Homophobie, Wagenknecht, Linke

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Martijn
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Homophobie, Wagenknecht, Linke

Beitragvon Martijn » 26 Jun 2018, 07:51

Queer.de bezichtigt Sahra Wagenkecht der Homophobie

Bezogen auf einen Gastbeitrag bei der Welt.

Und sie alle haben diesem Uralt-Liberalismus, der aus der Zeit vor der Entstehung moderner Sozialstaaten stammt, die glitzernde Hülle linksliberaler Werte übergestreift, um ihm ein Image von Modernität, ja moralischer Integrität zu geben. Weltoffenheit, Antirassismus und Minderheitenschutz sind das Wohlfühl-Label, um rüde Umverteilung von unten nach oben zu kaschieren und ihren Nutznießern ein gutes Gewissen zu bereiten.

Und es widerspricht sich ja nicht: Ehe für alle und sozialer Aufstieg für wenige, Frauenquote in Aufsichtsräten und Niedriglöhne dort, wo vor allem Frauen arbeiten, staatlich bezahlte Antidiskriminierungsbeauftragte und staatlich verursachte Zunahme von Kinderarmut in Einwandererfamilien.

Im Ergebnis dieses Policy Mix wurden einerseits die Rechte vormals ausgegrenzter und diskriminierter Minderheiten real gestärkt, andererseits wächst die Ungleichheit und schmilzt der Wohlstand der Mitte. Das gilt nicht nur für Länder mit großen ökonomischen Problemen und hoher Arbeitslosigkeit.


Streng genommen kann ich keine Homophobie erkennen. Dennoch handelt es sich um eine öffentliches Bemühen, Menschen von ihren Argumenten zu überzeugen und in dieser Hinsicht behandelt sie die Ehe für alle einerseits als netten Nebeneffekt für Betroffene und andererseits als Augenwischerei, um von den echten Problemen abzulenken, als ob das Anliegen an sich nicht von Bedeutung wäre.
Sahra Wagenknecht hat wie alle anderen Abgeordneten der Linken, bis auf eine nicht abgegebene Stimme, für die Ehe für alle gestimmt.

Auf der Sprechrohrseite ihres Ehemanns, Nachdenkseiten, wird allerdings häufiger davon gesprochen, dass Berichte über die Homophobie in Russland nur Russland weiter dämonisieren sollen. Das mag stimmen, immerhin sind dieselben Journalisten nicht in der Lage, ihre eigene Homophobie and die weiterhin bestehenden Probleme für Homosexuelle im deutschsprachigen Raum anzuerkennen, aber die Homophobie in Russland muss deswegen nicht verschwiegen werden. Die Sympathie liegt wenigstens auf Nachdenkenseiten eher bei Russland als bei den russischen schwulen Männern.

Ingesamt ist das durchaus eine Tendenz Homosexualität zu instrumentalisieren auf eine Art und Weise, die linken Grundsätzen widerpricht.

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Re: Homophobie, Wagenknecht, Linke

Beitragvon Zuri » 26 Jun 2018, 10:33

Ich kann in deinem zitierten Text nicht das geringste Anzeichen für Homophobie erkennen. Darüber hinaus klingen die Anschuldigungen wirklich abstrus.

Dennoch gibt sich die Linke gern aus Russland erste her und da kann ich mir eine solche wie von dir selbst anbrachte Aussage schon vorstellen. Auch wenn Amerika Russland gerne als Das Böse bezeichnet, während es sich als Das Gute präsentiert, das es nicht erst seit Trump nicht ist, ist der Umgang mit Schwulen in Russland mehr als fragwürdig und von Tschetschenien wollen wir gar nicht erst reden.
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Re: Homophobie, Wagenknecht, Linke

Beitragvon DasLysander » 26 Jun 2018, 14:12

So ein Blödsinn. In dem Text sehe ich ebenfalls keinen Grund, Sahra Wagenknecht Homophobie vorzuwerfen. Queer.de halt :roll:

Ich glaube aber trotzdem nicht, dass es Zufall ist, dass die "Ehe für alle" da auftaucht. Wagenknecht versucht zur Zeit deutlich, AfD-Wähler wieder zurück zur Linken zu holen, und dafür ist es vermutlich wichtig, das Feindbild "abgehobene und weltfremde Grüne" zu bedienen. Politik ist eben schmutzig und gemein.
Aber Leute die jedem, der Begriffe wie "Homosexualität" oder "Ehe für Alle" in den Mund nimmt und dabei nicht nur in Jubel ausbricht, Homophobie unterstellen, zeigen damit meiner Meinung nach nur, dass sie gerne wie Kinder behandelt werden würden, bei denen man jede Aussage mit einer eindeutigen Emotion verknüpfen muss, um irgendwie anzukommen.
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Re: Homophobie, Wagenknecht, Linke

Beitragvon Martijn » 29 Jun 2018, 10:41

Wie Sahra Wagenknecht Lesben und Schwule für dumm verkaufen will
http://www.nollendorfblog.de/?p=8976

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Re: Homophobie, Wagenknecht, Linke

Beitragvon Zuri » 29 Jun 2018, 12:03

Wagenknecht sagt in dem Video, dass die Vorwürfe von queer.de perfide seien, und man ihr das Wort im Munde rumgedreht habe, weil sie und die Linke ja immer eine konsequente Gleichstellungspolitik verfolgt hätten.

Recht hat sie. Genau so habe ich das auch empfunden.

Es gibt ein Problem, dass diese Politik von Neoliberalen Parteien gekapert wird und damit für viele Menschen verbunden ist mit einer ökonomischen Politik, die Ungleichheit verursacht. Und damit schwindet der Rückhalt für solche Forderungen. Und wir sehen in den USA, wo das hinführt. Das Ergebnis ist dann Donald Trump.

Wieder sehe ich da keinerlei Homophobie. Wo siehst du sie da?

Denn im Endeffekt trifft ihre Kritik nicht das Kapern, sondern die Gleichstellungspolitik selbst.

Diese Schlussfolgerung erschließt sich für mich absolut nicht durch den Text und ist somit eine haltlose Unterstellung.
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Re: Homophobie, Wagenknecht, Linke

Beitragvon Regal » 29 Jun 2018, 20:07

ist doch egal ob sie homophob ist oder nicht. solange ihre politik weitestgehend mit LGBT-interessen konform gehen.

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Re: Homophobie, Wagenknecht, Linke

Beitragvon Zuri » 29 Jun 2018, 23:50

Würde ich jetzt nicht so unterschreiben. Davon abgesehen kann ich es absolut nicht haben, wenn jemand substanzlose Hetze gegen andere Leute betreibt und einfach nachplappert, was unsachliche Journalisten so von sich geben.
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Re: Homophobie, Wagenknecht, Linke

Beitragvon zwiebelfisch » 30 Jun 2018, 08:46

Martijn hat geschrieben:Queer.de bezichtigt Sahra Wagenkecht der Homophobie

Bezogen auf einen Gastbeitrag bei der Welt.

Und sie alle haben diesem Uralt-Liberalismus, der aus der Zeit vor der Entstehung moderner Sozialstaaten stammt, die glitzernde Hülle linksliberaler Werte übergestreift, um ihm ein Image von Modernität, ja moralischer Integrität zu geben. Weltoffenheit, Antirassismus und Minderheitenschutz sind das Wohlfühl-Label, um rüde Umverteilung von unten nach oben zu kaschieren und ihren Nutznießern ein gutes Gewissen zu bereiten.

Und es widerspricht sich ja nicht: Ehe für alle und sozialer Aufstieg für wenige, Frauenquote in Aufsichtsräten und Niedriglöhne dort, wo vor allem Frauen arbeiten, staatlich bezahlte Antidiskriminierungsbeauftragte und staatlich verursachte Zunahme von Kinderarmut in Einwandererfamilien.

Im Ergebnis dieses Policy Mix wurden einerseits die Rechte vormals ausgegrenzter und diskriminierter Minderheiten real gestärkt, andererseits wächst die Ungleichheit und schmilzt der Wohlstand der Mitte. Das gilt nicht nur für Länder mit großen ökonomischen Problemen und hoher Arbeitslosigkeit.


Streng genommen kann ich keine Homophobie erkennen. Dennoch handelt es sich um eine öffentliches Bemühen, Menschen von ihren Argumenten zu überzeugen und in dieser Hinsicht behandelt sie die Ehe für alle einerseits als netten Nebeneffekt für Betroffene und andererseits als Augenwischerei, um von den echten Problemen abzulenken, als ob das Anliegen an sich nicht von Bedeutung wäre.
Sahra Wagenknecht hat wie alle anderen Abgeordneten der Linken, bis auf eine nicht abgegebene Stimme, für die Ehe für alle gestimmt.

Auf der Sprechrohrseite ihres Ehemanns, Nachdenkseiten, wird allerdings häufiger davon gesprochen, dass Berichte über die Homophobie in Russland nur Russland weiter dämonisieren sollen. Das mag stimmen, immerhin sind dieselben Journalisten nicht in der Lage, ihre eigene Homophobie and die weiterhin bestehenden Probleme für Homosexuelle im deutschsprachigen Raum anzuerkennen, aber die Homophobie in Russland muss deswegen nicht verschwiegen werden. Die Sympathie liegt wenigstens auf Nachdenkenseiten eher bei Russland als bei den russischen schwulen Männern.

Ingesamt ist das durchaus eine Tendenz Homosexualität zu instrumentalisieren auf eine Art und Weise, die linken Grundsätzen widerpricht.


Sorry, auch ich kann in diesem Gastbeitrag keine Homophobie erkennen. Es geht Sahra Wagenknecht vielmehr darum, dass die soziale Komponente der linksliberalen Werte nicht genug berücksichtigt wird. Wie viel moralische Integrität im Sinne konsequenter linksliberaler Politik steckt dahinter, wenn man einerseits die Ehe für alle befürwortet, andererseits aber unzureichende Möglichkeiten für besseren sozialen Aufstieg schafft, was wohl ebenso ein wichtiger Punkt ist?

Es geht ihr nicht darum, die Ehe für alle an sich zu kritisieren, sondern vielmehr darum, zu sagen, dass das eben nicht reicht. Das wird auch im weiteren Zitatverlauf deutlich. Es reicht nicht, Rechte zu stärken, wenn diese Rechte tatsächlich nicht genutzt werden können. Was nützt beispielsweise jemandem, der schwul ist, die Ehe für alle, wenn er sich ständig sorgen muss, wie er seinen Lebensunterhalt bestreiten soll, und sich keine gemeinsame Wohnung mit seinem Partner leisten kann? Was nützt einer Frau die Frauenquote in Aufsichtsräten, wenn sie bei einer Zeitarbeitsfirma als Reinigungskraft arbeitet? Darauf wollte Sahra Wagenknecht vermutlich anspielen. Die Homophobie-Vorwürfe empfinde ich daher als haltlos.

Re: Homophobie, Wagenknecht, Linke

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