coming out durch Freund

Rund ums Coming-Out - wenn es das überhaupt gibt.
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coming out durch Freund

Beitragvon nuklar » 06 Okt 2003, 00:51

Hi!

Wollte mal schreiben was passieren kann wenn man sich in ein coming out einmischt.

Ein ex-chatter:
Hatte einen Freund der schon ein bischen älter war. Dieser meinte er müßte seinen kleinen Freund bei den Eltern outen.. warum auch immer!

Jetzt hatte unser chatter mal einen Freund, darf nicht mehr in den chat, nicht mehr zu Freunden und muß sich nach der Schule melden damit die Eltern ihn schön zu Hause halten können.

Na super.

Jeder sollte sein eigens Coming out bestimmen.

Cu
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Beitragvon timtom » 06 Okt 2003, 11:00

Das ist ja krass....
vor allem was hatte jetzt der Freund des Chatters davon? Bzw. Warum hat der das gemacht?

Ich kann nur sagen, daß Coming-Out auch heute noch ein echt kniffliges Thema ist, das mit viel Fingerspitzengefühl behandelt werden sollte. Zumal man meiner Meinung nach vor einem gewissen Alter auch garnicht sicher sein kann, ob man nun wirklich schwul is oder nicht. Ich denke aber, das fühlt man dann schon, irgendwann.

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Beitragvon nuklar » 06 Okt 2003, 19:44

Hi !

Jepp, ich bin ja auch nicht geoutet.. äh.. so genau kann ich das auch nicht sagen.
Seit ich in Münster wohne wissen einige das ich schwul bin darunter auch ein paar hetros. Bei meinen Eltern bin ich nicht geoutet.

Irgendwann hat man einfach keine Lust mehr *verstecken* zu spielen. Und!--- muß man sich den überall sagen:"ich bin schwul." ?
Ne, das kommt in meinen Augen alles schleichent von selbst.

CU
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Beitragvon Montie » 07 Okt 2003, 14:22

Hallo!


Aber ist es nicht besser genau das zu machen "Hallo ich bin schwul."!
Ich find es besser wenn man die Leute direkt damit Konfrontiert. Wenn sich das, wie du sagtest, "einschleicht" wird viel hinter dem Rücken geredet.

BYY
Montie

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Beitragvon timtom » 07 Okt 2003, 16:10

Ich finde da gibts noch einen Unterschied zwischen "hallo, ich bin schwul" und verstecken spielen.
Ideal wäre es wohl, wenn man es einfach "tun" würde, und es nicht sein müßte. Also einfach boys anbaggern oder so, als wäre das total normal.
Ist schon schwer genug, dann muß nicht noch so nen Klischee Scheiß dazu, finde ich.
Vielleicht kann man ja eines Tages von seinem Partner reden ohne, daß jemand auch nur sekundenbruchteile stutzig wird, oder grinsen muß oder sonstwie komisch reagiert, weil es so normal ist, wie daß einige Leute Äpfel lieber mögen, als Birnen und dafür auch nicht als Sonderlinge behandelt werden....

Montie
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Beitragvon Montie » 11 Okt 2003, 00:54

Hallo!

Hmm, also einfach Jungs anzubaggern find ich auch nicht so gut.
Willst du von irgendwelchen Mädchen angebaggert werden ?


Gruß
Montie

schelm
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Beitragvon schelm » 11 Okt 2003, 12:36

hi,


ich glaub nicht das timtom damit meinte das du Jungs aufdringlich anbaggern sollst.
Ich glaube vielmehr das er meinte das du keine Angst davor haben sollst schwul zu sein in der Öffentlichkeit.
Also, das du so leben sollst wie du es für richtig hälst und dich nicht dafür verstecken mußt.

gruß
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Beitragvon timtom » 12 Okt 2003, 12:49

Also ich fände es nicht schlimm, von nem Mädel angebaggert zu werden... warum sollte einen das stören?
Ansonsten kann ich nur zustimmen: Was ich meinte, ist, daß man eben jeden anbaggern können sollte, ohne schlimme Konsequenzen fürchten zu müssen. So, daß es eben "normal" ist, einen Menschen attraktiv zu finden. Gleich welchen Geschlechts.

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Beitragvon nuklar » 12 Okt 2003, 14:47

HI!

Ich glaube das wird noch sehr lange dauern bis sowas möglich ist.


cu
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timi
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--

Beitragvon timi » 20 Mai 2004, 20:14

Dieser Freund hat sicherlich ganz schönen Mißt gebaut. Warum, das
weden wir wohl nicht erfahren. Vielleicht kam der damit nicht klar, dass sein Kumpel sich bei ihm geoutet hat und er wollte sich irgendwie rächen.
Dann war das echt ein Scheiss-Freund.

Wenn man seine Gefühle unterdrückt, dann wird man krank.
Also sollte man raus damit. Wenn dann sowas passiert, dann ist das natürlich erstmal ganz schön scheisse, vor allem wenn einen jemand, den man für seinen Freund gehalten hat und mit dem man eigentlich über sowas reden können sollte so etwas tut.

Mal schauen, wie mein bester Freund reagieren wird... Vielleicht schreib ich hier bald noch ne Antwort rein...

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Beitragvon jonny » 05 Jun 2004, 17:51

tja timi, das mit dem krankwerden ist nicht nur richtig, sondern sondern wird oftmals auch extremst unterschätzt.
ich selber habe da erfahrungen gemacht, die ich ein anderes mal hier posten werde...

zum eigentlichen thema
das coming out ist eine phase, die jeder schwule durchmachen muss. mit allen einzelnen schwierigkeiten und problemen. auf meiner fast-ex-schule ist ein schwuler, den hatten seine klassenkameraden anfang der 7. klasse geoutet und er gilt seither als der schwule der schule. ihn hab ich an meinem ersten abend in der schwulengruppe getroffen, und weil ich an meiner fast-ex-schule ein bunter hund (trotz farbenblindheit;-)) bin, wollte er mich unbedingt am nächsten tag outen. die andern jungs haben den restlichen abend gebraucht ihn zu bearbeiten, dass er mich nicht in der ganzen schule outet.

ich finde es fast einen ehrenkodex unter schwulen, dass man jedem sein coming out lässt, und selbst bei aufforderung (bitte sag es demjenigen oder so) noch mal nachfragt, ob man das nun richtig verstanden hat.

zur selbstverständlichkeit von schwulsein.
ja, ich denke es sollte irgendwann möglich sein, dass jeder so sein kann, wie er es für richtig hält, ohne, dass irgendwer das ernsthaft negativ kommentieren muss, doch leider habe ich nicht die hoffnung, dass wir das noch miterleben werden...
ich selbst verstecke mich normalerweise nicht mit meinem freund, und somit haben wir eine gute möglichkeit uns vor anderen zu outen, was wir so auch schon eniige male getan haben bisher immer mit guten ergebnissen. es zeigt halt, dass es für uns normal ist, und wir es nicht normal finden, wenn man die welt rein heterosexuell betrachtet.

ich kann auch verstehen, wenn einge leute am liebsten mit der regenbogenfahne in die schule kommen wollen, doch das halte ich inzwischen nicht für das richtige. wir sollten, solange wir eine gleichberechtigung mit heteros anstreben, auch nur bis zu einer gleichberechtigung fordern und uns nicht unnötig in die mitte stellen, und "hallo ich bin schwul" brüllen, wenn es niemanden interessiert. das ist in meinen augen belanglos, zwar ganz nett zu wissen, "ach, der auch..." aber ich könnte mich genausogut auf de nschulhof stellen und quaken "himbeerjoghurt ist für mich der einzig wahre" oder "ich liebe tennis". hübsch und wer will klebt sich entsprechendes aufs fahrrad (auf meinem fahrrad klebt ein regenbogenaufkleber...) und das auto, doch outings müssen nicht mit so großem rummel veranstaltet werden.

wir sind nicht schwul, um eine coming out party steigen zu lassen, sondern um nach unserer facón (schreibt man das so?) glücklich zu werden.
herzlich der jonny
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Beitragvon timtom » 07 Jun 2004, 09:28

Dazu fällt mir nur ein, daß die Frauen immer nach Gleichberechtigung in Bezug auf männliche "Konkurrenz" geschrien haben - nun sieht es so aus, daß bei gleicher Qualifikation oft eine Frau bevorzugt wird.
Gleichberechtigung kann ich da irgendwie nicht erkennen.

Andererseits finde ich es dann aber auch nicht okay, daß in Köln schwule Saunen ne Zwangsabgabe leisten müssen, die Heterosaunen aber nicht. (Argument: Die schwulen Saunen sind im Prinzip eh nur zum Poppen. Dem kann ich nur widersprechen, denn sogar ich war mal in so ner schwulen Sauna und hab da keinen Sex gehabt. Hm. Nein, ich denke nicht, daß es Rückschlüsse auf mein Aussehen zuläßt. :) )

Ich hör so oft von älteren Schwulen, daß die sich wünschen, daß sie das damals so einfach gehabt hätten, wie "wir" heute. Aber haben wir das auch wirklich so einfach?
Vielleicht können wir uns nur nicht vorstellen, wie schwer es "früher" war, aber AIDS gilt noch immer als klassische Schwulenkrankheit, die großen Sponsoren (Eurogay, Gayforum) gibts auch nicht mehr, immer mehr schwule Diskotheken machen die Schotten dicht und von einer Normalbehandlung der Schwulen kann m.E. auch keine Rede sein.

(Glaub bei facon muß man den Haken unten an das "c" machen, aber ich habe auch lange keine Französisch mehr gehabt)

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Beitragvon jonny » 08 Jun 2004, 12:18

... das bringt mich auf eine weitere idee für ein neues thema (aber erstmal muss ich heute mein abi fertigmachen...)
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Beitragvon timtom » 08 Jun 2004, 19:40

Ach komm, Abi dauert doch nur nen halben Tag *ggg*

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Beitragvon jonny » 09 Jun 2004, 00:30

ja, jetzt is vorbei...
10 punkte in dsp, heißt, schnitt von 3,0
nicht der besste, aber besser als nichts.

das nächste thema kommt morgen, denke ich mal.
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