Angst vorm Alleinsein

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MiaCherry
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Angst vorm Alleinsein

Beitragvon MiaCherry » 23 Nov 2014, 19:21

Hallo zusammen,

ich stecke grade in so einer Sache drin, die meiner Meinung nach langsam nicht mehr gesund ist. Das Problem ist nur, ich weiss nicht einmal was das eigentlich genau ist. Ich hab mir beim Threadtitel schon schwergetan.
Aber von vorne: Ich hab momentan einen ziemlich wirren und doch geregelten Wochenablauf. Mit Struktur hat das ganze wenig zu tun, aber ich komm klar. Ich bin unter der Woche jeden Tag unterwegs, ich stehe morgens auf (zwar niemals ohne vor-kaffeeliches Gezeter, aber ich steh auf) und geh abends ins Bett, schlafe ein paar wenige Stunden und muss schon wieder raus. Ich arbeite hart für die Uni (ich bin wohl sowas wie ein Streber, aber ohne das Geschleime, ich tu einfach nur freiwillig aus eigenem Interesse raus sehr viel :P ), sehr viel härter als ich sollte vielleicht. Unterricht hab ich eh meistens bis abends, danach bin ich zwar kaputt, aber um mich zu entspannen geh ich leider nicht wie normale Menschen ins Bett, sondern in die nächste Kneipe, zu irgendwem nach Hause, scheissegal, hauptsache Leute um mich rum. Jetzt hab ich das Glück, dass ich ein ebenso grosses wie wundervolles soziales Umfeld hab, Menschen, die für mich da sind und sich um mich kümmern. Und eben auch nach der Vorlesung noch irgendwohin mitgehen, weil ich keine Lust auf allein sein hab.

Und das ist das Hauptproblem. Ich kann einfach nicht alleine sein. Aber auf der anderen Seite treibt mich dieser Lebensstil, den ich momentan habe, in die totale Erschöpfung. Meistens ist das ne Sonntags-Sache. Sonntags sind alle weg, verkatert, sonstwas, jedenfalls steht erfahrungsgemäss kaum jemand vor der Tür. Dann bin ich allein, was zumindest ein paar Stunden lang okay ist, aber nach wenigen Stunden wirds schon wieder grenzwertig. Ich steh dann nicht auf, bin den ganzen Tag in Jogginganzug oder ähnlichen stilistischen Verbrechen unterwegs und beweg mich maximal bis zum Kühlschrank. Ich guck irgendwelche Filme und Serien und langweile mich dabei zu Tode. Ich würd gern was für die Uni tun, aber an solchen Tagen schaff ichs einfach nicht. Ich vermisse die Leute um mich rum.

Ich könnte eigentlich immer jemanden anrufen, irgendwer hat immer irgendwie kurz Zeit für nen Kaffee oder so, aber in dieser Stimmung will ich meinen Leuten dann echt nicht zur Last fallen. Die haben alle eigene Probleme. Und auch wenn wir uns natürlich gegenseitig helfen so gut es geht, ist es doch irgendwo ein stilles Übereinkommen, dass wir uns gegenseitig nicht allzusehr belasten - wir wissen alle, dass die anderen auch wegen irgendwas fertig sind.

Wenn ich alle Menschen zusammenrechne, mit denen ich regelmässig persönlichen (freundschaftlichen) Kontakt habe, komme ich auf über 30 Leute, und jeder einzelne von denen hat in irgendeiner Form auf irgendeine Art einen seelischen Totalschaden. Wir wissen das alle, mit manchen reden wir darüber, mit anderen lenken wir uns einfach nur ab, aber dass wir alle nen Sprung in der Schüssel haben ist uns klar. Deswegen kann ich nicht andauernd ankommen. In letzter Zeit ist es so heftig gewesen, dass ich sogar oft mal eingeknickt bin wenn wir unterwegs waren. Dann will ich nach Hause, schaffs aber nicht, weil ich da ja wieder allein wäre. Und das endet dann damit dass irgendeine arme Sau die grade verfügbar ist und doof genug herzukommen ("Mensch Mia, was ist denn los mit dir heut, du bist so blass/wirkst so fertig/bist gar nicht du selbst, kann ich dir helfen?") meinen kompletten Seelenmüll abkriegt. Dann schnapp ich mir denjenigen, wir verziehen uns irgendwo hin, ich heul mich aus und lass mich drücken und all diesen Aufmerksamkeitskram. Meistens heult sich die betreffende Person dann direkt auch noch bei mir aus und dann geht das ganze wieder von vorne los. Und dann geht man zurück zu den anderen, hört sich ein paar dumme Sprüche an (je nachdem mit wem ich weg war von "ihr seid ja auch echt unzertrennlich" bis hin zu "ohaaaa, wo wart IHR denn jetzt so lange?! Müssen wir da was wissen? *dreckiges Grinsen*") und dann ist alles wieder wie gehabt. Danach dann natürlich das schlechte Gewissen, ich hab zuviel gesagt, war zu ehrlich, hab genervt, kann der betreffenden Person ein paar Tage lang nicht mehr in die Augen sehen, uswusf. Und die anderen reden natürlich. Auch wenn andere, nicht in diese persönlichen Gespräche involvierte Personen nachfragen, die Jungs und Mädels wollen nichts mitkriegen, zumindest nicht in diesen Momenten, die wollen von ihrem eigenem Scheiss abgelenkt werden. Die wollen Sprüche reissen und tratschen. Wir sind schliesslich Freunde, keine Selbsthilfegruppe.

Und dann schliesst sich der Kreis wieder, an diesen beschissenen Tagen, wo nichts los ist. Ich hab wieder keinen Grund zum Aufstehen, also tu ichs nicht. Ein paar liebe Worte oder eine feste Umarmung wären ein Grund zum Aufstehen, aber ich will nicht nerven. Wenns besonders arg ist, gibts diese Telefonkonversationen, wie "Miaschatz, ich hab den absoluten Todeskater und bin total fertig, wenns wirklich wichtig ist komm ich natürlich, aber wenns weiter nix ist, würd ich gern auch mal einen Tag lang aussetzen - das würde dir doch auch mal guttun, du kannst nicht 7 Tage die Woche Party machen!" und weil ich so ne gute Freundin bin, sag ich dann, "Nein nein, ist nicht wichtig, ich wollt nur nen Kaffee trinken, sonst nix", und bin dann entmutigt und ruf niemand anders mehr an.

Statistisch gesehen hab ich 6 Tage die Woche alles im Griff, ich bin gut in dem was ich tu, ich hab ne Menge soziale Kontakte, ich hab viel Spass und kann mich selbst beschäftigen und von anderen beschäftigen lassen. Aber am 7. Tag ist alles scheisse, ich bin erschöpft, schaff es nicht mal aufzustehen, fühl mich beschissen. Ich kann nicht lesen, basteln, sonstwas, nicht mal Musik machen. Geschweige denn meinen Haushalt führen. Ich komm an Tagen, an denen ich keinen einzigen Menschen zu Gesicht kriege, einfach nicht klar. Dieses Alleinsein bringt mich um, selbst wenn ich weiss dass es am nächsten Tag anders sein wird und wieder Leute da sein werden. Aber andererseits bin ich so erschöpft und kaputt und müde, dass ich mich meistens nicht mal aufraffen kann, irgendwen anzurufen. Diese Tage sind einfach nur verlorene, verplemperte Lebenszeit.

Klar ist das irgendwo meckern auf hohem Niveau, wenn ich mir Menschen mit ernsthaften Depressionen oder sowas oder mich selbst vor wenigen Jahren anschau, gehts mir vergleichsweise wirklich super. Und meistens tuts das ja generell. Aber diese panische Angst davor, allein zu sein, irgendwo nicht dabei zu sein und dann irgendwann einfach vergessen zu werden macht mir momentan wirklich extrem zu schaffen. Dieses hin und her haut mich total durcheinander.

Kann mir irgendwer etwas über solche Zustände sagen? Kennt das jemand? Wie macht man das weg? Ich weiss langsam echt nicht mehr was ich tun soll... Ich bin dankbar für jede Antwort, scheisst mich von mir aus zusammen (tut zur Zeit eh jeder ^^), sagt mir was ihr bei sowas macht, egal, ich will einfach nur irgendwie rausfinden was los ist.

Grüsse, Mia
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Re: Angst vorm Alleinsein

Beitragvon HollowMan » 23 Nov 2014, 19:48

Meckern auf hohem niveau gibt es nicht! :P
auch wenn verschiedenen probleme von verschiedenen menschen in relation gesetzt werden können, heist das nicht das der mit dem kleineren problem darunter weniger stark leidet.

Gesund ist deine situation ganz gewiss nicht. Es scheint probleme in deinem leben zu geben vor denen du dich verstecken willst, 6 tage die woche klappt das super, nur wenn du und dein problem alleine in einem raum sind wirds eng.
Dieses konstante weglaufen kostet eine menge kraft und führt am ende dazu das du vor deinem problem kollabierst.

Mein tipp an dich ist, unter deinen freunden die zu suchen, die für dich eine selbsthilfegruppe sind, auch wenn sie selbst probleme haben.
Jeder mensch hat probleme, aber man kann sich auch gegenseitig aus seinen löchern zerren, damit ist allen geholfen, auch wen irgend wer den ersten schritt machen muss.

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Re: Angst vorm Alleinsein

Beitragvon gutgelaunt » 23 Nov 2014, 21:26

MiaCherry hat geschrieben:scheisst mich von mir aus zusammen

Blödsinn. Wieso sollte man dich zusammenscheißen? Du hast eine normale Frage gestellt und darauf kannst du doch auch eine normale Antwort erwarten, oder? Ich denke so viel sollte auf jeden Fall drin sein ;).

Also allein sein kann ich auch nicht gut. Ich brauch dann irgendwelche Kontakte und Leute um mich. Ich bin zur Zeit noch daheim und hab hier auch so mein Umfeld. Bin nebenher vorm (hoffentlich) kommenden Studium noch am Arbeiten und konnte das Wochenende wegen Dienst nicht mal richtig unter Leute. Das hat mich dann auch leicht depressiv gemacht, obwohl ich an der Arbeit mit sehr sehr vielen verschiedenen Menschen zu tun habe.

Du studierst also zur Zeit und bist in einer eigenen Wohnung und wohnst dort allein oder wie? Hast du schonmal daran gedacht evtl. in eine WG zu ziehen und mit mehreren Leuten den Tag zu gestalten. Es könnte eventuell helfen, wenn man daheim Leute um sich hat, mit denen man sich gut versteht und den Abend gemütlich ausklingen lassen kann. Das verhindert auch Stress, den man sich macht, wenn man zu oft unterwegs ist. Es ist zwar mit höherem logistischem Aufwand verbunden (Umzug usw.), aber so bist du nicht allein. Und ganz davon abgesehen ist so die Wohnung auch besser bezahlbar. Als Student man ist man in der Regel etwas knapp bei Kasse, es sei denn man studiert bei der Bundeswehr. Dann hat man Geld zum Sch.....

Was machst du denn so, wenn du Leute um dich hast? Unternimmst du mit ihnen in der Regel was und brauchst einfach Ablenkung vom Stress, magst du das Zusammensein und möchte die Kontakte pflegen oder brauchst du einfach nur mal jemand zum Reden, wenn es dir nicht gut geht und du Probleme hast? Es wirkt bei dir so ein wenig wie ein Zwang, bei dem du dich mit Freunden treffen musst, damit es dir gut geht. Und das so, dass du das so oft machst, dass du dir damit gewaltig Stress machst und du dich ein wenig übernimmst. Studieren ist ja schon anstrengend genug, wenn man gut sein will (hab ich gehört :D). Und dann ist nebenher die Zeit sehr knapp. Was nimmst du denn für dich aus den Treffen mit? Was tut dir daran besonders gut und kannst du das auch haben, wenn du mit jemandem zusammenwohnst und nichts allein bist oder wohnt schon jemand bei dir?

MiaCherry hat geschrieben: dass wir alle nen Sprung in der Schüssel haben

Das macht gar nichts. Hat das nicht jeder irgendwo? Das gehört zum Menschsein dazu, dass man einen ordentlichen Sprung in der Schüssel hat. Das macht das Leben interessanter.
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Re: Angst vorm Alleinsein

Beitragvon MiaCherry » 24 Nov 2014, 00:15

Erstmal vielen Dank für die schnellen Antworten! :)

HollowMan hat geschrieben:Es scheint probleme in deinem leben zu geben vor denen du dich verstecken willst, 6 tage die woche klappt das super, nur wenn du und dein problem alleine in einem raum sind wirds eng.
Dieses konstante weglaufen kostet eine menge kraft und führt am ende dazu das du vor deinem problem kollabierst.


Hmm, so hab ich das noch nicht gesehen... es macht aber Sinn, weglaufen war schon immer meine Stärke *hust*. An meinem absoluten Weglauf-Höhepunkt bin ich ohne irgendwelche Perspektiven in eine fremde Stadt gezogen. ^^ Aber ich wüsste momentan nicht was konkret das Problem ist. Ich hab gerade eben kein "dominantes" Problem (ausser halt das was ich geschildert hab). Die Zeiten sind eigentlich vorbei.

HollowMan hat geschrieben:Mein tipp an dich ist, unter deinen freunden die zu suchen, die für dich eine selbsthilfegruppe sind, auch wenn sie selbst probleme haben.
Jeder mensch hat probleme, aber man kann sich auch gegenseitig aus seinen löchern zerren, damit ist allen geholfen, auch wen irgend wer den ersten schritt machen muss.

Das hab ich bereits. Es gibt da Leute denen ich richtig vertraue. Das Problem ist nur, ich weiss nicht wieviel ich denen zumuten kann. Das sind dann eben doch nur noch so an die 10 Leute und entsprechenderweise verteilt sich das dann weniger stark. Zumal das auch diejenigen sind die a) selber den grössten Trouble haben und b) denen ich auch wichtig bin. Was natürlich voll super ist, aber dann zu so Situationen führt wo ich die Leute nicht belasten will, weil die sich bloss zu viele Sorgen machen. Vor nem Jahr bin ich mal zusammengeklappt (körperlich, hatte mir irgendwas eingefangen) und ins Krankenhaus eingeliefert worden und meine engsten Freunde waren total süss und alles. Aber Monate später hab ich erfahren dass die im Krankenhaus wohl mega Stress gemacht haben müssen (ich durfte da keinen Besuch kriegen) und eine bei der Nachricht heulend zusammengebrochen ist. Ich hab diese Menschen so lieb, ich will nicht dass die wegen mir leiden.

gutgelaunt hat geschrieben:Wieso sollte man dich zusammenscheißen?


Ach, war bloss doof dahergeredet (hab ja wieder meine Sonntagslaune heut ^^). Bei manchen scheint das grade Volkssport zu sein :-? Durfte mir letztens von ein paar Leuten ordentlich was anhören, unter anderem weil ich mich ihnen nicht so anvertrau wie sies anscheinend gern hätten.

gutgelaunt hat geschrieben:Du studierst also zur Zeit und bist in einer eigenen Wohnung und wohnst dort allein oder wie?


Richtig. Ich wohne allerdings bereits in ner WG, mit jemandem der das ähnlich hält wie ich. Ausserdem find ichs schwierig wenn man zusammenwohnt und dann immer aufeinander hockt, da geht man sich doch im Laufe der Zeit so extrem aufn Zeiger...

gutgelaunt hat geschrieben:Was machst du denn so, wenn du Leute um dich hast? Unternimmst du mit ihnen in der Regel was und brauchst einfach Ablenkung vom Stress, magst du das Zusammensein und möchte die Kontakte pflegen oder brauchst du einfach nur mal jemand zum Reden, wenn es dir nicht gut geht und du Probleme hast? Es wirkt bei dir so ein wenig wie ein Zwang, bei dem du dich mit Freunden treffen musst, damit es dir gut geht. Und das so, dass du das so oft machst, dass du dir damit gewaltig Stress machst und du dich ein wenig übernimmst. Studieren ist ja schon anstrengend genug, wenn man gut sein will (hab ich gehört :D). Und dann ist nebenher die Zeit sehr knapp. Was nimmst du denn für dich aus den Treffen mit? Was tut dir daran besonders gut und kannst du das auch haben, wenn du mit jemandem zusammenwohnst und nichts allein bist oder wohnt schon jemand bei dir?


Meine Leute und ich gehen meistens aus, entweder rumsitzen und quatschen oder tanzen und feiern oder sowas. Manchmal sitzen wir auch in der Uni oder bei irgendwem daheim und machen irgendeinen kindischen Scheiss. :D Die meiste Zeit bin ich dann auch gut abgelenkt und hab Spass, und oft kommen da auch Stories bei raus die uns im Nachhinein kein Mensch glaubt. :lol: Aber gerade das mag ich, es vergeht kein Tag wo diese schrägen Vögel nicht irgendwas total Bescheuertes anstellen. ^^ Das ist es glaub ich auch meistens was mich beschäftigt hält, mit "normalen Erwachsenen" würd ich mich extrem schnell langweilen. Ein Stück weit ist es ja auch so dass wir uns damit gegenseitig herausfordern und beschäftigen, deswegen machen wir das. Bei Einzelgesprächen oder ernsthaften Themen kippt die Stimmung bei uns immer rasant, das passt da nicht rein und das will in der Regel keiner riskieren. Bei den meisten Leuten ist mir das auch total recht so, ich mag die, aber ich trau ihnen nicht so weit dass ich ihnen meine Probleme offenbaren muss. Aber es gibt eben ein paar wenige, wo ichs könnte und auch schon getan hab (und andersrum), aber das sind dann eben die, denen ich keine Sorgen machen will. Manchmal will ich auch gar nicht reden, sondern einfach nur mal kurz ernsthaft in den Arm genommen werden oder so. Was das angeht, bin ich son richtiges Mädchen. ^^ Das funktioniert immer, aber dann wollen die Leute halt auch immer wissen was los ist...

Und was das mit der Kombination Uni - Freunde angeht, das ist in meinem Fall zum Glück kein Problem, weil 99% meiner Freunde Kommilitonen sind.

Ich bin einfach grade mega-verwirrt, ich weiss nicht wo ich ansetzen soll bei diesem Scheissknoten. :-?
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Re: Angst vorm Alleinsein

Beitragvon gutgelaunt » 24 Nov 2014, 16:50

Also ich höre so ein wenig raus, dass es nicht direkt das Alleinsein ist, was dir zu schaffen macht. Du hast manchmal mehr so eine bestimmte Form von Einsamkeit, weil dir ein bestimmter Typ Mensch in deinem Leben fehlt und zwar dieser hier:

MiaCherry hat geschrieben: dass ich ihnen meine Probleme offenbaren muss
Einzelgesprächen oder ernsthaften Themen
Manchmal will ich auch gar nicht reden, sondern einfach nur mal kurz ernsthaft in den Arm genommen werden


Eine Person mit der du über alles reden kannst und die für dich da ist und dich auch einfach mal in den Arm nimmt und tröstet, wenn es dir nicht so gut. Eine Art von besten Freund oder bester Freundin. Ich will nicht sagen, dass du keine beste Freundin/keinen besten Freund hast, aber ich sehe in deinem Text niemanden, mit dem du dich ernsthaft, länger und intensiver über Probleme und schwierige Themen unterhalten kannst. Also nicht die Art von bestem Freund (damit ich nicht alles immer aufschreiben muss, sind ab jetzt beide Geschlechter gemeint) den ich meine.

Du hast viele Leute zum rumblödeln und das ist auch cool und wichtig. Man muss etwas Spaß im Leben haben und Quatsch machen können. Du lenkst dich damit ab, aber hast du denn jemandem der für dich da, egal wie positiv oder negativ deine Themen auch sind. Auch wenn die Themen mal über die heile Welt hinausgehen?
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Re: Angst vorm Alleinsein

Beitragvon HollowMan » 24 Nov 2014, 23:37

MiaCherry hat geschrieben:
Ich steh dann nicht auf, bin den ganzen Tag in Jogginganzug oder ähnlichen stilistischen Verbrechen unterwegs und beweg mich maximal bis zum Kühlschrank. Ich guck irgendwelche Filme und Serien und langweile mich dabei zu Tode. Ich würd gern was für die Uni tun, aber an solchen Tagen schaff ichs einfach nicht. Ich vermisse die Leute um mich rum.



wenn du wie du gesagt hast, grade keine größeren probleme hast, ist das also der kern deines problems?
klingt für mich nach einem normalen sonntag^^
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Re: Angst vorm Alleinsein

Beitragvon MiaCherry » 25 Nov 2014, 20:42

gutgelaunt hat geschrieben:Eine Person mit der du über alles reden kannst und die für dich da ist und dich auch einfach mal in den Arm nimmt und tröstet, wenn es dir nicht so gut. Eine Art von besten Freund oder bester Freundin. Ich will nicht sagen, dass du keine beste Freundin/keinen besten Freund hast, aber ich sehe in deinem Text niemanden, mit dem du dich ernsthaft, länger und intensiver über Probleme und schwierige Themen unterhalten kannst. Also nicht die Art von bestem Freund (damit ich nicht alles immer aufschreiben muss, sind ab jetzt beide Geschlechter gemeint) den ich meine.

Du hast viele Leute zum rumblödeln und das ist auch cool und wichtig. Man muss etwas Spaß im Leben haben und Quatsch machen können. Du lenkst dich damit ab, aber hast du denn jemandem der für dich da, egal wie positiv oder negativ deine Themen auch sind. Auch wenn die Themen mal über die heile Welt hinausgehen?


Haha, wegen mir muss hier sicher nix "gegendert" werden ^^
Ich habe 3 beste Freunde, mit denen ich über wirklich alles reden könnte und denen ich bedingungslos vertraue. Aber ich kann ja nicht jeden Tag auf denen hocken. Die wollen auch mal ihre Ruhe. Ich will einfach niemandem auf die Nerven gehen, ich hab Schiss dass die sonst irgendwann alle die Freundschaft kappen. Die Angst ist völlig irrational, ich glaub bei insbesondere diesen 3 und auch dem Rest müsste ich ne Menge bringen dass die mich absägen.. aber wie gesagt, ich weiss auch nicht genau wie ich das Problem formulieren soll. Ich hab so viele und tolle Freunde, aber diese Angst geht irgendwie nicht weg.

HollowMan hat geschrieben:wenn du wie du gesagt hast, grade keine größeren probleme hast, ist das also der kern deines problems?
klingt für mich nach einem normalen sonntag^^


Jein. Ich weiss wie es ist sich zu langweilen und schlechte Laune zu haben. Aber das ist mehr. Das glaubt mir immer kein Mensch weil eben sonst alles läuft, aber an diesen Tagen gehts mir einfach nur dreckig. Das ist nicht nur n bisschen schlechte Laune und Müdigkeit. Ich bin regelrecht körperlich nicht in der Lage aufzustehen. Momentan sind es ein paar wenige Tage. Aber die sind so beschissen, dass ich nach jedem einzelnen solchen Tag hoffe, so einen Zustand nie wieder erleben zu müssen. Was, wenn das mehr Tage werden? Ich mag zwar feier- und trinkfreudig sein, aber ich hab das immer im Griff, aber an solchen Tagen kämpfe ich richtig, nicht den Whiskey auszupacken. Allein. Das macht mir echt Sorgen. Das ist für mich keine Kleinigkeit mehr.
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