Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

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unsicher
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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon unsicher » 04 Mai 2013, 23:56

Ich bin auch katholisch, habe aber mit Kirche und so nicht mehr so viel am Hut... früher hat meine Mutter mich hin und wieder mal mit hingeschleppt, ich hatte natürlich auch Kommunion und Firmung (das wäre in der Familie sonst auch sehr übel gekommen...) aber seit dem ist das bei mir eigentlich vorbei...

War mir dem vorher auch garnicht so wirklich bewusst, dass die katholische Kirche da so eine Abneigung hat... alleine das wäre ja schon ein Grund, da auszutreten.

Wobei mich schon interessieren würde, was unser Pfarrer sagen würde, wenn man sich vor ihm outet. Wir hatten den mal in der Schule im Reli Unterricht und der kam mir eigentlich sehr sympatisch vor und konnte auch gut mit Jugendlichen umgehen, ich kann mir kaum vorstellen, dass so jemand dann jemanden wegen seiner Sexualität, für die er nichts kann, verachtet oder abstößt?!

Naja, wie gut, dass ich eher wissenschaftlich veranlagt bin und eher an die Evolution glaube :D

Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon ich1929 » 31 Aug 2013, 15:15

Wahrscheinlich wurden die meisten schwulen Katholiken da hinein geboren. Man weiss ja nicht ob ein neu geborenes schwul ist oder nicht. Ich bin zwar auch offiziell Katholisch aber nur weil ich noch minderjährig bin. Eigentlich bin ich wie die meisten in meiner Stufe Atheist.
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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon Minion » 31 Aug 2013, 16:35

Um psychologisch zu sein: Meine Meinung ist, dass Glaube der Versuch der Menschen ist, sich selbst zu erklären!
Die Kirche an sich lehne ich eher ab (Geld ist böse, gibt es uns!), deshalb werde ich auch irgendwann mal austreten....
Wenn es Gott wirklich gibt, und er wirklich alle Menschen so liebt, dann wird auch die lieben, die nicht in seinem Fanclub waren :D
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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon Paaatriiick » 31 Aug 2013, 21:46

Heyho,

ich selbst bin auch Kathole. Ich glaube aber auch nicht das das zu seltend ist als Kathole Homosexuell zu sein. Aber seh es mal so: Du wirst ja als Baby getauft und hast noch keine Ahnung das du Homosexuell wirst.

Mfg,
Patrick
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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon Azazel » 31 Aug 2013, 21:57

Du hast auch keine ahnung das du getauft wirst ;)
"Sie mögen 'Gott ist groß' rufen, aber tatsächlich wird er jedesmal ein bisschen kleiner, wenn sich jemand in seinem Namen in die Luft sprengt."

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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon tobefree » 31 Aug 2013, 22:43

Ich denke auch, dass es teilweise aus alter Gewohnheit kommt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht katholisch bin weil ich immer mit den Ansichten der Katholiken einverstanden bin. (Das fängt schon im Glaubensbekenntnis an: Ich glaube an die heilige KATHOLISCHE Kirche) Sondern weil ich einfach noch nicht ausgetreten bin 
Und und vorallem denke ich oder glaube ich, wenn Gott jeden Menschen liebt so wie er/sie ist, dann liebt er mich und jeden anderen Homosexuellen genauso wie jeden hetero, bi und transsexuellen Menschen! Ich bete zu Gott und glaube an Ihn. Ich bete nicht zur Kirche, unserem Pfarrer, Bischof oder dem Papast. Sie sind Menschen und damit fehlbar. (Sei es im Glauben oder dessen Auslegung)
Die Erschaffung der Welt ist noch nicht abgeschlossen. - Sie wartet auf unsere Beiträge!

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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon Zebulon » 01 Sep 2013, 20:03

Menschen die zur Katholischen Kirche gehören und ihre Lehren glauben und behaupten die Kirche diskriminiere Homosexuelle nicht offen, belügen sich einfach selber!
Viele bekannte Würdenträger der kath. Kirche sind Aufgeschlossen was Homosexualität betrifft, viele propagieren auf der anderen Seite offen Schwulenfeindlichkeit.
Die offizielle Stellungnahme der kath.K. ist keineswegs Schwulenfeindlich (http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_councils/family/documents/rc_pc_family_doc_08121995_human-sexuality_ge.html), allerdings hat man dieses Stück geschriebenes Wort wohl vergessen, denn es wird schlicht und einfach nicht angewandt. Hierzu einige Beispiele:

So sind nach Meinung der Kirche Menschen mit homosexueller Neigung in bestimmten Aufgaben nicht einzusetzen: [...] hier als Beispiele ohne nähere Begründung Erziehung und Ausbildung, [...] das Militär, [...] allen Schwulen und Lesben den Zugang zu öffentlichen Ämtern grundsätzlich zu verwehren.


Ernsthaft? DAS soll keine Diskriminierung sein? Wenn ich mir vorstelle, die Kirche wäre nicht strikt vom Staat getrennt, was müsste ich wohl alles hinnehmen? Ich bin Offizier und nie hat mir meine Homosexualität im Weg gestanden und meine Kameraden konnten mir immer vertrauen!

Auch können Menschen, welche die tragenden Grundsätze der kirchlichen Glaubens- und Sittenlehre im außerdienstlichen Bereich nicht einhalten, nicht eingestellt bzw. sollten entlassen werden. So kann etwa ein Profil bei GayRomeo oder der bekannt gewordene Besuch eines Schwulenlokals ohne weiteres Gespräch eine Kündigung nach sich ziehen.


Während Lebensgefährten öfter geduldet werden, muss man bei einer bekannt gewordenen Eingetragenen Lebenspartnerschaft (explizit auch bei Mitarbeitern, die nicht der Glaubensgemeinschaft angehören) genauso wie bei einer Wiederverheiratung Geschiedener mit einer Kündigung rechnen, da es als schwerwiegender Loyalitätsverstoß angesehen wird. Fachliche Qualifikation und gute Arbeit spielen dabei keine Rolle.


...und so geschieht es auch. Menschen die solche Statements abgeben sollte man entlassen und an den Pranger stellen!

[...]sind jene unfähig eine Ehe zu schließen, „die aus Gründen der psychischen Beschaffenheit wesentliche Verpflichtungen der Ehe zu übernehmen nicht imstande sind.“ Dies ist auch bei „psycho-sexuellen Anomalien wie Homosexualität, Lesbianismus[sic], Masochismus“ der Fall.


Aha, ich habe eine psycho-sexuelle Abnorm und nicht der alte Mann der ja eigentlich seit seiner Priesterweihe keinen Sex mehr haben darf?
Beispiel am Papst:
Geburt 1936
Priesterweihe 1969
Der Mann ist jetzt 77 Jahre alt und hat seit seinem 33. Lebensjahr (44 Jahre!) gezwungenermaßen keinen Sex mehr gehabt, den er öffentlich nennen dürfte. DAS IST EINE PSYCHO-SEXUELLE ANOMALIE!

Der Vatikan versuchte monatelang politischen Einfluss auszuüben um den World Pride 2000 in Rom verbieten zu lassen oder sonst zu verhindern. Im Vorfeld des World Pride 2005/2006 in Jerusalem nahm Nuntius (Botschafter des Vatikans) Pietro Sambi, am 30. März 2005 zusammen mit muslimischen, jüdischen und anderen christlichen Würdenträgern an einer außergewöhnlichen Pressekonferenz teil, wo die Absage der Demonstration gefordert wurde und andernfalls ein Untergang Jerusalems vorhergesagt wurde.

Am 6. Juli 2006 lud der neue Nuntius Antonio Franco den Bürgermeister in seine Residenz und machte deutlich, dass es für die „Heilige Mutter Kirche“ nicht hinnehmbar sei, dass in Jerusalem Homosexuelle öffentlich demonstrieren. Der Bürgermeister bedauerte, dass ihm rechtlich die Hände gebunden seien. Und am 8. November 2006 forderte der Vatikan Israel auf, die Parade zu verbieten. Der Vatikan hat wiederholt festgestellt, „dass die Meinungsfreiheit Grenzen hat, insbesondere dann, wenn sie das religiöse Empfinden von Gläubigen beleidigt.“


Nicht zu fassen...
Wer sowas liest kann doch gar nicht ernsthaft daran glauben, dass die Auslegungen der Kirche und Schwulsein oder Menschenliebe vereinbar miteinander sind. Die offizielle Stelle des Vatikans untergräbt die Bemühungen Homosexueller Emanzipation!

Unter Homosexualität versteht man die "dauerhafte, dominierende erotische Anziehung zu Personen des gleichen Geschlechts, die oft (aber nicht notwendig) mit geschlechtlicher Aktivität" verbunden und der menschlichen Natur widerspricht. (NLChM, S. 341) Als homosexuelle Handlungen bezeichnet man eine Art der Sodomie und versteht darunter die sexuelle Betätigung mit einer Person desselben Geschlechtes. Die Kirche lehrt, dass die Auslebung homosexueller Neigungen eine schwere Sünde ist.


Das ist die Definition von Homosexualität auf Kathpedia. Mag nicht vom Vatikan kommen, aber aus der Basis dieser Kirche. Dass sagt glaube ich auch so einiges über diese Kirche aus.

„In analoger Weise muß der Schutz und die Förderung der Familie gewährleistet werden, die auf der monogamen Ehe zwischen Personen verschiedenen Geschlechts gründet und die in ihrer Einheit und Stabilität gegenüber den modernen Gesetzen über die Ehescheidung zu schützen ist. Andere Formen des Zusammenlebens können der Familie in keiner Weise rechtlich gleichgestellt werden noch als solche eine gesetzliche Anerkennung erhalten.


Auszug aus einer Note von Ratzinger als er noch Kardinal war zur Homo-Ehe.

This Resolution represents a grave and repeated attack on the family based on marriage, a union of love and life between a man and a woman from which life naturally springs. Every society is solidly based on this marital union because it is a necessary value. To deny this fundamental and elementary anthropological truth would lead to the destruction of the fabric of society.


Päpstlicher Rat an die Familie vom März 2000 zur Homo-Ehe
Klingt ja nach einer Gefährlichen Krankheit für die Gesellschaft.

Mein Fazit:
Die großen Kirchen (insbesondere) die Kath. Kirche haben Schwule früher verteufelt, gejagt und ermordet, heute tun sie das (vermehrt) nicht mehr, aber sie wiegeln ihre Anhänger gegen Homosexuelle auf und wenn die offiziellen Stellungnahmen der Kirchen heute weitaus offener sind, ihre Anhänger leben Hass und Abscheu (man siehe sich Frankreich an) und da Sticht unter den grossen christlichen Religionen die Kath. Kirche ganz besonders heraus.
Homosexuelle Jugendliche werden in den Selbstmord getrieben, weil die Kirche immer noch glaubt unsere Gesellschaft müsse von der Homo-Toleranz abkommen.
Man hört von solchen Leuten sogar schon Schwule könnten geheilt werden! GEHEILT!
Schwulenhass wird zT offen praktiziert und in gewissen Kreisen Salonfähig gemacht und die Kirche fördert solches Verhalten auch noch. Wie kann eine Religion die "auf Liebe begründet ist" so Menschen verachtend sein?

Nullnullsieben
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Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

Beitragvon Nullnullsieben » 08 Sep 2013, 19:28

unsicher hat geschrieben:Ich bin auch katholisch, habe aber mit Kirche und so nicht mehr so viel am Hut... früher hat meine Mutter mich hin und wieder mal mit hingeschleppt, ich hatte natürlich auch Kommunion und Firmung (das wäre in der Familie sonst auch sehr übel gekommen...) aber seit dem ist das bei mir eigentlich vorbei...

War mir dem vorher auch garnicht so wirklich bewusst, dass die katholische Kirche da so eine Abneigung hat... alleine das wäre ja schon ein Grund, da auszutreten.

Wobei mich schon interessieren würde, was unser Pfarrer sagen würde, wenn man sich vor ihm outet. Wir hatten den mal in der Schule im Reli Unterricht und der kam mir eigentlich sehr sympatisch vor und konnte auch gut mit Jugendlichen umgehen, ich kann mir kaum vorstellen, dass so jemand dann jemanden wegen seiner Sexualität, für die er nichts kann, verachtet oder abstößt?!

Naja, wie gut, dass ich eher wissenschaftlich veranlagt bin und eher an die Evolution glaube :D


Das geht wohl den meisten so! Und warum tritt man dann nicht aus?

Das Geld kann man besser spenden!

Re: Wieso gibt es Schwule, die katholisch sind??

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