Vorschlag: Ein Boypoint Blog für LGBT-Aktivismus

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DerNerd
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Vorschlag: Ein Boypoint Blog für LGBT-Aktivismus

Beitragvon DerNerd » 11 Jan 2014, 15:55

Es handelt sich um eine Idee, die ich schon seit Monaten mit mir rumtrage und endlich mal präsentieren möchte.

In den Medien scheint das Thema Homosexualität derzeit viel Aufmerksamkeit gewidmet zu bekommen. Und das aus gutem Grund: jahrzehntelang wurde es tot geschwiegen, in der Schule ist es meist kein Element des Unterrichts und in der Gesellschaft gibt es noch viele, die sich mit Hand und Fuß dagegen wehren. Doch diese phasenweise mediale Aufarbeitung dieses Themas allein reicht nicht wirklich aus, um die breite Masse aufzuklären und so Schwule und Lesben vor Intoleranz und direkten Auseinandersetzungen mit Menschen, deren Weltbild aus dem letzten Jahrtausend stammt, zu schützen. Schaffen es Schwule und Lesben nicht selber, sich gekonnt und schlagkräftig zu verteidigen, Missverständnisse oder Irrtümer auszuräumen, wird es noch lange dauern, bis diese "breite Akzeptanz" so weit ist, dass es normal wird, Hand in Hand mit einem gleichgeschlechtlichen Partner durch die Innenstadt zu laufen oder dass die sexuelle Orientierung bei Fragen wie dem Kinderwunsch keine Rolle mehr spielt.

Was ich deshalb vorschlage, ist ein Blog, der die Denkensweise von homophoben oder unaufgeklärten Menschen aufarbeitet, allgemeine Irrtümer und Fehlschlüsse analysiert, Ansätze bietet, wie man sich in bestimmten Situationen am besten verhält und alles mit einer Menge Hintergrundinformationen versieht.

Wenn man z.B. in eine Diskussion um das Adoptionsrecht für schwule Paare gerät und das Argument, Kinder müssen mit Rollenbildern von Mann und Frau aufwachsen, um glücklich zu werden, lässt sich das eigentlich schnell widerlegen. Kennt man aber die entsprechenden Hintergründe, Statistiken und Fehler dieses Argumentes nicht, läuft man schnell in Gefahr, durch Verlegenheit dem Diskussionspartner indirekt recht zu geben und man verpasst eine gute Gelegenheit, diesen Irrtum aus der Welt zu räumen.

Die Umsetzung der Idee würde wie folgt aussehen: Jeder, der sich beteiligen will, kann sich mit einer bestimmten Situation / einem bestimmten Argument auseinandersetzen, recherchieren und einen Artikel verfassen und veröffentlichen lassen. Ich persönlich würde, obwohl es mir derzeit ein wenig an Freizeit mangelt, natürlich selber einen großen Teil dazu beitragen. Umfasst der Blog ~ 15-20 Artikel, kann man versuchen, bei anderen Netzaktivisten, oder sogar beim LSVD (Lesben- und Schwulenverband Deutschland) um ein wenig Werbung zu bitten. Als letztes könnte man noch (falls es sich anbietet), wenn man genug Stoff hat, daraus ein Openbook (Open Source rocks :D ) machen und eine Donate-Version davon auf Amazon als E-Book anbieten und die Erlöse an irgendeine Schwulen- und Lesbenvereinigung weiterreichen.

Also, langer Text, aber ich hoffe die Idee ist klar. Habt ihr Fragen dazu, oder wie findet ihr die Idee? Super, oder meint ihr, das würden zu wenige lesen?

Und dann noch eine Frage an den / die Boypoint-Admin(s): Wäre es i.O., wenn man das ganze dann über die Domain blog.boypoint.de laufen ließe?
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Re: Vorschlag: Ein Boypoint Blog für LGBT-Aktivismus

Beitragvon timtom » 11 Jan 2014, 16:55

Ich finde die idee sehr gut, ich wuerde mich auch sehr freuen wenn jemand die Organisation in die Hand naehme.

Ich weiss nur nicht, ob es als separates 'blog' sein muesste, oder nicht auch auf unserer webseite unter www.boypoint.de ein bereich reichen wuerde.
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Re: Vorschlag: Ein Boypoint Blog für LGBT-Aktivismus

Beitragvon winterkind » 11 Jan 2014, 17:59

Erst einmal finde ich die Idee auch sehr gut :)

Allerdings stört mich der Begriff "Aktivismus". Wenn du in einen heiligen Krieg ziehen willst gegen unaufgeklärte Menschen, so muss ich dir von der realistischen Sichtweise her sagen: Das wird nichts.
Betrachtet man es einmal ganz objektiv, so wird man zwangläufig und logisch konsequenterweise feststellen müssen, dass homophobe Menschen sich wohl eher nicht mit Homosexualität befassen werden und ihre Meinung, die ins Gehirn gebrannt ist wie eine Marke ins Vieh, nicht ändern.
Selbst wenn es so wäre, so würde doch die Reichweite und Aufmerksamkeit eines relativ unbekannten und unbedeutenden (so ist es ja nun mal) Blogs kaum eine Änderung herbei führen.

Doch trotzdem unterstütze ich den Gedanken und wenn ich irgendwie kann, stehe ich gerne helfend zur Verfügung.

DerNerd hat geschrieben:allgemeine Irrtümer und Fehlschlüsse analysiert, Ansätze bietet, wie man sich in bestimmten Situationen am besten verhält und alles mit einer Menge Hintergrundinformationen versieht.


Was subsummierst du darunter? Klischees, die immer auch einen Teil Wahrheit beinhalten? Vorurteile (eigentlich synonym zu Klischee)?

Wenn du e. g. sagst, dass Homosexualität oder die sexuelle Neigung an sich nichts mit pränatalen Faktoren, der Sozialisation, dem sozialen Milieu, dem Umgang der Person mit anderen Menschen und unter anderen Menschen &c. zu tun hat, sondern gewisse genetische und biologisch determinierte Ursachen hat, so kann man da kaum widersprechen (außer die Wissenschaft macht indes den "großen Fund").
Wenn du aber sagst, dass feminines Verhalten (ein gängiges Klischee/Vorurteil) nicht zur Homosexualität gehören würde (wie ich es sehe), so wirst du schnell Ernüchterung finden, denn ich würde fast sagen, dass 50 % der Angesprochenen protestieren werden (sei es zu Recht oder zu Unrecht).
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Re: Vorschlag: Ein Boypoint Blog für LGBT-Aktivismus

Beitragvon failz0r » 11 Jan 2014, 23:34

winterkind hat geschrieben:Betrachtet man es einmal ganz objektiv, so wird man zwangläufig und logisch konsequenterweise feststellen müssen, dass homophobe Menschen sich wohl eher nicht mit Homosexualität befassen werden und ihre Meinung, die ins Gehirn gebrannt ist wie eine Marke ins Vieh, nicht ändern


Was passiert, wenn diese homophoben Menschen, wie du sie beschreibst, in die Minderheit geraten? Könnte man das nicht erreichen, eben durch Anregen solcher Diskussionen?
Dieser Satz ist falsch.

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Re: Vorschlag: Ein Boypoint Blog für LGBT-Aktivismus

Beitragvon DerNerd » 12 Jan 2014, 03:02

winterkind hat geschrieben:homophobe Menschen [würden] sich wohl eher nicht mit Homosexualität befassen


Ich glaube, ich sollte es noch einmal etwas expliziter erwähnen: Dieser Blog würde sich ausdrücklich an Lesben und Schwule richten. Und zwar aus dem Grund, dass Homosexuelle oft in diesem Thema selber nicht gerade fit sind. Ich kann mich noch erinnern, wie die Politik-Talkshows Hart aber fair und Anne Will dieses Thema aufgegriffen haben ... es war furchtbar. Teilweise wurden die simpelsten und dümmsten Argumente "so hingenommen", selten wurde ein Sachverhalt wirklich gut auf den Punkt gebracht und die Wirksamkeit des Ganzen wäre auch sehr zu Ungunsten des Themas Homosexualität gewesen - wären diese Sendungen wirklich unvoreingenommen.

Und ich stelle mir vor, dass wenn diese Promis, die auch wirklich Zeit hatten, sich auf das Thema vorzubereiten, so schlecht darin waren, die gängigen Vorurteile oder die beliebten Scheinargumente der Homophoben zu widerlegen, dass das in sehr vielen Fällen auch bei Diskussionen im Klassenzimmer, am Stammtisch, oder auf einer Familienfeier nicht anders aussieht. Es geht dadurch einfach so viel Aufklärungspotential verloren.

winterkind hat geschrieben:ihre Meinung, die ins Gehirn gebrannt ist wie eine Marke ins Vieh, [wird sich] nicht ändern.


Leider können sie sie aber übertragen. Und man stelle sich vor, sitzt unter 10 Menschen, denen das Thema egal ist, ein Homophober, kann dieser viel Schaden anrichten.

winterkind hat geschrieben:Wenn du aber sagst, dass feminines Verhalten (ein gängiges Klischee/Vorurteil) nicht zur Homosexualität gehören würde (wie ich es sehe), so wirst du schnell Ernüchterung finden, denn ich würde fast sagen, dass 50 % der Angesprochenen protestieren werden (sei es zu Recht oder zu Unrecht).


Kommt darauf an, wie gut man es rhetorisch rüberbringt. Man könnte z.B. sagen, dass es auch sehr viele feminine Heterosexuelle gibt, diese aber stärker an dem männlichen Rollenbild gebunden sein und es deshalb unterdrücken. Und wenn man es geschickt genug macht, wird suggeriert, dass der einzige Unterschied zwischen Homo- und Heterosexuellen ist, dass sich Homosexuelle eher trauen, sich vom jeweiligen Rollenbild abzuheben - was ja grundsätzlich nicht als "inakzeptabel" gilt.

timtom hat geschrieben:ich wuerde mich auch sehr freuen wenn jemand die Organisation in die Hand naehme


Dafür biete ich mich selbstverständlich an :)

Auf technischer Ebene würde mich das Ganze wohl eher weniger überfordern - das könnte ich auch übernehmen.

timtom hat geschrieben:Ich weiss nur nicht, ob es als separates 'blog' sein muesste, oder nicht auch auf unserer webseite unter http://www.boypoint.de ein bereich reichen wuerde.


Der Grund, warum ich das vorgeschlagen habe, ist, weil ich Probleme mit der Zielgruppe sehe. Dieser Blog sollte sich an Schwule und Lesben im Alter von 14 bis x richten. Und irgendwie passt der ernste, auch politische Inhalt nicht so richtig in den Charme der aktuellen Seite (ich finde das Design so niedlich :D ).

Der Aufwand, eine Subdomain zu erstellen und Wordpress draufzuspielen, sollte sich in Grenzen halten.
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Re: Vorschlag: Ein Boypoint Blog für LGBT-Aktivismus

Beitragvon winterkind » 12 Jan 2014, 17:18

failz0r hat geschrieben:Was passiert, wenn diese homophoben Menschen, wie du sie beschreibst, in die Minderheit geraten? Könnte man das nicht erreichen, eben durch Anregen solcher Diskussionen?


Wenn man realistisch ist: nein.

Vielleicht Minderheit im Gegensatz zu Mehrheit, aber nicht Minderheit im Sinne von "klein". 49 % von 100 % sind auch schon die Minderheit.

DerNerd hat geschrieben:Dieser Blog würde sich ausdrücklich an Lesben und Schwule richten. Und zwar aus dem Grund, dass Homosexuelle oft in diesem Thema selber nicht gerade fit sind.


Das heißt, du willst Homosexuellen "Nachhilfe" erteilen in einem Métier, in dem jeder Betroffene für sich selbst entscheiden sollte, wie er damit umgeht.
Ich denke, in diesem Falle gibt es kein "richtig " und "falsch". Wenn ein Homosexueller gängige Klischees bedient, so ist es aus meiner Sicht falsch, aus seiner vielleicht aber richtig.

Wichtiger wäre es doch, die Allgemeinheit "aufzuklären" und nicht die Betroffenen (was man nichtsdestotrotz unternehmen könnte).

DerNerd hat geschrieben:Leider können sie sie aber übertragen. Und man stelle sich vor, sitzt unter 10 Menschen, denen das Thema egal ist, ein Homophober, kann dieser viel Schaden anrichten.


Du hast ein Bild von der Gesellschaft, die vielleicht auf Köln-Porz zutrifft oder auf Berlin-Neukölln. Hirnlose, dumme, formbare Menschen.
Natürlich ist es immer leicht, andere für sich denken zu lassen und einem Polemiker und Populisten schenkt man viel zu schnell seinen Glauben.
Dennoch würde ich dieses Problem für unkritische Unterschichtler sehen, nicht aber für die breite Masse (wobei ich da manchmal auch keinen Unterschied erkennen kann).

DerNerd hat geschrieben:Kommt darauf an, wie gut man es rhetorisch rüberbringt. Man könnte z.B. sagen, dass es auch sehr viele feminine Heterosexuelle gibt, diese aber stärker an dem männlichen Rollenbild gebunden sein und es deshalb unterdrücken. Und wenn man es geschickt genug macht, wird suggeriert, dass der einzige Unterschied zwischen Homo- und Heterosexuellen ist, dass sich Homosexuelle eher trauen, sich vom jeweiligen Rollenbild abzuheben - was ja grundsätzlich nicht als "inakzeptabel" gilt.


Ganz abgesehen vom Grundthema: Du behauptest also, dass feminines Verhalten mit Homosexualität untrennbar verbunden wäre und maskuline Homosexuelle (Schwule) nur ihre feminine Art unterdrücken? So einen Schwachsinn habe ich ja schon lange nicht mehr gehört.

DerNerd hat geschrieben:Und irgendwie passt der ernste, auch politische Inhalt nicht so richtig in den Charme der aktuellen Seite (ich finde das Design so niedlich :D ).


Sehr süß ausgedrückt... "Charme"... Wenn du von der passenden Klientel sprichst, so wäre eine andere Instanz wirklich die bessere Wahl (womit ich niemanden beleidigen möchte, aber ein separater Blog wird wohl auch von Leuten besucht werden, die dieses Forum nicht besuchen und andersherum).
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Re: Vorschlag: Ein Boypoint Blog für LGBT-Aktivismus

Beitragvon failz0r » 12 Jan 2014, 17:48

Wenn man realistisch ist: nein.


Inwiefern begründet?

Ich denke schon, dass das ein Ansatz ist, den man optimistisch verfolgen kann ;)
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Re: Vorschlag: Ein Boypoint Blog für LGBT-Aktivismus

Beitragvon DerNerd » 12 Jan 2014, 18:47

winterkind hat geschrieben:Das heißt, du willst Homosexuellen "Nachhilfe" erteilen in einem Métier, in dem jeder Betroffene für sich selbst entscheiden sollte, wie er damit umgeht.


Hier geht es um Rhetorik und empirische Informationen, wie z.B. Studien. Das sind keine Entscheidungsfragen, sondern Fakten und sollen zumindest keine Schwulen selber beeinflussen.

Wenn z.B. irgendeine Person meint, die Kinder in Regenbogenfamilien können doch nichts dafür, dass ihre Eltern schwul sein und hätten ein recht auf eine "normale" Familie, ist es immer gut, wenn man z.B. davon

http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... teile.html

eine gute Kenntnis hat. Solche absurden Lügen sollte jeder Homosexuelle schnell entlarven und publikumswirksam zurückweisen können.

winterkind hat geschrieben:Dennoch würde ich dieses Problem für unkritische Unterschichtler sehen, nicht aber für die breite Masse (wobei ich da manchmal auch keinen Unterschied erkennen kann).


Spätestens seit dem NSA-Skandal sollte klar sein, dass es sowas wie eine "vernunftbegabte breite Masse" nicht gibt. Konfrontiert man eine große Gruppe von Menschen lange genug mit einem Thema, das sie nicht direkt und offensichtlich betrifft, fallen auch die Reaktionen darauf offensichtlich immer gemäßigter aus. Das ist wohl der Weg, mit dem auch die Medien und viele Politiker die Öffnung für alternative Lebensentwürfe erreichen wollen.

Je mehr du also eine Person an den passenden Zeitpunkt (Aufdringlichkeit kann zum gegenteiligen Effekt führen) mit Homosexualität konfrontierst, um so eher wird sie, so denke ich, damit auch einverstanden sein. Und da wäre schon viel getan, wenn dazu die vermutlich 8 Mio. in Deutschland lebenden Schwulen und Lesben auch beitragen könnten.

winterkind hat geschrieben:Du behauptest also, dass feminines Verhalten mit Homosexualität untrennbar verbunden wäre und maskuline Homosexuelle (Schwule) nur ihre feminine Art unterdrücken?


Nein, ich sprach von möglichen femininen Heterosexuellen, die das eher unterdrücken und dass das nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun hätte, sondern einfach an der menschlichen Natur läge. Ob das so stimmt oder nicht, ist erst mal egal, aber meinem Gegenüber könnte der Eindruck hängen bleiben, dass das mit der "Weiblichkeit" bei Schwulen eigentlich garnicht so stimmt, sondern dass das doch irgendeinen anderen Grund hatte. In diesem Fall wäre das Vorurteil komplett ausgeräumt.

Das war übrigens ein Beispiel von vielen, mit denen man hätte kontern können und man kann und soll darüber diskutieren. Das wichtigste wäre hier gewesen, dass wohl kaum jemand protestieren hätte können.

Und wie ich schon oben geschrieben habe, Rhetorik sollte in diesem Blog auch ein Kernthema sein.
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Re: Vorschlag: Ein Boypoint Blog für LGBT-Aktivismus

Beitragvon timtom » 12 Jan 2014, 18:55

Ich frage mich da ganz pragmatisch: Kann es denn schaden? Ich denke nicht. Kann es nutzen? Auf jeden Fall.
Warum sollte man dann seine Zeit nicht in so ein Projekt stecken, statt sie mit langen Diskussion zu verbringen die auf keinen Fall helfen? Eben. :)

Zur technischen Seite: Das mit dem "mal eben" ist so eine Sache. Ich habe sehr viel mehr Zeit in die Abloesung von "mal-eben" Loesungen investiert / investieren muessen, als die Einrichtung selbst benoetigt hat.
Es geht auch nicht nur um das Einrichten, sondern eben die kontinuierliche Pflege und ggf. spaetere Abloesung bei solchen Sachen.

Daher frage ich mich, ob man nicht mit einem Bereich auf der aktuellen Homepage, meinetwegen auch mit etwas anderer Optik, starten koennte, und ob es ein Blog sein muss, oder es nicht auch statische Seiten tun wuerden.
Fuer Diskussionen dazu koennte man auf das Forum verlinken. (Macht glaub ich Spiegel auch im wesentlichen so, und Heise)
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Re: Vorschlag: Ein Boypoint Blog für LGBT-Aktivismus

Beitragvon winterkind » 12 Jan 2014, 22:36

DerNerd hat geschrieben:sollte jeder Homosexuelle schnell entlarven und publikumswirksam zurückweisen können.


Sehr interessant. Du willst also von einem Homosexuellen verlangen (und die Betonung liegt auf dem Zwang), dass er sich nach deinen Vorstellungen und Ansichten äußert, da dies der einzig richtige und wahre Weg ist. Ich finde, da spielen ideologische Faktoren auch noch eine ziemlich große Rolle.

Du kannst natürlich alle möglichen Leute aufklären über bestimmte Studien und biologische/psychologische und philosophische Erkenntnisse und Strömungen, das steht außer Frage. Aber deine von dir gewonnenen Erkenntnisse, die in diesem Blog zusammengetragen werden sollen, als allgemeingültiges Non plus ultra zu formulieren, finde ich mehr als fragwürdig.

Ebenso: Für mich hört sich das mehr als marxistisch an. Klassenkampf, damals zwischen Proletariat und Bourgeoisie, heute zwischen hetero und homo?
"Jeder Homosexuelle hat die Pflicht seiner Klasse gegenüber, den Lügen der Heterosexuellen entgegenzutreten und die wahre Lehre zu verteidigen und zu verbreiten, bis die Weltrevolution ausbricht!"

DerNerd hat geschrieben:Spätestens seit dem NSA-Skandal sollte klar sein, dass es sowas wie eine "vernunftbegabte breite Masse" nicht gibt. Konfrontiert man eine große Gruppe von Menschen lange genug mit einem Thema, das sie nicht direkt und offensichtlich betrifft, fallen auch die Reaktionen darauf offensichtlich immer gemäßigter aus. Das ist wohl der Weg, mit dem auch die Medien und viele Politiker die Öffnung für alternative Lebensentwürfe erreichen wollen.


Das kommt sehr auf das Milieu bzw. die Schicht an. Wenn man von Akademikern, Besitz- und Bildungsbürgern ausgeht, so kann man doch eine gewisse Vernunft feststellen, die nicht nur in der wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Elite vorhanden ist, sondern in allen Schichten inklusive der Mittelschicht und bestimmt findet man zahlreiche Ausschläge von Vernunft (bitte ironisch verstehen wie es gemeint war) in anderen Gesellschaftsschichten.

Natürlich prägt sich ein Thema in den Verstand ein, wenn man täglich damit konfrontiert wird.
Aber ist das nicht etwas größenwahnsinnig? Immerhin willst du einen Blog starten und nicht den einheitlichen deutschen TV-Sender oder die größte deutsche Zeitung...

DerNerd hat geschrieben:Je mehr du also eine Person an den passenden Zeitpunkt (Aufdringlichkeit kann zum gegenteiligen Effekt führen) mit Homosexualität konfrontierst, um so eher wird sie, so denke ich, damit auch einverstanden sein. Und da wäre schon viel getan, wenn dazu die vermutlich 8 Mio. in Deutschland lebenden Schwulen und Lesben auch beitragen könnten.


Ist das nicht eine sehr naive Darstellung? Nerv sie nur lange genug, dann werden sie's irgendwann gut finden?
Mich kann man tagein, tagaus mit Nationalsozialismus nerven und ich werde das trotzdem niemals gut finden. Mich kann man 24/7 mit Terrorismus, Krieg und Verletzung der Menschenrechte konfrontieren und ich werde es dennoch niemals gut finden.
Und seien wir ehrlich: Für einige Menschen gibt es keinen Unterschied zwischen Homosexualität und Terrorismus (e. g.).
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Re: Vorschlag: Ein Boypoint Blog für LGBT-Aktivismus

Beitragvon Yahool3r » 12 Jan 2014, 22:44

winterkind hat geschrieben:
DerNerd hat geschrieben:sollte jeder Homosexuelle schnell entlarven und publikumswirksam zurückweisen können.

Sehr interessant. Du willst also von einem Homosexuellen verlangen (und die Betonung liegt auf dem Zwang), dass er sich nach deinen Vorstellungen und Ansichten äußert, da dies der einzig richtige und wahre Weg ist. Ich finde, da spielen ideologische Faktoren auch noch eine ziemlich große Rolle.


Er verlangt nicht, dass man sich äußert. Er spricht eher den Wunsch(sollte nicht soll) aus, dass die Fähigkeit dazu gegeben ist.

Was an sich ein guter Wunsch ist. Denn, wenn man in eine Situation gerät, in der man durch Zwang oder einem erzwungenen Outing dazu gedrängt wird, sich zu äußern und man nicht weiß wie man es anstellt und eine Art von Schuld eingesteht, oder aggressiv darauf reagiert, dann können die Konsequenzen deutlich negativ ausfallen.
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Re: Vorschlag: Ein Boypoint Blog für LGBT-Aktivismus

Beitragvon timtom » 12 Jan 2014, 23:08

Man sollte dazu beachten, dass winterkind sich als heterosexuell einstuft und sicherlich daher wenige Interesse hat, dass mehr Leute offen und tolerant mit Homosexualitaet umgehen. (s. https://forum.boypoint.de/post616016.html#p616016 )
Die Alternative ist natuerlich dass er lieber um des Diskutierens Willen diskutiert, als dass ihm daran gelegen ist, die Sache voran zu bringen.

Ich wuerde lieber ueber die konkrete Ausgestaltung reden, als viel Zeit auf so einer Meta-Ebene zu verbringen.
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Re: Vorschlag: Ein Boypoint Blog für LGBT-Aktivismus

Beitragvon DerNerd » 12 Jan 2014, 23:45

timtom hat geschrieben:Daher frage ich mich, ob man nicht mit einem Bereich auf der aktuellen Homepage, meinetwegen auch mit etwas anderer Optik, starten koennte, und ob es ein Blog sein muss, oder es nicht auch statische Seiten tun wuerden.
Scheint eine vernünftige Kompromisslösung zu sein! Es ist halt m.E. wichtig, dass der Inhalt absolut im Vordergrung steht, was bedeuten würde, nicht zu viele ablenkende Farben zu verwenden und dass Header + Navigation nicht sehr viel größer als zwei Daumenbreiten sind. (Ich finde da z.B. den Internetauftritt der Welt (http://www.welt.de/) oder des Spiegel Magazins (http://www.spiegel.de/) super.)

Um die Anpassungen könnte ich mich kümmern. Mit welchem Programm wurde diese Seite erstellt und wie kann ich mich am besten einlesen?

winterkind hat geschrieben:Aber deine von dir gewonnenen Erkenntnisse, die in diesem Blog zusammengetragen werden sollen, als allgemeingültiges Non plus ultra zu formulieren, finde ich mehr als fragwürdig.
Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Man kann sachliche Ziele aufstellen, die eine Argumentation verfolgen soll (z.B. ein bestimmtes Vorurteil relativieren) und dann von der Community abwägen lassen, wie gut sie diese Aufgabe erfüllt. Leider gibt es Themenbereiche, wie z.B. die Erscheinung von Schwulen, bei denen sich Vorurteile oder Eindrücke nicht mit Studien oder Aufzeigen eines Scheinargumentes abbauen lassen. Da hilft es dann aber auch nichts mehr, wenn man die Erfahrungen eines anderen oder zehn anderen Homosexuellen zu Rate zieht (von 10 auf vermutlich 700 Mio. zu schließen ist einfach unlogisch). Bei sowas kommt dann halt die Rhetorik in's Spiel, bei der aber auch wieder bewertet werden kann, wie zielführend sie ist.

winterkind hat geschrieben:Aber ist das nicht etwas größenwahnsinnig? Immerhin willst du einen Blog starten und nicht den einheitlichen deutschen TV-Sender oder die größte deutsche Zeitung...
Ich sage ja auch nicht, dass sich mit der Gründung dieses Blogs plötzlich alle in die Arme nehmen werden und sich schwulenfeindliche Politiker / Aktivisten alle entschuldigen.

winterkind hat geschrieben:Mich kann man tagein, tagaus mit Nationalsozialismus nerven und ich werde das trotzdem niemals gut finden.
Das ist das Problem, wenn du mit Extrembeispielen argumentierst. Mal sehen, wie die Menschen landauf, landab auf ACTA II reagieren werden...
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Re: Vorschlag: Ein Boypoint Blog für LGBT-Aktivismus

Beitragvon timtom » 12 Jan 2014, 23:53

Wir verwenden:
- Vagrant (automatisierung)
- Puppet (automatisierung)
- middleman (seiten generierung)
- git (versionskontrolle)
- bitbucket (repository)
- foundation zurb (css framework)
- Netbeans (IDE) oder anderer editor
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Re: Vorschlag: Ein Boypoint Blog für LGBT-Aktivismus

Beitragvon DerNerd » 12 Jan 2014, 23:56

Danke, werde mich mal demnächst einlesen.

timtom hat geschrieben:Man sollte dazu beachten, dass winterkind sich als heterosexuell einstuft und sicherlich daher wenige Interesse hat, dass mehr Leute offen und tolerant mit Homosexualitaet umgehen. (s. https://forum.boypoint.de/post616016.html#p616016 )

Ist jetzt zwar exteeem offtopic, aber winterkind legt des Öfteren eine starke Tendenz zur Ironie zu Tage.

winterkind hat geschrieben:98.) Was wirst du tun, wenn du den Fragebogen fertig hast?: Mich umbringen
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Re: Vorschlag: Ein Boypoint Blog für LGBT-Aktivismus

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