Hallo Leute, bin neu hier, heiße Jonas

Hier kann sich jeder vorstellen und aktuelles aus seinem Leben berichten
Nisashi
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Beitragvon Nisashi » 17 Mai 2007, 21:40

Als ob es so leicht ist, von seiner Homosexualität befreit zu werden, klingt ja schon wie von der katholischen Kirche, ist sehr fragwürdig. Dabei stellt sich die Frage, worunter lässt du eigentlich genau Bisexuelle laufen, diese haben ja eine Schwäche für Mann und Frau. Aber bleib ruhig im Forum, denn deine Erkenntnisse sind höchst interessant.

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Schocker
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Beitragvon Schocker » 17 Mai 2007, 21:58

Ja, ich finde deine Ausführungen auch interessant, wobei du sagst, dass man, ich zitiere:

Sie müssten ihr gesamtes Leben und ihre ganzen Haltungen und Meinungen und überhaupt die ganze Welt in Frage stellen, um zu ihrem wahren Wesenskern vorzudringen


Wow, das ist ne ganz schöne Menge um nun die wahrhaftigkeit der Liebe kennen zu lernen. Heißt das also, die Menschen, die von vornherein hetero sind, besitzen diese ganzen erkenntnisse schon? Welche Naturtalente!

Nee, im ernst, das ist wieder so ne Verallgemeinerung von dir, die es mir schwer macht, dich richtig ernst zu nehmen...

Nisashi
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Beitragvon Nisashi » 17 Mai 2007, 22:02

Das ist ja das interessante, denn seine Psyche ist für einen Menschenbeobachter höchst interessant. Aber ob der heterosexuelle Mensch solche Erkenntnisse besitzt, glaube ich kaum, denn für solche Erkenntnisse muss man viel arbeiten, vorallem weil diese auch andersherum laufen können und jeder Homosexuelle diese Erkenntnisse erlangen kann, ohne Hetero zu werden.

jonas-20
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Beitragvon jonas-20 » 17 Mai 2007, 22:21

Es macht keinen großen Unterschied, ob ein Mann homosexuell oder bisexuell ist, er fühlt sich in beiden Fällen dem eigenen Geschlecht hingezogen und das ist, wie ich schon mal geschrieben habe, nichts anderes als die Konsequenz einer bestimmten Haltung.

Ich kann das recht gut beurteilen, denn ich hab ja schon beide Seiten in meinem Leben gelebt. Von daher kann ich behaupten, dass ich mich jetzt viel freier fühle, ich weiß, dass ich mich selbst gefunden habe. So einen Wandel wie ich erlebt natürlich nicht jeder, aber ich fühle es, dass trotzdem jeder, der will, sich ändern kann. Aber, wie gesagt, man muss ein ganz anderer werden mit einer anderen Lebenshaltung, möglicherweise mit einer mehr ethischen (aber nicht moralischen!!) Haltung, denn Moral ist das Verhältnis Mensch zu Mensch und Ethik ist das Verhältnis Mensch zu Jenseits/Himmel/Gott.
Eine moralische Haltung bringt nichts, weil ein anderer Mensch dich nicht heilen kann.
Aber eine ethische Lebenshaltung bringt was, weil genau dort, wo der Mensch sein Ich, sein schöpferisches und individuelles Selbst hat, welches er von der Grenze der Zeit hat, also von Gott, genau dort, sitzt ja die Blockade. Denn dieses Selbst will er ja nicht leben, statt dessen geht er in die Gesellschaft, die ihn dann ausschließt und er dann traurig ist. Aber warum will er eigentlich Anerkennung? Darüber denkt er nicht nach.

Wenn er aber weiterhin so leben will, dann find' ich das OK. Jeder muss halt wissen, dass er nur ein Leben hat und es nur eine Chance gibt! Ein zweites Mal gibt es nicht.

Richtig und falsch auch nicht, denn Gott ist kein Polizeibeamter oder irgendein Oberlehrer. Es gibt nur den einzigen Augenblick, in dem du wirklich dich selbst lebst, oder es gibt ihn nicht!

Wenn es ihn in deiner Welt nicht gibt, weil du ihn nicht zulässt, dann hast du später mal keinen Nachweis für die Augenblicke, die du selbst in Wirklichkeit leben hättest sollen.

Das sind halt jetzt ein paar philosophische Gedanken gewesen, ich interessiere mich sehr für die Philosophie, weil sie auch eine Orientierung für den Menschen ist.

Besonders heute in unserer verdorbenen, schlechten, gottlosen Welt, wo in Sachen Gentechnik und Klonen geforscht wird, in unserem Industriezeitalter, wo der Mensch nur noch wie eine Nummer behandelt wird, wo der Mensch zum Vorgang wird in einem riesengroßen Staats-Apparat, der alles verschlingt, was noch Dasein und Leben in sich findet, da braucht der Mensch sicherlich eine Orientierung und die finde ich halt in der Philosophie. Eine blöde Welt, die da entstanden ist. Aber gut, das gehört eigentlich nicht in dieses Forum hier rein.

Nisashi
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Beitragvon Nisashi » 17 Mai 2007, 22:28

Komisch, ich lebe mein Selbst aus und könnte mir einen Wechsel meiner sämtlichen Einstellungen nicht antun, denn dies ist ja wohl das Zeichen größter Schwäche, wenn aufgrund irgendwelcher fadenscheiniger Gründe sein gesamtes Inneres auf den Haufen wirft. Aber das die Götter nur eine unterstützende Hilfe sind, stimmt. Aber es ist doch wohl ein Riesenunterschied zwischen Homo und Bi, denn ein Homosexueller nimmt nur das gleiche Geschlecht, während der Bisexuelle beide Geschlechter nimmt. Und außerdem hast du dich wieder den Zwängen der Gesellschaft unterworfen, denn ein Mann muss ja unbedingt eine Frau haben, nach den Regeln, aber ein Homosexueller ist mutig genug, aus diesem Käfig auszubrechen und seinen eigenen Weg zu gehen. Aber es gibt auch Heteros, die dies schaffen, doch zu denen gehörst du nicht.

Schocker
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Beitragvon Schocker » 17 Mai 2007, 23:12

Interessant: alles was du schreibst, klingt ja super und toll, aber es trifft nur auf dich und manch andere zu, aber es trifft auch total aufs Gegenteil bei sovielen anderen zu.

Du schreibst:

Von daher kann ich behaupten, dass ich mich jetzt viel freier fühle, ich weiß, dass ich mich selbst gefunden habe


Dabei fällt mir auf, welch Qualen manch Heteromänner durchleben mussten, ehe sie merkten, dass sie schwul sind. Und erst als sie sich von Frau scheiden ließen und zu ihrer Sexualität standen (Also den Mut besaßen, nicht mit dem Strom der Heterosexualität mitzuschwimmen, schließlich entsprach es nicht ihrer Natur) fühlten sie sich richtig wohl.
Komish, dass es in deiner Vorstellung also nur von Schwul auf Hetero gehen kann und nicht umgekehrt. Diese Menschen kannten oder kennen übrigens so wie du auch beide Seiten ;-)

*Ironie an: Hey, was ich schon immer wissen wollte: wie sieht Gott aus? Du scheinst ihm ja begegnet zu sein und genau zu wissen, was er so für einer ist. *Ironie wieder aus*

Im Ernst: diese Glaubensvorstellung halte ich für ganz und gar subjektiv. Das gibt dir natürlich die Freiheit, so weiterhin zu denken, weil alles was du denkst, ist in deiner Vorstellung richtig und gut. Aber schlíeß doch nicht von deiner subjektiven Vorstellung auf alle anderen, beziehungsweise mach doch nicht deine Meinung so absolut objektiv.

Ich könnte dir auch sagen, was für nen Draht zu Gott ich habe und wie ich mich fühle, würde mir aber nie anmaßen, meine Meinung als die einzig richtige zu bezeichnen.

Und nun kommen zwei sich meiner Meinung nach widersprechende Zitate von dir:

1.
Richtig und falsch auch nicht, denn Gott ist kein Polizeibeamter oder irgendein Oberlehrer. Es gibt nur den einzigen Augenblick, in dem du wirklich dich selbst lebst, oder es gibt ihn nicht!


2.
Wenn es ihn in deiner Welt nicht gibt, weil du ihn nicht zulässt, dann hast du später mal keinen Nachweis für die Augenblicke, die du selbst in Wirklichkeit leben hättest sollen.


Das erste Zitat ähnelt meiner Vorstellung vom Leben, dem Bezug zu Gott: Gott ist kein Polizeibeamter oder Oberlehrer. Also, die Frage nach dem richtig oder falsch ist etwas, das eine rein menschliche Geschichte sein könnte und Gott steht da drüber.

Während in deinem zweiten Zitat plötzlich von dir gesagt wird: Die Augenblicke, die du selbst in Wirklichkeit leben HÄTTEST SOLLEN." hier auf einmal gibts also doch ein "HÄTTEST SOLLEN".
Was meinst du damit? was gilt mehr? Gott ein Oberlehrer oder Gott kein Oberlehrer?

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Beitragvon naku » 17 Mai 2007, 23:34

Hey jonas...

ich hab die diskusion auch verfolgt und ich möchte was dazu sagen:

Also die sache mit der gesellschaft: Ich selber kritisiere auch die teilweise homophobe haltung in der gesellschaft und möchte diese ändern um hinein zu kommen . Aber nicht um hetero zu werden sondern um frei zu sein. Frei eine beziehung leben zu können...irgendwann Frei in öffendlichkeit mit meinem freund spazieren, hand in hand laufen. shoppen, knutschen usw.
Darum möchte ich Anerkennung!

ich möchte auch so frei schwul sein wie ein hetero hetero sein sein!

Und daher kommt teilweise das gefühl das manche sich unwohl finden als homosexueller. weil sie merken das die gesellschaft sich mit IHNEN unwohl fühlt.

Und zum Thema ethnische moral: Ich bin christ! und ich weiß (!) das gott ,wenn er wollte, mich "heilen" könnte. ALso habe ich ethnische moral und glaube mir, ich gehe dieser moral auf den grund und ich habe sie, trotzdem ich schwul bin, nicht verloren und ich weiß dass das mich nicht "heilen" wird.

und zu dem was du als letztes geschrieben hat: Du hast in deinen ersten Postings selber uns menschen (jaaa wir sind auch welche!) wie nummern behandelt..

Denn wir sind nicht alle psyschich geschädigt!

Ich gratuliere dir das du deinen weg geschafft hast und das du zu deiner erkänntniss gekommen bist. Ich fand es schön wie du den Moment mit Amelie beschrieben hast ,denn es steckt wirklich viel liebe darin...
Ich möchte dir nur sagen das Wir das auch können...Lieben.. wir können uns auch geborgen fühlen.
Liebe ist nicht von den Geschlechtern und Sexualitäten abhängig!!!
Sie kann etwas wunderschönes sein, unter heterosexuellen und homosexuellen.

Ich wünsch dir dass du die Zeit die du mit Amelie hast wirklich geniesen kannst.

Alles Gute

Naku
Concerned mothers of the west
Teach your sons how to truly love

jonas-20
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Beitragvon jonas-20 » 18 Mai 2007, 13:56

Komisch, ich lebe mein Selbst aus und könnte ...

Es ist seltsam: Ihr meint alle, ihr würdet euer Selbst ausleben, dabei verquält ihr euch jeden Tag auf's Neue. Bedenkt: Es ist keine echte Freiheit, schwul zu sein!

Und außerdem hast du dich wieder den Zwängen der Gesellschaft unterworfen, denn ein Mann muss ja unbedingt eine Frau haben, nach den Regeln, aber ein Homosexueller ist mutig genug, aus diesem Käfig auszubrechen und seinen eigenen Weg zu gehen. Aber es gibt auch Heteros, die dies schaffen, doch zu denen gehörst du nicht.


Du bezeichnest also den natürlichen Geschlechtstrieb zwischen Mann und Frau als Käfig?!?! Gerade der letzte Satz ist ja wirklich lächerlich.

*Ironie an: Hey, was ich schon immer wissen wollte: wie sieht Gott aus? Du scheinst ihm ja begegnet zu sein und genau zu wissen, was er so für einer ist. *Ironie wieder aus*


Ich kann dir darauf schon eine Antwort geben: Gott ist eine raum- und zeitlose, allmächtige, alles erschaffende, heilige und höchste transzendente Macht, die nicht durch eine andere Ursache geschaffen wurde, vielmehr anfangslos ist nie enden wird. Er ist im Grunde genommen ein zeitloses Prinzip. Also er hat nichts menschliches an sich, in der Bibel heißt es sogar, Gott kann man nicht schauen, denn jeder, der Gott schaut, muss sterben. Einfach deshalb, weil der Mensch, der ja in seinem Leben der Polarität unterworfen ist und somit "ausschließlich" ist, das Wahre, Vollständige, Heilige nicht verkraften kann bzw. darin nicht bestehen kann.
Wie du siehst, ist meine Gottesvorstellung entgegen deiner Meinung ganz und gar nicht subjektiv.

Und meine beiden Sätze, die du zitiert hast, widersprechen sich nicht, denn der zweite wäre nur die natürliche Folge dessen, dass ich ein Teil meines Selbst verdrängt habe. Und dass der Mensch seine Wirklichkeit verdrängt, steht ihm zu, nur, er muss halt die Konsequenzen in Kauf nehmen und die wäre, dass er für immer unerlöst ist. Tja, das Leben ist halt kein Spiel! Das betrifft nicht nur euch, sondern alle Menschen, die ein Teil ihres Wesens verdrängen. Auch wenn ihr lustig und fröhlich durch die Gassen geht und Spaß am Sex mit Männern habt und es nachts so richtig krachen lässt, so bedenkt, dass ein Teil eures Herzens gleichzeitig in Schwermut versinkt, dass ihr etwas von euch verdrängt, nämlich die wahre innere Männlichkeit, eure eigene "Wirklichkeit", euer innerstes Wesen. Es ist keine Freiheit, schwul zu sein!

Nisashi
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Beitragvon Nisashi » 18 Mai 2007, 14:10

Als ich von meinem Selbst sprach, habe ich dabei nicht an Sex gedacht, denn das Selbst besteht nicht nur aus sexuellen Vorlieben. Aßerdem kann mein Herz nicht in Schwermut versinken, denn es gibt keine falsche oder richtige Männlichkeit, und selbst wenn, wäre es meinem Herz egal, da ich mir über solchen Quatsch keine Gedanken mache. Übrigens, du pädagogischer Pessimist, Homosexualität ist weder angeboren, noch erzwungen, es ist die freie Entscheidung eines jeden in diesem Forum, wen er in sein Bett lässt. Was du hier verlangst, würde den Großteil hier in Schwermut und Unglück stürzen, denn wenn man nicht so leben darf, wie man will, dann kommt es zu einer Schwermut des Herzens. Ich bezeichne diese altmodischen Vorgaben als Käfig, die verlangen eine Frau zu heiraten und Kinder zu kriegen, denn dies sind von der Gesellschaft festgelegte Zwänge. Und das Heteros daraus ausbrechen können, ist auch möglich, in dem sie keine Frau heiraten und sich nicht irgendwelchen hirnrissigen Zwängen ergeben.

jonas-20
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Beitragvon jonas-20 » 18 Mai 2007, 14:43

Also, ich bin weder pädagogisch noch pessemistisch. Ich rate auch niemandem ernsthaft etwas, denn jemandem etwas raten muss nur der, der nichts erklären kann. Außerdem würde es mir gar nicht zustehen, von jemandem zu verlangen, dass er ganz bestimmten Regelungen folgt, was ja sowieso nichts nützen würde, davon mal abgesehen. Denn die wahre Freiheit ist im Geist zu finden und sonst nirgends! Aber heutzutage gibt es viele Menschen, die führen ein Leben voller sozialer Zwänge und hoffen auf Anerkennung und so was. Die tun sich natürlich schwer, geistig frei und unverbindlich zu sein, denn die haben ja die Haltung, die alle haben. Letztens bin ich bei Rot über die Straße gelaufen, weil ich's echt eilig hatte. Da hat mich so ein Mann mit Krawatte daraufhin angesprochen, obwohl das dem eigentlich gar nichts anginge. Ich hab dem erklärt, dass ich als eigenständiger Mensch mir von einem blinkenden Automaten nichts vorschreiben lassen muss, denn ich weiß wohl selbst, wann die Straße frei ist und wann ich drüber gehen kann, schließlich hab ich selbst Augen im Kopf! So läuft das heute, man wird überall und ständig verhindert! Man kann kein normales Leben mehr führen, insofern auch nicht mehr wirklich frei sein.
Und ich bin nun ernsthaft der Ansicht, dass beim einem Schwulen diese sozialen Haltungen schon chronisch geworden sind, also quasi extrem und schwer veränderbar geworden sind. Deshalb stellt er nie was in Frage und kommt nie zu einer echten Einsicht. Nur Anerkennung will er, aber er wird zurecht nicht anerkannt und soll es auch nicht werden, weil er gemäß seiner Natur und seines Wesens nicht in diese soziale Gesellschaft gehört! Weil er eigenständig zu leben hat! Ich hab das schon mal geschrieben und bin leider missverstanden worden. Auf den Punkt gebracht kann man es so sagen:

Integriert sich ein schöpferischer und eigenständiger Mensch in die Gesellschaft, in die er von Natur aus nicht hineingehört, so wird er schwul.

Versteht ihr, deshalb nutzt es ihm überhaupt nichts, um Anerkennung zu betteln, weil es ja der falsche Weg für ihn ist.

Ich hab früher einige Schwule gekannt, die waren z. B. Krankenpfleger, einer war im Landratsamt, ein anderer war sogar Grundschullehrer, wieder einer war in so einer Wohlfahrtsorganisation. Nicht jeder, der schwul ist, muss im Staatsdienst sein, aber es ist irgendwie auffällig. Während ich keinen kannte, der ein von staatlichen Normen und Zwängen unabhängiges Leben führte! Es geht immer nur um die Haltung, die ein Mensch hat und diese Haltung ist bei homosexuellen Menschen oft eine Kollektiv-Haltung.

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Beitragvon blowfish » 18 Mai 2007, 18:15

jonas-20 hat geschrieben:Während ich keinen kannte, der ein von staatlichen Normen und Zwängen unabhängiges Leben führte!

Tust du das denn? Oder haeltst du das zumindest fuer erstrebenswert?
Bin ich schwul? 83% der Menschen, die diese Frage stellen, sind schwul. Hast du dich vorher extra in einem schwulen Forum angemeldet, beträgt die Wahrscheinlichkeit sogar 97%.

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Beitragvon jonas-20 » 18 Mai 2007, 18:35

Tust du das denn? Oder haeltst du das zumindest fuer erstrebenswert?


Ich versuche es zumindest. Es wird den Menschen heutzutage schon schwer gemacht, ein wirklich freies Leben zu führen. Früher war das noch einfacher.

Wir haben im Prinzip heute wieder die gleiche Lage wie damals im Nationalsozialismus, das gleiche Prinzip der Ideologie von staatlicher Seite, aber sie tarnt sich und versteckt sich hinter fadenscheinigen sozialen Alibis, stützt sich durch die Wissenschaft und erhält ihre Macht natürlich vom "Monster Staat", in dem sich alle integrieren.

Ich werde nach der Schule wahrscheinlich nicht studieren, obwohl es mein Vater gerne so hätte. Ich brauche keinen Denkberechtigungsschein, das kann ich nämlich auch ohne. Mit Denkberechtigungsschein mein ich natürlich das Diplom.

Denn würde ich mich in diese ruchlose Welt integrieren, würde ich mithelfen, dass sie noch besser zu Grunde geht. Sie ist eh schon am Abgrund.

Also Leute: So wie eure Haltung ist, so ist auch euer Leben!

Seid ihr in einem Kollektiv mit einer kollektiven Haltung, so seid ihr die Geknechteten und Unterjochten und werdet nie ein himmlisches Leben in voller Schönheit, Freiheit und Liebe haben.

Es ist eure Entscheidung!

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Beitragvon Nisashi » 18 Mai 2007, 18:41

Na, du bist mir wohl doch ein bisschen verpeilt, was das Leben betrifft. Früher war es auch nicht besser mit den Zwängen, diese waren eher noch schlimmer, wenn man bedenkt, dass man nur den Beruf des Vaters machen durfte oder gezwungen war zu heiraten. Heutzutage ist man viel besser. Ach ja, ich habe vor zu studieren und zwar, weil es meine freie Entscheidung ist, denn ich lerne für mein Leben gerne und mache es nicht für einen Bachelor oder Master, obwohl mir ein netter Doktortitel bestimmt gut stünde. Du verallgemeinerst zu sehr und bist blind von deinen Ideologien, die dich zwar frei von den "Zwängen" machen, dich aber zu einem Gefangenen dieser machen.

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Beitragvon jonas-20 » 18 Mai 2007, 20:05

Früher war es auch nicht besser mit den Zwängen, diese waren eher noch schlimmer, wenn man bedenkt, dass man nur den Beruf des Vaters machen durfte oder gezwungen war zu heiraten. Heutzutage ist man viel besser.


Nein, das stimmt nicht. Das Bild, das du hast vom Mittelalter ist dir vielleicht in der Schule so beigebracht worden oder deine Eltern haben es dir so erzählt, weil sie es selbst womöglich nicht besser wussten. Im Mittelalter hat die Krise schon begonnen, und findet jetzt ihr Extrem. Wir leben heute in einer Zeit, in der die Individualität des Menschen und mithin sein gesamtes Schicksal so extrem verhindert werden, in einem Ausmaß, welches es noch nie zuvor in der ganzen Weltgeschichte gegeben hat. Ich übertreibe da nicht! Und zwar wird man verhindert in einer "höheren Ebene", d. h. in einer Sphäre, die der Mensch gar nicht so richtig merkt am Anfang. Wir haben genügend zu essen, müssen nicht mehr hart körperlich arbeiten wie früher, dürfen heiraten, wen wir wollen, sogar einen Mann :D, aber der Mensch wird vom Staats-Monster wie ein Vorgang behandelt, wie eine Nummer, weil das im Wesen des Staates liegt. In einem Reich hingegen gäb's das nicht, denn die Reiche, die Königreiche sind immer "von Gottes Gnaden". Da hat jede Gestalt ihren Platz und ihren Raum und die vielen einzelnen Gestalten summieren sich zu einem zusammenhängenden Gefüge.

In so einem Gefüge gibt es zum Beispiel den Geiger, dann den Brunnen, an dem ein Mädchen sitzt und zuhört, und einen Vogel, der zwitschert, die gehören zusammen, es fehlt nur noch der Sonnenschein und der warme Wind und der süße Wein. In einem Reich kommt keiner, der den Geiger fragt: "Zeigen Sie Ihren Personalausweis!". Denkt doch mal nach, wieso wir alle einen Personalausweis haben. Es ist nicht so, dass wir einen Ausweis haben, weil man sich eine Übersicht verschaffen will, sondern wir haben deshalb einen Personalausweis, weil wir schon längst zur Nummer geworden sind und deshalb bestätigt man uns das noch amtlich.

Ich werde euch jetzt mal ein groteskes Bild ins Bewusstsein rufen: Stellt euch mal vor, Jesus hätte einen Personalausweis gehabt. Hört sich irgendwie seltsam an, oder? Da rührt sich das Empfinden und sagt: "Da stimmt was nicht". Jetzt müsst ihr es euch nur noch bewusst machen, warum es sich seltsam anhört, dann habt ihr es begriffen. Über eine groteske oder ironische Betrachtungsweise begreift man es immer am besten, weil es so übertrieben dargestellt wird.

Im Übrigen, ich denke in einer sehr bildreichen Art, vielleicht stört euch das ein wenig. Ich halte auch nichts von Vernunft, weil sie meines Erachtens nur eine Plausibilität ist, die am allermeisten verhindert. Es gibt Dinge, die sind einfach nicht vernünftig und deshalb kann ich sie auch nicht vernünftig denken.

Wir leben in einer Zeit, in der es uns persönlich vielleicht nicht schlecht geht hinsichtlich der Nahrung, Verpflegung etc., aber, der Mensch lebt nicht vom Brot allein...

Nisashi
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Beitragvon Nisashi » 18 Mai 2007, 20:13

Klar, und in diesem tollen Reich landet man dann auf dem Scheiterhaufen, wenn man freidenken will, weil alles in der Hand der Kirche ist. Grandios. Es wäre mir vollkommen egal, ob Jesus einen Ausweis hätte oder nicht, denn ich kann mit diesem ganzen Christengewäsch eh nichts anfangen. Vor allem erlaubt diese ganze Nummermacherei eine sehr angenehme Anonymität, denn heutzutage kennt nicht jeder jeden. Und die Kirche ist wohl der größte Käfig, da man dort ja überhaupt nichts darf. Mir liegt auch nichts ferner als logisches Denken, doch ich lebe nicht in einer Traumwelt wie du. Du denkst sehr bildlich, was nicht schlecht ist und auch diesem Mädchen an Brunnen wäre ich nicht abgeneigt, wobei mir einfällt, dass im Mittelalter alle gestunken haben wie ein Haufen Müll. Komm doch erstmal aus deiner Wunschwelt und fang an zu sehen, was wirklich los ist. Stimmt, man kann von Brot allein nicht leben, aber dafür gibt es ja Bildungsanstalten, Bücher und das Gehirn.

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