Ein schwerer Schritt aber vielleicht der richtige

Rund ums Coming-Out - wenn es das überhaupt gibt.
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Lemi88
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Ein schwerer Schritt aber vielleicht der richtige

Beitragvon Lemi88 » 11 Feb 2011, 21:20

Hallo Zusammen ich heiße Daniel

Um ehrlich zu sein für mich ist das nun echt ein schwieriger Schritt, von einer Seite möchte ich eigentlich wie jeder andere in meines Alters mit Kumpels weg gehen und mit netten Mädels eine Beziehung haben aber dies wird wohl nie Passieren. Das Thema das ich anders bin habe ich 7 Jahre herum getragen. Habe mich verarscht, belogen und seelisch fertig gemacht jedoch besser gefühlt nie. ich weiß einfach nicht mehr weiter in meinem Inneren sehe ich das ich nicht auf Mädels stehe sondern Gefühle für Boys habe und das ist schon seit ich 14 bin. Ich stand damals Voll auf einem Klassenkameraden was man damals sagte nichts ungewöhnliches sei, aber es hat sich aber nie etwas daran geändert. Ich war auch nie der Sohn der mein Vater wollte sondern in seinen Augen nur eine memme, die absolut nicht in seinem leben fertig bringt. Also das Übliche eben

Ich mach mich langsam aber sicher selbst fertig aber meine Familie ist streng Katholisch und würde dies auch nie zulassen darum weis ich langsam nicht mehr weiter. Am liebsten würde ich es nun endlich sagen aber kann es nicht aus Angst.

Ein schwerer Schritt aber vielleicht der richtige

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RayRay
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Re: Ein schwerer Schritt aber vielleicht der richtige

Beitragvon RayRay » 11 Feb 2011, 22:21

Hey Daniel,
Es gibt keinen Grund, warum du dich selbst fertig machen solltest. Du bist vielleicht anders, aber das ist ABSOLUT nichts Schlimmes :) Nur weil deine Eltern schlecht über Schwule denken, heißt das nicht, dass schwul sein was Schlechtes ist. Du bist wie du bist, das hast du dir nicht ausgesucht, das hat sich niemand ausgesucht, so ist man einfach. Deshalb ist es besonders wichtig, dass du dich selbst akzeptierst. Ich sag nochmal, das ist nichts Schlimmes :) Vielleicht hilft es dir, wenn du hier im Forum etwas drüber liest, Stichpunkt Inneres Coming Out.
Außerdem würd ich dir raten, dich bei einer guten und vertrauenswürdigen Freundin zu outen. Mädchen kommen mit sowas immer besser klar, aber trotzdem solltest du davor testen, wie sie auf Schwule reagiert, indem du einfach irgendwas ansprichst, das mit Schwulen zu tun hat und du sie dann ein bisschen ausfragst. Zum Beispiel:
"Mhm, ich hab gelesen, angeblich soll jeder 10. Schwul sein, das heißt von uns müssten XY Leute schwul sein.... Was wär denn, wenn zum Beispiel AB schwul wäre?"
Nach dem ersten Coming Out fühlt man sich echt 10 Tonnen leichter, denn dann gibt es wenigstens 1 Person, mit der man offen reden kann. Ich zum Beispiel war depressiv und hab mich immer einsam gefühlt. Obwohl ich nen relativ großen Freundeskreis hatte, fühlte ich mich sogar auf Partys einsam, weil ich immer dachte "Ja, die mögen zwar die Rolle die ich vorspiele, aber keiner kennt mich wirklich..."
Seit ich mich aber geoutet hab, weiß ich, dass manche wirklich wahre Freunde sind und mich jetzt auch wirklich kennen und mir geht es viel besser :) Also finde jemanden, bei dem du dich outen kannst und dann nur Mut :)

Und zu deinen Eltern: Naja, wenn deine Eltern wirklich so drauf sind, sollten sie vielleicht nicht die Ersten sein, die das erfahren^^.... In dem Fall würd ich mich frühestens bei meinen Eltern outen, wenn ich:
a) sicher weiß, dass sie nichts gegen Schwule haben
b) ausgezogen bin, also sie nicht mehr jeden Tag sehen muss
c) einen Freund habe
du wirst sehen, nach ein paar Outings bei guten Freunden mit positiven Reaktionen wirst du dich gleich viel stärker und besser fühlen und irgendwann wirst du auch die Stärke haben, es deinen Eltern zu sagen und mit einer negativen Reaktion klar zu kommen.
Ich wünsch dir alles Gute, liebe Grüße Ray :)

[Gott, wie viel ich immer schreibe, ist ja schlimm^^ Kein Wunder, dass sich keine Sau meine Threads durchliest xD]
PS: Ich hab vergessen zu erwähnen, dass viele Eltern Vorurteile gegenüber Schwulen haben, diese aber dann ablegen, wenn das eigene Kind schwul ist, weil sie ja dann sehen, dass nicht jeder Schwule mit Handtasche und pinken T-shirt durch die Gegend läuft xD

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Re: Ein schwerer Schritt aber vielleicht der richtige

Beitragvon lycatoria » 11 Feb 2011, 22:29

Zumindest was den Kumpels-Teil angeht kann ich eigentlich Entwarnung geben: als Schwuler wird man nicht den Rest seines Lebens nur mit Frauen in der Freizeit verbringen. Habe einen recht toleranten Freundeskreis, da ist das gar kein Problem. Kommt natürlich auch drauf an, wie man selbst ist, Pauschalaussagen sind da schwierig - aber: das schliesst sich nicht gegenseitig aus.

Sich in einer streng katholischen Familie zu outen ist sicher heftig, aber vielleicht kannst du in irgendeiner Form damit abschließen. Anders machst du dich nur kaputt, das hast du ja schon erkannt.

Übereilen musst du nichts, also nicht gleich losstürmen und allen "Ich bin schwul!" ins Gesicht schreien - aber zumindest der Mutter gegenüber mal einen Anfang zu machen, wenns schon beim Vater problematisch zu sein scheint...

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Re: Ein schwerer Schritt aber vielleicht der richtige

Beitragvon Lemi88 » 11 Feb 2011, 23:42

Danke, ihr habt mir sehr geholfen ich werde mich hier auch nochmals etwas umschauen.

 


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