HIV & co. - ferne Geschichten oder nahe Wirklichkeit?

Hier könnt ihr euch über Gesundheitsthemen, Krankheiten und ihre Vorbeugung unterhalten.

Wieviele HIV positive kennt ihr persönlich?

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benni-cba
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HIV & co. - ferne Geschichten oder nahe Wirklichkeit?

Beitragvon benni-cba » 19 Jul 2015, 18:42

Mal eine kleine Umfrage - und vielleicht auch etwas zum Aufwachen an einige Träumer...

HIV & co - wie schätzt ihr denn euer Risiko ein?

Mittlerweile gehöre ich wohl auch zu den "alten Eisen" - früher war HIV für mich eine heimtückische Krankheit, von der man in Schule & Medien gehört hat, vor der gewarnt wurde und vor der man einen riesen Respekt hatte. Persönliche Berührungspunkte mit dem Thema gab es als Jugendlicher nie, außer vielleicht mal eine Geschichte in irgend einem Forum, von der man glaubte es wäre ein einzelnes, tragisches Schicksal.


Inzwischen sind fast 10 Jahre vergangen, in denen ich soziale und sexuelle Kontakte hatte. Zeit für ein kleines Résumé - wie ist denn der Stand heute?

- 2 meiner engeren Freunde sind HIV+ - beide waren um die 20 Jahre alt, als sie sich infiziert haben.
- insgesamt kenne ich persönlich ca. 10-15 Leute die HIV+ sind (und das sind nur die Menschen von denen ich es weiß, wenn man bedenkt dass man sowas ja niemanden auf die Nase bindet, wird die Zahl wohl deutlich höher sein)
- mittlerweile weiß ich von 7 Menschen, mit denen ich sexuellen Kontakt hatte, dass sie positiv sind
- von zirka der hälfte wusste ich vorher dass sie es sind, die andere hälfte verschwieg es und ich erführ es erst Monate bis Jahre später.
- mit einem davon hatte ich auch ungeschützten Sex (Ich war verknallt, kannte ihn schon seit 1-2 Jahren, vertraute ihm, und er versicherte mir gesund zu sein - dass er massive psychische Probleme hatte merkte ich erst danach ...)

Ich bin heute negativ. Aber mal ehrlich - das hätte auch anders ausgehen können...
Was ich hingegen immer wieder erstaunlich finde sind die Einstellungen einiger Menschen - hier mal ein paar Zitate die mir untergekommen sind:

- "Hier in Schweden haben wir nicht so ein Problem mit Aids, wieso sollte ich ein Gummi benutzten?"
- "Ach, ich wohn doch nicht in einer Großstadt. Sowas gibt's hier doch nicht."
- "Ich mag Sex halt ohne Gummi. Entweder ohne, oder gar nicht."
- "Und wenn es irgendwann mal so ist, dann ist es halt so. Aber JETZT will ich mein Leben genießen."

Lange Rede kurzer Sinn: Überdenkt euer Handeln, seid Vorsichtig - und auch die "große Liebe" kann sich später noch als psychopatisches Arschloch rausstellen.


PS: Der letzte "Landjunge" in meinem Bekanntenkreis der nach Berlin gezogen ist, hatte ein halbes Jahr nach dem Umzug übrigens Chlamydien, Tripper und Syphilis. :wink:

HIV & co. - ferne Geschichten oder nahe Wirklichkeit?

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timtom
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Re: HIV & co. - ferne Geschichten oder nahe Wirklichkeit?

Beitragvon timtom » 19 Jul 2015, 22:17

Ich kann mir in der Tat gut vorstellen, dass der Wohnort und der persönliche Umgang (Szeneaffinität, Frequenz der Sexualpartner) eine Menge damit zu tun hat, wie sehr man mit dem Thema konfrontiert wird.
Ich kenne z.B. bisher nicht eine Person die positiv auf HIV Antikörper getestet wurde.

Nichtsdestotrotz darf man, wie du im letzten Satz schon geschrieben hast, nicht vergessen, dass es noch andere Krankheiten gibt. In so fern ist safer Sex mit unbekannten Personen keine optionale Entscheidung.
Wenn man mit jemandem fest zusammen ist, gibt es meiner Meinung nach den Moment an dem man sich vertraut und auch über alles redet. Wenn man da nicht glaubt oder gar Misstrauen hat, dann braucht man über eine Beziehung nicht nachzudenken.

Klar gibt es dann noch die Möglichkeit, dass derjenige lügt oder es einfach nicht weiss.
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Re: HIV & co. - ferne Geschichten oder nahe Wirklichkeit?

Beitragvon TechBoy96 » 19 Jul 2015, 22:18

Ich finde solche Einstellungen wirklich bescheuert.
HIV ist eine traurige Wirklichkeit.
Das man selbst keine Infizierten Personen kennt, liegt wohl eher daran, dass viele unbewusst infiziert sind, oder es aus Angst vor Stigmatisierung nicht sagen.

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timtom
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Re: HIV & co. - ferne Geschichten oder nahe Wirklichkeit?

Beitragvon timtom » 19 Jul 2015, 22:41

Welche Einstellung genau findest du bescheuert - und warum?
The greatest enemy of freedom is a happy slave.

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Re: HIV & co. - ferne Geschichten oder nahe Wirklichkeit?

Beitragvon TechBoy96 » 19 Jul 2015, 23:17

timtom hat geschrieben:Welche Einstellung genau findest du bescheuert - und warum?


Solche hier:
benni-cba hat geschrieben:- "Hier in Schweden haben wir nicht so ein Problem mit Aids, wieso sollte ich ein Gummi benutzten?"
- "Ach, ich wohn doch nicht in einer Großstadt. Sowas gibt's hier doch nicht."
- "Ich mag Sex halt ohne Gummi. Entweder ohne, oder gar nicht."
- "Und wenn es irgendwann mal so ist, dann ist es halt so. Aber JETZT will ich mein Leben genießen."


Ich finde sowas einfach nur leichtsinnig und unverantwortlich.

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Re: HIV & co. - ferne Geschichten oder nahe Wirklichkeit?

Beitragvon YB2001 » 20 Jul 2015, 08:31

Das seh ich ganz genau so, wie TechBoy96!

Natürlich ist HIV nahe Wirklichkeit! Dauernd hört und oder liest man von AIDS - Todesfällen.
Ich persönlich glaube, wenn man mehr Aufklärung in der Schule rüberbingen würde, würde das auf jeden Fall was helfen!
Uns halten nur die Grenzen, die wir uns selbst setzen.

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Re: HIV & co. - ferne Geschichten oder nahe Wirklichkeit?

Beitragvon blowfish » 20 Jul 2015, 14:56

YB2001 hat geschrieben:Dauernd hört und oder liest man von AIDS - Todesfällen.
Ich glaube genau da liegt ein Irrtum. HIV und AIDS sind heute zumindest in Mitteleuropa nicht mehr unmittelbar mit Tod verknuepft.

Heute kann ein 25-Jähriger mit HIV-Infektion damit rechnen, noch durchschnittlich 32.5 Jahre zu leben. Rechnet man jene Patienten heraus, die auch an einer Hepatitis C leiden, liegt die restliche Lebenserwartung sogar bei 38.9 Jahren. Dies sind ungefähr 13 Jahre weniger, als die Normalbevölkerung. Damit haben HIV-Infizierte in etwa eine Lebenserwartung wie Diabetespatienten.
Quelle

Das soll die Gefahr nicht verharmlosen, im Gegenteil. Es fuehrt dazu dass HIV-Infizierte viel praesenter in unserer Gesellschaft sind und damit auch viel haeufiger und oefter als potentielle Sexparter in Frage kommen.
Bin ich schwul? 83% der Menschen, die diese Frage stellen, sind schwul. Hast du dich vorher extra in einem schwulen Forum angemeldet, beträgt die Wahrscheinlichkeit sogar 97%.

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Re: HIV & co. - ferne Geschichten oder nahe Wirklichkeit?

Beitragvon Azazel » 21 Jul 2015, 14:55

Das man selbst keine Infizierten Personen kennt, liegt wohl eher daran, dass viele unbewusst infiziert sind, oder es aus Angst vor Stigmatisierung nicht sagen.


vielleicht sind die Personen,die man kennt, auch einfach nicht dämlich oder leichtsinnig?
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Re: HIV & co. - ferne Geschichten oder nahe Wirklichkeit?

Beitragvon Akil » 21 Jul 2015, 15:20

Azazel hat geschrieben:
Das man selbst keine Infizierten Personen kennt, liegt wohl eher daran, dass viele unbewusst infiziert sind, oder es aus Angst vor Stigmatisierung nicht sagen.


vielleicht sind die Personen,die man kennt, auch einfach nicht dämlich oder leichtsinnig?


Entschuldige mal, nicht jeder HIV Träger ist gleich dumm und leichtsinnig. Anstecken kann man sich schon als Kind, oder wie oben schon beschrieben, weil das Vertrauen in jemanden gebrochen wird. Dasmag nicht die Mehrheit sein, gegen solche Vorurteile bin ich trotzdem :P
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Re: HIV & co. - ferne Geschichten oder nahe Wirklichkeit?

Beitragvon Azazel » 21 Jul 2015, 16:00

weil das Vertrauen in jemanden gebrochen wird


Wenn man zu leicht vertraut ist man leichtsinnig~
Anstecken kann man sich schon als Kind

nur höchstwarscheinlich nicht durch Sex~
"Sie mögen 'Gott ist groß' rufen, aber tatsächlich wird er jedesmal ein bisschen kleiner, wenn sich jemand in seinem Namen in die Luft sprengt."

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Re: HIV & co. - ferne Geschichten oder nahe Wirklichkeit?

Beitragvon Akil » 21 Jul 2015, 16:33

Azazel hat geschrieben:Wenn man zu leicht vertraut ist man leichtsinnig~
Schön, dass du entscheidest, dass Vertrauen im allgemeinen leichtsinnig ist. Ich sage ja nicht, dass es nicht viele leichtsinnige Damen und Herren gibt, die sich einfach so auf ein "ne, hab kein HIV, was ist das überhaupt" ihres ONS verlassen haben. Aber es gibt eben auch die Fälle, in denen der Partner sich letztendlich erst sehr spät als riesen Arschloch rausstellt.

Azazel hat geschrieben:nur höchstwarscheinlich nicht durch Sex~

Eben.
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Re: HIV & co. - ferne Geschichten oder nahe Wirklichkeit?

Beitragvon Azazel » 21 Jul 2015, 16:44

Schön, dass du entscheidest, dass Vertrauen im allgemeinen leichtsinnig ist.

Das habe ich nie gesagt.
"Sie mögen 'Gott ist groß' rufen, aber tatsächlich wird er jedesmal ein bisschen kleiner, wenn sich jemand in seinem Namen in die Luft sprengt."

Re: HIV & co. - ferne Geschichten oder nahe Wirklichkeit?

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