Wann ich festgestellt habe, dass ich... anders... sein könnte? In der Grundschule schon, glaube ich. Ich war zwar sehr beliebt, doch es fiel mir schwer sich mit anderen über Fußball, oder Autos zu unterhalten. Ich fands am Anfang ganz normal, hatte ja andere Hobbies - kann ja jeder. Da ich ja aber mit den Jungs kaum reden konnte, war ich dauernd bei den Mädels die viel reifer zu sein schienen.
Ich kann mich noch dran erinnern, als mir mein Kumpel gesagt hat, er hätte sich in einem Mädchen verliebt. Ich fands so cool, dass ich sofort festgestellt habe, ich müsse mich auch in einem Mädchen verlieben. Ging aber nicht!
Mein Leben lief eigentlich weiter, keiner hat was bemerkt, ich wollte es auch nichts bemerken. Bis zum Umzug.
Mein erstes Jahr in Deutschland war furchtbar. Bin an einer Gesamtschule gelandet, wo keiner mein Akzent, meine Meinung akzeptieren konnte. Ich konnte mich nicht wehren, da mein Deutsch damals ziemlich... schlecht war. Um genauer zu sein - ich konnte gar kein Wort. Doch dann wurde mir angeboten, an eine andere Schule zu gehen. Ich habe gehofft dort tolerante Leute zu treffen.
Er gehörte zu den Aussenseitern. Ich wollte ihn kennen lernen. Also musste ich auch ein Aussenseiter werden. War eigentlich nicht so schwer, man musste sich nur einmal zwingen, eine Zigarette zu Rauchen, oder ein Schluck Wodka zu trinken. Und schon habe ich zu den Aussenseitern gehört. Habe mich wohl gefühlt, weil er IMMER in der Nähe war. Und das schöne daran war, wenn wir alleine waren, hat er sich ganz anders benommen. Er war nett, akzeptabel, mochte mich. Und ich wusste, das auch nur sein Zeil hat. Als ob er mehr Aufmerksamkeit bei anderen hätte gewinnen wollen, da er ziemlich viel Geschwister hat, über die meistens die Rede ist. Ich mochte ihn auch, hatte aber Angst was zu unternehmen, weil ich das, wofür ich hart gekämpft habe nicht verlieren konnte. Vor allem, weil alle andere Bekanntschaften, die ich aufgebaut habe um ihn besser kennen zulernen unecht, von meiner Seite aus, geschauspielert waren.
Bis er einmal so viel scheiße gebaut hat, dass sich seine Mutter wünschte, er würde zu seinem Vater wegziehen. 50-60 km vielleicht. Doch ich wollte mich nicht trennen. Dann musste ich feststellen, dass es etwas mehr sein müsste. Doch es KONNTE nichts mehr werden. Mein Vater wurde es nie akzeptieren, vor allem, weil er mich nicht mal richtig kennt. Wir haben uns 13 Jahre lang nur am Weihnachten gesehen. Meine Mutter meinte immer, sie würde es akzeptieren, weil sie ihre Familie nicht verlieren will. Doch ich kenne sie besser und weiß, dass es nur eine Warnung ist. Mein Opa hätte mich umgebracht, er hast alles, was unnormal zu sein scheint.
Meine Umgebung könnte mich nicht nochmal akzeptieren - wieder anders. Und ich halts nicht mehr aus. Versuche mich seit längerer Zeit in Spielen zu verstecken, wo man keine Identität braucht. Kann ihm nicht vergessen, hab jedoch Angst sich zu treffen, weil mi einem Gespräch alles enden könnte. Und nun? Soll ich mich weiter verstecken, bis ich endlich eine Frau finde, die nichts merkt, oder mit 18 so weit wie möglich wegziehen um Kontakt mit Eltern zu verlieren - das es für mich ganz sicher leichter wäre, als die Wahrheit zu sagen. Ich habe zurzeit eine...
Freundin. Die hat sich verknallt, und ich blöder konnte aus Mitleid nicht nein sagen, da ihr alter Freund Drogen genommen, und sie dann geschlagen hat. Jetzt ist sie noch voll in mich verliebt, was mir total auf die nerven geht, aber ihre Sensibilität erlaubt mir nicht sich zu trennen.
Ich will nach Island.
und sry, für gramma Fehler
