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Beitragvon disconnected » 13 Jan 2018, 20:55

Hey liebes Forum,
ich wollte mich gerne mal vorstellen.
Ich heiße Dominik und bin 18.
In der Freizeit mach ich gern was mit Freunden, geh feiern und ansonsten spiele ich gern Klavier, komponiere, zeichne
oder gucke Animes/Serien (wollt eigentlich auch noch japanisch lernen :D).
Würd gern kognitive psychologie studieren, mal sehen was daraus wird.
Schule zur zeit ist ein schwieriges thema '^^
Joa, das war denk ich das wichtigste.
Freue mich auf das forum :)

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Re: Hey ^^

Beitragvon Zuri » 13 Jan 2018, 22:03

Hey Dominik

bist du geoutet und bist du schwul oder bi oder...?

Wie kommst du denn auf kognitive Psychologie und wie unterscheidet sich das von einem generellen Psychologiestudium? Klingt auf jeden Fall sehr interessant... Wie viele Semester studiert man das?

LG Zuri
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Re: Hey ^^

Beitragvon disconnected » 14 Jan 2018, 16:27

Hey Zuri.
Ne ich bin nur sehr vereinzelt geoutet. Und ich bin höchstwahrscheinlich bi (sonst schwul), bin mir da noch nicht ganz sicher :D

Kognitive Psychologie interessiert mich da ich mich schon mit viel psychologischen Dingen beschäftigt hab und da selbst an einer kognitiven Theorie arbeite. Hab mich anfangs nur mit psychischen Störungen beschäftigt, aber hab mich irgendwann gefragt was dahinter steht und das ist mMn unter anderem kognitive Psychologie. Und wie das Denken u. Wahrnehmen funktioniert ist sowieso eine find ich wichtige Grundlage für vieles weitere. Wie das dann im Studium genau aussieht weiß ich leider noch nicht, hab aber auch noch ein paar Jahre Zeit bis dahin ^^

LG disconnected
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Re: Hey ^^

Beitragvon Zuri » 14 Jan 2018, 17:53

Hey disconnected,

Wie kamst du denn auf das Thema psychische Störungen? Gab es da einen Auslöser, wenn ich fragen darf?
Ist deine kognitive Theorie bereits in Teilen für die breite Masse verfügbar, also magst du schon was dazu erzählen? Mich interessiert Psychologie auch sehr :)

LG Zuri
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Re: Hey ^^

Beitragvon disconnected » 14 Jan 2018, 22:43

Hey Zuri,
Ja bin seit 5 Jahren psychisch krank ^^ Und es ist zum Teil für die Masse theoretisch verfügbar, aber ich arbeite schon seit jahren an einer fertigen version. Es nennt sich "Assoziationstheorie"+"3D-Raum-Pixelwahrnehmungstheorie", Theorien zum Denken und Wahrnehmen. Es geht bei der Assoziationstheorie darum, dass die Psyche aus vielen Punkten besteht, welche miteinander verbunden (Assoziation) oder getrennt (Dissoziation) sind. Z.B. gibt es da große Parallelen zwischen Schizophrenie, kindlicher Wahrnehmung/Denken, Rausch durch psychoakt. Substanzen usw. und unter anderem all das basiert auf der Theorie, dass dort "Assoziationspunkte" auf bestimmte Art und Weise miteinander verbunden sind. Einfaches Beispiel für Assoziation sind Flashbacks: Ein Detail aus der Umgebung wird wahrgenommen, dieser Assoziationspunkt erinnert/gleicht einem Assoziationspunkt aus den Erinnerungen und so entsteht die Verbindung. Beispiel für Dissoziation: Die Assoziationspunkte erlebter Erinnerungen werden getrennt (dissoziiert) und somit entsteht eine Enfremdung, Depersonalisation/Derealisation oder unter Umständen sogar eine dissoziative Amnesie. Das sind aber nur die gröbsten Grundlagen. Und die 3D-Raum-Pixelwahrnehmungstheorie ist noch etwas komplizierter. Bei Interesse schreib ich gern mehr dazu. ^^
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Re: Hey ^^

Beitragvon Zuri » 14 Jan 2018, 23:12

Hey disconnected,
da du so offen darüber redest, wage ich noch zu fragen, an was genau du erkrankt bist, falls das nicht zu persönlich ist. Ich selbst habe Depression und Soziophobie (dazu noch eine schizoide Persönlichkeitsakzentuierung, aber gerade da es statt einer -störung eher eine -akzentuierung ist, betrachte ich das als weniger relevant).

Den Zustand der Dissoziation beschreiben einige psychisch kranke aus meiner Selbsthilfegruppe und dass ihnen dies ab und zu passiert; also vermehrt als bei psychisch gesunden. Sprich, deine Assoziationstheorie würde ihnen dann mit ihrer Erkrankung insofern helfen, dass sie versucht, durch mehr Assoziation die Dissoziation zurückzudrängen. Ist das zumindest ein bisschen richtig, wie ich dich verstanden habe?

Nennt man diese einzelnen Punkte in der Psychologie Pixel oder ist das ein von dir geschaffener Begriff, auf dem deine Wahrnehmungstherapie beruht?

Das klingt noch interessanter als ich zunächst aus deinen vorhergehenden Beiträgen hätte schließen können, zumal sie schon einige Jahre gereift bin. Somit nehme ich gerne dein Angebot nach mehr Details an :)
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Re: Hey ^^

Beitragvon disconnected » 15 Jan 2018, 17:43

Hey Zuri,
ja ich bin da sehr offen, habe Depressionen, eine Zwangsstörung und Schizophrenie. Dazu kommt eine Opiat/Opioid-Abhängigkeitserkrankung aus vergangenen Zeiten. Und zu dir: Darf ich fragen, 1. wie alt du bist und 2. wie lange du schon an den Depressionen und der Soziophobie erkrankt bist? Und wie läuft der Heilungsprozess bei dir so? Und das mit der schizoiden Akzentuierung finde ich sehr interessant, falls du mehr darüber erzählen willst?

Ja da hast du es genau erfasst: Durch vermehrte Assoziationstechniken (d.h. z.B. Nutzung der physischen Sinne, aber auch viel rein gedankliches) könnte Dissoziations-Patienten geholfen werden und durch Dissoziation evtl. (zumindest durch das Verständnis) Assoziationspatienten geholfen werden. Mit Assoziationspatienten meine ich z.B. Menschen wie mich, die an einer Psychose erkrankt sind. Dort sind die Assoziationspunkte durcheinander (bekannt als assoziative Lockerung) und somit entstehen für die Außenwelt erscheinende nicht nachvollziehbare Denkmuster und eben der bekannte Wahn. Bekannte Assoziationspunkte (Dinge in der Wahrnehmung des Umfelds z.B.) werden bei Schizophrenie mit "abnormalen" Assoziationspunkten verbunden. Meiner Theorie nach. Ich meine der Grundsatz ist ähnlich dem Konnektionismus, aber ich bin selbst drauf gekommen und es weicht an vielen Punkten auch davon ab. Auch ist wichtig, dass meine Assoziationstheorie nicht direkt auf die Nervenverbindungen bezogen ist, sondern auf die rein psychische Ebene.

Und zu den Pixeln: Ja, das ist ein selbstgeschaffener Begriff.

Danke, freut mich, dass es dich interessiert :D Ich guck mal was ich so finde, was ich hier öffentlich schon posten kann.
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Re: Hey ^^

Beitragvon Zuri » 16 Jan 2018, 00:46

Hey disconnected,

das freut mich sehr, zumal das auf Gegenseitigkeit trifft. Oha, da wartest du gleich mit mehr auf als ich :D Du hast offenbar sehr viel mitgemacht, auch wenn du mit achtzehn drei Jahre jünger bist als ich. Und die Abhängigkeit hast du mittlerweile überwunden/im Griff? Klar, mich darfst du auch (so gut wie) alles fragen. Bei der Soziophobie ist das schwierig zu sagen. Sie wurde mir erst bewusst, nachdem ich mir meiner Depression bereits bewusst war, aber kann bereits in der Kindheit entstanden sein. Die Depression habe ich (zumindest soweit ich das klar beurteilen kann) seit ich siebzehn oder achtzehn bin. Mit der Therapie hab ich aber erst letztes Jahr endlich begonnen. Mein Therapeut ist jetzt nicht so toll, aber mir geht es seit einiger Zeit wieder besser (auf die Depression bezogen). Zwar würde ich das nicht als optimal bezeichnen oder davon ausgehen, dass das auf Dauer so bleibt, aber es ist ein Anfang :)

Die schizoide Persönlichkeitsakzentuierung ist wohl, wie die anderen beiden jeweils auch untereinander, mit der Soziophobie verbunden: Zum Teil durch die Erziehung, zum Teil durch meinen introvertierten Charakter, habe ich prinzipiell nie gelernt, wie ich mit anderen Leuten umgehe. Zwar weiß ich, wie man nicht negativ auffällt (förmlich), aber nicht, wie man sich mit gleichgesinnten verhält (persönlich). Ich bin häufig unsicher, wie ich mich verhalten soll (Soziophobie), sodass ich kaum intuitive Dinge mache, auch Kleinigkeiten, die für andere selbstverständlich sind. Andererseits habe ich auch zumeist nicht das Bedürfnis nach "zu viel" Nähe zu anderen Menschen (schizoide Persönlichkeitsakzentuierung). Wikipedia beschreibt es ja als "Wissenschaftler, der lieber daheim über seinen Büchern hockt, als mit den Menschen da draußen in Kontakt zu treten/zu tun zu haben". Das beschreibt es schon mal nicht unzutreffend. Schade nur, dass viele Depression mit "mal traurig" oder "mal schlecht drauf sein" verwechseln und Soziophobie/schizoide Persönlichkeitsakzentuierung mit Misantropie. Auch wenn Soziophobie eine Angst ist, ist es genauso wenig Angst vor Menschen (sondern vor sozialem Kontakt), wie die schizoide Persönlichkeitsakzentuierung einen Charakter bezeichnet, der Menschen nicht mag.

Über welches meiner Krankheitsbilder weißt du überhaupt schon bescheid? Dann kann ich mir ja sparen, dich aus Sicht eines betroffenen groß aufzuklären :D

Wow, ich staune, wie weit du dein Konzept schon durchdacht hast bzw. wie weit du dich an sich bereits mit dem Thema "psychische Erkrankungen" befasst hast. Wie lang ist denn deine Krankheitsgeschichte und wie verläuft dein Heilungsprozess? Ich muss zugeben, dass ich, auch wenn ich mich selbst mit Psychologie befasst habe, nicht halb so viel zu wissen scheine, wie du. Deine Theorien sind echt interessant und ich kann mir vorstellen, dass sie in der Psychotherapie Anwendung finden könnten. Du hattest ja deine 3D-Raum-Pixelwahrnehmungstheorie aufgrund ihrer Kompliziertheit nur angerissen. Dazu würden mich noch ein paar Details interessieren :)
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Re: Hey ^^

Beitragvon disconnected » 18 Jan 2018, 14:53

Hey Zuri!

Ja, die letzten Jahre waren sehr schwer und im Moment ist es auch nicht grad einfacher geworden.
Gehe bald in eine Klinik (mein zweites Mal, das erste Mal bin ich vor 1 1/2 Jahren für 4 1/2 Monate in
einer psychiatrischen Klinik gewesen) und hoffe, dass das diesmal wirklich was bringen wird. Mein
Medikament gegen die Schizophrenie (Risperidon, ein atypisches Neuroleptikum) scheint wenigstens langsam
immer mehr Wirkung zu zeigen. D.h. meine visuellen und akustischen Halluzinationen sowie mein
Wahrnehmungserleben und Denken sind schon wieder normaler als vor ein paar Wochen. Bin froh dieses
Medikament bekommen zu haben. Die Abhängigkeit habe ich mittlerweile ganz gut im Griff, wobei es auch da
immer wieder Einbrüche gibt. Da Neuroleptika unter Umständen mit starken Langzeitnebenwirkungen
verbunden sind, bin ich jedoch noch etwas skeptisch. Aber absetzen kann ich es auf keinen Fall, da ich
sonst wohl wieder völlig den Realitätsbezug verlieren würde.
Zu meiner Krankheitsgeschichte:
Vor 5 Jahren fingen die Depressionen und Zwänge an, dann kamen psychotische Phasen und dann fing ich
an mit verschiedensten psychoaktiven Substanzen (erst Alkohol, dann Cannabis, dann Ecstasy und
immer mehr anderes Chemisches sowie sämtliche Halluzinogenarten. Bis dann die Opiate dazu kamen
und ich körperlich Abhängig wurde. In den Jahren habe ich !gefühlt! jedes Psychopharmakum das es gibt
eingenommen. Von verschiedenen Antidepressiva, zu Benzodiazepinen, zu ADHS-Medikamenten, zu
verschiedenen anderen Beruhigungsmitteln, zu Neuroleptika usw. Zuhause war die Situation häufig auch
sehr grenzwertig. D.h. ich sowie meine Mutter haben uns täglich gestritten, waren beide nervlich
völlig am Ende und durch meine Erkrankung wurde meine Mutter auch krank - bis zu Panikattacken.
Wofür ich mir heute noch sehr viel Schuld gebe, da ich es nicht ertragen kann, dass ich einfach nur
weil ich krank bin, meiner Mutter (und auch meinem Vater) soviel Schmerz zugefügt habe...
Das war denk ich das Wichtigste. Würde ich alles erzählen, würde ich nächste Woche noch hier sitzen und
schreiben :D.

Ok danke, dass du mir das so offen erzählst. Du scheinst ja auch nicht grad das einfachste Leben
zu haben, !aber! es ist wirklich wirklich super, dass du eine Therapie angefangen hast. Die Suche
nach dem passenden Therapeuten ist leider immer ein Trauerspiel. Ich hatte schon ungefähr
6 Therapeuten und 4-5 Psychiater und es hat 4 Jahre gedauert, bis ich endlich eine tolle Therapeutin
gefunden habe, die perfekt zu mir passt. Aber lass den Kopf nicht hängen, denn du hast trotzdem
den wichtigen Schritt in Therapie zugehen schon geschafft und das ist sehr essentiell - denn das hat
auch viel mit Krankheitseinsicht und dem Willen gegen die Störungen anzukämpfen usw. zutun.
Außerdem freut es mich, dass deine Depression etwas besser geworden ist. Depressionen sind m.M.n.
eine der hartnäckigsten psychischen Störungen überhaupt und auch ich komme einfach nicht los davon.
Aber ich kann dir versichern, dass nicht alles so grau bleibt wie es manchmal scheint!
Und auch wichtig: Bevor es besser wird, wird es erst nochmal schlechter.

Darf ich Fragen, was du mit der Erziehung in Bezug auf die schizoide PS-Akzentuierung meinst bzw.
wie ist deine Kindheit und Jugend mit deinen Eltern abgelaufen?
Und ich stimme dir da vollkommen zu, dass der Glaube Depressionen seien "mal traurig sein" u.ä.
völlig fehlanplatz. Depression ist wie ein ganz eigenes individuelles Gefühl, welches in keinster
Weise mit "traurig sein" in Verbindung gebracht werden sollte. Ich benutze ganz simpel am liebsten
einfach das Wort "depressiv". Das beschreibt es eben tatsächlich am allerbesten.
Genauso nervt mich, dass Schizophrenie häufig mit Gewalttätigkeit "gleichgesetzt" wird, deswegen verstehe
ich dich auch bei deinem Beispiel mit der Misantropie in gewisser Weise.

Über den Großteil der psychischen Störungen (also alle außer z.B. Lernstörungen bei Kindern und sowas :D)
sowie deren Symptome weiß ich eigentlich gut bescheid, deswegen brauchst du dir nicht die Mühe machen, mich aufzuklären.
Aber trotzdem Danke für die Erklärungen!

Zu der 3D-Pixelwahrnehmungstheorie kann ich jetzt leider doch noch nichts veröffentlichen, da ich
da die letzten Tage einiges geändert und hinzugefügt habe - ist leider noch zu unvollständig, aber
wenn ich fertig bin, komme ich auf dich zurück :)
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Re: Hey ^^

Beitragvon Zuri » 21 Jan 2018, 08:02

Hey disconnected!

Mit der Klinik drücke ich dir beide Daumen, dass es diesmal was bringt.
Wenn ich so höre, was du erzählst, bin ich erstaunt, dass du Depression als eine der hartnäckigsten Störungen bezeichnest. Okay, du sagtest nicht "eine der schlimmsten", aber dass du gerade sie hervorhebst, hat mich etwas verwundert. Ich kann mir vorstellen, dass gerade Realitätsverlust wesentlich erschütternder sein muss, als alle Störungen, bei denen man noch eine gewisse Kontrolle hat. Klar, bei einer Depression verliert man (unter anderem) die Kontrolle darüber glücklich zu sein, aber das ist einem bewusst und nicht die gesamte Person ist davon betroffen, auch wenn man am Boden ist (ich weiß nicht, ob das jetzt irgendwie verständlich ist, was ich da rede... :D)

Wie geht es denn jetzt deiner Mutter und deinem Vater? Haben die eine Therapie gemacht oder einen Klinikauffenthalt gehabt? Wenn ja, geht es ihnen mittlerweile besser?
Ach, du kannst mir ruhig mal eine Woche lang was erzählen. Dann kann ich ja immer noch sagen, ob ich genug hab :D

Wie gesagt, Psychologie interessiert mich ebenfalls und offenbar kann ich noch einiges von dir lernen. Hab doch gesagt, dass ich offen bin^^ Dafür musst du mir nicht danken, aber wenn du es schon mal tust, gebe ich den Dank gern an dich zurück ;-)

Das ist mein erster richtiger Psychologe, wenn man den Gruppentherapeuten und die Einzeltherapeutin aus der Reha nicht mitzählt, da man das nicht als Therapie bezeichnen kann (es wurde nichts konkret behandelt). Aber hier in Hamburg ist es glaube ich noch etwas schwieriger als bei dir in Osnabrück, oder ist da die Terminsituation auch angespannt? Ich war echt erstaunt, als meiner beim ersten Anruf abnahm und auch meinte, er habe Zeit für Termine. Nur, dass er glaubt an meiner schizoiden PS was ändern zu müssen: Er wollte mir schon mal "Adressen" geben, damit ich schnellen Sex haben kann oder meinte, ich vielleicht brauche ich ja eine Beziehung. Er ist leider von diesen Gedanken nicht abzubringen und das braucht ein bisschen meine Stunden auf...^^

Tja, wie meine Kindheit und Jugend bzw. die Erziehung durch meine Eltern war? Klar, darfst du fragen, weißt doch, dass ich da offen bin ;-)
Nun, ich weiß jetzt nicht mehr genau, wie das im Kindergarten war. Aus den Erzählungen meiner Mutter scheint es da noch "normal" gewesen zu sein: Man hat andere Kinder aus der Gruppe besucht, mit denen man befreundet war oder wo die Eltern das dachten oder wollten :D In der Schule spätestens änderte sich das: Wir waren die absoluten Außenseiter, waren seltsam, anders. Wir hatten eine Zeit lang an drei Gruppentischen in der Klasse. Mein Bruder und ich hatten jeweils einen ganzen Zweiertisch mit einem anderen Außenseiter. Das wird mir erst jetzt noch einmal so richtig bewusst^^
Ja, meine Eltern haben dann ihr bestes dazu getan, dass auch der familiäre Background seltsam wirkt. Aber halt nie so, dass man das als Erwachsener wahrscheinlich wirklich komisch gefunden hätte. Abgesehen davon, dass meine Mutter sich wegen rückblickend unsinniger Dinge mit unserer Klassenlehrerin angelegt hatte, die sie sowieso für inkompetent hält (das jetzt rückblickend zu bewerten, ist schwierig, aber seitdem ich zu Hause ausgezogen bin, beginne ich, immer mehr infrage zu stellen).
Das wurde dann auf der Realschule nicht besser: Wir wurden gemobbt, auch wenn mich das selstsamerweise nur nervte, nicht negativ, außer dass ich halt total schüchtern blieb und nur einmal Hilfe suchte. Als sich der Mobber dann vor unserer ganzen Klasse bei uns entschuldigen musste, war mir das wohl peinlicher als ihm. Und die anderen Mitschüler meinten nur: Macht doch was, aber wollten damit nichts zu tun haben.
Im Prinzip habe ich nie wirklich gelernt, mit gleichaltigen locker zu interagieren. Der einzige Umgang war eigentlich den Mustersohn vor Verwandten und Lehrern mimen. Aber im Umgang mit Freunden oder so, bin ich stets unsicher, wie man sich "richtig" verhält, ob man das machen kann.
Zu Beginn der neunten Klasse beschloss ich, dass ich mich ändern wollte. Ich fand, ich war nicht der, der ich sein wollte und das war der erste Schritt, an mir zu arbeiten. Interessanterweise ging der erste Schritt wie von selbst. Wir waren nur noch neun in der Klasse. Durch das Herumalbern mit meinem Bruder traten wir auf einmal in den Vordergrnd: Wir waren zwar weiterhin Sonderlinge, aber diesmal in positiver Weise.
Als ich dann nach der Schule einen Ausbildungsplatz suchte, verschickte ich Bewerbung um Bewerbung, doch es kamen nur Absagen. Ich saß den ganzen Tag zu Hause, war bis spät in die Nacht wach, wurde aber morgens von meinen Eltern geweckt (da gab es kein Erbarmen) und verlor mehr und mehr die Hoffnung auf Änderung. Dann plötzlich im Dezember bekam ich doch eine Zusage: In Hamburg. Dafür würde ich umziehen müssen. Da ich gerade meinen Führerschein machte, musste nun alles ganz schnell gehen. Die Fragensoftware hatte ich kaum angerührt, aber sie musste bis zur Prüfung durchgearbeitet sein. Also hieß es 24/7 immer wieder aufs neue dazu zwingen. Als ich dann nach Hamburg gezogen war, wurde mir bewusst, dass ich schon seit einigen Wochen oder Monaten an Depression litt. Erst dachte ich, das sei ja alles nicht so schlimm und ich müsse deshalb nicht zum Therapeuten, dann konnte ich mich nicht aufraffen, dann fand ich keinen und schließlich fand ich dann einen.

Zum Thema "traurig sein": Manchmal fühle ich einfach absolut gar nichts. Dagegen wäre traurig sein ein Segen. Diese Fehlassoziation ist ja dieselbe wie bei Schizophrenie und multipler Persönlichkeit.
Ich kenne es so, dass hier eher "depressiv" als "Depression" falsch benutzt wird. Stattdessen kann man ja auch Melancholie sagen...

Okay, sollte es so weit sein, dass du was veröffentlichst, bin ich gespannt :)

So, ich hoffe, das war jetzt nicht viel zu lang :D
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Re: Hey ^^

Beitragvon Hyazinth » 25 Sep 2018, 21:43

Hallo disconnected,

schön, dass du das Forum gefunden hast.
Ich suchte, wo der Wind am schärfsten weht...

Re: Hey ^^

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