Bitte helft mir!

Rund ums Coming-Out - wenn es das überhaupt gibt.
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Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Herakles » 27 Nov 2012, 18:18

Ich finde es nicht okay. Und deine verkorkste Lage ist das beste Argument, warum das nicht okay ist.

Ich selbst bin Agnostiker, aber wenn du schon mit Gott anfängst: Gott macht ja angeblich keine Fehler, und vielleicht ist es deine Aufgabe, die Homophobie in dieser pubertären Jugendkultur zu durchbrechen. Oder du gehst in eine andere Stadt und fängst neu an.

Die Reportagen bei DuRöhre zum Thema Homosexualität und DFB oder Fußball oder Schiedsrichter oder Sport hast du alle schon gesehen? Oder such mal nach "Christian Coming-out hrfernsehen".

Entweder sind es deine Freunde, dann werden sie es akzeptieren, wenn du schwul oder bi bist, oder du stellst fest, dass du die ganze Zeit mit Idioten verschwendet hast.

Möglicherweise fangen sie auf einmal an, darüber nachzudenken, was sie da sagen, und ändern ihr Verhalten. Such mal nach "Andrew Doughty catholic high-school". Der Artikel könnte dir Mut machen.

Re: Bitte helft mir!

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Perseus
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Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Perseus » 27 Nov 2012, 19:20

Neu91 hat geschrieben:Auch wenn der weg komplett erfolglos bleibt und ich mich damit zerstöre, es soll dann halt so sein schließlich hat Gott mich so gemacht...
Ich lebe nur ein mal und genau in diesem einen mal macht er mich schwul.

Ich denke, du glaubst an einen liebenden, gütigen Gott. Dann hat er dich er dir zwar eine schwule Seite mitgegeben, aber will bestimmt nicht, dass du unglücklich bist und dich deshalb zerstörst. Du bist nicht schwul geworden als Strafe der Missetaten deiner Väter, die der eifernde Gott des alten Testaments bis ins 3. und 4. Glied verfolgt. Und selbst wenn es so wäre, wäre es ja nicht verboten, das beste daraus zu machen. :)

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Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Neu91 » 29 Nov 2012, 09:00

Naja Leute ich bin nicht wirklich gläubig...
Das was ich will ist wahrscheinlich nicht zu erreichen.
Ich kann nur hoffen das das Schwule Interesse verschwindet, wenn ich mit einem jungen Sex hatte oder das sich dadurch ein sexuelles Interesse für Frauen entwickelt. Ich könnte damit klarkommen bisexuell zu sein aber dafür hab ich einfach zu wenig Interesse an Sex mit Frauen. Ich bin schon in der Lage mit einer zu schlafen und finde es auch schön aber mein Kopf ist viel zu voll wenn ich mit ihr schlafe. Ich denke daran das ich völlig Versagen könnte, das ich die Frau nicht befriedigen kann. Bei Sex mit einem jungen wär es mir Scheiß egal ob ich keinen hoch bekomme oder zu früh komme ich würde mich nicht schämen sondern es wäre mir einfach egal.
Wisst ihr um mich damit abzufinden liegen mir persönlich zu viele Dinge im Argen in meiner Entwicklung und meinem verhalten gegenüber Frauen. Meine Mutter ist sehr herrisch und dominant hat oft im Befehlston geredet (auch wenn es heute nicht mehr so ist). Mein Vater hat uns verlassen als ich 9 war und war sonst auch eher abwesend auch wenn ich zu ihm aufschaue...
Ich glaube einfach das die Homosexualität nicht natürlich bei mir ist, deswegen möchte ich es auch nicht ausleben.
Als Kind so 8-14 habe ich mit Sicherheit keine Gefühle verdrängt und habe mich da noch jeden Sommer neu in ein Mädchen verliebt also so ganz homosexuell kann ich ja nicht sein oder ich bin es GEWORDEN.
Jedenfalls sehe ich emotionale liebe usw von der sexuellen Schiene (trieb) voneinander getrennt.
So wie der amerikanische Psychiater sagt es handelt sich um einen Reparativen Antrieb der Sexualität um etwas fehlendes auszugleichen. Die Theorie ist zwar sehr umstritten aber im Endeffekt fühlt es sich bei mir genauso an.
Gruß

Sunlight
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Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Sunlight » 29 Nov 2012, 11:45

Hall Neu91 :)

"So wie der amerikanische Psychiater sagt es handelt sich um einen Reparativen Antrieb der Sexualität um etwas fehlendes auszugleichen. Die Theorie ist zwar sehr umstritten aber im Endeffekt fühlt es sich bei mir genauso an."

Wenn du dich näher mit Psychoanalyse und den Theorien von Freud beschäftigst, wirst du feststellen, dass auch die Heterosexualität nichts anderes ist, als eine Ganzheit wieder herzustellen.

Jede Sexualität versucht, etwas fehlendes auszugleichen, egal ob es Hetero-, Homo-, Bisexualität oder ein sonstiger Trieb ist.

Darauf basiert das ganze Prinzip der Liebe, denn wenn wir alles hätten und uns nicht fehlen würde, das uns dann ausgleicht, würden wir uns für niemanden interessieren. Es ist wie mit dem Glück, denn der glücklichste Mensch auf Erden begehrt nichts mehr, er hat schon alles. Somit richtet sich wirklich jedes Begehren auf etwas, dass wir selber nicht haben und uns fehlt. Oder wieso glaubst du, treffen dominante und sensibel, herrische und devote, rationale und emotionale, harte und weiche, extravertierte und introvertierte Menschen aufeinander und verlieben sich ineinander?

Schon in der griechischen Mythologie wurde anhand des Mythos von Eros erklärt, dass die Liebe das Prinzip der Ergänzung und Vervollständigung ist. Daher heißen die Philosophen auch so, wie sie heißen, denn "philos" heißt wörtlich "Liebe" und "sophia" die Weisheit. Jedoch bedeutet die Übersetzung dieses Wortes nicht "einer, der die Weisheit liebt", sondern "einer, der nach der Weisheit strebt", da die Liebe eben mit dem Prinzip nach Ergänzung und Vervollständigung (bei diesem Wort bezogen auf die Weisheit) gleichzusetzen ist.

Der Mensch selbst ist immer ambivalent, seine Natur widersprüchlich, wie vieles im Leben. Doch der Geist des Menschen, der sich als denkendes Subjekt der Natur gegenüberstellt, versucht eine abstrakte Ordnung in die Dinge zu bringen, was natürlich kaum funktioniert.

Am besten ist, du arrangierst dich mit der Ambivalenz des Mensch-Seins ;)

MfG,

Sunlight

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Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Neu91 » 29 Nov 2012, 12:24

Hi Sunlight danke für deine Antwort :)
Psychoanalyse usw finde ich interessant. Wie kann es aber sein das mir das Männliche fehlt? Liegt es an meinem Vater, weil er nie da war? Wieso fehlt mir das Weibliche nicht? Soetwas muss doch zu therapieren sein auch wenn es sich hart anhört?!
Mein Therapeut hat mir mal etwas von einem gewissen Ödipuskomolex erzählt.
Dieses Verlangen nach dem Männlichen finde ich nicht natürlich. Das wonach mein Trieb verlangt, müsste doch eigentlich tief in mir verankert sein, nämlich die Männlichkeit oder nicht?
Gruß

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Re: Bitte helft mir!

Beitragvon bluesky » 29 Nov 2012, 17:46

Hallo Neu91.
Mische mich eigentlich nicht gerne so plötzlich in dieses ja schon etwas länger dauernde Gespräch ein. Aber nachdem es bis jetzt ja keine echten Fortschritte zu geben scheint, probiere ich es halt auch mal. Hier ein paar Sachen, die mir beim Lesen des Threads aufgefallen sind:
1. Entspann dich doch einfach mal. Ich habe den Eindruck, dass du zu krampfhaft versuchst herauszufinden, was du jetzt bist (hetero, schwul, bi,...), um dem dann einen Namen aufdrücken und es dann kategorisieren und kontrollieren zu können. Du schaust dir also ab und an Schwulen-Pornos an; sonst Hetero-Pornos; hattest eine Freundin; willst keinen Sex mit Kerlen; könntest Männer auch nicht lieben; und du hast gewisse Versagensängste beim Thema Sex mit Frauen. Korrekt soweit?
Dann nimm das doch erst mal einfach als Phänomen hin. Für schwul oder bi spricht ja bis jetzt nur ein Teil seines Porno-Konsums (dass du auf anale Befriedigung stehst, hat nix mit schwul oder hetero zu tun). Akzeptier das doch einfach mal als Phänomen und versuch nicht, es unbedingt in ein sprachliches Kategorien-Gerüst (schwul, hetero, bi, oder sonstwas) zu pressen. Du kannst dann trotzdem einfach deinen Gefühlen und Neigungen folgen, so wie sie dich glücklich machen, ohne dass du dir ständig Stress machst, welches sprachliche Label du deiner Sexualität jetzt aufdrücken sollst. Ganz locker; es wird nichts schlimmes passieren, nur weil du in nächster Zeit die Frage nach deiner sexuellen Orientierung nicht mit einem ein- oder zweisilbigen Adjektiv bezeichnen kannst. Dann weißt du eben nicht, wie du es nennen sollst. Na und? Ausleben kannst du das, was du willst trotzdem. Und das was du willst, ist dir ja NICHT in Form von Begriffen gegeben, sondern in Form von Gefühlen und Neigungen zu denen du durch dein Erleben ja einen unmittelbaren Zugang hast. Also hör auf, dich zu fragen, was du bist und sei einfach du - ohne viel grübeln.
2. Dein Porno-Konsum ist KEIN wirklich wasserdichter Indikator für deine sexuellen WÜNSCHE. Schon klar: es ist ein deutliches Anzeichen für deine sexuellen INTERESSEN. Mehr aber nicht. Soll heißen: nur weil du dir mal gerne was im (Porno)Film anschaust, bedeutet das noch lange nicht, dass du es auch selbst ausleben willst. Es gibt ja massenweise spezialisierte Unterkategorien von Hetreo-Pornos (Gang Bang, Oma, Wassersport, und viel schlimmeres), die zwar alle ihre Konsumenten finden; aber das heißt noch nicht, dass die Leute, die sich das gern anschauen auch bereit wären, das selbst zu machen. Zum Beispiel Abspritzen ins Gesicht der Partnerin - ist DER Standard schlechthin in vielen Hetero-Pornos, aber die meisten wollen das nicht unbedingt selbst machen. Oder Double-Penetration - die meisten Hetero-Männer würden nie ihr bestes Stück zusammen mit dem eines anderen Mannes in die selbe Körperöffnung schieben wollen; trotzdem kommt das in zig Hetero-Pornos vor und scheint die Zuschauer anzumachen. Also bewerte es nicht zu stark, dass du momentan auch ab und an mal auf Schwulen-Pornos stehst.
Überhaupt kannst du ja mal schauen, dass du deinen Porno-Konsum etwas in Grenzen hälst. Ich schau mir (wie die meisten jungen Männer) zwar auch welche an, aber wirklich gut tun die auf Dauer auch nicht... Besonders die Fließband-Pornos, bei den es nur ums F***en geht. Es gibt auch Erotika bei denen die emotionale Seite stärker betont wird. Wenn ich richtig verstanden habe, scheint dir das ja zu fehlen. Besonders Texte/erotische Geschichten eignen sich da gut. Das Internet ist voll davon - auch mit Hetero-Fantasien!
3. Du machst dir zu viel Stress, dass du beim Sex mit einer Frau versagen könntest/nicht gut genug bist. Da würde mir der Spaß an der Heterosexualität auch vergehen. Stimmt schon, dass der Druck diesbezüglich beim Sex mit Männern für viele Typen geringer ist, als beim Sex mit Frauen. Aber das allein ist noch kein Grund schwul zu sein. Schau dir doch mal das Youtube-Video "Dan Savage: I'm afraid to lose my virginity. What should I do?" an. Ist nicht 100% dasselbe Thema, aber es geht in die Richtung und es gibt ein paar gute Tipps zum Thema sexueller Leistungsdruck und so. Ist auch ganz witzig.
4. Man kann Sachen auch zu Tode analysieren. Wenn dich deine "schwulen" Neigungen so belasten, dann stell sie nicht so sehr in den Mittelpunkt! Ich glaube zwar nicht, dass es eine Therapie gegen Homosexualität gibt, aber bei anderen Therapien gibt es den Ansatz, dass man sich zur Überwindung eines Problems am besten gar nicht auf das Problem selbst konzentriert, sondern auf die Situation ohne das Problem. Zum Beispiel sollte sich ein Alkoholiker nicht bis zum Erbrechen immer wieder und wieder mit seiner Sauferei beschäftigen, weil ihn das nur an sein eigenes Versagen/seine eigene Unfähigkeit erinnert und damit noch tiefer in die Depression und den Suff treibt. Statt dessen sollte er sich auf die Zeit ohne den Alkohol konzentrieren und wie glücklich er war, bevor der Alkohol sein Leben kaputt gemacht hat. So hat er wieder eine positive Einstellung zum Nüchtern-Sein (statt einer negativen zum Leben). Hilft dir vielleicht auch bei deinem Problem.
5. Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass sich die eigene sexuelle Orientierung schon mal in die eine oder andre Richtung verschieben kann. Als ich noch ganz jung war, dachte ich auch, ich wäre 100% hetero. Dann gab es ein paar beschissene Sachen in meinem Leben und ich war sicher, dass ich 100% schwul bin. Aber als ich das ausprobieren wollte, war es einfach zum Kotzen schlimm und hat gar nicht gepasst. Hatte mich dann mit mir auf bi geeinigt, um später doch wieder zu schwul zu wechseln. Ging dann halt hin und her. Schließlich war mir das Ganze irgendwann völlig egal und ich habe aufgehört, meiner Sexualität einen Namen geben zu wollen. Da ich mich nie geoutet habe (als was denn auch?), war es auch nie wichtig, einen Namen dafür zu haben. Schließlich habe ich genug Selbstvertrauen gefunden, um auch wieder von Mädels was zu wollen - und siehe da: ich war ein glücklicher, ungeouteter Bisexueller. Das bin ich bis heute. Schwankungen in meinen Vorlieben gibt es aber immer noch und im Moment möchte ich auch nichts sexuelles mit Typen machen. Meine Hetero-Seite kommt halt wieder mehr durch. Ist aber OK und kann sich wieder ändern. In meinen Fantasien bin ich eh recht flexibel. Nur umsetzen will ich die eben im Moment nicht alle. Zumindest bis auf weiters. 8) :D
Vielleicht hilft dir das ja etwas dabei, mit deinem Problem klarzukommen.
(So, das war jetzt ein ziemlich langer Post!)
LG, bluesky

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Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Neu91 » 03 Dez 2012, 20:08

Hi bluesky,
danke für deinen sehr langen Text :)
Ich kann leider erst jetzt zurück schreiben weil ich im Auslsnd war.
Du schreibst das einzige was mich evtl Homosexuell macht ist mein Pornokonsum. Das würde ich so nicht sagen. Früher, also vor einem Jahr, war es nur der Pornokonsum so 1 mal im Monat und ab und zu mal eine "Explosion" im bekifften Zustand.
Als ich aber mit meiner Freundin zusammengekommen bin, kamen auch Phantasien dazu, weil ich gemerkt habe, das mich der Sex irgendwie nicht befriedigt. Am Anfang habe ich es unterdrückt aber dann nach einer Zeit zugelassen, zumindest soweit wie es mir möglich ist. Meine Phantasien beziehen sich nie auf einen speziellen Menschen es ist einfach die Vordtellung mit einem Mann intim zu sein.
Ich gebe dir ein Beispiel:
Ich war am Wochenende im Ausland und durchgehend bekifft, wir waren in Enschede (Holland)
Plötzlich merkte ich wie ich mich unwohl fühlte und wieder depris bekam. Ich hatte lust auf sex, auf homosex. Ich werde unsicher und unterwürfig gegenüber meinen Kollegen. Ich fühle mich nicht wohl mit diesen Phantasien und schon garnicht wenn ich in einem Hotezimmer mit meinen Freubden schlafe. Normalerweise Masturbiere ich dann einfach um befriedigt zu sein und wieder kraft zu tanken aber in dieser Situation ging es nicht.
Also bekiffte ich mich so stark das ich einschlief. Aber selbst beim einschlafen hatte ich Probleme ich bekam Paranoia und Angst sobald ich kurz vorm einschlafen war. Das hat alles nichts mit Homosexualität zu tun sondern eher etwas mit meinem Gehirn und meiner Denkweise. Nächsten Tag war wieder alles weg. Ich hatte keinen Druck mehr obwohl ich mich nicht befriedigt habe, was mich irritiert. Was mich am meisten stört sind die Phasen in denen ich garkein verlangen nach Sex habe so wie jetzt gerade. Ich könnte vllt auf Schwulenpornos masturbieren aber das könnte ich genauso auf heteropornos aber dieses verlangen fehlt. Ich meine es ist immer das gleiche. Ich masturbiere 1-2 Tage auf Schwulenpornos und Sage mir Hey leb es einfach aus aber dann erregt es mich wieder nicht so stark tagelang bis ich wieder in ein Loch Falle.
Es ist alles sehr sehr schwer... Ich habe bald wieder ein Termin bei meinem Psychologen mal Schaun...
Danke und Gruß

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Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Queezle » 03 Dez 2012, 20:13

Aber selbst beim einschlafen hatte ich Probleme ich bekam Paranoia und Angst sobald ich kurz vorm einschlafen war. Das hat alles nichts mit Homosexualität zu tun sondern eher etwas mit meinem Gehirn und meiner Denkweise.


Oder damit, dass du unter starkem Drogenkonsum leidest; wie sich das hier anhört.
Ob du das Problem damit in den Griff bekommst ist fraglich... vielleicht solltest du einmal über Alternativen nachdenken?

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Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Neu91 » 03 Dez 2012, 21:14

Ein Drogenproblem habe ich nicht unbedingt...
Ich rauche einen Joint am Abend zum Chilln oder weil es gegen die Depression gut ist. Die Depression kommt und geht, also mal ist es stärker mal nicht so stark.
Ich habe allgemein das Gefühl das das kiffen mir überhaupt erst "geholfen" hat sich mit mir selbst zu beschäftigen und vllt auch Gefühle zuzulassen, die ich sonst wohl nie in dieser Form zugelassen hätte.
Sicher zieht es auch Nachteile mit dich aber ich bin jetzt kein völlig verkiffter links der nicht ohne kann. Manchmal kiffe ich tagelang nicht aber es ist halt eine Art Beschäftigung am Abend und außerdem fühle ich mal was anderes als nichts oder schlechter Laune und dauernder Gereiztheit

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Re: Bitte helft mir!

Beitragvon bluesky » 03 Dez 2012, 21:55

Hallo Neu91.
Freut mich, wenn mein Post dir etwas helfen konnte. Habe aber leider nicht viel neues, was ich dir noch sagen koennte. Nur ein paar Dinge sind mir in deinem neuen Post aufgefallen.
1. An sich meinte ich NICHT, dass dein Pornokonsum bedeutet, dass du schwul bist, sondern dass du das gerade nicht ueberbewerten solltest (siehe meine Beispiele oben).
2. Viele Leute haben bei der Selbstbefriedigung Fantasien, die sie nicht ausleben wollen. Ob du schwul bist oder sonstwas haengt am Ende wohl eher davon ab, was du ausleben willst, als von dem was du mal fantasierst.
3. Queezle hat nicht Unrecht, wenn er deinen Drogenkonsum thematisiert. Angst und Panik beim Einschlafen im bekifften Zustand (!) auf deine Sexualitaet zurueckzufuehren... Ich weiss nicht. Da ich selbst straight-edge lebe (kein Alkohol oder Rsuschmittel irgendwelcher Art), kann ich da aber nicht mitreden.
4. Wie schon gesagt, man kann die Pornos auch mal ne Weile weglassen. Jemandem Sextipps zu geben ist zwar das Letzte, was ich hier will; aber versuch doch vielleicht mal beim Masturbieren erst gar nicht an Pornos zu denken, sondern zwing dich vielleicht nur gaaaanz laaangsam zu masturbieren und dabei Gefuehle und Emotionen zuzulassen. Das ist im ersten Moment wohl nicht so geil wir Porno, aber mit ROMANTISCHEN (!) Fantasien kommst du vielleicht wieder eher in Kontakt mit deinen Gefuehlen. Nur so ein Gedanke.
5. Wie oben schon erwaehnt: entpannt dich. Versuch das alles nicht zu verbissen zu sehen und deiner Sexualitaet unbedingt ein Label aufzudruecken.

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Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Neu91 » 03 Dez 2012, 23:33

Hi bluesky,

das ich Pornos nicht überbewerten soll habe ich verstanden...
Ich versuche ja auch jeden Tag auf mein Gefühl zu hören. Es ist ja auch so, dass wenn ich diese Phantasien habe, habe ich auch das verlangen Sex mit einem Mann zu haben. Am Anfang habe ich immer wieder aufs neue Angst vor diesen Phantasien aber nach einer zeit fühlt es sich gut an. Dieses Verlangen hatte ich so bei Frauen noch nie. Das dumme ist nur das es höchstens 1-2 Tage anhält und dann ist es plötzlich wieder weg, so wie jetzt komplett a-sexuell. Da die Homosexuslität bei mir irgendwie nicht über die Optik kommt, also ich finde Männer nachwievor eher unattraktiv, kann ich ja nichtmal Appetit entwickeln oder flirten, da es mir in dieser Phase einfach komplett fremd ist mit Männern zu flirten. Weißt du wie ich das meine? Emotional fühle ich mich leer, ich hätte gerne ein Freund oder eine Freundin aber ich weiß ja nicht mal was ich bin.
Ich glaube nachwievor das meine Homosexuellen Neigungen oder wie man es nennen mag, nicht natürlich sind. Es fühlt sich an als fehlt mir etwas. Ich finde Frauen süß, ihren Körper einfach schön, ich mag dieses typisch weibliche vehalten, dieses zickige aber es erregt mich nicht so sehr wie die Schwule Seite und das macht mich extrem depressiv. Es fühlt sich an als würde ich merken, dass das weibliche das richtige für mich ist aber irgendwas bei mir falsch läuft :s Ich habe eine Art Distanz zu Frauen, kann mich sehr schwer auf sie einlassen, vor allem wenn ich gefordert bin und so fühlt es sich bei Sex mit Frauen an. Vllt fühlt es sich aber bei jedem Schwulen so an, oder es fühlt sich nur so an, weil ich eben schwul bin und halt nicht für Sex mit dem weiblichen Geschlecht geschaffen wurde und mir aber zwanghaft Einrede Sex mit ihnen haben zu müssen?!

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Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Herakles » 05 Dez 2012, 01:52

Ich pflichte Bluesky bei. Wenn du unbedingt ein Etikett brauchst, probier es mal für den Anfang mit bi-neugierig.

Was mir zu denken gibt, ist die Aussage, dass du darauf ansprichst, wenn zwei Jungs Zärtlichkeiten austauschen, aber Männer "eher unattraktiv" findest. Natürlich spricht man nicht auf alle Männer an. Aber hast du nie einen Jungen süß gefunden? Hast du nie einen Jungen im Vorbeigehen mit Blicken vermessen? Hattest du nie ein Kribbeln in der Brust, wenn ein bestimmter Mitschüler an dir vorbeigeht? Wenn nicht, achte mal darauf und berichte. Du sollst es dir auch nicht einreden, nur ehrlich dich selbst beobachten.

Schau dir bitte mal den Wikipedia-Artikel Sexuelle Orientierung an, und zwar besonders die Kategorisierungsmodelle - Multidimensional, vor allem die Skala von Shively und DeCecco: Findest du dich da wieder?

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Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Herakles » 05 Dez 2012, 02:02

Neu91 hat geschrieben:Also sehe ich es so, dass ich mit einer Frau zusammenleben kann/möchte aber nur mit einem Mann sexuell glücklich werden kann.
So eine Art von Beziehung kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Ich möchte treu sein und nicht durch verschiedene Betten hüpfen. Schliesslich will man sich ja auch eine ordentliche Beziehung aufbauen und dann auch zu 100% bei der Sache sein. Sowohl in sexueller Hinsicht als auch emotional.


Wenn die althergebrachten Formen auf dich nicht passen, musst du vielleicht deinen eigenen Weg finden. Es ist heute sehr viel möglich, sogar feste Dreierbeziehungen unter einem Dach, und wenn Menschen so ihr Glück finden, finde ich das wunderbar!

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Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Neu91 » 05 Dez 2012, 12:53

Hi Herakles.
Nein ich habe noch nie einen jungen süß gefunden oder ein Kribbeln gespürt usw. Ich habe einen besten Freund, manchmal habe ich ein kurzes Kribbeln im Bauch, weil wir uns einfach 110% verstehen wir ticken genau gleich. Ich denke sber nicht das es liebeskribbeln ist sondern eher freude. Ich schaue Jungs auch nicht hinterher.
Natürlich dachte ich mir das es daran liegen könnte, weil ich es verdrängt habe?! :s Ich habe diese Gefühle bisher nur bei Frauen gehabt, aber wie gesagt ohne sexuelle Hintergedanken, ohne diesen sexuellen Kick. Das läuft dann eher über die romantische Schiene. Ich habe Jahrelang fast ausschließlich Heteropornos geschaut, vllt sollte ich mal 1 Monat garnichts mehr mit Frauen gucken mal schauen was passiert.
Mein Trieb verlangt definitiv Schwulen Sex, denn sonst hätte ich ja nicht alle 1-2 Wochen so ein starkes verlangen danach.
Wenn ich gerade geil bin, kann ich glaube ich schon einen jungen süß finden ich weiß es aber nicht...
Ich hab das Gefühl ich bin gefühlstot.
Gestern habe ich wieder mit einer netten Freundin gechillt und ich weiß worauf es hinausläuft, es wird Sex geben. Dies zeigt sie mir eindeutig und sagt sie auch. Wir küssen usw. Aber ich fühle nichts. Obwohl sie echt nen 1a Körper hat meine Lust auf Sex entwickelt sich einfach nicht. Sie hat hohe Ansprüche wie der Sex zu sein hat, dass macht es mir natürlich noch viel schwerer. Ich werde wohl kein Sex mit ihr haben...
Die Erektion ist kein Problem denke ich aber mein Kopf kommt nicht klar, der ist vollgestopft mit Gedanken etc.
Gruss

Edit:
Ich meine wenn ich auch nur ein bisschen bisexuell wäre, müsste ich doch auch im Kopf eine gewisse Geilheit entwickeln oder nicht? Ich meine meine Hose war voll mit lusttropfen, soviel habe ich sonst nie (Sorry das ich so genau erzähle).
Ich will wissen woher dieses Interesse für Schwulen Sex kommt sonst drehe ich noch durch. Ich bin froh wem ich nächste Woche mein Termin beim Psychologen habe, auch wenn er mir auch nicht weiterhelfen kann...
Zuletzt geändert von Queezle am 05 Dez 2012, 15:30, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: /Doppelpost zusammengeführt

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Re: Bitte helft mir!

Beitragvon Queezle » 05 Dez 2012, 16:02

Wir halten fest:
Du fandest Frauen bislang anziehend
Du hast Verlangen nach Sex mit maskulinen Individuen der Spezies Homo Sapiens Sapiens

Wo liegt das Problem?
Akzeptier das doch einfach so.. oder ist dein Verlangen dich in eine Schublade hineinzupressen so groß?

Re: Bitte helft mir!

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