegel und dadurch kommen vermehrt Attacken zu stande.

Einige werden sich sicherlich un Fragen, warum ist das alles so wie es ist:

Darauf gibt es von mir natürlich eine Antwort.
Bei mir ist es so, ich möchte alles Perfekt machen.
Und sei es nur das Einkaufen...
Wenn ich beim Einkaufen etwas vergesse, dann denke ich da noch Tage drüber nach warum habe ich das nun vergessen ?
Früher habe ich es amgestempelt als: Ist halt so! Und damit ware das Thema erledigt.
Das kann ich heute nicht mehr. Warum ?
Ja wenn ich das genau wüsste, dann könnte ich wahrscheinlich vielen anderen Menschen helfen.

Inzwischen gibt es einiges orauf man schließen kann was meine Panikattacken ausgelöst haben.
Mein Therapeut geht davon aus, dass es auf Grund meiner Kindheit nun zu solchen Attacken gekommen ist.
Ich wurde früher von meinem Vater immer mal Geschlagen. Dann habe ich dazu noch sehr wenig Liebe von ihm erfahren.
Meine Mutter war da ganz das Gegenteil, von ihr habe ich sehr viel Lieben erfahren und sie war immer für mich da.
Dazu stritten meine Eltern sehr oft und letztendlich trennten sie sich.
Auch dies war wohl ein entscheindender Faktor in meinem Leben.
Dazu gab es die Situation, wo ich mich innerhalb 1 Minute entscheiden sollte wo ich wohnen wollen würde entweder bei meiner Mutter oder bei meinem Vater. Die Pistole hatte mir mein Vater auf die Brust gesetzt.
Da mein Vater viele Lügen über meine Mutter erzählte nach deren Trennung , ich meine Mutter mehrere Wochen nicht sehen durfte von meinem Vater aus ( seine Aussage meine Mutter würde mich nicht sehen wollen und meine Mutter hat nur schlechtes getan) entschied ich mich bei meinem Vater zu wohnen.

Jetzt einige Jahre später kann ich sagen es war die falsche Entscheidung.
Dann hatte ich eine nicht sehr einfach Schulzeit. Ich erlitt viel Mobbing und kassierte sehr viel Schläge von meinem Mitschülern immer auf dem Heimweg ein. Da ich nie der Typ war sich zu wehren lies ich alles so über mich ergehen.
Viel Ärger mit den Lehrern weil ich oft nicht mitgekommen bin im Unterricht und dadurch dann auch schlechte noten schrieb.
So wurde der Druck auf mich natürlich immer erhöht.
Letztendlich kam der Auslöser ja nun auf meiner letzten Arbeitsstelle bzw. wärend ich dort angestellt war.
Dort erging es mir ähnlich.
Dort gab es Mitarbeitergespräche, die ja in der Regel nicht weiter schlimm sind sie sollten einfach dazu dienen um einen selber zuzeigen, wo man steht.

Aber wenn einem der Vorgesetzte dann sagt: Sie sind Groß, sind breit und sie sind Angsteinflößend den Kunden gegenüber und man wirklich nur schlecht gemacht wird in so einem Gespräch dann reißt das natürlich alte Wunden auf.
Ich lachte eigentlich über seine Aussage, weil er mich so eingestellt hatte wie nun mal war.
Ich habe in der zeit nicht zugenommen, bin nicht gewachsen oder war/bin unfreundlich.
Selbst Mitarbeiter die im Betriebsrat arbeiteten mussten über so eine Aussage wirklich schmunzeln. Aber letztendlich konnte man nichts mehr dagegen machen weil ich alleine in dem Gespräch saß.
Dazu kamen noch einige weitere Vorfälle die es mir dort nicht einfacher machten.

Das alles könnte nun der Auslöser gewesen sein! Es kann, es muss nicht. Erfahren wird man es nie.
Es sind immer nur Vermutungen die dazu passen würden.

Aktuell ist es so, dass ich nun zum Arbeitsamt muss da ich kein Krankengeld mehr bekomme. Dies bekommt man nur eine bestimmte Zeit danach wird man ausgesteuert. Nun werde ich dann erstmal Arbeitslosengeld beziehen.
Nun muss also der Medizinische Dienst vom Arbeitsamt entscheiden mit Hilfe von Befunden, Berichte von Ärzten wie Arbeitsfähig ich sein werde bzw. bin.
Es kommt in der Regel noch zu einem Gespräch mit dem Arzt das er sich selber noch ein Bild von einem machen kann.
Da muss ich nun erstmal drauf warten.
Gleichzeitig muss ich aber auch Erwerbsminderungsrente beantragen, da es ja durch aus sein kann das ich gar nicht mehr Arbeitsfähig bin und dann in die Erwerbsunfähigkeit rutsche.
Das ist aber alles noch ein sehr langer Weg.
Wie man sieht, es ist nicht nur einfach: Ich habe nun einen gelben Zettel und ruhe mich aus.
Es sind viele Arztbesuche nötig, Therapiestunden, Behörendengänge etc.

Ich hoffe ich konnte euch etwas Einblick in diese Krankheit geben und vor allem auch was da alles dran hängt.
Solltet ihr selber unter so einer Erkrankung leiden, versteckt euch nicht!

Wie immer noch eine Aktuelle Stichpunktliste womit ich Probleme habe:
- Langes alleine sein Zuhause
- Krankenhausbesuche
-Ängste schwer Krank zu werden.
- Angst ins Krankenhaus zu müssen
- Angst vor/in großen Menschenmengen
- Angst zu Sterben
- Schlechten Schlaf mit teilweisen extremen Alpträumen
- sehr viel Unruhe
- Gedankenkreisen


Ich werde wieder nach einiger Zeit berichten. Fragen dürfen natürlich gerne gestellt werden :)

Re: Panikstörung, Depressionen, Agoraphobie

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