Angststörung

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nademaro
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Re: Angststörung

Beitragvon nademaro » 26 Jan 2014, 22:37

Ich bin derzeit im ambulanten Dienst in der Psychiatrie im Klinikum..
Das ist schon krass für mich..wie ist es dann wenn ich ganz drinnen bin..
Und ich kann das auch nicht gegen über meiner Familie machen
Da würde ich mir zu tiefst schämen..
Meine mom ist die einzige die es weiß auch meiner Familie..
ich fress papier und kotz konfetti

Re: Angststörung

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Turlough
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Re: Angststörung

Beitragvon Turlough » 27 Jan 2014, 06:16

Hey nademaro,

zum Umgang mit Angststörungen gibt es viele verschiedene Wege. Ich denke, am Besten gehen "Außenstehende" damit um, indem sie Hilfe anbieten im Sinne von für dich da sein, wenn du sie brauchst und dich dabei unterstützen, auch professionelle Beratung annehmen zu können. Darüber hinaus würde ich meine Verhaltensweise aber dann dir gegenüber oder der entsprechenden Person nicht großartig ändern und vor allem nicht dauernd auf die Angststörung hindeuten oder sie dir immer wieder bewusst machen.

Teito, aus deinen Schilderungen lese ich am ehesten einen psychoanalytischen Ansatz heraus sowie konfrontative Pädagogik. Beides lehne ich ab und vertrete mehr den lösungsorientierten Weg. Was bringt es denn der betroffenen Person, wenn sie den Auslöser kennt? Das muss nicht zwangsläufig auch heißen, dass die Situation dadurch besser wird. Zudem kann es sehr schwierig sein, einen konkreten Auslöser zu finden, da eine Vielzahl von Eindrücken und Einflüssen auf den Menschen einwirken.
Weiterhin müsste man die Person andauernd mit ihrem Problem "Angststörung" konfrontieren, weil man schließlich häufig darüber redet, wenn man auf der Suche nach dem Auslöser ist. Je mehr man über ein Problem redet, desto mehr aktiviert sich selbiges und manifestiert sich bei der betroffenen Person (Manfred Spitzer). Wenn das Bewusstsein seine Aufmerksamkeit auf Defizite fokussiert, gibt der Organismus entsprechende Gefühle dazu. Also zieht man die Person immer weiter ins Negative hinein. Eine direkte Konfrontation mit dem Problem an sich, kann für die betroffene Person sehr unangenehm sein und an nademaros Kommentaren dazu wird an dieser Stelle auch deutlich, dass es die Ängste nur noch mehr herausfordert und außerdem eine Überforderung mit der Situation dazukommt.

Bei der Lösungsorientierung konzentriert man sich nicht auf das Problem aus oben genannten Gründen. Vielmehr setzt man den Fokus darauf, wie man die aktuelle Situation verbessern kann und die Person es schafft, damit umzugehen. Es werden also Ziele formuliert, die nach und nach erreicht werden sollen und man wirft den Blick auf die Ressourcen der Person. Die Aufmerksamkeit liegt dabei also nicht beim Defizit, sondern bei den Fähigkeiten.

Laut dem Hirnforscher Joseph LeDoux können neuronale Netzwerke, die pathologische Angstreaktionen repräsentieren, nicht gelöscht werden sondern nur durch alternative, adaptivere Netzwerke überschrieben. Das unterstützt noch einmal die Lösungsorientierung, es bringt also nicht viel, Angstzustände aus der Welt schaffen zu wollen, sondern vielmehr sinnvoll ist es, der betroffenen Person Handlungsalternativen aufzuzeigen, damit sie durch ebendiese Zustände nicht mehr eingeschränkt ist.

Grundsätzlich würde ich, wenn möglich, eine ambulante Therapie immer der stationären vorziehen.

LG
"If you love two people at the same time choose the second one. Because if you really loved the first one you wouldn't have fallen for the second." (Johnny Depp)

MegaOli
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Mein Senf

Beitragvon MegaOli » 27 Jan 2014, 19:35

Bis jetzt bin ich noch keinem mit solch einer Angststörung begegnet, aber ich würde sollche Leute ganz normal behandeln, damit sie Mut fassen können.

Gruß Oli
It's a very nice day today heute! 8) :D

3ste4siche
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Re: Angststörung

Beitragvon 3ste4siche » 27 Jan 2014, 23:43

Wenn dir eine stationäre Behandlung nicht vorgeschlagen wurde, dann scheint das ja zu bedeuten, dass man nicht glaubt, dass sie notwendig ist. Vielleicht hilft es dir auch wenn du die für die Heilung begünstigenden Faktoren und Risikofaktoren anschaust und dann versuchst zusätzlich zur eigentlichen Therapie die nicht begünstigenden Faktoren zu minimieren und die begünstigenden zu maximieren. Bei ganz vielen Sachen ist z.B. Sport ganz gut. Das kann auch helfen Stress abzubauen, welcher ja auch Ursache und/oder Begleiterscheinung(definitiv^^) von Angst ist.

lG

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nademaro
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Re: Angststörung

Beitragvon nademaro » 28 Jan 2014, 00:53

Hey Turlough
Was du immer schreibst hat Hand und Fuß..
Ich Versuch schon den ganzen Tag schon was dazu zu sagen aber es geht nicht
Da sperrt sich zurzeit mein Kopf total
"Außenstehende" mmhh naja..ich seh mich sehr schnell als Loser der nichts auf die Reihe bekommt
Deshalb vermeide ich das andere es mitbekommen.
Es gibt welche die machen mir Druck, dann gibt es welche da hab ich das Gefühl von Mitleid
Und dann gibt es welche denn ist es egal ob ich nicht normal bin

Ich bin derzeit einfach verwirrt, ich weiß nicht so recht was ich machen soll
Und wenn ich mich mit dem Thema beschäftige bekomm ich Panik, Angst und Stress
Es fällt mir schwer die passende Worte zu finden
Ich bin oft Zwiegestalten so wie jetzt die. Die eine Seite will und die eine Seite will nicht

Welche Lösung oder was noch kommt stell ich in 3 Wochen fest beim nächsten Termin

@3ste4siche: ich bin letzen Sommer sehr viel Fahrrad gefahren hat mir auch schon geholfen
Aber spätestens wenn ich in einer Situation war war ich wieder am Anfang..
Und kaum hab ich aufgehört weil das Wetter schlechter geworden ist ging die Sache von vorne los..

Ich entschuldige mich wieder für mein Geschreibe
Anders kann ich mich irgendwie nicht ausdrücken..
ich fress papier und kotz konfetti

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Re: Angststörung

Beitragvon blub89 » 28 Jan 2014, 21:20

Hey,

eine stationäre Therapie würde dann Sinn machen, wenn du entweder durch dein Umfeld stark belastet bist oder akute Eigen- oder Fremdgefährdung besteht. Beides seh ich bei dir nicht gegeben. Da du offenbar schon ziemlich lange damit kämpfst wird auch eine deutliche Besserung der Symptomatik viel Zeit brauchen. Die medikamentöse Behandlung ist da schon ein guter Schritt - bei wie viel mg Fluoxetin bist du jetzt? Treten bei dir (starke) Nebenwirkungen auf?
Nichtsdestotrotz sollte man bis zu einem gewissen Grad schon die Auslöser kennen, um das Ganze anschließend auf eine rationalere Ebene zu bringen - dass man eben nicht durch die Angst gesteuert ist, sondern man selbst die Kontrolle behält; im Sinne einer kognitiven Verhaltenstherapie, die dir vermutlich auch vorgeschlagen werden wird.
Wie bei vielen anderen Erkrankungen auch, ist Sport auch in diesem Fall hilfreich. Such da etwas, was zu dir passt ;)

Du musst dich übrigens nicht für dein Geschreibe entschuldigen...


VIele Grüße
Überzeugungen sind größere Feinde der Wahrheit als Lügen F. Nietzsche

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Re: Angststörung

Beitragvon nademaro » 28 Jan 2014, 21:43

Hey blub
Ich hab jetzt eine Woche 10mg genommen ab morgen 20mg und nächste Woche 30mg
Mein Arzt denkt ich bräuchte bestimmt 40mg.
Am 19.02 hab ich wieder einen Termin da wird dann weiter entschieden..
Nebenwirkungen?! Keine Ahnung..aber es ist anstrengender als ohne
Ich bin ruhiger gleichzeitig aber aufgekratzt..kann mich nicht mehr richtig konzentrieren..
Manchmal das Gefühl durch zudrehen weil ich nicht richtig denken kann
Ist wie ne Blockade im Kopf das merk ich richtig das da nicht weiter geht..

Doch muss ich..sonst fühl ich mich schlecht, weils mich halt selber nervt das es nicht richtig geht
ich fress papier und kotz konfetti

Laika
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Re: Angststörung

Beitragvon Laika » 29 Jan 2014, 01:15

Hallo nademaro,

das Problem bei pathologischen Ängsten ist, dass sie in den meisten Fällen selbst nur Ausdruck einer tieferliegenden Störung sind. Eine verhaltenstherapeutische/medikamentöse Behandlung kann zwar den Leidensdruck mindern, langfristig löst man so aber oft nur die Symptomatik und nicht die zugrundeliegende Störung. Die ist meist tief in der Kindheit verwurzelt, ohne dass einem das bewusst sein muss, und bricht dann irgendwann durch akute Anlässe im Jugend- oder Erwachsenenalter aus. Bei Angststörungen ist das z.B. häufig der Verlust einer nahestehenden Person.

Darf ich fragen, was für eine Betreuung du in der Psychiatrie bekommst? (Wie oft triffst du dich zum Gespräch, worum geht es?)

Bei so schweren psychischen Problemen kann oft ein analytisches Therapieverfahren (Psychoanalyse) helfen. In der Regel trifft man sich da drei Mal in der Woche mit einem Therapeuten und bespricht gemeinsam aktuelle, vergangene und vor allem unbewusste Konflikte. Pathologische Gefühle von Angst, Verlassenheit, Schuld usw. entstehen durch schlechte Beziehungserfahrungen und durchdringen mit der Zeit sämtliche zwischenmenschliche Kontakte. Deshalb können sie eigentlich auch nur in einer "korrigierenden" Beziehungserfahrung mit einem Therapeuten wieder gelöst werden. Analytische Verfahren sind letzten Endes persönlichkeitsstabilisierend und schulen nicht auf den Umgang mit konkreten Symptomen. Dabei besteht nämlich auch das Problem, dass Symptome veränderbar sind und sich verschieben können, wenn die Grundstörung nicht behandelt wird. So gleiten Angstneurotiker z.B. oft unmittelbar in Zwangsstörungen oder Depressionen ab, nachdem die Ängste erfolgreich behandelt wurden.

Wenn du dich über dieses oder im Allgemeinen über therapeutische Verfahren informieren möchtest, kannst du bestimmt auch deinen Psychiater einmal ansprechen.

Noch zu deiner Frage: Ich denke, die meisten Menschen nehmen Ängste anderer nicht negativ auf und versuchen, rücksichtsvoll damit umzugehen. Was ist auch schlimm daran, wenn du Angst hast?


Viele Grüße
Laika

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Re: Angststörung

Beitragvon nademaro » 29 Jan 2014, 01:45

Hey laika

Im Moment besteht keine Betreuung..hab in 3 Wochen wieder ein Gespräch, wie ich mit dem Medikamenten klar komme
Sonst weiß ich nichts..

Information einzuholen ist schwer für mich..mich überfordert es wenn ich lange darüber spreche..
Auch jetzt wieder..

Für mich ist das sehr schlimm..
Wenn es andere nicht so sehen, ich fühl mich als Loser,
Ich schäme mich
ich fress papier und kotz konfetti

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Re: Angststörung

Beitragvon Laika » 29 Jan 2014, 23:44

Hey nademaro,

du brauchst dich für nichts zu schämen. Du kannst schließlich nichts für die Störung und du bist dadurch kein schlechterer Mensch als jeder andere auch. Jeder hat seine Schwächen und muss lernen, im Laufe seines Lebens damit umzugehen. Ich denke, du kannst stolz auf dich sein, dass du dich vorwärts bewegst und dir trotz der Hemmungen aktiv Hilfe suchst.

In meinen Augen wäre es in deiner Situation einfach wichtig, dass du dir auch therapeutische Unterstützung besorgst. Im Internet kann man z.B. leicht nach Therapeuten suchen und am Telefon über die Therapiemöglichkeiten sprechen.

Du musst dich ja nicht mit dem Thema überfordern. Immerhin kannst du bestimmen, wann und wie lange du dich damit beschäftigen willst.

Viele Grüße
Laika

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Re: Angststörung

Beitragvon nademaro » 30 Jan 2014, 00:14

Hey laika
Ich weiß das ich mich nicht schämen brauche das sag ich mir ja auch immer wieder aber naja ist halt so..ich bin auch stolz auf mich das ich das geschafft hab
Kleine Schritte heißt das Zauberwort :)

Danke das ihr mir so Mut macht..
Wenn was neues gibt oder ich einfach mal was los werden will
Dann mach ich das hier..
ich fress papier und kotz konfetti

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Re: Angststörung

Beitragvon scooterpro96 » 10 Dez 2014, 22:55

Hey leute ...
ich 18 jahre jung
habe meine panikstörung seit ich 16 jahre alt bin ...
ich möchte mit dem autor des Themas meine Erfahrungen teilen :)
Zuvor bitte entschuldigt meine Rechtschreibung :D
also ...
Wo Fang ich da am besten an ...
Es fing alles an mit meinem 16ten Geburtstag
ich und meine Bruder wollten und denn neuen (devil inside) anschauen was wir auch gemacht haben am ende hatte ich mega Panik ich wusste nicht genau wo vor warum oder wiso (ich hab bei solchen Horrorfilme immer gelacht weil alles gestellt war/ist aber nicht bei dem) er hat mein komplettes leben auf denn kopf gestellt ...
ich hatte plötzlich angst raus zugehen mich im haus zu bewegen ( ich bin so gut wie immer im meinen geblieben ) ich hatte angst beobachtet zu werden nach ein paar tagen wüsste ich es ich hatte Angst vor dem Film ich hatte angst besessen von einem demon zu sein es fällt mir heute noch schwer uber die zeit zu reden ...
Ich war fast 1 jahr untätig habe gedacht es geht vorbei das alles nicht so schlimm sei ich habe es aber nie ganz verkraftet ich hatte immer wieder starke Panikattacken was mir sehr hilfreich dabei war es aus zuhalten waren gebetet ich bin heute immer noch aufs unendliche Jesus unserem herren dafür dankbar das er mich nie alleine mit dem allen gelassen hat er war immer da und ganz besonders dann wenn es mal wieder am schlimmsten war... naxh diesem einen jahr voller Panik hab ich mich für eine geschlossene Psychiatrie entschieden ... ich hab es dort 2 Wochen ausgehalten dann hab ich mich emtlassen lassen ich konnte es nicht aushalten so eingespert zu sein ... nach 3 weiteren Qual vollen Monaten bekam ich dann endlich ein platz im Haus Vogt
hier hab ich alles auf die reihe bekommen meine Psyche meine Schule und mein leben generell es hat mir unheimlich geholfen ich kann es nur jedem empfehlen
Ich war dort 3 Monate und mache jetzt gerade eins ambulante Behandlung die mir wahnsinnig viel halt gibt
das haus Vogt hab ich von Anfang Oktober bis Anfang Dezember
Ja das war ein ganz kleiner Ausschnitt von damals bis jetzt und ich will dir mit teilen such dir Hilfe rede mit jemanden darüber jemanden aus deinem Umfeld (privat)
Und lass dir helfen denn nur das hilft dir so habe ich meine Erfahrungen gemacht...
also viel Glück und Erfolg


Deine psychische Erkrankungen wird man nie los man lernt bloß wie man damit umgeht ...

Re: Angststörung

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