Hallo Leute, bin neu hier, heiße Jonas

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Hallo Leute, bin neu hier, heiße Jonas

Beitragvon jonas-20 » 16 Mai 2007, 22:48

Hallo Leute,

ich würd' euch gern meine persönliche Geschichte erzählen. Also, ich heiße Jonas, wohne in Regensburg, bin 20 Jahre alt, gehe momentan wieder in die Schule (BOS), um mein Abi nachzumachen.

Zu meinen Eltern (Vater ist Physiker, arbeitet aber in der Wirtschaft, meine Mutter Hausfrau) hatte ich noch nie so eine richtig intensive Liebe oder Zuneigung empfinden können. Ich bin auch der Meinung, dass sie überhaupt nicht zusammenpassen. Jedenfalls hält mein Vater nichts von mir, und ich nichts von ihm. Ich verstehen uns aber trotzdem, aber dieses Verhältnis ist halt nur irgendwie oberflächlich, wir haben noch nie über richtige intime Dinge oder so geredet. Ich bin auch nicht aufgeklärt worden von meinen Eltern. Zu meiner Mutter habe ich ein besseres Verhältnis, kann besser mit ihr reden etc, aber das Verhältnis ist ebenso oberflächlich. Meine Eltern sind katholische Christen. Ich bin früher auch oft mit ihnen in die Kirche gegangen. Ich würde schon sagen, dass meine Kindheit und Erziehung von christlichen Werten geprägt war. Auch heute noch gehe ich ab und zu in die Kirche und an Ostern hab ich auch einen dieser Jesus-Filme angesehen, un das hat mich schon irgendwie berührt, diese Jesus-Liebe.

Jetzt gehe ich eigentlich erst zum richtigen "Hauptteil" über. Also: Ich hab mich immer schon, also quasi seit ich denken kann, zu Männern hingezogen gefühlt. Weiblich benommen hab' ich mich aber nie, von anderen Jungs war ich quasi nicht zu unterscheiden. Ich würde sagen, ich bin immer schon schwul gewesen. Ich bin der Meinung, dass meine Mutter mir das vererbt hat, irgendwie fühl' ich das. Über die väterliche Linie, denke ich, habe ich das nicht vererbt bekommen. Ich hab mal in einem wissenschaftlichen Magazin gelesen, dass Wissenschaftler die starke Vermutung haben, dass Homosexualität von Männern über die mütterliche Linie vererbt wird. Auch wenn es vererbt wird, heißt das nur, dass es eine Art Imprägnation von Geburt an ist, aber es heißt nicht, dass es nicht veränderbar ist. Aber das ist jetzt eigentlich unwichtig, von wem ich es vererbt bekommen habe oder ob es überhaupt vererbbar ist oder die Erziehung eine wichtige Rolle spielt etc., wichtig ist nur, ich bin es. Genauer gesagt, ich war es einmal! Das will ich euch nun näher erklären.

Also, letztes Jahr hab ich im Sommer mit ein paar Freunden zum ersten Mal an der Côte d?Azur Urlaub gemacht, in Saint-Tropez. Das war zwar ziehmlich teuer, weil wir in einem Nobelhotel direkt am Strand waren, aber das, was ich dort erlebt habe, war für mich ein einschneidendes und bedeutendes Erlebnis. Ein Freund, der dabei war, war auch schwul, so wie ich. Ich hatte mit dem aber noch nie was "Ernstes". Der andere jedoch nicht. Es war ihm aber egal, dass wir beide schwul waren, es störte ihn überhaupt nicht. Wir waren alle drei single, fuhren aber nicht mit der Absicht, jemanden kennen zu lernen, in den Urlaub. Wir wollten einfach nur relaxen, am Strand uns sonnen, schwimmen und einfach Spaß haben.

Ich werde euch jetzt ein bedeutendes, unvergessliches Erlebnis von mir schildern. Wir gingen jeden Tag nach dem Abendessen im Hotel noch ein wenig aus. Am dritten Tag unseres Urlaubs gingen wir abends in einen sehr angesagten, teuren Club. Der war überhaupt nicht zu vergleichen mit dem, was man in Regensburg geboten bekommt. Die Atmosphäre war einfach total super (die Cocktails hingegen sauteuer). Wir machten es uns in einer Ecke des Clubs gemütlich und hockten uns auf so stylische, bequeme Stühle. Die anderen beiden gingen auf die Toilette und ich sah mich in diesem Club ein bißchen um. Also ging ich ein bißchen umher und schaute den Leuten beim Tanzen zu (ich selbst tanze ja ziehmlich ungern). Auf einmal spricht mich so ein Mädchen von der Seite an. Sie sagte irgendwas französisches, aber ich verstand es leider nicht. Daraufhin fragte ich sie: "Do you speak English?" Und sie: "Oh, jeah, a bit." Ich fragte sie dann, ob sie Deutsch könne und dann sagte sie: "Deutsch? Ja klar". Ich war erstaunt, dass das Mädchen deutsch kann. Sie sprach im Grunde genommen ein recht gutes Deutsch. Wir unterhielten uns ein bißchen, und es stellte sich heraus, dass sie in ihrer Jugend lange Zeit in Deutschland lebte. Wir haben im Laufe der Zeit ziehmlich viel Alk reingekippt, aber immerhin nur so viel, dass wir noch genau wussten, was wir sagten. Ich verlor die anderen zwei dann, wahrscheinlich suchten sie mich in dieser Riesen-Disco und fanden mich nicht. Ich schrieb ihnen ne SMS, dass sie ruhig ohne mich gehen können, ich würde dann später alleine zurück ins Hotel kommen. Also ich muss sagen, normalerweise haben mich Mädchen vorher herzlich wenig interessiert, ich nahm sie normalerweise gar nicht wahr, wenn ich ausging. Sie waren bis zuvor einfach total uninteressant für mich. Nur Männer oder Jungs regten mich sexuell an, aber Mädchen nicht. Um wieder zurückzukehren; sie hieß Amélie und war wunderschön, hatte ganz schwarze Haare, leicht gebräunte Haut und so eine zärtliche, vertraute, liebevolle, mädchenhafte Art. Vom ersten Augenblick an wusste ich, dass sie anders ist als die anderen Mädchen. Der Unterschied stach mir sofort ins Auge. Wir gingen dann aus diesem Club raus und gingen draußen lange spazieren. Wir saßen uns dann auf eine Bank in einer Gegend, die ein bißchen von der Hektik abgeschottet ist. Natürlich war immer noch viel los, aber trotzdem war es ruhiger, und man konnte besser miteinander reden. Es war inzwischen schon ziehmlich spät geworden, es war so eine vertraute Stimmung, nicht richtig hell, aber auch nicht richtig dunkel, da überall viele Lichter und Straßenlaternen waren. Wir redeten über Gott und die Welt und kamen uns irgendwie immer näher, das Gespräch wurde immer vertrauter. Irgendwann hatte ich den Eindruck, als würde ich sie schon ewig kennen. Dieser zarter Frühlingsduft, der von ihr ausging, dieses süße Lächeln, ja, ich muss sagen, dass ich mich irgendwie von ihr angezogen fühlte. Nein, es war noch mehr, ich habe mich in sie verliebt. Wir kamen uns näher, ich legte meinen Arm um sie, sie rückte näher an mich heran, umarmte mich ganz fest und dann hab ich das getan, was ich mir in meinem Leben nie träumen hätte lassen: Ich hab sie geküsst. Und dieser Kuss war so intensiv, so voller heißer Liebe, es war, als würde ich im Himmel sein. Sie war für mich so anziehend wie ein Magnet, ich kann das überhaupt nicht beschreiben, weil mir die Worte fehlen. Wir verabschiedeten uns dann und trafen uns am nächsten Tag erneut. Ich hab in der Zwischenzeit den anderen Jungs davon erzählt. Die waren so erstaunt, dass keiner ein Wort herausbrachte. Den Gesichtsausdruck werde ich auch nicht vergessen, jeder hatte den Mund offen, die Augenbrauen hochgezogen und mich fragend und erstaunt angesehen. Wie gesagt, ich hab sie am nächsten Tag erneut getroffen und wir waren dann ganz allein im Hotelzimmer und hatten miteinander Sex. Das war das erste Mal im Leben, dass ich mit einer Frau Sex hatte. Aber ich muss euch sagen, es war ganz anders als früher mit Männern, es war viel geborgener, viel liebevoller, mit viel mehr Zuneigung und Wärme. Früher war der Sex nur reine Triebbefriedigung. Heute sitze ich wieder hier in Regensburg; ich liebe sie immer noch, so unvorstellbar stark. Ich muss sie einfach wieder sehen. Übernächste Woche sind Ferien, da flieg ich wieder nach Saint-Tropez, um sie zu sehen.

Ich glaube, dass ein Mann einen anderen Mann nicht wirklich lieben kann, zumindest nicht so, wie er eine Frau liebt. Ich habe es zumindest noch nie erlebt, dass zwei schwule Männer sich wirklich aufrichtig und ernsthaft lieben konnten.

Ich muss dazu sagen, dass ich seitdem eine gewisse Wesensveränderung durchmachte. Früher war ich ein Mensch, der sich kollektiven Haltungen anschloss, der im Grunde genommen es nicht wagte, irgendetwas, was die Gemeinschaft tut und denkt, in Frage zu stellen. Heute bin ich nicht mehr so ein Kollektiv-Typ, ich würde sagen, dass ich seitdem viel eigenständiger geworden bin, nicht mehr die übliche Meinung über die Welt habe, wie sie alle haben, sondern eine eigene. Irgendwie verbinde ich das immer mit meiner Wandlung von homo in hetero. Als ich noch jünger war, war ich auch so 'ne Kichererbse, irgendwie lächerlich und "unmännlich", heute zum Glück nicht mehr.

So, das war nun meine persönliche Geschichte, von einem schwulen 20-jährigen, der sich unsterblich in ein Mädchen verliebt hat und seitem nichts mehr von Männern will.

Hallo Leute, bin neu hier, heiße Jonas

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Beitragvon Outcast » 16 Mai 2007, 23:15

Hm, ich bin mal - was ich selten bin - ganz offen. Ich finde dein Erlebnis und deinen Lebenswandel ja interessant. Aber irgendwie weiß ich nicht was du mit deinem Beitrag sagen möchtest. Ehrlich gesagt, kommt für mich der Text persönlich so rüber, als ob du "schwul" auf einmal ganz falsch und blöd findest. Warum? Ich meine - schön, dass dein Traum in Erfüllung ging und du jetzt "hetero" bist.

Aber warum zum Teufel musst du jetzt die homosexualität so schlecht machen. Ich kann einfach nicht glauben dass du wirklich je schwul gewesen sein willst, ohne dir näher treten zu wollen. Nur dann müsstest du meiner Meinung nach Wissen, was so ein Mensch denkt. Das auch schwule Gefühle haben und nicht alle nur poppen wollen. Es mag auch sein, dass du den Sex mit Frauen schöner und "geborgener" findest. Aber hast du dir schonmal überlegt, dass du vielleicht einfach die "falschen" Freunde hattest. Nur weil du anscheinend keine geborgene Beziehung geführt hast, heißt das ja nicht dass es die unter Schwulen nicht gibt! Mein Gott - wieviele "miststücke" gibt es auch unter den Frauen!!! Und jeder Mensch empfindet anders.

Ich glaube, dass ein Mann einen anderen Mann nicht wirklich lieben kann, zumindest nicht so, wie er eine Frau liebt. Ich habe es zumindest noch nie erlebt, dass zwei schwule Männer sich wirklich aufrichtig und ernsthaft lieben konnten.


Woher nimmst du diesen glauben??? Nur weil du nie richtig verliebt in einen Mann warst? Wie möchtest du als außenstehender bitte Wissen, wer sich aufrichtig und ernsthaft liebt? Wie soll das gehen? Und was mich richtig wütend macht, ist dass du das ganze hier so total über einen Kamm scherst! Du verallgemeinerst das ganze auf alle Schwulen. Warum? Deshalb kann ich beim besten willen nicht nachvollziehen dass du wirklich schwul warst - denn dann wüstest du, dass es anders ist. Oder möchtest du mir jetzt erzählen, dass du damals das gleiche geglaubt hast. Und selbst wenn - es gibt keine Förmchen, dass auf jeden Menschen passt. Jeder ist doch anders.


Ich muss dazu sagen, dass ich seitdem eine gewisse Wesensveränderung durchmachte. Früher war ich ein Mensch, der sich kollektiven Haltungen anschloss, der im Grunde genommen es nicht wagte, irgendetwas, was die Gemeinschaft tut und denkt, in Frage zu stellen. Heute bin ich nicht mehr so ein Kollektiv-Typ, ich würde sagen, dass ich seitdem viel eigenständiger geworden bin, nicht mehr die übliche Meinung über die Welt habe, wie sie alle haben, sondern eine eigene. Irgendwie verbinde ich das immer mit meiner Wandlung von homo in hetero.


Tut mir leid, aber meinst du das was du hier geschrieben hast wirklich so, wie du es geschrieben hast? Wie ist denn die kollektive haltung über schwule. Sie ist genauso wie deine meinung jetzt. Für mich denkst du jetzt kollektiv und nicht eigenständig - sorry. Denn du übernimmst mit deinen Aussagen einfach die Haltung der vielen Homohasser. Dein letzter Satz sprengt dann alle Register der Schwulenklischees:

Als ich noch jünger war, war ich auch so 'ne Kichererbse, irgendwie lächerlich und "unmännlich", heute zum Glück nicht mehr.


Mein Gott was musst du als damals Schwuler alles durchgemacht haben mit den Schwulen. Eine Tucke nach der andern oder wie? Ich bin und war nie eine Kichererbse, lächerlich sowieso nicht und unmännlich fühle ich mich auch nicht wirklich.

Und noch ein letzter Satz: Wenn der Preis ein Hetero zu werden so hoch ist, dass ich vergesse wie schwer es für mich war dieses unverständnis der Gesellschaft ertragen zu müssen, sondern selber diese diskriminierende Haltung annehmen muss um Hetero zu werden. Dann muss ich dir sagen: Danke ich verzichte. Denn meiner Meinung würde ich mich damit menschlich zurückentwickeln und meine Tolleranz verlieren.

Dein Text gibt mir, einem immernoch Schwulen, das Gefühl nichts wert zu sein und ein falsches Leben zu führen. Aber bedenke, auch du könntest noch in meiner Lage sein. Warum jetzt auf homosexuelle Eintreten?
"Das was wir hinterlassen ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben." - Cpt. Jean Luc Picard

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zusätzl. Erläuterung

Beitragvon jonas-20 » 17 Mai 2007, 00:33

Hallo,

ich hab halt irgendwie erkannt, dass das schwul-sein etwas ist, was man sozusagen als Problem mit sich in der Welt herumschleppt, welches aber lösbar ist.

Ich will das nun näher ausführen:
Ein Psychologe hat mir mal was über die Wurzeln der Homosexualität erzählt. Es gibt Menschen, die von Geburt aus nicht in die "Herde", also in die Gemeinschaft bzw. Gesellschaft gehören, weil sie schöpferisch und eigenständig veranlagt sind, weil sie aus sich heraus zu leben hätten. Stell' dir mal einen Künstler vor, einen, der ein wirklich schöpferisches Talent besitzt. Es ist für dich wohl vorstellbar, dass dieser Mensch den starren Gemeinschaftsregelungen und "Herdentrieben" eher abgeneigt ist. So, und nun kommt ein wichtiger Punkt: Lebt dieser Mensch aus irgendwelchen Gründen nicht seine eigene, schöpferische Natur aus (weil er sich vielleicht nicht traut), und geht stattdessen in die Gesellschaft mit ihren gesellschaftilchen Normen und Haltungen, so "riechen" die anderen, dass der irgendwie anders ist. Der betreffende Mensch kann sich also nicht richtig verwurzeln und ausleben und steckt zwischen den Stühlen, seine schöpferische Anlage wird blockiert und es wirkt sich als Störung ein Geschlechtstrieb auf das eigene Geschlecht aus (als Zeichen seiner Blockade). Lebt er aber außerhalb dieser gesellschaftlichen Normen, so blockiert er nichts bei ihm und ist deshalb auch nicht schwul. Also wie gesagt, so ähnlich hat mir das ein Psychologe erklärt und es scheint für mich sehr stimmig zu sein, wenn man mal an den Christopher-Street-Day oder das Recht auf "Gottes Segen" (Ehe) etc. denkt. Scheinbar fordern die schwulen Männer immer ihr Recht auf Anerkennung in der Gesellschaft. So blöd wär ich nicht mehr, denn genau dort, wo sie zugrunde gehen, in der Gesellschaft nämlich, wollen sie Anerkennung. Das ist grotesk.

Ich will jetzt nicht Homosexualität als Krankheit darstellen oder sie schlecht machen, sondern als Konsequenz sehen, die sich zwangsläufig ergibt, wenn man eine bestimmte Haltung hat.

Früher hab ich einige Schwule gekannt, weil ich es selbst auch war und die haben mir gesagt, in Wirklichkeit fühlen sie sich in ihrer Rolle eigentlich gar nicht richtig wohl. Dasselbe konnte ich bei mir früher feststellen.

Übrigens: Früher dachte ich gar nicht so an die Liebe, ich wollte sie eigentlich nicht, ich wollte nur meine Triebe befriedigen wie ein Tier. Ich hab früher auch nie einen Mann oder Jungen geliebt. Heute will ich nur noch lieben und das, was aus der Liebesbeziehung heraus entsteht oder ein Teil davon ist, der Sex nämlich, ist zwar schön, aber nur eine Nebensache, da die Liebe höher steht.

Um das nochmals abzurunden: Ich bin also der Meinung, wenn sich ein schwuler Mann wirklich frei macht, sein Leben in Liebe leben will und nicht irgendwie seine Eigenart herschenkt, indem er sich diesen kollektiven Haltungen aussetzt und somit zwischen den Stühlen steht, wenn er sich selbst lebt (denn dieses Selbst ist ja blockiert), dann löst sich seine Homosexualität von selbst auf. Probiert es doch mal aus!

Ich bin wohl der beste Beweis dafür, denn seit ich wirklich liebe und wirklich mich selbst und meine Natur auslebe, verspüre ich keine Lust mehr nach homosexueller Triebbefriedigung. Früher, als ich mit mir selbst sozusagen im Zwiespalt war, war ich schwul. Ich war wirklich schwul, ich habe es mir nicht eingebildet!

Lunatic
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Beitragvon Lunatic » 17 Mai 2007, 00:42

Willkommen erst mal, Jonas.
So, das war nun meine persönliche Geschichte, von einem schwulen 20-jährigen, der sich unsterblich in ein Mädchen verliebt hat und seitem nichts mehr von Männern will.

Irgendwie verbinde ich das immer mit meiner Wandlung von homo in hetero.

wichtig ist nur, ich bin es. Genauer gesagt, ich war es einmal!

Hm... ich hätte folgende Fragen:
Denkst du, dass du das heute schon sicher für deine ganze Zukunft voraussagen kannst?
Stichwort „Wandlung“ (was ich ganz bewusst in Anführungszeichen setze) :
Glaubst du, dass diese ganzen 20 Jahre, die du dich zu Männern hingezogen gefühlt hast, jetzt auf einen einzigen Schlag alle weg sind?
Und hast du schon einmal daran gedacht, dass du auch bisexuell sein könntest?

Und um noch mal zu zitieren:
Ich glaube, dass ein Mann einen anderen Mann nicht wirklich lieben kann, zumindest nicht so, wie er eine Frau liebt. Ich habe es zumindest noch nie erlebt, dass zwei schwule Männer sich wirklich aufrichtig und ernsthaft lieben konnten.

Hier projizierst du deine eigenen negativen Erfahrungen in Sachen Homosexualität auf alle anderen Schwulen bzw. bisexuellen Männer und ihre Empfindungen für andere Männer. Das finde ich sehr, sehr problematisch.

Und eine Sache noch:
Als ich noch jünger war, war ich auch so 'ne Kichererbse, irgendwie lächerlich und "unmännlich", heute zum Glück nicht mehr.

Weiblich benommen hab' ich mich aber nie, von anderen Jungs war ich quasi nicht zu unterscheiden.

Kannst du erklären, wie du „irgendwie [...] unmännlich“ und „von anderen Jungs quasi nicht zu unterscheiden“ zusammen bringst?
Und das Wörtchen „auch“ finde ich in dem Zusammenhang leider sehr hässlich.

Ich will dir hier nicht auf den Schlips treten. Aber ich finde, dass du „die Schwulen“ zu stark auf einen gemeinsamen Nenner bringst und vor allem auch mit gängigen Schwulenklischees verbindest, was es in der Form überhaupt nicht gibt. Wie Outcast geschrieben hat: Das liest sich leider sehr wie Kollektivdenken.

Was ich definitiv klarstellen möchte;
Homosexualität ist definitiv nicht mit purer Triebbefriedigung gleichzusetzen, sondern eine eigenständige Form der Liebe mit allem Drum und Dran.
Ich kann dir sogar ein Gegenbeispiel nennen: Mein Brief- bzw. Mailfreund aus den USA (ebenfalls schwul) hatte über eine sehr lange Zeit hinweg überhaupt keinen Sex in der Partnerschaft mit seinem Freund, sondern eigentlich nur aus gegenseitiger Liebe zueinander.
Zuletzt geändert von Lunatic am 17 Mai 2007, 03:34, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitragvon Outcast » 17 Mai 2007, 01:32

Ich stimme dem was Lunatic sagt voll und ganz zu.

Und ich verstehe immer noch nicht, warum du von dir auf alle anderen Menschen schließen kannst? Es gibt auch Menschen die reden sich die heterosexualität ein! Und leben nicht ihre schöpferische Natur, das schwulsein aus. Diese Männer sind oft Väter und haben eine Frau und kommen dann später nicht mehr klar. Damit möchte ich sagen, dass es so und so fälle gibt! Somit sei gesagt, dass das was der Psychologe gesagt hat bei manchen Menschen zutreffen KANN, aber auf welcher wissenschaftlichen Grundlage will man dies nun auf alle schwulen übertragen???

Irgendwie habe ich den Eindruck dass dieser ganze Beitrag als eine Art "Racheaktion" einer anderen Seite basiert. Nämlich einer, die ich vor kurzem hier als "Schwulenfeindlicher Text" veröffentlicht habe. Denn diese ganzen Argumente von dir und auch die Art wie du schreibst, kommen mir sehr bekannt vor. Das ist nur eine Vermutung, aber meiner Meinung nach schreibt ein homosexueller nicht. Auch nicht jemand der angeblich mal einer gewesen ist!

Denn tut mir leid, ich glaube nicht dass jemand der auch nur mal "homosexuelle" Gefühle hatte so was schreiben würde. Meine Meinung, und damit ist dieser Beitrag auch für mich abgeschlossen.

Verstehe sowieso nicht was der Beitrag hier im Forum soll. Keiner hier will sich bekehren lassen, sondern unter gleichgesinnte.

Dass du früher angeblich nur deine Triebe befriedigt hast - schön - da sprichst du ja aus deinem Charakter. Aber ich weiß dass ich nie so war und sein werde. Auch bei Schwulen gibt es Liebe und Wärme. Wir sind doch keine Tiere nur weil wir schwul sind! Wieviele Heteros gibt es die auf Sado maso stehen? Und das ist auch nicht im sinne von der Bibel. Wenn man denn unbedingt dieses Buch braucht um mit seinem leben klar zu kommen.

Ich brauch es nicht.

Ich bin wohl der beste Beweis dafür, denn seit ich wirklich liebe und wirklich mich selbst und meine Natur auslebe, verspüre ich keine Lust mehr nach homosexueller Triebbefriedigung.


Tut mir leid, aber du bist nicht Jesus. Du bist nicht die Person des Mittelpunkts nach der sich alle andere richten. Du bist nicht die richtige, perfekte Person. Du bist ein Mensch von vielen - nicht besser und schlechter als ich.

Und dass du noch nicht mal über den Text nachgedacht hast, den ich geschrieben habe zeigt mir, dass du gar nichts verstanden hast.

Homosexuelle Triebbefriedigung - wenn ich so was lese - lol. Du machst Sex nur aus Fortpflanzungsgründen, ich verstehe. Da ist kein Trieb bei den heteros. Oh mann, tut mir leid aber diese Ebene der Unterhaltung ist nicht in meinem Sinne.

Ich bin Schwul und bilde mir nichts ein. Ich bin nicht blockiert, gehemmt oder sonstwas. Ich bin genauso wie gott mich geschaffen hat. Auch in belangen meiner Sexuellen Ausrichtung. Du wirst nicht schwul - du wirst so geboren, und da gibt es kein rütteln und schütteln. Ich lebe MEINE Natur nur aus, wenn ich mich als homosexuellen Akzeptiere und nicht ein heteroleben vorspiele, das ich gar nicht haben sollte.

Wie gesagt, da du wiederholt von dir als Mittelpunkt des Universums ausgehst und dich als Richtbild darstellst, hat eine weitere Diskussion gar keinen Sinn.

In diesem Sinne wünsche ich dir noch ein weiterhin angenehmen Leben als Hetero und werde mich in eigenem Interesse nun von diesem Beitrag zurückziehen und in mein homosexuelles, triebgesteuertes, vorgespieltes, ungelückliches, oberflächliches und von hemmungslosem Sex geplasterten Leben zurückziehen. *Achtung hohe Konzentration von Ironie*

Ich bin weg^^.
"Das was wir hinterlassen ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben." - Cpt. Jean Luc Picard

Schocker
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Beitragvon Schocker » 17 Mai 2007, 02:25

Okay, auch noch mein Senf dazu.

erst mal hallo,

ich finde es vollkommen okay, dass du nun festgestellt hast oder es zumindest glaubst, dass du hetero bist. Aber ich kenne soviele schwule Beziehungen, die zwar sicher auch mit Sex einhergehen, aber eben auch mit dem Wörtchen, das du unter Schwulen ausschließt, das sich "Liebe" nennt. Also ist deine These falsch! Punkt!
Klar gibt es Schwule - und vielleicht warst du so einer und kanntest daher auch nur solche - deren einzige "Freude am Schwulsein" der Sex war. Schade und traurig. Ich könnte sowas nicht. Aber du hast wenigstens nun die wahre Liebe gefunden, das ist wirklich schön. Du brauchst dir keine Sorgen machen: hier hat niemand etwas gegen die heterosexuelle Liebe gesagt. Und dass du nun aus eigener Sicht hetero geworden bist, ist ja wie gesagt vollkommen okay. Aber frag dich mal, wie sich folgendes anhört:

Heteromänner sitzen immer vorm fernseher, pfurzen in den Sessel, lieben es zu rülpsen, stehen prinzipiell immer auf Fußball, müssen immer stark sein, kennen keine Angst und sind voll die Machos!

Wenn du nun also mit irgendwelchen halbgaren Behauptungen über Schwule kommst, könnte ich das auch über Heteros loswerden.
Fakt ist aber, dass ich ne Menge dieser seltsamen Heteros kenne, die alles andere als rumpfurzen. Und Fakt ist auch, dass ich ne Menge Schwule kenne, die tatsächlich ne Beziehung haben.

Und was ich noch über jene kurzlebigen, sextriebige Beziehungen sagen möchte:
Sagt dir der §175 etwas? Heute gibts den nicht mehr. Der wurde 1995 abgeschafft. Und bis 1969 war es Schwulen verboten, miteinander Sex zu haben. Der Paragraph war auch in der NS-Zeit genauso stark gewesen wie bis 1969. Und während der NS-Zeit wurden Schwule sogar eventuell getötet, weil sie versuchten, ne Beziehung zu führen.
Klar gabs damals nichts anderes als schnellen Sex unter Schwulen. Sie mussten ja immer fürchten, ins Gefängnis gesteckt zu werden. Und ich kenne zufälligerweise einen Menschen, der inzwischen einen Partner hat (beide glücklich verliebt und leben zusammen), der aber bis vor einigen Jahren gewaltige Probleme mit seinem Schwulsein hatte (eben weil er in dieser Zeit aufgewachsen ist, als seine Liebe zu Männern strengstens untersagt war). Heute ist er glücklich, schwul und liebt - einen Mann.
er hats geschafft. Aber außer ihm gibts noch so viele aus dieser Zeit (vor allem ältere Männer und Frauen), die sich nicht trauen, öffentlich zu lieben, und daher schnellen Sex bevorzugen. Das ist ziemlich traurig, jedoch auch bittere Wahrheit.

Und als Gegenbeispiel: Heteros wurde nie verfolgt oder wegen Liebe zum anderen Geschlecht umgebracht oder gefangen genommen. Und warum in Herrgotts Namen gibts da soviele Scheidungen, Prostituierte, Freier, Seitensprünge - wo sie sich doch alle so sehr lieben.
Ich weiß, was du sagen willst: klar, es gibt immer Leute - auch heteros - die nur triebgesteuert sind. Aber wenn du so kommst, erkenne bitte auch an, dass dies ebenso für Schwule und Lesben gilt.

mit freundlichen Grüßen

Schocker

Lunatic
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Beitragvon Lunatic » 17 Mai 2007, 03:02

Hallo Jonas,

normalerweise nehme ich Postings ja nicht gerne in Einzelteile auseinander. Aber gerade in deinem letzten schreibst du teilweise Dinge, die ich sehr windig finde bzw. zu denen ich noch etwas fragen oder schreiben möchte. Also mache ich hier mal eine Ausnahme...

ich hab halt irgendwie erkannt, dass das schwul-sein etwas ist, was man sozusagen als Problem mit sich in der Welt herumschleppt, welches aber lösbar ist.

Und morgen fallen Brot und gebratene Fische vom Himmel. ^^
Ne, aber das ist natürlich ein haarsträubender Quatsch, tut mir Leid.
Früher hab ich einige Schwule gekannt, weil ich es selbst auch war und die haben mir gesagt, in Wirklichkeit fühlen sie sich in ihrer Rolle eigentlich gar nicht richtig wohl.
Aha, du kannst dich also in ihre Gedanken und Gefühle reinversetzen?

Gerade mal Outcasts Vermutung finde ich sehr interessant. Ich finde es auch komisch, dass jemand, der angeblich über einen so langen Zeitraum schwul war, durch dieses eine Erlebnis unum
Ein Psychologe hat mir mal was über die Wurzeln der Homosexualität erzählt.

Hat dieser „Psychologe“ überhaupt eine Zulassung? Falls er eine hat und solche Aussagen veröffentlicht, zweifle ich daran, dass das noch lange so bleiben wird. Das Ganze hat einen pseudowissenschaftlichen Anstrich, aber weder Hand noch Fuß.
Lebt dieser Mensch aus irgendwelchen Gründen nicht seine eigene, schöpferische Natur aus (weil er sich vielleicht nicht traut), und geht stattdessen in die Gesellschaft mit ihren gesellschaftilchen Normen und Haltungen, so "riechen" die anderen, dass der irgendwie anders ist.

Der Aussage nach gäbe es wohl kaum noch ungeoutete Schwule. Irgendwo habe ich mal eine Geschichte namens „Am I blue?“ gelesen... da konnte der Hauptcharakter an einer blauen Färbung erkennen, ob jemand schon homosexuelle Gedanken bzw. Erfahrungen hatte. Meinst du so was in der Art?
es wirkt sich als Störung ein Geschlechtstrieb auf das eigene Geschlecht aus (als Zeichen seiner Blockade). Lebt er aber außerhalb dieser gesellschaftlichen Normen, so blockiert er nichts bei ihm und ist deshalb auch nicht schwul.

Homosexualität ist keine Blockierung... und schon gar keine Störung.

Und was „gesellschaftliche Normen“ angeht... sag mir mal, in wieweit du Homosexualität und gesellschaftliche Normen in einen guten Einklang bringst. Ich denke, im Umkehrschluss hieße das, Heterosexualität wäre außerhalb dieser Normen. Bitte ???
Scheinbar fordern die schwulen Männer immer ihr Recht auf Anerkennung in der Gesellschaft. So blöd wär ich nicht mehr, denn genau dort, wo sie zugrunde gehen, in der Gesellschaft nämlich, wollen sie Anerkennung. Das ist grotesk.

Ach ja, grotesk? Ich denke, du bringst Ursache und Wirkung ein bisschen durcheinander. Gerade häufige Missverständnisse und Vorurteile in der Gesellschaft sind dafür verantwortlich, dass Schwule (und Lesben) daran etwas ändern wollen. Und zum Glück befindet sich das auf einem guten Weg.
Ich will jetzt nicht Homosexualität als Krankheit darstellen oder sie schlecht machen, sondern als Konsequenz sehen, die sich zwangsläufig ergibt, wenn man eine bestimmte Haltung hat.

Genau das tust du aber eigentlich hier. Wenn ich mal deine Worte von oben zitieren darf: „Störung“ und „Blockade“. Das sind Begriffe, die mit einer Krankheit in Verbindung stehen. Das ist eine hübsche Form von Pseudotoleranz, finde ich.

Dasselbe konnte ich bei mir früher feststellen.

Übrigens: Früher dachte ich gar nicht so an die Liebe, ich wollte sie eigentlich nicht, ich wollte nur meine Triebe befriedigen wie ein Tier. Ich hab früher auch nie einen Mann oder Jungen geliebt. Heute will ich nur noch lieben und das, was aus der Liebesbeziehung heraus entsteht oder ein Teil davon ist, der Sex nämlich, ist zwar schön, aber nur eine Nebensache, da die Liebe höher steht.

Aha, und dann hat es „klick“ gemacht und du bist heterosexuell geworden und konntest auf einmal Liebe für Mädchen empfinden, die du in deinem „vorherigen“ Leben nicht mal angeschaut hast. Aha. ^^ Ich verweise auf den letzten Abschnitt in meinem ersten Posting.
Ich bin also der Meinung, wenn sich ein schwuler Mann wirklich frei macht, [...], indem er sich diesen kollektiven Haltungen aussetzt und somit zwischen den Stühlen steht, wenn er sich selbst lebt (denn dieses Selbst ist ja blockiert), dann löst sich seine Homosexualität von selbst auf. Probiert es doch mal aus!

Au ja, das werden wir noch heute ausprobieren, klar! ^^
Ich glaube eher, dass die „kollektiven Haltungen“ gerade erst die von dir erwähnten Stühle auseinander rücken und Homosexuelle darin blockieren können, zu sich selbst zu finden.

Fazit:

Gerade was Outcast von der Racheaktion geschrieben hat, klingt für mich sehr interessant... und auch mich erinnert deine Argumentation vollstens an die eines Fundamentalisten. Könnte er da Recht haben?

Denn tut mir leid, ich glaube nicht dass jemand der auch nur mal "homosexuelle" Gefühle hatte so was schreiben würde.

Das denke ich auch! Gerade wenn wir mal z.B. von einer „Störung“ oder den erwähnten Stereotypen, die du unterscheidungslos auf alle Schwulen anwendest, reden, dann kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass du wirklich jemals erlebt hast, wie es sich anfühlt, homosexuell zu sein. ^^

Ich bin wirklich einer der Letzten, der jemanden fallen lässt oder nicht ernst nimmt, wenn er ein Problem hat. Aber du scheinst ja ganz glücklich mit deinem „Heterodasein“ zu sein und mit Homosexualität heute angeblich nichts mehr am Hut zu haben.
Und ich glaube nicht, dass meine Worte dich irgendwo zu Unrecht treffen werden nach dem, was du geschrieben hast. Ich wünsche dir, dass du mit deiner Freundin aus Saint-Tropez glücklich wirst, und das meine ich ehrlich. Aber bitte lass in Zukunft solche Verallgemeinerungen und nicht ausreichend begründete Behauptungen (du bist eingeladen, das nachzuholen). :wink:

jonas-20
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Beitragvon jonas-20 » 17 Mai 2007, 10:45

Also, sollte ich jemanden durch meine Aussagen verletzt haben, dann will ich mich gerne entschuldigen. Ich werde es in Zukunft auch vermeiden, alle Schwulen unter einen Kamm zu scheren, denn jeder Mensch ist tatsächlich individuell. Aber: Eines haben schwule Männer ja gemeinsam und das kann man ja wohl nicht leugnen, nämlich ihre sexuelle Gesinnung. Insofern kann man sie schon irgendwie "zusammenfassen". Genauso wie man Männer und Frauen zusammenfassen kann oder Babys und Opas, in dem Sinn meine ich das jetzt. Jeder Opa für sich gesehen ist aber von den anderen seinem Wesen und seiner Person nach verschieden. Ich hoffe, ihr versteht, was ich damit sagen will.

Um das, was ich schon mal sagte, noch ein bißchen deutlicher darzustellen: Ein homosexueller Mann gleicht in gewisser Weise einem Elektron, das immer um das Proton herumfliegt, weil er nie richtig ins Zentrum geht bzw. gehen will. In das Zentrum der Herde bzw. Gesellschaft nämlich. Ist in gewisser Weise immer "außen vor". So ein Mensch ist vielleicht auch toleranter und offener für Bildung. Ist euch das schon mal aufgefallen? Hab ich bei mir selbst auch bemerkt.

Wisst ihr, ich kann doch nicht nur dort hindenken, wo ich nicht betroffen bin. Wenn ich die Welt verstehen will, dann muss ich auch dort hindenken, wo ich selbst betroffen bin, sonst kann ich das Denken aufgeben, falls ihr versteht, was ich meine.

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Beitragvon olrigo » 17 Mai 2007, 12:41

wow :o hier wird aber heftigst geschossen...

dann will ich auch mal :wink: aber erstmal

Herzlich Willkommen hier im Forum, Jonas!

So:
Ich finde deine Story recht interessant. Es klingt zwar ein bisschen traumhaft, aber dennoch bin ich gewillt die Geschichte zu glauben, weil ich denke, dass es sowas geben kann. Ich freue mich für dich, dass du eine tolle Erfahrung gemacht hast.
Meine These zu diesen ganzen Äusserungen:
Kann es sein, dass du irgendwie in die Ecke des Schwulsein gedrängt worden bist? Und es deswegen jetzt für dich eine Art Befreiung für dich ist, das es wohl doch nicht so ist?!
Wie war den dein Coming Out? Wie hast du dieses erlebt? War es für dich nicht schwierig? Ich frage, weil du deine Schwule-Zeit einfach so schnell wegwirfst?! War es für dich nur qual?

Wolltest du mit deinem Text uns helfen?!

Gruß olrigo

jonas-20
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Beitragvon jonas-20 » 17 Mai 2007, 15:26

Hi olrigo,

ich war schon immer schwul, quasi seit ich denken kann. Ich kann mich auch noch erinnern, damals war ich ca. 5 Jahre alt und in so einem Kindergarten und da hatte ich auch schon homoerotische Phantasien. Also quasi seit Geburt an. Mit der Homosexualität gehen auch oft Depressionen, Identitätskonflikte, schwaches Selbstvertrauen etc. einher, die ich natürlich in meiner frühen Jugendzeit auch hatte und die sehr schmerzlich für mich waren. Ich habe mich nie öffentlich geoutet, meine Eltern und alle übrigen Verwandten wussten nichts davon. Ich hatte ein paar homosexuelle Kontakte mit jungen Männern, aber wie gesagt, da war keine Liebe dazwischen. Ich hab mich auch irgendwie für mich selbst geschämt, dass ich so bin.

Du fragtest mich noch, ob ich euch mit meinem Text helfen wollte. Ich wollte euch nur sagen, dass ich davon befreit wurde. Wie ihr das jetzt beurteilt, bleibt euch selbst überlassen.

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Crazy_Boy24
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Beitragvon Crazy_Boy24 » 17 Mai 2007, 17:24

Wenn du von Depressionen, Identitätskonflikte usw. sprichst... auf dem Weg befindet sich jeder, der mit sich selbst im Konflikt steht und versucht sein wahres Ich zu finden und zu akzeptieren.

Wenn du lediglich nur sexuelle Kontakte hattest... kurz ansprechen und ab in die Kiste... so kann in meinen Augen keine Liebe enstehen...

Liebe entwickelt sich... ein Flirt...ein ausgiebiges Gespräch zusammen...öfters treffen... und schwupps hat dich Armors-Pfeil weggefegt...(klar was schwer ist, wenn man ungeoutet ist, weil man möchte mit seinem Schatz ja viel Zeit verbringen, da spielt das Outing natürlich auch eine Rolle...zumindest empfinde ich es so!)

Vielleicht dachtest du auch lange Zeit, dass du schwul bist und hast jetzt gemerkt, dass du eher bi bist... kann ja sein... für sich selbst herauszufinden was man möchte dauert bei dem einen länger und beim anderen eben nicht...

Du solltest nicht gleich versuchen alle "zusammenzufassen". Auch wenn du sagst, die Schwulen kann man auf Grund ihrer sexuellen Orientierung zusammenfassen, ist trotzdem jeder von ihnen unterschiedlich. Das ist ein großes Problem unserer heutigen Gesellschaft, es werden alle gleich in eine Schublade gesteckt. Die Individualität eines Menschen scheint hier nicht mehr zu zählen.
"Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt." - Albert Einstein

Schocker
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Beitragvon Schocker » 17 Mai 2007, 20:39

Hi Jonas,

ich muss aber schon sagen, die letzten beiden Posts, vor allem der vorletzte klingt wieder etwas "gesünder". Hast du also kapiert, dass Schwulsein keine Krankheit ist und auch nichts ist, was irgendwie einer psychologischen Blockade ähnelt auf dem Weg zum "wahren Heterodasein"? Wenn ja, dann find ichs toll, dass du das nun eingesehen hast. Irren ist menschlich. Im anderen Fall müsste ich dir sagen, dann hast noch einiges vor dir, was das Verständnis für Liebe betrifft.

Aber ich bin jetzt mal zuversichtlich.

Wünsche dir nen schönen Abend...

Slayer87
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Beitragvon Slayer87 » 17 Mai 2007, 20:42

Hab mich mal schlau gemacht.

Warum bist du eigentlich hier im Forum XD

Egal ich sag nur eins.

Das du wahrscheinlich ziemlich neidisch bist,
oder das du langeweile hast ....

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blowfish
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Beitragvon blowfish » 17 Mai 2007, 21:28

Hi Jonas,

schoen, dass du bei uns im Forum bist.
Deine Geschichte zeigt mir etwas, das eigentlich ganz normal sein sollte, es aber wohl doch nicht ist: So wie es Jungs gibt, die glauben hetero zu sein und dann irgendwann merken, dass sie schwul sind, gibt es auch welche, die meinen sie waeren schwul und merken dann, dass sie es doch nicht sind.
Ich hoffe du hast deinen Weg gefunden und bleibst uns trotzdem noch ein bisschen erhalten. - Wie du merkst, regt das Thema ja durchaus zum Diskutieren an!

Liebe Gruesse & viel Spass

blowfish
Bin ich schwul? 83% der Menschen, die diese Frage stellen, sind schwul. Hast du dich vorher extra in einem schwulen Forum angemeldet, beträgt die Wahrscheinlichkeit sogar 97%.

jonas-20
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Beitragvon jonas-20 » 17 Mai 2007, 21:36

Warum ich hier im Forum bin?

Weil ich früher auch schwul war, so wie ihr und weil ich euch meine Geschichte erzählen wollte. Ich weiß, dass viele schwule Männer unter ihrer sexuellen Orientierung leiden, da braucht mir keiner was vormachen. Ich wollte euch nur zeigen, dass man seine sexuelle Orientierung ändern kann.

Die Natur hat es einfach mal so eingerichtet, dass Männer und Frauen zusammengehören, wobei ca. 4% der männlichen Bevölkerung halt eine Ausnahme sind.

Wenn man seine sexuelle Orientierung ändern will, und vom Schwul-Sein befreit werden will, gestaltet sich das möglicherweise etwas schwierig für viele. Sie müssten ihr gesamtes Leben und ihre ganzen Haltungen und Meinungen und überhaupt die ganze Welt in Frage stellen, um zu ihrem wahren Wesenskern vorzudringen.

Auf wen sollte ich denn überhaupt neidisch sein?
So ein Quatsch!

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