Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

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Nullnullsieben
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Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon Nullnullsieben » 12 Feb 2013, 11:24

Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Ganz ehrlich: Mir leuchtet das nicht ein! Es gibt doch auch sicher keine Schwarzen im Ku-Klux-Klan oder Juden in antisemitischen Parteien?
Wieso ist man in einem Verein, der einen selbst ablehnt?

Nicht, das ich generell verstehen kann, wie man in der Katholischen Kirche sein kann... aber das ist ein anderes Thema.

Gerade in letzter Zeit, war ich immer wieder entsetzt, was für unfassbare Statements sich die Katholische Kirche erlaubt. Wie kann man das unterstützen!!??
Und das als Schwuler??

Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

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Irving
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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon Irving » 12 Feb 2013, 16:45

Ich bin schwul, katholisch und gläubig ;).

3Mo 20,13 "Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Greuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen."

Die wohl beliebteste Bibelstelle überhaupt zu diesem Thema ;).
Einige Seiten weiter findest du das hier:
5Mo 22,22 "Wenn jemand gefunden wird, der bei einem Weibe schläft, die einen Ehemann hat, so sollen sie beide sterben, der Mann und das Weib, bei dem er geschlafen hat; und sollst das Böse von Israel tun. "

Vor mehr als 1500 Jahren nahm die Kirche das mit dem zweiten Zitat noch sehr ernst. Heute würde sich die Kirche nicht wagen, eine Todesstrafe über Ehebrecher zu verhängen. Auch steht irgendwo etwas über ungehorsame Kinder, die Gottes Zorn auf sich ziehen. Die Auslegung der Bibel durch die Kirche ist leider veraltet. Die Kirche ist keine göttliche Institution, sie besteht aus Menschen, und Menschen machen eben Fehler. Denk doch mal an die Kreuzzüge.
Es wäre schade, wenn du nur aus dem Grund ungläubig bist, weil die Kirche etwas gegen Schwule hat :D. Es gibt eben viele Auslegungen der Bibel. Die der Kirche ist eine. Natürlich ist die Freiheit bei der Auslegung begrenzt, aber diese Grenzen festzulegen liegt nicht bei der Kirche.

Ich kann dir einfach mal von meinem Bezug zum Glauben erzählen. Bei mir gab es lange Zeit immer ein großes Zweifeln. Kann ich schwul und gläubig sein? Die üblichen Fragen, die man sich als schwuler Teenager stellt. Zudem war ich auch noch auf einer katholischen Schule :D. Und irgendwann dachte ich mir, dass man immer hört, wie gut Gott sein soll, wie gnädig. Ganz ehrlich, wenn Gott die Manifestation von dem Guten und der Liebe ist, wieso soll er dann etwas gegen mich haben, nur weil ich schwul bin!? Irgendwann habe ich dann eingesehen, dass es nicht Gott ist, der Schwule nicht leiden kann, sondern die Kirche, und das ist ein gewaltiger Unterschied.

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Azazel
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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon Azazel » 12 Feb 2013, 19:03

Wenn du die auslegung der katholischen kirche nicht akzeptierst warum bist du dann katholisch?Du kannst ja auch gläubig und nicht katholisch (oder evangelisch etc sein)

dass es nicht Gott ist, der Schwule nicht leiden kann, sondern die Kirche, und das ist ein gewaltiger Unterschied.


die frage ist auch nicht "warum gibt es schwule,die an gott glauben",sondern "Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??" (lass das mit diesem ?? eins reicht oO)

ich denke eher die meisten waren katholisch,haben ihr schwulsein erkannt und machens einfach aus gewohntheit weiter.
"Sie mögen 'Gott ist groß' rufen, aber tatsächlich wird er jedesmal ein bisschen kleiner, wenn sich jemand in seinem Namen in die Luft sprengt."

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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon DerSchmied » 12 Feb 2013, 20:11

Azazel hat geschrieben:ich denke eher die meisten waren katholisch,haben ihr schwulsein erkannt und machens einfach aus gewohntheit weiter.


Das ist das wahrscheinlichste, denk ich. Getauft wird man ja in der Regel bevor man weiß, dass man schwul ist, und dann hinterher auszutreten wäre einfach ein zu großes Theater (Familie macht Stress, die Nachbarn gucken komisch, was weiß ich).
Kann ich mir vorstellen. Ich weiß es nicht, ich bin ja (gott sei dank) nicht katholisch. Wobei ich schon erwogen hab, aus der evangelischen Kirche auszutreten, und das waren mit die Gründe. (Der Hauptgrund war, dass mir das das Orgelspielen ungemein erschweren würde ;))

Ich möchte auf keinen Fall jemanden auf den Schlips treten, der schwul und überzeugt katholisch ist, aber ich kann es mir nicht vorstellen wie das geht, dazu ist mein Horizont zu schmal (leider ...).
lg
Euer Schmied :)
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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon bluesky » 12 Feb 2013, 23:21

Nullnullsieben hat geschrieben:Wieso ist man in einem Verein, der einen selbst ablehnt?
... Wie kann man das unterstützen!!??

Also ich bin zwar nicht direkt schwul, sondern eher bi, aber das macht hier wohl keinen großen Unterschied. Katholisch und (ziemlich) gläubig bin ich auch. Wie das zusammenpasst?
Also:
1. Hat die katholische Kirche ja nicht als einzige Religion Vorbehalte gegen Homosexualität. Alle abrahamitischen Religionen (Christen, Juden, Muslime,...) tun sich damit schwer. Und was sich einige evangelikale Gruppen in der Beziehung erlauben, geht weit über das hinaus, was die katholische Kirche zu dem Thema so von sich gibt.
2. Hat die katholische Kirche am Ende nicht so sehr ein Problem mit Homosexuellen, sondern ein Problem mit außerehelichem Sex. Es gibt auch von hohen katholischen Würdenträgern öffentliche Aussagen, dass Schwule durchaus gleichgeschlechtliche Beziehungen führen können - nur eben ohne außerehelichen Sex. (Vgl. z.B. Aussagen von Carlo Maria Kardinal Martini.) Das trifft am Ende genauso auf Heteros zu - nur dass die eben heiraten können und dann in der Ehe Sex haben. Die Möglichkeit ist für Schwule in der katholischen Kirche nicht gegeben. Aber ja nicht nur dort nicht; auch in Deutschland ist das vom Gesetzgeber nicht vorgesehen; in Frankreich seit heute schon - aber deshalb tausche ich meinen deutschen Pass noch nicht gleich gegen einen französischen ein. Ähnlich ist das auch mit dem Schwul-und-katholisch-Sein.
3. Bin ich ja nicht katholisch, weil mir die Kirche nach dem Mund redet oder mir dass vorkaut, was ich gerne hören will. Jemanden der mir nur sagt, wie toll ich bin, brauche ich nicht - jemanden, der mich auch mal kritisiert, finde ich oft auch dann inspirierender, wenn ich ihm nicht immer Recht geben kann. Es geht am Ende um einen Heilsweg. Dass ich dem nicht immer zu 100% folgen kann, stört mich persönlich nicht so extrem - das ist ja in quasi allen größeren Organisationen so; ich trete ja auch nicht gleich aus einer Partei aus, nur weil mir ein, zwei Punkte in ihrem Programm nicht gefallen; oder verlasse einen Verein, weil mir ein Punkt in der Satzung nicht passt.
4. Ich unterstütze die Kirche ja nicht, obwohl sie mich ablehnt - sie lehnt MICH (als schwule/bisexuelle PERSON) ja gar nicht ab. Sie hat nur einige Vorbehalte gegen mein Sexleben - und gegen das der meisten Heteros übrigens auch.
5. Ja, es gibt auch einige Geisterfahrer, die sich mal im Ton vergreifen. Die gibts aber fast überall. Und von denen lasse ich mich einfach nicht vergraulen.
6. Dass sich die Kirche gegen gewissen Gesetzesvorhaben stellt, die z.B. die Homo-Ehe einführen wollen, ist für mich was anderes, als sich gegen Schwule selbst zu stellen. Ich habe auch mal einen schwulen Jura-Dozenten getroffen, der die Homo-Ehe abgelehnt hat - mit der Begründung, dass die Ehe ein heterosexuelles Konzept sei, dem sich die Schwulen doch bitte nicht anpassen sollen. Kann ich zwar nicht nachvollziehen, aber für schwulenfeindlich halte ich ihn darum noch nicht.
:) :flag:

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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon Nullnullsieben » 13 Feb 2013, 09:21

bluesky hat geschrieben:
Nullnullsieben hat geschrieben:Wieso ist man in einem Verein, der einen selbst ablehnt?
... Wie kann man das unterstützen!!??

Also ich bin zwar nicht direkt schwul, sondern eher bi, aber das macht hier wohl keinen großen Unterschied. Katholisch und (ziemlich) gläubig bin ich auch. Wie das zusammenpasst?
Also:
1. Hat die katholische Kirche ja nicht als einzige Religion Vorbehalte gegen Homosexualität. Alle abrahamitischen Religionen (Christen, Juden, Muslime,...) tun sich damit schwer. Und was sich einige evangelikale Gruppen in der Beziehung erlauben, geht weit über das hinaus, was die katholische Kirche zu dem Thema so von sich gibt.
2. Hat die katholische Kirche am Ende nicht so sehr ein Problem mit Homosexuellen, sondern ein Problem mit außerehelichem Sex. Es gibt auch von hohen katholischen Würdenträgern öffentliche Aussagen, dass Schwule durchaus gleichgeschlechtliche Beziehungen führen können - nur eben ohne außerehelichen Sex. (Vgl. z.B. Aussagen von Carlo Maria Kardinal Martini.) Das trifft am Ende genauso auf Heteros zu - nur dass die eben heiraten können und dann in der Ehe Sex haben. Die Möglichkeit ist für Schwule in der katholischen Kirche nicht gegeben. Aber ja nicht nur dort nicht; auch in Deutschland ist das vom Gesetzgeber nicht vorgesehen; in Frankreich seit heute schon - aber deshalb tausche ich meinen deutschen Pass noch nicht gleich gegen einen französischen ein. Ähnlich ist das auch mit dem Schwul-und-katholisch-Sein.
3. Bin ich ja nicht katholisch, weil mir die Kirche nach dem Mund redet oder mir dass vorkaut, was ich gerne hören will. Jemanden der mir nur sagt, wie toll ich bin, brauche ich nicht - jemanden, der mich auch mal kritisiert, finde ich oft auch dann inspirierender, wenn ich ihm nicht immer Recht geben kann. Es geht am Ende um einen Heilsweg. Dass ich dem nicht immer zu 100% folgen kann, stört mich persönlich nicht so extrem - das ist ja in quasi allen größeren Organisationen so; ich trete ja auch nicht gleich aus einer Partei aus, nur weil mir ein, zwei Punkte in ihrem Programm nicht gefallen; oder verlasse einen Verein, weil mir ein Punkt in der Satzung nicht passt.
4. Ich unterstütze die Kirche ja nicht, obwohl sie mich ablehnt - sie lehnt MICH (als schwule/bisexuelle PERSON) ja gar nicht ab. Sie hat nur einige Vorbehalte gegen mein Sexleben - und gegen das der meisten Heteros übrigens auch.
5. Ja, es gibt auch einige Geisterfahrer, die sich mal im Ton vergreifen. Die gibts aber fast überall. Und von denen lasse ich mich einfach nicht vergraulen.
6. Dass sich die Kirche gegen gewissen Gesetzesvorhaben stellt, die z.B. die Homo-Ehe einführen wollen, ist für mich was anderes, als sich gegen Schwule selbst zu stellen. Ich habe auch mal einen schwulen Jura-Dozenten getroffen, der die Homo-Ehe abgelehnt hat - mit der Begründung, dass die Ehe ein heterosexuelles Konzept sei, dem sich die Schwulen doch bitte nicht anpassen sollen. Kann ich zwar nicht nachvollziehen, aber für schwulenfeindlich halte ich ihn darum noch nicht.
:) :flag:


1. Eben! Ich glaube auch, das Religion grds. nicht gut ist! (auch aus anderen Gründen)

ABER! Das hat nichts mit Glauben zu tun, sondern nur mit der Institution Kirche, einer streng hierarchischen Organisation, die ihre Macht missbraucht!

"Religion ist Opium fürs Volk" :flag:

2. Genau! Und WIR leben im 21. Jhd.

Die katholische Kirche musste irgendwann akzeptieren, dass die Erde keine Scheibe ist, aber eigentlich würde sie am liebsten gar nix verändern...

(...)

6. Wenn man sich mal wirklich anschaut, wie manche Katholiken da argumentieren, kann man nur heulen... :cry:

Steven2701
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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon Steven2701 » 15 Feb 2013, 01:53

Ich oute mich auch gleich mal als gläubig und katholisch. Ich schreibe bewusst nicht als gläubiger Katholik weil ich - wie wohl jeder moderne Mensch - nicht wirklich an das bzw. an alles glaube, was mir die katholische Kirche sagt. Ich habe meinen "Privatglauben" in dem ich für mich geregelt habe, wie ich mir Gott, die Welt usw. vorstelle. Und das weicht teilweise ziemlich von der Lehre der kath. Kirche ab. Aber wäre ich deswegen in anderen Kirchen zwingend besser aufgehoben? Ich bezweifle es...
Im Endeffekt gibt mir die Kirche einen Ort an dem ich zur Ruhe und Besinnung kommen kann und den möchte ich mir bewahren. Und die kath. Kirch schimpft ja auch über Kondome, Ehebruch, außerehelichen Sex; man könnte die Liste ewig weiterführen. Aber tritt deswegen jeder "Kondombenutzer" aus? Man muss nicht alle Ansichten einer Institution toll finden, um sich ihr angehörig zu fühlen. Ich bin ja auch Deutscher obwohl ich teilweise die Politik anderer Länder besser finde.

Und eines wurde in der ges. Diskussion noch völlig vergessen. Die kath. Kirche besteht aus weit mehr als dem Vatikan und der Obrigkeit. Ich bin mir sicher, dass ein großteil der kath. Gemeinden in Deutschland homosexuelle Gläubige schätzt und akzeptiert. Wenn ich jetzt zu meinem Pfarrer gehen würde um zu sagen: Hey, ich bin schwul. Darf ich trotztdem noch zum Gottesdienst? - Er würde mich akzeptieren und mich in der Kirche trotz allem willkommen heißen.

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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon Nullnullsieben » 24 Feb 2013, 10:18

Ich kann genauso wenig verstehen, warum Frauen katholisch sind. Frauen werden ja immer noch diskriminiert in der katholischen Kirche. Als emanzipierte Frau müsste man sofort austreten! ;)

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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon Azazel » 28 Feb 2013, 00:45

Wenn du sowieso deinen eigenen privatglaube hast,der von dem der katholishen kirche abweicht,warum bist du dann überhaupt in der kirche?gewohnheit,wie ich oben geschrieben habe?Man muss ja nicht in der kirche sein um an gott zu glauben
"Sie mögen 'Gott ist groß' rufen, aber tatsächlich wird er jedesmal ein bisschen kleiner, wenn sich jemand in seinem Namen in die Luft sprengt."

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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon lemlem » 28 Feb 2013, 18:07

Ich bin zurzeit noch Katholik, werde aber ab meinem 18. Lebensjahr (in einem Monat) austreten. In meinen Augen missbraucht die Institution Kirche, und damit meine ich nicht ausschließlich die katholische, ihre Macht und hat nur wenig mit den wahren christlichen Werten zu tun. Da ich mich aber auch nicht mit dem Christentum oder sonst einer Religion identifizieren kann, werde ich in Zukunft einfach nach meinen eigenen Ansichten leben.
By the way verstehe ich auch nicht wirklich, warum Homo- und Bisexuelle tatsächlich die katholischen Glaubensgrundsätze vertreten. Vielleicht haben sie sich nie wirklich Gedanken darüber gemacht oder reden sich da was gut? Denn fast ausschließlich alle oben genannte Argumente dafür sind in meinen Augen nicht wirklich haltbar.
Ich glaube einfach, dass wie bereits erwähnt die meisten einfach aus Gewohnheit bei der Kirche bleiben.

Will hier niemanden persönlich angreifen oder irgendjemandes Glauben erschüttern. Dies ist lediglich meine Ansicht!

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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon Pater » 02 Mär 2013, 14:28

Homosexualität und der katholische Glauben schließen sich nicht aus, schließich ist das zentrale Element des Christentums und somit auch der katholischen Lehre, die Liebe. Die Liebe Gottes und die Liebe unter den Menschen. Vielleicht sollte man mal versuchen, den Hintergrund der Lehrmeinung zum Thema Homosexualität zu verstehen. Wir neigen dazu Sexualität und Liebe gleichzusetzen bzw. sie in ein automatistisches Verhältnis zueinander zu setzen. Die katholische Kirche lehnt Homosexuelle nicht ab. Was sie ablehnt ist (lediglich) der Sexualakt untereinander. Für die Kirche dient der Geschlechtsverkehr nur der Weitergabe von Leben und darf auch nur im geschlossenen Rahmen der Ehe vollzogen werden. Beides schließt die Homosexualität, zumindest in Deutschland, aus. Nichtsdestotrotz werde ich als Mensch, so wie ich bin, mit meinen Stärken und Schwächen, akzeptiert. Deshalb bin ich bisexuell und katholisch.

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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon Sturmlaeufer » 20 Apr 2013, 18:28

Kirche und Glaube ist ein ganz gewaltiger Unterschied.
Ich würde mich jetzt auch als ein wenig gläubig bezeichnen, habe aber ganz sicher nichts mit der Kirche am Hut und werde es auch sicher niemals. Das Problem ist einfach, dass sehr viele Menschen die Bibel immernoch zu wörtlich nehmen bzw sich besonders auf das alte Testament stützen, in dem nun mal der Hass und das Negative überwiegt.
Ich glaube an einen Gott, der gütig ist und liebt. Und diese Liebe ist nicht an Bedingungen gebunden. Und so sollte es eben auch sein.

Ich finde es sehr sehr schade, dass der katholische Glaube mittlerweile so einen schlechten Ruf hat. Aber ab und zu kommen dann doch nochmal ein paar *wahre* Gläubige durch, die sich dann im Namen ihrer religiösen Mitstreiter für ihr teilweises schlechtes Benehmen entschuldigen und deren starken Hass nicht nachvollziehen können. Schon irgendwie traurig.

SaphenaMagna
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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon SaphenaMagna » 23 Apr 2013, 18:54

Oh aber im Neuen Testament wird Homosexualität doch auch ganz klar verurteilt!
Und die Argumentation der Kirche lautet ja immer "Gott liebt den Sünder, aber nicht die Sünde".
Homosexualität ist also nicht Gottes Wille und jeder gläubige Christ dürfte sie nicht ausleben.

Natürlich ist das nicht meine Ansicht, ich glaube daran sowieso nicht ;)
Aber die Argumentation klingt für mich recht einleuchtend :D
Stines sieben Keiler sind hintersinnige Schleimer.

Payne
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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon Payne » 30 Apr 2013, 14:45

Mein bester Kumpel, der bi ist, ist auch Katholik, und er praktiziert auch noch. Ich hab ihn auch mal darauf angesprochen, wie er denn seine Sexualität mit dem Glauben vereinbaren könne. Er hat sich ziemlich schwer getan, die Frage zu beantworten, und ich hab bemerkt, dass es ihm wohl auch ein wenig schwer fällt, sich darüber Gedanken zu machen. Er hat mir echt leid getan in dem Moment, und ich hab ihn in Ruhe gelassen.
Was er aber gesagt hat, das war ziemlich clever. Letztenendes kommt es auf die eigene Gemeinde drauf an, bei welcher man in die Kirche geht. Ist dasselbe mit verheirateten Geistlichen, oder welche, die Kinder haben. Bei uns in der Schweiz gab's da so einen "Skandal", weil ein katholischer Pfarrer offen zugegeben hat, dass er seit längerem heimlich eine Freundin hatte und sogar ein Kind erwarte. Seine Gemeinde und CO haben das super aufgenommen, und auch allgemein war das dann kein Problem. Was das aber in den Augen des Vatikans oder des Papsts bedeuten würde - na ja, das wüsste ich gerne. Jedenfalls sagt mein Freund, es verhalte sich ein wenig ähnlich. Solange in seiner Gemeinde weiterhin von Nächstenliebe etc predigt wird, hat er keine Probleme damit, dass die katholische Institution an sich homophobe Einstellungen hat. Ich persönlich könnte mich nicht mit dieser Einstellung anfreunden, aber ich habe meiner Glaubensgemeinschaft sowieso schon länger den Rücken gekehrt, obwohl die wohl eine der wenigen Religiösen Insitutionen ist, die offen nichts gegen Homos bzw. Bi-Sexuelle hat.

Zudem will ich - jemand hat's auch schon erwähnt - mal die evangelikalischen Kirchen in Amerika herausheben. (Achtung: Evangelikalisch Evangelisch!) Das sind ja dort DIE Institutionen verantwortlich für die ganzen "Straight Camps" und "Pray the Gay away"-Kack-Therapie-Versuche, die das Leben der amerikanischen Homos gerade in kleineren Provinzstädten zur Hölle machen... Also meine Einstellung zur katholischen Kirche hat sich grundlegend gebessert, seit ich mich über das Treiben von den Evangelikalisten informiert habe.
"Showers pounding out a new beat,
I trade my old shoes for new feet,
I grab a new seat.
I don't like the one I got,
The fabric's wearing through
And it's wearing me out."

Romeo
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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon Romeo » 04 Mai 2013, 22:36

Ich bin auch Schwul ,ein Katholik und möchte vieleich aus der Kirche austreten .Katholik zu sein und dann auch noch Schwul passt meiner Meinung nach nicht zusammen.

Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

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