Bitte helft mir!

Rund ums Coming-Out - wenn es das überhaupt gibt.
Neu91
new-boy
new-boy
Beiträge: 49
Registriert: 17 Sep 2012, 15:31

Bitte helft mir!

Beitragvon Neu91 » 27 Okt 2012, 14:53

Hi Leute.
Ich habe schonmal so einen ähnlichen Beitrag geschrieben, da konnten mir die Antworten nur leider nicht wirklich weiterhelfen.

Es ist so. Ich frage mich nun seit November 2011 ob ich schwul bin. Ich habe damals meine mittlerweile Exfreundin kennengelernt.
Es war auch alles schön und bei mir hat es schon nach ein paar Tagen im Bauch gekribbelt.
Der erste Kuss, das erste Treffen usw es war einfach schön.
Nur ist mir damals aufgefallen, dass ich nicht wirklich interesse an Sex mit ihr oder anderen Frauen habe. Ich hatte bis dahin weder sexuelle Fantasien noch irgendeinen sexuellen Trieb (jedenfalls selten). Ich erinnerte mich daran, dass ich schon immer ma so l 1 Mal im Monat auf homsexuellem Material masturbiert habe. Ausserdem erinnerte ich mich daran, dass ich 1 Monat zuvor einen Joint geraucht habe und als ich zu Hause war konnte ich mich selber nicht mehr "kontrollieren". Ich fing an mich anal zu befriedigen und dabei an meinen besten Kollegen zu denken, wie er mich penetriert. Es war einfach die Geilheit.
Ich hatte bisher immer nur heteropornos geguckt und immer so 1 mal im Monat einen homoporno, die mich auch immer sehr erregt haben.
Nun fing ich an mich zu fragen wieso ich Gefühle für meine Freundin habe aber plötzlich auch starke homosexuelle Phantasien entwickele. Ich geriet immer mehr in eine Depression und fing an an meiner Freundin zu klammern und mich beim Sex mit ihr immer neu zu beweisen. Wenn sie sich auszog vorm Spiegel und ich eine Errektion bekam, dachte ich sofort ok du bist nicht ganz schwul. Ich fing an jeden Tag Monatelang im Internet nach einer Therapie oder ähnliches zu suchen, die mich in die Heterosexuelle richtung drängt. Ich wollte allerdings keinen Therapeuten der mich behandelt, weil er oder die Bibel es verbietet, sondern jemanden finden der es macht weil er es für möglich hält. Jedenfalls bin ich seit 4 Monaten bei einem netten Psychoanalytiker in "Behandlung" der die ganze Sache mal in Angriff genommen hat.
Ich weiss was ihr davon haltet aber erspart euch bitte die Sprüche wie "Du musst damit leben es ist nicht zu heilen" usw.
Ich rede auch nicht davon das ich die Homosexualität als Krankheit bezeichne, sondern ich glaube es handelt sich um eine Art Entwicklungshemmung oder Störung.
Es sagen zwar immer alle es sei nicht zu heilen, aber wirkliche Beweise dafür das es genetisch festgelegt ist o.Ä kann auch niemand auf den Tisch legen. Es ist schon klar das ich mich als glüchklicher Homosexueller diskriminiert fühle wenn jemand soetwas sagt. Allerdings sollte man auch an die Menschen denken, die mit ihrer Sexualität nicht klarkommen und jeden Tag leiden! Klar es gibt Psychotherapien die soetwas anbieten, seine Sexualität zu aktzeptieren. Aber ich sage euch eine Sache. Ich bin 20 Jahre alt und habe mein eigenes Bild von der Erde, der Menscheit und der Gesellschaft gemacht und ICH als Person werde damit nie klarkommen oder glücklich werden. Mir würde einfach etwas fehlen. Es ist nicht echt in meinen Augen. Ich finde Männer nicht attraktiv weder vom Gesicht noch vom Körper her. Aber in meinen Phantasien erregt es mich stark. Ich habe auch schon gehört von Homosexuellen "Ja ich habe sexuelle Phantasien zu Männern, aber komischerweise nur mit Männern, die ich nicht besonders hübsch finde usw" Findet ihr das natürlich??
Wie soll ich jemals einen Mann kennenlernen um es auszuprobieren, wenn ich das Gesicht usw als unatraktiv oder nicht besonders reizend wahrnehme?
Für den Moment wo ich Sex mit ihm habe, würde es mir wohl gefallen, aber was ist danach? Dieses emotionale wie ich es von einer Frau kenne?
Leider bin ich nicht mehr mit meiner Freundin zusammen, aber ich denke jeden Tag an sie und wünsche mir die Zeit mir ihr zurück. Vllt weil ich Angst habe allein zu sein vllt weil ich Gefühle für sie habe... ich weiss es nicht. Ich weiss garnichts mehr. Ich weiss nur, dass es so nicht mehr lange mit mir weitergeht....

Liebe Grüße

Bitte helft mir!

Werbung
 

Benutzeravatar
Janx3
advanced-boy
advanced-boy
Beiträge: 331
Registriert: 22 Apr 2012, 19:57

Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Janx3 » 27 Okt 2012, 15:13

Soweit ich das einstufen kann bist du dann Bisexuell, du kannst dir keine Beziehung mit einem Mann vorstellen sondern nur Sexuelles. Und mit Frauen kannst du dir eine Beziehung vorstellen und Sexuelles. :)

Benutzeravatar
benni-cba
member
member
Beiträge: 442
Registriert: 16 Okt 2005, 11:56
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Bitte helft mir!

Beitragvon benni-cba » 27 Okt 2012, 15:27

Meine Güte, man kann es sich echt kompliziert machen ...

Das leben ist nicht nur schwarz/weiß - auch nicht nur schwarz/grau/weiß (hetero/bi/schwul). Es gibt heterosexuelle Menschen die darauf stehen (von Frauen) gefickt zu werden. Schwule, die garnicht auf Analverkehr stehen.

Vielleicht erregt dich ja auch nur die Vorstellung des "verbotenen" - es ist ja letztendlich auch egal.

Wenn es dich erregt, probiere aus ob die Wirklichkeit deiner Fantasie entsprichst. Oder Lebe dein Leben im Ungewissen...


ps: Bin ich jetzt schwul, weil ich bisher nur Sex mit Männern hatte? Wäre es dann verboten mich morgen in eine Frau zu verlieben? Sexualität lässt sich nicht genau definieren. Probier es garnicht erst :wink:

Janni17
Gast
Gast

Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Janni17 » 27 Okt 2012, 19:21

Wenn ich das schon lese... Du willst doch nicht Krampfhaft verhindern Schwul zu sein? Es sich selber einfach klar zu machen das man es nicht ist reicht... Etwas Krampfhaft zu erzwingen führt zu nix...
Ich selber konnte es auch erst nicht akzeptieren Schwul zu sein, mittlerweile bin ich da durch, es wissen fast alle und die kommen damit auch gut klar, keiner Grenzt mich aus etc.pp... Mein Leben ist sowie zuvor...
Ist vlt nicht bei jedem so der Fall, aber schon von anfang an zu denken "Oh mein Gott, ich glaub ich bin Schwul, das bringt mich jetzt um, niemand mag mich mehr" ist einfach nur Dumm..

Satyrus
member
member
Beiträge: 685
Registriert: 23 Feb 2012, 18:38
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Satyrus » 27 Okt 2012, 19:33

Natürlich ist Homosexualität natürlich, ergo vonseiten der Natur vorgesehen (ich bin kein Evolutionsbiologe oder überhaupt ein Wissenschaftler, aber ich nehme mir einfach mal die Unverfrorenheit, dies zu behaupten). Du wirst dich wohl oder übel damit abfinden müssen, dass du auch/besonders/nur auf Männer erektiv reagierst. Das bedeutet noch lange nicht, dass du schwul bist. Es bedeutet nicht einmal, dass du bisexuell bist. Ich mag es mal so formulieren, wie es bereits so viele Male formuliert worden ist: Es ist vielleicht nur die Lust am Verbotenen, am Neuen, am Fremden, am Ungewöhnlichen.

Ich stimme benni-cba in allen Belangen zu - probier's aus oder lass es. Entweder wird es dich glücklich machen oder es wird dich unglücklich machen. Vielleicht verschafft es dir Gewissheit, vielleicht verunsichert es dich noch mehr. Vielleicht wirst du dich selbst nie akzeptieren können oder die Erfahrungen (die nicht direkt auf sexuellen Faktoren basieren müssen) werden dir dabei helfen, es zu können.

@ Janni17: Wir wollen doch unseren angemessenen Ton beibehalten und nicht andere User beleidigen ;)
One thing I like about the bad guys, they always talk first before they get around to pulling the trigger.

Neu91
new-boy
new-boy
Beiträge: 49
Registriert: 17 Sep 2012, 15:31

Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Neu91 » 30 Okt 2012, 13:29

Hi Leute.

Natürlich könntet ihr recht haben, dass es einfach nur das Neue/ Ungewöhnliche ist. Da ich mir aber die letzten 11 Monate sowas von stark den Kopf zerbrochen habe, kann ich nicht mehr klar denken und fühlen. Selbst wenn ich es ausprobiere, kann ich mir nicht vorstellen, dass ich danach sagen werde: "Hey das war geil du bist schwul".
Ich habe mittlerweile zu viele Anzeichen in meiner Vergangenheit gefunden, die darauf hindeuten könnten, dass ich schwul bin. Es gibt zwar auch genau soviele anzeichen, dass ich Hetero bin, aber die für mich negativen Dinge bewerte ich sowieso immer stärker.
Ich war zwar noch nie verliebt in einen Jungen (jedenfalls glaube ich das, man kann ja auch alles verdrängen) aber ich hatte schon immer EINEN besten Freund. Ich brauchte nie mehr. Ich habe mir immer eingeredet, dass es daran liegt, das ich einen seltenen Humor habe, heute denke ich anders darüber. Ich binde mich viel zu stark an einzelne männliche Personen. Warum auch immer... Ich habe nie bewusst wahrgenommen, dass ich ihn süß oder attraktiv finde, bis ich den ersten sexuellen Traum mit ihm hatte. Ich finde ihn zwar immernoch nicht süß oder hübsch aber irgendwie schau ich zu ihm auf. Ich versuche meine Gefühle zuzulassen, aber ich spühre nichts für ihn.

Ich erzähle euch mal eine kleine Geschichte.
Als ich ca 15-16. Jahre alt war, saß ich mit 2 Kollegen zusammen und erzählte ihnen, das sie es doch mal ausprobieren sollen, sich anal zu befridiegen. Ich erzählte ihnen das ich es auch mache und es geil ist. Daraufhin lachte der eine laut und bezeichnete mich als schwul. Ich hatte vor dieser Person schon immer angst, weil er in der Lage ist, mich fertig zu machen, mit Sprüchen usw. das schafft nicht jeder. Er hat einen sehr beängstigenden Eindruck auf mich. Zu diesem Zeitpunkt war diese Person mein Nachbar. Er erzählte es der halben Stadt, dass ich mir Dinge in den Hintern stecke und das ich schwul bin. Jeder zweite sprach mich darauf an und ich bestritt es immer soetwas gemacht zu haben. Ich wusste bis dahin noch nicht das sowas als schwul bezeichnet wird, sonst hätte ich es wohl nie erzählt. Jedenfalls hatte ich ab diesem Tag jeden Tag Angst ihn zu sehen, zu treffen usw. Ich hatte Angst das er mein schwaches Selbstbewusstsein bei ihm ausnutzt. Ich wollte nicht sein Opfer sein. Das Kiffen am Abend bei mir zu Hause jeden Tag, machte die Sache nicht besser. Ich hatte regelrecht Paranoia. Bis dahin habe ich mir immer so 1 Mal im Monat einen Schwulenporno angesehen, weil es mir irgendwie einen Kick gegeben hat. Es war was heimliches. Als diese Anal Geschichte hochkam, habe ich mir Monatelang kein Schwulenporno mehr angesehen. Irgendwann war ich so bekifft, dass mein Körper mich regelrecht gesteuert hat. Ich hatte mich nicht mehr im Griff und fing an mich anal zu befriedigen und dabei an meinen besten kollegen zu denken. Andere Typen erregten mich nicht, nur die Vorstellung mit meinem Kollegen.
Das alles deutet doch stark darauf hin, dass ich meine wahren Gefühle verdränge und wenn der Trieb stark genug ist, alles hochkommt. Wie soll ich damit umgehen?
Ich weiss echt nicht mehr weiter Jungs... Das leben ist ein Haufen Scheisse.

Satyrus
member
member
Beiträge: 685
Registriert: 23 Feb 2012, 18:38
Wohnort: NRW

Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Satyrus » 30 Okt 2012, 13:58

Neu91 hat geschrieben:Das leben ist ein Haufen Scheisse.


Wenn man bis zum Hals in der Scheiße steckt, sollte man den Kopf nicht hängen lassen ;)

Mehr als Tipps geben können wir nicht. Den Rest musst du mit dir selbst ausmachen. Tipps hast du erhalten - nun liegt es an dir, diese auch umzusetzen, zu beherzigen oder meinetwegen diese auch zu ignorieren, dann aber auch erst gar nicht um Hilfe zu bitten.

Und zu dieser "kleinen Geschichte": Warum man anderen erzählt, dass man sich selbst anal befriedigt, ist mir schleierhaft. Wahrscheinlich hattest du deine Gründe. Allerdings ist es nicht so, dass nur Schwule dies praktizieren (wenn auch vermehrt). Und nur weil jemand dich als schwul bezeichnet, bist du es noch lange nicht ;)

Und noch etwas: Vielleicht wirst du irgendwann deine Sexualität erfahren. Erzwingen kannst du nichts - weder praktisch noch zeitlich. Es wird der Moment kommen, da du dir sicher sein wirst. Im Moment ist es aber offensichtlich, dass du dich selbst zu etwas zwingst. Dass du dich zwingst, nun auf Teufel komm raus deine Sexualität zu definieren (was sicherlich beruhigend sein, aber dennoch nicht erzwungen werden kann). Und du wirst aus unseren Kommentaren auch nur das lesen, was du lesen willst, egal ob es dem Sinn der Autoren entspricht oder nicht. Du versuchst uns dahin gehend zu beeinflussen, dass wir dir eine klare Antwort formulieren zu deiner aktuellen Frage, auf die aber nur du allein eine Antwort finden kannst. Willst du hören "Du bist nicht schwul!"? Du musst uns NICHT überzeugen, dass du es bist oder nicht ;)
One thing I like about the bad guys, they always talk first before they get around to pulling the trigger.

Neu91
new-boy
new-boy
Beiträge: 49
Registriert: 17 Sep 2012, 15:31

Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Neu91 » 30 Okt 2012, 14:33

Ich will hier niemanden überzeugen oder beeinflussen, nur damit ich die oder die Antwort bekomme. Klar ich will nicht schwul sein, aber es ist mir schon klar, dass es nichts bringt falsche Angaben zu machen um dann für 2 Stunden glücklich zu sein. Damit würde ich mich selber belügen. Ich versuche euch einfach nur genau zu erklären, was in mir vorgeht. Vielleicht hat ja einer von euch das gleiche durchgemacht oder ähnliches. Wie fühlt man sich als schwuler? Bzw. wie fühlt man anderen Männern gegenüber? Ich möchte es nur mit mir vergleichen.
Diese Geschichte habe ich erzählt, weil ich die Theorie habe, dass ich durch diese Angst usw. eine Art Trauma abbekommen habe. Ich habe es mir selbst verboten Homosexuelle Pornos anzusehen. Vielleicht ist das Interesse daran genau deswegen plötzlich so stark, weil ich es Jahre lang verdrängt habe. Weil es etwas verbotenes ist.
Ich kann mich zb. noch genau daran erinnern, dass wenn ich mir damals Homopornos angeschaut habe, habe ich nach Zärtlichkeiten gesucht. Der Geschlechtsverkehr an sich fand ich nicht sehr erregend. Mir hat es schon gereicht wenn 2 Jungs nackt daliegen und Zärtlichkeiten austauschen und sich einen runterholen etc.
Ich habe immer "love" "romantic" "bed" usw eingegeben, immer solche sachen. Es gab Tage da habe ich mir 4 mal einen runtergeholt. Beim ersten mal ein Hetenporno, dann einen Schwulenporno und dann wieder 2 mal Hetenpornos (gab halt auch sehr langweilige Tage ;) ). Was ich damit sagen will ist, dass es ja auch wieder zu diesem "Verbotenen" passen würde.
Aber wenn es so wäre, dass ich nur das Verbotene erregend finde, dann müsste ich ja weiterhin Frauen erregend finden, weil das dann ja der "Standart" wäre...
Ich mache gerne mit Frauen rum usw. und habe dabei auch Errektionen, aber sexuelle Phantasien bleiben eig komplett aus. Entweder aus Angst oder aus desinteresse.
Leute ich merke ihr könnt mir dabei eig auch nicht wirklich helfen. Ich muss es selber rausfinden auch wenn ich nicht weiss wie ich das alles meistern soll...
Trotzdem danke...

Neu91
new-boy
new-boy
Beiträge: 49
Registriert: 17 Sep 2012, 15:31

Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Neu91 » 30 Okt 2012, 14:37

Ach ja ich habe damals alles Mögliche als Wichsvorlage benutzt. Es gab auch mal ne Zeit das hab ich mir Pornos mit fetten Frauen reingezogen, obwohl ich diese 0 attraktiv finde. Irgendwie hat es mir einen Kick verschafft. Mich würde diese ganze Sache auch nicht so beunruhigen, wenn der Sex mit meiner Freundin befriedigend wäre. Wäre das der fall, könnte ich ganz entspannt damit umgehen. Aber in dieser Konstellation (unbefriedigender Sex mit Freundin + Homofantasien) macht es einem schon Angst.

Perseus
member
member
Beiträge: 437
Registriert: 26 Okt 2011, 19:49

Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Perseus » 30 Okt 2012, 16:03

Neu91 hat geschrieben:Diese Geschichte habe ich erzählt, weil ich die Theorie habe, dass ich durch diese Angst usw. eine Art Trauma abbekommen habe.

Ich kann mich zb. noch genau daran erinnern, dass wenn ich mir damals Homopornos angeschaut habe, habe ich nach Zärtlichkeiten gesucht. Der Geschlechtsverkehr an sich fand ich nicht sehr erregend. Mir hat es schon gereicht wenn 2 Jungs nackt daliegen und Zärtlichkeiten austauschen und sich einen runterholen etc.


Für mich hört sich das so an, dass dir durchaus die Zärtlichkeit zwischen Männern fehlt und dich danach sehnst. Das spräche für schwul. Ich finde es an Freundschaften zwischen schwulen Männern wundervoll einfach Körperkontakt zu haben, sich zu umarmen, die Hand zu halten, auch wenn die Freundschaft platonisch ist und der andere auch nicht mein Typ ist.
Ein weiterer Ansatz wäre deine Beziehung zum Vater oder andere männliche Bezugspersonen zu untersuchen. Vielleicht gibt es dort etwas, was aufgearbeitet werden muss.

Für eine offene Auseinandersetzung mit deiner Sexualität ist natürlich das Trauma mit deinem Kollegen nicht gerade förderlich. So hast du eine Menge Ablehnung erfahren, wo man am empfindlichsten ist. Es gibt ja kaum was erniedrigenderes als mit analer Masturbation aufgezogen zu werden und der Lächerlichkeit Preis gegeben zu werden.

Ich denke, du solltest an deinem Selbstbewusstsein arbeiten. Mir wirkt es, wenn behandlungsbedürftig, dann hast du eine Depression. Auch solltest du das Kiffen überprüfen. Ich bin aus deiner Schilderung nicht ganz schlau geworden, aber es wirkte etwas zu häufig.
Suche dir echte Freunde und nicht nur Kollegen. Wichtig ist, dass du dich nicht nur auf deine Sexualität reduzierst. Suche auch Kontakt zu Schwulen. Du musst ja keine Sexdates machen, aber sich einfach mal unterhalten, was unternehmen kann sehr hilfreich für deine Selbstfindung sein. Vielleicht wäre für dich eine Flucht aus deinem Umfeld und wo anders ein Neuanfang das richtige.

Neu91
new-boy
new-boy
Beiträge: 49
Registriert: 17 Sep 2012, 15:31

Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Neu91 » 30 Okt 2012, 17:35

Erstmal danke für deine Antwort...
Mein Vater hat mich und meine Geschiwster vor 12 Jahren (ich bin jetzt knapp 21) verlassen. Er sagte damals er würde nicht mit der Scheidung klarkommen, wenn er uns weiter sehen würde.
Ab dem Zeitpunkt gab es kein Kontakt mehr. Männliche Bezugspersonnen hatte ich nicht, höchstens meinen besten Freund, von dem ich schon fast abhängig war.
Was meinst du damit, dass ich die Beziehungen zu Vater oder anderen männlichen Bezugspersonen untersuchen soll? Da liegt wahrscheinlich viel Begraben, aber ob mich soetwas schwul macht ist die Frage, die glaube ich noch nichtmal die Wissenschaft beantworten kann. Ich meine mir ist kein Fall bekannt, wo ein schwuler Mann plötzlich kein Verlangen mehr nach Männern hat, nur weil seine Vaterbeziehung beleuchtet wurde. Man bewegt sich mit solchen Thesen ja auch immer am Rande der Intolleranz.
Ich bin wie gesagt auch gerade bei einem Psychoanalytiker in Behandlung. Auch er sagte zu mir, dass die Homosexualität vllt garnicht mein "Problem" ist, sondern er würde gerne meine Beziehungen zu Bezugspersonen und vor allem meine Bindung zu anderen Menschen beleuchten.
Einen solchen Therapeuten in Deutschland zu finden ist schon ein riesen Aufwand, da sich kaum noch ein Therapeut an dieses Thema herantraut. Ich wohne in der nähe von Hamburg und der Therapeut ist in der Nähe von Berlin. Ihr könnt euch ja vorstellen, dass der Weg alle 2 Wochen dorthin nicht gerade einfach und billig ist. Ich finde es ist fast schon eine Frechheit, dass man als 20 Jähriger vor solch große Aufgaben gestellt wird und glaubt mir, wenn es jemanden gäbe, der für all mein Leid verantwortlich wäre, ich würde ihn Foltern und quälen. Denn so ein Leid wünsche ich keinem Menschen auf diesem Planeten, dass hat niemand verdient und es ist pervers.
Du hast recht ich habe seit Monaten Depressionen und fühle mich einsam. Aber wie soll ich dagegen vorgehen? Wenn ich mir Antidepressiva gebe, unterdrücke ich dadurch gleichzeitig meine Sexualität (was meiner Meinung nach nicht die Lösung sein kann) also kiffe ich lieber. Ich bin eigendlich kein dummer Mensch aber diese Sache überfordert mich langsam. Eine positive Sache hat das alles. Ich bin tolleranter geworden in alle Bereichen. Ich weiss nun das Menschen nichts dafür können, welche Sexualität sie haben, ob sie nur 1 oder 2 Beine haben oder ob sie rote Haare haben.
Freunde habe ich, ich nenne sie nur Kollegen. Für mich sind Freunde Kollegen. Deshalb kommt ein anderes Umfeld garnicht in Frage für mich.
Danke für eure Antworten

Perseus
member
member
Beiträge: 437
Registriert: 26 Okt 2011, 19:49

Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Perseus » 30 Okt 2012, 23:33

Hallo,

ich halte einfach eine männliche Bezugsperson wichtig für die Entwicklung von Selbstvertrauen und das Finden der eigenen Männerrolle. Egal ob jetzt hetero oder schwul. Es sollte einfach ein Anstoß sein, zur weiteren Erforschung ggf. mit einem Therapeuten. Z.B. kenne ich einen (hetero), der auch mit 16 noch mit seinem Vater einen ganzen Fernsehabend lang kuschelt. So kann er sein Bedürfnis nach männl. Nähe befriedigen, erlebt dass Zärtlichkeit und Männlichkeit sich nicht ausschließen und fühlt sich durch und durch geliebt und geborgen. Er kann ganz anders in einer Beziehung Liebe weitergeben und selbst wenn er schwul wäre, hätte er die Stärke und das Selbstbewusstsein, dazu zu stehen. Er findet es immer total lustig, wenn er und sein Vater im ersten Moment schon mal für ein schwules Paar gehalten werden (Liefen mal Hand in Hand am Strand entlang oder waren beim Girlsday zusammen als einzige Männer im Kino). Dieses Extrembeispiel soll verdeutlichen, dass die gute Beziehung zu einer männl. Bezugsperson vielleicht nicht die sexuelle Ausrichtung verändert, aber dazu führt sich selber anzunehmen.

Zur Therapie der Homosexualität, bin ich der Meinung, dass die möglichen Schäden an der Persönlichkeit nicht die möglichen "Erfolge" rechtfertigen. Was nützt es hetero zu werden und gleichzeitig zum seelischen Wrack zu verkrüppeln? Ich hatte mal von einm Psychologen gelesen, der zwar in den 50ern erfolgreich einen von seiner Homosexualität "geheilt" hat, aber gleichzeitig auch alle Kreativität und Lebensfreude wegtherapiert hatte.

Das Wort Kollegen hatte ich aufgegriffen, weil Kollegen für mich Kumpel/Bekannte bezeichnen. Freunde sind für mich Leute, die sich wirklich vertrauen, die sich auch Gefühle anvertrauen, Schwächen und Eigenheiten beim anderen direkt ohne die Regeln der Höflichkeit ansprechen dürfen und in Krisensituationen füreinander da sind.

Neu91
new-boy
new-boy
Beiträge: 49
Registriert: 17 Sep 2012, 15:31

Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Neu91 » 31 Okt 2012, 12:01

Moin moin,

das mit dem Vater und dem Sohn klingt sehr interessant.
Ich glaube auch das eine männliche Bezugsperson wichtig für die Entwicklung und für das Selbstbewusstsein ist. Als meine Eltern sich geschieden haben, war mir mein Vater völlig egal, weil ich gesehen habe wie er meiner Mutter wehgetan hat. Ich habe nicht getrauert das ich mein Vater verloren habe. Mir war es egal. Jedenfalls hab ich es mir selber so eingeredet, ich glaube aber nicht das es einem Kind egal ist wenn er einen Elternteil verliert.

Mein größtes Problem ist, dass ich alles hinterfragen muss. Sobald ich ein Anzeichen für oder gegen die Homosexualität habe, hinterfrage ich alles und sogar mich selber. Ich traue mir selber nicht mehr, weil ich angst habe mir alles nur einzureden und das ich meine Gefühle verdränge.
Eine frage an euch. Kann man seine Gefühle soweit verdrängen, dass einem nichteinmal auffällt, dass andere Männer attraktiv oder hübsch sind? Also soweit verdrängen, dass es einem nichtmal auffällt, obwohl man sich mit dem Thema beschäftigt. Spätestens dann müsste es doch dann eig hochkommen.
Ich habe das Gefühl, dass meine sexuelle Erregung bei Männern nicht von der Optik kommt, sondern irgendwoanders her. Mir ist es egal wie der Mann im Porno aussieht, hauptsache er ist nicht behaart und so ziemlich in meinem Alter. Blond wäre auch noch ganz gut(bin selber blond). Früher bin ich immer blonden Frauen hinterhergerannt und habe mich in jede 3 verknallt. Richtig verliebt war ich schon ziemlich lange nicht mehr, höchstens mal verknallt, weil die Frau süß bzw hübsch aussieht. Da aber sexuelle Phantasien fast ausbleiben, frage ich mich natürlich was ich sonst von ihr möchte. Sobald ich die Frau küsse zb habe ich auch sofort eine Errektion. Auch wenn ich neben ihr liege und ich einfach an ihr rumspielen kann am Hösschen etc. Aber ich weiss dann nichts mit dieser Errektion anzufangen, um es mal so auszudrücken. Ich werde geil, aber nicht so geil wie vor ein paar Monaten, als ich mich wegen den Schwulenpornos kaum noch kontrollieren konnte. Das beunruhigt mich. Ich versuche meine Gefühle zu ordnen aber es gelingt mir nicht. Es ist doch nicht normal als schwuler Mann Frauen attraktiver und hübscher zu finden als Männer oder? Sorry das ich so komische Fragen stelle aber mir fällt es halt auch alles ziemlich schwer... Ich hoffe ihr könnt das verstehen. Ich habe das Gefühl meine Sexualität will sich etwas holen, was meiner Seele bis jetzt fehlte (männliche Liebe). Das merke ich auch beim Pornos gucken. Eben wollte ich mir einen Schwulenporno ansehen, weil ich morgens immer Lust verspühre. Ich bin also auf die Seite gegangen und fand es irgendwie langweilig. Mein Körper hat eig einen Kick erwartet aber da war nichts. Also hab ich mir einen Heteroporno angesehen. Der hat mir zwar auch nicht den Kick gegeben aber ich konnte dazu besser masturbieren als wie bei den Schwulenpornos. Ganz komisch irgendwie... Sobald ich mir einen Schwulenporno "erlaube" finde ich es langweilig. Vielleicht sollte ich mich einfach kastrieren lassen denn Sexualiät macht mir schon jetzt keinen Spass mehr... (ironisch gemeint)
Danke für die Antwort und Gruß

Neu91
new-boy
new-boy
Beiträge: 49
Registriert: 17 Sep 2012, 15:31

Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Neu91 » 31 Okt 2012, 12:06

Ich glaube auch nicht das ich den Film eben langweilig fand, weil ich es langweilig finden möchte. Denn ich habe das schon seit Wochen so. Wenn ich morgens aufwache merke ich eine Art sexuelle Lust. Nur kann ich mich morgens immer nicht entscheiden zu welchen Fantasien ich jetzt was mache. Also nehme ich natürlich immer Frauen und masturbiere dann dazu. Wenn es Mittag oder Nachmittag ist, erregen mich heterofantasien nicht mehr, warum auch immer....

Satyrus
member
member
Beiträge: 685
Registriert: 23 Feb 2012, 18:38
Wohnort: NRW

Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Satyrus » 31 Okt 2012, 15:04

Ich denke, es hilft uns gar nichts, wenn wir wissen,wie odt du dir pornographisches Material ansiehst und welcher Art dieses Material ist ;) Wenn du einen so enormen Mitteilungsdrang bezüglich deiner sexuellen Aktivitäten verspürst, dafür gibt es genug andere Threads hier (Unterforum Sex).
One thing I like about the bad guys, they always talk first before they get around to pulling the trigger.

Re: Bitte helft mir!

Werbung
 

 


  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Coming-Out“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast