PewDiePie - YouTuber, Teenieschwarm, Antisemit?

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PewDiePie - YouTuber, Teenieschwarm, Antisemit?

Beitragvon b00001110 » 14 Feb 2017, 16:48

Mal wieder ein Eintrag in die nicht enden wollende Reihe "Wie weit darf Satire gehen?".

"Disney hat sich vom erfolgreichen YouTuber PewDiePie getrennt, weil dieser in seinen Videos antisemitische Parolen verwendet hatte. Der sagt: War doch alles nur Spaß."
http://www.zeit.de/digital/internet/2017-02/pewdiepie-antisemitismus-disney-youtube

Angemessen? Nachvollziehbar? Übertrieben?
Was meint ihr dazu? Wie weit darf Satire gehen? Ist das noch Satire?
LG

:bp:

PewDiePie - YouTuber, Teenieschwarm, Antisemit?

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Sullivan
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Re: PewDiePie - YouTuber, Teenieschwarm, Antisemit?

Beitragvon Sullivan » 18 Feb 2017, 22:42

Was genau hat der sich eigentlich zu schulden kommen lassen?

Das Problem das wir heutzutage haben, ist meiner Meinung nach, dass jeder gleich aufschreit, sobald irgendeine Minderheit angelblich "beleidigt" wird.
Serdar Somuncu hat dazu mal was Kluges gesagt: Satire darf alles. Und solange sich nur die Juden über die Judenwitze beschweren und die Lesben über die Lesbenwitze, solange muss man das ganze nicht ernst nehmen. Würde ich so unterschreiben wollen.

Viele Leute verstehen Satire nicht und fühlen sich direkt persönlich angegriffen, obwohl es dazu keinen Grund gibt.
Und sobald man i.was über Juden sagt, ist man ja sowieso der Idiot.
Vielleicht sollte man es gerade deshalb tun. Aus Prinzip, um nicht auf jedermanns Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen. :)

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Nonius
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Re: PewDiePie - YouTuber, Teenieschwarm, Antisemit?

Beitragvon Nonius » 19 Feb 2017, 00:15

Aber irgendwo muss es trotzdem Grenzen geben. Freiheit hört da auf, wo man andere verletzt. Natürlich sollte das jetzt nicht immer als Vorwand benutzt werden, sofort die Meinung von jemand anderen kaltzustellen. Doch oft is es so, dass man über Minderheiten herzieht und natürlich sind die es, die sich dann zurecht beschweren. :(

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Re: PewDiePie - YouTuber, Teenieschwarm, Antisemit?

Beitragvon Sullivan » 19 Feb 2017, 12:59

Nonius hat geschrieben:Aber irgendwo muss es trotzdem Grenzen geben. Freiheit hört da auf, wo man andere verletzt. Natürlich sollte das jetzt nicht immer als Vorwand benutzt werden, sofort die Meinung von jemand anderen kaltzustellen. Doch oft is es so, dass man über Minderheiten herzieht und natürlich sind die es, die sich dann zurecht beschweren. :(


Klar gibt es irgendwo Grenzen.
Aber die setzt der gesunde Menschenverstand und nicht irgendein Dahergelaufener. Ich muss mich nicht über anderer Leute Unzulänglichkeiten lustig machen (Behinderung o.ä.), aber ich lasse mir nicht verbieten, mich negativ zu religiösen Themen zu äußern. Dass z.B. ein Künstler bedroht wird, weil er einen Propheten mit Bombe im Turban zeichnet, sagt schon alles aus. Dann muss man genau dort noch mehr "sticheln", bis die betreffenden Personen lernen, dass Toleranz keine Einbahnstraße ist. (Jeder Mensch soll glauben woran er will. Wenn ich den Glauben aber ablehne und den Islam z.B. für übel halte, möchte ich das so äußern können. Wenn das nicht (mehr) der Fall ist, haben wir ein Problem, finde ich.)

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Akil
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Re: PewDiePie - YouTuber, Teenieschwarm, Antisemit?

Beitragvon Akil » 19 Feb 2017, 15:38

Mir kommt es oft so vor:
"Wo kommen wir denn da hin, wenn wir über Minderheiten nichts schlechtes mehr sagen dürfen."
"Über Satiriker darf man übrigens nichts schlechtes sagen, denn Satire darf alles!"

Drohungen, Hass, und Trolle bekommt man im Internet an allen Fronten eines Themas.
Satiriker haben dieses Verhalten des Pöbels nicht gepachtet.
Egal ob ich...
...den Islam in einem Witz mit Terrorismus verknüpfe (DU ANTI-ISLAMISCHER FASCHIST, LERN MAL TOLERANZ! STIRB DU OPFAA!)
...dafür propagiere nicht jeden Moslem als Terrorist zu sehen (DU VERWEICHLICHTER GRÜNER FEMINIST! STIRB DU OPFAA!)
...Religion an sich in Frage stelle (DU ATHEISTISCHER TEUFEL! RESPEKTIERE GEFÄLLIGST ANDERER LEUTE GLAUBEN! STIRB DU OPFAA)

Sprich, egal welche Seite einer Meinung ich vertrete: Von einer Partei werde ich eh angefeindet. Dieses Verhalten dann auf die armen, armen Satiriker zu beschränken ist meiner Ansicht nach blind. Es geht nicht um "Witz", es geht um "Meinung". Und wenn ich meine Meinung als Witz ausdrücke, dann heißt das nicht, dass ich ein Recht darauf habe, dass meine Meinung gefälligst nicht gehatet wird, weil "is ja nur 'n Witz" und "Satire darf alles".
Wenn man sich über gesellschaftlichen Hass aufregt, sollte man entweder die eigene Meinung, oder die Meinung der Gesellschaft zu einem Thema kritisieren. Wenn man den Umgang (=Hate, Drohungen, Trolle) mit einem Thema beschissen findet, dann hat auch das nichts mit Satire im Alleinigen zu tun.

Und: es hat auch niemand ein Recht darauf, dass Disney oder welches Unternehmen auch immer einem eine Plattform für die eigene Meinung zur Verfügung stellt. Auch dann nicht, wenn man Satiriker ist. Wenn wir denken, dass YT, Facebook oder Twitter nicht mehr von Unternehmen kontrolliert werden sollten, und (wie ein Marktplatz) als öffentlicher Raum gelten sollten, dann würde ich es vorziehen diese Diskussion zu führen, anstatt weiter dieses "mimimi, Satire darf alles, hört auf meine Witze nicht zu mögen."
Was war jetzt noch mal die Schnellspeichertaste?
ALT+F4!

Re: PewDiePie - YouTuber, Teenieschwarm, Antisemit?

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